Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 2 (8.1.1926)
- Date
- 1926-01-08
- Page
- Seite 13 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2629891-2630148-2630150--2075-2633903- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Hrodna 1× ep/1044655
OCR text
Nr. 2 JÜDISCHE PRESSE Seite 13 Verlegung der Zentralratssitzung nach Berlin? W i e n, (AJPB.) Im• Sinne von Anträgen, mehrerer ׳Landes-. Organisationen ,ist geplant* di׳e nächste Zeroferalrats- Sitzung, •der Agudas jisroel nach (Berlin zu verlegen(. Eine Bestätigung dieser!Nachricht• sowie die Festsetzung des Zeitpunktes :ist noch nicht eingelaufen. Gründung einer Jugendgruppe in Iclod. Auf Einladung der Zöglinge der. Icloder (Transsylvanien) Jeschiba und Gewerbeschule statteten Herr Deitel, Präses der Jugendgruppe in Gherla (Szamosujvär). Herr Lelirmann, Präses, und Herr Schieb e r, Vizepräses der Dejer Jugendgruppe, am 20. Dezember eineil Besuch in Jelod ab. In einer öffentlichen Versammlung referierten die Gäste über Zweck und Ziel •der Aguda. Nach dem beifällig aufgenommenen Referate gründete sich eine Jugendgruppe, die sich der Glierlaer Gruppe anschloss. Gründung einer Mädcliengruppe der Agudas Jisroel im Amsterdam. Ams t e r d a in. (AJP1B.) Am Mittwoch den 29. Kislew wurde in Amsterdam seitens der Agudas Jisroel-Jugendorganisation eine Damenversammlunig abgehalten ziweciks Gründung einer Mädcliengruppe. Fräulein Esther Halpenr, die Präsidentin, begriisste die Anwesenden, besonders die Vertreter des Landesverbandes, der Ortslind Jugendgruppe. Dann ergriff Rabbiner Sarlouis das Wort und in einer warmen Ansprache machte dieser dem Auditorium klar, wie den jungen Damen die Verpflichtung obliegt, für die Aufrechtcrhaltiuig des wahren Judentums Sorge zu tragen. Alle Anwesenden wurden aufgefordert, als Mitglieder beizutretcn, und in der Tat hatte der Redner den erfreulichen Erfolg, dass zirka sechzig junge Danien der Mädchengruppe noch rm Laufe der Versammlung beitraten. Wachsende Aguda-Propaganda in Holland. A tn s t e rdam. (AJPB.) Seitens der Ortsgruppe Haag ist in der letzten Woche eäne Broschüre ״Die Macht der Idee“ durch Herrn Dr. G. Itafio veröffentlicht worden, worin der Verfasser in klarer lAuseinandersetiziing die Prinzipien des Agüdismus und des Nationalismus, wie derselbe von Zionisten und Misraclflsten propagiert und i׳n der Praxis gebraucht• wird, feiner Analyse untenzieht. Fünfter Kongress der jüdischen Gemeinden in Italien,« Rom, 18. November. (JTA.) Dieser Tage wurde in Rom! der fünfte Kongress der jüdischen Gemeinden Italiens abgehalten. Auf dem Kongress Waren 40 jüdische Gemeinden Italiens vertreten. Die aktuellen Fragen der italienischen Judenheit wurden auf breiter Grundlage et1 örtert, es wurden Massnahmen beraten, wie dem Mangel an Rabbinern und Lehrern abzuhelfen wäre. Es wurde nach einer lebhaften Debatte beschlossen, dass die Einzelgemeinden verpflichtet seien, so ,schnell als möglich und mit allen Mitteln die t verwaisten Rabbinatsstellen 2u besetzen, sei es auch mit Kandidaten aus anderen Ländern.