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Jüdische Presse · 1925-12-04 · 49 (4.12.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
49 (4.12.1925)
Date
1925-12-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 324 JÜDISCHE PRESSE nach innen sei hier ii her schriebener Artikel kürzt wiedergegeben: ■Die' W-äblen .sind -Allenfhailben hört man, vorüber, ■die Juden sind erbittert, dass sich ■die Juden nicht sobald wieder zu Wahlen1 brauchen oder, wie die meisten meinen, missbrauchen lassen׳ :werden. Jedenfalls ist der Misserfolg ein Ereignis, das viel ,mehr besprochen wird mid viel ■mehr Unmut auslöst, •als ׳sechs .Mandate Jubel erweckt hätten. U.nd was ist der ׳Grund dieses vollsten- ■digen Debakels?!Hierzulande, wo wir kaum andere Stimmen ■hören als die ■der Führer ׳der Jüdischen!Partei; heisst es unisono, schuld!haben die Orthodoxen, der Verrat des jüdischen 1KlerikalIsmus und der!Antisemitismus der ,Regierung. Dieser einseitigen Ergriindung der Ur- Sachen entspricht auch die nicht■ minder, einseitige Nutzanwendung für die Zukunft. In uruver.hüillten! Drohungen wird den ״berüchtigten“ Führern dar Orthodoxie, des ־Kleriikalisimis gesagt, dass sie so unangenehme ■Erfalmmgen■’׳machen ■werden, dass ihnen die Lust •vergehen •wird, sich nochmals politisch zu •betätigen, ׳und der!Regierung wird gar gedroht, dass die 100.000 loyalen jüdischen Staatsbürger ihre Loyalität kündigen ׳werden und dass sogar der nicht, dann hätten wir weitere fünf Jahre arbeiten sollen, als ,in.einem faulen Kompromiss unser!Heil zu ■suchen. Es hat sich wieder einmal gezeigt, was doch schon lange gevvusst werden sollte: Man kann sich nur auf sich selbst verlassen, wenn inan sich auf andere verlässt; Ist tr:an verlassen. Es wäre besser gewesen, diesmal nicht zu kandidicren (wobei inan der Wählerschaft für •das nächste Mal noch, sicher gewesen wäre), , ■als diesmal zu. kandidieren, womit künftighin jegliche ■Kandidatur ■einer jüdischen Liste unmöglich gemacht sein dürfte. Uns e r bi s 11 c r i g c s V c •r 11 ä 11 n i s zu de 11 s 1 0 w a k ,i s c ■11 e n O r 111 od o x •e ח c r s c 11 e i n t — tragikomisch — geradezu als d ä s• e i 11 e s» 1111 g 1 ü c k 1 ,i c 11 e n!Liebhabers, ׳der jahrelang aufgezogen und liingezogen wird, mn schliesslich am Tage nach der Hochzeit betrogen zu werden.!Dieses ■ewige Nachlaufen, diese Selbstentmaiiming und Demütigung, ■dieses Streben, den anderen 11111 jeden Preis zu gewinnen — das :ist Agencygeist im kleinen und' cs ist die höchste Zeit, damit Schluss zu machen. An dieser •Steile muss gefragt werden: Waren sicli unsere politischen Führer der •ungeheuren Verantwortung bewusst, die ׳sie auf sich luden, als sie einen Weg gingen, dessen Erfolglosigkeit schon so oft zutage getreten ,ist? Das liier aufgerollte Problem erweitert sich zu der •Frage: ■Welcherart ist. •die Stellung der zionistischen M-ganisation zu uichtzionistischeii Volksmassen . und •Organisationen? Die;Beantwortung dieser Frage, die eine Broschüre fidlen müsste, soll ganz kurz gegeben