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Jüdische Presse · 1926-01-08 · 2 (8.1.1926) · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
2 (8.1.1926)
Date
1926-01-08
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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Seite 12 JÜDISCHE PRESSE Nr. 2 cs mit sich, dass ,n1a.11 den In,Irak des Judentums auf ein Minimum zu möglichst geringer Dosis reduzieren sich be müht,!und •dass man infolgedessen exzentrische Ersehetmmgcn als peripherisch reklamieren zu dürfen glaubt, das heisst, ׳dass man '.'Erscheinungen, di? den Mittelpunkt des jüdischeil Seins verlassen .haben, noch• immer ׳als im Bereich des Judentums vorhanden betrachtete. ,Im allgcmeinen weist die Gesoli-iclitc aller iR&ligionen Zeiten auf, in denen ,die einzelne ,Religion die unterscheidenden Momente .scharf betonte, und wiederum solche, 1i:n denen man aus idem und jenem!Grunde das gemeinsame, söge- •nannte 'AllgemeiiwMenschiticlie stark ׳unterstrich. Aber cs!ist wirklich nicht an der Zeit,, derartige Untersuchungen .anzustellen׳. Jeder Kenner der Verhältnisse wei-ss, dass die Vertreter des Protestantismus liiiermais darauf verzichtet haben, das Juden bum als etwas Ueberwinndenes ׳und zu Ueberwinäendes . darzustellen. Das bedeutet einen Kampf, und es ׳ist ■für■ ׳eiinen!Seelsorger ein sehr bedenkliches Ding, die Seelen, die er zu betreuen hat, geschwächt ■und unsicher in den Kampf zu senden. Wenn man freilich •das Judentum nur als ein nationales ■Gebilde hLnsteilt, so muss man der Versuchung ■unterliegen, die geistige ׳Assimilation au fördern. Demi nationalistische Unterschiede haben zwar dein ׳Ausdruck nach, aber niemals dem Inhalt ■iiaolr eine Difforenzieruig der Kultur, .also auch -der religiösen Kultur erzeugt. •!Das Christentum selbst •aber, das nach Kultur und Inhalt alle ■nationalen Unterschiede niedergekärnpft hat,׳ würde sicher'!seine weiten ,Arme einer ne1i!n nationalen■ Konzeption der Judenheit -gerne öffnen-. Von einem Stephen Wi-se!k!ann man es wahrhaftig nicht verlangen,!dass ׳ihm dfie vollkommene!Identität, von Nation ׳und ,Religion im Judentum -einkuchtet. 11,11m und seinen• -Gesinnungsgenossen muss ׳es widerfahren, dass er!auch solche!Erscheinungen, welche׳ sich 1i!n Gegensatz zur ׳jüdischen!Religion stelien; für -die ■jüdische ׳Nation ׳reklamiert; aber -wie :man!die Bekämpfung ■dieser Anschauung im Namen!der Religion als ״ultraor.thodox“ bezeichnen kann, ׳das gellt über unser Verständnis.• Der ,Historiker, der genau w-eiss, wie stets noch Perioden des radikalen Abfalls mit solchen Assim1il׳atio׳n!sversuchen ,begonnen halben, muss es begreifen, wenn Siegelbewahrer, der. -Religion 1i.m Judentum.