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Jüdische Presse · 1925-12-11 · 50 (11.12.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
50 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wvi c n . ד * ■■WH ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktfon u. Administration! Wien, II.,Leopoldsfasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. -- Tel. 45-4*94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig; Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 30, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PoatsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto ... Nr. 50.170: für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien! Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Sir. 50 Wian-Br.li.lava, II. Dezember IS2S .ב*ה וינה־פחגססבורג הי כסלו תרפיו | II. Jahrg. Chanuka. Chamikta hel9st wörtlich Einweihung. Es ist wohl ain Platze, an dem Feste, das den Namen Chanuka trägt, sich mit dem Begriffe Weihe auseinanderzusetzen. (Die igeschichtliahe Veranlassung des Festes selbst setzen wir als bekannt voraus. In der Beurteilung dieser geschichtlichen Tatsache äussert sich eine weitgehende Differenz •innerhalb der Judenheit ׳selbst, für die einen steht der auf dem Schlachtfelde errungene Sieg und der •politische Aufschwung in dem Mittelpunkt, für die anderen die Wiederweihe des Tempels; die einen feien! das Makkabäerfest, die anderen Chanuka. Unserer Anschauung gemäss zählen• wir zu den anderen. Es bedeutet den ersten Aufstieg von einer rein materiellen Lebensauffassung!zur ideellen, wenn man irgend etwas ans dem Bereich der •Dinge, die uns zur Verfügung stehen׳, dem Alltagsgebrauch entzieht und es für einen Gebrauch bestimmt, der äussere Vorteile nicht verheisst, ja im Gegenteil Opfer an mehr oder minder grossem: Umfang verlangt; so liegt in jeder Weihe der •Begriff •der (Entsagung, die Erkenntnis ,der Tatsache, dass es Beziehungen giibt, denen! wir uns, 11ns und; unsere ׳Interessen freiwillig unteroTdnen׳. Es ist wohl kein Geheimnis, dass auch solche Menchen, von denen ma!n glaubt, sie seien! ganz dem Materialismus verfallen, ftn irgend einer verborgenen Falte ihrer Seele, die •Sehnsucht nach irgend etwas empfinden, das., ihnen :emen höheren Aufschwung “Weihe׳>ist das Suchen "unserer Zeit, war das Suchen jeder'Zeit, ׳die־ :nach einem Umsturz der Öinge-in die ^leue Gestaltung der Verhältnisse eilten! Ausgleichen bringen!״Versuchte.•——--»•.*-cי *-׳ ' v Schliesslich und endlich werden solche Perioden des '!Suchen^ ’;immer •damit enden, dass man zum Objekt der Weihe solche Dinge wählt, die seit Jahrtausenden den׳ ׳Menschen die ׳Blüte des inneren Glücks gebracht haben.!Es gilt immer bloss der ei 11 e ji!Aufgabe, den Staub und ,Schutt, den •die U11remheit vor; Jahrhunderten■ auf ein solches!Heiligtum gehäuft!hatte,־ mannhaft und mutig zu entfernen. ׳Den Renkenden• Juden bedeutet Chanuka ■den Glauben an die Weihe der •Beziehung ■zwischen O-tt .und Mensch, ,Wie sie:!in der Thanro gelehrt und gezeigt wird. ■Dabei ist es eine wunderbare Erwägung, dass tiirser Wort für Erziehung des :Kindes demselben St#n1m entspriesst, wie das Wort Chanuka. Chi-nuch;heisst;also Weihe und wenn vielleicht in •der Ahnung dieses Zusammenhanges Chanuka mehr und mehr zu einem Feste der. Kinder geworden ist, so verlangt diese Erkenntnis, dass Chanuka immer mehr und mehr zu •einem Feste •der Eltern wird.!Daraus ergibt sich die schlichte •Pflicht, entgegen einer Anschauung, die in einer Debertreibung der Gedankenreihe von Ellen Key ans unserem Jahrhundert das Jahrhundert des .Kindes macht, sich •darauf zu besinnen, dass gerade eine von der Woge des Materialismus überflutete Zeit ein Jahrhundert der Eltern zu konstruieren hat, ein •Jahrhundert der Freude an dem Kinde, die zu dem Entschluss sich verdichten muss, dem Kinde ein Objekt der Weihe zu!zeigen und' zu erschliessen. Und die Pforten des Eden werden sich am Chanuka denjenigen