Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 3 (15.1.1926)
- Date
- 1926-01-15
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Seite 19 JÜDISCHE PRESSE Absicht oder Leichtsinn? Die;peinliche Märe, die sich an ׳den Namen Sfpphen W,ise knüpft, ist 110011 immer nicht!bereinigt und die Ernpörumg, id-ie sie in allen konservativ gerichteten jüdischen Kreisen׳ henvorgerufen!, hat sich noch nicht gelegt. Es ist einstweilen nicht abzuselien, ,welches Ende 1die Angelegenheit nehmen wird!, noch!lässt sich ein Sn allen!Punkten genaues Urteil über •die vielbesprochene Predigt fällen, solange diese nicht i׳m Wortlaut vorliiegt. Um kurz!zu ׳rekapitulieren: Rabbiner!Stephen Wise, einen־ •der markantesten Vertreter ׳des liberalen Judentums in Amerika, ,hat ,in seiner Synagoge eine Rede gehalten, die den Gründer ider Christliehen Religion und die von ihm!verkündeten Lehren zum Gegenstand hatte. ׳Als der Inhalt dieser!Rede bekanntgeworden ,war, fasste die Union (der orthodoxen Rabbiner Amerikas einen!Beschluss, in dem Rabbiner ■Wise als Verführer .bezeichnet un'd an die zionistische ■Organisation die Aufforderung ,gerichtet wird׳ ,׳Rabbiner Wise ,zu ver• anlassen. sein Amt als Vorsitzender (der ,Palästina,komtn'ission ■nieder,zu,legen. Die!Exekutive!der zionistischen Organisation ,in Amerika und das iNationla'koniiitee für die Balästi'naaktion — ׳die eine ■Summe ׳von 5!Millionen ׳Dollar für die ■zionistischen Zwecke;in!Palästina airfbringen) soll — wollen aber auf eine so tiiohtlige propagandistische!Kraft, wie es!Rabbiner Wise ist, nicht verzichten: sie ׳versicherten ihn ׳ihres Vertrauens und baten ihn, ׳auch weiterhin d.ie Leitung des National ko mite es!zu behalten. Es scheint aber, dass die ■zionistische Exekutive ■die Vertrauensseligkeit und Nachgiebigkeit ■der .konservativen׳ zioni'sterireur.dlichen Rabbiner überschätzt hat. Diese empfinden es als eine unerträgliche. Zumutung, eine .Aktion ,zu •unterstützen!,• an deren Spitze Rabbiner Wise steht, und ■so bähen sie in einer neuerlichen Kundgebung ■erklärt, dass 'bei ,seinem ■Verbleiben sieh die ■Union der orthodoxen ■Rabbiner genötigt sehen würde, zu erklären, dass ״eine Unterstützung der ■von ihm geleiteten Aktion, ungeachtet dessen׳ ,׳dass es sich um die teure uud 11־ eil;ge Sache Palästinas handelt, der Uc’bertretung eines• religiösen Gebotes gleüchkäme“. Geigten! den Protest ■der orthodoxen Rabbiner ,lässt ,nun Rabbiner W׳isc eine •langatmige Erklärung ׳veröffentlichen׳,!in ■der ■er den Inhalt seiner ׳Predigt als •durchaus' harmlos hitnstelüt.!E׳s sei ihm niemals eingefallen, ■seinen ׳Glaubensgenossen den Uebcrtr'i'tt zum Christentum anzuräten und er hätte!lediglieh ■einer objektiven Würdigung iihrß^• Stifters das Wort gesprochen. Es ׳ist, wie gesagt■, ׳zur Stunde, .noch nicht ,möglich, die Rede ,des Rabbiners ■Wise ■auf :ihren Wortlaut ,zu prüfen. Wenn man ■mit pelinlichster Genauigkeit zu Werke gehen und mit philologischer ׳Akribie ׳jedes Wort auf •dii'e ׳Goldwage legen wird, ■mag sein, dass sich dann lihr ,Inhalt als weniger anstössig erweisen׳ wind, als es im •ersten׳ Augenblick den Anschein hatte. Aber darum handelt es sich g׳ar nicht. Wiichtig, ja ausschlaggebend is’t einzig und all ein . d ie Wirkung ,die eine solche Rede bei den!Hörern auslösen׳ muss. Rabbiner Wise muss •ja sein Publikum, kennen!, er muss ׳ja wissen׳ ,׳wie es uim die geistige Einstellung seiner Hörer und um ■ihre ■Beziehungen zum Judentum!bestellt ist. Er kann sich keiner Täuschung!darüber' hingeben׳, dass seine Wörter dem wahren, ׳positiven Judentum schon längst entfremdet sind und ׳dass s'ie sich ׳jahraus, jahrein mit homöopathischen Dosen eines ׳wässerigen., abgestandenen ״Masaismus“ begnügen müssen, wie er in ׳den!!Küchen der liberalen Rabbiner gebraut ■wird, der-r .:sicherlich,;nicht dadurch an Wert gewinnt, dass er in!dem besonderen׳ Fall des Rabbiners Wiise mit einigen nationalistischen!Floskeln versetzt wird. Solche Kost kräftigt nicht. Sie!macht die jüdische •Seele nicht;immun geigen Einflüsse,_ die. •dem Judentum ■wesensfremd sind und ■für alle ■Zellten; bleiben׳ müssen, ׳wenn!dieses überhaupt noch (Bestand haben: ,•soll. Die Gefahren■ sind umso grösser, ,als ■die;Zuhörer des Herrn Rabbiner Wise, ■deren Judentum sich wahrscheinlich in der Teilnahme am ■regelmässigen■ Sonntagsg-tfesdiienst erschöpft, ■nicht einmal in ■der ■Synagoge vor solchen!Bin-!"׳Kissen geschützt sind. Denn was sie da zu sehen! und zu hören bekommen», •das ist vom Orgelohorai bis ׳zu׳m glattrasierten Gesicht des Herrn Rabbiners •unbewusste oder bewusste Angleichung an ׳das Clirist ent u׳m. Für ■den Liberalen׳ Juden amerikanischer Fraktur ׳bedeutet!das völlige Aufgehen in ׳einem rationalistisch gefärbten Christentum keinen Sprung, kaum ׳einen!Schritt. ,Elim unbedachtes Wort kann ,ihn zu ■Fall bringen׳.!Dass *Herr Rabbiner ,Wise gerade ■vor solchen, in ihrem Judentum soll011 längst heillos geschwächten Menschen sich in •einer Predigt über den Stifter der christlichen Religion und .ihre Lehren! verbreitet hat, das ist und bleibt, wenn man ■noch so!milde ■urteilt, zumindest eine!Handlung nmvefzeihlioher Leichtfertigkeit. Von dieser Schuld wind sich Rabbiner Wise ׳durch noch so gewundene Erklärungen nicht reinwaschen können. S. Mittel und Zweck. Eine halachische Betrachtung. Von Rabbiner Dr. Raphael Breuer. Asohaffenburg. Die zionistische Palästinapolitik unterscheidet sich von der agudistischen ■durch ihre Hemmungslosigkeit.' Sie ist nicht durch die Thora beschwert. ■Sie kann ihre realen Ziele verfolgen■, ohne fortwährend die Moral der Thora um ihre Zustimmung zu befragen. Die zionistische ׳Palästina■ Politik hat sich von der Thoramoral emanzipiert. Dagegen muss die agudistisclie ׳Palästinapolitik sorgfältig im Rahmen der Thoramoral verharren. Das ist ׳nicht immer leicht durchzuführen und die Versuchung ist gross, gelegentlieh aus diesem Rahmen