Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 1 (1.1.1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 1 JÜDISCHE PRESSE Seile 5 •4»•« Tseheclto ml €* wa k e m »4 I 1 1 ־־־ Ein Fest der Orthodoxie in Bratislava. Die Nachricht von der Entscheidung des Völkerbundrates bezüglich der Unabhängigkeit des orthodoxen Judentums im. Heiligen Lande hat in der gesamten treujüdisch gesinnten Judemschaift von Bratislava grossen Jubel hervorgerufen. (Nirgends in der Welt ■konnte die Bedeutung dieser Entscheidung, durch welche das religiöse Gemeindelieben "in Erez Jisroel von der drückenden zionistischen׳ Zwangsherrschaft endgültig befreit wurde, so in ihrer ganzen Tragweite erkannt werden״ als bei uns in der Slowakei. Denn was sich jetzt im Gemeindeleben in Erez Jisroel abspielt, ist im Wesentlichen eine Wiederholung der Stürme, die vor einem halben Jahrhundert das Judentum im ehemalgien Ungarn in seinen Grundfesten zu erschüttern drohten. Rabbi Chajim Sonneufeld — ד׳ יאריך ימיו — hat diese Kämpfe .in seiner Jugend in seiner Heimat miterlebt und wohl diese Erlebnisse sind es, die seine Kräfte gestählt haben für den zähen Kampf, den er und seine wackeren Mitarbeiter Jahre hindurch gegen das zionistische Gemeindegesetz geführt haben, bis der Völkerbund die furchtbare Gefahr der religiösen Gewissenbedrüokung vom palästinensischen Judentum abgewälzt hat. Die Agud as Jisroel nahm die Botschaft mit besonderer Genugtuung auf, weil sie von der Ent- Scheidung des Völkerbundes auch noch die Nebenwirkung erwartet, dass die Besseren unter den! hierländisohen Zionisten und Misrachisten nunmehr Vielleicht doch einsehen werden, wie weit sie vom wahren jüdischen Weg abgeirrt seien und reuevoll zum Judentum zurückstreben werden. Auf vielfachen Wunsch haben daher die Aguda- Gruppen von Bratislava (Orts- und Jugen’dgruppe) מלש״ק פרשח מקץ ein Fest veranstaltet, um ihren Mitgliedern und allen Anhängern der Unabhängigkeit des glaubenstreuen Judentums die prinzipielle und geschichtliche Bedeutung der Völkerbundentscheidung zu erklären. Der Prunksaal der orthodoxen Gemeinde war gedrängt voll und m!indestens so viele als drinnen Platz fanden, mussten Platzmangels wegen׳ wieder umkehren. Nachdem den Anwesenden Erfrischungen gereicht wurden, begriisste der Ortsgruppenpräses Herr Markus Fürst den Oberrabbiner und die Erschienenem mit freundlichen! Worten und! skizzierte kurz die Veranlassung des Festabends.!Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Schreiber, dem von der Versammlung grosse Ovationen bereitet wurden, hielt sodann ■eine grossangelegte Rede״ in der er die religiösen Zustände, die heute in Erez Jisroel die Gemüter aller frommen Juden aufs tiefste erregen und zu Abhilfsmassnahmen zwingen, mit den Verhältnissen verglich, die vor 50 Jahren hierzulande die Selbständigkeit ,der Orthodoxie herb eiführten, Aehnlich wie bei den Ereignissen des Chanukkawunders legen •die heutigen Vorgänge im Judentum den Treugeblaebenen grosse Pflichten auf, wenn das Judentum in seiner Reinheit und Wahrheit erhalten und u׳n geschwächt den kommenden Generationen überliefert werden soll. Die g-ttliche Fürsorge hat auch diesmal Wunder, als sie •in den Herzen der nichtijüdischen Vertreter :der Weltmächte in Genf Verständnis für die ■eigentliche Lebensaufgabe des jüdischen Volkes und für die . unvergängliche religiöse Bedeutung des Heiligen Landesי weckte in einem Augenblicke, da die Brüder im Erez Jisroel nicht gegen äussere Feind, sondern gegen! die viel gefährlicheren inneren Widersacher der תוה״ק sich zur