werden: Ein Zionismus, der seine Anhänger sichert, seine •Kräfte sammelt und sich auf sich selbst׳ zuriickzieiit, der auf halbe und Vientelfreimdschaften verzichtet, weit er die ■•Menschen ganz oder überhaupt nicht will, ein solcher Z! 0 ni s m u s k a 1111 und darf liebe n s i c 11 k e i׳ n c g 1 e i c 11 b 0 r e c•111 i g t ■c,' e x ,i s t e!11 z b e r c c 11 t i g t ■e Vol ■k sorga 11 isation a 11׳ e rkenne n. G e g e ׳ .11־d e ra r t i g e O rg.au i sa tl 0 t!׳e n n i m m׳t״e r d i e!S t e;l 111 n g ■d er K a in p ■f p r 0 pag a 11 da 1e i 11. ■Das heisst: Keine Anbiederungsversuche, keine Kompromisse, sondern '•ein. Vorgehen, das aggressiv und werbend zugleich ׳ist ... ...Unsere Situation in •der Slowakei ׳ist heute so wie in!Mähren 1897 auf zufassen. ׳Daher: Kamipf gegen ProÄramm-c aller Ar •t, •d i ■e w 1 •r a 1 s :f a 1 s c 11 11 n d s e 11b s t m ö r d ■c ׳r i s c h!immer und ׳über all b ekämpft .11 ab■e 11. So wie seinerzeit hier, müssten wir •auch heute dort die Widerspenstigen zu uns herüberzwing eil. Für die ■Zukunft ׳muss gelten:, die Vergangenbeit stellt in keiner!Hinsicht ein Präjudiz dar, ׳w.lr haben stets die!Möglichkeit, von vorne zu ׳beginnen. Die Tatsache, ■dass orthodoxe!Kandidaten auf unserer •Liste gestanden sind, darf nicht '.hindern■, aufs .;schärfste gegen alle Verräter äuif,zutreten, die in schamlosester Welse •jüdische Stimmen, verseil ackert haben. ,Der!slow a k i scheu ,Bet r u g sa .t ׳m 0 s p 11 ä r e muss endlich einmal energisch entgegengetreten werden. Schärfster•!Kämpfen de n k •1111 u s g e m e• i n d e n, •c r h ö h t e z '1 o n i' s tische;P r 0• p a g a n d a t ä 11׳ g k •e i ׳t in ii ssen ׳e i n t ■r •e t e 11, wenn wir retten wallen, was noch ׳zu retten ist. Denn ein Oberrab:bine׳r Weiber, von dem wir uns erhöhten, ׳dass er nach ■der Wahl •eine ׳Null sein ׳werde, ׳wird heute mächtiger seiii, als zuvor, und wird seinen!Einfluss alsbald geltend •machen. •I n s■b e s 0:11 d e r e d i e iE r 0 b e- .r u n s d e r. K 1111 u s g c ni e i 11 d e •11 w ■a r!3 i n s t ein Ha u!p tpif! 11 kt 11׳ nsere!s IP|n!0■g•ramim's. 'U njizw׳c׳if e 141 a if t. k 11111 0׳ e■ ii .׳w; i :r d I e 1< ii Uns g e in e i n d e- ׳\v a.li'l e n i׳׳n Piestany oder sonstwo ■ent sehe i- ■d.et1.d. b'׳e e ,i .ni 1׳ ü 's s e ■n,■ ׳w •e n 11 wür;■ z u r z e i t ein i_g c p •r o 1p;ä g a n ■d a ik r ä1!ft i!g e G ׳e s׳ i n 11! 11 n g 9 g e :n 0 s s e n dorthin dirigieren. Während aber von einzelnen Zionisten und von der Organisation •für ergebnislose Ta- (gangen!Hunderte und Tausende ausgegeben. werden, ist für ׳diesen Zweig der Kleinarbeit offenbar kein Geld vor- .handen. Ja, wahrscheinlich haben unsere Zentralstellen ׳diesen‘ Punkt gar •nicht ins Auge gefasst und daher auch zu’blner Organisierung der diesbezüglichen Arbeit nichts •götan. Noch ein •kurzes ■Streiflicht auf die Wahlresultate in den׳- historischen Ländern: Die Zahlen sprechen, für ein günstiges!Ergebnis, wer sich aber •die iKultusgetneiade- •kätaster vernimmt, der sieht alsbald, dass die Ho^fnutigen, ׳die