Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 2 (8.1.1926)
- Date
- 1926-01-08
- Page
- Seite 14 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Seite 14 JÜEflSGBE PRESSE schon gelungen sei, in die Orthodoxie eine Bresche ztf schlagen. Dem zionistischen Gemeindevorstand von Banovce gab man noch einmal in der ״Selbstwehr“ und in einer Pressburger zionistischen Zeitung Gelegenheit, dem Präsidium der orthodoxen Kanzlei einige dumme Grobheiten zu sagen und zur Rettung des ״orthodoxen“1 Charakters der Gemeinde, die einen zionistischen Vorstand wählt, das Versprechen abzugeben, dass dort nächstens an den Bau einer Mikwah geschritten wird. Das war aber für die Sache von wenig Belang. Mit Banovce hatten die zionistischen Hetzer nun einmal arg fehlgegriffen• Auch Hlohovec, Revuca und selbst H u m e n e sind׳ nicht genügend oder vielleicht — doch genügend bekannt,׳ um den gewünschten Eindruck zu machen. Die letzten( zionistischen Reserven in der Slowakei mussten also aufgeboten werden. Nicht mehr die Stinkbombenwerfer von Banovce, sondern die ״verschleierten“ Zionisten in den׳ orthodoxen Gemeinden, die ״diplomatischen“ Agitatoren des Zionismus und seine politischen Handlanger mussten vorgeschickt werden, um zu versuchen, ein klein wenig Verwirrung anzurichten, das Wasser der Orthodoxie ein wenig zu trüben und dann die Netze auszuwerfen. So tauchten zwei neue Namen aus der Versenkung auf: M ichalovce und Presov. Beide Gemeinden oder riehtiger (wir bitten beide Gemeinden um Verzeihung!): Ocmeindeleitungen, gaben sich dazu her, auf kliigere, aber nicht minder durchsichtige Weise die Geschäfte1 der zionistischen Gemeindeeroberung zu besorgen lind Zirkulare an die Gemeinden des Landes und die Presse zu! versenden, die unter Verklausulierungen und dunklen Wendüngen dasselbe erreichen• wollen, was ihre würdige Vorgängerin Banovce; Dem Zionismus einen Weg zu׳ bahnen in die j i't d i s c h e n g l a u b e 11 s t r e u e n G emein den. Gegenüber dem bessergesinnten Teil des Gemeindevorstandes in Michalovce gewann der Teil Oberhand, der unter Beteuerung der Treue zu den Grundlagen der orthodoxen Gemeindeorganisation die Leitung der Organisation daran hindern möchte, die! zionistische und nationalistische Gefahr von den Gemeinden fernzuhalten und der e i 11 d e u t i g e n S t e 11 u n g - nähme aller massgebenden religiösen Auto־! ritäten des orthodoxen Judentums gegenüber׳ dem Zionismus innerhalb der orthodoxen Gemeinden Geltung zu verschaffen. Der Gemeindevorstand von Pres o vi gibt sich nicht einmal soviel Mühe, sich an den Tatsachen’ zu halten. Das Rundschreiben dieses Vorstandes erkennt man auf den ersten Blick als eine misslungene Stiliibung1 zionistischer Schüler, die keine Ahnung davon haben,׳, was sie schreiben. Diese Herren lasen etwas in einer1 Provinzzeitung, massen sich an, für das orthodoxe Judentum h a 1 a c h i s c h e Entscheidungen zu treffen und1 winden sich und drehen sich solange, bis sie glauben, den• Geist von Banovce glücklich in einem unbemerkten Nebensätz untergebracht zu haben. Auch da merkt man die׳ Absicht und wird — nicht