Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 49 (4.12.1925)
- Date
- 1925-12-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 323 Nr. 4י JÜDISCHE PRESSE NACHRICHTEN. |6j Der Anschluss der Ktiftasgemeinden an den Keren Hathora. Wien. (AJPB.). Die Aktion, sämtliche Kultusgemeinden zum Anschluss an den Keren ׳Hathora zu bewegen, macht ׳günstige Fortschritte. Eine •Reihe!von Kultusgemeinden von Oesterreich, Böhmen, Deutschland und Frankreich hat bereits -den Anschluss an •den Keren Hathora kundigegeben und ihre Sympathie für dieses wichtige Institirt durch Subventionen■ dokumentiert. Die Landeskanzlei der orthodoxen Gemeinden in Ungarn dürfte dieser Tage ihren• Anschluss affizSell bekanntmachen. Wie verlautet, ist im. Zusammenhänge mit diesem :wichtigen Ereignis Herr Wolf Pappenheim nach Budapest gereist. Ein Manifest des Un&dorfer Raws an die jüdischen Wähler in Karpathorussland. — Ankündigung einer Konferenz über soziale Fraget! und die Gründung von Rechtsschutzbiireaus. U z h ö r o d. (AJPB.) Oberrabbiner Eugen Harowitz 11 at am 1. K'islew ein Manifest an die jüdischen Wähler von Karpathorussland erlassen, in dem er die moralische -Bilanz der eben beendigten Wahlbewegung zieht und die sich daraus •ergebenden Lehren zusammenfasst. -Er stellt fest, dass ,nunmehr auch für das Bereich der tschechoslowakischen Republik der Versuch einer jüdischen nationalen- Katastrophen-politik ein Ende genommen hat. Zur Lösung des sozialen Problems stellt er für die nächsten Tage eine Landeskonferenz •der berufenen Führer in Aussicht, welche sich mit den Wünschen der jüdischen!Bevölkerung, wie Sonntagsruhe, Gewerbegesetz, iBodenverteilung usw. in entscheidender Weise zu beschäftigen haben wird. In Uzhorod, •Kosice, Bratislava und Prag sollen Rechtsschutzbureaus errichtet werden. Eine relfgionsfemdllche Verordnung der Warschauer KuHusgemeinde. Warschau. (AJPB.). Die Warschauer KuUusgemeinde hat eine befremdende Verordnung erlas-sen, in der es• ■heisst, •dass es den jünger. Leuten, :welche sich 111 den Handwerkskursen beteiligen, verboten sei, während der Arbeitszeit ihr Haupt rii üblicher Weise bedeckt zu halten. Diese religiöiisfeindliche■ Verordnung hätte zur Folge, dass sämtliche religiösen Arbeiter sofort demonstrativ die Kurse v.crliessen. Eine denkwürdige Versammlung der kaufmännischen um! ludustrlelien Verbände in Wilna. Wilna. (AJPB.) Am 17. November fand in Wilna •eine Sitzung sämtlicher 'krufmä!v,!ischcv und industrieller Verbände statt, zu ■welcher der Chotez Chain! und das Wilna er Obcrrabbuiat, mit Rabbi Oser Grodzenski analer ■Spitze, geladen war. Der Cliofc-z Ohairn sprach über die Wichtigkeit der Sabbathciügiing und forderte die :Kaufleute und :Industriellen auf, in geeignetcr Weise Sorge zu tragen, dass ihre gesamten jüdischen Kollegen in ihren Betrieben Sa!batn!!!e cinführen. denn wer den Saöat nicht mehr hält, könne nicht mehr als Jude bezeichnet werden. Die Intervention •der Raib'binen verursachte naeh 11 a׳!tigen ,Eindrtick, und es wurde einstimmig beschlossen, unverzüglich alle notwendigen Ma.ss- ׳nahmen zu ergreifen, damit sämtliche jüdischen Unternebmuügen am Samstag geschlossen •gehalten werden. Eine wertvolle Schenkung. Das Verständnis für die grosse Bedeutung des jüdischen Buches für unsere Gross- Stadtjugend bricht sich immer mehr Balm. Die Agudas- Jisnoeljugendgruppe, Wien, die sich •den Aufbau einer jüdisehen VoIksbibUothek zur Aufgabe gemacht bat, wird be! ihrer Arbeit tatkräftig unterstützt. So lud vor kurzem Herr Ignatz Back aebtunddreissig wertvolle, schöngebundene Jahrgänge des ״Israelit“, nebst ,anderen Werken ihr in hochherziger Weise gespendet. Dafür sei diesem bekannten Wohltäter der herzlichste Dank hier ausgesprochen. Wien. •Am vergangenen Sonntag fand die Hochzeit •des ׳-.,er ׳ ודוLe.v;>ok! iri'uzer aais .Prcsshurg m!it. •Frl. Gisa Prsmi im Schl-nsch-id-Tcmpel statt. :Die überaus rege und warme •.