-es.:für ihre Pflicht halten, solchen Erscheinungen!entgegenzutreten. Wir haben •;,•nur die eine Hoffnung, dass nicht etwa jetzt, im alilerungeeilgnetsten;׳Momente,;!eine!breite Debatte ׳über die inneren •anschauungsg-emä-ssen Gegensätze z wi'gche nJadent t|jp!d.. Ch ri ste nfcum,, ׳eröffnet ־wird.. Man sollte -doch glauben, dass die Zeiten einer Korrespondenz ׳zwischen Lavater und Mendelssohn endgültig vorüber sind. Fiir die Orthodoxie aber in ׳Amerika erwächst die ernste Aufgabe, ihre Kreise so reich mit jüdischem Wissen und Können ׳anszustatten, dass jeder einzelne -den VersuciTOngen, ’welche aus solchen ’ gewiss" nicht vereinzelten Aeusserungen, wie sie ,von tSeiplien Wise kommen, wirksam begegnen!könne: -!Wir wissen ■ja ganz genau, -dass -die 1Empfindung von ■GegensätzliCihkeit zum Judentum und ,zu den Juden — .wir haben :'d!as lW:or׳t ' ״AntiisenTitismius“ mit Absichjt vermieden ,— -aucli 8n; lÄmerikia־ .sehr, sehr verbreitet ist. Wir wissen, dass es in -New York!Mittelschulen! 'gibt, welche einen Numerus clausus ‘eingeführt haben, der sich ■allen: der artigen ׳Erscheinungen: in Europa würdig an die Seite stellen kann. Wir wissen, ■dass es ׳dort Gese-llsahaftskreise• -gibt,• die -einen Juden in ihrer ,Mitte nicht dhdden. W-ir begreifen!es desha-lb wirklich nicht, •weshalb amerika-nisclie Zeitungen und : -Führer mit• einer' A׳rt Vogel- Strauss-Mamer ,immer hur aujf. Par׳ailileilers1ciheän׳ungen!in Europa ih-inweisen und as gleiche in!ihrer Heimat nicht zu sehen -scheinen■. Wir kennen die Motive diese-r Empfindungssphäre nicht, aber ■glaubt man wirklich, dass solche: Versuche, wie sie Stephen Wise ■gewagt!hat, oder solohie Verquickungen, wie sie ,Rabbiner F-rahk'!auf 'der Freundschaftskonferenz zwischen kulturellen; ,Bestreibungen und!politischen Mo'־ menten beantragt hat,!der Sache irgendwie dienen? Wie!lange wird es noch währen, bis man nach• so vielen vergeblichen Versuchen cs allenthalben bei:!den Juden einsieht,, dass es nur ein Mittel, für einen .!ungehemmten Weg durch die Welt gibt: klare Betonung des Religiösen und Unterordnung aller Lebeuisibeztehungen unter die Religion. Dass - ,unter -diesen Zeichen das Glück für uhs -und ■die Welt. begründet!ist, ist •Inhalt!unserer heiligsten Ve-rbeissungen. Mögen doch in ■Amerika die Wege gefunden werden, die es verhüten, dass durch Stephen -Wise und andere neue Schuld,!das heisst neues ׳Unglück!heraufbeschworen wird;!möge man endlich nicht nur in Amerika •erkennen, dass, jedes gesprochene .Wort ׳eine •unheilvolle Tat bedeuten kann-, Amerika, das heute 25 Prozent aller Juden!umfasst, muss •anfangeri, sich ׳der daraus resultierenden -geschichtlichen Mission bewusst zu werden. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, dass die Gastwirtschaft, H., Taborstrasse 24 a (Strassenhol), von ihrem bisherigen Inhaber, Herrn Mayersohn, verkauft wurde. Sie untersteht nicht mehr der rituellen Aufsicht der Adas Jisroel. Das Rabblnat. Festbankett Tlieres Bachurmi. Sonntag, den 20. Dezember fand im Turnsaal der Talmud Thora ׳das alljährliche Festbankett des Vereines Tiferes!Bachurim statt. Der rührige Obmann des Vereines, Herr H. Schreiber, begrösste die überaus. zahlreich erschienenen -Gäste, ■insbesondere die Herren Oberrabbiner S. Fürst, Rabbiner Weiss-,• Fleischmann, Schenk, Flesoh