verstimmt! : Im Nachfolgenden fahren wir mit der Veröffentlichung der Gemeindezuschriften fort, die zum Teil schon in Kenntnis der Michalovcer und Presover Zirkulare ver־; fasst wurden: Die Gemeinde Spisske Podhradie (Kirchdrauf) sandte nach Banovce folgende Antwort: Löbl. Vorstand der orth; isr. Kultusgemeinde ׳ Banovce. Ihre Zuschrift vom 22. November v. /J., ׳die bereits von den grössten und■ massgebendsten ortli. Gemeinden׳ entsprechend erledigt wurde, können ,wir auch'nicht unbeantwortet lassen. Als Antwort bringen wir Ihnen höfl. zur Kenntnis, dass wir zu unserem ehrw. Landespräses, Herrn Oberrabbiner Weber volles Vertrauen haben und zollen ihm' dankbare Anerkennung dafür, dass er mit seiner Amtstreuen Tätigkeit die orth. Jüdenheit. vor den Gefahren' der reiigiönsfremden, zionistischen Vormundschaft beschützt hat. : ‘ 4״׳ SO Wir' betrachten daher Ihre Stellungnahme gegen! -,die Person des ׳HLandespräses. als einen Angriff gegen! das gesamte toratreue Judentum und verwahren uns da־ gegen, dass eine Gemeinde, die sich orth. nennt, eine.solche Wühlarbeit gegen die würdige legale Vertretung der Orthodoxie inszenieren soll.. ( Ihre Zuschrift entspricht vollkommen den zionisti- I sehen Tendenzen, wonach gegen den ״Rabbinerklerus“ den ״finsteren Aberglauben“ und. dergleichen gehetzt wird' — nicht aber dem jüdisch-traditionellen Geiste, demzufolge eine Initiative zur Lösung.* der jüdischen Fragen, die Grossen Israels — die גחלי?זתורה — zu ergreifen haben. Es bewahrheitet sich der פסו im. schlechten Sinne אם קטן אתה■ - בעיניך ראש שבטי ישראל אתה Für den Gemeindevorstand Hochachtungsvoll (gez.) Samuel Eichner,’ Präses. : Zdana verfährt kurz und bündig:;. : Zdana, 3. XII. 1025. .־•י An die löbl. ' orthodox-isr. Kultusgemeinde, . ' Bratislava. Zur gefl. Kenntnisnahme teilen. wir Ihnen mit, dass1 wir auf das Zirkular der Gemeinde Banovce folgende1 Antwort erteilt haben: ״Wir haben das vollste Vertrauen1 zum Präses der Landeskanzlei und das Rundschreiben der Banovcer Gemeinde verurteilen wir auf das schärfste.“ Achtungsvoll Jenö Schwarz, Qemeindepräses• Von der gleichen Gesinnung zeugt der Brief von׳ Vranov : Nr. 59/25. < An die löbliche Orth. isr. Gemeinde, Bratislava,. Ich beehre mich Ihnen mitzuteilen, dass ich bei! der am 8. d., stattgehabter Repräsentantensitzung unsere1י Gemeinde, Ihre werte Zuschrift vom 25. November 1925) Zahl 2627, dem löbl. Ausschüsse unterbreitete und haben' beschlossen, uns Ihrer würdigen Antwort an das Banovcer Zirkular anzuschliessen. Indem wir auch fernerhin an den Herrn Oberrabbiner Koloman Weber, Präses der Landesorganisation, das vollste Vertrauen haben. Vranev, am 10. Dezember 1925. Mit glaubensbrüderlichem Grusse Hochachtungsvoll Hugo Schwarz, Gemeindepräses. Von der jungen, aber gesinnungstüchtigen orth• Gemeinde in Nove Mesto (Wag Neustadt) erhielt Herr Oberrabbiner Weber die nachfolgende Zuschrift: Nove Mesto, n/v. ב״ה יום ד׳ ועל פיך ישק כל עמי תרפ״ו לפ״ק Sr. Ehrw. Herrn ' Oberrabbiner Koloman Weber, Präses der Landeskanzlei, Bratislava. Ich beehre mich hiemit, Ev. Ehrwürden den folgenden Protokollauszug zu übermitteln: Auszug 1 aus dem Protokolle der am 29. November 1925 abgehaltenen Sitzung der Gemeindepräsentanz. . . ״Vorsitzender legt das Rundschreiben der Gemeinde Banovce vom 22• November 1925 vor, selbes bezweckt den Anschluss aller orth. jiid. Gemeinden, an die seitens obiger Gemeinde eingeleiteten Aktion gegen die erhabene! Persönlichkeit unseres verehrten Landespräses, Sr. Ehnv.