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Jüdische Presse · 1925-11-13 · 46 (13.11.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
46 (13.11.1925)
Date
1925-11-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 46 JÜDISCHE PRESSE Seite 303 TX1 S NACHRICHTEN. Anerkennenswertes Entgegenkommen der polnischen Militärbehörden zugunsten der jüdischen Soldaten. ׳Warschau.!(1AJ1PB.) Seit ■vielen Monaten bemüht sich :der agudistische!Abgeordnete •Eirjahu iKirschbraun, um in der ganzen polnischen Armee für jüdische!Soldaten die Refundierung ׳des Menagegddes zu erwirken, da diese •die ärarische!Kost aus rituellen!Gründen nicht •gemessen können. Endlich Jiat Kirschbraun vom (Kriegsministeriurn die Verständigung erhalten, dass bereits ein diesbezüglicher Erlass an sämtliche Stellen ergangen ist, so dass die jüdischen Soldaten alle zehn Tage ihr iMenagegeld erhalten. Ueber die ״Jüdische Wirtschaftspartei“ in der SIowakei. lU z,h 0!r o d. (A'JiPB.). Donnerstag, den 5.!November fand hier ein grosses!Massenmeeting der ״Jüdischen Wirtschaftspartei statt. Die Herren Oberrabbiner Horowitz ׳von Hundsdorf (Listenführer), Oberrabbiner Seidl, ׳Galarita. Oberrabbiner von!Moldova und viele andere referierten über die am 15. d. M. in der ׳Slowakei stattfindenden Parlamentswahlen. Die Versammlung wa׳r sehr •gut besucht. Die Zionisten, die beabsichtigten, . die Versammlung zu stören,!wurden durch die ׳Polizei hinausgewiesen und die Versammlung konnte einen ruhigen Verlauf nehmen. Die Reden wurden mit grosser Begeisterung aufgenommen. ׳Der Munkaczer Rebbe für die ״Jüdische Wirtschafts- Partei.“ ׳Uzhorod. (AJPB.) •Kürzlich ׳weilte hier!Herr Oberrabbiner Schapira, Munkacz, und hatte eine längere Verhandlufng mit den Leitern •der ״Jüdischen 'Wirtschafts־ Partei“. Er erklärte sich bereit, die ״Jüdische Wirtschafts־ Partei“ mit einem Aufruf zu unterstützen. Die Munkaczer ChassMim hatten sogleich die Vorarbeiten für die Wahl übernommen und es ׳ist z׳u hoffen, •dass durch den Einfluss des!Munkaczer Rebbe d׳ic ״Jüdische Wdrtschaftspartei“ eine •grössere Anzahl von ׳Stimmen erhalten‘wird.!Man hofft, dass durch die Vereinigung zwischen Munkacz und ׳der Gesämtarthodoxie •ein gedeihliches Zusammenarbeiten־ für die!Interessen in Padkarpathska-iRuss her beige führt wird. Bestrafung eines Synagogen-Brandstifters. K i s c h inew, 2. November KJTA). Der Gerichtshof der Stadt Belce (Bcssarabien) verurteilte den Gymnasialschüler Jona Pascaluca wegen Brandstiftung in der Synagoge zu Belce zu fünf Monaten Gefängnis. Die ausgeschlossenen Ehefrauen. ,Warschau׳ (JTA). Im Namen von 6000 jüdischen Frauen in Polen (mit ihren Kindern 20.000 Seelen) richtete das Präsidiuin des Verbandes Jüdischer Frauen in Polen an die Frauen Amerikas feinen Appell, sich; bei den gesetzgebenden Instanzen der Vereinigten Staaten dafür einzusetzen, dass man diesen unglücklichen Frauen feind Kindern gestattet, 2u ihren Männern nach Amerika kommen zu dürfen. Es handelt sich fum Frauen sogenannter ״Deklaranten“, das sind Einwanderer,!die um die Aufnahme als amerikanisehe Staatsbürger angesucht, aber!aut Vorschrift mindestens fünf ׳Jahre Lauf die Erledigung ihrer Ansuchen warten müssen. Solche 1 ״Deklaranten“ ‘haben "noch nicht das Recht, ihre nächsten Angehörigen im Auslande zu sich׳ nach den Vereinigten, Staaten kommen zu lassen. Abwehr polizeilicher Anschläge gegen die Sabbatruhe. Cluj (Klausenburg), 1. November (JTA). Die