Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 51-52 (18.12.1925)
- Date
- 1925-12-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Stile 340 JÜDISCHE PRESSE Nr, 5I/&2 Die Resolutionen der Warschauer Zentralratstagung Warschau. (A. J. P. B.) Das Sekretariat der Warschauer Zentralratstagung der Agudas Jisroel veröffentlicht folgende Resolutionen: Organisation. 1,, Der Zentralrat nimmt mit Dank• den Bericht des abtretenden ״Waad Hapoel“ zur Kenntnis, der seine Aufgabe unter den schwierigsten Verhältnissen erfüllt hat. Er hofft, dass der neugewählte .,Wand hapoel“ die agudistische Idee sowie die Arbeit hierfür verbreiten und weiterentwickeln wird. 2. Der Zentralrät stellt fest; dass die Aguda sich mir dann günstig entwickeln kann, wenn an deren Spitze eine Persönlichkeit steht, die den ״YVaad hapoel“ autoritativ leitet. Der Zentralrat wählt zu seinem Präsidenten den ehrwürdigen Oberrabbiner Sejmdeputierten Meier Schapira. 3. Der Zentralrat ermächtigt den neugewählten Waad hapoel; notwendigenfalls fünf Mitglieder zu kooptieren. 4. Der Zentralrat beauftragt den .neugewählten Waad hapoel, das Zentralbureau so zu organisieren, dass die einzelnen öutonomen Departements durch je ein Bureaumitglied geleitet werden, welche direkt dem Präsidenten unterstehen. 5. Der Zentralrat beauftragt den Waad hapoel, einen mehrgliedrigen Verwaltungsrat zu ernennen, welcher das Finanzgebaren zu überwachen hat. 6. Der Zentralrat genehmigt das vorgelegte Budget zur Sanierung der!Finanzen. 7.. Der Zentralrat beschliesst, für einen möglichst baldigen Zeitpunkt die Landeskonferenz cinzuberufen. 8. Der Zentralrat fordert׳ den Waad hapoel auf, gesicherte; Grundlagen für das regelmässige Erscheinen eines offiziellen Tagblattes zii .schaffen. 9. In Berücksichtigung des starken Anwachens, sowohl der Jugendals auch der Arbeiterbewegung sind im Zentralbureau spezielle Ressorts für die Jugend (Zeire Agudas Jisroel) und die Arbeiter (Poale Agudas Jisroel) zu errichte». 10. Der Zentralrat fordert den Waad, hapoel auf, sich mit der Hebung der sozialen Lage der Aguda-'*' mitglieder durch Gründung von Handwerkervereinen, Spar- und Leihkassen u. a. m. intensiv zu beschäftigen. Erziehung lind Keren Hathora. I. Der Zentralrat wendet sich mit heissem Appell an . die Führer des amerikanischen Joint, bei ihrer erneuten Hilfstätigkeit fiir die Juden in Polen erhöhte Aufmerksamkeit den breiten Massen der Orthodoxie und ihren religiösen Institutionen zuzuwenden, damit die begangenen Fehler nicht wiederholt werden, die unzweifelhaft der vollstäiidige Ruin insbesondere de. historisch-religiösen Er- Ziehungsanstalten bedeuten würde. 2. Der Zentralrat fordert den Waad hapoel auf, bei der neuen Hilfsaktion des Joint auf der Wach zu sein und die Interessen der Orthodoxie gcbührerid zu verteidigen. 3. Der Zentralrat anerkennt die Wichtigkbit eines Keren Hathora-Direktoriums im Sinne der Statuten des Keren Hathora. 4. Der Zentralrat fordert das ncuzugründende Keren Hathora-Direktörium auf,, eine grosse Sammelaktion für den Keren Hathora zu organisieren, um den Ruin der Er- Ziehungsanstalten zu vermeiden. 