Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 51-52 (18.12.1925)
- Date
- 1925-12-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 342 v JÜDISCHE PRESSE Nr. 51 52 Tscltechosloivakel j Grosses orthodoxes Fest in Bratislava. Anlässlich den günstigen! Entscheidung! des Völkerbundes in Angelegenheiten der Unabhängigkeit des, orthodoxen Judentums im Heiligen Lande v!eräiistalten: die. Agudagruppen von. Brafelaya nächsten פו/ש /ק., dm Rahmen eines Teeabends ein grosses orthodoxes Test, an dem hervorragende Redner die Bedeutung der Völkerbundentsoheidung für das gesamte jüdische Volk erläutern werden; Das Wahlergebnis in: Bratislava. ,Beider am 2. Chantikahtag stattgefundenen Vorstandswähl der orthodoxen Gemeinde Bratislava entfielen auf die Liste der. alten Gemeindeieitung folgende Stimmen:!Präses ,David K r a u׳ s. 997!Isidor P a;p p,e n he i m, 418 Markus Fürst 424• Philipp Benedikt 43:1 Juda Girün.wald 456 :,Demgegenüber erhielt die Liste der Opposition:. Heinrich Stahl ׳e r 562. Simon Ne u mann, 525, Isidor Engel 562. Israel F 1 e i s chm a! n n 533!M׳i.t; Ausnahme des, Präses, des. von beiden!!Parteien kandidierten und in allen Kreisen das höchste Vertrauen geniessenden!Herrn ,David Kraus, erscheinen ■somit!nur die Kandidaten• der Opposition als gewählt. ־;'.׳• Das, Skrutinium der Repräsentanz ist noch nicht beendet, da. inzwischen gewisse Zweifel an der Korrektheit des, Wählganges aufgetaucht sind und hierüber eine.Klärung *bis Schluss der!Redaktion dieser Nummer noch nicht erreicht׳ •ist. _ Gemeindewahl in Bratislava. llnter, ausse:rgewöhn׳lich. grosser Erregung fand am zweiten Tag Chanuka die :Wahl des ■Vorstandes: und der Repräsentanz ׳der orthodoxen׳ Kuitusgemeinde in ׳!Bratislava stätt. Von 1097 wahlberechtigten Mitgliedern beteiligten •stell 1009 an ׳der Wahl. Den ganzen Tag!hindurch war die . Strasse vor ׳dem Gememde־ha11׳se von ■einer, ׳dichten Menschenmenge, besetzt. Eine Agitation, wie' Sie in, Pressbürg., noch nicht; dagewiesen• war, ging: ■der Wahl voran. Wie wir in-der■ vorigen Numer׳ ,bereits berichteten, standen sich, in׳ der-Hauptsache:׳ ,zwei׳ geschlossenie Parteien, ■im Karh'Pfe, um ■die Leitung, der Gemeinde; gegenüber — im Grunde,, genommen• d:i e s ,•e;;l b e in: ■z w, e i. P־a׳rt <e;i ,e n, ■d i c g e־ge ijiw ä r t‘i׳g im> ge samt ein Judentum■ um i h r e S elbstbelhva uptui ng, ringen. Auf ,der!einen Seife ■die bisherige. G0me:i!n1d'eieitu׳ng ■mit streng orthodoxen Grundsätzen und' unzweideutiger, programmatischer ,Entschlossen heit, die.-. Traditionen! der! ,Pressburger orthodoxen Gemeinde bochzuhailten •und? unter’ 'keinen ׳Umständen• vor demdierändrängenden׳ Geist.des, Z׳i •0nismus und den-׳mit dem Zionismus. 'verknüpften m 0 d •e r n i s t i ■s c he n Ideen auch-nur eine ׳Fuss'breite zurückzuweichen, ׳auf,der anderen• Seite, eine ,vereinigte ■Opposition der Zionisten ,(einschliesslich■ M׳is׳r achteten), •der 1111׳ p 01 i t i sch: e n!U ,11f r omm e n• und' eine Anzahl angeblicher ■uind teilweise auch ■tatsächlich־‘ n׳i c h t zioni st i s c:11 e r־ orthodoxer Juden, ,die sich!mit■ ׳den ,Zionisten aus ■persönlicher Opposition •zu ׳einer, .Wahlgruppe ,zusammenschlossen. Aus. taktischen Gründen: nähmen die offiziellen׳ zionistischen Gruppen diesmal) davon־ Abstand, unter eigener Flagge in den Wahlkampf einzutreten, sondern liehen ,ihre ,Stimmen 111 generöser Weise, ■der sogenannten ״Konservativen Friedenspartei“, deren. 