׳ Eine ausgedehnte Debatte fand über die Frage des Schulwesens statt. Senator Prof. Polacco und der Oberrabbiner von Rom, Prof. Angelo ,1Sacerdoti,. wiesen auf die grosse Gefahr hin, der'die jüdischen Kinder in den katholischen Schulen ausgesetzt sind* da mach dem neuen Gesetz de!1 gesamte Unterricht dem katholischen!Einfluss ausgesetzt' ist und die jüdischen Kinder mit der' Zeit diesem Ein* fluss unterliegen müssen. Die bisherigen Interventionen bei den Behörden waren ohne nennenswerte Wirkung. Der. Kongress beschloss, eine ausgedehnte Aufklärungsarbeit unter der jüdischen Bevölkerung Jn Angriff zu nehmen und überall für die Schaffung jüdischer Elementarschulen einzutreten. In einer wetteren Resolution wurden die jüdi- ‘ sehen Gemeinden Italiens aufgefordert, in einen intimen Kontakt, zu den grossen Strömungen innerhalb der jüdisehen Gesamtheit in allen Ländern zu treten und insbe* sondere den Aufbau Palästinas finanziell zu stützen. Es. wurde beschlossen, Vertreter der italienischen Judenheit in die Jewish Agency zu entsenden. Keren Hajischuw in Ostgalizien. Przemysl. (AJPB.) Generalsekretär Hirschhorn und der Aulimführer Seew Schein sind in Przemysl eittgetroffen, um eine Reihe von Mitgliederversammlungen zu veranstalten. ,Sie referierten über die grossen Leistungen der Aguda im allgemeinen und des Keren-Hajfschuw im besonderen für den Aufbau des heiligen Landes und erzielten grosse materielle Erfolge für den ,Kefen-Hajischuw. — Przem y s 1 a n y. (AJPB.) Im Aufträge der Palästinazentrale für Ostgalizien besuchte Generalsekretär Hirschhorn mit dem Aulimführer Seew Scheint. Przemyslany, um in einer grossen Volksversammlung über ,,Das agudistische. Kolomsationsproblem“ und ״Das zentrale ,Finanzinstitut Keren- Hajischuw“ zu referieren. Die Beteiligung war sehr gross und die Redner ernteten reichöh Beifall. Eine Reihe von׳ Mitgliederyersmmlungen beschäftigten sich mit der . Festlegung des Programmcs der im ,Laufe. des Winters durchzuführenden Organisätionsarbeiten. An der Spitze der Bewegung steht Herr Leiter. . Dank der Initiative des, Sadagoraer Rebben entwickelte sich die Przemysler ’hohe Jeschiwah ausserordentlich gut. Trotz der traurigen wirtschaftlichen Lage Galiziens begann anfangs Cheschwan ,mit wesentlich er- Chöhter Schülerzahl das Wintereemester. Die Prüfung der Schüler nach Abschluss des vergangenen. Sommersemesters ergab allseits überaus befriedigende Resultate. Agudaleben in Krakau. 1K r a k a u. (A'JiPlB.) 1Di׳e Arbeit •der Aguda im Krakau ha׳t in diesem Wintersemester intensiv eingesetzt. ׳In überaus gutbesuchten! iM'assenSver- ׳Sammlungen werden! bereits zwei politische ■Referate gohalten. ׳Es. sprachen Senator Deutscher und Senator Stempel über ,Die ,Lage '׳des ■polnischen Juidenitunis nach den Ausgleichsverhaivdlumgen‘‘ •un׳d über ״!Die Wirtschaft- ־ liehen Verhältnisse der Juden! unter •dem Drucke der Steuerlast“.!M!it grossem ■Beifall wurden׳ in einem ■Volksmeefimg 4I׳e Referate.der Herren! Läufer und!Panzer, über •die ׳Bejs-Jakob-Bewegung entgegengenommen. Zu •einer imposanten Feier •gestaltete sich d!er .von einer vielhundertköpfigen Menge besuchte Süjum für Dafjomk!Grosse Erfolge verzeichnet die Frauenbewegung unter Führung des Fräuleins Betty Rothschild, Zürich, und Fräulein׳Teitelbaum, Krakau. In einer grossen Frauenversammlung sprach!Wolf ' Pappenheim über die Aufgaben des-midischen! Mädchens. Zu Ehren der nach Palästina, übersiedeiten ׳Leiterin des ©ejs- Jakob-Internats, Fräulein!Knoblo witsch, fand ׳elin Abschieds- . bankett, das von! den Schülerinnen׳ arrangiert wurde, •statt: Vergangenen Donnerstag veranstaltete die!Zaire Agudas Jisroel ׳eine Versammlung ׳in der J. L. ׳Orlean, Warschau, über ,yDa!s A r׳bei tsü d׳e׳ai ז m J ud׳en t üm“ .referierte. Reicher Beifall wurde dem •bekannten ׳Redner von •einem überfüllten Auditorium •gespendet•.1 *־ Der Keren Hathora in Mähren und Schlesien. Prag. (AJPB.) Die Kuiltu.sgemöinde MähirisclnOsfarau hat dem Keren •Hathora eine iSubvehltion bewilligt. Ebenso sind eine Anzahl von Organisationen und Vereinen •dem Keren Hathora mit Jahresbeiträgen beigetreten. B e;111 11׳ e n. (AJ1RB.) Am 2. Dezember fand ii:n ßeuthen eine grosse öffentliche Versammlung statt, bei1 welcher •Direktor!Dr. Leo Deutschländer über ׳die Bestimmungen! des Keren• H’athor.a referierte. Es haben: eine Anzahl von V׳erbänden ihre Beitrittserklärung vollzogen. Gründung einer Javne-Schule in Grodno. G r 0 d n 0. (AJPB.) ־"Der nnermiidiiclie Schöpfer der Javne-Schulen, Dr. L. Niemzewitsch, hat in ׳Grodno eine gleiche Anstalt gegründet. Die jüdische Bevölkerung begrüsst da׳s Unternehmen auf •das herzlichste. Mitteilung an die Aguda-Mitglieder. Das Central- Hotel, Wien, II., Taborstrasse■ 8a, wurde von Bratislavaer Gesinnungsgenossen erworben. Vollständig neu renoviert, besitzt es Zentralheizung, kalt-. und warmfliessendes Wasser ׳und Tele- von im Zimmer. . Treffpunkt der .Agudas-Jisroel-Mitglieder, welche von den .Zimmerpreisen, die S 5 bis 6 pro Tag betragen, 10 Prozent Nachlass erhalten. (Entgeltlich.) TC, m 4c5 Im ■!üb. « Im a#l o wak « i mm*1• Die Vorgänge in der Pressburger Gemeinde. ,,:.,,Pre״, ,• A^gd^enhejt.. ^£»0?״, slavaer Gemeindewaid * bat ׳ auch, während der lefczte.n■, Woche keine wesentliche Aenderung erfahren. Der minist er i eile Bescheid auf die von;beideni Parteien׳ erhobenen Beschwerden׳, wonach auch for diesem Fälle - streng im Sinne der für alle orthodoxen Gemeinden bindenden Land es Statuten Verfahren werden müsse und der Konflikt durch' .' fein ' statuten'gemäss ' zusammengesetztes Schlads- ' gea-׳icht äusgetragen werden* sollt; hat auf adle besonnenen und an der Autonomie der orthodoxen Organisation fest- ■haltenden Kreise b e riu h iig e nd' gewirkt und die Gewlssheit geschaffen, dass es der ganz ins Schlepptau der Zionisten geratenen, -sich ,;jKonservatijve 1Frieldeüspartei“ nennenden Opposition nicht g e1׳ im gen werde, unter dem Vorwände . eines Wahlstreites in• der Prossburger orthodoxen] Gemeinde chaotische Zustände zu schaffen, wie sie den Zionisten ■und den , auch Jetzt ihren Votrab bildenden M 1■ s r a׳c h i sie n; all-edn.- erwünscht wären. Die Landeskartziei batte im Sinne der Statuten und der ministertenen Verordnung •dafür m sorgen, dass bis zur Er,- ledigung des Streitfalles durch ־ das Schiedsgericht in der ordnungsgomässen Geschäftsführung de!r Gemeinde keine Störung eintrete. Sie betraute daher den! bisherigen Vorstand• unter Vorsitz des mft. fast sämtlichen Stimmen Wiedergewählten Präses Herrn ■David K!raus mH . der. provisorischen Weiterführung der Gerneindeangeleigen!heiten bis zum Urteil des Schiedsgerichtes. Um auch die Opposf- ־־ tion zu befriedigen, wollte man auch ihren orthodox gesinnten Vertretern Gelegenheit geben, an diesem Provis'orium tertzimehmen׳. Dieser Vorschlag wurde jedoch — offenbar auf Weisung der zionistischen Drahtzieher —־־ zuriiekgewiesem. Die Gemeindeleitung liegt demnach auch gegenwärtig ausschliesslich in •den-bewährten Händen des bisherigen Vorstandes, dem auch während dieses beispiellosen Wahlkampfes vom Gesichtspunkte •des — für die' Leitung einer orthodoxen Gemeinde a'liietin massgebenden — orthodoxen . Judentums nicht das Allergeringste zur Last gelegt wenden konnte. Inzwischen wurden private ״Friedenisverhandlungen“ eingeleitet, die auf dem besten Wege wären, eine Einigung auf der Basis herbeizuführen, dass gewisse personale Wünsche des orthodoxen Teiles der Opposition befriedigt, worden wären und Vertreter beider Wlahlgruppen Gelegenheit zur Teilnahme an •der Gemeindeverwaltung ge- •fimden hätten,'allerdings ohne prinzipielle und taktische Zugeständnisse an den Geist des Zionismuss der auf Grund der Entscheidung aller religiösen Autoritäten des Judentums und unter allen Umständen •von einer orthodoxen־ Gemeinde femgehalten werden muss — und ohne formelle Aenderungen. in der Gemeindeieitung, durch welche das Eindringen: zionistischer •oder ' mvsracMstiiscber Bestrebungen in das glaubenstreue Judentum angebahnt werden könnte. ־■'־■■.'•;Diese Verhandlungen erfuhren jedoch uufoäge von Ereignissen ein jähes Ende, diie im Judentum eine ganz neue Erscheinung bedeuten. In Uebereinsttmmung mit der gesamten zionistischen• und der von Zionisten bedienten Presse des ln- und Auslandes taten auch wir bereits• früher des Einflusses Erwähnung, den die Bratislavaer Zionisten beider (auch der neologen!) Gemeinden auf den Wählgang der orthodoxen Gemeinden ansübten und von der Gefahr, die den Traditionen und den ■zukünftigen) Aufgaben• der führenden orthodoxen. Gemeinde des Landes droht, •wenn nicht von den wahren geshinungstreuen■ Mitgliedern der Gemeinde die grössten Anstrengungen gemacht würden, diesem Uebel rechtzeitig zu steuern. Eine solche klare, kein Wenn und Aber z ullasse nid e Feststellung war allen aufrichtigen יראים ושלמי □ schmerzlich und,■löste in ihren׳ Herzen tiefe Erbitterung aus; in den. zionistischen! Zeitungen herrschte darob Jubel ׳und Sicgesfreitde.’- Als es. siich dann ,heraust stellte, dass der, Si£gestaum׳?:l .;Üoch^^ y־ehfrüht und .jedenfalls ־^'•nbclu.fräglich. sei; ■versuchte%ät1!£nach mortistrscher Methode ■und nach; •ihrem •Rezept, ■;•auf ,.die , s f aat i ieh e׳n B e- •hd r׳d e n unld •auf die .n׳ic;'h׳t j üd!i!s c h e Bev ö׳l ׳k e r .un g. ׳duroh •unrichtige .und vtend:en׳zi׳öse־D.arstd(lun׳gen des Sach- : Verhaltes , in•.; den);.:ung ar i'sc hen ״u nd\.d e u.t s che n Tage sz ei.tu ng.en im Interesse, der Opposition, einzu:•* ■■Wirken׳, Dies vyar^'ümsp leichter ,;;:als.* V־־ da׳s. soll hier nicht :übergiangen werden•— die. oppositionelle magyarisch-.und deutsch-nationalistische Presse seit den! Parlamentswahlen den ״jüdischen“ . .Nationajiisten; :;•]und den .Zionfsten• ׳• un- ״ beschränkt zur •' Verfügung steht,:■ während, die Orthodoxie• es möglichst vermeidet, die nichtjüdische Presse für innere Angelegenheiten des . )׳udentums ■in Anspruch zu nehmen. Die Abs i■ cht war, den .Anschein einer ״•a!ld gern e׳in e n;En t r׳ü s 11u n• g .d e ■r. J;u 1d e n •g: e ge•n h r e: F üh rer“. . vorzutäuschen und .d!aibei. natürlich auch. ein ganz kleines: politisches Süpplefo *zai kochen;. Nur so ganz neben׳- her, als ob das selbstyerständljeh‘ste,.Sa)ohe