Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 50 (11.12.1925)
- Date
- 1925-12-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 332 JÜDISCHE PRESSE Ht. 50 i!abbi!1nerv'erban׳des. In •diesem■ Sinne äusserten sich auch Rabbi Chäim Oser Grodzenski, Wiilna, der Sokolower Reibbe, Grossrabbiner Morgenstern, Obefräbbirier Jösaja Fürst, Wien, und Oberrabbiner A. Lewin, Sambor. - Das Amerikareierat l. M. Lewins an den Geschäftsführenden Ausschuss. F r a n k f u r t a. M. (AJPB.j. Der Schwiegersohn des Gerer Rebben I. M. ׳L ew i n hat; dem GeSebä'itsfiihrenden Ausschuss ■der Agudas Jisroel in Frankfurt über• seine Amerlikatour Bericht erstattet. . In zweiständiger.Rede .schilderte er die derzeitigen Verhältmsse in Amerika und zeichnete ‘die überaus ־ günstige Lage; in .welcher sich die Aguda׳ in Amerika ■befindet,־■ Nie fand der Aguda-Ge danke in Amerika solchen Resonanzbaoden . als, gerade!jetzt und die Jiidenlic'it erwartet in gespannter Sehnsuoht eine grosse Delegation• der europäiscen Rabbinen. Sie erhofft von dieser in ■erster ■Reihe eine ungeheure :־'Hebung des religiösen Niveaus, die •Lösung der schwebenden Erziehungs-, Seheclrita-, Gemeinde'fragen usw. . Sie verspricht aber auch g.rossartige. ivnanzieMe ׳Erfolge zugunsten der versehiedeheh agudisti'schen Fonds .für Europa und Erez Jisroel. Das neue G&meindegesetz in. Litauern Der litauische •Innenminister hat soeben die neuen ׳Instruktionen über die Rechte und Funktionen der jüdischen Gemeinden, in Litauen bestätigt. Anfang 1926 werden die Wahlen ׳stattfinden, so dass zum 1. Februar 1926 die neugewählteu Gcmeinderäte zu funktionieren beginnen werden. ׳Laut dem Gesetz haben je 50 Juden das!Recht, •eine eigene Gcmeinde zii gründen! Der Zentralrat der jüdischen ■Gerheinden hat jedes Jahr dem •Innenminister die Vorlage über System ■und!Höhe der •Gemeindesteuer zu überreichen; der!Innenminister 1kann die Vorlage bestätigen oder aiblchnen sowie überhaupt nach Gutdünken verfahren.!Mindestens 40 Gemeinden haben das Recht, sich zu .einem Verband zu vereinigen und Vertreterkonferenzen einzitberufen. Solche ׳Konferenzen ,haben alljährlich zusammenzutreten und ׳einen Zentralrat -zu wählen, der die Arbeit der Gemeinden leitet und inspiziert.!Das Statut des Zenralrates unterliegt der Bestätigung durch den innenminister. Die Gemeinden sind keineswegs verpflichtet, sich dem •Gemeindeverband anzuschliessen und ׳im Zentralrat vertreten zu lassen. Diejenigen Gemeinden,•die ausserhalb des Verbandes bleiben wollen, reichen ihre!Budget- und Steuervprlage direkt bei de׳m Selbstverwaltuugsdepartelhehf ein. ' ׳ ' r ‘ Joint errichtet jüdische Volksbänken iri Rumänien. ■Gegenwärtig ".weilt in Rumänien der Generalsekretär der Joint ICÄ Reconstruction Foundation, Herr Noel Aronowitsch, dessen Mission e.s ist, in!Rumänien jüdische-Geuossenschaftsbanjcen emzurichten.. In Transsylvanien, , wo die׳ Juden gegenwärtig eine finanzielle Krisis' durch machen, hat Herr Aronowitsch Vorbereitungen zur Errichtung von drei;Volksbänken, ~ in Sigetul-iMarmaro's, OfadeäiMare (׳Grosswärdein) und in Cluj (Klausenburg) — getroffen. Die'׳Banken werden nach •dem Muster der von ,Joint .gcstützten Genossenschaftsbanken in Bessarabien arbeiten. Die bessarabischen Volksbanken• arbeiten, mustergültig: gegenwärtig gruppieren! stell 45 •Prozent der jüdischen •Bevölkeriing Bessarabiens Tim diese Institutionen.;In Alt- •Rumänien sind gegenwärtig neun vom Joint gestützte Volksbanken ,in Tätigkeit.; ׳In der Bukowina arbeitet Joint /insbesondere •auf : dem!Gebiete des 'Wiederaufbaues im Kriege zerstörter Häuser. Die zu diesem Zweck begründete ״WiederatifbaiHGesellscliaft“ hat bisher 1500 •Häuser wieder aufgebaut. ’• ׳:׳■ Nach der Konferenz von Baltimore. ל— Eine friedliehe Verständigung, jedoch kein endgültiges Abkommen erreicht. Obwohl die Zionistemkonferenz in ׳Baltimore, auf der die 5-M׳i 1H0nen- D0! 