Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 47 (20.11.1925)
- Date
- 1925-11-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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%!sfr. 4? Gewöhnung, wie mit 4em Ausbau der gedanklichen Zusämmenhänge muss allmählich in dem Lebensabschnitt, den wir skizzieren (drittes bis sechstes Lebensjahr), begonnen werden. Es ist mitentscheidend für die spätere Entwickiung. Aus dem Nächahmen der ersten Jahre muss jetzt selbständige Tätigkeit, aus dem Spiel bewusstes Handeln werden. Durch konsequente Gewöhnung, die dem Ernst der Sache angepasst sein muss, wird das Kind an -die Erfüllung von Geboten, an das; Unterlassen von verbotenen (Hand- Jungen gewöhnt. 'Es muss wissen, am שכת darf es dies und das nicht, es muss regelmässig das ערבא כנפות ■tragen, es darf nicht בשר כחלב essen, es muss lernen — hier wird mitunter Energie nötig sein — selbst wenn andere Dinge locken. Es braucht ■kaum noch darauf hingewiesen zu werden, dass bei einem so ■erzogenen iKandC auch ■die Spie-le ■in ■diesem Gedankenkreis sich bewegen werden. Von selbst, denn die ■Erwachsenen können und sollen höchstens Anregungen geben, das Spiel selbst, muss aus der freien Phantasie des Kindes erwachsen. @®0 Vom Tnfia, | ©00 Zum Wahlkampf. Mit welchen Mitteln die Zionisten in dem politischen Wahlkampf arbeiten, ist bekannt. Es gibt keine Verleumdung, die nicht gut genug ist, den gehassten Gegner — die Orthodoxie — zu Boden 'zu schlagen. Das Furchtbarste aber hat sich jetzt beim Wahlkampf in Pödkarpadsko Russ ereignet, so dass selbst ein ganz neutraler Beobachter wie die ״Neue Freie Presse“, Wien, schreibt, dass alle Vorstellungen eines verwilderten Kampfes dadurch überirofe 1 wurden. ״Die Todesnach* rieht als Mittel im Wahlkampf. Der Wahlkampf, das Ringen der Parteien um die Macht im Lande, ist schon immer eine wenig erbauliche Sache gewesen. Das liegt vielleicht daran, dass auch die erhabensten Ideale eben nur von Menschen verkörpert werden, die selbst int Streben nach dem Edelsten von den Schwächen den Erdgeborenen nicht loskommen können. Von Menschen, die in der Hitze des Kampfes, in der brennenden Begierde nach Sieg der kritiklosen Leidenschaftlichkeit und den, Einflüssen der Hemmungslosigkeit verfallen, so dass sie in ihrem wie durch ein Narkotikum erzeugten rauschartigen Zustand zu Kampfmitteln zu greifen, die sie bei :ruhiger Ueberlegung selbst aufs entschiedenste verabscheuen würden. Das englische Gesetz hat da in kluger Voraus־ sicht ärgsten Entartungen vorzubeugen gesucht und den Kandidaten mit Paragraphen, Verboten und Strafandrohung gen wie mit einer festen unübe.rst׳eiglichen Mauer umgeben, um auch auf diesem Gebiet dem fair play, dem Anstand und der Ritterlichkeit, ihr- Recht behaupten zu ✓helfen. Freilich hat man bei den letzten. Wahlen rm England nicht verhindern können, dass es in zahlreichen Versammlungen zu Szenen roher Gewalttätigkeit ge־ kommen ist, Szenen; die sich übrigens auch anderswq» nicht zuletzt bei uns, leider mit dem Begriff des Wahl־ Kampfes verbunden, zeigen. Das sind aber i׳m allgemeinen spontane' Ausbrüche ungezügelten Temperaments. Alferdings Eruptionen, hinter denen vierfach auch ein mehr