an den Fortfall einer deutsch-demokratischen •Liste geknüpft wurden, sich; nur zu geringem Teile erfüllt halben. Nach wie vor hat nur •die Hälfte der wahlberechtigten ׳Brünner Juden jüdisch gestimmt und auch an anderen Orten sehen wir, dass von Juden lieber deutschantisemitische!Listen als die jüdische gewählt ׳wurden. In der mährischen ׳Provinz sehr eitet, wie die ׳Wahlresultate besagen, •die!Assimilation •an das Tschecliemtum mit Riesenschritten vorwärts. So sind im ■Bezirke Ung.-Brod fest •die Hälfte •der ■jüdiscifoen Stimmen verloren gegangen. In dieser'Hinsicht mögen uns die Wahlen •ein Alarm sein und uns feigen, 'dass selbst in unseren sichersten Domänen nicht ■alles'׳so!ist, wie es sein sollte, •' ׳ D i e •H a 11 p t ä u!f g a b e ist 1111 d bleibt aber •d׳i e, - w cl c h e uns in der Slowakei gestellt ׳i s t. ,Hier heisst es liun, einen neuen Weg zu besenreuen, •einen Weg,• der unter der dortigen Judenschaft wahrscheinlieh ׳ •grosse ׳E r r e g 11 n g a u's 1 ö s e'n ü.n d ז d i e Le id •e n s c 11 a if t der!Für u n d/ ■W׳i d •e r 111!h 0 11 e in M a s s e hervorrufen ׳\vi r d.!Mit dieser Erscheinung müssen •wir rechnen und müssen sie in Kauf nehmen, wenn anders nicht, wir uns künftighin jeder Aussicht auf Erfolg ׳begeben wollen. Nach dem ungünstigen Ausgang der Wahlschlacht •ist jedenfalls eine gewaltige antizionistische Welle in der Slowakei ׳zu erwarten und es ist fraglich, ob erhöhte “Anstrengungen auch nur imstande sein werden, diese Rückwirkung zu parallelisicren ....!Zum!Beweis für die ׳beireits e.insctzen׳de Kritik auch! ein ״Epilog zu den Wahlen“ aai!s ■derselben •Nummer uiigejüdische Nationalrat mit seinem ganzen Gewicht beim ״Comite des delegations juivs“ in!Paris und der!zionistisehen ■Exekutive •in London •über die tschechoslowakische Regierung Klage führen werde. Von all den kindischen Drohungen scheint mir die •eine richtig zu sein,, dass die Regierung bei ein ein! abermaligen derartigen Vorgehen 100.000 erbitterte •jüdische ׳Wähler .. sich haben würde. Möglich! Vorläufig sei die Tatsache festgestellt. dass den Wahlinacliern sei 1.011 ,jetzt von.den 100.000 jiidisollen Wählern gut 80.000 erbittert gegenübersteilen. Die Wahlen haben, nacli allem, was man •liest 11,11d hört, nichts als Erbitterung geschaffen. Un'd all •die einseitigen ׳Fest- Stellungen können nur da׳zu dienen, diese!Erbitterung für künftige Zeiten zu verewigen. .Es seien nur darum einige Bemerkungen gestattet, die vielleicht zeigen, dass cs nicht ganz berechtigt i׳st, den ,Jüdischen Klerikalen•“ und ׳ihren ,berüchtigten Führern“ die alleinige Schuld zuzuschielbcn׳. ,Aus dieser Erkenntnis von dem z;umindest beiderseitigen Verschulden könnte eine Selbsterkenntnis׳ ,anfdlämmern.־ die ׳■scbliesshch •auch die allgemeine Verbitterung mildern und für •die Zukunft wieder eine jüdische Politik oder eine Politik der Juden ermöglichen •könnte,־;־ VQ.r allem wird auf die Zahlen liingewiesen! Den 99.000 Stimmen der Jüdischen!Partei stehen nur 13.000 der Wirtschaftspartei gegenüber. Ei!11!wirklich׳ sprechendes Argument! 