Herzen •auschliesseii, die in Sphärenklängen vernehmen, dass das Lied der gehenden und der Sang der werdenden Generationen auf denselben Ton gestimmt ist. Chanuka ist ein Frühlingsliod inmitten der Erstarrung des Winters. Chanuka jst die Oa'ukeshymne Geweihter und Weihender. P.K. Helden det* JVIakkabäenzeit HIER SIND BESTATTET EIN GREISER PRIESTER) EIN GREISES M E1B UND SIEBEN KNABEN DURCH DIE GEWALT EINES TYRANNEN, DER WILLENS WAR, DER HEBRÄER VERFASSUNG ZU VERNICHTEN. SJE HABEN DAS VOLK GERETTET, ZU G-TT ALTBLICKEND UND DEN FOLTERQUALEN BIS IN DEN TOD STANDHALTEND. Diese Grat'Schrift ־würde der Verfasser der Makkabäcrbücher, denen wir hachstehende• Charakteristik ■der jüdischen Märtyrer der.!Makkabäerzeit entnehmen, auf die Ruhestätte jener •gesetzt haben, die in einer Zeit det; schwersten Versuchung treu und st and hart bei ihrem G-tt und seiner heiligen Lelire verharrten. Nachdem Antiochus Oie Juden übenvältigt hatte, gab er den Erlass: Wer von ihnen nachweisbar das viiter-., liehe Gesetz befolge, der polle sterben. Da er nun auf keine Weise die Gesetzestreue des Volkes durch diesen) Erlass unwirksam zu machen vermochte, vielmehr alle seine Drohungen und Strafen ,unwirksam sah, dass sogar Frauen, weil sie ihre Knabtein beschnitten hatten, sich' mitsamt den Säuglingen freiwillig Sn die Tiefe stürzten — wussten sie doch im voraus,!;dass sie dies ohnehin erleiden würden — da also sein .•Erlist von;der Nation missachtet . Volkes durch Folterqualen zu ' 'zwingen, .unreine Speisen zu kosten und dadurch das Judentum abzuschwören. Eleasar, der standhafte Greis. So hielt denn der Tyrann Antiochus mit seinen Beisitzern auf einer hochgelegenen Stätte öffentlich Gerieht, rings umgeben von seinen unter, den Waffen stehenden Truppen, und er (befahl den Speerträg’ern, jeden1 einzelnen der Hebräer heranzuschleppen und ihn zu zwingeti, Schweine- und Götzenopferflcisch! zu kosten; die sich aber weigerten, Unreines zu-essen, die sollten durch Rädern umgebracht werden. Als nun schon viele gewaltsam herbeigeführt worden waren, da wurde als erster aus der Menge ein .Hebräer nahe vor ihn hingestellt, mit . Namen Eleazaros, seiner Abstammung nach Priester, seiner Bildung nach Gesetzesgelehrter!und, von vorgeschrittenem Alter, vielen in der Umgebung des Tyrannen! wegen seiner Philosophie wohlbekannt. Als Antiochus ihn sah, sprach er: ״Ich für meinen Teil, bevor ich die Foltern an dir beginnen lasse, Alter, möchte ich dir den Rat geben, dich durch Kosten des, Schweinefleisches zu retten, denn ich habe Achtung vor deinem Alter und deinem Griiukopf, wiewohl mir jemand, der ihn schon solange wie du trägt und sich noch immer zur Judenreligion hält, gerade nicht als Philosoph vorkommt. Denn warum verabscheust du, wo doch die Natur die gnädige Spenderin ist, den Genuss .des vorziiglieh schmeckenden Fleisches dieses ׳Tieres da? Es ist doch' wahrhaftig ein Unsinn, dieses Nichtgeniessen der unschuldigsten Freuden; ja es •ist ein Unrecht, die Gnadenspenden der Natur zurückzuweisen. Du aber, du scheinst mir einen noch grösseren Unsinn zu begehen, wenn du et\ya in deiner hohlen Meinung über das Wahre auch noch mich missachtest, zu deinem eigenen Schaden. Willst du nicht noch [erwachen aus eurer albernen Philosophie, deinem Quark den Abschied geben, Vernunft annehmen, wie sie zu deinem Alter passt, und meinetwegen über die Wahrheit• philosophieren, die etwas nützt? Willst du nicht Ehrfurcht haben 'vor meinem menschenfreundliehen Zureden und Mitleid mit deinem Greisenalt[er? Denn bedenke doch; wenn über dieser eurer Religion wirklich eine beaufsichtigende Macht waltet, dann wird sie dir doch gewiss jede dir aufgezwnngene Gesetzesübertretung verzeihen.