öder minder geschickter Regisseur nachgewiesen werden kann, also vielleicht vorbereitete Aktionen, die aber erst durch ein Stichwort des Gegners, das als Provokation lauf־ gefasst werden soll, ausgeföst werden. Was aber jüngst in Munkacs geschehen ist, wo, wie wir gemeldet haben; dem gegenenschen Listenführer, dem angesehenen Oberrabbiner Horowitz, durch ein fingiertes Telegramm der1 Tod seines in Kaschau krank darniederliegenden Sohnes angezeigt wurde, um ihn von der Rednertribüne wegzulocken, aus der entscheidenden Redeschlacht auszuschalten, übersteigt doch alle Vorstellungen auch eines ver־ wilderten Kampfes. Die Partei muss über wenig über־ zeugende Argumente in ihrem Programm verfügen, die bei solchen Mitteln ihre Zuflucht sucht, den Gegner ■unter zukriegen und das Vatergefühl mit so tückischer Brutali־ tät zu ihren Zwecken missbraucht. Die Scheussfichkeiten! JÜDISCHE PRESSE eines Haarmänn, eines Denke, die Mordtaten der amerikani‘’ sehen Milliardärssöhne, die grässlichen Verbrechen, die fast täglich aus allen Teilen der Welt gemeldet werden und bald den Gatten gegen die Gattin, die Kinder gegen die Ettern, den Liebhaber gegen die Braut mit der. Mordwaffe zeigen, sind, ,wie der Fall von Munkacs die Symptarne einer bösen moralischen Krankheit,“ (״Neue Freie Presse“ Nr. 21.975. 17.!Noiveiriber 4925.) Zuschriften der Redaktion. Eine Stimme aus dem Publikum über das Frauenwahlrecht. Die Entscheidung der Rabbinerversammlung in Palästina, nach der sowohl das aktive als auch dpsl passive Wahlrecht aus religiösen Gründen den Frauen; zu verweigern ist, will ich heute nicht berühren.!Als! Laie kann ich einer Diskussion hierüber nicht mit Erfolg teilnehmen, weil ja mir ■die. Rüstzeuge zu dieser Debatte — religiöse und geschichtliche Motive — nicht ui dem notwendigen Masse zur Verfügung stehen. Meinerseits aber halte ich die Entscheidung aus! anderen Gründen für _ richtig. Ich bin prtnpiell gegen jede politische Betätigung der rrau»! Die Natur hat ihr eine andere Aufgabe gestellt (und gegen die Natur lässt sich eben auch mit ׳ganz gewaltiger.... Anstrengung nichts ausrichten. So oft sie auch Ausflüge auf das Kampffeld des Broterwerbes, der Wissenschaft und der Politik gemacht hat und macht, ,*tnuss (sie, sich׳ wirklich auszuleben, mit schwachen Resultaten in ihr; ureigenstes Gebiet — als Frau und Mutter zu wirken —/ zurückkehren. Seit zirka 50 Jahren, in manchen Staaten! schon länger, ist die Gleichberechtigung der Frau ini den Schulen und in den ׳meisten Berufen durchgeführt.■ Es wirken Frauen als Aerzte, Rechtsanwälte, Politiker, Universitätsprofessoren usw. Zeigen Sie mir, nicht viele» nur einige, die etwas wirklich Grosses, Schöpferisches! geleistet haben. Kennen Sie Frauen als Erfinder neuer Heil־* methoden? Hat schon im Reiche des Denkens, das *ne den Frauen verschlossen war, jemals eine Frau versucht, ein System aufzustellen? Haben Sie schon von einem weib- liehen Aristoteles oder einem weiblichen Edison gehört? Das Durchdenken der weltbewegenden Dinge bis in die letzte Konsequenz ist eben nicht das Gebiet des .weibliehen Verständnisses ■und nachdem die Politik nach Plato׳ zu diesen Dingen gehört, soll die Frau dieses Gebiet den; Männern überlassen. Nach philosophischer Auffassung ist der politisierende'Teil des Volkes dei^ Sklave •des anderen, nicht politisierenden Teiles, weil ja. dieser für das Wohlergehen des Ganzen zu sorgen hat. Es ist pur eine Hoch- Schätzung der Frau, wenn man sie von dieser, ,sehr oft niedrigen, Arbeit, verschont. N. S. ® NACHRICHTEN. Grosses Keren-Hathora-Meeting in Satumara.