herauszutreten und im Hinblick auf einen idealen Zweck die lähmende Frage nach dem einwandfreien Charakter der ׳anzuwendenden Mittel von sich abzuschiitteln.;Dieser menschlich begreiflichen 'Versuchung werden wir leichter widerstehen können, wenn wir uns in die halacbischen Grundlagen dieses Problems versenken Unsere Frage lautet allgemein: Wie denkt die H a 1 a c h a 11 ii b e r das •P r o b 1 e m der Heilig 11׳ n g ■des Mittels ■durc h d e m Zweck? I. Die Wurzel der gesamten •Ueb erleg urig ist die Frage mich den Grenzen der ArewuthPflicht. Arewuith heisst Gcmelnbiirgerschaft des einen., für den anderen. Zur Nächstenliebe gehört auch die Teilnahme am sittlichen Wohl und Wehe ,des Nächsten. ׳Wie ׳aber, wenn •dieses Nächstenwohl nur mit sündhaften Mitteln gefördert werden kann? C o o 00©Ü®0»0®0®0< I Telephon 7426״2״ Telephon 74■ 2■26 Graben 12 •,8'4'"״^ o i O o 9 8 § o i der Pestsäule) Die neueröffnete, grösste u. modernste Werkstätte für Haararbeiten hat den Verkauf von Perücken, Scheiteln und Transformationen begonnen Der internationale Meister Karl S c hiroky haftet jeder Dame für grösste Haltbarkeit trotz geringstem Gewicht (kein Kopfschmetz bei festem Sitz) und für allererste Haarqualität , Die Preise sind staunend niedrig ilHFi) H RUNG SPREIS E Bubiperücken von S SO.— aufwärts Transformationen mit Scheitel v. S55.— aufw. ״ ohne ״ ״ S 45.— ״ Für Reinigen, Wasserwellen u Reparieren jedweder Perücken werden die billigsten Preise berechnet Versäumen Sie daher keinesfalls einen unverbindlichen Besuch im <3 raben- Frisiert alon, I. Grebeo 12 Jede Perücke wird individuell der Gesichtsform angepasst, daher vollkommen unauffällig!! § o I i o § o o >0 Zwei Episoden von Reb Dawid Deutsch. zu .können•, eine andere Gemeinde aufsuchen!, ■die den für den Text einer Scheidungsurkunde erforderlichen Fluss oder Bach aufweist. ■Aber auch sonst dürfte in Eisenstadt nicht •leicht eine jüdische Ehe in die ׳Brüche gehen, da kaum ein anderes Gebot des Judentums dort so getreulich befolgt wird, wie das von dem weltberühmten Maharani Asch zur Bekämpfung der Spiellcidenschaft seiner Ge7 rneinde .•fiir ewige Zeiten au׳ferlegte Verbot ■des!Kartenspiels. Die Sonne geht unter und wir fahren noch ,immer am Busse rebenbekränzter Hügel dahin, während im Osten in der Ebene ein •weisser Streifen uufleuohtet: der ׳Neusiedlersee. Dort unten erhält die Landschaft allmählich wieder ungarischen Charakter, ׳Weideflächen wechseln mit Schilf Vegetation und dann fahren wir von Neusiedl ostwärts in tiefdunkler Nacht dahin. ׳Kein Lüftchen׳ rührt sich und wem! der Zug in einer der kleinen, weltvergessenen Stationen hält, hört man ■das melancholische!Konzert der Unken und .Grillen, d'ie Frösche im ׳Sumpf stimmen mit ein, und dann kommt der Mond aus den Wolken hervor und leuchtet weiss auf die silberglänzende Fläche des Sees, an dessen Rand wir eben dahinfahren. Es war ein ׳herr-’ Hohes, ein unvergessliches »Bild, das zu