Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 49 (4.12.1925)
- Date
- 1925-12-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2629891-2630099-2630145--2034-2633859- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
m V.b.k. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopolds• fasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45*494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 30, das übrige Ausland s Dollar. Zahlungen ftir Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.45S; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Präg,׳ Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 «1>. 49 Witn-Bpatisiava! 4. Dezember 3925 וינה־פרעססבורג יז כסלו תיפ״ו. ב*ה II. Jahrg. Chronik der Woche■ Premierminister Skrzynskl bietet dem Agudisten Schereschewski das Portefeuille als Vizefinanzminister an. Warschau. (AJPB.) Der Premier minister .Skrzynski hat dem agudistisclien Senator Rafael ■ Schereschewski das Finanzportefeuille angeboten.!Der bekannte führende Bankier gilt ais Autorität in Finanz- und Wirtsoi1aftsfr.agen. Die derzeitige prekäre finanzielle Lage des polnischen Staates bedingt eine besonders umsichtige Wahl bei der Besetzung der Finanzposten, doch wird ׳Schereschewski als diese Aufgaben vollkommen ־beherrschende .Persönlichkeit bezeichnet. י• Sitzung des polnischen Zentralrates der. Agudas Jisroel in Warschau. Warschau. (AJPB.) Montag, den 30. November, beginnt in Warschau die Tagung des polnisehen ׳Zentralrates ■der ,Agudas Jisroel. Der Vorsitzende des Geschäftsf ährenden .Ausschusses Wien, Rabb. ׳Dr. Kolm, ist bereits in Warschau eingetroffen. Der spanische Diktator gegen jüdische!Bürgerrechte. — Nur katholisch getaufte Juden können spanische Bürger werden. London, 26. ,November. (J.TA.) ״Daily Express“ veröffentlicht eine Erklärung des Generals Primo de Rivera, des Oberhauptes des spanischen Direktoriums, ,wonach ׳ein Jude nicht Bürger •Spaniens werden könne, es ,sei denn, dass ■er zum ■katholischen Glauben übertrete. In Spanien leben Juden als Kaufteute und Bankiers, sie. sind aber alle Angehörige ׳eines ausländischen Staates, . Reval (1Estland); ■Das ׳estnische Parlament hat •das־ Gesetz über: ־eine Autonomie der nationalen Minderheiten erlassen, wonach jede nationale Minorität, der 3000 Bürger angehören, ׳das Recht auf autonome Organisation ,hat. Jetzt lässt das estnische Ministerium des Innern •untersuchen, ob. es ׳im Lande 3000 Juden gibt, für welchen Fall ,eine jüdische autonome .Organisation geschaffen wird. I . x JS0? prominente amerikanische Juden im Dienste des Joint-Dnves. NewYo.r.k, 22. November. (ITA.) Mr.!David A. Brown, der Vorsitzende des ,Komitees für Aufbringung yon 15 Millionen Dollar für jüdische WiederaufbauMlfe •m ׳Europa, ■teilt mit, ׳dass •sich .me.hr als 800 'führende Juden m den Vereinigten ■Staaten- ־und in Kanada ,in den־ Dienst der Joint-Kampagne gestellt :haben, Mr.!Brown er-! rs'c^ 'd‘em Verlauf der Kampagne :zufrieden und teilt ferner mit, •dass ein ■grosser Teil ׳der ,aufgebrachten oumme ■für Darlehen an unterstützungsbedürftige Handwerkef und ■Kaufleute sowie für!Fachschulen' zur ,Ausbildung der Jugend ■in produktiven Berufen ■verwendet werden