und Benedikt, die ■Vertoter der Schiftschul, die Herren Dr. Reininger, Schiff und Sternfeld, des Betlihamidrasch, Kultusrat Albert Breuer und J. VVosner, Herrn Wolf Pappenheim von der ngiida, Herrn־ Rabbiner Dr. Kohn vom Keren Hathora, Hajessod HathSca; Kritzler und Lederer,־ Tomech Ewjomin: Figdor -und Braun, Marpe Lanefesch: Augapfel, Bethaus Stumpergasse: Felsenbürg,. Bethaus Rembrandtsträsse: Schön, Bethaus Pfluggasse: Eckert, Che vvrakadischa: Brody, Talmud Thora: Hirsch u. v. a. 111 markanten und 1herzlichen Worten skizzierte er die Tendenzen. Ziele und Zwecke des Vereines, wobei er ,insbesondere -der jugendlichen! -Baolmrim gedachte, ׳die fern vom Haus durch •die tatkräftige Unterstützung des Vereines Gelegenheit finden, sich dem Thorastudium widmen zu •dürfen. •Die sinnige Rede des Herrn Schreiber, die mit grossem Beifall aufgenommen wurde, schloss mit einem warmen Appell an -die Anwesenden, trotz ■der herrschenden Wirtschaftskrise die u.n-abweisliche Notwendigkeit eines weiteren Bestehens und Gedeihens des Vereines zu sichern. Oberrabbiner S. ,Fürst :gab seiner innigen ׳Befriedigung über die Leistungen und Erfolge -des -Vereines Ausdruck, und seine von geistreichen Thoraworten gewürzte ׳Rede klang itr deu. ־ Wunsch aus, dass der Verein seine segensreiche Tätigkeit, ,auf die sich zum grossen Teil ׳die Zukunft unserer Gemeinde stützt,!in ׳erhöhtem Masse fartsetzen könne. Herr Rabbiner Baumgarten verstand es, durch ebenso •geistreiche als ,genitilstiefe ׳Interpretierung ■des alten Gleichnisses von Söbulbn und Jissochor. -die Wichtigkeit!des!Lernens zu veranschaulichen. Es sprachen -noch -die!Herren -Rabbiner Flesch; Benedikt und Schenk.!Herr Pappembeim namens -d-es Keren ׳Hajischu-di, Herr.!Dr.!R&inin-ger namens des Adass Jisroel. Die durch die Herren Wesel,. Brody und Nathan Adler •eifrig ■betriebene Versteigerung -des Brnschen erzielte den ansehnlichen Betrag von 1050 ׳S. Das vorziigliehe Abendessen würde ׳von den Vorstandsmitgliedern ,in selbstlosester Weise beigesteilt, und gegen Mitternacht schloss der glänzend verlaufene Abend!in bester!Stimmung. .; 0. S. Das 60jährige Jubiläumsfest des •B&thausvereines Emunas Aves im XIV. Bezirk, •das am Sonntag, den 3. Jänner stattfand, war eineimposarite Demonstation für die Idee der Orthodoxie in den westlichen Bezirken Wiens. Die einfache, aber schmucke Synagoge des Bethausvereines war überfüllt; jung und alt War gekommen, -um der Arbeit ■der wenigen orthodox gesinnten Juden in diesem Bezirke seine Reverenz zu bezeigen. Nath einem■ mit viel Gefühl und grossem chasonischen Können vorgetragenen •Minchagebet des Vereinskantors •Einhorn begrösste -der Präses des Vereines, Herr Heinricht W e iss, diel erschienenen Delegierten und'Gäste, von denen er besonders die Herren Rabbiner Fle.s'ch (Stumperschul), Sehenk (Talmud Thora, II. Bez.), Dr. Joel Pollak (Achdus Jisroel, Rembrandtstr.) und Habermann (Thelemangasse), ferner die Vertreter der israelitischen: Kultusgemeinde;• Vizepräsident Dr. O r n s t e i n, Kommerzialrat B11 c-h w al d, Amtsdirektor Dr. Adler, Wolf Pappenheim (Agudas Jisroel), Doktor R e i n i g e r ... (Adas 1 Jisroel),, H 0 f b a u e r ..,(Lazenhof), M. Fe 1 s e n b u'r-g (Stümpersynagoge)'; Herrn Julius K r 11׳ p n i k־ u. a. m. hervorhob. •Nach der Begrüssungsanspraciie des Präses' bestieg der.Vereinsrabbiner, r JJcto,A•:־ WP.