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Jüdische Presse · 1925-12-11 · 50 (11.12.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
50 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 328 JÜDISCHE PRESSE 'י r. 50 um des Gesetzes willen. Sei gnädig deinem Volke, lass dir genügen die Strafe, die wir. um sie erdulden! Zu einer Läuterung lass ihnen mein Blut dienen und als Ersatz für ihre Seele nimm meine Seele!“ Nach diesen Worten starb er. Ueber die Gemeindeverhältnisse in Polen. Ein' genauer .!Kenner der Gemeinde- Verhältnisse in Polen stellt uns die nach-!folgenden instruktiven Ausführungen zur Verfügung. Was man sich nie hätte träumen lassen, ist in Polen ,in Erscheinung getreten.!Sehr ernste!Kreise sehen die Zukunft der religiösen Verhältnisse dort so trüb, dass sie glauben:, es sei die Zeit gekommen, dem religiösen Wollen innerhalb der Judenheit eine eigene Zufluchtsstätte zu erstreben. Da man im Wlesten nur allzu gerne vergisst, aus welcher Quelle eigentlich die!ganze sogenannte Separation stammt und nicht mehr daran erinnert ■sein will, dass es die refor ml listigen, m'it ׳Staatshilfe ihre Gewaltherrschaft ausübenden Gemeindeführer waren, welche die iReligionstreiien zum Austritt zwangen, ist es historisch wichtig, festzustellen, dass derselbe Prozess jetzt in Polen beginnt. Der politische Staat denkt ■ernstlich daran, teils infolge von Staatsn0fewendigkeiten, teils infolge des ״Ausgleichs“ das Verhältnis von Staat zur jüdischen Religion und ihrer 1Betätigung zu regeln. Wir verraten kein Geheimnis, wenn wir!mitteilen, dass ■in Ko'lozydowski (Parlamentsklub ider jüdischen Abgeordneten und Senatoren), anfläsisiich der Beratung dieser ■Angelegenheit, alle!Vorbereitungen dadurch zunichte gemacht wurden, dass ■ein zionistischer Deputierter erklärte, seine ,Anhänger würden alles verc'iteln, was nicht zur ■Gründung der jüdischen Volksgemeinde führt. Es ist!in gleicher Weise bekannt, dass bei einer Vorberatung in Wilna Rabbiner Chaim Ojser Grodzensky;in schmählichster Weise ׳behandelt wurde, weil er sich den auf die Verwirklichung einer Volksgemeinde zielenden Absichten 1widersetzte. Da inan nun in!diesen beiden Tatsachen nur den ■Auftakt kommender!Dinge sieben :muss, so kann man sich denken, was von der Zukunft zu erwarten ist. Wir sprechen gar nicht davon, welches ׳Unglück es für die vier!Millionen Juden *Polens bedeuten würde, wenn die Voliksgenieinde Ereignis würde. Wir können uns keine ■polnische Regierung!denken, die einem solchen 'Beginnen den staatlichen ■Arm - le!ihen würde; ■allein wir stellen uns einmal einen Nationalisten vor, der wenigstens so viele geschichtliche!Kenntnisse hat, um die Anschauungen ■der Orthodoxie zu begreifen. Wir stellen •uns ferner vor, dass dieser Nationalist ein gewisses Gerechtigkeitsgefühl besitzt• Er muss!dann begreifen, dass ׳die jüdische Volksgemeinde ■ein ׳Novum in der jüdischen Genieinschaftsbildung darstellt. Die alte Kehilia, das wird er z!tilgestehen, ■ist e'in Instrument religiösem Strebens;v Herren-, Knabenand Kinderkleider fertig und nach Maas Massabteiluug bis zu den feinsten englischen Stoffen. Erstklassige Zu• Schneider. Eleganteste Ausführung. Auf Vermeidung von DttVV wird genaueste» geachtet J. STERff, Wien, II., aiookengas■• 26. T. 46013. _Beachten Sie die Hausnummer. die neue, so wünscht er, soll eine Stätte p 0 1 i t isehe r Machtbestrebung und Machtentfaltung bedeuten. In der alten Kehilia gibt es •einen festen ־Punkt der Orientierung: das jüdische Röligionsgesetz; in der neuen muss dieser feste ■Punkt fehlen, da die jeweilige politische Gestaltung der Um9weit neue Maximen und neue Taktiken ׳erfordert. ,Die alte Kehilia kannte eine Autorität; die neue huldigt dem Idol der Majorität. Gegen diese Feststellung dürfte der besagte Nationahst keine Einwendung erheben, aber wenn er weiss, und er ,kann ■es nicht bestreiten, dass ׳speziell ,in!Po׳len die überwiegende Mehrzahl der jüdischen Seelen religiös eingerichtet ist, so muss er doch einmal mit sich darüber ,zu Rate gehen, wo denn diese Juden den Mittelpunkt für ־ihre■ religiösen Belange ■suchen sollen. Man antwortet wohl: Ja, ■da müssten eben all diese sich nach altem Muster eine eigene Kehilla-Gemeinde schaffen, denn in einer Volksgemeinde sind die politischen Momente lind Erfordernisse so stark, dass wir für solche ,Kleiniichkeiiten keinen Raum haben. — Aus dieser ׳logischen ׳Antwort geht klar hervor, dass das Verlangen nach einer Volksgemeinde nicht mehr oder nicht weniger ׳bedeutet, als eine ״Trennung von Kirche und Staat“ innerhalb des Judentums, und man sollte nicht vergessen, dass, zuweilen auch erst nach schweren Kämpfen, die Ent- Wicklung sich immer der Logik angepasst hat. Es ist also als historischer Ausgangspunkt zu fixieren, dass die nationalistischen Bestrebungen ein neues zwlngeudes Motiv für den Zerfall ■der Gemeinde in sich bergen: die nationalistische Volksgemeinde hat keinen Raum für solche Juden, die das nationalistische Moment absolut aiblebnen. Doch .unterbrechen wir für einen Augenblick diese Betrachtung zum Zwecke eines kleinen geschichtlichen Rückblickes. Solange Polen unter der Herrschaft Russlands stand, gab cs eine eigentliche jüdische Gemeinde de jure nicht. Nur die Gemeinden Warschau und Lodz hatten eine vom ׳Staat anerkannte, wenn auch dürftige Verfassung. Es hat sich zwar in allen jüdischen Siedlungen eine ■Art Gemeinde heniusgebilldet, es hat ferner der russische Staat diesen frei willigen Bildungen stillschweigend eine Art Gewohnheitsrecht zugestanden, aber von einer ׳streugen gesetzlichen ■Geme'inverfassung konnte keine Rede sein• ׳Hin und wieder übertrug der russische ׳Staat den Angestellten dieser Gemeinschaften das Matrikelamt, er sah auch ,ferner in den Rabbinern der Gemeinde eine religiöse Autorität, die bei wichtigen Angekgenheiten als gleichberechtigte Teilnehmer zu Konferenzen eingeladen wurde. Die sonstigen Attribute einer jüdischen Gemeinde, wie beispielsweise Errichtung und Erhaltung von Synagogen, Fürsorge für das Schächtwesen, für das Ritual'baid, für das Beerdigungsweseii und insbesondere für den religiösen Unterricht lag mehr oder weniger :in den Händen privat׳er Bestrebungen und Unternehmungen. (Fortsetzung folgt.) . Sitzung des Zentt*al1*ates der* Aguda in Polen Sonntag, den■ 29. November ,begann in Warschau die Zentralratstagung der polnischen Landesorganisation, zu welcher mehr als •hundert Delegierte aus dem ganzen Lande und der Präsident der Weltexekutive. Rabbiner Dr. Pinchas Kohn. ■erschienen waren. Nach Verlesung der!Begrüssiwigstelegramme und nach den feierlichen Gedenk- Worten für die seit ■der letzten Tagung •verstorbenen Zentralratsmitglieder ׳durch dem Vorsitzenden, Sejmdeputierten Oberrabbiner Le will•, wurde!zur Tagesordnung geschritten. Dr, •Piinchas ׳Kohn begrüsst namens der Weltorganisation die polnische Judenheit, .׳die er mit ■ihren kraftvollen Individuatitäten als ׳dieselbe wiedererkennt, welche er vor sieben Jahrenliebgewonnen hat. Sie!haben sich ■mit grossem Elan ■für -die Erreichung des hohen Aguda-Ideals aufgeopfert und sie ׳bilden gewissermassen das Zentrum der Weltorganisation!mit ■ihrem kräftig!pulsierenden jüdischen Leben. Sejmdeputierter Oberrabbiner Lewin begrüsst .1|amens?;,0st^iizie^1<...un^>Jw-t׳qi]|1t,־;.dass, ■.die schwere wirtschaftliöfie Depression nTcm'Ton 'Opfern "für Agädfäs Jisroel ׳befreit, ■sondern ganz im Gegenteil an jeden Juden erhöhte Anforderung zur Verwirklichung der religiösen Ziele stellt. 