sehen* man eigens die paar Stunden Bahnfahrt von Wien־ aus auf sich nehmen sollte. Weite, unendlich scheinende Weite dehnt» sich ringsum und ich beginne an eine eigene Note des Religiösen zu glauben!, das •die Völker der Tiefebene (Russland,!Mesopotamien) auszeiehnet und auch die In den grossen •Ebenen Podoliens!,!Wolhyniens . und Ungarns wohnenden .Juden besonders ,fiir de״ Chassidismus prädestinierte. In diesen Tiefen und Welten, »in denen sich das Individuum und sein Blick so ganz ׳verliert, sucht das Herz• einen Halt im G-ttjichen! und gerade aus der Tiefe von Ür-Ksadim trieb es unseren׳ Erzvater Abraham, nachdem er den Emen-Einzigen in der Unendlichkeit gefunden hatte, hinauf zu den Bergen, von denen •her das Heil kommt, hinauf zur Höhe ־des Erschauens, des »Moriah. (Fortsetzung folgt.) ־ . Es!war an einem Freitag Vormittag und Ider ®reise Rabbi Reb Doiwid Deutsch 1(Oberrablbiiner von Waag-Neustadtl. der Metropole;des Waagf alles) säss über grosse Folianten gebeugt ,und lernte.!Da ,traf; in Lumpen ׳gehüllt, herein ׳ein armer Wanderer, ■welcher den Rabbi um eine milde Gäbe bat. Der Rabbi —-der «1ein kärgliches Gelhalt seiner ■Rebbezin gegeben hafte — ging!in!dJ׳e Küche!, •um!van der Rebbezin für den. Armen eine kleine!Gäbe;zu erbitten. Ajs der Rabbi nun wieder m (die Stube trat, war der ׳Arme schon verschwunden, aber!mit ahm .auch ׳d'ie am Tische liegende Taschenuhr des ■Rabbi. Als ,der Rabbi dies bemerkte, ׳trat er wieder;in die Küche und erzählte lachend das Vorgefallene seiner Rebbezin. Diese aber ,sagte: ״Warum.׳freust Idu dich so darüber? ■Gehe!lieber dem Unbekannten nach ׳und fordere dein' 'Eigentum!“ Der Rabbi aber erwiderte würdevoll: ״Ich will!dem Armen׳ dankbar sein, denn er!hat mir einen Ausspruch unserer Weisen verständlich gemacht, der da ,lautet: ״Der Arme ist gleich ׳dem Töten׳!“ Nun sehe ich, ׳dass׳ sowohl der Tote als auch der •Arme ׳darin ■gleich sind, dass beide bewacht werden müssen! ׳Einmal wollte Reb Dowiid Deutsch mit einem Wagen in ein Nachbardori fahren. Während der Fahrt merkte er, dass sie!an ■einem ,,Heiligenbild“ seiner Religion vorbeigefahren sind und der christliche Kutschier seinen Hut nicht abgenommen hatte. Da befahl der Rabb'i׳. dem Kutscher umzukehren׳, denn ׳er habe ■es sich überlegt ׳und wollte ein anderesmal do׳rt(11in fahren. ■Und si׳e fuhren wieder nach Waag-NeusfadÜ zurück. Einige .,Zeit darauf ' wurde im ׳Städtchen bekannt, dass der damalige Kutscher des Rabb'i als Mörder entlarvt und dem Gericht übergeben worden! ist. Jetzt erst erzählte der Heilige Rabbi, was ihm damals begegnet' und dass er mit einem Menschen, der seihe Religion nicht hochhäit, nicht allein sein wollte. Dass die Verehrung für Reb Dowid Deutsch von nun an noch grösser wurde, braucht nicht erst erwähnt zu werden. , (Nacherzählt von Harry Adler, ,Bratislava.) Moritz Steinhof Wien, I,, Seilerstätte Nr, 1, Telephon 76201 Spezialgeschäft für Sattler. Tasdiaer ond Tapezierer