■ Sonntag den 21. Cheschwan fand in einer grossen Volks־ Versammlung in der Synagoge Machsike Thora clie Konstituierung des Keren Hathauro für Satümare und Um־ gebtmg statt. Das Räbbinat in Satümare war durch Ober־ rabbiner L. D. Grünwald und Rabbiner A. Ch. Fried־ mann vertreten. Ferner waren anwesend: Oberrabbiner Weinberger mit einer Delegation aus Negresti, Oberrabbiner Jakob Klein aus Haimi, ferner Rabbiner M. W. Nadler aus Felsöbanya und eine ilJustre Delegation der Aguda aus Oradea-Mare. Eine Delegation unter Führung des Gemeindevorsfandes Safamon überreichte das Begrüssungsschreiben des Oberrabbiners aus Baia-Mare. Die aus allen׳ Kreisen massenhaft besuchte Versammlung wurde vom Oberrabbiner Grünwald mit einer grossangelegten Anspräche eröffnet. Der grosse Gaon, welcner Leiter der berühmten Satumarer Jeschiwah ist, die mit ihren 350 Bachurim zu den ersten Jescfiiwahs der Welt gehört, kennzeichnete, welche grosse Bedeutung der Keren Ha־ thauro, der von der Wiener Kenessio der Aguda gegründet wurde, für die Förderung des Limud Hathauro hat. Nach ihm hielt Herr Dr. Joel PoIIak aus Wien ein mit grossem; Beifall aufgenommenes Keren-Hathauro-Referat, unter dem Eindruck der zweistündigen 'Rede ■wurde eine' Samim- Iung für Keren Hathauro und die Gründung eines Komitees vorgenommen. Die imposante Versammlung hinter- Iiess einen tiefen Eindruck und wird die aktive Anteih ■ Zu ם, תולדת Rebekka. Die Schwester eines Lahan, die Tochter eines Bethuelj sollte die Prophetin des Abraham-Berufes werden. Weiche Herzensgüte, scharfer Verstand, Entschlossenheit des Willens vereinigen sich in!,ihr zu einer schlichten Grösse und machen sie zu einer Heldin, die nie aufhört, Frau und Mutter zu sein. Die Vorsehung hat sie ausersehen/ den Kapipf für das Erbe Abrahams zu führen. Den Sieg musste sie mit ihrem Herzblut bezahlen. Das ist die Tragik ihres Lebens. Strahlend wie e’in Sonnenaufgang ist ihr Eintritt in die Geschichte. Von ihrer blendenden Schönheit ist Elieser an. die Stelle gebannt. Wenn sie zu reden anfängt, ver klärt sich die Schönheit ihrer Erscheinung zu majestätischer Hoheit. ״Trinke und auch deine Kamele will ich tränken.“ Die fein nuancierende Rede, die schlichte Güte, das hurtige Handeln erquicken Elieser wie «in lieblicher Duft des Abraham-Hauses. Elieser ist in ihre Betrachtung versunken. Doch sie hat keine Zeit zum Verbleiben. So schnell, \vie sie ihre Füsse tragen, eilt sie zu ihrer Mutter, um ihr .das■ Vorgefallene' zu berichten. Wenn ihr Glück voll sein soll, muss ihre Mutter ihre Freude teilen. Bald darauf kehrt! Elieser in ihr Elternhaus ein. Die Grandezza dieses fürst־ liehen Knechts besticht ihr edles Wesen. Gierig saugt sie die ־ kurze Schilderung von der Hoheit und ^Grösse dfes! Abraham-Hauses ln sich auf. Am anderen Tage schwanken Mutter und Bruder. Die Mutter vor