‘Vuidn-nahme, »die' sich •sowohl ׳.aiiilässläch der Gratu- -lation am vora׳n,gehenden שבת im Braui.hause. als aucii während •der Trammgsfeier in der Synagoge kundgab. legte ein beredtes •Zeugnis ab von der allgemeinen und ungeteilten ■Verehrung, der sich der Brautvater, der ob seiner Frömmigkeit und seines •Wohltätigkeitssinnes bestbekannte -Herr Geza Braun, in den Kreisen ׳der Schiffschül- Gemeinde erfreut. Die ׳Mitglieder wie auch der Vorstand der ״Affudas Jisroel“-0rts-Jt1gen׳dgruppe Frauenkirchen׳ wünschen ihrem allverehrteu Obmann Herrn Aron Rechnitzer anlässlich seiner Verlobung mir Fr!. Hditii Fischer von ,hier •herzlichsten Maseltov. Die ״Agudas JisroeD-Orts-Jugendgruppe Frauenkirchen. Zur Verlobung unseres treuen Koilegcn Herrn Aron Rechnitzer mit Fr!. Hditii Fischer von Mer gratu- Heren herzliclist. Arthur Ungar Salomou Steiner Neuerliche Auszeichnung der Perückerifirma Othmar Schiff. .Anschliessend an die ׳Fac!laussteiltrog der!Friseure, und Pertickererzeuge!r, -hat •vorige Woche in Wien ein internationales Preisfrisieren stattseiunden«, wobei der •bekamntc Besitzer der ׳Kirnstwerkstätte .für Perücken etc., Her.r Othmar Sc h ifir, Wien, L, ׳Kärntnerring 6, mit dem e r .׳s t e n, nv e i t e!1 und dritte n P r eis a u •s g ezeichnet -w 0 r d c n 1 s t. ׳Auch die A n gestellten der genannten Firma!haben■ hier sämtliche Preise erhalten. Diese abermalige Auszeichnung •beweist aufs neue die Leistungsfähigkeit und Konkurrenzfähigkeit Othmar Sc'hiffs. Wien. Aus verschiedenen Gründen fühle ich mich veranlasst, den •von •mir seinerzeit erteilten הכשר über das ״Löwenbrot“ (Löwenil)rot׳fa׳bri׳k, Wien, XX.,!Pappenheimgasse 43);׳uriiekzuziehen. Rabbiner Fisclii Arak aus Jeirzezane.; T m eli ® dm o m 1 o w a, k ® i 9 Es ׳würde sich verlohnen, eine übersichtliche Revue über all die Pressestinimen!zusammenzustellen, •die im zionistischen Lager vor׳ und nach den Parlamentswahlen laut -wurden. Die!Leser ,würden aus einer solchen Revue klarer als aus eingehenden Darlegungen und •prinzipiellen Auseinandersetzungen den geistigen und -!moralischen Tiefstand erkennen, auf den unsere nationalistischen Gegner im Eifer des Wahlkampfes •hinabgesunken sind und eine Vorstellung von •der •Gedanken- und Gefühlswelt er- :halten, in -die unsere , glaübenstreu'en ■Massen'• geraten könnten, wenn nicht mit aller Energie dahin gestrebt ׳wird, die politischen, geistigen und humanitären Organisationen des orthodoxen Judentums auf das ׳gesamte Gebiet unserer Republik auszudehnen. Keinem ernsten und denkfähigen Juden darf es gleichgültig sein, wahrzimehmen, «mit welch ungehemmter Wut •die Instinkte unserer Massen gegen jede Autorität aufgestachelt werden, mit welcher Zügellosigkeit gegen alles, -was nicht Werkzeug des nationalistischen Zionismus sein iw i 11, gehetzt und gewühlt wird. Wer kann beispielsweise die an Wahnsinn «grenzenden Artikel der Bratislavaer ׳zionistischen ״Volksz e i׳ t u n g“ lesen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie es möglich sei, dass eine Organisation, deren Mitglieder immerhin Kinder ,des jüdischen Volkes sind, es zulasse, ׳dass ihr offizielles Organ eine Sprache zu führen sich erkühne, die an Hass und Hetze ׳gegen i •i; stein für den neuen 'Jischuw, nachdem der alte durch die Kreuzzügler bis auf den -Grund zerstört worden .war. jüdische Autoritäten und gegen ׳die Prinzipien des historischen Judentums die Wutausbrüche •der wildesten antisemitischen Zeitungen weit hinter sich lässt? Gibt es wirklich schon Söhne und Töchter Jüdischer Eltern, die von den _ Grundanschauungeii des Judentums so wenig wissen, so wenig erahnen׳, dass cs ihnen gleichgültig ist, wenn eine in ihrem ׳Solde stehende Zeitung unter dem Deckmantel der zionistischen oder niisrachistischen;Interessen Juden, und wären sie auch nicht in jüdischer Arbeit ergraute religiöse Führer und -nicht •die gewählten Sachwalter und Leiter bedeutsamer jüdischer Organisationen, öffentlichbe s׳cki m >p Je n, am!Leben ׳bedrohen -und in;berechnender Absicht wegen Stautsfeindlicbkeit den u n■ziere01?־ Hört •Roheit ׳auf Roheit zu sein, und Denunziation -ד- Denu nzi-a tion, wenn dafür ein «Deckname gefunden wird, den ■die Unwissenheit oder die Demagogie ׳mit irgend einem erdichteten jüdischen ״nationalen“!Interesse ■in. Zusammenhang zu bringen sich erdreistet? Wir haben die .,Volkszeitung“ erwähnt nicht etwa^ als ob wir ihr irgend welche Bedeutung beimessen würden, sondern weil sie in Bratislava erscheint und unseres Wissens auch «in Kreisen •Leser hat, wo man jüdische Dinge noch von jüdischen Gesichtspunkten zu ׳beurteilen gewöhnt ist. Dasselbe gilt aber — wenn auch vielleicht unter Zuerkennimg mildernder Umstände ~ aus nah uns- ׳los von allen zionistischen Zeitungen. Das Wort ״Verrat“ ist in diesen Zeitungen in Anwendung auf die!Bestrebungen und ,politische Betätigung der Orthodoxie eine solche gangbare Münze geworden, •dass cs den Anschein erweckt, als ob darunter jede •jüdische Arbeit, die nicht auf der Linie des unter , ׳der Marke ״Zionismus“ in das Judentum eingeführten Abfalles von dem überlieferten Im Jahre 1257 war fes Rabbi Jechiel von Paris» der in Jerusalem eine Jeschiwah mit 300 Schülern gründete! Dessen Schüler, Rabbi Jakob, fuhr in allen Ländern der Diaspora herum, um Spenden für diese Jeschiwah wie für den neuerrichteten Jischuw zu )sammeln. Neues Leben in Erez Israel brachte aber )etwa zehn Jahre später Rabbi Mosche ,heil Nachman (Ramban), der die ganze jüdische Welt für Palästina erglühen (gjachte und in Jerusalem wie in anderen heiligen Städten das religiöse und soziale Leben ordnete. Von späteren Gelehrten und Organisatoren, die sich das soziale, wirtschaftliche und ,religiöse Leben in Palästina besonders angelegen sem Hessen» nennen wir den grossen Darschan Rabbi Mosche Alschich,!wohnhaft in Safed» der 1599 neue Sammelbüchsen in die jüdische Welt hinaus^ schickte, die den Namen fragen ״Chossem Tachniss“ und ״Sukas Dawid“. In iVe-nedlg exisstierte damals eine Verordnung, dass jeder Jude ׳jm Alter von über 29 Jahren verpflichtet sei, einen Mindestbeitrag von einem viertel Golddukaten jährlich, und zwar .in der Woche vor Sabbat Schekalim für Erez Israel abzuHefern. Das Werk von Nachmanides )und Alschich setzte mit der ganzen Kraft seiner )Seele Rabbi Jesajas Hurwitz, der Scheloh, fort, der gn. die Mitte des 17. Jahrhundertsnach Jerusalem kam. Er petzte in Deutschland und Polen Komitees