1 ar-K ärnpagne beschlossen worden ■ist,’ das Bild , einer fröimdschaftlichen Verständigung ,zwischen den "amerikanischen Zionisten und der von Marshall geführten •Gruppe •gegeben hat, ist die Zusammen- ■arbeit •zwischen den beiden Lagern. in Zukunft noch un- .gewiss, da es an einer ganz; bestimmten •Abmachung fehlt. In zionistischen Kreisen gibt •man der Ansicht Ausdruck, •dass der Wert der;friedlichen• Verständigung •vorläufig nicht überschätzt werden möge, da noch mancherlei!Hindernisse. ׳einer Zusammenarbeit zu ׳hese:it׳rgen sind. Die Zionisten wünschen greifbare Verpflichtungen finanzieller Art als . Voraussetzung . ’ einer׳ Zusammenarbeit mit der!Marshall-iGruppe -in der ' Paläsiinakampagne. Unter der breiteren Masse der Zionisten ,herrscht eine Abneigung •gegen den!Plan der Krim-Kolonisation. Diese Abneigung wurde durch!Sokölows!Rede in Baltimore noch verstärkt. Auch, die Kontroverse "zwischen Dr: Stephen S. Wise und Louis Marshall hat' nicht dazu beigetragen, die ׳Lage zu befestigen. . , . Saloniki. An den Oherrabbiner von Stockholm. Dr. Ehrenpreis, ,ist das!Ersuchen; ergangen, das Oberrabbinat von Saloniki, das;'zurzeit verwaist!ist, ,anzunehmen. . Öie ‘ Propagandatöirrnee: Df;.Joel Pollaks in Sfehjen*• bürgen. W i e n. (AJPB.)!Rabbiner .Dr. Joel!Po-lTak ist'.'.ydn seiner;einmonatigen Propagandatournee in Sjebdnbür'geti (Rumänien). nach Wien zur itekgdkeh' ti' u:h׳d ׳ '־liat '׳im; Zentraibuf eau seinen Bericht יי Vöigeiiegf, ־'־•' dem folgende;4n!t׳ef% nationale Details zu entnehmen siind: ,Antritt der!Reise am L •Noyember. Ankunft und .grosser!Empfang!in Oradea- Maredm 2. •November. Kundgebung des..." Oberfähbiuers Fuchs und des W׳isc)1nitzer Rebben für die 'Ägudaidec. Dcr VViischnifzer Rebbe erlässt ׳einen׳ Aufruf an di!e Juden• der ,Bukowina, 'steh der Agudas Jisroel anzuschl'iessen. In •den nächsten Tagen fänden Besprechungen• und Versammlungen in. Szekelyhid, Ermihalyfalva, Szathiar, Bistrifzä,' Del, Beclcan, Cluj, Torda, Medias, Schassburg, Hermannstadt, Maros-Vasarhaly, Sasregen,!Maros-Ludas und in Vielen anderen!Orten statt. Herr!Rabbiner Dr. Joel Pollak nahm ferner teil an ׳einer Sitzung des. :y׳erw:altu11gsa11׳s!schusses der orthodoxen Landeskaiizlei in Bistrita, bei welcher unter ,anderem 'folgende Rabbiner '•anwesend waren: Der Präsident "der ' Landieskatiztei, O be Trabbi ne 1־ ' Uilimann, Bistrita; Paneth," Dej; ־ Teitelbaum, Marmaros-Ezlget: Fuchs, Oradea-Mare; Vesel, Tordo; Schwarz, Monostor; Elias, Samos-Ujvar; Sofer, Marös-Vasarhely.' Dr. ,Pollak referierte über •die politische und kulturell -aufklärende Arbeit der Agudas Jisroel •in und •ausserhalb Palästinas. Für •die ,a־u f,0 p f e r 11 •de Arbeit d׳er Agudas א Jisroel i in Kampfe u m ׳da>s G e m!e i n d eg e!s e t z votierte •d ■c r V ■e •r w ,a 1 ■l u n g s a 11 ׳s s c •lni s 's •d e r o r 1.11 0 d .0 x e n L a n d c s ,k a n z •l ׳e i •der Z •e •n t ■r a I e d e r A g ׳u d a 's J1 s •r 0 •e 1 ׳d •c ■11 g •e b ii 11 r e n d e ■11 Dan k. G 1 e 1 c 11 zeitig w' u r d e b c s c h l 0 ׳s s ■e n, ■d ׳e r ׳e n g-!