0 f f rz.i e 11 ■e s ־ Programm ׳dem. in jüdischen Fragen weniger versierten iDuvrchschin'ittsijnden unverdächtig, In •mancher Beziehung ■sogar ,verlockend ,erscheinen musste. Solchergestalt hatte der ganze Wahlkampf den־־ Anschein, als ob es sich dabei um einen Kampf unter Gesinnungsgenossen, unter zwei schwer "zu unterscheiden-׳ den Nuancierungen •des orthodoxen Judentums, ׳selbst oder gar bloss ■um ■einen Perso׳nen׳ka׳mpf handeln würde. Dazu kam noch, dass ׳bis im die!letzten Tage!hinein■ von der Opposition in geheimen Kcmventikchi und geschlossenen Versammlungen• mit dem •Namen ׳des ׳ehrwürdigen!0!b e rr a b b i ne r s. der ׳Gemeinde ein schändlicher Missbrauch getrieben wurde, •durch den von den hier zahlreich ansässigen ׳Schülern,des Herrn Oberrabb.iners das Auftreten der Opposition als. von ihm gewünscht, oder, inispinlert; ,r- ^heiineu•■ konnte. Gegen •diese im•, •geheimen•,!vorn:. Mund, zu Mund •verbreiteten ,Machenschaften der Opposition, die viele orthodoxe Wähler daran vergessen Hessen׳, dass sich hinter, ■der•* ״konservativ“.■ angestrichenen ,Front •eine starke, :a׳üf ..״ ׳E r 0 b e r u n g de •r K ultusgemei n de“ progränimattecli eingestellte ,zionistische ■Wehrmacht ■verbirgt, \va.r aus־ psychologischen und!prinzipieilieii. Gründen schwer anzukärnpfen. Die ״Wahrheitspartei“ ,(so ,bezeichn:et!e‘ siclr zur Unterscheidung vorn der sich ebenfalls ״konservativ“ nennenden Opposition die auf seiten des •früheren Vorstandes stehende Partei der unentwegt!Orthodoxen); beschränkte sich •daher in der Propaganda auf ■die 'ruhige, sachliche Aufklärung!der Wähler über die ■prinzipielle Bedeutung der Wahl für ■die zukünftige Gestaltumg der Gemeinde Pressburg und auch für die Zakunft ,mancher anderen •orthodoxen Gemeinde, des Landes. ׳ . Diese aufklärende Arbeit ■erwies sich •jedoch, zu schwach. Denn־ das gegen sieben •Uhr abends־ bekanntgewordene Wahlresulta.t stellt einen vollen E r f 0 1 g d'efi 0 pp 0 s :i t i ö n där: Der Jubel und die iDemonstrationen der bei der 'Waiiiverkiiiidigung unter den Fenstern der orthodoxen Gemeinde vollzählig versammelten .zionistisehen Turnerschaft ermangelten einer moralischen!Berechtig'ung keineswegs. Wir wünschten, ■es ,wäre nicht wahr, aber v 0 r betrüb eil de m, a.;b •e r ■sciiwc r; w i eg en d em. T.a t s ach e׳n d!i e Augen ,z u ■ven sc.hl kess e n, h! i es s e s>1 c 11 •ipi n •e r v! e r •h äm g.n ii svollen Selbsttäuschung!hing eben ■und sich einer Pflichtverletzung gegen das Judent um.s c.h u 1 d ig: m a;ch em, •d a s in dieser ■S i׳t u>a,tä 0 n a il e׳n• w a 11 r h a f t orthodoxen Juden in der Pressburger •Gemeinde neue schwere ׳Aufgaben stellt. Wir müssen ums gewöhnen!, ,den ■Ereig- Hissen in die ,Augen zu schauen und alle Konsequenzen zu ziehen, die sich aus ihnen ergeben. Und diese Ereignisse sprechen eine deutliche, Sprache; sie sagen uns: Am I. Jänner übernehmen ein Vorstand und. eine Repräsentanz d.ie Leitung •der grossen und ruhmreichen■ Gemeinde Pressbürg, die ihre Wahl hauptsächlich ,den■ ■offenen■ und geheimen Zionisten!, gegen den Willen und gegen• die S t i 111׳ m e 11 de r ׳w a 11 r ■11 •a f I •e n יראים ושלמ*ם v e rdanken. Die grosse, gerade Linie der aktiven: Orthodoxie, die nach Jahrzehnten der Erschlaffung vor sechs Jahren in der Gemeinde ■des ד׳ תם סופר זי״ע mit s-ölcli glänzendem Erfolg, ,wieder aufgemommen wurde, ist jäh unterbrochen worden. Die Mehrzahl der wahlberechtigten■ Ge1neindc:mitglicder hat ׳einer Leitung ihr Vertrauen geschenkt׳, die — ,auch wenn sie ׳wünschte und ■wollte — •diesen׳ geraden Weg des Judentums nicht for.tsetzen ■kann und fortzusetzen •moralisch auch n i c 111 ■be r e c 11 t!i g׳t ist. 