von der Weit, wäre, wurde,dann diese* ln ernsten Kreisen! ׳nicht vorhandene ,Allgemeine Entrüstung des VoHkes“ auf die R abbiner im afflgemeinen unld.die' nabttolschen■ Führer der orthodoxen Landesorganisatloh,' die mit der Wahlangelegenheit'.ln amtlicher Eigenschaft zu tun hatten, im besonderen u mg'e den tet. ׳und auf die Ste:l)un׳gnahme der Orthodoxie zu' den׳ ParLam'eh׳tsw׳ah!I׳eh bezogen.. Durch diese sehr durchsichtige . upd durchaus nicht imposante' zionistische PressKampagrie' liess -sreh natürlich kein Mensch beirren!und die Friedertsyerhaindlungen . nahmen auch ihren normaileri Verlauf aHs es schon sicher war, dass, ab L Jänner nicht eine •neue Verwaltung, sondern irri Sinne der Statuten ׳und ■des ministeriellen, Besclieides provisorisch . noch der alteVorstand ,"die■^Gemelhide 'leiten werde.; Jetzt aber griff man zu •einem Mittel, •das •in der Geschichte der innerjüdischen Gemeindekonflikte bisher nicht bekannt war: Zum Terror m׳it.der;Faust •durch organisierte Banden von Rawdies. •Wie •in jeder Grosstadt, gibt es auch in Pressburg eine Hefe des Volkes, die überall ■dabei ist, wo gegen die Ordnung'und gegen die Autorität Sturm gelaufen wird, leider ist diese Erscheinung ■auch in der jüdischen 'Bevölkenmg nicht mehr so ganz fremd wie früher. Dieser E1 emen f e b e di en t man si c h n un a 11 c h inj ii d isehen Gemeindea 11 gelegehheiten und •in jitdisehen ■Gemeinschaftsfragen! Zuerst wurde ein solches Vorstossdetachement — ׳•leider'" aus Misrachist eח zusammengestellt — in das Gemeindebethaus, wo Herr Oberrabbiner Hirsohler als Vereinsrabbiner ״der ,,Temime Derech“ allsabbatlich seine Vorträge hält; beordert, um. den. Auftakt zu einer g e s t e i g.e r t e n ״Volksempörung“ zu, macheh. ־ Bei gutorgänisieerter Verteilung der Rollen nahrhen die ״Gesinnungs-. genossen“ rechtzeitig ilire Plätze ein. und; es gelang' ihnen in det Tat, den Vortrag zii verhindern•', und Alle, die sich ihnen entgegenstellten, zu bedrohen öder tätlich anzugfeifen, bis sie die Polizei an weiteren Ausschreitungen verhinderte. Zirka 100 . bis 150 (nicht 1500 bis 2000. wie die., zionistischen Berichte in den Tageszeitung lauten) solcher .,vornehmen ״Entrüsteten“ trieben auch noch zirka 15 Minuten ihr Wesen auf der. Strasse, so dass die Polizei einige junge Burschen arretierte ■iind .erst nach Fürsprache einiger bekannter * Ziönistenführer; nach Hause. liess. Seit jener Stunde scheinen , diese Fausthelden die Sache der Opposition zu vertreten. ׳ Am Abend warf ein solches Detachement Steine in die Fenster des Gemeindehauses ■und auch an den folgenden Abenden lauerten einige• solcher — vermutlieh besoldete ״Entrüsteten der jüdischen Wählerschaft“ in dunklen Strassen einzelnen orthodoxen Gemeindeführern auf, um sie mit den neuesten Kampfmitteln zu bewegen;.die Leitung der Gemeinde denen zu übergeben, für die sie eintreten. Dass solche Mittel'am allerwenigsten zum Ziele führen, ist selbstverständlich. Männer von Pflichtbewusstsein gehen über solche Erscheinungen hinweg. Auch •die Anständigen ■in der Oppositionspartei..•fühlen sich in dieser Gesellschaft nicht sehr , ..erbaut,. Die..Orthodoxen,können .natürlich — solange ■die^Oppp־ ,^ 1 sitatiöif in'.