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Jüdische Presse · 1925-11-27 · 48 (27.11.1925) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
48 (27.11.1925)
Date
1925-11-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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..Seite 318 JÜDISCHE PRESSE Nr. 48 sinnirngsgenosse Df. F e r b s te 1 n mit seinem Stabe, •. nicht, wie Sie behaupten, den Pakt zu schliessen, son- ., dem um;in völl ig -zu!b eg r ab en. 'Herr <: Dr. Ferbstein• meldete■ nämlieh, dass Ihre Partei die Kandidatenlisten unter dem Namen ״Jüdische Partei“ bereits eingercic 111 habe, und zwar schon Montag, also 4 Tage vor Ablauf der F r i st, — vielleicht als erste unter allen Parteien! Ich frage Sie, was h a 11 e n Si e e s m 11 d i ese r Li s te n ei nr ei ch 11 ng so f u r ch t b a r eilig?!Nicht wahr, um damit Ihre Partei zu legalisieren und uns die juridischen Garantien des Paktes unmöglich zu machen. Darf eine Vertragspartei während der Verhandlangen hinter dem Rücken des Kontrahenten die Legalisierung der eingegangenen Verpflichtungen auf solche Weise vereiteln? Das ist die schwerste Verletzung der beide Parteien 'verpflichtenden ״Verhandlungstreue“! Ist es unter Männern etwa ■statthalt, in solch furchtbar' ernster Lage auf dem Rücken von hunderttausend Wählern ־ ein s 01ch e s Spie I zu treiben oder auch / nur z u dulden? Darüber hätten Sie sich in Ihrem Artikel gefälligst äussern sollen. Sie hätten damit der : Wahrheit einen ׳besseren Dienst geleistet als.mit Ihren unbegründeten •Angriffen! Als daher der Oiberrabbiner Ihren Herrn Dr. Ferbstein und Genossen stehen iiess, tat er das ׳unter dem Zwange der berechtigten Entrüstung. Kein Mensch verhandelt länger mit einem Partner, •als er Vertrauen zur Korrektheit der Verhandlung hat. Sie haben Taktik getrieben, Sie haben wegen Abmaohun- - gen verhandelt, die einzuhalten und zu garantieren . Sie nicht gewillt oder vielleicht nicht mehr in der , Lage. waren, nur damit Sie uns in der ‘Einreichung ■ unserer Liste hindern und sodann als einzige Jüdische Partei den jüdischen Wählern auf dem ׳Nacken blei- - ben. Das haben wir verhindert, denn wir wünschen den jüdischen Massen andere Abgeordnete, . nämlich solche, die Ihre Versprechen auch zu garantieren vermögen und zu denen , sie auch Vertrauen haben können. Diese Tatsache verschweigen Sie. . Weshalb? Weil Sie sonst nicht in!׳Rechte sein können. ■ Sie verhehlen aber auch ׳noch anderes! Ich habe ׳ mit Ihnen nach dem Einreichen der Liste in ׳Cop verhandelt. Es war dies der letzte ,Versuch! Damals erklärten Sie mir, dass Sie den Ä11ie?Aufgalbe des nationalistischen Programms bezüglichen Pakt nicht u n t e r z ö i c 11 n e n, bald klagten Sie über Kopfschmerzen, entfernten sich und versprachen mir Ihre Antwort auf den nächsten Tag. 'Ihre •Antwort steht; heute noch aus,:.! s t •d a-sw.a h r 0 d e r n i ch t:? Das. sind Tatsac 11 en; nicht wahr, Herr Doktor -Singer? Wenm Sie1 über den ״achtungsiwürdigs.ten Teil der jüdischen. Gesamtheit, über , den streng religiösen Teil, ׳dem allein wir die Erhaltung des Judentums zu •danken haben, den Stab brechen wol- - len, dann werden Sie den Tatsachen gerecht. Ver- ■ schweigen Sie nichts ■und dann erst — ׳urteilen Sie! Sie sprechen von Verrat! Was ׳ist Verrat? Wenn jemand die ihm anvertrauten Interessen schändlich im Stiche lässt! Welche Interessen verrieten wir? ׳Ist ■es etwa ׳ ein solch brennendes jüdisches Interesse,!dass Sie im Parlament jüdische