aflem mag ־ihr Kind nicht so plötzlich, so weit weggeben. Der Knecht besteht auf seinem Vorsatz. Rebekka wird gerufen. Ihr wird die Frage vorgejegt, sie soll. entscheiden. Wird die natür־ liehe Schüchternheit des jungen Mädchens, oder wird die verständige Entschlossenheit Rebekkas die Antwort geben? Ein leichtes Erröten fliegt über ihre Wangen, doch schnell erfasst sie die Bedeutuftg des Augenblicks, und froh und fest sagt sie mit der ihr angeborenen Entschiedenheit ז ״Ich gehe!“ Sie geht, begleitet von den Segnungen der Ihrigen., Sie wird mit Isaak vereinigt. Das Herz ihres Manne» muss sie erst erobern, denn dieses ist noch erfüllt von den wehmütigen Erinnerungen an die zu früh dahin־ gegangene Mutter. Aber sie erobert es im Sturm, oder vielmehr, sie erobert es gar nicht, sie geht unverdrossen! an ihr Werk, ihr süsses Wort an Untergebene und Arme, ihr frohgemutes. Wesen, ihre wahrhaftige Frömmigkeit durchdringt das Haus mit lichtem Glück und breitet dar über aus die liebliche Wolke des Friedens. Saras Geist ist wieder da, Isaak hat in , seiner Frau seine Mutten wieder gefunden, nun ist er erst zufrieden und gliiekliefq Aber Rebekka ist nicht nur die Tochter Saras, sie ist die Tochter Abrahams geworden. An dem Kinde erprobt sich Glück und Leid der Frau. Für Rebekka beginnt die Tragik schon vor den Geburt ihrer Kinder und setzt sich fort bis an ihr Lebens-, ende. Schon als Kind erfüllt sie Esau mit Betrübnis, als Mann tut er ihrem Manne und ihr das Herzleid an, heid-, nische Frauen zu heiraten. Der Weihrauch, den diese vor den Augen der Eltern ihren Göttern darbringen, legt sieh! wie ein schwerer Nebel auf die Freudigkeit ihres Wesens. Was ist das .für ein Abstand von den Idealen eines Abraham? Das wurmt sie,;die Tochter Bethuels noch mehr als Isaak*׳ den Sohn Abrahams. Aber sie verliert nichts von der lieblichen Zärtlichkeit, von der Spannkraft ihres Wesens, von der Tragfähigkeit ihrer Seele. Sogar Esau liebt seine Mutter und gibt ihr Beweise seines Vertrauens. Und die Mutter sollte ihren Sohn nicht lieben,, auch wenn er nicht nach ihrem Wünsche lebt? Wie ein Schmerzensschrei ringt sich aus .ihrem geplagten Mutterherzen die Klage: ״Warum soll ich beider beraubt werden an einem Tage?“ Aber ihr Trost, ihre Hoffnung, ihre Lebensaufgabe ist doch Jakob. Er allein ist der auserkorene Träger des Abrahamsegens. Daran darf sie nicht zweifeln. Der Vater aber gibt den! Erstgeborenen den Vorzug. Und sie muss sieh überwinden; sie darf ihn! nicht von der Unwürdigkeit seines Lieblings überzeugen, sie muss den schwächlich gewordenen Mann schonen und alles Seefönleid von ihm fernhalten. Ein schrecklicher Konflikt! Doch sie darf nicht wanken. Der prophetische Geist in ihr f1qt für Jakob entschieden, Die Tragik schreitet weitet*. Ihr Mann erblindet ־— und nun ist ihr die Aufgabe ganz zugefallen, das abrahamitische Erbe zu sichern. Darf es Esau anvertraut werden? Das wäre der Untergang der Abrahamssendung; Mehr als je ist sie entschlossen, diese Möglichkeit!ausr zuschliessen. Die Stunde, die kommen musste, naht. Isaak wiil den Segen Abrahams an Esau übergeben, ,bevor er stirbt. An diesem Tage trat die Krisis in ihrem*Leben! ein, da wurde sie, die Mutter, die