99.00p. Stimmen der jüdischen Partei gegen nur 13.000 der Wirtschaftapartei! ־Und doch ist nichts falscher als diese ,Auswertung der Walilziiffern.!Es ist ■wahr, der orthodoxen VVlahl'er gab es nur 13.000. aber ׳jiidischnationaler vielleicht noch weniger, denn die Juden halben in ihrer grossen!Mehrheit ■eine Jüdische iPa.rtei gewählt, weil ihnen ,mit Ausnahme des .•Wahlkreises Karpathorusshmd keine •andere jüdische Kandidatenliste ׳frcistan'd. Es kann ■nicht scharf genug darauf iilngewiesen werden, dass diese Ausschlachtung •von Zahlen und Ziffern, die allgemein jiidi- •sehen Angelegenheiten gelten, ■zu rein zionistischen Zwek- •ken, nicht nur sehr!unehrlich, sondern auch gefährlich ist. denn immer häufiger hört man allenthalben die Klage, dass die verhäHnismäsig wenigen Zionisten cs stets von •nc-uein ׳versuchen, die •Gesa!n1t׳jt1den111׳eit als .Vorspann fü,r ihre eigensten •Aktionen zu benützen* so, dass es bald unmöglich sein wird, ,Niobtzio,nisten zu gemeinsamer Arbeit mit Zionisten!für allljiidisclie Zwecke zu gewinnen. Wer weiss übrigens, ob ׳die Wiirtscliaftspartei. wenn sie in anderen Wahlkreisen kandidiert hätte, nicht auch der l«U«IMNNRMa ■ UUflllRUU Telephon Nr. 64. Gegründet 1872. & Söhne Presov (Eperjes) Snirituosen-Weingrosshandlung, Rumu- Likörfabrik empfehlen erstklassige Liköre eigenen Fabrikats in jeder Qualität. כשר Weine von 40 Lt. aufwärts Slibowitz und Treber; בשר• Versand in Gebinden Demijohns. und elegant adjustierten Flaschen zu billigen Preisen. Prompte Bedienung. Verlangen Sie Offerte. Ueber die Verlässlichkeit können Referenzen beim orthodoxen Rabbinat in Presov eingebolt werden. IHHIIIH ivmnaatR iMiiitiioisiiiiiisnnBVHn« ״Jiüdiischen ■Partei“ .eine grosse Menge• ׳von!Stimmen der andersn.'a׳tionalen Juden. a;bgenom!men . hätte, und damit kommen wir zum zweiten Punkte. Wie ■konnten die Klerikalen ■und Orthodoxen!in Karpathorussland trotz Rücktrittes ihrer markantesten Kandidaten einen so bedeutenden_ •Stimmenzuwachs ׳erreichen? ■Und!w!ie ׳konnten gleichzeitig die ׳Führer der Jüdischen Partei •so sicher auf einen Ei׳,folg rechnen? Es zeugt abj&r •von einem völligen Mangel •an' Verständnis!für ׳die jüdische Psyche des!Landes■. Damit allein,' ■dass man die Juden׳. Karpathorusslands als niiokständige Finsterlinge, verdummte Abergläubige und politisch ׳Unreife hinstellt, hat ■man seine!Aufgabe•, sich ■in die Vo'ks&eele hineiuzufühlen,,.■schlecht' erfüllt.!Miau.•begreift nicht, dass das Vertrauen dieser ״!politisch linteifen Rück- Ständler“ nicht arwonben (Werden׳ kann durch!Emissäre und Agitatoren a!us unseren. Kreisen, ■die wohl über äusseren Schliff ׳und vielleicht weltmännischen Takt verfügen, die aber kaum wissen, was Tefillim, ׳sicher nicht, was Raben 11 Tams TeifilL sind.!Man erzählt ׳eine bezeichnende Anekdote. Ein eleganter. Agitator wurde in •einer grösseren Stadt .׳vo!m Gemeindevorsteher zu Tisch geladen. Wie erstaunte er, ■als •der!Haushefr‘,ihn vor Tisch au'fforderte: ״'Bitte, gehen Sie sich waschen!