Klausenburger Polizeibehörde verhängte Geldstrafen über neun jüdische;Kaufleute, ׳weil sie an den Sonnabenden die Geschäfte!geschlossen hielten und sich also gegen die .Geschäftsschliessungsviorschrijften vergangen;Hätten. Da9 Gericht Hob ,die Strafen auf Und bezeichriete das "Vor־ gehen der Polizei als pathologischen Grössehwähn. D»e Propagandatournee RabbinerDr. Joel Pollak nac׳h Rumänien. O radea ־ M a r e. (AJPB.) Rabbiner Dok־■ tor. Joel Pollak wurde in Oradea-Mare. am Bahnhofe von! einer •Deputation empfangen, und feierlich begrüsst? Hierauf, begab er sich zu Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Fuchs, um über die allgemeine Lage der Agudas Jisroel in Siebenbürgen zu beraten. Nachher stattete Dr. Pollak dem' Wischnitzer Rebben )einen Besuch ab, wobei ihm dieser seiner gnbfcsen ״.Sympathie für die Agudäsbewegungl versicherte. ■p'er^'WolchoWitzcf JRaw, ein Sohn des Wischnitzer' Rebben,;erklärte sich zur aktiven Mitarbeit bereit; Der .Vorsitzende Herr Freund begrüsste die überaus zahlreich erschienenen . Festteilnehmer, worauf Rabbiner Doktor Joel Pollak das Wort ergriff. Sehr wirkungsvolle Tischreden hielten die Herren M. Pollak, dann Rabhiner Benjamin Hauer, Isak Sternberg und der Wolchowitzer'Raw. Dr. Pollak reiste bereits am Mittwoch nach Szekelyhid, am Donnerstag nach Ermihälyfalva und über Samstag und Sonntag nach Szatmar. Die Begeisterung für die Agudabewegung ist sehr gross. Eine mustergültige Keren Hathora-Aktion in einer ostgalizischen Stadt. Glyna. (AJPB.) Der Skalater Ravv, Rabbi Benjamin Wolowitz, weilte vergangene Woche in Glyna, um eine Sammelaktion zugunsten des Keren Hathora zu veranstalten,' Es gelang, im Vereine mit den! Rabbinern Hochberg ,und Outmann und Herrn A. Reinherz 11. v. 1a. die gesamte jüdische Bevölkerung, ohne Unterschied der Partei, für die wichtigen Ziele des Keren Hathora zu begeistern!und einen entsprechenden finan* ziellen Erfolg zu erzielen.! Gründung einer Arbeitergruppe ״Schauschanas Jaakow“ in Zloczow. F r ankf urt a.!M. .(!AJPB.) Zu Ehren Jakob Rosenheims hat sich unter dem Namen ׳״Schauschanas Jaakow“ ׳in Zloczow eine agudistische Arbeitergruppe gebildet, deren!Mitglieder sich für (Erez Jisroel •vorbereiteii. 300.000 Dollar für eine moderne Zentral-Synagoge in Jerusalem. Die United!Synagoge of •America hat lauf ,Meldung des ״Jewish Chronicle“ die Vorbereitungen für •die Durchführung einer 300.000 Dollar^Kampagne zur Ernichtung einer modernen Zentral-Synagoge in Jerusalem ׳beendet. Konferenz jüdischer Richter in der Ukraine. Die ׳jtidisehen Gerichtskammern in •der Ukraine haben viel unter dem Mangel einer einheitlichen Gerichtsterminologe!in jüdischer Sprache zu leiden. ׳Um •diesem!Uebelstand abzuhelfen, ■wurde, wie J. T. A. meldet, eine ׳allgemeine!Konferenz ׳der jüdischen Richter in •der Ukraine eiuberufen. (Hauptprogramm der Konferenz wird eben •die ’!Schaffung einer Rechts- ׳terminologie in Jüdisch sein. Ehrung der jüdischen Freiwilligen in der französisehen Armee. Aus Paris wiind ׳uns berichtet: Der Staditrat von Tunis 1beschloss, eine Strasse nach dem ׳jüdischen Sergeanten!Isaak Bis m u t-,zu ׳benennen, mm, wie es im Besohluss ausldriick'licli heisst, auf!diese W׳eise- ׳das An- ׳denken sämtlicher j ü d׳i׳s c^h e 1 11׳F r •e. i w i'llli g e!n in der f r a n z ö s i s c 11 e!1 Armee wahrend des Weltkrieges tz.11 ehren. Nunmehr hat ׳die Regierung diesen Beschluss der StadtgeiTiein'de Tunis bestätigt, ׳und ׳die Umbenennung der Strasse, in ,welcher Bismuf viele Jahre gewohnt hat, ii!n ״ils'aaJk-ßismiut-Strasse“ •wunde ׳unter besonderen Feierlichkeifen vollzogen. ׳ ■ - Grauenvolle Einzelheiten über Pogrome der Denjkin- Armee'. Moskau, 31. Oktober (JTA.). Dieser •.Tage begann v!or dem Gericht in Priluki ein Prozess gegen den früheren Offizier der De nikin-Armee Jasinsky, der be-< schuldigt wird, in der Zeit der Bürgerkriege zahlreiche jüdische Einwohner in der Ukraine gemartert!und ermordet zu haben. Die Anklage legt Jasmsky auch zur Last, dass er manche seiner Opfer lebendig verbrennen Hess. Auch hat er jüdische Frauen •geschändet. Der Angeklagte bekennt sich vor Gericht zur den ihm vorge- Waltenen Taten, legt aber den grössten Teil der, Verr antwortung auf einen anderen Offizier namens Paljachi, der mit ihm zusammen in der!Denikin-Armee gedient hat. Dieser Paljachi ging, als die Sowjetarmee (siegreich in die Ukraine einzog, zu den Bolschewisten über find, wurde! einer der verantwortlichen, lokalen Kommunistenführer; er erhielt den Posten eines Sekretärs des podolischen ׳Distrikts* komitees. Auf Grund der Angaben Jasinskys 'wurde auch! Paljachi verhaftet und vor Gericht' gestellt. \Beide Angeklagten verlanlgen, dass in der Jury keine Juden sitzen• sollen. Das Urteil wird in diesen ‘Tagen erwartet, Eiti hoher, russischer, Beamter!.wegen antisemitischer Propaganda zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Der ,Vor־* sitzende des Ortssowjets der Stadt Mikolajevv im Distrikt Proskurow, Kardikoff, wurde >vegen fortgesetzter antü semitischer •Propaganda zu fünf Jahren Kerker, verurteilt. Er terrorisierte systemtisch die jüdische Bevölkerung und , ermunterte d* ie Stadthooligans, bis es dazu kam, ,dass die Hooligans die Synagoge von Mikolajew plünderten und in Brand steckten. Auch der•׳ Sekretär des Sowjet- Vorsitzenden, Kristlial, erhielt ein Jahr Gefängnis. ׳ Sonntag, den 8. d. hielt Herr Rabbiner Moses Blech vor •inem zahlreich erschienenen Publikum im Verein ״Bi kur G hau lim“, XX., Karajangasse, .eine tiefempfundene Trauerrede nach dem verstorbenen Gaon, Rabbi Meier Arak, 8. Z. 1. 100% REIN ES *FETT AUS KOKOSNÜSSEN כשר Sljuinfeier in Wr.-Neustadt. Donnerstag, den 5. November veranstaltete dlie, Agudas Jisroel in Wiener-Neustadt eine Siaunfeier •auf die Maseohta. בבא בחרא Ausser de׳n leitenden Persönlichkeiten!der dortigen Aguda waren auch Se. E'hrw. Herr. ׳Oberrabbiner iHilel Wieiss sowie Kultuspräsident Herr Ungar und M׳edi!zi׳n׳allTat Dr. Wilhelm Wolif anwesend. Die Landesorgianisation der Aguda war du roh •Herrn Rabbiner Moses Blech vertreten.; Herr Oberrabbiner Weiss las, wie üblich, die letzten Zeilen der Maisechte ׳und sagte verschiedene ד ברי תורה. Während des Mahles, welches seitens der Herren Rosenberger, Deutsch, Koppel, Kohn Josef und Jaul hergestellt wurde,.hielt Herr Rabbiner David Friedmiamn eine דרשה in welclier er über die Notwendigkeit des Thoralernens der Kaufmannschaft sprach. Er •ermahnte in ergreifenden Worten, den Sohiur •pünktlich einzuhalten. Nachher überm'ittelte Herr Rabbiner Moses Blech die Grusse des Gesohäftsführenden Ausschusses und der 'Landeazentnale der ׳ Agudlas Jisroel und schilderte - ׳in einem• längeren!Referat die Ziele der A'guidas Jisroel. Redner forderte in temperamentv.oller Weise alle Anwesenden zur ׳Imtemsirviemrig der Agudasarbeit in Wiener-Neustadt auf. Sodann •ergrifft der Präsident de׳r dortigen Aguida