1. 1M. Lewin, ■der kürzlich van Amerika iziirückgekehrt ist, begrüsst seine polnischen Brüder mit der ■Ermahnung, dass der einzige Weg!zur •Rettung ■des Judentums ■Agudas Jisroel ist. Ein!klares Beispiel gibt hievon Amerika. Er referiert ■in kurzen Worten über seine Tätigkeit ׳in!Amerika und er- ׳klärt, ■dass bei der künftigen Verteilung der Joint-Gelder Polen seinen gchörigen.iAnteil ■erhalten wird und die Ortliodoxie gebührend ׳berücksichtigt werden soll. ׳Rat Trockenheim gibt zum ersten Punkt •der Tagesordnung Rechenschaftsbericht ■über die abgelairfer.c Tätigkeitsperiode, die vielfach Erfolge, aber noch lange ,nicht das!Höchstmass des zu Leistenden zu verzeichnen■ ,hat. Er stellt einen •detaillicrben Arbeitsplan und Budgetvorschlag zur Debatte, welche bis 1 Uhr nachts dauerte. Der Sokolower Rebbe forciert erhöhte Tätigkeit auf allen Gebieten, denn die ■Mängel ■der Organisation zerstören unzählige jüdische Seelen, welche dem orthodoxen Ideale rein ■erhalten werden könnten. Er ■legt ■das •Hauptgewicht auf eine systematische Propagandaarbeit. Der Ostrower ■Raw schlägt ■vor, sich weniger mit dem Geschehenen zu beschäftigen und vor allem Mittel und Wege auszu sinnen, wie die Verwirklichung •der •agudistischen Tendenzen zum iBesten ׳des ■jüdischen Volkes am izwecksichersten zu erreichen ist. Rat Heber verlangt ■Heranziehung •der Jugend, weiche ׳die ,Arbeit lebhafter zu machen versteht. Rabbiner I. M. Löwin weist Angriffe auf den. Zentralrat mit der Begründung zurück, dass ■dieser unter den obwaltenden Umständen, das Grösstqrögliche geleistet hat, doch schliesse ■ei" sidk' der Behauptung an, isMs: die der ׳Aguda harrenden Ausgaben unerschöpflich sind. Rat Regowy erklärt, ■dass •der neugegrlindete ״Verband agudistischer ürganisatoren, Redner und Schriftsteller“ ein ausgezeichnetes •־Instrument zur Verwirklichung ■der vorgebrachten •Anträge sei, und fordert1• endgültige ׳Herausgabe •einer Tageszeitung für ganz ׳Polen. ■Getneinderät Weintraub wünscht straffere Zielsetzung ׳der einzelnen Aktionen. Sejmdieputierter Stempel verlangt erhöhte Einsetzung der Propagandatätigkeit in Westgaiizien. Nach ■einer!Reihe von Rednern •wird!eine neimgliedrige Kommission ernannt, •die den Budgetvorschlag zur Sanierung ■der Finanzen •zu prüfen hat. Zur zweiten Zu שבת חנוכה Wunder. Du moderner Men,seit, hast du!Björnsons Drama ״Ueber unsere ■Kraft“ gelesen? Sicher, und warst gewiss auch mächtig ergriffen davon. ׳Hat es ■dich •doch in ■eine Welt eingeführt, ■an deren Pforten du so oft fragend zögerst, und deren Schwelle du stündlich überschreitest, in deren Hallen du mit fliegenden Fahnen ein zieh st •in den Tagen des Chanukkahifestes. ,Auch das hat man dir zu rauben gesucht, hat wieder ■einmal auf Kosten des wunderbaren Eingreifens, das der Allmächtige bei deinen ■Geschicken vollzieht, die Grösse der Menschen gesetzt, ■hat den «Schauplatz des Festes immer weiter weg ■vom Tempelberg auf ■das Gewühl •des Schlachtfelde's verlegt.!Hat aus Chanukah schlechthin ein Makkahäerfest gemacht. Aber wollen wir etwa das Verdienst Mathisjahus und seiner. Söhne ■verkleinern? W.ie sollten wir •das wagen? Gedenken wir ihrer ■docli •im Gebete ״olb ■der Wunder“ täglich am Feste so oft! ״Schwach und gering an Zahl, waren sie ■doch rein, selbstlos und' 'Diener der!Lehre.