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Jüdische Presse · 1926-01-08 · 2 (8.1.1926) · p. Seite 11

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
2 (8.1.1926)
Date
1926-01-08
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2 JÜDISCHE PRESSE Seite 11 modernen Gesetzgebers in irgendeinem Lande und wählen wir als dieses Land zum Beispiel Polen, da dies unserem Thema am nächsten liegt. Selbstverständlich gelten mutatis mutandis diese Erwägungen für jedes andere Land, so auch für Palästina. Er wird zunächst ganz primitiv eine Gemeinde als die organisatorische Zusammenfassung von Juden auffassen. Fragt er aber nach dem organischen Zusammenfassungsmoment, fragt er nach dem Zwecke dieser Zusammenfassung, nach dem Betätigungsgebiet dieser Organisation, dann ist er sofort mitten in den brandenden Wogen des Für und Wider, die heute jede, zum mindesten jede grössere Gemeinde umspülen. Es erscheint, wie bereits erwähnt, ausgeschlossen, dass heutzutage der Gesetzgeber irgendeines Staates es zu-!׳isst, dass mit einem Saltomortale die alte Religionsgemeinde zu einen! Organ politisch-nationalistischer Betätigung wird. Alle derartigen Versuche haben kläglieh Fiasko gemacht. Bleibt es also bei der alten ehrwürdigen Religionsgemeinde. Es ist begreiflich und entspricht im grossen und ganzen einer der Grundideen des Staatskirchenrechtes, wenn der Staat jeden Bürger, welcher sich zu einer Religion bekennt, zwingt, sich der Organisationsform anzuschliessen, welche sich die Religion autonom geschaffen hat. Das ist der Sinn des sogenannten Gemeindezwanges. Ob aber daraus auch so ohneweiters der Zwangsgemeindezustand logisch abzuleiten ist? Ob es nicht — vom Standpunkte des Gesetzgebers aus — ganz gut angängig ist, neben dem typographischen Parochialsystem ein nach geistigen Momenten, nach Anschauungssphären konstruiertes Parochialsystem zu gewähren, das ist einer eingehenden Würdigung wert. (Zwei Beispiele zum Beweis •der Möglichkeit. In Wien erfreut sich die sephardische Gemeinde einer sehr weit ausgedehnten Selbständigkeit, die sicher zur vollsten Selbständigkeit führen würde, wenn diese Gruppe quantitativ bedeutender und bekenntnismässig stärker betont wäre. In London ist die Gruppe der portugiesischen Synagogen ein vollkommen autonomes Gebilde neben der United synagogue. In Jerusalem waren'bis zur neuen Gestaltung der Dinge sephardische und ־ aschkenasische Gemeinden eine Parallelerscheinung. Dies alles, obwohl zwischen Sepliardim und Aschkenasim die Differenz weder nach Bekenntnis noch nach Ritus so gross ist, wie zwischen Orthodoxie und Neologie.) Nun wird der gewissenhafte Gesetzgeber zunächst einmal die Frage aufwerfen: Widerspricht es der jüdischen Religion, wenn ich neben dem Gemeindezwang, losgelöst von der kommunalen Umgrenzung, eine freie Gemeindebildung konzediere? Wohlgemerkt vom Standpunkt des Religionsgesetzes aus. Da wird nun die Orthodoxie etwa folgendermassen antworten müssen: Leider, leider gab es eine Zeit, in der die zeitweiligen Machthaber der Religionsgemeinde diese zu einer Antireligionsgemeinde dem Wesen nach zu, machen versuchten, zum mindesten zu einer Antitraditi'onsgemeinde. Gerade deshalb bitte ich den Gesetzgeber, dieser Gefahr vorzubeugen. Ich verlange von ihm keinerlei Einmischung in die inneren Vorgänge der