Tochter Abrahams, die Prophetin wurde zur Heldjn. Durfte sie die Nachfolge Abrahams an Esau übergehen lassen? Mit dem Preise ihrer Seite 300 nähme des Oberrabbiners Grünwafd von ■Satümare als sehr bedeutungsvoll für ganz Transsylvanien betrachtet. Der Sosnowzejr Oberrabbiner versefitetfew. Warschau. (AJPB.) Rabbi AbrahaÄi Meier G i 11 e יז ist im Alter von 68 Jahren verschieden. An seinem Be* gräbnfe beteiligten sich eine Reihe hervorragender Thoragrossen, unter anderen der Radomsker, Dombrower Rebbe und Rabbi Alter von Jerusalem. Der verewigte berühmte Gelehrte hinterlässt eine Reihe talmudischer Werke, die teilweise. i׳tn Druck erschienen sind. Rabbi Saiomon ABeles 95jährfg gestorben. Prag, 13. November. (JTA.) Dieser Tage ist in Karlsbad Rabbi Saiomon Abeies im Aber von 95 Jahren verstorben. Rabbi Abeies war der Nestor der Rabbiner in Böhmen: und genoss wegen seines hohen talmudischen Wissens! in seiner tiefen Religiosität ein hohes Ansehen. Synagogenplatz und Taufe. Budapest. Im Jahre 1858 wurde eine der grössten Synagogen der Weit, der Tempel in der Tabäkgasse in Budapest, erbaut. Ein! grosser Jeil der Nachkommen der Gründer gehört nicht mehr dem Judentum an. Im Jahre 1921 hat der Vorstand der Budapester Kultusgemeinde den Beschluss gefasst, dass die Tempelsitze solcher Besitzer, die aus dem Judentum’ äustreten, ipso jure an die Kultusgemeinde zurückfallen. Gegen diesen Beschluss strengten einige der getauften Juden einen Prozess an, indem ■sie die Anerkennung ihres! Besitzrechtes an ihren alten Tempelsitzen verlangten. In efhem dieser Prozesse, der dieser Tage stattfand, wurde die Klage des Getauften mit der Begründung zurück-, gewiesen, es lag nicht in den Intentionen der Gründer des Tempels, dass ihre Nachkommen wenn sie der Religion ihrer Väter den Rücken kehren, die Tempelsitze be־ halten. ■ ׳ Dr. Ehrmanns Abreise nach Amerika. Frankfurt a. M. (AJPB.) Der Direktor der Frankfurter Palästina* Zentrale, Dr. Schlomo Ehr mann, hat sich am 12. d. M. nach Amerika eingeschifff. Der Nachfolger Sigm. Frankels im bayrisch-israefitisehen Genieindeverbaiid. M ü n c 11 e n, 6. November. (JTA.) im Verband ■der israelitischen!Gemeinden Bayerns tritt an Steile des verstorbenen 'Kommerzienrates!Sigmund ,Frankel im Rate ■Herr ■Justizrtat Dr. Max iFeuclitwanger. an dessen Stelle in ■der Tagung Herr Samuel Rothschild. Im Sitzungssaale der Gemeinde-Vertretung fand ■im Beisein der!Mitglieder der Gemeiudevertrehing, des ׳Vorstands und der Beamten der ׳Gemeinde eine solenne Trauer,feier nach dem verstorbenen ,Kommerzienrat Sigmund■ Frankel statt. Der 'Vorsitzende Dr. Oestreich, Dr. Elias Straus ,und Justizrat ■Dr. Frankel würdigten!in ergreifenden!Worten die!Persönlichkeit des Dahingeschiedenen. Eine Million Dollar wöchentlich für Koscher-FIeisch. New-York, 25. Oktober. (JTA.) Die Jüdischp Telegraphen-Agentur hat 1m Wege einer Enquete fes,(gestellt, dass in New - York 17 Schlachthäuser existieren/ die nach jüdischen rituellen Vorschriften arbeiten. Die jüdische Be־ völkerung New Yorks gibt allwöchentlich ungefähr eine Million Dollar für Fleisch rituell geschächteten Viehs aus. Mattersburg. Sonntag, den 8. November 21. Cheschwan — fand die Generalversammlung den aut. orth. israel. Kultusgemeinde des Burgenlandes statt, Sämtliche Gemeinden waren durch ihre Rabbiner und Kultusvorsteher vertreten:• Herr Kultuspräses Isidor Deutsch begrüsste die Erschienenen im Namen der Kultusgemeinde und wünschte ihnen eine gedeihliche Arbeit.