würde.!Flüchtlingen soll zur Rückkehr in ihre Heimat verholten werden, Waisenkinder sollen!Obdach und Erziehung erhalten. ׳Natürlich •stehen ■die drei Millionen m Russland im •Vordergründe des Interesses. Wenn die Ziele der Kampagne erreicht werden sollten, so .wird es möglich sein, bis ׳Ende 1927 100.000 Juden auf dem Lande anzusiedeln. Aber auch den Juden in anderen Ländern soll geholfen werden. Soll ein Jude Präsident der Vereinigten Staaten werden? ■New-York, 25. November. (JTA.) Der einflussreiche amerikanische Politiker Mr. James W. iGerard, der bis zu׳m Eintritt ■Amerikas in den Krieg Botschafter in Berlin war, hielt während einer von der ״Jewish Tribüne‘’ arrangierten politischen Veranstaltung, der führende Amerikaner beiwohnten, ׳eine bemerkenswerte ׳Rede, in deren Verlauf er ׳ausführte, man möge nu!n einmal mit dem alten Vorurteil brechen ■und ׳einen Juden oder Katholiken zum Präsidenten ׳der Vereinigten Staaten wählen; ■der miserable 1Geist der •Intoleranz ,muss schwinden. Die Intoleranz gegen •die Juden, setzte Mr. Gerard fort, entspringt meist dem Geschäftsneid. Wenn man ■das politische Feld betritt, soll man aufhören׳, sich als Jude, Katholik oder Protestant zu geben. Hier müssen die!Menschen nach ihrer Kapazität geschützt werden. Mr. .Gerard fand Zu- Stimmung durch ■einen zweiten Redner, den •Oberrichter Artur S. Tompkins, früheren Grossmeister des Freimaurerardens, der mit dem Bemerken;schloss: ״Es ist ׳unamerikanisch und ■ungeistig, Unterschiede ׳in Religion, Rasse oder Farbe bei ׳der Wahl von Repräsentanten oder von Beamten zu machen.“ Die Minderheitsrechte der türkischen Juden. Der Sonderberichterstatter des ״Manchester Guardian“ in Konstantinopel schreibt seinem Blatte: Die Zukunft der ■Mrnderhcitsnationen in der Türkei ,— Armenier, Gr.ieohen, Juden u. a. in. — ist trotz ■der Verminderung ihrer Zahl infolge der Ereignisse der letzten; iJahre noch immer ein sehr kritisches Problem. -Leider erweisen ־sich diese Minder-!reiten gegenüber den Aufsaugungsbestrebungen der Regierung als zu fügsam. So hat die!jüdische Minderheit einen Präzedenzfall geschaffen, indem sie auf die!Sonder priv.ilegien, die ihr. auf ■Grund des Läusanner Vertrages zukommen, einstimmig und in offizieller Form verzichtet. Diese Minderheit ■kann sich aber darauf berufen, ■dass nach der Trennung von Kirche und Staat in der Türkei die Juden, die nunmehr für :ihre religiösen ,Bedürfnisse allein aufzukommen haben, kein Interesse für SonderprivM-egien liegen. ■Dieser Schritt der J"״-׳'׳ wird von den Türken mit Genugtuung begrüsst; es wird der ׳Hoffnung Ausdruck gegeben׳, dass die Armenier und Griechen diesem Beispiel folgen. Neue schwere Kämpfe an der Palästina-Grenze. Jerusalem. 