‘ Herrn Oberrabbiner Koloman Weber שליט״א. Der Vollzugsausschuss beschliesst einstimmig, mit Rücksicht auf unsere bescheidene Anzahl und damit unsere junge Gemeinde nicht als ׳הדיוט?/־'פץ בראש figuriere) dass, sobald seitens einer älteren und grösseren Gemeinde eine Vertrauenskundgebung bekannt wird, wir uns dieser Kundgebung freudigst anschliessen, demgegenüber das ein■ pörende Vorgehen der Gemeinde Banoyce verurteilen;. Hochachtungsvoll für den Kultusvorstand Moric Rosenberg, Präses. Die Gemeinde Turna (Torna) weist die Banovcer Zumutung mit folgender Antwort zurück: : Tit. Aut. orth. israelitische Gemeinde, ־ Banovce. Mit den Gefühlen tiefster Entrüstung nahmen wir Stellung gegen das vom religiösen Standpunkte inunoralisehe Gebahren, welches Sie zum Ausdruck brachten. Unsere mehrjährige Erfahrung und die auf Grundläge dessen gewonnenen untrüglichen־ Impressionen hatten bei uns die Ueberzeugung erweckt, dass die vielseitigen und reichhaltigen' Tätigkeitsentfaltungen der. Leitung1 der Zentralverwaltung das gesetzestreue Judentum! in höchstem Masstabe: zu fördern■ geeignet ist, wir weisen eine ,jede Insinuation von‘ Unkorrektheiten, die unserem׳ hochverehrten Landespräses zur Last gelegt werden, auf das Entschiedenste zurück ־ und . geben zu wiederholtem' Male Ausdruck unserer ausgezeichneten Hochachtung und' Anerkennung des Herrn Oberrabbiner Weber für seine hervorragenden, uneigennützigen Leistungen in Gemeininteresse der Orthodoxie, die während den Wahlen in! noch höherem Masse Verwirklichung fanden. Wir vermuten, dass die dort vorherrschenden, unnatürlichen Zustände in absehbarer Zeit eine Ausschal־ tung der Orthodoxie zur Folge haben werden, da in dem vorliegenden Falle eine Infizierung seitens der Irreligiösen Partei zu konstatieren ist, wenn nicht zur rechten Zeit schleunigst ein radikales Heilungsmittel zui* Anwendung gelangen wird. Turna, den 29. November 1925. Achtungsvoll ׳ (gez.) Josef Deutsch, Präses, (gez.) Bernat Wieder. , Die Gemeinde S t u p a v a (Stampfen) zieht es vor, nicht nach Banovce, sondern nach Alichalovce zu ant- Worten: Löbl. orth. isr. Kultusgemeinde, Michalovce. Auf Ihr uns zugesendetes Zirkularschreiben, Zahl 317/925 beehren wir uns, Ihnen in Form eines Protokollauszuges der am 20• XII.; stattgefundenen Repräsentantensitzung zu beantworten. ' ,.Nach Verlesung der. von mehreren Gemeinden eingelaufenen Zuschriften in Angelegenheit des Verhaltens der orth. isr. Landeskanzlei, anlässlich der abgelau- . fenen Parlamentswahlen, beschliesst die Repiräs. einstimmig1 I. Das unqualifizierte Rundschreiben der Gemeinde Banovce im Sinne des von den massgebenden orth. jiid. Gemeinden erteilten Rates, einer Antwort überhaupt nicht zu würdigen. , II. Punkt I der Resolution der Gemeinde Michalovce, dass die orth. Landeskanzlei in religiösen und' חלוק הדת Fragen,: als hiezu autorisiertes Forum anerkannt und gegen . jedwede Unifikationsbestrebungen gekämpft werden muss, akzeptiert die hiesige Gemeinde auch ihrerseits׳ in vollem Umfange. 