nationalistische ״Politik“ treiben? Wiiir glauben: n ein, Sie meinen: Ja! Wenn aber wir Ihnen glauben, dass Sie eine politische Ueberzeugung haben,!dann glauben Sie das auch un׳s •gefälligst! Nehmen Sie, bitte, zur Kenntnis: Wd r w e r d e n nicht ruhen, bis ificht der politische Widersinn ■der ״j ii d i s c h - p 0 •1 i t i s c he n Minorität“, des j ü di s c h - p 01 i׳ti׳s c h e n ״Nationalismus“ von der politischen Bildfläche 11 n s e r e s S t a a t e s ver sch w inde t. Daran werden wir uns nicht ׳hindern lassen, weder von Ihren Verleumdungen •noch von dem nationalistischen Terror, ■ebensowenig von Ihren Stinkbomben, ■die Sie durch unreife;Burschen in unsere Versammlungen werfen lassen, wie von den Gummiknütteln, •mit denen Ihre jüdisch-nationalisti- ■ sehe Jugend unsere Anhänger blutigschägt, und auch nicht von ■den Gewalttätigkeiten, mit denen Sie unsere Versammlungen stören wollten, um die Wahrheit nicht hören zu: müssen. . Wir werden unsere jüdischen Brüder aufklären, dass sie -der Irreführung des.jüdischpolitischen Nationalismus nicht auf י d e h Le im geh e׳n. In einem nächsten Kampfe ■ werden wir Ihnen mit einer wohlorganisierten Masse ge'genüberstohen. •Und zum Schlüsse noch eines! Empfinden ׳Sie ׳nicht, dass' hier berechtigterweise die ׳Frage aufge- •werfen wird, unter welchem iRechtstitel ׳Sie, die Mit־■ glieder des Prager ״Jüdischen Nationalrates“, dieser unbekannten Grösse, über uns eine Vormiindschaf t a u s z u ü b e 1t sich a n ma s s eh? Ist es etwa auch ״Verrat“, wenn wr uns gegen eine solche : Bevormundung verwahren und Ihr politisches Rezept ■ nicht .׳annehmen? Glauben dehn die Her re n w i r׳kli ch, d a s s di e j üd i s c h e n ׳M a/s se n .• t׳a t sh c hTi ch dh m auf s i t z e n wer «Feh,-: ׳w a s •j hr $ texiöse ei ehse* eküti vV‘ hhd 1 h r pNh t Loh a?1־ ä t•* sc h 11 e s Wer,;rhigehtlfeh? Was 'sind sie? fW&jr, hat s& :3s־&n TierniIch'Waübe, dass'lainiiesie hdähts anderes sind als inhaltslose Firmenschilder einzelner Amateure. Wenn dem so ist, dann bleiben Sie dabei, uns •aber lassem Sie mit Ihrem, Nationalismus in Frieden! Ihr politisches Rezept hat die Gründung dieser Partei provoziert. Damit scbliesse ich. Ihre hiesigen Exponenten, die Ihnen nicht zu widersprechen wagten — denn diejenigen, die Ihnen widersprachen, wurden aus der Partei hinausgedrängt — führten die ״Jüdische Partei“. Lauter Führer ohne Soldaten. Diese ״Führer“ haben die Wähler niemals befragt. Ohne die Wähler haben ■Sie sich selbst zu Führern gemacht. Die Parteileitung wurde nicht legalisiert. Sie wurde nicht gewählt, sondern die Herren traten unmittelbar vor den Wahlen mit einem fait accompli vor die ■Wähler hin: Wir sind die Partei, gebet־ •uns Eure Stimmen! N u n, geehrter Herr Doktor Singer, e s 1 s t n i c h t. V e r r •a t, wenn wir solch e n Herren n i c h t f 01 g e n, wenn wir den׳Mut haben, mit ■selbst ä n d igen Namen diesen Herren entgegen zuzutreten. Dr. Wilhelm Welwart, Advokat in Topolcany. Eine gebührende Zurückweisung. In ihrer hasserfüllten Wut über die Niederlage, die ihnen die Jüdische Wirtschaftspartei schon bei ihrem׳ ersten Auftreten bereitet hat, suchen sich die Zirnisten an der Orthodoxie zu rächen. Sie sind sich vollständig im Reinen darüber, dass ihre Politik der ״nationalisti•- sehen Minderheit“ schon jetzt als endgültig erledigt betrachtet werden müsse und deshalb die schönen Träume der zionistischen ״,Führer“ von einer Umwandlung des bisherigen Judentums in ein neues, von der Religion und_ der religiösen Verpflichtung losgelöstes nationalistischzionistisches politisches, ,.Minderheitsvolk“ nunmehr auf lange Zeit begraben sind. Da greifen sie, Verzweifelter? gleich, nach den untauglichsten Mitteln, um sich noch (eine Weife auf der Oberfläche zu halten. Nach dem tVorbilde der Demagogen aller Zeiten und aller ,Völker buhlen sie 11m die Gunst des Pöbels durch Verleumdungen und/ Beschimpfungen der religiösen Autoritäten, deren Lehren) und Unterweisungen vom wahren Wesen des Judentums! ihnen ein unübersteigbares Hindernis bifdet. Die Organisation der orthodoxen Gemeinden ist ihnen seit jeher ein Dorn im Auge. Gegen sie und ihren!Präses Ober r a b b i n e r W e b e r richtet sich auch jetzt ihr kon־ zentrierter Hass. In denr ohnmächtigen Grimm der zioni׳.» ־ stischen Zeitungen entladet sich jetzt ihr ganzer Hass gegen das historische Judentum mit einer unverschfeft erteil Offenheit, wie sie :niemals zuvor zutage trat• Keine Schändlichkeit, keine Ruchlosigkeit und kein Verbrechen, die sie nicht den Rabbinern und namentlich (dem( rabbinischen Präses der orfh. Landeiskanzlei nachsagenu ׳Sie machen kein Hehl mehr •daraus, dass ihr (nächstes ■Ziel 'darin besteht, die orthodoxe Organisation und die orthodoxen Gemeinden in ihren Grundfesten zu unter' wühlen. Das wird ihnen5 in Zukunft natürlich noch Kvenfc ger gelingen, afs ‘bisher. Interessant ist es jedenfalls, ׳zu verfolgen, mit welchen Mitteln 1sie an ihr Ziel (zu ge־’ langen suchen. Der neueste׳ Versuch soll hier erwähnt werden. Da gibt es im Lande einige Gemeinden, di«( zur orthodoxen Gemeindeorganisation gehören, obgleich! in ihnen — hoffentlich nur vorübergehend — ein IGeist vorherrscht, der mit einer orthodoxen Gesinnung keines-* wegs vereinbar ist. Die Gründe für diese traurige iEr־ scheinung gehören nicht hierher. In solchen Gemeinden! finden sich naturgemäss leichter die Leute, die der!Zimts!־* mus braucht und deren sich die zionistischen Hetzen für ihre Zwecke bedienen können. ,Von solchen Gemeinden aus hoffen sie, der Orthodoxie an den |Leih' rücken zu können. In der kleinen Gemeinde BanovceJ die erst vor einigen Jahren auf dringende Empfehlung ׳ver־ dienstvoller Persönlichkeiten der Orthodoxie in die ortho-*• doxe Gemeindeorganisation aufgenommen wurde, scheinen die Zionisten irgend einen einflussreichen Anhang zu, haben. Die Repräsentanz dieser Gemeinde versandte huri! vor einigen Tagen an sämtliche orthodoxen Gemeinden ein Rundschreiben, in welchem! — genau nach dem ster, das vorige Woche! in der zionistischen Hetzprfesse empfohlen wurde — unter den unflätigsten Beschimpfungen gegen die orthodoxen Führer nicht mehr und iucht weniger verfangt wird, afs die sofortige Absetzung Ober rabbiner Webers, weil er angeblich es verschuldet haben soll, dass es den Zionisten auch bei den {jüngsten Wafr len nicht gelang*, die Herrschaft über das Judentum (zu erringen. Wie dieses famose Rundschreiben in wirklich! orthodoxen Gemeinden beurteilt . wird, e,r!hellt aus dem nachfolgenden Bericht über den Beschluss der orthodoxen Gemeindevertretung in Trnava: Am 7. Kisfew beschäftigte sich unsere Gemeinde־ Vertretung u. a. mit dem am selben Tage angelangtere empörenden Rundschreiben der Gemeinde י Banovce. Es würde einstimmig beschlossen, das Rhndschreiben zu be- . antworten und die Antwort an sämtliche orthodoxen Ge■׳ meinden abschriftlich zu versenden. Das Antwortschreiben läütet fofgendermassen: / An die aut. orth. isr. Gemeinde! Banovce. Auf Ihr Rundschreiben vom 