29. November. (JTA.) Die Kämpfe in Süd- Syrien an . der Nordgrenze!Palästinas haben in den letzten Tagen einen sehr grossen Urrffang und erhöhte Intensität angenommen. An der ganzen Front von Hermon bis Litani wird gekämpft. Manche Dörfer wechseln täglich, ja stündlich den Besitzer. Eine Entscheidung lässt sich1 noch nicht voraussehen. Der Abbau des Hasses. Di!e Verträge von!Locarno sind unter!Dach ׳und Fach. Die ■erhebenden, Reden,, ׳die ׳die. ׳führenden!Geister 1•־Europas -,bei ־-,d׳iesen1-‘:-wel1this,rö׳nisd1fel11׳';^Akt״Meller.,;eröffnen ׳ die Perspektive auf eine •Heilung ׳cler klaffenden!Wunden, . die ■der grausame Krieg und ■die furchtbare!Nachkriegszeit ■der ׳ganzen Menschheit geschlagen haben.!Noch vor einem Jahre ■glaubte niemand ׳den! Aposteln des Friedens, ■die eine baldige Versöhnung ׳der streitenden Völker, ׳eine bessere Zukunft in Aussichtstellten. -Das -Unerwartete, ist!Ereignis geworden und die Welt •hofft, aufatmen zu können. . Der Hass, der die Menschheit entzweit, soll schwinden. Dass' dann, wenn die Menschen wieder ׳andere Sorgen haben werden, als ■den Mitmenschen wehezutun, wenn sich der ׳Gedanke an ׳die Solidarität der!Menschen wieder zur Geltung ׳durchringen■ wird, daun wird wühl auch der Hass, mit dem die Juden so schwer verfolgt wurden, abflauen. Die denkenden Menschen werden ׳sich!vielleicht erinnern, dass das Judentum der Welt ׳die höchste Ethik gegeben, den reinen G-ttesglauben• ׳der Welt zum Bewusstsein gebracht hat. •Sie werden •sich erinnern, ׳dass ■die sozialen Gesetze,!wie Sabbatweihe, Arbeiter- ■und Armengesetze, vor Jahrtausenden im Judentum auf ׳einer Höhe standen, die den modernen Gesetzen noch.an ,Vollendung überlegen sind. Die Welt wird sich wohl auch ■erinnern, welch grossen Platz ׳dieses kleine, •angefeindete Völkchen auf allen Gebieten •der Wissenschaft einnimmt •und wie ׳Fortschritte in Industrie und ■Handel zu.m grossen! Teile Juden zu verdanken sind. Aber nicht nur der Hass der Völker -gegen die ׳Juden, auch der Streit im Judentum wird mildere Formen annehmen. Der Streit zwischen Glauben und Freigelsterei im Judentum wird wohl erst aufhören, bis uns der ersehnte Messias erstehen wird, der auch dem Ungläubigen׳ die Augen öffnen wird. ״An jenem Tage wird!G-tt einzig sein und sein Name einzig.“ Haffen ■wir, dass der Kampf ׳im Judentum nur mit geistigen Waffen gekämpft werden׳ wird, dass fürder ׳kein Teil rohe •Gewalt anwenden, dass die Judenschaft nach ׳aussen eine Front bilden wird, weil im Innern jeder nach ׳seiner Fasson wird leben können. .Zuckerbrot und Peitsche mögen ausgeschaltet werden aus dem Kampf •der Geister. Wir gläubigen Juden aber sollen in dem Kampf der Geister ,nicht erlahmen, all unsere Kräfte anspannen, unser heiliges, ererbtes . Gut uns und •unseren Kindern zu bewahren. Das Chanukahfest ist uns ein leuchtender Wegweiser, dass wir im Kampfe für unsere Thauroh unüberwindlich sind. •Seien wir ein einig Volk von Brüdern zur Ehre Gottes und unseres Volkes! W. D. Zuerst die Thora! Von Dr. Ehrentreu, •München. Der Wunsch, mit dem der!jüdische Vater seinen Sohn segnet, heisst .׳ יברכך אלקים כאפרים וכמנשהund der תרגום יונתן bemerkt dazu, dieser Segen ׳sei speziell für •den Tag der ברית מילה bestimmt בן י יברכון ישראל כיומא דמהלותאי Den Worten liegt wohl eine tiefere!Bedeutung ,inne, als auf -den!ersten ׳Blick erscheinen will. Die Gemoro, Nedorim 81 a fragt: Wo haben wir •die' Ursachen dafür zu suchen, dass nicht selten die Söhne von talmide chachomim •den Idealen ihrer. •Väter untreu werden?: und antwortet: Weil sie nicht!zuerst (vo׳r dem Torahlernen) die .Brocho sprechen: מפני שאין מברכין בתורה תחלה Diese' Antwort fiel allgemein •auf: Weil •der Vater• keine bifchas hatorah sprach, darum!ist sein Sohn kein ben torah geworden? Ferner :/•ist ׳es •denn wahr!und ׳denk- •bar, dass der torahtreue, torahkundige Vater unterlässt, die Torah-ßrocho vor •dem •Lernen zu sprechen? Warum .sollte er •gerade dieses so;leicht, zu befolgende ׳Gebot vernachlässigen, zumal wen« •davon für die Frömmigkeit und Törlthforschung der Kinder viel : oder gär •alles a'bhängt?. Dem Ausspruch •der 'Gemoro liegt ein anderer ׳Gedanke: zugrunde. , . - , ״ Gibt ein ׳jüdischer Vater •dem Sohne eine Brochoh, so wird sicherlich dabei der ׳Wunsch nicht fehlen, dass das Kind ein guter Jehudi ׳und ,!Ben Torah werde. Welcher: Jehudi,• ■der diesen ׳Namen verdient, sollte ■dies •nilcht wünschen, wenn er die segnende!Hand auf• ׳seines Sohnes Kopf legt! Doch darauf kommt es an, welche Stelle dieser• Wunsch -in der Reihe der anderen!Wünsche einnimmt,, ob er als erster und oberster, als Wunsch •der Wünsche, als die angelegentlichste aller •Segnungen genannt wird, •ohne die alle anderen wertlos sind, oder ob er an •zweiter, dritter . Stelle steht. So ma-hnt ■denn die vorerwähnte Gemoro-lStelle: Wenn der Vater .sein Kind segnet und darein sein he-issestes Sehnen •flicht, daun muss!er zuerst segnen mit -der blrchas hatorah. Das sei sein erstes, innigstes Gebet: ונהי" אנחנו וצאצאינו וכו" כלנו ודעי שמך ולומדי תורתך לשמה Es sei מברך כתורה תחלה• .Alles andere, wie פרנסה עושר וכבוד ואריבת ימים komme erst •in zweiter Linie. ׳Aus ־dieser Voranstellung der ברכת התורה -ergeben sich .naturgemäss. die Grundsätze der ganzen Erziehung ■und Beeinflussung des Sohnes. Die Früchte werden reifen und der Knabe wird m. G. H. auch ©in תורת p werden. Wenn wir aber, so klagt der Gemoro Ausspruch,- wenn wir aber sehen, •dass die Kinder •von Talmide Cha-' chomim den Vätern.und ׳Grossvätern nicht gleicharten, ׳so liegt es zumeist daran שלא ברכו בתורה תחלה dass sie Blrchas Hatorah nicht an die erste!Stelle gerückt haben.; Sie •haben zunächst danach gestrebt, •dass ihr Kind ־ die Mittel erlange, um reich, gebildet, angesehen zu werden,; damit es •sein, glücklich Fortkommen!im Leben finde. Zuletzt h׳iess es freilich: mein Kind soll auch wissen, dass es. Jude ist und warum es Jude ist, es soll auch Torah lernen und sich torahtreu führen. Das ׳Ergebnis einer von solchen Grundsätzen geleiteten Erziehung gestaltet sich dann auch ' entsprechend: Worauf vor allem ׳Gewicht gelegt wurde, wird erreicht. Was als Auoh־Wun,sch ins :Hintertreffen der Bestrebungen geriet, kommt leicht zu kurz. Darüber,: Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des OTHMAR SCHIFF, WIEN, I., KÄRNTNERRING Nr. 6 l:GEC^EüPBHES^MUMHH0ETREL5vf3B,.s6T20L,;1 aufzusuchen I Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist In Brautscheiteln. Die Herstellung einer jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DAUERGEWELLTEM NATURHAAR! In• dlvlduell dem Gesiebte angepasst. EN GROS. Grosses Lager u. reichhaltigste Auswahl In Perücken modernster Frisuren. EN DETAIL. Verlangen Sie die kostenlose Zusendung.meines neu erschienenen Kataloge?! BW* Wollen Sie geffSlllgst bei Bestellungen den Vornamen OTHMAR und die Adresse genau beachten I T^B: •־: J I '1 •i ■V J, :1