׳i,s s -die -.Kanzel...und. entwarf" in einer’ wöfildiifchbäShteh meisterhaften Rede ein packendes Bild der 60jährigen Kämpfe;der wenigen Glaubenstreuen, die unter der Führung; von Rabbiner Jakob Hi r s ch s. A. und Rabbiner M. A. Fii rs't s. A. ׳den Bethausverein im Geiste' der Tradition der Väter'1 errichtet und unter unsäglichen Schwierigkeiten erhalten •' und zur Blüte gebracht haben. In herzlichen Worten ermähntes er die ׳‘Jugend, ■im Geiste der Väter’ die Arbeit -׳der’ Vor fahren f weitem ל׳ förföuSe'fzöti'.' Der ־Rede'f die'' •׳einen•׳ tiefen Eindruck-hinterliess, folgten'gesangliche Darbietun-׳ gen von Oberkantor ■ -F r ä rik׳e l, M a r g 111 ■i e s, W e i s s, Postolow, die neue Proben■:•■■׳ihres bewährten -Könnens lieferten. Dem Festg-ttesdienste folgte im Jüdischen Heim in ■der׳ Herklotzgasse ein : Geselligkeitsabend, der nebst kulinarischen Genüssen auch geistig Wertvolles bot; Es ־ kamen -hier 11׳ ־; ä; ';Rabbiner Weiss, Rabbiner F l e s c 11, Rabbiner •S e h e7 h׳k',r' ferner die ׳Herren Bernhard Hofbäuer, ••MÖritz Felsen-' bürg, -der Vizepräsident der-Kultüsgemeinde Dr. 0 r'nst-e'i n' zu Worte, •die alle die Wunderbare •Kraft' der’ Glaubenstreue-uhd zähe Ausdauer der Orthodoxie^ feierten. Besonders interessant war es, dass der Vizepräsident der Kultusgemeinde, Dr; Ornstein, anlehnend an den Possuk•:״ ׳wehigadtem leäwi eth köl kwoidii bamizrajlm“ das •Bekenntnis ablegte, ’ dass tiefe Selui- sucht nach der überlieferten Religion auch :jene •Kreise erfüllt‘," die bis heute •den Bestrebungeh^der Ortliödöxie verständnislos gegenüberständen. Mit' dem Benschen, das "um 600 Schilling versteigert wurde, fand das׳: •stimmungsvolle ' Fest ' seinen Abschluss. v•• ־-׳••־ .• ■ : ■ ■ ■׳ ': ־;-;;■ Vereinigung der hebräischen und jiddischen Pressberichterstattet ln Wien. Unter obigein■ Namen haben •die. ln. Wien tätigen Vertreter der auswärtigen’ hebräischen und jiddischeir Presse einen eigenen Verband zur Wahrung ihrerGewerkschaftliehen Interessen gegründet. Bei der vor kurzem stattgefundenen Generalversammlung wurden' folgende‘ Herren; in den Vörstand gewählt: M. Henisch (The Dayv Nevv York) als Präsldeht, M, A.r Tennenblatt (Jüd. Telegrz-Ägentur),; als'־, Stellvertreter, S. Haber (Die Zeit, Wilno); als Schriftführer, S. Picker (Hajnt, Warschau), als Kassier, M. Grö§s (Hajnt, Warschau) und:Ä. M. Fuchs (Forward, New YorkF;■'!ins ׳ literarische Sekretariat. Bureauadresse: 11״ Praterstrassr Ö-5, Telephon 40-9-40. nacht wurde die Feier in gehobener Stimmung durch Absingimg ׳der Aguda-Hymne gcsclilossei;. —- Namens ■der Versammelten wurden Danktelegramme an den Völkerbund in Genf