Wehr setzen müssen. Es erfülle die ganze slowakische Judenheit mit Stolz׳, dass der vorderste und mutigste Anführer in dieser G. s. D. erfolgreichen Abwehrbewegung, Rabbi Chajim Sonnenfeld של י ט״ א, ein Sohn unseres Landes und ein würdiger Schüler des בחב סופר זצ״ל und der Pressburger ישיבה ist, an!deren Grundsätzen er unerschütterlich treu festhält. Unter stürmischem Beifall der ganzen Festversammlung forderte der ehrwürdige Redner zum Schlüsse die Aguda- Gruppen und alle treuen Juden auf, den Brüdern in Erez Jisroel unausgesetzt behilflich zu sein, ihre schwere Aufgäbe zum Wohle des כלל ישראל bis zu Ende durchzüführen.!Hierauf schildert 'Herr Obenrabbiner ^Simon H i r s c h 1 e r, temperamentvoll und grosse Begeisterung! hervorrufend, die Lage des orthodoxen Judentums in Vergangenheit und Gegenwart vom Gesichtspunkte der Erkenntnisse, die aus den jüngsten Kämpfen gewonnen wurden und feiert die Agudas Jisroel-Organisation als die W'iederherstellemn der wahren und historisch allein daseinsberechtigten jüdischen Gemeinschaft. Der Beschluss des Völkerbundes sei der beste Beweis dafür, wie schwer all diejenigen sich gegen die jüdische Gesamtheit vergehen, die da glauben, aus vermeintlichen Rücksichten auf gewisse politische und kulturelle Strömungen ausserhalb des Judentums und ungünstige Machtverhältnisse sich mit den Zionisten gegen die Interessen der Thoratreue verbinden zu müssen. Wie in der Vergangenheit, so zeigt es sich auch in unseren Tagen, dass nur .das unerschütterliche Festhalten an den unverfälschten: jüdischen Prinzipien und die Unabhängigkeit der jüdischen Wahrheit von jeder Bestrebung des Abfalls überzeugend zu wirken und den Erfolg zu bringen vermag. Das Faktum von Genf legt Zeugnis für Agudas Jisroel ab, die durch diesen politischen Erfolg ermutigt, das begonnene Werk der Zusammenfassung der jüdischen Kräfte •sicherlich fortsetzen — und m. G. H. im Sonnengianiz der: ת ו ה״ ק auch vollenden wird. Der nächste Redner, Herr J. J. Braun, weist darauf hin, dass der Forderung der Stunde und dem1 Geiste, de׳r aus dem Genfer Völkerbundsbeschluss spricht, nicht Genüge ”getan wird, wenn wir uns ׳des Erfolges des Rabbi Chajim S 0 n ne nf e Id und der aufopfernden Arbeit einer kleinen Heldenschar, die mit ihm in den schwersten Zeiten durchbielt, freuen und •dem Beschützer Israels על,הנסים ועל ה פרקן Loblieder singen. Nach dem Beispiele unserer Ahnen erwächst jetzt uns allen, der grossen, breiten'Schichte des Volkes, die Pflicht zu posit,iv׳e׳n Taten ואחרי כן באו בניך לדביר ביתך ופנו את היכלך ובו׳, dafür, zu sorgen, dass in Erez Jisroel das ׳nunmehr hoffentlich vo:n allen zionistischen unjüdischen Hemmnissen befreite wahre Judentum., zur vollen Blüte und zur reichen Entfaltung gelänge. .;!Herr Dr. Karl R0 ׳ s,e.n ba u m gibt im Namen •der orthodoxen \J u g e n d, die in'den Aguldas Jisroel-Jugendgruppen organisiert ■ist, . seiner Freude über den Genfer Beschluss beredten Ausdruck. Er ergeift die Gelegenheit׳, um die Wünsche der Jugend an die Führer der Orthodoxie zu .