ähren eigenen ' Kreisen nicht eine^;Säuberung ''vor-' nimmt — erfolgversprechende Unterhandlungen nicht pflegen. Darüber sind alle rechtdenkenden und jüdischfühlenden : Gemedndemitglieder einig. Sie werden nicht erlauben und micht zugeben, dass die ״schwarze. Hand“ (so nennt sich , die Gesellschaft selbst!) in einer jüdischen Gemeinde Bürgerrecht erlangt. Unter solchen׳ Umständen sah sich auch ..das ehrwürdige Rabbinat der Gemeinde veranlasst,' die Ehre der Pressbürger Baalebatim zu •retten und diejenigen .unter den,, ־ בינ חורה exemplarisch zu .bestrafen, die-den Namen der‘ üeiheinde. durch , , Anteilnahme an den Terrorakten und dem מיון התוה. öder durch sonstige Aeusserüngen gegen den' כמד ’התורה vergehen. Zur Ehre des Judentums muss gesagt werden,׳ ׳dass diese G. s. D. nur sehr' wenige Einzelne sü1dK־die*der Gesamtheit nicht• zur Last gelegt werden dürfen. Die Pressburger Ge־;., meinde zählt.ב״ה , immer, noch, einige hundert.,Mitglieder, ׳die . in ׳ihrer felsenfesten Frömmigkeit,und unwandelbaren Ueberzeugungstreue dem orthodoxen־ Judentum zur Ehre gereichen und die al l e i n der Gemeinde den;•.Ruhmesriamen einer 1 ־ עיר 1אם בישראל sichern. Die zionistische Aktion ״Banovce“ und ihre Variationen. Üen Misserfolg, den die Zionisten von Prag aitrd ״ anderwärts mit ihrer neuesten Aktion gegen die •orthodoxen Führer ernteten, nahmen sie diesmal nicht mit!Resignation hin. Die Anrempelung. der orthodoxen Landeskanzlei diu'cb den ״orthodoxen“ Gemeindevorstand von Banovce rief im ganzen Lände Entrüstung oder Hohngelächter hervorJ ׳ Sie erreichten damit nur, dass dadurch die angesehensten orthodoxen Gemeinden des Landes Gelegenheit erhielten, dem Präses der orthodoxen Landeskanzlei, Zeichen der* Anerkennung und des Vertrauens , zu liefern und jenen wenigen Gemeinden, wo es auf irgend eine Weise den Zionisten gelungen war, sich der Leitung zu bemächtigen : und den Geist des Zionismus auch in die Orthodoxie hineinzutragen, rechtzeitig, ein Warnsignal zu geben. Dieser. Hieb ging also fehl; B anovee war nicht das richtige Medium. Banovce könnte nicht der Brückenkopf zum Einbruch in die orthodoxe Bastei und zur ״Eroberung der Kultusgemeinden“ werden. Von der Hellerschen Rede im Senat war auch nicht viel zu erwarten und von,.,der Presskampagne der in-, und ausländischen, in zionistisehen Diensten stehenden Zeitungen Vielleicht noch' weniger. Die Orthodoxie ist gewöhnt, solchen Anstürmen! vöii Aussen im Vertrauen :auf ’ Grtt standzuhäiteri. ' Je? schimrher sie’s treiben, , je : imsinniger .upd widerwärtiger >1! ihre Kaihpfmethoden sind, um so leichter erwehrt sich das orthodoxe Judentum ihrer. Die Geschichte der ziönistir' sehen Kämpfe gegen das orthodoxe Judentum während der letzten Jahrzehnte kennt Beispiele dieser Art eine Menge,׳ Schade, dass die zionistischen , Führer bei ,־uns noch keine Zeit gefunden haben, den Zionismus aus seiner erfahrungsreichen Geschichte kennen zu lernen. I . Da aber die Zionteten den Fall ״Banovce“ nötig! ,hätten ,wie die Luft zum Atmen, und da die jüdischen Wähler üi M|hren, Böhmen und Schlesien und manche! naive zionistische Seelen auch in der Slowakeii doch( irgend ein ׳ Pflästerchen auf die Wunden bekommen( mussten, die ihnen die politische Hochstapelei von einen* . ״nationalistischen Minderheitsvolk“ geschlagen hat, so musste Rat geschaffen werden, um mindestens den Schein' zu erwecken, als ob es den zionistischen Wahlagitatoren!