Religionsgemeinde, ich will nicht, dass die ,Verwaltungsorgane des Staates zum Richterspruch über religiöse Dinge angerufen werden. Aber eben deshalb will ich, dass der Staat im Grundgesetz entsprechend seiner Verfassung die Freiheit der Religions- Übung und des Gewissens garantiert. Und da es nun einmal Juden gibt, deren Verhältnis zur Lehre und Leben, auf zum Gemeinschaftsleben unserer Gemeinde, im diametralen Gegensatz zur Tradition steht, so will ich mich davor geschützt sehen, einer Gemeinde angehören zu müssen, deren Einrichtung für mich ein Hohn auf die Religion ist; und deshalb die freie Gemeindebildung. Der Neologe käme bei dem Versuch zur Antwort auf die obenerwähnte Frage in Verlegenheit; denn, da für ihn das Religionsgesetz etwas Ueberwundenes oder zu Ueberwindendes ist, die Auslegung dieses Religionsgesetzes etwas ist, was seiner Anschauung nach seinem freien Ermessen und Belieben anheimgegeben ist, so kann er ja eigentlich nur seine persönliche Anschauung zur Grundlage seiner Antwort machen. Aber selbst auf Grund dieser seiner eigenen Anschauung wird er in keinem Falle behaupten können, dass das Religionsgesetz der freien Gemeindebildung widerspricht. Jüdisches Leben in den Krimkolonien? R i g a, Chanuka 5686. Ein ׳russiseber Rabbiner äusserte die folgenden Gedanken über diie religiösen Eigenschaften der Krimkolonisation. ' Es wird um die Krimkolonisation mit vielem Bluff und mit vielen aus der Luft gegriffenen Ziffern und Daten operiert. Jedes Projekt der Sowjetmacht ׳wird schon als vielversprechende Tatsache betrachtet, jede Ziffer steigt auf ihrer Reise nach Amerika ins Zehnfache. •Es werden׳ dadurch Hoffnungen, die noch nicht die nötige Berechtigung ׳haben,!genährt. Vorläufig ist noch die Kr!irnkolo:n;i!sat1ion ganz als!Projekt, das die Sowjetmacht für das Jahr 1926 verspricht, zu betrachten; vorläufig werden noch regulär Bitten um Land im Krim, •diie von seiten ׳einzelner Juden und jüdischer Kollekten an die Sowjetbehörden gerichtet wierden, zur Erledigung erst für das ,,nächste Jahr aufgeschoben. oooo«o#o«o•! q Telephon 74■2»26 )0009090«0«0 o Telephon 74»2«26 § Wien, I. Graben 12 der Pestsäule) Die neueröffnete, grösste u. modernste Werkstatte für Haararbeiten hat den Verkauf vonי Perücken, Scheiteln und Transformationen begonnen Der internationale Meister Karl S chiroky haftet jeder Dame für grösste Haltbarkeit trotz geringstem Gewicht (kein Kopfschmeiz bei festem Sitz) und für allerers te Haarqualität Die.Preise sind staunend niedrig ■ IN FÜHRUNG! PR E I S E Bubiperücken von S 90.— aufwärts Transformationen mit Scheitel v. S 55.— aufw. 1» ohne n ״ S 45■ ״ Für Reinigen, Wasserwellen u Reparieren jedweder Perücken werden die billigsten Preise berechnet Versäumen Sie daher keinesfalls einen unverbindlichen Besuch im Gaben-Mer-falon, I. Graben 12 Jede Perücke wird individuell der Gesichtsform angepasst, daher vollkommen unauffällig!! >09090904 § § $ o i § e o 1 i § o § i I o c o >0 ns hatten sie einen jüdischen Händler hineingelegt. Samuel Kupec aber verliess den Kreml in einer gedrückten Stimmung. Nun hatte er seine letzten 5 Tscherwonetz hergegeben, ein Akzept auf 35 Tscherwonetz ausgestellt, das am Verfallstag eingelöst werden musste, da die Herren1 Sowjetgewaltigen׳ in solchen Dingen keinen Spass verstehen, und hat für all das Rauch eingehandelt, mit dem׳ er natürlich nichts anzufangen weiss. ( So ging er. denn, verzweifelt und verärgert, in der Stadt herum, bis er in das Fabriksviertel gelangte. Dort sah er nun plötzlich einen hohen Fabriksschlot, aus dem dicke Rauchschwaden qualmten. ״O, was geschieht denn da mit ״meinem“ Rauch!