■i scheu •R׳e gd 6r11 n g 1111 d ׳d’eni Völkerbund ■den D an k a 11 s z u׳s p r e ch e 11 ■f ii■r die Ab 1 e:11 n 1t n׳g d e s z i 0 11 i s t i s c n e n G e me:i 11 d e g e se t z•e n t w urf ׳e s. fn allen •Gemeinden zeigte sich ' regstes •Interesse; ..und wä-mste Sympathie für die Agudabewegung. •Insbesondere sämtliche bedeutenden Raobiner des-'Landes begrüssen •in der agudisti'schen Bewegung die Renaissance •des Judentu ms. Der stärkste Arbeitswille gibt sich bei1 ׳der Jugend kund. Es wurde beschlossen, vorderhand in iKiausenburg eine:׳Monatsze,itschrift zu gründen, doch muss, den• Wünschen der!jüdischen!Massen entsprechend, :schon jetzt ׳die Schaffung einer •Woclienzeiitiing vorbereitet werden. Die V o r b cr e i 11111 g e n z u r E i 11 b e r u•f 11 n g einer L a n de sk o n fe r en z ׳s i n״d 'in An griff gen o m 1ne.11 w 0 r■d.e 11. rmn o s e b e c la o s 1 o tw s■. Ij: e־ i i Öberrabbiner Weber über die Wahlen. ■;•׳•• Der Freundlic'hikeit des Herrn' Ober- . ■ : . .;׳raibblners Weber, Präses der orthodoxen Lan- ...; •cles'kaiDzlei,, verda'nken׳ ,׳wif die׳ nachfolgenden ' 7, . 1, •Ä.iisführungen, ׳die gicherlicli allgemeines ..Inter-;eis^e־‘ Iterv6f-r,u1feh.fwerde1u?7־■•■■ y •': Vier ■W;och׳en sind seit.idem'^-.1׳;5׳ Nove!mber ve:rstrieben, da ׳i!n׳ der C. S; R. mehr als 7-Miili.oneh ׳Bürger, ddr1int׳er' zirka 130.000 Juden, .;!vor •die Wahlurne traten, um ■ihr wertvollste,s staatsbürgerliches ,Recht auszuühen; ■ •־■׳■,. ׳: : •! :;ע ׳• •' ־'Das ׳stürmische Gewitter der• •künstlich:••erzeug־ 'teil'׳ ■Erregung׳ wie!die •durch mass-lose Verhetzung-geschürte'1Erbitterung• unter ׳den •Nationaljuden über den Ausgang (der ׳Wahlen'• ׳dürfte •sich: bereits , verzogen haben. ׳Der• politische!Himmeil ist klar, das ׳Gewölk der Entstehiingen imd Verdrehimgen ist gewichen und. die •Strahlen der Sonne!der ■universchleierten Wahrheit drin gen in die ge'lieiimsten Winkel .und. das ganze, so 'viel•umstrittene jüdisch-politische. Problem in. der Republik erscheint •gründlioh ,beleuchtet. Ich glaube, dass riinimehr unter •den jüdischen Wählerin ohne Unter- 'schied der ׳Parteir.ichtiing ein ausreichendes ׳Mass von Nüchternheit ׳bereits vorhanden •sein dürfte,'dass die Stirn ui.e de r V e r n 11 n ft sieh Gehör verschaffen und1 eine׳ auf ta׳t s ä c11׳i:i che ׳Grün d׳la gen aufgeballte ׳Beweisführung Verständnis und Würdigung finden ׳kann. ׳' - Tch gestehe: offen,־ dass bis heute •auch!mir die nötige!Ruhe gefehlt hat, um die haltlosen Anklagen , sachlich zu־ entkräften und •die unwürdigen!Kampfmetlioden mit Würde unid Mass■ zurückzuweisen• ' Seit Monaten ■habe ich wehrlos im!Mittelpunkt einer noch nie dagewesenen Liigenkampagne gestanden, seit, Monaten ■ wurde meine Privatöhre, ,meine •persönliche. Integrität und .meine rabbinische Wl'ürde •untergraben, geschmäht und!besudeit,. wurde in meinem Familienleben mit entmenschtem, brutalem Griff iii unsauberster Weise gewühlt und •das •mit •Zähigkeit und Beharrlichkeit .