111•!Puinklt 2 ,der Resolution der Michalovcer Gemein-' de lehnt die hiesige Gemeinde ab, weil!der richtige orth• Standpunkt, den Michalovce im 1. Punkte ihrer Resolution' zu vertreten vorgibt, im 2. Punkte Lüge gestraft wird. ־ Die Repräsentanz ist nämlich durchdrungen von der Ueber-' zeugung, dass die offene;n und verkappten politisch-jüdisch * Nationalen die grössten Feinde des Thora- und traditionstreuen Judentums sind, dass ihre Lehren und Bestrebungen auf הרוס הדח und השפלת קרן התורה hinarbeiten. Die Leiter der örth. Landeskanzlei haben deshalb nur die in erster Reihe in ihrem Wirkungskreise fallende heilige Aufgabe erfüllt, wenn sie anlässlich der Abgeordnetenwahlen gegen die offenen und verhüllten Tendenzen solcher Art mit dem grössten מסירת נפש den Kampf aufnahmen- Die Repräsentanz begriisst und billigt daher das Verhalten der orth. Landeskanzlei und spricht ihrem ehrwürdigen Leiter das vollste Vertrauen aus. IV. Wir bedauern es wahrnehmen zu müssen, dass eine Gemeinde wie Michalovce, welche laut eigener Angäbe aus 85 Prozent streng konservative Mitgliedern besteht, sich bewusst oder unbewusst als Werkzeug der» die Sprengung der in ihrer Mitte, vor 58 Jahren gegrünzionistischen Hetze gebrauchen lässt, welche zweifellos deten Orthodoxie anstrebt. Wir bezweifeln es, ob die Gemeinde Michalovce mit diesem, ihren Vorgang von sich sagen kann: אשרי ילדותנו שלא בישר! את יק בתנו v. Der von den 12 חברים של• מנהלת הערה der קהלה קרושה Michalovce unterbreitete und uns separat eingesen1־ deten hebräische Beschlussantrag, welcher von demselben Geiste und demselben Geschmacke trieft, wie der, von ihren würdigen Bundesgenossen in Banovce, wird mit der grossten Empörung zurückgewiesen. Die unverfrorenen, schädliehen Angriffe gegen unseren hochverehrten, ehrwiirdigen Präses der Landeskanzlei, soll mit einem, in der Gemeinde Michalovce wohlbekannten — weil dort vor Jahren aus ähnlichem Anlasse gebrauchten Satze — i1< gemilderter Form abgefertigt werden: ״Was schadet es1 dem Mond, wenn der Schusterbub seine giftigen Pfeile gegen ihn schleudert!“ ■ ־ . Es ist nun zu begreifen, wenn auch nicht zu entschuldigen, wenn Punkt 2 der Resolution der Gemeinde Michalovce so ausfiel, wie er uns vorliegt, wenii diese unter der Fuchtel solcher 12 מנהלי העדה steht. Von diesem Beschlüsse ist die Gemeinde Michalovce, die orth. isr. Landeskanzlei und die ״Jüdische Presse“ zu verständigen.