“ der kulturelle Jude ihn, den Träger westlicher Kultur und Eleganz, •und erst bei der dritten energischen Aufforderung: ״Nu, Herr Doktor, gehen Sie doch waschen,“ ging er. hin und bearbeitete Gesicht und Hände gründlich mit Seife und Händtncli, Die Anekdote .ist, wenn nicht wahr, so doch gut erfunden ■und sehr bezeichnend. Die Art Agitatoren kann nicht bei jederrnaim Vertrauen erwecken. Dazu kommt noch •die. .natürliche Abneigung jeder Majorität, sich von einer Minorität gängelbandeln zu lassen. Es passt den grossen Massen ,in der׳Slowakei und.Podkarpatska,:Rus nicht, sich von ■den ■wenigen Prager ,Führern führen zu lassen. •Hätte die Jüdische ■Partei wenigstens •in Karpathorussland ihre Wahl kan ziel gehabt, sie wäre mit dem ■Lande :in ׳Fühlung gekommen, sic hätte ■wohl geeignete ׳Agitatoren gehabt und es wäre schliesslich nicht die Antipathie gegen die ״fremden Drahtzieher“ so stark geworden. Man spricht viel von, ״Verrat“. •Der Klerik'ailsmtis ist der •Verräter, der klerikale Verrat beispiellos in der Geschichte der Juden. Es ■ist niüssig, in der Politik über Verrat zu zetern. Gibt es beispielsweise •einen grösseren Verrat, als wenn die Jüdische Partei bereit war, die Miuderlieitsrechts der Juden׳ zu opfern, allerdings ׳nur durch geheime Abmachung ohne öffentliche Proklamieruiig, also •die einzige Basis aiifgeben wollte, die sie zu Inlandspoliti’k berechtigte? ,׳Ich ■glaube nicht, dass durch solches Entgegenkommen das Vertrauen der Gegner zur ״Jüdischen •Partei“ gefestigt, wurde. Ebensowenig konnte es Vertrauen ׳erwecken, wenn man die ehemaligen ״klerikalen Führer“ der ״Klerikalen“ für •die eigene ■Partei' gewann. Konnten derartige Stimmungs- Wechsler der Jüdischen Partei beim besten Willen Sympathien erwerben? Hatten die ״Klerikalen“ nicht auch berechtigten’׳Grund־ zur' Annahme, dass •die ״Jüdische Partei“ ■auch mit Verrätern paktiere, die ■sie •jahrelang ■aufs allbrschädlichste bekämpfte, ■aufs unflätigste beschimpfte. Und ■endlich mussten sie die ,;Klerikalen“ fragen, wenn die ..Jüdische ,Partei“ auf die Minderheitsrechte, wenn auch nur insgeheim, verzichtete und .ihnen alles •bewilligte, warum rat sie dann nicht ganz zurück? Oder sollte es sich dabei nur .11m persönliche Eitelkeiten und ■Mandutfäuger gehandelt haben? in diesem Falle lag wohl für die Wirtschaftspartei kein .,Grund vor, gerade die Kandidaten, •die sie seit •Jahren bekämpfte, von •denen sie seit Jahren bekämpft; wurde, zu wählen. Ich bitte, 'mich nicht misszuverstcheu, :ich will;nicht die ״Klerikalen“, nicht .ihre ״berüchtigten Führer“, reiuwasciicn, ich will nur zeigen, dass die ■Schuld der ״klerikalen“ W.irtschaftspartei nicht grösser ist als die der Jüdischen •Partei. , Ich möchte, ׳ dass diese ׳Erkenntnis zunimmt, damit die Verbitterung •schwindet und •ruhiger lieberiegimg Platz macht:, dam.it, Wenn es wieder zu Wahlen kommt,; jüdische Politik getrieben, wird und dass wir jetzt schon beginnen■ die zehn tausende jüdischer Wähler, die sicli..