22. November d. J. wollen Sie folgende Antwort zur Kenntnis nehmen: Vor allen Dingen sprechen wir Ihnen das mor$!ir sehe Recht ab, in einer Frage, welche die (Gesamtheit der orthodoxen Gemeinden betrifft, eine. Initiative zu. ergreifen. Nach gutem, alten jüdischen Brauch Ist hiezu nur eine Gemeinde berufen, die sich in der!jüdischen, Gemeinschaft durch ihre besonders ausgeprägte Religiös^• fät, durch mustergültige religiöse Institutionen, oder zu־' mindest durch hervorragende, sich in Religiosität und: Gelehrsamkeit aüszeichnende Persönlichkeiten im Juden־; turne einen Namen gemacht hat. All 'dies trifft!aber bei Ihrer Gemeinde am allerwenigsten _ zu. Wir denken, ge1־ rad.e Ihre , Gemeinde sollte froh sein, dass man )sie vor wenigen. Jahren $er Ehre Haft teilwelnden lassen, sie In ‘die Gemeinschaft der örfhocjoxen Gemeinden aüf?unehmen. Wir eiiipfehten Ihnen dringend, Ihre Bemühungen darauf :za richten, dass Sie den wahren Geist des Judentums in Ihre Gemeinde .einführen und dort Institutionen eirichtent,• die eine orthodoxe Gemeinde nicht missen 80Uter Solange dies hiebt geschehen ist, steht es Ihnen nicht jan, in 'den Fragen der Orthddofcie das wö!*t zu ergreifen.! - Zweitens hätten Sie Ihren Brief in einem Töne schreiben sollen, wie er unter gesitteten Menschen ällgemein üblich ist und von einer orthodoxen Gemeinde, unter allen Umständen erwartet wird. Der Ton ist iirieht nur Geschmacksache, sondern auch selbstverständliche Voraussetzung 1m Verkehr von Gemeinde zu Gemeinde. ln der Sache selbst verwahren!wir uns dagegen, dass Sie gegen den alfverehrten ,Präses unserer Gen^eindeorganisation, den ehrwürdigen Obert־abbiner We־ ber, Anschuldigungen erheben, die in; keiner Weise zutreffen. Die grossen Verdienste des Herrn Präses um die Organisation und die heiligen Prinzipien der Orthodoxie! und des unverfälschten Judentums überhaupt, sind so! allgemein bekannt, dass er es iwahrlicli nicht nötig haf, gegen Ihr Rundschreiben in Schutz ,genommen zu wer־ den. Alfes, was von der (unter seiner sachkundigen Leitung stehenden Landeskanzfe! und in 5der orthodoxen, Gemeinschaft überhaupt unternommen wird, geschieht stets im Einvernehmen und mit!der Billigung aller massgebenden Faktoren der Orthodoxie, die (Kraft der Thorakenntnis und der G-ttesfurcht, die sie beseelt, an erster Stelle berufen sind, den Weg ifiir alle Gemeinden zut bestimmen und — auch für Sie, Wenn Sie den Name,» ״orthodoxe Gemeinde“ zu Recht tragen ,wolfen. Ganz, besonders beruht unserer sicheren Kenntnis;gemäss die Wahlaktion der Jüdischen Wirtschaftspartei auf!die gfei־ chen Voraussetzungen. Wir protestieren auf idas entscliie־ dertsfe dagegen, dass Sie sich gegen den Geist der Achtung und Verehrung gegenüber den (religiösen Autori־ täten nicht nur selber in Spfch ungehöriger Weise auf־ lehnen, sondern es auch nicht!scheuen, Ihre unbegriindeten Anschuldigungen auch noch den!anderen Gemein־ den. mitzuteifen. Wir schenken dem Präses auch (weiterhin voll־ stes Vertrauen und sind iiberzeugt,*!dass die gesinnungs־ treue Orthodoxie unseres Landes ifimgegenüber :upver־ ändert von den gleichen Gefühlen!erfüllt ist und ü'ber Ihre Initiative mit Entrüstung hinweggehen;wird. Trnava, den 7. Kislew 56S6 )(24. November 1923). Hochachtungsvoll Adolf Mannheim, Präses, ,m• p. Wilhelm Reich, Vizepriises, jm. p. Saloman Gross, Vizepräses, ׳,m. p. Hermann Katz, Leopold Bernfeld, Israel ׳Abeies, Jakob Schwarz, Pinkas Seidler, Julius Fuchs, :Jakob Herzog» Isidor Winter, Eduard Deutelbaum, David ,Halle, Josef Fürst, Simon Schönfeld, Leopold Schick, Alexander Pollak. Repräsentanten. 