5. Der Zentralrat fordert den Waad hapoel auf, die Bejs Jakob-Bewegung, welche sich in letzter Zeit befriedigend entwickelt hat, so zu organisieren, dass er auch gleichzeitig die Verantwortung für diese übernehmen kann. 6. Der Zentralrat spricht dem ehrwürdigen Oberrabbiner Sejmdeputierten Scliapira wärmste Anerkennung für seine übermenschlichen■ Leistungen zugunsten der Lubliner Weltjeschiwah aus lind überträgt dem Waad hapoel die heilige Verpflichtung, für die Verwirklichung dieses. Jeschiwahideals zu arbeiten. E r e z J i s r 0 e 1. 1. Der Zentralrat beschliesst, mit einet; grossen Keren Hajischuv-Aktion unverzüglich einzusetzen durch Entsendung von Rednern und Instruktoren. 2. Der Zentralrat erachtet es für .notwendig, dass zur Führung der Geschäfte des Kören•: Hajischiiv ein ׳ autonomes ׳ Direktorium im Sinne : der Statuten errichtet werde. 3. Der Zentralrat fordert das Zentralbureau in Wien sowie die Erez .Jisroel-Zentrale auf, nicht früher zu ruhen, bis die Immigrationsangelegenheiten in Palästina nicht vollständig im Sinne der Agudas Jisroel geregelt sind. 4. Der Zentralrat anerkennt die Notwendigkeit, dass die Aguda-Mitglieder .in Polen,, welche auf Einreisezertifikate von der Frankfurter Erez Jisroel-Zentrale reflektieren, vorher durch die polnische Erez Jisroel-Zentrale zu bestimmen sind, so dass ohne deren Bestimmung kein Zertifikat erteilt werden dürfe. 5.■ Der Zentralrat fordert das Keren Hajischuv-Direktorium auf, in jedem Orte gemeinsame Erez Jisroel-Kommissionen zu gründen, an welchen die Arts-, Jugend- und Arbeitergruppen beteiligt sind. 6. Der Zentralrat erachtet t es als notwendig, dass die sowohl in die Erez Jisroel-Zentrale in Frankfurt am Fleiss vertiefte er sich nun in die jüdische Geschichte und Wissenschaft, besonders aus der Zeit der Inquisition. . Sein Entschluss stand bald fest: Er wandte sich an seine Eltern mit der Aufforderung, sie sollten zur Religion ihrer Väter zurückkehren. Sie lachten ihn zuerst aus, dachten wohl auch an ihre jEhrenstellungen, die sie als Juden nicht verlieren wollten. Gabriel! 'drang aber in sie, und seiner Ueberrechmgskunst gelang es, isie dazu zu bestimpien. Bald gelangte em Gesuch der Familie Kubalis an die Synode, sie (aus dem Verbände der katholischen Kirche zu entlassen. Dieser Schritt erregte ungeheures Aufsehen in ganz Spanien und alle Zeitungen des Landes besprachen ihn in spaltenlangen Artikeln. Wie man sich erzählt, habe der König ,Alfonso durch einen eigenen Abgesandten die Wahrheit über den Fall Kubalis feststellen lassen. Die Geistlichkeit machte natürlich Schwierigkeiten. U,nd da der Weg (zu dem iZele der Familie etwas langsam schien, verliess sie dieser Tage Spanien unter Niederlegung all ihrer Aemter und ,Zurücklassung ihres Grundvermögens mit unbekanntem Ziele. Diese Erzählung hört sich zwar sehr romantisch an, ist aber eine;wahre Tatsache, die sich dieser Tage in Sybilla in Spanien zugetragen hat. Warum entzünden wir acht Tage die Chanukahlichter? Diese Frage wird in ׳der letzten Chanukalmummei dieses Wochenblattes eingehend und erschöpfend behandelt und der nichtgenannte gelehrte Verfasser diese« Artikels zitiert die verschiedensten Ansichten und Antworten dei ״ ראשניםnd אחרניםauf diese ■gewiss berechtigte Frage. Am meisten scheint dem ׳Herrn Artikelschreiber die Ansicht der Scheelthoth des'Rabbi Achai Gäon zu entsprechen, wo vom Wunder des Öelkänncliens behauptet wird, ״dass es nicht einmal für einen Tag reichte.