'Sie wird im., zionistischen Sinne wirken m ü s s e n, ob sie will■ oder, nicht. Dessen; sind sich alle Parteien, ׳die•'■siegende ■und ■die unterlegene, 1bewusst. Sie wird■ יden zionistischen! ״Erobe!rungs“geliis.ten Rechnung.'■tragen müssen, wenn sie nicht, der: schnöden Undankbarkeit geziehen ׳und von den! eigenen Wählern Tag um Tag an ihre Verpflichtungen erinnert werden will. ׳Sie wird diese ׳moralischen Verpflichfangen den Zionisten gegenüber umso eher erfüllen■ ■müssen׳, als, es ihr, wahrlich :nicht leicht seinwird, ■den ׳programmatisch׳ übernommenen■ und• von der gesamten Gemeinde unschwer kontrollierbaren1 Verpflichtungen nalchzuk,o:mשen,. Da ist ,gleich der erste Punkt ihres Programmes: ״Schutz der rabblnischen. Autorität.“!Bei der bisherigen Leitung war •dies eine. Seibsitverständilichkent; die :nicht einmal einer Erwähnung bedürfte.! Wird aber eine ■den Zionisten verpflichtete Gemeimdeleltung׳, selbst, wenn sie aus grundsätzlichen- Amtizionisten bestände, den Zionisten, gegenüber diesem Programm■ nachbommen können?!Eine iPiiivatunterhaLtung mit Zionisten׳ ober Mlsrachisten oder ■ein!Blick ,in•׳eine ■der zionistischen• Zeitungen während der letzten Wochen würde die!Herren•!noch re'chtzeiitig überzeugt haben, wie — absurd ■ein solcher;Programm- Punkt, bei einem Vorstand Ist, der seine ■Daseins- 1b e r׳e,c h!t ig un g!'auf die!Gunst •der Zionisten ■und ihrer misrachistischen Schleppträger׳ stiizt. Oder• gar der. Programmpunkt ״Entpolitisierung; der. Gemeinde“, dem man den ,zionistischen Ursprung vorn Gesichte, ׳ansieht. E׳s bestehen! sogar, berechtigte Zweifel; .ob den neuen Vorstands-■ und •Reipräsentanzmiitgliediern überhaupt je- •klargeworden ist, was •dieser Programmpumikt bedeutet. Denn . Zurückdrängtmg der nationalistischen׳ Politik, der Zionisten aus der׳ ׳Gemeinde kann: darnter nicht gemcinf1!sein. Der!jetzt abtretende Vorstand hat sich in dieser!Beziehng nichts ,zuschulden׳ kommen lassen und dazu hätte es einer neuen GemeLnde׳leitun׳g,nicht bedurft. Der!Förderung der A g׳u d a hingegen oder irgend einer anderen Bestrebung des orthodoxen Judentums, ■die mit ,den׳ Beschlüssen׳ der religiösen Autoritäten des Judentums überein,stimmt, wird sie sich aber ,unmöglich entziehen dürfen, ohne sich mit dem •ersten/ Programmpunkt, in offen zutage •liegender Weise in Widerspruch •zu setzen. Die neue Gemeindeieitung wird früher ■als ihr lieb ist, ■von ihren!zionistischen und misrachistischen!Stützen darüber belehrt werden, dass in der ■zionistischen ■Sprache unter ,Politik“ alles verstanden wird, was i m o r t h d 0 x ■e״n J u ■d e in, ■tum zur Wahrung cl,er ■I n'te r ■e s s e n und zum Schutze der Uinabh.ä-ngiigk e i t des 1110 rat reuen J u d •e.iiv tf 1um •s ■mit ,pol i t i s c ■h e .11 0 d e •r a 11׳ c 1111 11׳ r 0 r g a 11:.is a,t0׳;r,i sehen und er zi eheri scheu Mitteln u11׳ •t׳erno׳m m e 11 wi r d. Und nun erst den Programmpu׳nkt ״Abschaffung der Gabella“, ,den die neue GemeiiKleleiitung; ebenfalls ,aus dem modernlstisch-zionistischeu ״V01ksge׳meinde“-Pr0gramm übernehmen zu müssen glaubte! An die Verwirklichung!dieses Versprechens wird die neue Gemeindele.it 1111g, •die ans lauter Neulingen auf den! Gebiete ■der Verwaltung besteht, sofort, nach Amtsantritt