“! rief. er,, von einer Idee erleuchtet. Schnurstracks klingelte er im Bureau der Fabrik an und Hess sich den Werkführer herbeiholen. ׳! Als dieser erschien, überschüttete ihn Samuel Kupec mit heftigen Vorwürfen, wie er es denn wage, ״seinen“ Rauch so verschwenderisch verpuffen zu lassen... Der Werkführer glaubte zunächst, es mit einem Irrsinnigen zu tun zu haben. Aber Samuel Hess nicht1 locker, behauptete steif und fest, der Rauch von ganz Russland gehöre ihm, er hätte dafür sein ganzes Ver■' mögen hergegeben, und niemand habe ein Recht, den Rauch zu verwirtschaften und ״sein“ Hab und Gut verpuffen zu lassen. Samuel zog auch aus seiner Tasche den mit der Sowjetregierung abgeschlossenen Kaufvertrag zur Erhärtung seiner Behauptungen. Da liess der Werkführer den Fabriksdirektor holen, dem gegenüber Samuel sein Verlangen mit noch mehr Nachdruck vorbrachte und seinen Kaufvertrag mit dem Sowjetstern, mit Unterschrift und Siegel vorwies. Der Direktor verlegte sich nun aufs Verhandeln und fragte! was Samuel Kupec eigentlich mit dem Rauch tun wolle• Doch Samuel war nun nicht mehr in Verlegenheit• Er wolle den Rauch für einige Monate einlagern lassen, damit infolge Angebotsmangel der Preis in die Höhe, gehe und er ein Geschäft machen könne... > Der Direktor versuchte, das Unmögliche einer solchen Handlungsweise vor Augen zu führen. Das hiesse ja die vielen Arbeiter entlassen, den Betrieb einstellen usw. Doch Samuel Kupec erklärte, das alles kümmere ihn) wenig. Er habe den Rauch gekauft und müsse sehen, sein Geld herauszuschlagen ... I Man holte nun den Generaldirektor, und nachdem1 sich dieser durch telephonischen Anruf im Sowjetkommissariat überzeugt hatte, dass Samuel Kupec tatsächlich: den ganzen Rauch von Russland käuflich erworben habe* bot er Samuel einen einmaligen Betrag von 1000 Tscherwonetz sowie eine Monatstantieme von 500 Tscherwonetzl dafür an, dass' dieser gestatte, den Rauch weiterhin aus dem Fabriksschlot aufsteigen zu lassen. 1 Nun' begab sich Samuel von einer Fabrik in die' andere, wiederholte überall sein Spiel und erhielt immer die verlangte Loskaufsumme sowie die Tantienienzusiche1־. rung. 1 Als er einige 1000 Tscherwonetz beisammen hatte,׳ nahm er ein Auto, fuhr ins erste Kleidergeschäft und liess' sein Aeusseres in Ordnung bringen, dann begab er sich ins Volkskommissariat für den ״Nep“ und liess sich beim1 Kommissär melden. Dieser erkannte ihn zunächst nicht. Samuel aber zeigte seinen Kaufvertrag vor, bezahlte die restlichen 35 Tscherwonetz und erhielt seinen Wechsel zurück. Dann; hieb er stehen und kratzte ich etwas verlegen hinter den Ohren. r 1 ״Was wünschen Sic noch?“ fragte der Kommissär* ״Herr Kommissär,“ erwiderte Samuel, ״wissen Sie, ich möchte noch den Wind von ganz Russland abkaufen..“ ״Den Wind? Was wollen Sie denn damit an יי fangen?\.