übermitteln u׳nd diese' gerade jetzt, da sie von den nationalistischen ■ Gegnern .',des prtho'dqxen J udentums aufs "schärfste arigefe’inidet und' auf die 'schmutzigste Weise •in ihrer Ehre gekränkt ,werden,: der .,Verehrung ■und t ׳re u e s t e •n Ge folg s c h ai f t - de •r., Ä g u d a-!j״:u g e ■h d z u ver ■sii Cih׳:e rn.!Herr Rabbiner Herzei ״ beleuchtet ״ die Veran-’ lassung des Festes mittels geistreicher Erklärungen von, mehreren מאמרי חז״ל und findet vielen Beifall. Herr Rabbiner Baruch. Löbl berichtet in einer längeren Ansprache über seine Eindrücke in Erez Jisroel, von wo ■er׳ erst vor' einigen Wochen zurüokgekchrt ist. Wenn map die Zustände dort in der Nähe beobachtet und Gelegenheit hat, in intimeren Unterhaltungen •mit allen Schichten der frommen Bevölkerung die wahre Lage kennen zu lernen, weiss man erst den Wert des Genfer Be- Schlusses richtig einzuschätzen. Wenn das gesamte Judentum den׳ Brüdern in Erez Jisroel helfend zur Seite stehen wird, würden sich jetzt diie Verhältnisse zum Guten ändern können. In tiefer Rührung spricht darauf Herr Rabbiner David Wessely. Er empfindet es in diesem Augenblick.' der berechtigten Freude über den Erfolg in Genf doppelt betrübend, dass es unsere eigen/en Brüder sind, über die dieser jüdische Sieg errungen werden musste, und hofft׳, dass angesichts der Hilfe von השי״ח alle Sünder recht bald zur Einsicht und Umkehr kommen werden. Herr Fürst dankt zum Schluss allen Erschienenen und den Rednern, die dazu beägetragen haben, dieses Fest zu einem schönen Erlebnis von dauerndem Werte zu gestalten. __ Zur Abwehr. Von Herrn Dr. W. W e 1 w a r t in Topolcany werden wir um Veröffentlichung folgender Zuschrift gebeten, die er an die Redaktion der ״S e 1 b s t w e h r“ gesandt hatte, von dieser aber nicht gebracht wurde: An die Redaktion der ״Selbstwehr“, Praha. Sehr geehrter Herr Redakteur! In Ihrem werten Blatte vom 11. Dezember 1925 erschienen mehrere Artikel, die die ״Jüdische Wirtschaftspartei“ ’ und die Mitglieder ihrer Leitung in ihrer Ehre scharf angreifen. Auf Grund des Pressgesetzes ersuche ich daher höflich, sowohl im Namen der Parteileitung als in meinem eigenen Namen, folgende Richtigstellung in Ihrem werten Blatte zu veröffentlichen: I. Darauf zu antworten, was die ״Jüdische Partei“ au ׳״den Wahlgerichtshof in ihrer Klage schrieb und als Grundlage eines gerichtlichen Verfahrens anzugeben versuchte, hätten wir im Rahmen dieses Verfahrens Gelegenheit gehabt. Dieses Recht bleibt uns auch jetzt unbenommen. Sie haben es jedoch für gut erachtet, diese eingereichte Klage in׳ Ihrem w. Blatte zu veröffentlichen. Die Tendenz ■der Veröffentlichung ist klar und diese nötigt uns, uns zu verteidigen. 1. Damit, was Sie über Herrn Marek Ungar schreiben, wollen wir uns nicht beschäftigen; es ist seine Sache und bleibt ihm überlassen, sich zu verteidigen. Uns tangiert di׳e Sache nur soweit, als in der Parteileitung niemand wusste und auch heute noch nicht weiss, ob und von wem Herr Ungar Gelder in Empfang nahm, oder an wen er solche ausgab. ׳Herr Ungar wurde am 19. Oktober bei der Gründung der Partei als unser erster Kandidat nach.Rusinsko entsandt, weil wir damals nicht ahnen konnten, dass er in der Zeit von 1919 bis 1925 seine Gesinnung geändert hat und weil er in Rusinsko angeblich viele persönliche Anhänger hatte. Dieser Herr hat während', der Wahlkampagne unsere Fahne verlassen und sich auf . die Gegenliste der ״Jüdischen Partei“ kandidieren lassen. Damit ist er a׳us unserem Lager ausgeschieden. Worüber er mit der ״Jüdischen Partei und mit ihrem Spitzenkandidaten Herrn Dr. Reis verhandelte, welche Vorstellungen er vor und nach Einreichung der Liste bei Behörden und Regierungsstellen gemacht hat. blieb uns unbekannt und wepn die ״Jüdische Partei“ darüber mehr weiss als wir, so ist das •dem Umstande, zuzuschreiben, das si׳e ihn auf ihre Liste nahm und ■ihn für ״Tauglich“ assentiert hatte;'ihm ein Mandat; zu versprechen. Die angeblichen Wahlmachenschaften *;des Herrn Ungar■ sind, demnach eine Politik auf eigene Faust%nd gehen die ״jüdische Wirtschafts- Partei“ nichts an. , .. . . . ־ ׳ 2. Die ״Jüdische Wirtschaftspartei“ ist von. den. Bekämpfern!des jüdisch-politischen Nationalismus, ׳welcher die Anerkennung der tschechoslowakischen Judenheit als eine ״nationale Minderheit“ erstrebt.