Herr!Reif das Wort, - er; 'zählte sämtliche Leistungen der Agudas Jisroel in Wiener- ״ Neustadt auf, und gab seiner Hoffnung Ausdruck; die!Ideale der Aguda •auch!in'. •Wiener-Neustadt verwirklichen׳ •zu können. Herr Medizinälrat Dr, Wilhelm 'Wölf begrüsste itn Namen der Kultusgemeinde allle Anwesenden und führte' unter, anderem aus, wiie wichtig es sei, das!Interesse für die ־ Thora auch bei denjenigen Juden, die!der Thora fern stehen,, •zu wecken, .denn ohne die Religion und Tfaditdoh sei das jüdische'Volk nicht existenzbereebtigt. Verschiedene: ר ב ר י תורה wurden seitens der Herren Moses Rosenberger,• Meier Adler und Herrn Lö'wi 'vorgetragen.; Zum Schlüsse sprach nochmals Herr - Oberrabbiner Weiss: und ga'b seiner Freude Ausdruck, ׳dass schon heute in Wiener-Neustadt ein solches!Interesse für לימוד התורה vorhanden ist. Redner zeichnete den •ersten Beitrag für j Keren-Hatora zum Beweis seiner Sympathie zur Agudas l Jisroel Eis wurden namhafte Beträge für iKeren-Hatora, {Qrgahisatiionsizweck und!Mattersiburger Jeschiwta!gesammelt. Gegen 2 Uhr nachts• endete ׳ die schöne Feier. , Eines Abends fühlt sich - 1׳die Kranke - ׳: besonders schlecht und voller 'Angst •sitzt Riwfcete . an der Freundin Bett. ,JRiwkele,“ flüstert da plötzlich die Kranke^ ״mir ist heute sehr, sehr schlecht, ich fühTs, ׳dass ich (bald) steriben werde. Widersprich nicht", sagt ste! ■heftig, tafe die ׳ Freundin sie henubken wH, ״ich .,fühlte .schon . ׳seit Wochen, dass ich täglich schwächer ׳wende, •und es kann auch gar nicht ׳mehr lange dauern. Und Rfwkete, Gebe Riwkele, ich hab‘ solche Angst vor dem Tode, ich möchte, noch gerne, ach ich . möchte noch so gerne leben, ■ich btin noch jung und das Leben ist schön.“ Leise weint!Riwkele vor sich ׳hin. *JRiwkele,“ fängt die Kranke wieder an, ״öh ׳möchte dich, noch etwas bitten, erfülle mir diese letzte Bitte. Man wird׳ dir, kaum dass ich nicht mehr -bin!, Shnctn antragen, and ich will nicht, hörst du, :Rrwkeje, ich ■wßn nicht, dass du Sdroon heiratest. Ich wiß es nicht), dass mein Andenken durch dich so rasch verblassen soll, venspridh .miir,; dass du es nicht tun ■wirst.“ Und. Riwkele weiht, amd verspricht der Freundin mit Handschlag; dass säe Simon nildht betraten wird. ,Jch danke dir, Riwkele,“!sagt, die fcrauike und atmet erleichtert auf, ,du hast es mir versprochen!, dass du ihn nicht .,heiraten wirst. Gute Nacht Riwkele, ich werde heute nfhig schlafen.“ Und die kranke Sorete schlief auch ruhig ein und erwachte am nächsten Morgen!nicht :mehr. ( Simon schreit I«ut auf, ate man sefn totes Weib ׳vom Hause fortträgt. Da tritt der hohe, hagere Rabbi Ezechiel Landau Äütf Ihn m: 5 gefasst, mein Sohn,“ sagt er Ihm, jG4־t halt ihre «ine Seele zu sich genommen. Der Hwr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name de׳s He*r׳n se׳i gelobt.“ * Mädhtjg and .laut ist das Lehen,• stamm und!kraftlos 4er {Jf*L Noch ist Soneäe jriEßht bcgKöben md schtm .■wispert Mid JHtstert es in der Gasse, 433s Simon׳ der richtige (Mahn für ׳die schöne Riwkele Wäre. Dach der Vater düs Mädchöns,־ der kl'uge •Reb Mendel, 'vlll ,׳niahts 'dayon hören. ״Seht doch mein armes Klind, wie es um felie tote F!reu!ndin ■ trauerfe“ sagt er!den Leuten״ ,׳iu einigen Wochen werden wir Uber die• ׳Sache reden.