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Jüdische Presse · 1925-11-27 · 48 (27.11.1925) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
48 (27.11.1925)
Date
1925-11-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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.׳י**י*י»%יי «׳.י ■;*״ך .״״י״י׳יד׳־ /׳ י—'־׳ " *'־ ־'*־י;1וייל}^1["^ -י--״י ׳•״— v, ■ j—י״דלד־ייל t Nr. 48־ JÜDISCHE PRESSE .Seite 317 Tsche cho sl o Die Juden und die 1r1׳» ifffl 1 in der M Manifest an die jüdischen Wähler in Podkarpatska-Russ. Herr O'berrabbiner H 0 r a w i t z in Hurisdorf richtet ׳an die jüdischen Wähler im Wahlbezirk ׳Karpathorussland folgende bemerkenswerte!Kundgebung: Liebe Brüder! Das gleiche ,Gefühl, das •mich in die politische. Arena rief, dieselbe Glut, die mich durchflutete׳, als 3011׳ ans meiner •Zurückgezogenheit in die von mir bisher gemiedene Oeffentlichkeit trat, zwingt mich mit •unwiderstehlicher Kraft in diesem Augenblicke, da die Wahlkämpfe abgeschlossen sind, abermals mit der leuchtenden Fackel der Wahrheit vor. meine Wähler Tiinzutreten. . . Ich beabsichtige damit nicht bloss einen koiwentionellen Dank abzustatten, auch nicht etwa der Ein- .gebung persönlicher Eitelkeit, zu folgen, sondern vielmehr eine ■m 0 r a l 1 s c h e B i 1׳ a n z der eben!beendeten Wahlbewegung •zu .ziehen und die -Lehren zu- •■sammenzu,fassen, die sich aus ,ihr ergeben. Ich kann •mich vor der Tatsache nicht verschliessen, dass meine äufklärende!Rundreise in wenigen acht Tagen z w ö 1 f t a -u s e n d überzeugte j ׳ü 4 isehe Brüder um meine Fahne scharte. Ich weiss, dass alle diese nicht etwa vom Zauber meiner Person, sondern von -der •zwingenden Kraft der von mir betonten w a h r h a f t j ti d i -s c h e n I d e e n -unter -meine ׳.Fahne gebracht wurden. Es liegt mir fern, mir Verdieiiste zuzuschreibeii, die ich nicht besass und nicht .!besitze. י In unseren,Re ihep war ein jeder •von -der Ueber- Zeugung beseelt; dass!die parlamentarische Vertretung^ der Judenschaft ■ nimmermehr dazu dienen darf, 'Sprungbrett zu sein für einzelne Personen, die •in ihr bloss die höchste Stufe zur Erfüllung ihrer ,persönglichen ,Ambitionen) erblicken. ,Mit •der ganzen Glut seines Herzens und aus vollster Ueberzeugun-g verwalirtb-sich^ mit der Vertretung der Judenschaft solche Kreise ibetraut werden sollten,, die mit ihren Lebensgrundsätzen ' :alle Lebensäusserungen des historischen Judentums verleugnen. Unser •Lager kämpfte mit Entschlossenheit und Selbstverleugnung gegen diese!Richtung an, weil es in ihr •die Verkörperung d e r Kat!a- - str0p׳Ire•npolitik sah. Wo -immer jene politische Richtung, die unter der Flagge des National- j u d e ri t׳u m s segelt, emporkommt, dort folgt Zer- Störung und Verheerung ihren Spuren. Hat aber diese Richtung irgendwo und ■irgendwann vorübergehend einen momentanen •Erfolg aufzuweisen, .so erzeugt sie überall religiösen Nihilismus .'׳und vernichtet in den zarten jüdischen Herzen: den Glauben an jenes Lebenselixir, an jene -einzige Schutzwehr, welche uns zum Am Ol am, zu׳m Volke •der Ewigkeit, emporgehoben hat. Ausserdem lelhrt die!Erfahrung in anderen ,Ländern (Polen, ׳Litauen 1u. a.), in welch verhängnisvoller Weise die Einschaltung -des . 