Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 49 (4.12.1925)
- Date
- 1925-12-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 322 JÜDISCHE PRESSE Nr. 49 jüdischer junger Vater, sei dir klar, schon!ihn segnend am Brismiloh-Tage deines kleinen!Knaben, wenn du, zum ersten Male ihn segnend, ■erhoffest, das er werde wie Efrajim und Menasche. ■Als Josef seines Vaters Rechte auf Menasches Haupt führen wollte, da entgegnete ihm Jaakob: Ich wedss, ich weiss, mein Sohn; auch er!wird zu ■einem Volk© werden, auch er wird gross. Allein sein ,jüngerer Bruder wird noch;grösser, dessen Nachkommen werden die ■Völker erfüllen. Dazu bemerken die Weisen des!Midrasch: Menasche wird gross werden, denn eine •Kriegsgrösse, Gideon, wird von ihm ausgehen. Doch Efraljim, der Jüngere, wird noch grösser sein, denn von!ihm wird Jehaschua stammen, Moschehs ׳Schüler!und!Nachfolger, der sein ■Volle nicht nur zum Lande der Väter heimführt, sondem;der auch als }נבור במלחמתו של תורך die Torah-Keimtnis ln Jisroel verbreiten wird. ■Die •Erscheinungen der späteren Geschichte führen unsere Weisen somit auf die Stammväter zurück. ׳In der Tat kündet von Efrajim die Ucberlieferung, er lernte Torali beim Grossvater: שהי, רגיל אצל יערב אבינו בתלמוד Von Menascheh wird dies nicht hervorgehoben; Menascheh war dagegen sprachkundign^j^ זה מנשה(עי׳ רש/ בי המליץ er war Josefs rechte Hand im diplomatischen Verkehr mit dem Auslande, unterstützte!ihn in den ׳Staatsgeschäften und!brachte es an Torah-Wissen nicht so ■weit wie!Efrajim. Diese Unterschiede zwischen den beiden Brüdern würdigte Jaakob Owinu bei seiner Segensbelehrung an alle Kinder Jisroels. Er sagte בך יברך ישר׳ . Das bedeutet nach Rasch!: Wer seinen Sohn zu segnen •sich anschickt, soll es in dieser Weise tun: ישימך אלקים כאפרים וכמנשה• Das was bei Efrajim und iMenasche getrennt war, werde bei dir vereinigt, Kind. Sollst an Torah-Eorschungstrieb dem Efrajim nacharten, sollst an ׳allgemeinem;Wiissen, an Stellung und Ansehen wie Menascheh werden, sollst so glücklich ,und gesegnet sein wie •beide. Aber, aber שכל את ידיו mit ׳Bedacht legte Jaakob Owinu!seine Hände, setzte den Namen Efrajim vor Menascheh, stellte die Torali allem übrigen voran, war מברך בתורה תתלה . Und so segne, erziehe, beeinflusse der jüdische Vater seinen Sohn,!den er zu einem in allem gesegneten Ben Torah mit des Allgütigen Beistand erstarken sehen will. (Aus den Blättern •der Reren-Hathora.) Jahrzeitfeier Rabbiner S. Spitzer.!Am Sonntag, ■den 2. Tag חנוכה wird anlässlich der Jahrzeit nach א״דמ״ור ה״הג מ״וה זלמן שסיטצער זצ״ל ■im Bdth- Hamidrasch •der Adas Jisroel um 5 ■Uhr nachmittags eine •ד ר ש ה abgehalten. Aus demselben Anlasse gelangen zwei vom •Vorstände bestimmte Stipendien für unbemittelte, würdige בתורים . deren!Eltern in Wien wohnen und ■die ■in!einer ישיבה ■mit besonderem Fleisse dem Tihorastudi’um obliegen, zur Vergebung. Gesuche sind bis zum 26׳. Kisl'etw ,(23. Dezember) ■an den Vorstand der Adas Jisroel zu richten. Herren^, Knaben' and Kinderkleider - fertig und nach Maas Massabteiluug bis zu den feinsten englischen Stoffen, Erstklassige Zu* Schneider. Eleganteste Ausführung. Auf Vermeidung von wird genauestes geachtet. J. STERN, Wies, II., {Hookengrasae 25. T. 48913. _Beachten Sie die Hausnummer. _____ zu וישלח• Aus der Rüstkammer der