■dtirch den. ausgebUebeneii versprochenen sicheren Erfolg betrogen fühlen, zu Sammeln in einer alljüdischen., nichlnaiioiialen Organisation. Das :ist •die ei 11 ö Voraus- Setzung für •die kommenden Wahlen, di׳c zweite, dass der Schwerpunkt der Wahlvorbereitungen einschliesslich des Waliikomitees ,in •ein jüdisches.Zentrum der!Slowakei oder Karpathorussland« verlegt werde, ob nicht auch d'e bis-!־,origen Mandatswciber durch andere ersetzt werden müssten, ist eine andere Frage. Jedenfalls ist ־mit Rücksicht auf etwaige baldige Neuwahlen höchste. Zeit für die Vorarbeiten. Man stellt: Die Erkenntnis׳ wird ••auch dort erwachen. Aber'in erster Reihe; müssen wir. •die dem ganzen polit'isehen ״MinderiultsJiationalismus“ .im Judentum jede Bercclitiguug in der Tschechoslowakei absprechen, auf dem : Posten sein. Was wir unmittelbar ■vor ■den Wahlen b.egönnen,' muss ׳•jetzt sogleich zielbewusst fortgesetzt und auf dauernde ,Grundlagen׳ gestellt werden. ׳Mit.des Allmächtigen Hilfe wird cs gelingen, was auch immer dazu im anderen Lager gesagt und darüber — geschimpft wird. •C i v i s •J u da e u s. Eine weitere Niederlage der Zionisten. Den Lesern dieser Zeitung ist' ׳bekannt, mit welch verwerflichen Mitteln die Zionisten eine unerhörte Hetze gegen die Orthodoxie und die!Leitung der ■orthodoxen Gerneiudeorganisati0.11 .in die Wege zu ■leiten suchen, um ihren!Anhängern gewissermassen einen Ersatz zu bieten für die ■schwere Niederlage, die sie sich und allen ■ihren Nachläufern bei den jüngsten Parlamentswahlen geholt., haben. Alle Schlagwörter des Wahlkampfes, die falschen Gerüchte und' .niederträchtigen antisemitischen. VerLum- . düngen, die sie in ihren Zeitungen ׳mehr oder weniger deutlich gegen die Orthodoxie und ihre!Führer verbreiten, verfolgen nur den einen Zweck, die Aufmerksamkeit der jüdischen und nic;h kindischen Oeffentlichkeit von der Schmach abzulenken, die ihre anmassende •und ■provokatorische •Wahlagitation auf das ganze Judentum gehäuft hat und für ihre eigenen Fehler das orthodoxe Judentum der Slowakei •verantwortlich zu machen. 'Wir berichteten in der!vorigen!Nummer von, ■einem ׳Weiteren!Schritte, den sie gegen den!Frieden •der. orthodoxen Gemeinden durch. Vermittlung der Gemeinderepräsentanz!von Bau 0 v c e unternähmen. Dass es. sicli hierbei um eine gari:z gewöhnliche ■zionistische 1M achination ■handelt, mit der nicht etwa bloss die •.Person , des!Präses O'ib e r r abbin e r Weber, sondern das gesamte Thoraijüdentum unseres. Landes getroffen werden ׳sollte, war auf ■den ersten-Blick ,z׳tt •ersehen■.!Denn bei :einer1׳•wie■immer..,gearteten׳,Aktion ■im!Interesse des Judentums ist' ׳’man iri - der ״!Slowakei •wahrlich ׳nicht auf die Initiative einer!bloss dem!Namen nach ,,orthodoxen“ Gemeinde wie Bä-novce, angewiesen■/; ■deren )Repräsentanz noch ab eil drein sich -r-' offenbar .