“ Nach dieser .Lesart, meint ■der Verfasser, dauerte das Wunder •also volle acht Tage, und das!ist dann wohl •begründet, dass auch wir an acht Tagen das Chanukahl'icht entzünden. Dies, so las ich vor kurzem in ejnem ספר , dessen Titel'thjr leider entfallen ist, ist auch in der fünften Strophe des ■bekannten Chanukahliedes angedeutet, wo es ׳hei$st סנותר קנקנים נעשה, נס ונד^ aus dem Reste des Oelkätmchens entstand das. Wuder“), daher בני בינה ימי שמנה קבעו שיר וגר setzten ׳■die (Männe'r der Weisheit dieses Fest auf acht Tage an. Hätte י es sich nicht ursprünglich bloss um einen Rest (=;■■,ein kleines Quantum) Oel gehandelt, dann allerdings ,wäre dieses; Fest nur sieben Tage zu feiern gewesen. ■ Aber das -Wunder geschah schon am e rs ton Tage, daher die achttätige Dauer ׳ des Festes. .; Rabbiner Rr. Fl Kanter, . Zwittau (Mähren); Main als auch in die Leitung der Jischuv-Arbeiten im Heiligen Lande je ein ständiger Vertreter der politischen Landesorganisationen delegiert werde. Politik. 1. Der Zentralrat drückt der orthodoxen Sejm- und Senat-Fraktion dankbare Anerkennung aus für ihre unermüdliche und fruchtbare Tätigkeit zugunsten der jüdischen Gesamtheit. Insbesondere wünscht der Zentralrat dem energischen Sejmdeputierten Elijahu Kirschbraun rascheste vollständige Genesung von seinem schweren Leiden, damit er seine erfolggekrönten Arbeiten fortsetzen könne. 2. Der Zentralrat nimmt den Bericht der orthodoxen Sejm-Fraktion in bezug auf ihre Tätigkeit, innerhalb des. Sejms und des jüdischen Klubs mit Dank zur Kenntnis. 3. Der Zentralrat wünscht engste Zusammenarbeit des Sejmklubs ,mit. dem Waad hapoel. (Die. Resolutionen über die jüdische Weltpolitik wurden bereits veröffentlicht.) % Einladung 19) מש״ק פ" מקץ• Dezember) um halb 8 Uhr abends Veranstaltet die Agudas Jisroel. Jugendgruppe, Wien, II., Flossgasse’l, in ihrem grossen Vortragssaaie eine grosse Clianukafestveranstaltung Gäste herzlichst willkommen! Dias Komitee Zusammenarbeit. Unter obigem Titel bringt die jüngste Nummer ■ des Amsterdamer ״Weekbiad voor israelitische Huisgesiman“ die . Aeusserung ״eines treuen Agudisten“ über das . ewig aktuelle Thema der Zusammenarbeit der Aguda mit der zionistischen Organisation. Wir bringen diese Aettsserung vollinhaltlich. Sie beweist, dass die Agudisten, gleichviel ob .in 0;st oder ■West, eine Zusammenarbeit ohne vorherig^' Anerkennung der Souveränität der Thora über das jüdische Volk sich nicht vorstelleri• können. Die Red. Man hört fortwährend und hauptsächlich von zionistischer Seite von der Notwendigkeit einer jüdischen Einheitsfro'nt, und de? Aguda!wird es zum Vorwurf gemacht, dass sie an der;Schaffung einer solchen nicht mitwirkt; Dass dies bisnun unmöglich ׳\var, liegt' meiner Meinung nach daran, dass man die Orthodoxie nicht begreift. Wie kann man mit jemandem Zusammenarbeiten, indessen Seelenleben man sich nicht Vertiefen und demnach auch die Sache, um die •es sich handelt, nicht von seinem Standpunkt aus betrachten kann? Fängt man an, einander zu begreifen, dann folgt die Ächtung und dann erst kann an ein Zusammenarbeiten gedacht!werden. Der orthocl-oxe Jude sieht in Palästina G-ttes Land, in dem jiidisehen Volk G-ttes Volk, ׳’inT der jüdischen Geschichte das Werk der G-tteshand und ln allem, was die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Israels bildet, die Erziehung .G-ttes an unserem Volk; ׳Ebenso wird die übrige Menschheit durch ihn erzogen (geleitet), bis das Ideal erreicht ist und jeder/ sowohl ■Jude und Nichtjude, sich als Kind des Schöpfers fühlt, mit der Aufgabe, aus freiem Willen