Ahnen. Dreifach, berichtet der Alten Weissheit, rüstete sich Jakob, als Esau, auf ■des Bruders friedliche Botschaft, aem Bruder mit 400!Mann entgegenzog■. Zunächst denkt Jakob an ein reiches Geschenk, um Esaus Grimm zu kühlen rmd abzuschwächen, alsdann rüstet er sich zum! Streit, um nicht wehrlos ttn die Hände des Feindes zu fallen, zuletzt erfleht er in heissem Gebet den Schutt seines Vaters im Himmel. I. Jakob reicht Geschenke, Jakob, ,der im kleinsten Wertobjekt, im Wasserkrug, ein Heiligtum erblickt, scheut kein Opfer, um einen Feind zu versöhnen, wenn es gilt, .einen Menschen zu gewinnen. Er kämpft mit der Menschen edelsten. Waffe, mit der Liebe. Opferfähigkeit und Wohlwollen sollen des feindlichen Bruders Hass entwaffnen und ihm dessen Gunst erzwingen. Nicht diplomatische' Fangkunst öffnet Jakobs geschlossene Hand, aber ein reiches Herz im Bunde mit tief-psychologischem Blick will in Frieden mit dem Bruder leben. Die wenigsten Mensehen sind mit Bewusstsein schlecht. Schlecht ist immer ״der andere“. Und wenn {nichts mehr verschlägt, wird die grösste Untat gegen die Mitwelt mit der Mitwelt Schlechtigkeit motiviert. Menschen, die in ihrem inneren Gemüt .nach einem Vorwand fahnden, um schlecht zu sein, kann man nicht mit FJass oder gar Verachtung ent-!waffnen* Hass steigert den (lass und rechtfertigt ihn. Aber eine kleine Selbstüberwindung, und man vergisst. Und gar Entgegenkommen und Liebe beschämt und ver״ söhnt, gewinnt. Der ירע ציף wird ein איש חס, aus einem Esau wird ein Jakob. ׳ II. Und Jakob rüstete sich zum Streit. Er hasst den! Kampf, der ״naive“ Zeltenbewohner. •Aber wird ihm der Kampf aufgezwungen, da ,umgürtet!er sich mit jugendlicher Kraft und harrt des Feindes mit stählerner Stirn;!Wir, Jakobs spätgeborene Enkel, wir haben nicht mehr den Mut, die Waffe zu schwingen, die uns in die Hand gedrückt. Wir haben nicht mehr den Miit, Israels Erbe; mit Gut und Blut;durch die Jahrhunderte behauptet, mit Gut und Blut zu verteidigen. Uns fehlt die Begeisterung, uns mangelt's am' Feuer. Wir sind nüchtern geworden; Bericht des Wirtschaftsamtes der Agudas Jisroel für Palästina. Tisch r) 5686. Allgemeines. Ursprünglich hätte das Wärtschaftsamt ׳der Agudas Jisroel für Palästina erst am 1. Marcheschwan mit •der Kolonlsations- und Informationsarbeit beginnen sollen. 1 Aber bereits im Tischri wurde das Wirtschaftsamt vom Publikum weitgehendst!in Anspruch genommen. Die Wirtschaftslage in Palästina hat sich einigermassen stabilisiert. Nach der •Periode des starken Anschwellens der Elnwanderungszlffem folgte eine ziemlich gleichbleibende Monatsimmigration, die (nach Abzug der Rückwanderer) auch weiterhin um die Zahl 3000 schwanken dürfte.!Damit war eijn Warnungszeichen für die grösste Industrie des!Landes, für das!Bau- und Baumaterialiengewerbe gegeben worden, der!Häuser- Spekulation nicht allzu weite Kredite zu gewähren. Die Krise, die derzeit die Bauindustrie erfasst hat und wieder die Arbeitslosenziffern anschwellen ■lässt, ■kann ׳daher zu einer Gesundung und Normalisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse führen. Palästina, •das eine •noch viel zu wenig gewürdigte wirtschaftliche Aktivität besitzt, kann dann ׳in absehbarer Zeit den Kapitalzustrom erwarten, um den ■man sich jahrelang bemüht hat. Solange aber nicht nur eine schwache Krise — wie jetzt — sondern ein vollständiger Zusammenbruch ■der führenden Industrie •des Landes zu erwarten war, ist es unmöglich gewesen, langfristige Kredite auch für die solidesten ,Projekte •und Unternehmungen aufzunehmen. Die Kredittätigkeit der Banken beschränkte sich daher lediglich auf ■das laufende Diskontgeschäft. Es ■ist zu ■erwarten, ■dass, ■sobald die gegenwäirtige Depression ■ihren Höhepunkt erreicht haben ■wird, jene neuen Kapitalien ins Land strömen werden, die ׳allein imstande sind, die wirtschaftliche ,Basis für eine steigende Einwanderungszahl zu schaffen. Denn •die Tätigkeit der im Lande arbeitenden Koionisationsorganisationen — Pica (Verwaltung der Rothschild-Kolonien), Ica, Agudas Jisroel, Zionistische Organisation — wird solange nur ■Stückwerk bleiben, als nicht das internationale Weitkapital sich für die Anlagemöglichkeiten׳!in Palästina ,ebenso ■interessiert wie für jedes andere Land im vorderen Orient. ■Die verheissungsvolle Eröffnung der T׳el-Aviver Messe weist deutlich den Weg, •der •der wirtschaftlichen Entwicklung unseres!Landes gegeben ist. Nur eine möglichst vollkommen©, ja restlose ■Eingliederung . der industriellen und landwirtschaftlichen Pfp^1tkji(on,׳des .Landes :׳•in ■die,• Watenerzeugüng und in •den Warenverkehr ■des vorderen Orients kann für .Palästina jene gesunden, stabilen wirtschaftlichen Verhältnisse schaffen, die Voraussetzung sind zu einer ruhigen politischen .!Konstellation und zu einer tiefdrtngen-. den kulturellen Arbeit im Lande. . Die Qualität der jüdischen Arbeit. Der Grossteil der •ins Land strömenden Einwanderer sind nach wie vor!ungelernte Arbeitskräfte, gleichgültig ob es sich um junge oder alte Immigranten׳ ■handelt. Neben der Kapifalarmut ist ■diese, fast bei ■jedem Wirtsehaftsdetail bemerkbare Min de v■q-u aljiität der jArbe׳;jjt und ■der Arbeitsorganisation eines ■der schwersten ■Hindernisse zur Entwicklung des Landes. ■Die Ursache ist in einem fast .allgemeinen professionellen■ Hochanut zu suchen, der vermeint, dass ein halbes ■Jahr Aus- Hin MIIITir 11wm׳ü»11׳B1׳u1tf>MU׳UKM»BBfin1HBWWffnTMMMIWHHIIII ■Hl 111*11■ kalt-nüchtern. Es fehlt den Vätern an Wissen, •um ihre Söhne zu belehren, und den Müttern an begeisternder Kraft des Gemütes, tim ihre Töchter zu erwärmen, es fehlt den jüdischen Eltern :an Ueberzeugungstreue, um intolerant zu sein. Kämpfe .um das Judentum in jüdischen Häusern sind selten geworden. Jedem wird jedes Wort konzediert. Und viele, Väter ju״d noch viel mehr Mütter finden es ganz natürlich!und zeitgemäss, dass Israels heiligste Güter von gedankenfreien Söhnen und gelehrten Töchtern getreten und verlacht!werden. Wir sind grosser Helden schwache Epigonen. Wir haben nicht die Kraft des Wollens, das zum (Selbstbewusstsein ermächtigt. Uns fehlt der Wille, der jsich ermannt und durchsetzt, uns fehlt der Bekennermut, uns ׳fehlt die Kraft zum Kampf. III, Und Jakob erfleht in!heissem Gebet den Schutz seines Vaters im Himmel. Seihe Brust durchwaltet hochstes Gottvertrauen; in ihm;brennt die heilige Glut der Ueberzeugung: in der höchsten Not kann nur einer helfen* der allmächtige Gott. Und ©r öffnet seine Lippen zu frommem Gebet, zum Gebet, das neben Hannas ZwüH spräche init ihrem Gott (Vorbild geworden für Israels Gebete. Ein Gebet in feiner Einfachheit von hinreissendem Zauber: ״Ich bin nicht ,wert aller der Wohltaten und all der Treue, die du (deinem Diener bewiesen hast. Denn nur mit meinem Stab überschreite ich den Jordan, und jetzt gebiete ich über zwei Heerlager. Ach, errette mich‘‘ usw. Als des Bruders Mordwaffe über Jakobs Haupt schwebt, da wagt sich kein Trotz über dessen Uppen; er hadert nicht mürrisch mit seinem Gotte, der ihn ins grause Schicksal gejagt, er ßittert bei dem Gedanken; an seines Schöpfers Güte zu zweifeln. Er betet. Er bittet nicht, er dankt. Er!dankt, um alsdann Gott in beinah übermenschlicher Demüt um eine längst verheissene Gnade anzuflehen. Sein Gebet ist!$er klare Ausdruck, das getreue Spiegelbild seiner Persönlichkeit. Jakob hat die Macht des Gebetes begriffen. Heil dem Mann, der, wie er, Gott sucht, ihn anruft, und mit Herz und ,Geist mit ihm in Gemeinschaft tritt. Er wird jauchzen im Glück und bleibt beherzt in mensch- Jichem Leid, beim Donnerschlag■ menschenerschütterndert Sturmes und E>ranges. Wie verlöschendes Feuer bei Windeshauch lebt die verzagene Seele wieder auf im Gebet -und erwacht zu neuer Lebenskraft. Der betende Jude findet bildüng ausserhalb oder innerhalb des .Landes genüge, um aus Kaufleuten ״Fachleute für alles“ heranzuzJehen. Nacfi wie vor wird Qualitätsarbeit in der Möbel-, ■Kleider- und Schuhwarenbranche zum grössten Teile aus dem Auslande eingeführt. Gewiss gibt es einige gut arbeitende Betriebe, aber die durchschnittliche Qualifikation •des Gewerbe treibenden und Handwerkers in Palästina steht auf einem beschämend niedrigen Niveau. Die Ansiedlungsmöglichkeiteti. Aus alldem ergibt sich, dass eine ■dauernde Ansiedlung in Erez Jisroel nur dort möglich ■ist, wo entweder über ausreichende Kapitalien oder über wirklich ausreichende -Fachkentnisse verfügt wird. Speziell um Qualitätsarbeiter mit ■dem Niveau, das man z. B. in Deutschland durchschnittlich vom gelernten ■Arbeiter verlangt, sind nach wie vor ■im Lande starke!Nachfragen. Aber es kann nicht genug gewarnt werden vor einer unüberlegten Einwanderung ohne Kapitalien oder ohne langjährige und tiefergehende Fachkenntnisse. Das sichere Elend wartet in Erez Jisroel ■ebenso wie in anderen Ländern auf denjenigen, ■der ■iinznlänglich ausgerüstet a n ■s ■e i n e Arbeit ■herantritt. •Erez Jisroel ■ist kein •Wiirtschaftsasyl für Existenzen, ■die in Europa Schiffbruch gelitten haben. Der Händlerberuf ist derart überfüllt, dass die Einnahmen׳ der Krämerlädchen, ■die es zu Tausenden ■in Tel-Aviv gibt, täglieh mehr zusammenschmelzen. ■Nur P r 0 ■d u zenten, Handwerker, Gärtner und ■Landwirte können hier ■erfolgreich arbeiten, wenn die oben erwähnten Voraussetzungen gegeben sind. Die Hauptschuld an der wirtschaftlichen Not der mangelhaft ausgebildeten und mangelhaft ausgerüsteten Einwanderer tragen die •iitopistisehen Meldungen mancher Zeitungen in Europa, die phantastische Stimmungsherichte verbreiten, denen jede Basis fehlt. Es empfiehlt sich, sich vor •der Auswanderung in jedem Falle ■mit dem Wirtschaftsamt ■der Agudas Jisroel . für Palästina (Tel-Aviv, Palästina, ■P. O. B. 366) m Verbindung zu setzen, das Interessenten jederzeit alle gewünschten ■Auskünfte erteilt. Der Arbeitsbereich des Wirtschaftsamtes umfasst vier Gruppen: 1. Informationsbureau, 2. Kolonialverwaltung, 3. Arbeitsvermittlung, 4. Einwanderungsangelegenheiten. . 