׳ Der *Verbändspräses, Herr Oberrabb. Samuel E h r e.11 f e 1 d, eröffnefe die Sitzung und erstattete Bericht über das verflossene Tätigkeitsjahr des Vereines. jafirzeiffeier ה״הג מו״וזר זלמן ש פ לט צ ער זצ״ל Am! zweiten Tage חנכה dem Jahrzeittage nach א״דמ״לר ה״הג מ״וה ז ר* מ ן ש ס י ט צ ע ר זצ״ל gelangen zwei vom Vorstände bestimmte Stipendien für unbemittelte, würdige בחורים» deren Eltern in Wien wohnen und die in einer ישיבה mit besonderem Fleisse dem Thorastudium obliegen, zur Vergebung. Gesuche sind bis zum 26. Kislew? (13. Dezember d. J.) an den Vorstand der Adas Jisroel zu richten. ־! Lie’be, ihres Gfücks, ihres Lebens war sie bereif, es zii verhindern. Durfte sie, als Anklägerin ihres Sohnes auftretend, Isaak umzustimmen suchen, durfte sie, die Seefe des altgewordenen Mannes diesen tiefen Erschütterungen preisgeben, sein Leben aufs Spiel setzen? Durfte' sie it$ die Wege der Vorsehung eingreifen, die Esau zum Erst* geborenen gemacht hatte? Das war ein schrecklicher Kampf zwischen der Mutter und Frau — und der Tochtec Abrahams. Aber der Augenblick war köstbar. Nicht allein Mutter wollte sie sein, sie wollte Abrahams Tochter sein. Sogar den Fluch wollte sie auf sich nehmen, wo! Abrahams Ideale in Frage standen — und schnei( ent־ schlössen griff sie zur List und schickte Jakob zum! Vater, damit er den Segen empfange. In jener Stunde( hat ein schwaches Weib die Sendung Abrahams für uns! gerettet.; .Wir heute sehen nur noch den Erfolg. Aber; wen macht sich eine Vorstellung von den Qualen dieser Mutter, von der Tragik dieses Lebens? Das Geschick gewährte! ihr keine Frist. Sofort verlangte es Zahlung. Und die tapfere Frau zahlte sofort mit einem Werte, der noch teurer ist als das Leben, mit ihrem Mutterglück. ( Esau war von Mordgedanken erfüllt. Jakob musste fliehen, Wieder fand die zärtliche Klugheit dieser Frau den Weg, ihren Mann schonend von der Notwendigkeit der Entfernung Jakobs zu überzeugen. Der Vater bestätigte zum zweiten Male den Segen Abrahams für seinen Sohn Jakob. Für die Mutter aber bedeutete dieser Segen den Fluch der Vereinsamung. Die Ueberlieferung Abrahams war gerettet, aber ihr Herz war zerrissen, ihr Leben war verfinstert. Das war eine blutige Entsagung, nicht mehr die Lichtgestalt ihres Lieblings schauen zu dürfen. Seine Stimme, Musik für ihre Seele, sollte sie nie mehr hören. Kurz vor seiner Rückkehr in die Heimat starb sie. Nicht' einmal 'auf ihrem letzten Wege durfte ihr geliebter Sohl! sie begleiten. In dunkler Nacht wurde sie in der Stille zu Grabe getragen. Nur einige gleichgültige Freurtde wandelten hinter ihrem Sarge. \ Aber sie war würdig, an Abrahams Seite zur Ruhe gebettet zu werden, In ihr hat Abraham die Tochter( gefunden, das Einzige, was ihm versagt war. Eine Tochter von: Abrahams Geist! Denn auch sie hat für Gott einen Altar errichtet und darauf dargebracht das Aller־ heiligste des Weibes: Ihr Mutterglück (Midrasch). £. W,