G-ttcs Willen zu vollbringen ׳und im Leben Seiner Liebe und Gerechtigkeit nachzustrebcii. Auf der Lehre vom Sinai, wo Israel diese Lebensauffassung bekam, sind die! Gegenwart und die Zukunft unseres Volkes unerschütterlieh begründet. Von Israels Treue an dieser Grundlehre ist sein Glück abhängig, also auch der Besitz von G-ttes Land,. welches er bereits;unseren Vätern Abraham, Isaak und Jakob verheissen hat. , Nach dieser ' Lebensauffassung ist die Ursache des Golus, dass . wir;es besser zu verstehen glaubten als unser König und!an Stelle Seiner Weisheit die unsrigef setzten, fremde Kulturen zur unsrigen machten und ujnser Ideal darin erblickten, so zu werden wie die anderen Nationen. י . .... Das Glück des jüdischen Volkes und der ganzen Menschheit liegt einzig und allein in der Rückkehr zu unserem König, der uns nicht verliess, wiewohl wir unsl von ihm abwendeten. Hat doch er allein!uns aus den grössten Gefahren gerettet, so dass man;noch heute von einem jüdischen Volk sprechen kann.! Für diese Gedanken lebt!und kämpft die jüdische Orthodoxie. Im Mittelpunkt ihrer Gedanken steht also nicht Palästina, sondern die Thora. Durch die Thora erkennen wir den Willen unseres Königs und Er, der' König der Welt, kann luns in unser Land zurückführen» für dessen Besitz er allein bürgen kann. Durch Israels Glück wird auch einst das Glück der Menschheit ent-, stehen, die mehr denn ■je der festen, ewigen Wahrheiten! bedarf. . Die Haltung der AguÖa gegenüber Palästina und den Zionisten wird nicht durch Hass oder Gleichgültigkeit bestimmt, sondern durch .die Treue an das wahre, jüdische Ideal. Das orthodoxe Judentum beschützt die Thora als den grösten nationalen Schatz ׳und es wird zugleich durch sie beschützt. Es weiss, Idassj wenn auch ein grosser Teil des Judentums vom jüdischen Glauben abfällt und die Weisheit und Lebensauffassungen von ^anderen übernimmt, immer ein Kern übrigbleibt, der den nationalen Schatz hoch in Ehren hält und. dafür sein Leben opfert. Der Zionismus hat die Verirrten und Abgefallenen zum jüdischen Selbstbewusstsein gebracht und ihnen! Selbstachtung gegeben. Wessen man (sich früher schämte, gereicht nun einem zum Stolz. Doch der wichtigste Schritt, die Rückkehr zum praßen und doch neuen Juden- Judentum, wurde nicht getan. Die Zionisten wollen wohl in den Palast des Königs, doch mft Ihm wollen sie sich nicht versöhnen. -; ׳ Vielleicht ist diese Versöhnung mit dem Zionismus im Anzug, aber sie kann nur dann vollkommen werden» wenn auch die alte jüdische Lebensweisheit angenommen ' wird. - . ,' . Die Einheitsfront kamt geschaffen werden, wenn die Zionisten begreifen,. was das orthodoxe Judentum! für das jüdische Volk bedeutet und dass die Grundsätze der Orthodoxie das Judentum ׳erhalten haben. Die Orthodoxie kann hur dann an der Schaffung! einer Einheitsfront mitarbeiten, wenn diejenigen, welche das jüdische Volk vertreten wollen, dies als Vertreten des G-ttesvolkes und ln ׳diesem Sinne für die Nation in Wort[ und Tat auftreten werden.; Sie kann nicht mit denjenigen Zusammenarbeiten, denen das Teuerste, was das Judentum besitzt, Nebensache ist. Sie muss also ,ihren Weg allein gehen und der Weg ist der der Aguaa. So wird sie unsere Brüder und Schwestern und das höchste!Ziel, wofür wir alle leben, verteidigen. Sie kämpft für die Ideale, die einst aller Ideale sein werden, in der Ueberzeugung, dass einst die Wahrheit