1. Informationsbureau. Das Informationsbureau bearbeitete ausser dem täglichen Publikumverkebr 58 Infarmatioflsfälle, ■Anfragen auf Errichtung ■einer Grossbäckerei, Spielwarenindustrie, Konserven- und Marmeladefabrikation, ■Schuhwarenerzeugung, Grossweinkellerei etc., ferner Anfragen, die ״,die-•Errichtung ,^■§r...Cteflügelfarm• •und einer modernen - Milchwirtschaft betrafen. ■ Ausserdem wurden über die Existenzmöglichkeiten’im Gärtnerei- und Handwerkerberufe ' ständig Auskünfte •erteilt. ■In manchen Fällen ist ■es geglückt, . Kapitalisten mit wirklich qualifizierten Fachleuten zu einer gemeinsamen׳ Firma zu vereinigen. 2. Kolonie- und Terrainverwaltung. Die Hauptaufgabe der Kolonie- und. Terrainverwaltung war die •Administration der Agudakolonie ,;M ach anoh Israeli“, ferner die Leitung der ■Parzellierungisarbeiten ,auf den Ländereien der Agudas Israel, die Entgegennahme von Offerten über ■verkäufliche Landstrecken, sowie ■die ׳ Besichtigung der angebotenen Komplexe, das letztere ■in Zusammenarbeit mit ■der zentralen Bodenkaufskommission der Agudas Israel, die ihren Sitz in ■Jea־u- Salem ■hat. (׳Fortsetzung folgt.) reichen Trost in des Lebens letzter Stunde. Mutvoll schaut er dem Tode ins (Auge, und mit dem Bekenntnis auf den sterbenden Lippen haucht er lächelnd seine Seele aus.' Dr. D e b r e. Rabbinische Chaluzim vor 700 Jahren. Von S. Schachnowitz. Während zur Zeit der Kreuzzüge und der späteren Verfolgungen in Deutschland sich /die deutschen Juden in Scharen nach den slawischen Ländern begaben, wo sie, besonders in Polen, ein (Heim fanden, nahmen englische Juden und auch Juden aus Frankreich die Flucht nach Palästina, insbesondere, nachdem das ,1heilige Land wieder unter arabisch-türkische Herrschaft kam, der man mehr Vertrauen entgegenbrachte als den bisherigen fanatischchristlichen Besitzern, us der Geschichte wissen wir, dass itn Jahre 1210 eine Delegation von französischen und englischen Rabbinern nach Palästina kam, um die Voraus- Setzungen für eine grössere jüdische Einwanderung zu schaffen. Zwei Namen von der Delegation sind uns bekannt, Rabbi Jonatan Hakohen,!einer der Weisen von Lunel in Frankreich, und Rabbi Samuel aus England. Nach Hause zurückgekehrt, brachten gie günstige Berichte sowohl über das Land selbst wie über die Ein- Wanderungsbedingungen. Man weiss, dass kurz darauf über 300 französische und englische Rabbiner und Gelehrte mit ihren Familien die Heimat verliessen und den Weg nach Erez Israel nahmen. Die breiten Massen des Volkes waren von der Bewegung weniger erfasst worden. Vielleicht fehlte es auch!an der Energie oder an den Mitteln. Die geistige Elite war .׳aber von der Palästina-Sehnsucht ganz hingerissen. Im Frühjahre '1211 landeten die Aus- Wanderer in Jaffa und 'wurden dort vom Bruder des Sultans, der damals Palästina verwaltete, ehrenvoll empfangen. Sie bekamen Land und Rechte, bauten sich in verschiedenen Städten Wohnhäuser und ,auch ein grosses Bethaus und konnten sich bald aus ihren eigenen Gärten und Feldern ernähren. Einige Namen dieser Kolonie zäh•• len zu den Tosofisten, wie Rabbi Josef ben Baruch1 und sein Bruder, Rabbi Meier, Rabbi Abraham Hasakon, Rabbi Josef, Rabbi David und auch Rabbi Schimschon, der bekannte Verfasser der ״Tossefoth Schanz“. Diese Rabbiner und Gelehrten legten den Grund-