und an d!as K010nialmin.ist1eri.11m in London -für die Anerkennung der Aguda-Forderungeii bei d׳er Gemeindegesetzgebimg In Erez Jisroel abgesandt. Clihincfi Sefer Thora In Wiener-Neustadt. Eine seltene ,Feier wurde Donnerstag א׳ ר״ח טבת ,hier abgehalten. Herr Sigm. D e 111sch,-der ein ספר schreiben liess, beging in feierlicher Weise die -Einweihung. Herr Deutsch, seit langem ein מוקיר רבון hatte die בני תורה und andere Gleichgesinnte zu sich geladen, und beim Schlusschreiben konnten alle Anwesenden ■einige Buchstaben -in das ס5ר schreiben — für jeden!Einzelnen ein unvergessliches Erlebnis. •Das Festessen, bei welchem so recht das freundliche Wesen des ■Jubilars zum Ausdruck kam. war eine wahre סעודה של מצי.-In glanzvoller, •durchdachter Rede wusste Herr Rabbiner Friedmann die weihevolle Stunde zu würdigen. Es sprachen!Herr ׳Reif lin Namen der Aguda, Herr :Moses -im -Namendes M.injapreins N e u d ö r f 1, Herr Prof. R 0 s e n!b e r g aus Oedenburg im!Nam-en -der Familie, sowie Herr •Moses Rosenberger und R. Maier Adler, welch letztere, ganz be* sonders vom Herzen kommende דברי מיסר zum Ausdruck brachten. Freitag nachmittag wurde das ספר. feierlichst abgeholt und von Herrn Rosenberger in das iBedhamidrasch des Herrn lvoppcl geführt. •Rührend war es, wie der greise אלעזר H voller Begeisterung uncl tränenden Auges seiner □יסירי •gänzlich vergessend, dem ספר entgegenkam. Samstag vormittag wurde das ספר mit שירות ותשב׳ in -das festlich geschmückte בית המדרש gebracht. ,Einem Aufruf der •Aguda-Zentrale folgend, hatten alle -Anwesenden, die ohne Aus!nahme zur Thora aufgerufen wurden, für. den קרן התירה und חימכי ישיבה namhafte Beträge gespendet.. So war dieses!Fest eine Kundgebung für das traditioristreue Judentum,'' ein unvergessliches Beispiel von כביד התורה Sijum- und Chanukafeler ln Frauenkirchen. Samstag, den zweiten Sabbatchanuka, abends, wurde hierorts von der ״Orts- und Jugendgruppe •der Agudas Jisroel“ eine Chaiiukafeier., ver-• bunden mit einem Sijum auf Ghagiga abgehalten. Der zahlreiche Besuch unserer Mitglieder bewies die Anhänglichkeit unserer Jugend. .Als Einleitung ,der Feierlichkeit wurde vorn ständigen Vortragenden, Herrn Arthur Ungar, Schriftführer der Gruppe, der Hadran vorgetragen. Nachher hielt unser Herr Obmann Aron Rech n i t z.e r eine Begrüssungsrede, welche den Werde- :gang' und die Zukünftsziele unseres Vereines klar veranschau- ,lichte. Die Begrüssungsrede wurde von unserem Herrn Oberrabbiner L ö vyy in:Würdigung der eifrigen Tätigkeit des Aguda- Vorstandes, wie auch als Ansporn für; die Zukunft, in einer von Herzen kommenden und begeisterten Rede beantwortet. Herr Kultusvorsteher Isidor Fried bedankte sich für die eifrige ׳Mitarbeit■ •־'Unseres Vereines und• erbat unsere Unterstützung;auch in Hinkunft. Der Enkel unseres Oberrabbiners, Herr J. S i rcg e r, hob unsere Feierlichkeit mit einem geistreichen Vortrage. Herr Dr. Ernst W e i ss verglich in einer meisterhaften Rede unsere Jugend mit unseren Vorfahren,, den