•unter den. sensations- -lüsterneu jüdischen •Massen systematisch ׳verbreitete Märchen von fabelhaft grossen Bestechimgssummeii, die ich angeblich erhalten haben soll, hat meine jüdische und mensdiliohe Seele mit solchem ׳Unmut, mit solchem Wider willen und* mit ■solch sittlicher Empörung erfüllt, dass!ich fürchten musste, in ׳solchem Zustande gerechter moralischer ׳Erbitterung die unter allen• Umständen einzuhalteriden Grenzen der Mässignüg, zu überschreiten, wodurch: die heilige Saöhe, die ׳ich von allem Anfang in konsequenter Weise;ver¬ Treten habe, nur leiden könnte, ׳Das aber sollte für alle Fälle verhütet werden. Ich schwieg daher- und Hess den Strom der mchtswürdigen.Angriffe über;mich ruhig ergehen. Nun aber scheinen sich •die Wogen, der aufgepeitschteii Leidenschaften zu glätten und;die Flut der allgemeinen, bis zum Ueberdruss wiederholteil zionistischen Beschimpfungen der!Orthodoxie plätschert wieder irrr alltäglichen ״normalen“ Bett stromabwärts, und . die Annahme ist - begründet, dass durch eine aufklärende sachliche Auseinandersetzung * den•'gewollten;und niclitgewoiilteil Missverständnissen der Boden ej1tzogen;wdrden־dcatin.■ .; Gerade •di!e: heiiihgend'Ihteressen, in deren. Dienst wir •uns gesteht.haben. blifor.derm es^gehidteriSch, dass die!ga!1z:e; Wahrheit üb0Td׳ie;:jüngsten Ereignisse restlos und-ün^shi^fei^^äiejGeff'entMcttke!^ gebracht, werden,1i׳ä^fitT^kja;r^Aa1׳fes und nüchternen Sinnes urteilen-^ka1ini;׳wer ׳:'tvirk!licl14m jü d i׳s ch e:n 11 ri t e re s; s e gehanddlt hat und%u|;weicher : Seite zur;Erre!icliühg :eines, heiligen;Zfeie|;:: r e!i ii ß M i t t ■e l und r ig 0 M s:"׳e i n w:;anl(T־We •i-!e' W;a f f 1ein gehandhabt wurden. Auf ׳Grund eines, so gewonnenen'Urteils wird man sich entscheiden können, wem in der Zukunft Gefolgschaft, geleistet werden soll. ׳Nach dieser Einleitung möchte ich .1n,if der meritorischen!Behandlung Ws ׳überreichen Materials ׳beginnen: Aus dem chaotischen Gewirre demagogischer Schlag Worte, Unwahrheiten, ׳Beschwerden, Verdächtigungen ■und Verleumdungen klingen mir •drei Anklagen in den Ohren. Ihre .Haltlosigkeit lind Uiiaufrichtigkeit zu beweisen^' resp:־zu ,erklären, bildet den ersten Zweck meines Aufsatzes. Diese Anklagen lauten:!E •r 's t e:n s : Die. J ii d:i s c h e Wd r t s c h a f t sp a r t e i;wurde‘ ypn.'der sögenannteu Treiihimgsorthodoxie ■gegründetf nur um zu •verhindern, ■dass ins Prager Pariament;jüdische Vertreter ^gelangen, ׳־und wie das Wiahlergebnis׳. beweist, ist ihr dies auch gelungen, ׳indem die 116.000 jüdischen Stimmen, die von beiden Parteien, aufgebracht wurden, kein positives Resultat zu erzielen •vermochten. . ׳ . .. Z wei t e n s : Oie orthodoxen Führer haben im letzten Moment,, da eine :V e r e i n,b a r 11 ng zwischen den beiden Parteien getroffen •werden sollte, ohne jede Be- . gründung dieselbe, ltmgestossen- und eine s e p a rate Liste der. Jüdischen .Wirtschaftspariei eingereicht, und ■ ׳ •d ini t te n s ׳ hätten die orthodoxen Führer lim jeden Preis die Re- . giemng imterstützeii wollen, weil — meine Feder sträubt sich, dies niederzuschreiben — sie sich für Geld, viel Geld verkauft haben• Dieser zweite Teil der ׳dritten Anklage, der'die ungeheuerlichste persönliche Besudelung involviert, wird :in feiger Weise von den Erfindern nicht mit Namensdeckung weitergegeben, sondern auf der Strasse, in Bahnkupees, in Kaffeehäusern und ׳in allen Zentren der Ehrabschneiderei in geschickter Weise unter!die nach solchen Gerüchten •hungernden Massen gestreut, von Mund zu Mund weitergegeben, so dass niemand: weiss, woher die Nachricht ׳stammt, ■um ge- ׳ geben«nfalls in bequemer Weise!sich der. Verantwor-: tung entziehen־ zu können. .. Was zunächst die erste ׳Beschuldigung betrifft, nach der wir dafür verantwortlich sind, dass die Jüdischnationalen keine Tribüne im Parlament erhielten, möchte ich mir erlauben, darauf >hinzuwei׳sen,;'‘dass wir und mit. uns alle vernünftigen un׳d die Existenzfragen,der Juden!in der Republik‘mit ausser,ster ,Vorsicht, behandelnden Juden von atlem Anfang׳";'den Wert;, und Nutzen . einer .jüidischeii ',’,Minoritäfspaftei“ l.j1;i(d1h1.a!ll׳zulsTjpch..veTans^agtr)1abe11.