כ״ס אר׳ח סי׳ ס״ב begründet die Ueberlegung, ob es gestattet ׳ist. zu sagen חטא בשביל שיזכה חברך ״sündige im Interesse deines Nächsten“, mit dem Satze כל ישראל ערבים זה מה. Wenn ganz Israel, der eine fiir den anderen bürgt, dann ist der eine verpflichtet, ■eine kleine Sünde zu begehen, um den anderen vor einer grösseren zu bewahren. Denn erfüllt er diese Pflicht nicht, dann ist ja diese ערב,* ת -Pflic 11 tvergessenheit nicht weniger sündhaft als das Begehen jener kleineren Sünde, die er mit seiner Gleichgültigkeit gegenüber der grösseren Sünde seines Nächsten sich ersparen möchte. Es bleibt ihm also, wie immer er sich verhalten mag, in keinem Falle eine Sünde ■erspart. In Wirklichkeit darf die Teilnahme am sittlichen Wohl und Wehe des Nächsten niemals zur Selbstpreisgabe ai.sarten, denn es gibt auch eine Pflicht der sittlichen Seibsterhaltung. Wenn du mutwillig sündigst, daun ■kannst du von mir ■nicht verlangen, dass ich zum Genossen deiner Sünde werde, indem ich eine andere, wenn auch kleinere Sünde begehe, uni ■dir ■die Last deiner grösseren abzunehmen. Trag’ du nur deine selbstgewählfe Last ■allein. Handelst du ■bei deiner Sünde im Zwang, dann kannst du erst recht nicht verlangen, dass ich freiwillig sündige, um dir die Sünde des Zwanges — die ja •infolge des Zwanges unter dem Gesichtspunkte der Verantwortlichkeit gar keine ist — zu ersparen. So fasst auch ח״ס א״הע ל׳ץ die Halachali unseres Problems kurz zusammen: Kein Zweck heiligt ■das Mittel, wenn eine Sünde verhindert werden soll, die muitwiliig oder infolge eines Zwanges geschieht. ■Nur ■dann׳, wenn eine Sünde מרצון הבא ע״ר אונס in einer aus Zwang sich entwickelnden Freiwilligkeit ■geschehen soll — wie 1im Falle der halben Sklavin, Gittin 38, die mit ■ihrer Prostitution eine wie Zwang wirkende Verführung ausübt, ■die aber :in!ihrem weiteren Verlaufe in zustimmendes Sichverfiihrenlassen der von ihr Umgarnten übergeht, oder ׳im Falle der geraubten Tochter, die anfangs unter Zwang, dann ׳aber mit ihrer Zustimmung ■dem Judentum entfremdet werden könnte — darf das kleinere Uebel einer kleinen Sünde das grössere Uebcl grosser Sünden verhindern. II. Im allgemeinen gilt der Satz: Trag’ du nur deine seibsfge wählte Last allein. Etw-as anderes ist’s, wenn' ich beim Zustandekommen ׳deiner ■Sünde beteiligt wäre. Hier würde ■die Arewuthpflicht gebieten, das Eintreten des grösseren Uebeis durch die Wahl des kleineren zu verhindern. Etwas anderes ׳ist’s, das Werden ■einer Sünde zu verhindern oder bloss eine Aufhebung ihrer Folgen zu bewirken. Etwas anderes ist's, üble Vorbedingungen lim eines edlen Werkes willen in Kauf zu nehmen, als (im homöo- Pallaschen Verfahren) eine Sünde durch eine andere heilen zu ׳wollen. Schauen wir in die Quellen. Die Frage ■des שבת ך׳|ח1 רב ביבי בר אביי, <>b התירו הרביק פת בחניר לו לרדותה קידם שיבא לירי חיוב חטאת או לא התירו• ob es •am Sabbat erlaubt ist, Brot■, das kurz vor Sabbat in ■den Backofen ■getan wurde, vo!n dort wegzunehmen, ■um so durch Uebertretung ■eines rabbinischen Verbotes ר ר י ה> die Verletzung eines Thoraverbotes (א פ י.