■ und von den strenggläubigen Juden ohne jedes Hinzutun irgend welcher behördlicher Stelle und noch weniger auf Initiative der Regierung gegründet werden. Jede entgegengesetzte Behauptung habe ich bereits in den Bratislavaer Blättern als 'eine böswillige, zur Verbreitung des Antisemitismus geeignete Einstellung der Tatsachen qualifiziert und ich wiederhole dies auch jetzt. ־ , .. Ihr Herr Doktor Sipos, der diese Behauptung als erster in einer Bratislavaer ungarischen Zeitung veröffentlichte, er- Situation nicht einen Herzschlag lang vergass, und FrP Elise Kritzler, die den unbelehrbaren Wachmann spielte. Wem haben wir nun den Genuss dieses selten sohönen Abends zu verdanken? Auch das möchte .ich hier festgelegt wissen. Frl. Esthi Stern und Hedi Hirschler,. in deh Regieführung unterstützt vom Frl. Minna Schiff, haben in einer unglaublich kurzen Zeitspanne mit initiativer Euergie und Umsicht das Gelingen des Abends׳ vorbereitet. Wehn etwas daran zu bemängeln wäre, so ist es der Um• stand —• wenn anders dies überhaupt als ״Mangel“ zu werten ist — dass die׳ Darbietungen im ihrer Gesamtheit und in ■den Binzelleistungen den bescheidenen Rahmen, in dem der Abend ,gedacht war, durchaus gesprengt haben. Und es ist zu wünschen, dass die Mädchengruppe, durch den glänzenden Erfolg ermutigt, ׳im nächsten Jahre einen Chanuka-iAbend in grösserem Rahmen veranstaltet. Das walte Gott! . Genehmigen Sie״ sehr geehrter Herr Redakteur, den Ausdruck vorzüglichster Hochachtung Ihrer ■ergebenen Carry Bertram, London, E. C. 2, zzt. Wien,׳ Warum entzünden wir' acht Tage die Chanukahlichter? ־./•׳־ Zu den interessanten Ausführungen ■unter obiger Ueberschrift in der ״Jüdischen Presse“ sei uns gestattet, einige flüchtige Bemerkungen zu machen; und! wenn auch dieselben nach dem Chanukahfeste erscheinen, so dürften sie doch nicht ganz unwillkommen sein den geschätzten Le9srn dieser Zeitschrift, bei denen vorauszusetzen ist, dass ' דברי תורה Oder auch nur -der allerbescheidenste Beitrag, zum richtigen Verständnisse unserer Religionsgesetze zu jeder Zeit — zeitgemäss sei. Var allem glauben wir darauf aufmerksam machen zu müssen, dass •dem geehrten Art'ikelschreiber■ ein Irrtum unterlaufen s׳ei, wenn er das achttägige ,Wunder mit ׳dem Krügchen Oel im Namen des T!ure Zahab dahin erklärt, dass im aufgefundenen Krug ׳bloss knapp für einen Tag Oel vorhanden war, beim Ausgiessen in die Menorah ‘ •etwas Oel .an ׳der Wand׳ ■des Kruges haften :blifelb und somit nicht einmal für eiinen •Tag das au׳sgego׳ssene Oel hin- ,reichte, daher ׳auch am ersten Tag nur durch ein göttliches Wunder die!Menorah!brannte״ Diese Erklärung;haben •wir im סדור אוצר התפילות vom בשמים ראש gefunden. Der ט״ז!im ארח © תר״ע ס״ק א׳ gilbt eine ganz andere Erklärung; aber selbst nach dieser bleibt sein Binwand gegen die ׳Erklärungsversuche ׳dies בית יוסף auch gegen seine ■eigene Erklärung aufrecht. ׳Der פ״מ משבצות 1הב z. St. glaubt die Erklärung des ט״ז damit zu rechtfertigen, ■indem er sagt, dass ■diese in de.m Berichte des Talmud (Sabbat 23 ) als sel!bstiv1erständ׳lich v or a.usge setzt werden mu •s s. Gewiss eine!nicht sehr stichhaltige Rechtfertigung. .