ein und die fGabaim erhielten den Titel ״Vor* Steher von Erez Israel“. Von da an stammen die Sammelbuchsen des ״Rabbi Meier bal Haness“. Nach und nach bildete 6ich in der Folgezeit das Kolelwesen heraus, in der Art, dass jede )Landsmannschaft in Palästina ihren eigenen Kolel hatte, der vom betreffenden Lande erhalten .wurde. Der älteste Kolel dürfte ״Kolel Grodno“ sein, dessen Akten auf das )Jahr 1849 zurückgehen. Es bedarf keiner Erörterung'und keiner Erwähnung, wie sehr sich auch die späteren Grössen imd Führer des Judentums stets für das heilige Land einsetzten, wie Rabbi Chajim Wolochiner, Rabbi Zwi Naphtali, Berlin, Rabbi Jizcnok Elchonon u. v. ia. Würde der neue Jischuw stets der Basis eingedenk sein, (^uf 'der er ruht, er würde mit mehr Liebe und Rücksichtnahme ׳auf die Erhaltung der alte» Traditionen im heiligen ,Lande bedacht sein. Judentum zu verstehen ׳wäre. Wenn ׳man in •den letzten Wochen etwa die ' Wiener zionistische ,Morgenzeit 11 ng“, die Prager ״Selb s t׳we h r“, die ßrünner ״Jüdische V o 1 k s s t i rn m e“ oder gar den Munkacser ,Zs. Ne!plap“ ■gelesen hat, musste man den Eindruck gewinnen,!dass es sich liier nicht mehr um einen entarteten und •in ׳Demagogie ausgearteten Kampf um irgend «welche ,»Ideale“ handelt, sondern um eine g e i s t!i g e K «r a n kheit, die — wie es scheint — alle nationalistischen ״Kämpfer“ erfasst, wenn sie von der Gewalt der Tat- Sachen darauf hingewiesen werden, dass das von ihnen totgedachte alte Judentum noch in voller Lehensbl:üte dasteht und dass es noch lange nicht an der Zeit ist, die ersehnte Erbschaft anzutreten. Wir kousta- Heren lieber -diese ׳Erkrankung in den Köpfen« unserer zionistischen Neujuden als uns dazu ׳zu verstehen, von Ihnen zu sagen, sie seien schlechte Menschen, die ׳mit klarer Uebe rlegung aus dem nichtjüdischen Leben, in dem ihr Denken und Tun sich!bewegt, Schlagwörter und hetzerische Redensarten, wie ״V e r r a t“, ״K •1er ikalismuss“ u. dergl., in die jüdischen Kämpfe hinübernehmen, obgleich sie wissen, dass sie damit keinen Menschen vom Zionismus ׳überzeugen, wohl «aber das öffentliche Leben im Judentum vergiften und jeden Gedanken an eine friedliche Verständigung zwischen den Parteien für lange Zeit verhindern. Das orthodoxe Judentum und alle Nichtzfamsten, die den jüdischen Traditionen nicht jede!Geltung absprechen, werdensich natürlich weder von der Stellungnähme der Nationalisten noch weniger aber von •den Waffen, die diese in ihrem Kampfe ■gegen das historische Judentum verwenden, auf ihrem Wege aufhalten!lassen. Sie werden- -das begonnene organisatorische Werk zu ihrer Befreiung von der angemassten, verhängnisvollen nationalistischen Vormundschaft in gerader Linie fort setzen. Sie bauen dabei auf die im jüdischen Volke tiefwurzelnde Ueberzeugung von dem Siege der Wahrheit •utnid Gerechtigkeit׳, der sich Bahn bricht, auch wenn ihm die grössten (Hindernisse in den W!eg gelegt werden. Auch im Lager der «Zionisten werden einzelne Wege bald zur Besinnung «kommen und dann wird sddt ihr Grimm gegen «diejenigen richten, die sie in solch!frivoler Weise hmtergangen• •haben. Dass ein schwaches D ä «m in e r 1 i c 111 dieser neuen Erkenntnisse auch dort bereits auf ■den Horizont •auftritt, sollen Auszüge aus det4 jüngsten,׳Nummer der zionistischen;,J•ü•d fscihen Volksstimme“ erweisen, die wir auch deshalb schon hier, abdrucken, damit unsere ׳Leser einmal auch; in die Geisteswelt der Zionisten .Einblick gewinnen. Wir wählen uns dabei •Artikel aus, die zu den ׳besten•, sagen wir ״zahmsten“ gehören, die uns in letzter Zeit zu Gesicht kamen., Hugo Brunner schreibt in Nr. 47 der l׳ü׳dischen VolkssUmine“ (unwesentliches weggelassen, Sperrungen ' zum grössten Teil von uns): . .