“ Während so der Tyrann zum gesetzeswidrigeit Fleischgenuss ermunterte, bat Eleazaros!ums Wort und begann, als er die ,Erlaubnis zu reden erhalten hatte, folgendermassen mit lauten Worten: ״Wir, Antiochus, die wir ein göttliches Gesetz gehorsam befolgen, sind der Meinung, einen stärkeren Zwang gebe es nicht als den treuen Gehorsam gegen unser Gesetz. Deshalb halten wir es in keinem [einzigen Fall für recht, gegen das Gesetz zu handeln. Ja, sogar wenn unser Gesetz, wie die annimmst, äi Wahrheit nicht ein göttliches wäre, wir aber der Meinung wären, es sei göttlich, selbst dann dürften wir unsere Ansicht über die Frömmigkeit nicht ausser Geltung setzen. Darum glaube du ja nicht, es sei das eine kleine Sünde, wenn wir Unreines essen würden. Denn kleine und grosse Gesetzesübertretungen: sind gleich ernst; wird doch in beiden Fällen mit gleichem־ Uebermut gegen das Gesetz gefrevelt. Du spottest über unsere Philosophie, als sei!es ein Mangel an vernünftiger Ueberlegung, dass wir in ihr leben. Wahrhaftig, du hast recht; t denn Besonnenheit lehrt sie uns, so dass wir über alle Lüste und;Begierden'herrschen; in Mannhaftigkeit übt sie uns, so dass wir jeden Schmerz freiwillig erdulden; in Gerechtigkeit erzieht sie uns, so dass wir in allen wechselnden Stimmungen gleichmässig handeln; in: Frömmigkeit unterweist sie uns, so, dass wir. allein, der»,;;fetter• i;*ft; ih itVgebü liV&itieiTGUnüe werelrre״,.: Deshalb essen wir nichts Unreines; denn obwohl wir glauben, dass, das Gesetz feine Sache G־ttes ist, so wissen•• wir doch, dass der Schöpfer der Welt als Gesetzgeber seiner Natur nach mit [uns empfindet. Was unserer Seele verwandt .sein werde, das gestattet er׳ uns zu essen;, den Genuss widerlichen Fleisches aber verbot er. Tyrannisch dagegen ist es von dir, uns zu zwingen, nicht nur gegen das Gesetz, zu handeln, (sondern auch noch ausserdem deshalb zu essen, damit du über die uns tief verhasste Esserei dieses Unreinen lachen kannst. Ueber mich freilich' sollst du dieses Lachen nicht lachen, noch will ich wahrlieh die hehren Eidesgelübde der Vorfahren, das Gesetz zu halten, brechen, selbst dann nicht, wenn du mir die Augen ausreissen und die Eingeweide schmelzen wirst. So greisenhaft unmännlich bin ich denn doch nicht, dass sich meine Vernunft, wo es sich um die Frömmigkeit handelt, nicht verjüngen könnte. Gegen diese Mächte magst du die Folterräder rüsten, magst du das Feuer noch heftiger anfachen. So stark wird mein Mitleid mit meinem Greisenalter denn doch nicht sein, dass ich aus eigener Machtvollkommenheit das väterliche Gesetz zunichte machen könnte. Nicht belügen will, ich dich, Erzieher Gesetz, nicht als Flüchtling dich verlassen, Freundin Selbstbeherrsclumg, nicht dich schänden, weisheitsliebende Vernunft, nicht dich verleugnen, hochwürdiges Priesteramt und Gesetzesverständnis! Und nicht beflecken' sollst du, Mund, (durch das Essen des Unreinen), mein ehrwürdiges Alter und die Neige;eines gesetzestreuen Lebens! Fehllos sollen mich die •Väter (im.Himmel) zu sich aufnehmen, und ohne dass ich [gebebt hätte vor deinen Todesmartem, G-ttlose. sind es, über die du Tyrann sein magst; über meine Gedanken von der Frömmigkeit wirst du weder mit Worten regieren noch *mit Taten!“' Als Eleazaros derart den zuredenden Worten des Tyrannen Gegenrede getan hatte, schleppten ihn die dabeistehenden Speerträger voll Roheit •zu den Foltergeräten. Heldenmütig ertrug er die!furchtbarsten Qualen und, nah« daran, das Leben auszuhauchen, 'hob seine Augen auf ׳ zu G-t׳t und sprach: ,,!Du, 0!G-tt, weisst es: Ich ,hätte mich, retten können, aber unter des Feuers Qualen sterbe ich! Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL tU. TRANSFORMATIONEN des OTHMUR SCHIFF, WIEN, I., KÄRNTNER RING Nr. 6!PE^E%ESKD.ENM״״HM°ETREL5i’?3Rl.s6Taol־;i aufzusuchen I Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist In Brautscheiteln. Die Herstellung einer Jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DAUERG EWELLTEM NATURHAAR, ln* dlvjduell dem Geslohte angepasst. EN GROS.Grosses Lager u. reichhaltigste Auswahl In Perdcken modernster Frisuren. EN DETAIL. 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