^ Im., Gegenteil, ''wfrh'äh’en .׳nie ,.ein'^öeheimnis'daTM^'g^ iinunterbrocheii öffentlich ׳ verkündet,'־ '■ daSs'-'^F'-die j•iid•i;s c!31 n a t i 0 11a 1 e׳ ■ O ri e n t 1 ׳er'ün g;für. g׳e-• fährlicli halten und von ihr ׳befürchten, dass sie dem Judentum unter Umständen einen nicht wieder gutzumachenden. Schaden zufügen könnte. Diese . •;Unsere Meinung haben wir immer .!in klarer, beistimm׳t׳er lind ■unzweideutiger!Form veriautbart, •so dass sie allen unseren Freunden und'Gegnern bekannt sein musste. Wir konnten daher in logischer Konsequenz• unseres Standpunkt׳e!s*4ie Jüdische Wlirtsohaftspartei nur;mit zw׳e if a c h'׳e r Tendenz gründen: Erstens, zu verhindern, dass jü d i ׳s c 11 n a t i o n a 1 e Mi n d ׳e rheit s t 0 1־ ■d e 11 ־in g e n politischer Natur •im' Pariament erhoben w׳erd׳en, die nach unserer tiefsten , Ueberzeugung katastrophale Folgen nach sich ziehen könnten. Zweitens der Judenbelit zu ׳einer'auf rein w i r.t s c h a׳f־t lieh e r!Basis ־ gewählten V •e r t r etung zu verhelfen, die die Betonung und Pertriäkrierung solcher ״Minderheitsrechte“ perhorresziert und .ausschliesslich darüber z׳u wachen hätte, dass wir als g •1 e i o h b e r e c h t i g t e •B ü r g ׳e r behandelt werden, und •das das Staatsgiuuidgesetz in allen seinen Beziehungen und allen seinen Auswirkungen auch ■uns Juden gegenüber .nicht bloss־ auf dem Papier bleibe, sondern in der Praxis durchgefüh'rt wird. Wennwir nun . bei •den Wahlen nur den ersten Teil unserer alten Be- Strebung, die Judenbeit vor.dar eminenten Gefahr der nationalen Minderlieitsreeilte zu •bewahren, •erreichen konnten, den anderen Teil hingegen, nämlich ׳einige in unserem Sinne . wirkende Männer •in die ge setzgebende Körperschaft zu bringen,. infolge des Um- Standes, dass die Jüdische Wirtschaftspartei!erst knapp vor den Wahlen auf den Plan getreten ist und in ,Ermanglung einer entsprechenden Organisation und Propaganda nicht durchführen konnten: ׳und durch die •Nichterreic’himg der Wahlziffer Lin Karpathoruss kein einziger Jude ein Mandat bekommen hat, ׳so kann;uns gerechterweise ein Vorwurf nicht treffen,!Die Schuld trifft einzig und allein die Gegenseite. Sie vertritt seit Jahr und Tag •das ׳Prinzip, dass jüdische Interessen durch ,Juden, ׳und nur durch , Juden wirksam vertreten werden können. Die Gegenseite hätte •die •nach ihrer Ansicht seitens der Jüdischeu Wirtschaftspartei geplante Verhinderung einer jüdischen Parlameutsvertretiing mit einem bisschen Grosszügigkeit sehr leicht'hintertreiben können, indem sie d i e ei g e ne L i s t e. ־ zu r ü c k ge zog e n hätte. Alle Juden hätten sodann ■auf die Jüdische .Wrirtschaftspartei gestimmt, ׳die Wahlziffer wäre @erreicht worden׳, die Jüdische!Wirtsohäftspartei hätte ein ׳־Mandat bekommen,. Jn weiterer Folge hoch drei ' Mandate “und Juden wären im Parlament gesessen, wenn auch solche schlechte Juden, wie ־ der Unsdorfer