schreiten müssen, denn diesem ,zugkräftigen׳. Programm- Punkt verdankt sie •bei Nichtzionisten die meteten!Stimmen. Die Demagogie dieses ׳■Programnipunktes wird sieh bös rächen; man spielt nicht mit dem Feuer ,ungestraft. Die neue Leitung übernimmt die Gemeindeverwaltung finanziell in geordnetem ,,Zustand. Das Rückgrat ,des!Budgets bilden jedoch die Einnahmen׳. au׳s ■der Gabella. Pressburg unterscheidet sieh ■darin nicht von allen anderen Gemeinden. Der finanzielle Zusammenbruch der Gemein de müsste aber. ,unaufhaltsam •eintreten, wenn — wie cs-beim neuen Vorstand ■programmatisch , vorgesehen ist —- einerseits auf ,die Einnahmen• aus ■der Gabella von vomeherein!verzichtet wird: und׳ ׳andererseits gleichzeitig eine Erhöhung der Gehälter, eine bessere Dotierung der subventionierten!Institutionen׳!und׳die Errichtung־ neuer Institutionen■ (Landesspital, ’ Jeschlwainternat׳) u!n!d weiss der Himmel was noch in; i*a׳I1dtee. Aussicht. gestellt!w1ur4& Mit-einem• solchen •Programm wäre •der Vorstand zur. ab־:, s 01 u t e n 0 h n m ■a c h t ver u rteilt! und auf!Gnade und Ungnade den zionistischen■ ■Wählern׳ ausgeliefert, auch wenn die Zionisten nicht auf!den Augenblick des!Zusammenbruehes harren würden, _ um ihre reiigionsf.reie ״Volksgemeinde“ auf ,ihren Trümmern zu errichten!und auch wenn!er auf der anderen Seite :sich nicht (w!ie es jetzt der Fall sein dürfte) einer erbitterten mächtigen ,Opposition von 300׳ bis 400 Orthodoxen!gegenübersehen würde. Das Wahlergebnis bedeutet , somit nach, jeder!Rieh•־ tung hin einen Fehlschlag. Die Geme׳indel!eitung wird •mit dem Programm, auf das sie sich ■wählen liess׳,!wohl kaum längere Zeit durchhalten!. Die Zii o ni s t em werden׳■ ■nicht befriedigt werden können und die '0 r ll.h o d.o x e n, werden, nunmehr in die Opposition gedräingt, .alle Kräfte zusammenraffen, ׳um ׳den religiösen und wirtschaftlichen Ruin■ der Gemieindeinstitutioiien■ zu verhindern. Wir fürchten, es beginnen Zeiten׳ -schwerer. Kämpfe für •!das orthodoxe Judentum ln der Gemeinde :Pressburg; Die 'Gesiinmingstüchtigen׳ unter den ,Orthodoxen'• werden dabei nicht verzagen. Sie ■wissen, dass mit: dem. geistigen Schicksal der •0 r t,h o d o xe'n Gemeinde: Pres’sbu:rg• die. Orthodoxie des ganzen Landes, auf. das: engste verknüpft is׳t. Sie werden sich ׳ihrer ,heiligen!Pflicht: ,nicht entziehen; sie. werden zusammenhaiיten, und!gemeinsam bemüht sein, dafür zu sorgen, dass das Erbe der grossen גאונים וצדיקים die hier gewirkt haben, ■nicht ein zweites — Prag werde. Gemeindepräses David Kraus über die Pressburger Gemeinde. Aus der Pressburger Wahlzeitung. ״Stimme: der; Wafer־־ heit“ bringen wir folgendes . Interview, zum. Abdruck;.. Sind Sie von Ihrer und des Gemeindevorstandes Tätigkeit während der letzten ־ Amtspsriode befriedigt? "— Ich' schaue auf die letzten Jahre mit der grössten Befriedigung und mit freudiger Genugtuung zurück. Ich habe nun 36 Jahre, die Ehre, der Gemeindeleitung anzugehören.'Ich־ war unter denjenigen, die den Sieg des Aufbaues,'über' den’ Verfall iri der Gemeinde errungen haben. Gar viele schwere־ und sorgenvolle Stunden hat mir und allen Vorstands- und Repräsentanzmitgliedern die, Verwaltung’ der Gemeinde bereitet.