Ghasmonäern. Zum Schlüsse hielt Herr Siegmund Deut s c h. eine sehr gelungene Charifus Dräsche, womit die Feier beendet wurde. Hernach wurde das ,Benschen־ von Hefm••J(a^^•sp•i s tfh •ei<»1;se|cä1ift';'’ünd•■. ntfp-dem Vorbenschen unser ehrvvürdiger Obörrabbiner beehrt.'; : Schiedsgericht in Nyiregyhäza. Diese Woche hat ,liier / ein ,Schiedsgericht, zusammengesetzt aus ׳den Rabbinern. der.Umgebung•, ׳und -zwar aus -dem OberrabbJ-ner der ortho- " doxen Gemeinde Debreczen (Obmann), Oberräbbiner in' Budszemmihäiy■ twi-d dem Oberrabbiner , der orthodoxen;Gemeinde .in •Nyrrbätor. drei Tage läng, getagt..•Alte, unlieb-. same JDrfierenzen zwischen der , orthodoxen Gemeinde , Nyiregyhäza und •ihrem Rabbiner,; die die ■Gemüter' Jahr-‘ . zehnte hindurch in steter Aufregung hielten, würden -durch .. vorerwähnte גדולים נ״י zur ׳Zufriedenheit beider Parteieti äusgetragen. Dieses höchst erfreuliche Re'sult^t ist hauptsädiiic',1 der weisen imd musterhaften ׳Leitung •des sehr - geehrten Herrn Obmannes zu verdanken. Nach -der Ver- -kündung des ■ ••Urteils -hielt derselbe im Interesse des Gemeindefriedens ,eine zündende -Rede, die auf alle Anwesen-;den einen, mächtigen Eindruck!machte. Tiefgerührt verliess nachher jedermann den Beratungssaal, in •der!Hoffnung. Frieden in der Gemeinde -bekommen zu haben. . Chanukafeler der; Zelre;׳ Aßd^as Jisroel. . Samstag den 19. Dezember veranstaltete dje Zeiire Agudas •Jisroel,;Wien■, XX״ Bäuerlegasse 20, eine ־.Chanukafeler,. ■welche ausserordentlich gut •besucht ■war. drri überfüllten Saale ׳eröffnete Obmarin Herr Siegmund Asohkenasy die. Feier, ,. der in seiner Begrüssungsanspraohe.aijf den Unterschied zwischen der von der Aguda-Jugend irn Geiste der Tradition veraustalteten Ghanukafeier und der Makkabäerfeier ■der Audersgesinnten hinwiies und das Wort ׳Herrn Rabbiner Doktor Pollak zur Festrede erteilte. Herr'Dr. -Pollak verglich, -in seinen mit gewohnter Meisterschaft därgebraphten Ausfülirungen den von -der Aguda in der letzten W00h׳e ׳erruu-. genen Sieg beim Völkerfbimd' jnit •dem Sieg de-r Makkäibäer. ,Hier wie dort hatte es sich um die •Exisfenz des' gesetzestreuen. Judentums 111׳ Erez Jisipel ',gehandelt. öe׳r moralische Erfolg des Völkerbundbeschlusses kann von denen, die über die politische: Lage ■der •Agudas Jisrapl!nicht genau ׳informiert sind, nicht voll und.ganz. gewertet werden. Diese Errungerschaft muss uns den Ansporn zur -weiteren. Arbeit geben׳. ,Der Vortragende schloss mit einem Appell, an die Jugend, die Arbeit für den Keren Hajischuw — das fiiianzielte Instrument der Aguda bei ihrer Erez Jisroel-Arbeit — In verstärktem Masse aufzunehmen und bei •der jetzt zu ■unternehmenden Aktion der •Büchsenverteilung des Keren Hajischuw sich mit jugendlichem Eifer zu beteiligen׳. — |Redakteur Sphabse Schönield dankte Herrn Dr. Pollak für seine Ausführungen und gab einige Erläuterungen, die von den Versammelten mit grossem Beifall aufgenommen w,urden. 