“ Ist doch ׳dankbares Gedenken ■ein unveräusserliches Erbe Israels Allein im Sinne der Makkabäer wäre es wirklich nicht, wollte man nun das Chanukkahfest von ׳einem anderen Standpunkt aus betrachten, als es unsere Weisen s. A. getan haben. Versetzen wir uns •doch In die Seelen der siegenden!Helden: wofür hatten sie denn eigentlich ׳das ■Schwert gezogen? •Für politische Ziele? Nein, wahrlich nicht: hätte Antioclms mehr Staatskunst besessen und den Untertanen des ׳Glaubens und der Glaubensbetätiguug Freiheit belassen, nimmer ׳hätte Israel sich empört. Aber weil der Tempel entweiht war und die ‘böse Saat •des Abfalls so furchtbar weite Kreise ergriffen hatte, darum stand Mathisjahu auf. Es war ein heiliger Krieg. .Doch nun hatten sie gesiegt, offen lag vor ihnen ■der Weg nach Jerusalem, offen ■der ■Anstieg zum Tempel. Sie zogen hinauf, mächtig erregt, entfernten ■die Götzenbilder, richteten den Altar wieder auf. Alles war׳ vorbereitet für ■die Wiederherstellung der alten, acli, so lange entbehrten Form der Anbetung., im frohen Jubel harrte das Volk: es geschah auch, aber ein banges Sorgen lag auf dem Antlitz •der Priester, •denn ■morgen schon, so!fürchteten sie, würde der kaum aufgenommene Tempeldienst eine Unterbrechung ■erfahren müssen. Fehlte es doch an Oel für das Licht, ■denn ■der Vorrat war durch das Eindringen ■der ■Heiden unbrauchbar geworden.. Welch ein Schmerz wäre das gewesen׳, :welch •ein bitterer Tropfen im Kelch der Siegesfreude, einen Tag schon nach ■der Tempelweihe ■düsteres Dunkel ■in dessen Halle, ■trübes Erinnerungsibild an schlimme, kaum vergangene Zeit! ■Doch die Treue ward gelohnt, das Wunder geschah und ungestört nahm das ■Fest seinen Verlauf. Es ׳ist gut, wenn man sich!immer wieder daran erinnert, ■dass Chanukkah eigentlich in der ׳zeitlichen'Reihenfolge der Feste ׳das :letzte ■ist, welches eines Wunders Geschehen im ganzen Volke verewigt: es wäre feige, ■diese Tatsache verdunkeln ׳■zu wollen. Was ist ׳denn ■das Wunder? Nichts als ein sichtbares Zeichen der ■Allmacht ■deines Schöpfers, ein Ausfluss seiner Allgüte. Nut eine entg-ttete Weit kann das Wunderbare aus den kreisenden Bahnen der Menschheitsgeschichte •entfernen wollen, kann in falscher Scham das Wallen der Vorsehung in den engen Rahmen ■der Alltäglichkeit pressen wollen, betrachte ■uocii einmal beim Schein des Chanukkahlichtes deine Geschichte und du wirst ■der Wunder •Fülle schauen, wirst ■erkennen, dass gar nichts im Werden •deines Volkes ״natürlich“ ist. Alsdann wird in deinem ׳Herzen da§. ■kleine Licht emporlodern als ■mächtige Flamme stolzen Bekennermutes und seligen Vertrauens. Warum entzünden wir an acht Tagen die Chanukahlichter? So sonderbar es auf ׳den ersten ■Blick erscheinen mag — die Frage, die die Leber sc hilft ■dieser Zellen stellt, hat unsere grossen Lehrer sehr angelegenitlicli beschältigt, und es ist viel Scharfsinn darauf verwendet worden, sie ■befriedigend!zu ׳beantworten. ׳Es ■ist nämlich gar ■nicht so selbstverständlich, dass wir die Ghanukalicbter an acht aufeinanderfolgenden Abenden entzünden; nach ■dem Bericht des Talmuds (Sabbath 21 b) •über ■die Geschichte des Chauukahfestes hätte ■man vielmehr erwarten ׳dürfen, ׳dass sich ׳die Pflicht, die Festlichter zu entzünden, nur auf sieben Abende ■erstreckt. ׳An ■der angeführteil Stelle wird nämlich auf die Frage ״Was ist Chanukah?" mit ■einem Zitat aus der Megilath Taanith geantwortet. Die Megilath Taanith ist ein aus ■der Zeit der älteren Tanairn stammendes Verzeichnis aller Tage, an denen zur Erinnerung an ■die an ihnen geschehenen glücklichen Ereignisse das Fasten und sonstige Trauergebräuche untersagt sind. Da ׳heisst es nun, dass die Hasmonäer* nach ihrem glanzvollen Siege über die ׳Syrer :in ■dein entweihten Tempel ein einziges Oel- Täschchen fanden, welches das unverletzte Siegel des Hohepriesters