■ Ich, kann aber mit. gutem Gewissen, versichern, dass während meiner ganzen Tätigkeit noch keine Zeit so. fruchtbar, so ׳ ganz und gar vom Geiste der uneingeschränkten Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit erfüllt war, wie die •letzten Jahre. Wir haben stets, gemeinsam gearbeitet, gemeinsam nach Möglichkeiten• des Aufschwungs für die Gemeinde erspäht Und uns; gemeinsam gefreut, wenn wir konstatieren konnten, dass■ unsere Arbeit nicht vergebens, war. Das allgemeine; Bild; der Gemeinde, erscheint heute׳ auch dem oberflächlichen: Beobachter unvergleichlieh günstiger als. lange Zeit vor uns. Die Gemeindeinstitutionen, zeigen deutlich, dass in ihnen frisches Leben pulsiert. *Die allgemeine Lage der Gemeinde beweist, dass in ihr Ordnung und ein zielbewusstes Streben waltet. Das alles, kam nicht von selbst und wurde nicht mühelos erreicht. Unter, ,den Mitgliedern der Gemeindeieitung herrschte stets friedliche Eintracht und gegenseitiges Verständnis für die persönlichen Vorzüge, die jeder einzelne von 11ns in den'Dienst der Gemeinde zu. stellen bereit war. Es ist für mich eine Freude, auf eine! solche Arbeit und (ich; kann es nicht anders und, nicht' bescheidener bezeichnen) erfolgreiche Zeit in'der Gemeindeleitung zurückblicken; zu dürfen. Mit ,aufrichtigem Schmerze denke ich nur daran/ dass einer von uns, Herr Kaltmann s. A., nicht;־mehr in• unserer Mitte weilt, um auch an der Vollendung des; begonnenen Werkes mit derselben Aufrichtigkeit und, Treue mitzuwirken, die. wir von ihm,• gewohnt waren.. Wie denken־ Sie über die zukünftige־ Gestaltung der Gemeinde und ihre. Entwicklung? — Wenn die Gemeindemitglieder• uns auch weiter mit ihrem Vertrauen beehren werden, so sehe ■ich zuversichtlich der Zukunft entgegen. Ich und selbstverständlich auch meine Kolleger, •im Vorstande und in der Repräsentanz haben nicht den. geringsten Grund, unser Programm׳ zu ändern. Wir werden unter• allen Umständen den Weg fortsetzen, den wir bisher gegangen sind. Vieles, was wir bisher nur geplant oder, erhofft haben, wollen wir der Vollendung zuführen.. Dabei w,erden uns immer die Prinzipien leiten, die unserer Ansicht nach.; die einzig möglichen sind׳ für eine Gemeinde wie Pressburg.. J —■ Aus den Wahlkämpfen in Bratislava. Aus der Agitation* die •der Gemeinde wählin Bratislava voranging; verdienen manche Erscheinungen weitere Kreise' zu interessieren! und der!Nachwelt erhalten: zu bleiben. Aller Voraussicht nach bedeutet der eben beendete Wahlkampf ■einen Wendepunkt in ■deT!Entwicklung ■der führenden orthodoxen׳ Gemeinde der Slowakei ,und־• .die Erscheinungen, ■die hier, zutage traten, werden wohl .für die weitere Gestaltung der ■Dinge von symptomatischer!Be* deutung bleiben. Wie wir bereits an anderer• Stelle■ ■berichteten, wurde das Wahlergebnis Wochen- und vielleicht monatlang im ׳geheimen vorbereitet. ׳Ein Verleumdüngs- ■feldzug — ganz nach zionistischer Art gegen den ,bisherlgen verdienstvollen Gemeiindevoirstand ■ini ganzen und gegen lein für •die Orthodoxie besonders exponiertes ■Mitglied desselben begann. Obgleich gegen die persönliche ,Integrität oder die Gesinnungslauterkeit ׳dieses Vorstehers •in öffentlicher Sitzung niemals auch nur ■eine Silbe ■vorgebracht wurde, richtete sich in den geheimen Zusammenkünften, die fast ׳immer unter falschen Vorspiegelungen ■zustande kamen, die Agitation der Opposition am schärfsten gegen ihn.!Man glaubte in zionistischen und misrachlstir sehen- Kreisen, in seiner. Person, •das orthodoxe •P;r j n'zi-i־p in der Gemeindestube, tödlich, zu treffen.'In diesen; Verr sqmmlungep dominierten die Zionisten; und Misrachisten, obgleich von der Oeffentlichkeit niemals zugegeben׳ wurde,