durchdringen wird. Wir geben uns der Hoffnung und der Ueberzeugung hin, dass durch die Arbeit der Aguda das jüdische Volk einst seine wahre Nationalität, seinen wahren Charakter und seinen wahren Adel erhalten wird. Vom Tage. Makkabäer einst una jetzt. Man. muss nicht viel YVorte verlieren, . lim die, Frage zu beantworten, was die Makkabäer einst waren. ,Feiern wir doch gerade dieser Tage das Andenken jener Helden, die, obgleich wenig, die Vielen ׳besiegt ■haben, weil sie ■die ״Reinen“, ,׳die ,!Frommen“ waren. ׳Die Vielen aber waren jene, die die. jüdische Reinheit, die jüdische. Frömmigkeit den heidnischen Anschauungen über Menschenpflichten und Menschenrechte geopfert hatten. Die Makkabi jener Zeit waren jene, die mit ׳wunderbarem Mut den jüdischen Geist gegen den ■Einbruch heidnischer Körperkultur ■verteidigtem Es gehört zu den tragikomischen Kuriositäten, an ■denen die Geschichte nicht ■gerade arm ist, dass heute vorzüglich jene sich Makkabäer nennen, die auf die Pflege der einzigartigen, ewigen, auch den jüdischen Körper aufbauenden und erhaltenden Geisteskultür zugunsten einseitiger ■Körperkultur ■verzichtet haben. Diese modernen Makkabäer ■haben selbstverständlich ähren Weltverband, der ebenso selbstverständlieh; die Gedanken des jüdischen Nationalismus vertritt,-der die Wiederbelebung ■des jüdischen Volkes als ״Musikeijudehtum“ ■unter Aufgabe seines Thorageistes anstrebt. Dieser (Makkabi-Weltver.band ■hat anlässlich des XIV.!Zionistenkongresses in Wien eine Makkabitagunig ‘ abgehalten, die folgende, einstimmig gefasste Resolution ׳der zionistisehen Exekutive vorlegte: ״In Anbetracht des politischpropagandistischen, erzieherischen ' und ׳gesundheitlichen Wertes der!Körperkultur ׳verlangt ■der MakkalbiiWeltyerband von •der Leitung der zionistischen Bewegung'•effektive Mitarbeit an .dem Werke ■der ■körperlichen Regeneration ■des jüdischen׳ Volkes. Zur •Erreichung •dieses Zieles und zwecks!Herstellung einer organischen Verbindung zwischen dem ■Makkabi-Weltverbande und •der zionistischen Organisation fordern wir die Schaffung eines Referates für Körperkultur innerhalb der zionistischen Bewegung.“ Ueber diese Resolution finden!jetzt Verhandlungen zwischen dem zionistischen ׳Erziehungskomitee und der •Exekutive des Makkabi-W'Cl'tverbandes statt. Im Zuge der Verhandlungen wurde Makkabi aufgefordert, über die Geschichte •des Makkabi und ■den Stand seiner!Bewegung mit entsprechenden Daten und. ■Ziffern ׳Bericht zu erstatten und gleichzeitig die Bekanntgabe der Mitgliederzahl und der Kassagebarung des Makkabi verlangt. Wir sind sicherlich nicht berufen, auf diese Fragen zu antworten. (Bemüssigt!fühlen wir uns nur,, diese Fragen zu ergänzen. Wir möchten nämlich gerne wissen, ob die Geschichte des Makkabi bis zu den Makkabäern der grossen! jüdischen Geschichte zurückreicht uiid ob die Kassagebarung des Makkabi auch jene griechischen Talente ausweisen :soll, ׳die ׳zugunsten einer heidnischen Körperkultur ugegen, den jüdischen, ״Geist aufgewendet wurde'ri. Der jüdische' Geist,; 'der hi "eitlem• scheinbär '1recht schwachen Körper wohnte, war ■immerhin!stank genug, ■das jüdische Volk zu erhalten׳ und zum Sieg ■zu führen. Der so angelegentlich kultivierte und regenerierte Körper der modernen Makkabäer, in ׳dem sich der alte jüdische Geist nicht heimisch fühlt, ha׳t'bis zum heutigen Tage keine Beweise'seiner Standhaftigkeit