1 Nach der Wahl Zu den bereits in/der vorigen Nummer gemeldeten Wahlresultaten veröffentlicht die Prager Selbstwehr“ noch, folgende vergleichende Einzelheiten, über die auf die Liste der zionistischen Partei im Jahre 1920 und jetzt abgegebenen Stimmen. ׳ * ' 1920 1925 Böhmen: Prag 8 835 10.4:8 iu 1623• Pa!dubitz 368? 9 Königgrätz 953 1.220 273 ״ Jungbunzlau 785 1.509 774 Böbmisch-Leipa 952 2.209 '1237 ״ Laua 2.905 3.509 514 ״ Karlsbad 1.801 1.734 ab 67' Pilsen 1.902? 9 Budweis 932 — — Mähren: Iglau 2 032 2.339 zu 30t Brünn 4.150? 9 Olmütz 2.206 3.237 1031 מ . Ungaris ch-Hr ad i r ch 2.814 2.645 ab 169 Mänriscb-Ostrau 3.822 5.969 zu 1847’ Slowakei: ׳ Bezirk Trnava 8.101 5.645 ab 2456 Bez. Nove Zamky (Bratislava) 11.452 9.071 2381 ״ Bezirk Turc. 0v. Martin 6.539 5.999 540 ״ Bezirk Banska Bistrica ׳ —?? Bezirk Lipt. Sv. Mikulas — . 1.881 — Bezirk Koäice 7.152 4.453 ab 2699 Bezirk Preäov 11.973 9.163 2810 ״ Podkarpalska ttuss Uihorod u 17.947 19.098 zu 1151; Zu diesem letzten Posten!haben wir bereits miigeteilt, dass das scheinbare. 1Plus ein gewaltiges Minus* bedeutet, weil es nunmehr jqaehgewiesen ist, dass die zioni״ stische Liste — sagen wir aus Liebe zum Zionismus — zumindest 5000 nichtjüdische Stimmen erhalten hat. Ab״ gesehen davon, dass schon 'während der Wahlkampagne besonders russiriische Zeitungen sich darüber ׳beschwerten,, dass die Zionisten mit (unerlaubten Mitteln russinischq Stimmen anwerben, hat sich 'jetzt herausgestellt, dass in zahlreichen Orten und mehreren Bezirken bedeutend mehr Stimmen auf die jüdischen Listen abgegeben wurden, als dort jüdische Wahlberechtigte überhaupt verzeichnet waren. Das Wahlresultat bedeutet demnach trotz des Zuwachses in Böhmen und Mähren *für die nationalistische Politik die schwerste Niederlage, obgleich es diesmal auch' der Jüdisehen Wirtschaftspartei nicht gelungen ist, ein Mandat zu erreichen. - ׳ Das Bekanntwerden der Wahlresultate hat in den weitesten Kreisen der jüdischen /und auch der nichtjüdisehen Wähler grosse Ueberraschung liervorgerufen. Erst jetzt wurde man gewahr, in welch frivoler Weise die Zionisten die jüdische Oeffentlichkeit hinter das Licht geführt hatten. Jahre hmclureh, seit den Wahlen von 1920 und besonders seit den Kommunal- und Gaijwahlen im Jahre 1923, da auf Initiative der Orthodoxie in zahlreichen1 ,Gemeinden unter (dem Namen ״Jüdische; Partei“ einheitliche jüd.isphe Wahlgruppen ,gegründet würden, glaubten sich die Zionisten Herren der .Situation- Die ,,Jüdische Partei“ nahmen sie für sich in Besitz und. usurpierten in ihr die Leitung, ohne sich während der ganzen Zeit daran zu!erinnern, dass es in diesem Lande noch Wähler gibt, die!nicht Zionisten sind und mit der nationlistischen ״Politik“ und der herausfordernden nationalistischen ״Taktik“ der Zionisten!nicht im entfernte- 6ten einverstanden sind'. Sie fassten Beschlüsse unter sich und stellten Forderungen auf,!als ob sie, die Führer der Zionisten nämlich, von! gesamten Judentum des Landes zum Danke dafür, dass sie in jüngster Zeit das ״Judenfum“ (und welch ein Judentum!) für sich entdeckt haben» plain pouyoir. erhalten hätten, mit den geistigen und mate־ ־-'Hellen Gütern der jüdischen Gesamtheif pach eigenem Qutdünken zu schalten und zu walten. Sie hielten in P o p r a d, vZ i lin a, B rat 181 a v a, B r ün n ׳ und T r enc i*r thea-

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