“ 1 ״W a s ich mit dem Wind anfangen werde, Hern Kommissär, das weiss ich noch nicht... Allerdings gibt! es in Russland zahlreiche Windmühlen, und es liessd sich vielleicht damit etwas ein Geschäft machen. Doch darum handelt es sich mir vorläufig nicht... Vorläufig1 geht es mir darum, dass der Wind mir den Rauch ausH einandertreibt, was ich möglichst hintanhalten möchte...“ An diesem Tage hat der Nepkommissär nicht mehr gelacht... (״Hamburger Familienblatt.“)! Doch!!eben der Notwendigkeit, davor zu warnen, übergrosse Hoffnung auf Krim zu legen, muss noch auf das übergrosse Hoffnung auf Krim zu setzen, muss noch auf das religiösen Lebens in der jüdischen Krim dargelegt werden. ׳Und •da muss man die Tatsache׳ in ihrer Wirklichkeit, ohne rosige entstellende Verfärbung sprechen lassen, und diese Wirklichkeit lässt auch nicht!den leisen Schein ׳der Zttversicht, nach menschlicher Berechnung .in ■der nahen Zukunft in den Krittler Kolonien ein religiöses Lehen entstanden zu sehen. Es wird hier genügen., einen Vergleich mit den weissrussischen und ukrainischen jüdischen Kolonien zu führen. Seit altersher galt!dem russischen Juden der ״Jeschuwnik“,!der Dortfjude, als Amhoorez, der infolge der Absonderheit vom jüdischen Zentrum der jüdischen Lehre!nicht kundig war. Im vorigen Jahrhundert gingen mehr als 30.000 Juden her und bildeten unter der Aegide!des Zaren Beamten landwirtschaftliche Kolonien in der Ukraine. Die ׳Siedler waren sämtlich Juden strengster Observanz, treue Söhne des alten Judentums, und religiöses Leben war ihnen selbstverständliche LcbeosnotwendigkeiL Dennoch zeigte das jüdische Leiben in diesen .Kolonien einen schwachen Puls. ׳In jüngster Zeit teilten die Sowjetbehörden in Weissrussland den Juden Land!zu.!Es bildeten sich •und sind im Bilden ׳begriffen jüdische Kolonien׳, .die keine ׳Spur jüdischen Lebens aufweisen ׳können. Die Erklärung dieser Erscheinung liegt auf der Hand': Die Kollekte werden aus Personen zusammengesetzt, an denen ׳.die ׳Machthaber Gefallen finden. An ׳diie Spitze werden.Personen, •die parteiisch, also ,kommunistisch und antireligiös orientiert sind, gestellt. In .noch stärkerem Masse tritt der Prozess der Entjüdisclning in ׳den Krimer Jischtnv in Erscheinung Ohne Rav, ׳ohne Schochet, ohne Mikva, ohne jegliche religiöse Institution, fern von ׳den •alten jüdischen Zentren, fern vorn ׳Einfluss religiöser ׳Führer und Autoritäten, welche jüdische Zukunft harrt ihrer? Drei:!Faktoren siind’s, die für .׳diese Kolonien aus-, schlaggebend sein werden נ Die 'Sowjetbehörden, Agrojoint und die Siedler seihst. Der!erste •wird1!immer, •direkt oder indirekt, diie׳ möglichen Keime eines jüdischen Lebens zu ersticken suchen, religiöse Erzi׳el1ungsins(!itutionen׳!bekämpfen, ׳und die antireligiöse!Propaganda, wie überall •in Russland, mit allen Mitteln!fördern.' Wohl!hat Agrojoint eine gewisse Autonomie für .ihre Organe׳ .gesichert, doch kann diie Gestaltung!des ׳jüdischen Lebens in ׳den Kolonien nicht ׳unter ihrem!Einflüsse ׳sich vollziehen. Uebrigens ist ■dieser Binfhiss nicht •in den Dienst der Thoratreue gestellt. Das Siedler material •ist aber vorläufig׳, milde gesagt, als är:el:i@iö׳ses und .leider zu oft als anti religiös zu he- •trachten. Das gesellschaftliche Leben ׳Russlands ist unter ׳dem Druck der Regierung hur für ׳diejenigen ein freies Feld, ׳d׳i׳e derselben huldigen, für bürgerliche Elemente ist Einschränkung und׳ Zurückweisung ׳G&setzesnörm. Das russische Judentum selbst aber ׳ist zu