1Judentums in den ׳politischen Nat•i-0n-a 1 isan u s ■den, antisemitischen Hass gegen uns 'herausfordert und das Wirtschaft tiche und soziale Wohlergehen unserer Massen gefährdet. ׳ Unsere kurze, aber mühselige und selbstlose •äufklärende Arbeit hat Früchte getragen. Unsere Mühe war von Erfolg gesegnet. Wir haben der beschämenden Zumutung, uns als willenlose Masse -behandeln zu lassen, als Inventarobjekte, über die man bedingungslos• verfügt, endgültig ein -E n d e b ereitet. Wir haben gezeigt, dass das ewig junge -ישראל . סבא gegen Vorurteile der fanatisierte'n, irregeführten Menge erfolgreich aiiziikämpfen v-ermag. Die ׳aus dem gesunden jüdischen ׳Instinkt quellende Abneigung gegen die ־jüdisch-nationalistische Politik . besitzt heute schon eine solch •durchdringende Kraft, dass selbst unsere ■Gegner diese von ■ihnen bisher als heilig!verkündeten Prinzipien als Wahltrick zu verleugnen versuchen. . Diese Seite .׳unserer .Wahlbilanz .׳können wir :stolzerfüllt mit G e n u£tu un,g ׳betrachten.;Mit. Bedauern müssen wir jedoch konstatieren■ dass wir diesmal einen p 0 s i t i ven E r f 01 g ׳nicht; erreicht haben. Das Judentum blieb vorläuf ig ohne parlamentarische Vertretung;. auph unsere Scharen vermochten das erhoffte Mandat nicht zu ׳erlangen. Ich ׳bin jedoch überzeugt, •dass, wenn• unsere Agitation .־sdch besser hätte entfalten können, so wäre es dem historischen Judentum wohl beschieden gewesen, eine;Vertretung zu erringen, die ׳Fleisch von seinem .Fleisch und Blut von seinem Blute ist. ,Bis ziir Ausschreibung etwaiger neuer .:Wählen dürfen wir jedoch ,nichtmit verschränkten •Armen da- :sitzen. Die jüdischen ,Massen in Podkarpatska-Russ | haben eine ganze ׳Reihe solcher •besonderer Wünsche׳, um deren Er f ii 11u 11g wi.r unbedingt b emüht sein mtiss.en. Aus ׳diesem meinem Streben ׳heraus richte ich heute mein Wort an Euch, meine lieben Brüder; Der. Wahlkampf hat ׳sowohl bei mir und bei allen Gesinnungsfreunden •die Einsicht befestigt, ׳dass unsere auf ׳P r i n z •i p i e n t r •e u e basierende Organisation unter allen U m s t ä n d e n au f •g e 1b aut und au s g e s.t a 11 e t wer den müsse. Wir!müssen unsere ׳feste Absicht, ׳verwirklichen, wonach es im Judentum des Podkarpatska-Russ keinen Ort geben dürfe, wo nicht •eine Zelle unserer Organisation vorhanden sei. Eine jede solche Zelle wird sodann zum S c 11 -u t z w a 11 f •ti r das hist ö r i s che J u d ,e ntu m werden, von ׳dem! aus wir mit Vertrauen auf G-ttes Hilfe den'Kampf gegen jede, äufiösende Bestrebung aufnehmen können. Die. Organisation wird •־berufen sei!n, die j•iid 1• scheditgen•d .aufzuklären und in ihr Achtung und Pietät gegen das alte Juden-' turn zu ׳erhalten. Iph. will mein Löwenanteil herausnehmen an dieser aii/fklärenden Arbeit. Sobald auf meiner Jeschiwoh das Semester beendet ist, will ich meine Rundreise wieder aufnehmen, um ,mit der 1Unterstützung meiner Er-eunde und Meister dort z,u beginnen, wo ■ich aufgehört habe.; Dies ist jedoch bloss die ideelle und geis 11 •g e Seite des Problems, dessen Lösung vereint -mit den geistigen Führern durchgeführt ׳werden soll. Meine Amtsgenossen/ . werden sich zur lErörterung dieser Frage sicherlich zur Verfügung;stellen. '■• Die materielle Seite des Problems ׳fordert jedoch noch dringender eine •unaufschiebbare •Lösung. D i e ׳N 0 t und das E1 e nd me in erBrüderist herzz err e i $ s e n ,d. :Schon in der nächsten׳ Zuk-unft muss schleunigst eine Konferenz ■einberufen werden, an welcher unsere berufenen Führer die Wege, und Mittel finden ■müssen, •um ■unsere Organisati'on lebensfähig ausziigestalten und sie :in'• Stand zu setzen, die gerechten Wünsche der .jüdischen 'ReyöJ-, .ke'rUngin bezug: auf S. ö;;n.n(it ,a׳g s r •u h e, ׳G e w e r b e־: ■g e,s e t z, B 0 d e n v d'pt e i׳l ü ng etc. , wirksam zu fördern und alle' die, Fragen.