“ Stupava, 25. XII. 1925. Hochachtend Der Kultusvorstand. Der Gemeindevorstand von S a b i n o v (Kisszeben), dessen Präses, wie erinnerlich, gemeinsam mit dem orthi Gemeindepräses von Presov, an den Rockschössen des! Presover Zionistenführers. Dr• Farbstein baumelnd, \yährend der Parlamcntswahlen nach Karpathorussland reiste, um doch gegen die Orthodoxen zu agitieren und gegen dessen Wahl ein in den Statuten der orth. Landesorgan isation wohlbegründeter Protest eingereicht wurde, glaubte auch in dieser Sache sich besonders zionistisch hervortdrt zu müssen. Wie uns berichtet wird, wurde vom Vorstände der Vorschlag gemacht, sich das Presover Konzept zum Vorbild zu nehmen, während von orthodoxer Seite ein klares Vertrauensvotum für die Kanzlei und entschiedene Zurückweisung aller zionistischen Wiihlversuche beantragt war. Die Abstimmung ergab eine relative Majorität von 4 Stimmen für das Michalovcer Rundschreiben. Das ist das Schicksal einer orthodoxen Gemeinde, die trotz aller Gegenvorstellungen der orthodoxen Gemeindemitglieder, an ihrer Spitze einen Präses duldet, dessen Lebensführung mit den Anforderungen der Organisations- Statuten ebenso im Widerspruch stellt, wie mit den Geboten der הוה״ק! Zur Abwehr. Zu dem unter obigem Titel in der vorigen Nummer unserer Zeitung veröffentlichten Aufsatz von Herrn Dr. Wilhelm Welwart werden wir von; Herrn Markus Ungar in Prag um Veröffentlichung einer ״Berichtigung“ gebeten. In der Zuschrift wird mit keiner Silbe etwas richtiggestellt, was im Artikel Dr. Welwarts' behauptet wurde. Trotzdem geben wir hier den einzigen Satz wieder, der einigermassen vvie eine Richtigstellung aussieht. Herr Ungar schreibt nämlich zu Punkt 1 der Welwartschen Ausführungen: ״Es ist unrichtig, wahigesetzlich und vom Standpunkt der Juden der Podkarpatskä Rus undenkbar, dass ich — wie es in Ihrem Artikel heisst : ״als Kandidat nach Russinsko entsandt wurde“.“ Es kommt auf diese Einzelheit wirklich nicht an, aber der Wahrheit zur Steuer müssen wir bemerken,, dass Herr Dr. Welwart auch darin genau den Tatsachen entsprechend geschrieben hat. Herr Marek Ungar war am 19. Oktober in der konstituierenden Versammlung der Jüdischen Wirtschaftspartei anwesend und. reiste mit dem; Mittagszug direkt von der Versammlung nach Uzharod mit dem Aufträge, sich dort als beauftragter Kandidat der Jüdischen Wirtschaftspartei vorzustellen und die Kon* stituierung des Russinskoer Zentrahvahlkomitecs dieser Partei im Sinne der Beschlüsse zu leiten. Wie er sich׳ dieses Auftrages entledigte, ist bekannt. Der weitere Inhalt der Berichtigung wäre von der Prager ״Selbstwehr“ zu veröffentlichen, da er sich auf die zionistische Klageschritt bezieht, die dort und nicht bei uns veröffentlicht war. Reoiganisierung der Schomre Schabbos-Stellenvermittlung. Aus den Kreisen der Agudas Jisroel-Jugend- ׳Organisation erhalten wir folgende sehr beachtens- und beJ herzigenswerte Mitteilung: Agudas Jisroel hat es sich zur vornehmsten Aufgäbe gemacht, in alle Zweige des jiidiscchen Lebens — soweit es nottut — einzugreifen. In dieser krisenvollen Nachkriegszeit gibt es weniger denn je ein jüdisches Gebiet, das nicht mit dem Wirtschaftsleben in irgend einer Weise iin Zusammenhang׳ stände. Wir können diesen Satz auch umkehren und getrost behaupten, dass es offensichtlich wohl kaum ein vdrtschäftliches Terrain gibt, welches nicht auch das jüdische Leben berühre. Da wenden wir 11ns׳ sogleich der aktuellsten und wichtigsten aller im Judentum je aüfgetauchten Probleme, der S c h a b b o s f r a g e, zu. ״Wegen des Schabbos,“ spricht G-tt ב״ה — so schildert es der Talmud —, ״ist die Welt geschaffen worden“. Dieser Ausspruch könnte so gedeutet werden, dass für den Juden die Welt nur in der Voraussetzung gegeben sei, dass er den Sabbat hochhält. Andernfalls hat sie für. ihn ihre eigentliche Bedeutung eingebüsst: Seine Bestimmung als Mensch1 und als Jude ist geschwunden. In der Tat bezeichnet der ש״ע (Schulchan Aruch) den מחלל• שבת בפרהסי׳. den ״öffentlichen Sabbatentvveiher“ als גוי נמ1ר לכל דבריו. als ״Nichtjuden in des Wortes eigentlicher Bedeutung“! Trotzdem lassen leider viele der .ק',ט נ י אמונה, der ״Kleinmütigen“, die Flügel gar bald sinken und geben des Brotes halber den heiligen Schabbös preis! Dass es demgegenüber heilige judenpflicht ist, einzugreifen, ist klar•׳ Die Agudas Jisroel-Jugendorganisation in der Slowake« unterhält seit Jahren bereits eine Stellenvermittlung, die auf eine segensreiche Tätigkeit zurückblicken kann. Ehl Grossteil des Publikums jedoch versagt auch hier, wie׳ in vielen anderen Fällen. Wir werden in einem der nächstfolgenden Artikel versuchen, den orthodoxen Kauflcuten die Vorteile praktisch vor Augen zu führen, die sich ihnen durch die Engagierung eines religiösen Angestellten ergeben* Es ist ihre Pflicht, den ״S a b b־a tbe obachte r“ v o r z u z i e h e n! Dazu wollen wir behilflich sein. Wir reorganisieren unsere — übrigens kostenlose — Stellenver- ..mittlung. Wir bitten jedoch, uns jede Vakanz z it melden, damit wir in die Lage kommen, die'besten Kräfte zu empfehlen. Wir ersuchen alle Interessenten, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, sich mit ' ihren Wünschen unter Angabe von näheren Einzelheiten an die Schomre Schabbos- Stellenvermittlung der Agudas Jisroel-Jugendorganisation in Bratislava, Postfach 140, zu wenden. Frau Aron Goldstein ע״ה• Unter aussergewöhnlich grosser Teilnahme aus allen Kreisen der jüdischen Be׳־ völkerung wurde Freitag den 15. Tewes die Gattin des Herrn Aron G o 1 d s t e i n in Bratislava in der Blüte ihrer Jahre zur ewigen Ruhe bestattet, tief betraueHl von einer zahlreichen Familie, von unmündigen Kindern, die ihre mustergültige, hingebungsvolle Mutter verloren und von hunderten Bewunderern ihrer unermüdlichen, schaffensfreudigen Pflichttreue als Gattin, Mutter, Mensch und Jüdin. Ihr bescheidenes Wesen gewann ihr die Sympathien aller, die sie kannten und ihre tiefverwurzelte, ungekünstelte Frömmigkeit übertrug sich auf ihre ganze Umgebung. Sie ermutigte ihren Gatten in seiner segensreichen, aber schweren Tätigkeit im Verein מרפא לנפש und in manch anderen Vereinen, die dem Gemeinwohl und dem חיזוק הדת dienen, und war auch selber stets dabei, so oft man ihrer bedurfte. Ihr Hinscheiden reisst eine Lücke, die alle Seelen auf das schmerzlichste empfinden. Möge הש״יח den tiefgebeugten Gatten aufrichten׳ und ihm Trost spenden und die zarten Kinder in Zukunft vor Leid und Ungemach bewahren! תנצב״ה. Jugendpflege in Kosice. Unseren vorwöchentlichen Bericht über die Gründung des orthodoxen Jugend verein es in Kosice berichtigen wir dahin, dass der neue Verein nicht בני הנעורים sondern בני אמונים heisst.