ה) . zu verhindern, wird von רב ש י ל א auf den Fall bezogen, לעולם בשונג ולמאן התירו לאחרים, dass das Huieiugebeu »des Brotes in den Ofen •irrtümlich geschah und die Frage nun ist, ob ein anderer befugt ist, ■ein rahbuiisches Verbot zu übertreten׳, um seinen ’Nächsten vor ■der Verletzung eines Thoraverbotes zu be- . warnen. רב ששת verneint diese Frage: וכי אומרים לו לארם חטא כיי שיזכה חבירך וכו, wie darf man zu einem Menschen sagen: ■Sündige, um deinen Nächsten aus der Gefahr ■der Sünde zu retten? Während diese Frage hier verneint wird, hören wir in עיתבין ל״ב •einen Ausspruch von רבי, wonach ניחא ליה חבר דליעבר איסורי זוטא ולא ליעבר י עם האתי איסורא רבה• wonach es einem חבר wohl anstellt und er bereit sein soll, ein klares Verbot zu übertreten■, wenn er dadurch einen עם הארץ vor der Verletzung eines grösseren Verbotes bewahren ■kann. Ebenso!heisst ■es א D גיטין in der Mischnah: מי שחציו עכר וחציו בי חורין. .. כופין אח רבו ועושה אוהו בן חורין Ein Sklave, •der •zwei' Herren ■dienstbar war und nur von einem freigelassen wurde ׳und der!in •diesem ■Zustande der Halbheit weder eine שפחה noch eine בת חירץ heiraten ■dari, muss, um ■die Möglichkeif der Ehesohiifessung zu erhalten, auch von .dem anderen ׳Herrn freiigelassen werden, obwohl die Freilassung eines עבד כנעני gegen׳ das Gebot •der Thora: לעולם בהם תעבדו -«*ie^behaltet ihr immer als Knechte“ (z. ß. ■M. 25, •46) verstösst. Das Gleiche gilt ■nach גיטין ל״ח auch von einer Sklavin: מעשה באשה■ אחת שחציה שפחה וחציה בחי חורין וכפו את רבה ועשאה בת חורין. Ferner!ist es nach פסחים נטי den כהגים gestattet,■ das Gebot der Thora, den täglichen Opferdienst mit •dem Abendthamklbpfer zu beschliiessen, au sse rächt zu lassen, um einem eines Sühnopfers Bedürftigen die Möglichkeit der Darbringung des Pessachopfers zu gewähren: דאתי עשה דפסח ורחי עשה רהשלמה ועברי כהנים בעשה ומרריבין למחוסר בסיורים. Ebenso darf nach עיתבין ה״ג einem כהי eine •ihn dienstuntauglich machende Warze durch einen anderem mit den Zähnen entfernt werden, obwohl dabei ein ״שבות Verbot verletzt wird, weil eben hiiedurch der כהי ־ in den Stand gesetzt wird, seine עבודה zu vernichten■. Wir haben also hier vier Fälle, in denen, Ent- Scheidungen getroffen wurden, die der Entscheidung in שנת ו׳ zu widersprechen scheinen. Die Lösung des Widerspruchs liegt ׳in folgenden Gedankenvorgängeri, die von תו ספות beschriften, vom ריט״בא רש״ בא u..a. vertieft wurden. Ob A. berechtigt ist, eine •Sünde zu begehen, um dadurch B, vor einer grösseren Sünde zu bewahren, das hängt erstens davon ab, ob A. beilm!Zustandekommen der Sünde des B.!Irgendwie beteiJigt ist oder nicht, in עיר ובין ל״ב •liegt der Fall so, dass der חבר. wenn er das!leichtere Vergehen, sein Getreide in gesetzwidriger Weise zu verzehrten, (לעשר שלא מן המוקף\ unterlassen würde, mit dieser 0^