'Bei der darauffolgenden Meiawe-Malke sprach Herr David Ochs für den Unterichtsausschuss und förderte die Jugend auf, sich recht zahlreich an!den Schiiurim und Vorträgen der Jugendgruppe zu :beteiligen. — Für den humorlstisohen Teil des Abends sorgten in hervorragender-Weise die Herren Gruber, Silberberg und Weinstein. Nach ׳Mifte;r־ Budapest. Die ernsten Räume des Tiferes Bach 11-, r i m - Vereinshauses, in denen sonst nur, die melodiösen Limud- Hatorahklänge ertönen, waren am Sabbat .Wojchi von. wogender jüdischen Lebensfreude durchflutet. ' Die Barmicwafeier •des jungen A. .Efrajlm. Abrahamson, Enkel des berühmten; Tapolcsänyer Ghasen s. A. versammelte alle. Tliorafreunde ■und die Verehrer dieser Familie in -den Tiferes-Bachurim-Räumen. Mit .!hinreissendem Temperament, trug der junge. Held des Tages, ausser der schönen Agada eine tiefsinnige Charitut-Aeraseta vor״ : und erntete wohlverdienten. Beifall mit seiner gehaltvollen Rede. Rabbiner Sussmann gab der Feier durch seine 'zündenden . Worte besondere Weihe und Glanz, worauf der Onkel des Bär- , Mizrwa, Rabbiner Dr. Abraham's ohn mit gewöhnter Meister- .schaft im Rahmen einer geistvollen TisQhrede über jüdische Jugenderziehung sprach. Tiefen Eindruck machten die packenden Worte des Herrn Wolf Sussmann, der .im Namen .des Vereines Worte der Begriissung an die Adresse des Gefeierten richtete.; Rekonvaleszenten- und Erholungsheim ״Philantropla“ für Frauen und Mädchen. Kürzlich wurde unter dem Vorsitze der Präsidentin Frau Amalie Beck die. Generalversammlung des seit dem Jahre 1908 bestehenden humanitären Vereines ״Rekon-. valeszentenheim Philanthropia“ abgehalten, und geht aus dem' , erstatteten Tätigkeitsberichte hervor, dass im Jahre 1924 •128 Frauen und Mädchen, ,welche nach Operationen, und schwe-. ren Erkrankungen dringend einer ein-, bis zweimonatlichen . Erholung• bedürftig waren, dieses in. •gesündester ׳Lage befindliehe, von grossem Garten umgebene Heim aufgesucht haben. Nachdem die Verpflegsgebühr sehr klein ׳ist (die Hälfte der Verpflegsgebühr 3. Klasse der öffentlichen Spitäler).... ist es selbst ärmeren Frauen möglich gemacht, ihre Gesundheit wieder zu erlangen. Es sind in der ״Philanthropia“ XIII., Laizerstrasse 172, Telephon 84-3-13 noch einige Plätze fre, und können Anfragen um Aufnahme in diese humanitäre Anstalt jederzeit, . auch telephonisch .an dieselbe gerichtet werden. Das ».Israelitische Wochenblatt für die Schweiz“, das seit vielen Jahren eingefühtre Organ •der schweizerischen israelitisehen Bevölkerung, beging am 1. Jänner sein 25jähriges Jubiläum. Das -Blatt wurde 1901 gegründet von Rabbiner Dr. Littmann in. Zürich, welcher noch jetzt in der Redaktion mitwirkt, . sowie von Lehrer Dr. Strauss. Späterhin wurde.es heraus-- gegeben von Herrn David Weinbaum, dessen Familie den Verlag weiterführt; die Redaktion führt zurzeit Herr Doktor Erich Marx-Weinbaum. Anlässlich seines Jubiläums gibt das Blatt eine reich'illustrierte besondere Jubiläumsnummer heraus.

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