• wirtschaftlicher Natur ׳einer Lösung entgegenzufü'hren, die. die;Oeff entlieh-; keit ׳beschäftigen.’Es ,muss!in geeigneter ,,Weise dafür Sorge getragen werden, dass in Uz h0 r od, K 0s i c •e, Brat i sl a v a und ׳P rag!Bureaus ׳erhalten werden, um unseren Brüdern R e c'h t s b •e i s t a •n d leisten zu können. Unser guter Wille';wird'bei den .׳Behörden ohne Zweifel Verständnis und Entgegenkommen finden. Die, einzuberufende Konferenz soll jedoch hiezu die Grundlagen schaffen. Mein Herz •empfindet all die Not •und all. das Elend meiner ׳Brüder. Ich möchte .ihnen aus den Tiefen meines Herzens zur Seite stehen. •Ich wünsche,, dass unsere Bewegung frisches, pulsierendes geistiges Leben erzeugen möge und dass unsere Organisation .׳eine Gewähr -sei.-dafür, dass wir zu 1׳ eb en entschlossen ׳sind, um des •ewigen Lebens sicher zu sein, das dem -Am Ölam durch die Thor-a verheissen. wird ■י .שלום על ישראל Hunsdorf, l. -Kislew 5686. Des jüdischen Volkes stets •tatbereiter Diener Oberrabbiner Horowitz. Offener Brief an Herrn Dr. Ludwig Singer, Präses des ״Jüdischen Nationalrates4‘ in Prag. ' Sie fanden ׳es in Ordnung, in der zionistischen ׳ Zeitschrift ״Selbstwehr“ von •den zwischen den!beiden jüdischen Parteien gepflogenen Verhandlungen der jüdischen öffentlichen Meinung eine Dar- - Stellung zu unterbreiten,, die den Tatsachen nicht ,entspricht. An diesen Verhandlungen .nahm ich als ' Mitglied des Exekutivkomitees der Jü ׳di sehen W i r t s c h a f t s p a r t e i teil und ich habe dieselbe in ihrer letzten Phase ,selbst geleitet, Ich sehe mich ,•daher, verpflichtet, ,Ihre Schilderung \yahrheitsgemäs$•; ' zu' berichtigen. .,־'. '׳׳..'' 5׳•■.'!יה!•; I : Ich bin genötigt, .dies in der Weise zu־ tun, dass ich der Fragen eine Menge an Sie richte. Ich bitte um bestimmte und■ deutliche Antworten, damit: die '•offentliehe Mehrung ,klär• sehen und gereoht urteilen kann. ' .: ’’■־. j , 'יי,;;׳.'. ־ ' Zunächst: Weshal)b';erzäMen Sie vor der Öeffentlichkeit nicht, dass Sie ,noch in Prag, vor Beginn •der'Bratislavaer Verhandlungen, vor Oberrabbiner W eb e r erklärten, ׳ Sie' dessen sich. eher .d'as ׳Herz •aus* dem :]Leibe reissen,; äjls-aiif der! jüdischen Nationk- ‘ lisinhs vernichten?: I s t^a:ä :wä!h.r ]0 de r .h i ch|?; Während;;־icf^’©hätiäaväer׳Weriiiah'<ißttngen• erklär teil Sie, dass zwischen Oberrabbiner Weber und Ihnen unüberbrückbare Verschiedenheiten in der Weltanschauung •bestehen und bezeichneten die aufrichtige Offenheit des Herrn Oberrabbiners in dieser ׳Beziehung öffentlich als besonders ׳lobenswert. Ist das wahr oder nicht? Darauf erklärte Ihr Adjutant •Herr!Dr. Angelo Goldstein im Namen seiner Partei, dass Sie die politische Geltendmachung des jüdischen Nationalismus nicht a u f g e b e n und dass Sie sich im ent- -gegengesetzten!Falle selbst als ״ehrlos“ deklarieren würden. Infolgedessen konstatierten Sie und er die Verhandlungen aus prinz •i p i •e 11 e n Gründen als gescheitert -und -veriiessen mit einem höhnischen Hutschwenken den Verhandlungssaal. Ist das. w/a h r oder n 1 ch t? •Wir waren somit durch Sie auf -den Kampfplatz der P rin z i p i e 11 g e drängt worden. In der Mei- ׳nung, es werde sich in der Tat um einen P r i n z:ipienkam-pf handeln und man werde unter inteliigenten Juden sich nur reiner prinzipieller Kampfmittel bedienen, gingen wir ׳darauf ein und nahmen •den Kampf -mit •ehrlichem Glauben und hingebungsvoller Begeisterung auf. Statt dessen waren'׳Sie es, meine Herren, die v e r 1 euin-de r i s e h e V e rd ä c h t i g •u n g e n in Umlauf setzten, welche!geeignet waren, -nicht •uns, sondern das ■ganz e J u d ent u m der Korruption zu zeihen. -Ich frage •nun Sie, den nationalistischen ״Hüter“!des Judentums, wissen Sie ׳davon, dass diese Verleumdungen gerade von der! antisemitischen deutschen!und ungarischen, Zeitungen aufgegriffen wurden? Verbietet ׳Urnen-;Ihr jüdischer ׳Nationalismus denn nicht, -den Gegner .so anzugreifenvj-dass, der A n t i s e mit! s •m u ■s eine ueue Waffe!in •die Hand bekommt? Fühlen Sie denn als ״Führer“ die Verantwortung ׳nicht, dass diese Angriffsart Ihrer Partei das g a n z e Judentum zu einer unwürdigen, korr-upten Nation erniedrigt?• Sie haben aber• nicht nur ■in ■Bratislava, sondern auch. in Uzhorod und• in Cbp der Einigung den/!Weg versperrt. Wa r'u m v e r sch weig-en Si e d׳e nn, der Sie sich in Ihrem Artilkel so gerieren, als ob ■es Ihnen zustände, sich zum unvoreingenommenen ׳ünparteiischen Richter aufzuspielen, dass wir in’ ׳Uz׳horod 20 Stunden hindurch, ׳bis 5 Uhr morgens, ׳in -eiifiem־ fort verhandelten, mit •dem Resultate, dass Ihre Gesinnungsgenossen d a s n a t i. 0 ri ä 1 e Pro ׳g r a ־m m a n d e ׳n Nag e 1 h ä 11 g f e n •und sich zur Annahme des Namens der ״Jüdischen : Wirtschaftspartei“ bereit erklärten, wir ־aber daran ׳die Bedingungen׳ knüpften, dass Sie für -die E ii n-h a 11 u 11 g des P-rogrammes politische und ־ jüridische Garantien bieten sollen? Was'׳geschah indessen? Ja, d a׳s v e rsc h we i g ein Si e in geschickter Weise! Sie schickten . zu uns einenז Parlamentär namens Dr. B i r -n s te i n, ׳der. •uns •drei,!Stunden nach der bedingten Einigung in Ihrem Namen!und im Aufträge ־ einer sogenannten ״R e i effs ex'ekuüv e“ •erklärte, dass Sie': das nationalistische Programm ,ni c h t a u f g e b e n. ׳ : Was. würden Sie, Sie ,als Jurist, Sie als Mensch, ■Sie als Parteiführer, einem solchen Parlamentär ,drei Stunden: nach der grundsätzlichen Einigung geant-!wortet haben? Sicherlich das gleiche, was ־׳Herr Oberrabbiner Weber tat, als erdieses Verhalten mit;,Wortbruoh“ bezeichnete. Und wenn er noch ׳gewusst hätte, was ,man ihm erst später mitteilte, dass -Ihnen angeblich von seiten •des L 0 n d 0 n e r z i 0!n a. s 11is c 1h e n -E xek u ti v k 0 m i te׳es untersagt worden sei, -die •Einigung abzuschliessen.!Ich bitte Sde hiernit ,öffentlich, beruhigen Sie hierüber die ,Oeffentlichkeit und erklären Sie, •dass dies nicht der Fall ist. Denn ich kann es׳ mir nicht vorstellen, was die Londoner Juden'׳die . jüdische Politik in Prag, Bratislava oder Uzhorod .angeht. Erklären Sie uns■ ferner: ,was ,ist das für ״R e i c h s e x e k u t i v e“? Was •׳ für mysteriöses!Organ ist ■dies?׳ Wo' ist das Reich, in dessen ׳Namenes irgend eine jüdische Gewalt ausübt? Wenn Sie nur ein klein wenig guten Willens sind; woran wir nicht i; zw!eifetni ^so;müssen Sie a1hs^en;§t^ndpunkL,bniigcn, Dieser entspringt dem Gedanken, dass jemand;; 401׳ ,das Prpgramm .aufgibt, das die- Grün4lage ׳sei ne's ganze n-poli tischen Das eins ׳b4I- 4 e t, nicht‘ gerade viel Vertrauen erweckeh!kann; ׳Dieses Misstrauen w־ur׳de nur ׳noch , gesteigert durch das Erscheinen Ihres ■ Parlamentärs und 4as Auf- ׳taucheu; der geheimnisvol'ien j,iReichsexekutjve;‘־ auf dem ■politischen Schauplatz• Trptz alldem gaben Ober- ־rabbiner W־e b e r und Genossen die Möglichkeit dei־ Einigung : nech nicht auf. ,Vereihbarungsgomäss :warteten sie ,den ganzen Tag; auf die QegeUPattei??iir schriftlichen :Textierung der vej:ahre4׳eten׳ißimsptng# Jedoch vergebens! Erst tim' 8 Uhr erschien Ihr Ge*»

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