trug, also nicht ■durch die Hand der Götzendiener unrein . geworden war und daher für ■den Dienst irn ■Heiligtum benützt ■werden konnte. Aber der Inhalt ■des Fläschchens war so gering, ■dass er das ain Abend entzündete Licht höchstens ■einen einzigen Tag hätte speisen können. ■Da wirkte G-ttes Gnade ein Wunder: Der spar* liehe Gebest reichte für acht Tage aus. Aus diesem Bericht der Megilath Taanith, •den, wie erwähnt, ■der Talmud übernimmt, geht jedenfalls soviel ■hervor, •dass die aufgefundeme Oelmenge für einen Tag reichte und dass das Wunder darin bestand, dass das Licht am zweiten Abend nicht erlosch, sondern noch weitere Sieben Tage erstrahlte; und es entsteht rum die Frage, warum wir in ׳Eriimerung an das sieben Tage währende Wunder acht Tage und nicht sieben Tage ■die Festlichter entzünden. * Rabbi Josef Karo will diese Schwierigkeit lösen, indem er ,meint; man ׳hätte ■die!Vorgefundene Oelmenge ׳in aclit gleiche Teile geteilt und ׳für jeden Tag nur •ein Achtel des Oels ■verwendet.!Es trat somit sc.hon in der ersten Nacht ׳das Wunder ein. ■dass ■dieser geringfügige Bruchteil genügte, um die!•lamme einen ganzen Tag lang •zu speisen, und daher entzünden •auch w׳ir schon am ersten Abend das t'.haimkahlicht. Oder das .Wunder zeigte sich gleich am ersten Abend darin, dass das Oelfläschchen, als ׳man s׳einen Inhalt in die Liehl־be,kälter goss, nicht leer wurde, oder •diese selbst, nachdem ■das Licht schon viele ׳Stunden gebrannt hatte, ׳keine Verringerung ihres Inhaltes!zeigten. Gegen diese!Erklärungsversuche macht ׳der Verfasser der Turc Sa.liab geltend, dass uns ■im Talmud von den Vorgängen, •die sie voraussetzen, ■nichts berichtet wird. Er trieimt daher, ׳dass nicht das ganze Oel für das Licht verwendet werden konnte, well ein Teil an den Wauden des!Fläschchens haf- ׳teu blieb. ■Das ׳Licht hätte also niclit einmal einen ganzen Tag •brennen können und ׳das Wunder vollzog sich ■daher schon •in der ersten Nacht. ׳Einfacher ist die •Erklärung, die Rabbi Chajitn Benvenisti gibt. Er ׳meint, ׳dass die Auffindung eines Oeifläschchens, das der Wut ׳der Götzendiener verborgen geblieben ׳war, an sich schon ein Wunder ist und •dass ■wir deshalb auch am ersten Abend ■der acht Chamikahtage ein Licht entzünden. Rabbi Jeliuda beu Barsillai aus Barcelona, ׳der um die Mitte ׳des 12. Jalirlumderts lebte und der oft auch von Tossafoth und den älteren Poskim!zitiert wird, sleliit ■wiederum in unserem aclitmaligen Lichtanzünden eine Erinnerung an •die glückliche Ab- Wendung des furchtbaren Anschlages, ■den die Syrer unter•■ nahmen, um das •jüdische Volle an seinem Lebensnerv zu treffen: das Verbot der jeden achten Tag zu vollziehenden Milah. ■Es licsse sich noch ■eine ganze ■Reihe von Erklärungen •atrftLIttfen, •die alle den Widerspruch zu lösen versuchen, der darin liegt, •dass wir an acht Abenden die •Lichter entzünden, während ■nach der erwähnten Talmudstelle 'das Wunder des Tempellichtes erst am zweiten Abend eintrat und ׳sich ■bloss ■auf sieben Tage, erstreckte. Hingegen besteht überhaupt keine Schwierigkeit, wenn man sich an die Lesart der Scheelthoth hälft. ■Die Scheeltiioth •des ׳Rabbi Achai Gaon, ■der um ■die Mitte des 8. Jahrhunderts leibte, sind •eine Sammlung von Vorträgen, die den Zweck hatten, agudisehe und halachische Gegenstände ■breiteren Volkskreisen •bekamitzumachen. Das Werk, ■das auch von Rasch! an den Tossaphisten zitiert wird, ist für die Wissenschaftliehe Forschung von unschätzbarem Werte. In dem an, den Wocheiiabschnitt Wajischlach anknüpfendeu Vortrag ist auch vom Chanukahfest י die Rede und vom Wunder des

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