geliefert. Die Teinc Geisteskultur der alten Makkabäer ׳hat auch ■ihren stärken Körper verbürgt. Die :Körperkultur ■der mode ת ne n Makkabäer schliesst den alten jüdisclfen Geist aus und verbürgt nicht einmal einen reinen und gesunden •Körper. Fahnenpolitik. Seit den Demonstrationen anlässlich der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem am 1. April d. J. ist nun über ein halbes Jahr verstrichen, ohne dass sich der zionistischen Exekutive eine günstige Gelegenheit geboten hätte, irgendeine Demonstration zu veranstalten. Sie griff daher gierig nach der Möglichkeit, während dieses Chanukahfestes anlässlich der Ueberführung einer Fahne der jüdischen Legion von London nach Jerusalem nun sogar eine Demonstration mit militärischer Färbung zu feiern. Glücklicherweise sind wichtige Teile selbst der Zionistischen Organisation nicht mehr ganz blind gegen die politischen'Missgriffe der zionistischen Exekutive. Hugo Bergmann nimmt in der jüngsten Nummer der Berliner ,,Jüdischen Rundschau“ unter der Spitzmarke ״Fahnenpolitik“ gegen diese neuerliche Demonstration der zionistischen Exekutive scharf Stellung. Wir haben zu dieser ,Stellungnahme, die wir vollinhaltlich bringen, nichts hinzuzufügen. Hugo Bergmann schreibt folgendes: Das jüdische Jerusalem soll in einigen Tagen ein nationales Fest feiern. Die Fahne der jüdischen Legion wird von London nach Jerusalem gebracht. In grossem Umzuge soll sie in die Synagoge der alten Stadt getragen werden; Zum erstenmal ist die Erlaubnis gegeben worden, in demonstrativem Zuge durch das Jaffator in die alte Stadt einzuziehen, durch die kleinen Strassen, die vor sechs und vier Jahren Zeugen von Pogromen waren, Strassen, die heute noch zum grossen Teil von Arabern bewohnt ׳ sind. Englisches Militär wird den Zug begleiten. Vor den Augen aller Welt soll dargetan werden, dass die jüdischen Legionen ihren Anteil haben an der Eroberung Palästinas, welche die Aufrichtung des englischen Mandates und die Verwirklichung des jüdischen Nationalheimes möglich gemacht haben. Als ich die ersten Nachrichten über die Fahnendemonstration las, fielen mir die Worte ein, die Karl Liebknecht aus dem Gefängnisse schrieb, als ihm Ende 1917 die ersten Nachrichten von grossen Demonstrationen der Bolschewiken in Russländ, die eben die Macht erobert hätten, bekannt wurden. Liebkriecht schrieb: ,Aber was, rote. Fahnen, Maikomftierse, Karl- Marx-Amnestien, Spielereien, Spielereien. Treiben Sie richtige Politik, darauf allein kommt es an“ . ■ Ich' fürchte, diese unsere Fahnenpblitik ist/keine gute Politik. Es ist wohl verständlich, dass die zionistische Exekutive in Jerusälem,' seit ein englischer General an der ״Spitze• der Verwaltung . steht, ihm unseremilitärischen Tugenden vor Augen führt, und aus dieser Erwägung heräus versammelte sie am Tage des Waffenstillstandes die ehemaligen jüdischen Soldaten der englischen Armee vor Lord Plumer. Aus den Zeitungen erfuhr man, dass Herbert Samuel zu seiner Zeit• eine derartige •Veranstaltung nicht erlaubt hat. Dies war gewiss ein hoher Zug staatsmännischer Klugheit, iind es ist sehr kurzsichtig, wenn die Jerusalemer hebräische Presse schreibt: Man hätte nun von dem christlichen General erreicht, ■was man von Herbert Samuel nicht erreichen konnte; Es bandelt sich ja nicht um die ׳harmlose Demonstration, die ,in/der Versammlung ehemaliger' Kriegskameraden! besteht, ׳Es