■. Gegen die Erklärung des בשמים ראש, so geistreich sie auch erscheint ■und in dem Ausdruck ■des Talmud ולא הי׳ בו אלא להדליק יום אחד eine gewisse Stütze :׳erhält, ■spricht die .UnWahrscheinlichkeit, dass!man! absichtlich gerade solche Gefässe ■zum Menorahöl verwendet hätte, die genau ausgemessen מצומצם so viel Oel haben fassen können, das für einen Tag genügt ■hätte, allein, beim Uebeirgiessen in •die Menorah durch; den anhaftendem Rest an den Krügen nicht . den täglichen Bedarf deckte. (Siehe übrigens:;»׳ ז: ..( ביצה פ״ג משנה ז ■ Wir glauben, dass■ ein anderer Ausdruck des talmu- ■dischen Berichtes;©inen ■genügenden Hinweis ׳darauf enthält, dass auch am ersten Tag ׳ein. Wunder mit dem vor*• gefundenen Oel geschehen ■ist, und zwar weil es heisst: ולא הי׳ בו אלא להדליק יום אחך..... es war im Krug bioss •soviel,.Oel, dass es nur •für einen Tag genügte,נעשה בו נס und mit diesem Quantum Oel geschah ein Wunder והדליקו ממנו ח, ימים und von die.s e m Quantum Oel entzündete man die Menorah׳ acht Tage״ damit ist nun gesagt (da es nicht heisst: aüssetr ■dem ersten Tag!brannte es noch , sieben Tage), dass alle acht Tage einander gleich waren in ■der Beziehung, dass־ sie nur durch göttliches Einschreiten brennen könnten. .,.'.Somit hat der פ יוסף •recht, wenn er sich ,bemüht nachzu weisen,; wie das נס huch am ersten Tage .sich voll- . zogen haben mag und worauf ja die גמרא nachdrucksvoll BaBflBnraannmnBnHHannnB genug •hindeutet. Der Einwamd •des!ט״ gegen seine Erklär.ungsversuche erscheint hinfällig. כנלעד בס״ר. Levpca (Leutschau), Slowakei. Rabbiner G. Löwy. Zum Wochenabschnitt. Der Segen. Wie ein Segen sich auswirkt, •den" ein Mensch dem Menschen gibt, das wissen wir nicht, das vollzieht sich' nach geheimnisvollen Gesetzen, die uns verborgen bleiben. Jedenfalls muss aber der Segnende die Absicht haben, die Keime zum Guten und zum Glücke, welche in dem Gesegneten liegen, zur Entfaltung und zur Blüte zu bringen. Darin waren die Ahnen Meister und darum gab Jakob jedem seiner Kinder den Segen, dessen er bedurfte. Das ist der Sinn der Schlussworte des Jakobs-Segen (Kapitel 49, Vers 28) isch Kevirchosa«. Wenn wirklich jüdische Eltern ihre Kinder segnen, so müssen sie den Wunsch hegen, dass diese Kinder als ׳Enkel Israels sich in die Reihen der, kämpfenden Ahnen stellen und sich dort am Platze fühlen. Deshalb erflehen sie für sie das •Beispiel von Efraim und •Menasse, welche, obwohl sie der jüngeren Generation angehören, in ihrer. Bedeutung von dem Ahnen Jakobs der vorigen Generation gleichgestellt würden. Wie sehr es Jakob ׳und seine ■Kinder empfanden, welche geschichtliche Bedeutung diesem Abschiedssegen zukommt, zeigt■ ein Wort der heiligen, Schrift. Bisher lasen wir nur vpn den Kindern Israels, jetzt auf, einmal! nach' dem Empfange. des; Segens, treten uns die Kinder Rahels und Leahs, Bilhahs 'und Silpahs als die ״Stämme“ Israels entgegen. Dadurch, dass der segnende sterbende Vater jedes ..(einzelne seiner Kinder mit ' einem besonderen Segen begabt, mit einem besonderen Beruf ausgestattet hat. wuchsen diese Kinder über sich selbst hinaus und aus den einzelnen Individuen wurde eine Gesamtheit; ,verschiedenfach war der Segen, abgestuft, verschiedenfach der Beruf gezeichnet, verschieden war. die Stellung, die dem Einzelnen im geschichtlichen Werden zugewiesen war. Aber jedes einzelnen Entwicklung wird als geichwertig erachtet und sp, wachsen jüdische Kinder zu Stamm- und zur Völkerschaft. Der Segen an dem einzelnen bedeutet die Linie seines Werdens und die Summe.dieser Linien ist das Gesamtbild einer geschiehtliehen Tat, in dem keine Linie .entbehrt werden kann. Und., aus den Stämmen Israels werden Stämme des'■ Allmächtigen,