— zum!blinden Werkzeug• der •zionistischen •Hetzer -hergilbt. Die Z e r s׳t׳ö r u n.g — sie nenlnen e!s. .ein klein ׳wtenig •verkleistert ״!Erob"erung“ ־— aller, bestehenden!jüdischen Gemeinschaiften, ■ist seit . Jahren einer der wichtigsten .!Programmpunkte •des ״Zionismus unterwegs“, der zionistischen Arbeit!im ,Gallith“. Die Ergatterung •einiger.!Parlamentsmandate in •der Tschechoslowakei wäre ׳eine bedeutungsvolle Etappe :gewesen nach diesem־!Ziele hin. Denn als Abgeordnete hätten .sie sich mit'■einem •Scheine von ׳Berechtigung darauf!berufen können;, ׳dass sie von den jüdischen• •Massen!zu diesem Zweck in die gesetzgelbende!Körperschaft, ׳des Staates entsandt wurden. Der A n t i׳s emit is m,us, der. von •dieser ״legitimierten“ Vertretung —der ״jüdisch-nationalistischen Minderheit“ provoziert worden wäre, hätte ■dann schon — nach dem Muster von Polen, Litauen,!Lettland u. a. — alles Nötige •von selbst׳ besorgt. ׳Nach ■sehr;kurzer Zeit wäre nichts mehr für die ■Zionisten \zi! ״erobern“ gewesen. Dem J u d e n t׳u m e wäre sehr \vehig ■damit׳ geholfen gewesen, dass dann'wir die ■Zionisten׳ des ״Verrates“ hätten zeihen׳ und gegen ihre ״Führer“ hätten die ganze Tonleiter von Schimpfwörtern ahweriden können׳, die wir seit Wochen ■in den zionistischen :Zeitungen und Flugblättern in solcher . Vollkommenheit mit direkter und umverdeckter 'Beiziejiurig־.: auf ■die •״:klerikale ׳Orthodoxie“ antreffen. ■Um ■den reii-'. g,i ü■se n Charakter, um den r.e l!i•g lösen Geist und um ■die ■U n a׳b h ä n g'i gkäi t der Gemeinden׳ wäre es, gesclielien gewesen und. an :die Stelle des grossen! Werkes, das!unsere Väter: •mit cleh grössten Opfern1 •an ■Gut und Blut geschaffen hatten״ '—י ׳würden;zionistische ״V 0 1;k sgemeinden“ einer 1jüdisch׳',politischen '— religions- ׳ losen ״Minderheitshätion“ ■den Ruhm des tschechoslowakischen Judentums für die!jüdische'!Geschichte bewahrt halben. '״ '״;'•׳' ■ ’ Lange ■genug ■haben ■die Zion.is.ten, Nat-i011 a 1 isten und• ihre misracliistischen Trabanten Umschau gehalten nach einer Stelle im. ge.setzestreuen Gemeindeleben, (wo־ sie;ihre > WiHiKverktzeuge ׳gegen das orthodoxe Judentum an!egen könnten. Jetzt glaubten sie die lAcliilles-Ferse der slowakisclien Orthodoxie endlich gefunden zu haben. Die ״orthodoxe" Gemeinderepräsentanjz in iBanovce! Mit einem •Freudenjubel ohne iMass •sahen sie ihren (Herzens- ׳wünsch erfüllt und den Sieg •über die Orthodoxie ihnen entgegenleucliten.!(die!Prager ״Selbstwehr“ veröffentlicht das (Banovcer ■Rundschreiben mit dem!frohlockenden■ Titel ,/Es tagt!“). So fremd sind diese Kreise schon dem juden-׳' tum und so w׳en׳ig kennen sie die wirkliche Orthodoxie.. Das war die״z vV e i׳ t e ׳N ■i e •d e r läge des Zionismus bei uns im Laufe von wenigen' Tagen und diese zweite , trifft ׳sie mindestens־ so schwer :,wie die ■erste, •bei ■den Parlamentswallien. J e 11 e nahm ihnen die Hoffnung, das traditionelle religiöse Judentum im Wege •der Gesetzgebung von aussen niederzuringeu und diese z w e i t e beraubt sie der Aussicht, ׳ihm .in absehbarer Zeit durch Verhetzung des .Gemeindelebens v,o׳n •innen beizukowmeu. Wir Veröffentlichten in der vorigen Nummer bereits die Antwort, welche auf den ,zionistischen Versuch in

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