׳. •Darum sei' gleich eingangs ausgesprochen, was־׳ lieber heute als morgen gesagt werden m us s: Unsere Niederlage ist .nicht verursacht •durch «das Versagen ein- *seiner. Nicht unsere politischen Führer und Agitatoren sind um,gefallen, .nicht unsere Bureaus oder •Beamten haben׳ •stell •einer Pflichtverletzung •schuldig gemacht. «Sie alle haben Menschliches geleistet und oft noch •etwas darüber. Die Niederlage •trifft nicht sie, sondern das System: Jenes Sustem, nach welchem wir von 1920, von den ';letzten Wahlen an u •n s e r Verhält 11 i s z u׳ d ׳e n s 1 0 w a k •i- ' scheu 0 r t ,11 0 d 0 x en eingerichtet haben. ■Ein Fun-damentalsatz zionistischer Propaganda läutet.: Das Kompromiss ist weder ein ,moralisches noch ein geeignetes Mi t-tel,!A us s e 11 stehend e; dem eigenen Zwecke dienstbar zu machen.. Es kommt zum Schlüsse dabei׳ nie etwas Gutes heraus. Wir sind bei den ersten Parlaments wählen und bei1 den!Nach-, tragswahlen in .Karpathorussland allein in den -Wahlkampf ' gegangen, ohne einen Erfolg zu erzielen. Daraus ist der richtige Schluss gezogen• worden, •dass . wir ׳Nationalen, allein ohne •die Orthodoxie nicht die Mögliclikeit hätten, durchzudringen. Die Frage war also: Wie werden wir e!s erreichen, dass bei -den nächsten Waiden •die Ort 110doxen verlässlich auf unser er Seite stehen?׳ Das war die Frage und die Aufgabe. Sie •ist nicht gelöst worden. Es ist in de n be s agf en fünf J ähren nichts geschehen oder so gut wie nichts^, um uns diesem Ziele n ä he r z u b r :i n gen. •Weder die (National]$4׳e>run,g des Volkes, Verbrei-• tung des zionistischen Gedankens, Erobernng der K׳u 1tusge meinde 1r, Ver drängung des R ab bi nerkler us von der politischen Führung noch :i-rgend eine andere- Seite• dieses A u f ga benk r eis-es ist vor wärts; ge- •kommen. Nun -ist es gewiss fraglich, ob mit unseren; schwachen ׳Kräften׳, mit unseren geringen finanziellen• Hilfsmitteln, mit der geringen Zahl freiwilliger Mitarbeiter in der Slowakei in den letzten fünf Jahren überhaupt ׳viel mehr hat erreicht werden können. Deshalb'soll auch die obige Feststellung keinen Vorwurf gegen die ׳Leitung beinhalten. Allein die Leitung hat, wiewohl ihr die geschiiderte •Situation genau bekannt •sein musste, in letzter Minaite wiederum zu jenem Notnagel gegriffen, oder so oft schon der Nagel zu unserem Sarg gewesen ist: zum Koni promiss. Dies ist ein Vorwurf und er kann unserer Leitung, nicht erspart werden ... . . . Den Misserfolg, der nun kommen musste, hätten wir billiger haben können. Dadurch, dass w׳i׳r einige einzelne Orthodoxenfiihrer auf unsere Seite gezogen hätten,, hatten wir die Mögliclikeit eines Verrates noch nicht beseitigt und alle werteren Demütigungen unsererseits sind( erfolglos geblieben. Nun haben wir den angestnebten Erfolg. zwar ׳nicht errungen, hingegen aber das Ansehen, die Ehre und das Prestige der Bewegung aufs schwerste geschädigt► Wenn es nicht so furchtbar bitter wäre, wäre man versucht, zu sagen, es geschieht, uns recht. •Man geht nicht in einen Wahlkampf, der Hundert tausende kostet, wenn man die M a s se n 11 icht hinter $ i c h ha t. Und hatten wir diesmal diese Sicherheit noch