“ Und ,׳die Zeit verstreicht und al׳s •eines Tages ׳der reiche!Simon die ׳schöne RiwUcele fragt, ob sie seine Frau sein will, da ־ gibt ׳sie glückstrahlend ihr:: Jawort; Sde hat alles vergessen, vergeben die •tote Sowie und vergessen ihr gegebenes Versprechen, siic weiss nur eines, dass sie glücklich ist. •Und das •Leben fordert seine Rechte, Riwfkcle wird Simons Frau. R'iwkeüe ist glücklich. Jeder Tag bringt •neue! Freuden, Im Fluge eilt die ׳Zeit dahin. Doch es ■war eine Nacht, dassRiiwkele einen seltsamen! Traum batte; Die Tür Ihres Schlaf gemaches öffnete sich lautlos und Sdreüe, die tote Freundin, so , blass ■und durchsichtig, wie sie sie dn letzter Zeit gesehen, kam langsam an ihr Bett geschritten. ״Riwkele,“ flüsterte die Tote, ,fehl hast mir versprochen,!meinen Simon nicht zu heiraten, du hast mir־ doch die Hand gegeben, dass du es nicht hm wärst. Wo bleibt dein Han disfehlag, Riwkele, ׳wo bteSbt dein Handschlag?“ Betäubt und zerschlagen wacht Riwkefe morgens auf und fühlt sich nicht wohl, der Träum will ihr nicht aus idem Kopf.'!Und plötzlich steigt eine furchtbare Erimwamg in ihr ■ a*jf. Ist öle inächt einmal —■ es ist poch gar nicht. so lange her —- an der armen Sorele Bett gestanden und ■hat der schwerkranken Freundin mH •Handschlag' versprochen, dass sie Simon nicht hebraten wird, ach jetzt ׳erinnert sie sich ganz genau, wie ׳die arme kranke Sorele erleichtert aufgeatmet• hat, als sie es ihr gektote. Von Unruhe getrieben, ent&cMiesst sie sich, zu ihrem Väter 201׳ gehen, ititd ereSfcft ßua v«n ihrem Versprechen,!dass sie dler;todkranken Saude in <Be Haad gelobt hat, vtaä er'zähtt, dass Ihr heute Nacht die Fupundli» erseföenon und sie an Ihr Versprechen gemafiat habe, Der Vater weites tcefnen Rat, er zum Rabbiner!und •erzählt ihm diie Sache. Der 1Ra!bbi legt ־ der ganzen Geschichte keine Bedeutung bei. ״!Geh‘ •heiim,“ sagt - er •zu Reb!Mendel,' wund beruhige dein Kind׳, die •Sache; ׳islt .jp■ Ordnung.“ Und Riwkele läisst ׳sjc'h beiiuhiigen, •sie •ist ja jung, und glücklich und da's Leben fordert ■׳seihe Rechte.. Arme Riwkele, Ruhe und Glück sind nur von kurzer Dauer. Eines Nachts erscheint die tote Sörele ein zweites Mal am ihrem Bette, ׳sielrt' sie durchdringend an und fragt!traurig: ״Wo bleibt dein Handschlag, Riwkele, wo bleibt dein ׳Handschlag?“ Und die nächsten Tage fühlt Riwkele :rieh krank!und ׳elend.' Von Ummbe getrieben, geht sie wiederum ®um Vater «und bittet ihm inständig, nochmals zam Rabbi zu gehen. Und Reb Mendel gebt zum Rabbi und berichtet!ihm, dass die tote Sörele ein zweites. Mal seiner Tochter " erschienen und dass sein armes ׳Kind seither krank und elend umhergehe. Ungeduldig hört. Rabbi Ezechiel Landau den Vater an, uuiwifflig ,schickt er ihn heiim. ״Ist deine Tochter krank, so w!ird sie auch wieder gesund werden,“ sagt er ihm. ״Ich habe dir dach schon einmal gesagt, dass die Sache in Ordnung ist.“ Arme Riwkele! Von'• Tag ■zu Tag wird sie blässer' und ׳durchsichtiger, tagsüber sitzt ■sie müss׳ig im ■Lehnstuhl, und kommt die Nacht, so schielt sie ängstlich nach der Uhr und fürchtet sich, zu Bett zu gehen. ■/••'•• ן Arme Riwkele! Eines Nachts erscheint die tote SoreiJe, ain ׳drittel Mal an ihrem B!ette und flüstert eähdririglieh und vorwurfsvoll: ,JDu hast mär doch ׳die Hand gegeben, ihn flicht zu heiraten, wo bleibt ■dein HiandscMäg, •Riwkele, wo bleibt dein •Handschlag?״ Und in Sfehweiss gebad׳et erwacht am nächsten Morgen Riwkele und weint und schickt um den Vater und fleht ihn an, mm Rabbi zu . gehen, 1m Hilfe afu bringen. ' , (Fortsetzung folgt.) > *

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