sehr geplagt .und geschlagen von allerlei!Nöten und tiefster Verzweiflung,!dass es •die eigene Kraft habe, •das!Kolonisationswerk aus eigener Kraft zu gestalten ,und ■seinen Stern- .pel darauf zu legen. Alles oben Gesagte steht •den.!Führern des Judentums auf dieser und jener Seite der Atlantis vor den Augen, um so!mehr ׳den Führern des ׳jüdischen Russland; dennoch tritt ■niemand als (Gegner dieser Untermehmang auf, weil man davon eine Linderung •des ungeheuren wirtschaftlichen Elends des russischen Juden erwartet und es schwer fällt, dieser Hilfe hemmend entgegenzutreten. Das Problem ist schwierig. Für und Wider stehen gegeneinander. Sollten nicht die Führer des Judentums .im Osten oder auch in Russland darüber befragt werden? Sollte ׳nicht eine •Aussprache ׳darüber die jüdische Welt über das Problem in seinem ganzen Ausmass unterrichten? Sollten nicht anlässlich der Zentralratstagung der Agit da ׳darüber Verhandlungen gepflegt werden? S. W. Ämericana. .Rabbiner Stephen W׳ise hat in mehreren Predigten die innere. Beziehung des Judentums zum Stifter der christlichen Religion in einer eigenartigen Beleuchtung dargestellt. Dies veranlasste den Bund der orthodoxen Rabbiner in .Amier'iikia, gegen ,Stephen W.ise energisch Stellung zu nehmen. Stephen W:ise trat ׳darautihim vom Vorsitz der iZiönfstisohen Organisation zurück, welche für das Aufbauwerk in Palästina 5,000.000 Dollar aufzubringen ,sich vorgesetzt hat. Oie Misraohi, stellt sich auf die Seite der Orthodoxie. Nathan Strauss verlangt kategorisch, dass Stephen Wise auf seinem Posten verbleibt lind wendet sich scharf• gegen die Uebergriffe der ״Ultra- Orthodoxie“. 111 Amerika fand dieser Tage eine K011ferenz zur Befestigung der jüdisch-christlichen ׳Freundschaft statt, an der auch Rabbiner und Bischöfe teilnahmen. Ein Rabbiner gab der Meinung Ausdruck, Voraussetzung ׳des Gelingens wäre, dass die protestantische Kirche als solche die K,11-Kux-,K1!ian-Bew׳eg1nng als 1111christlich und •unamerikaniscli bekämpft. M׳a,11 glaaibt •stich fast;in ׳das Mittel alter versetzt, wenn!min diese beiden möglichst trocken wiedergegebenen Berichte liest. Bei dem Charakter der amerikanischen Öffentlichkeit ist es gar nicht ausgeschl^psen, dass sich diesen beiden Tatsachen eine Periode fruchtloser, ergebnisloser und verstimmender Diskussionen auschliesst, wie ma11׳ sic zur Zeit dc׳s Naclimanides und anderer er,lebt 11׳at. Die AeusseriuMgen von .Stephen Wise .׳liegen uns i׳m Wortlaut nicht vor, aber wenn man berechtigt ist, aus den Zeitiuigsnachrichten einen Schluss zu ziehen, so scheint es, dass Stephen Wiiise sich zu der Anschauung bekennt, die man aus ׳der Geschichte der Anfänge des Christentums als ׳die dier sogenannten jnden-ebnistlichen Bewegung kennt. An ׳und für sich kann m׳an dem Zionisten Stephen Wa'se einen Vorwurf daraus nicht machen, dass er sich in demselben Kreise bewegt, wie d׳er von ■der Zionistischen Organisation mit einem L׳e,hrts,u!11 au der sogenannten Universität in Jerusalem begabte Josef Klausner. Man könnte ׳noch mehr zur Erklärung der Stephen Wise-Anschau/ung vorbringen, so z. B. die Tatsache, dass fast alle Geschichtswerke den Stifter der christlichen Religion für das Judentum reklamieren usw. usw. Die geistige Assimilation bringt

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