Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 46 (13.11.1925)
- Date
- 1925-11-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 304 JfÜDlSOHi! PRESSE Nr. 46 Oie Jaden and die Wahlen in der Tschechoslowakei. ,,Nationalismus“ — als Wahlparole! 'Von einem erfahrungsreichen Leser unsere!;!Zeitung erhalten wir folgende beherzigenswerte ׳Zeilen: - ׳Leute der Gegenpartei deklamieren fortwährend, ׳die ״Jüdische Wirtsohaftsipartei“ habe;die!Einheit des Judentums gesprengt. (so ziuim Beispiel Dr. Sipos in der Sonntagsnummer des ,jHirado“). Nur die ״Einheitsfront“ ׳beklagen sie, nur die Einheitsfront bejammern sie. Nun, dem ׳ist sehr leicht abzuhelfen.!Mögen s:ie alle auf.unsere Liste Nr. 19 stimmen. Dann ist die Einheitsfront schönstens und bestens her gestellt. Oie Ge- Schichte erinnert sehr lebhaft an idie bekannten zwei Knaben, die verabredeten, dass sie sioh Halbpart geben werden (wie die Kinder dies zu!machen piflegen). Bald stellte sich aber ׳heraus, dass der eine das Geschäft so verstand, so lange er!den anderen ansmtitzen könnte. Nein, geehrte Herren, so spielen!wir nicht! Stimmen Sie auf unsere Liste. Unser Wirtschaftsprogramm ■■dürfte auch ,Ihnen recht sein! Sie wissen nicht — so sagen Sie — ob es überhaupt separate!jüdische Wirtschaftsiroter-;essen gibt? Nun, es gibt in!Ihrer (Partei zahlreiche Juristen; die sollten es ׳sehr wohl wissen, dass Nicht־ wissen ein negativer Beweis, also k e 1 n ׳Beweis ist. Tat- .׳sächlich ׳haben wir jüdische Wirtsdhaftsinteressen. Da ׳haben wir gleich die Son׳ritagsru;he, Wb es sich um die Existenz ׳tausender Fämiiien.väter :lind׳ Steuerzahler jjiandeilt. Und derlei Dinge gibt es noch mehr, wenn die (Herren es auch nicht wissen. Alber desto besser wissen und fühlen wir es. Daher können sie nieh t ■unsere' Vertreter sein. Sind׳ sie Juden, haben sie jüdisches Ge- ־fühl, irrtüssten sic mi t uns stimmen iirtd nicht Verlangen, ■äps wir ihre unglüclksehge ״Einheitsfront“ fördern. •— Vöm M׳at loira 1 Ismus“ •wollen wir schon gar nichts wissen; *es ist dies etwas ungemein Schädliches. Dabei '׳bloss imaginär. Es gibt in unerer ׳Republik ׳katholische, ^anigeiUsqhe, griechisch-katholische; ükW. Staatsbürger, so sind .wii־ spiche jüidiD^c.ihbh G׳I a ü׳be ns. ׳Es M gar nicht unser!Interesse׳, uns als separate;Nationalität“ aus- ‘z'uspielehyj noch weniger ist es 5m Interesse ■unserer Re־ ׳ ^'ilbliiik gefegen. ÜriSere: Rclfeion Schreibt uins .työf, loyale; Spa'tätiju;rger zu sein; «wir b|f$gten 4fös stets, wenn auch in manchen. Ländern ,׳zurweilen schweren Herzens; so $cönne1u ■so müssen ׳(wir /dies u m so e h 6 r־ in unserer ^^e^slJrWai^soheii'• Ke^1ib|k, die siCh' äiif den! detrio; Jcratischen Sg^piintö ׳ •ffestetöt,. »u^föhren. AbCr keinesfalls *düdfen ׳wir durch einen imaginären :Nationalismus ihr Geiisge loakeni. ׳Mögen :sich ■die Herren nur vor Augen •Kälten!, Wieviel Gut ■׳und Blut der ünheitvoine, zmgespitzte ן ^latianälismus ims schon ׳gekostet hat! Die •!Aufgabe!des .׳ riutdentiims ist, tfie Gegensätze zu •ini׳lde rn. Nie ^cküriffce ,׳der Jude, den ■5NatJorrali־müs ,forcieren.' ׳— Sie ׳meHh'en i$amit,zu einem jüdischen '‘Städte 'in'.Pälä'StinäVau 'kdfiwneb'? j ־־*Acli,-־•Wl«i’־*-iäciheTfliäh! :!Wenn es blass eine einfache :Er-1 leiärung ■ 'effbrdert, um;;Nationaljude“ zu sein,;■werden j Jicufe'■’''׳’ ־־;•־inorffen —'haChdlm ׳ das •1Land 'durch immense * Gipfer irr Stand gebracht Sein dririd — "alle •A r a;!b e r .׳ ׳)׳äls “Abkömmlingeי des ׳Erraväters Abraham,• als -faktische •,Besitzer!des Landes usw., usw.) sich* einfach als ,Na- 5fiohaljuden“ deklarieren:!Klug •genug sind die -Araber ׳dazu.?jt- Unsere S tUrke-, unsere Feste •ist .unsere uuverfälschte heilige jüdische .׳Re:ligian 1 ׳Erez!Jisroel! ־wird■ mit Religion, ainfgebaut weiden, .dAt mit; ^Nationalismus!•;Nationalismus ist ein Nichts,' ein leerer ׳vScha:lll, ein: ■schädlicherWortschwall! .Dies •sollte iinse.r <?Pto&ramm bilden?!Dies;!unsere Stütze? Dem Natdonalis-; Wüs ׳•׳Sollten •wir!bei '■• den׳ , ׳Wahlen .!unsere . ,,Stimme ־־ *geben?. Möge •jeder Jude sich mJt.. seinen!,1 raten, bevor er zur ׳Wahl geht und seine Stimme ab־ gibt! Denn ein verlorenes moralisches Gut ist ewig verloren! ■Wir sind dafür dem Schöpfer und unseren Nachkommen verantwortlich! Haltet fest zusammen, im Interesse unserer heiligen Religion und eurer wirtschaftlichen!Existenz! Lasset euch durch listige Worte nicht von unserem echt jüdischen •Programm a'bibringen! Religiöse, jüdische Kinder,, be- ׳denket, dies! Wir wollen nur euer Wahl. .Ein :Mitglied der ״Jüdischen!Wir.tschaftspartei.“ Mandatshunger! An die 'j ü d i s ch e J ugend! Der Augenblick י st gek<hnmet1i dai für *Eare edle Begeisterung für) ^Miriiqlt Jüdische, Euren herrlichieni Mut und Eure |un^ Kri^t 0h1er guifen jüdischen Sach© widmen [ *tat. . ■. ’•• •,.'• \ : Helfet mit, das Programm der ״Jüdischen f Wirtschaitsparteiw zum Siege zu bringen! j : :Pr opagieret die Liste Nr, 19\ ׳Der Wahlkampf •tobt. Viele Parteien versuchen mit allen möglichen und unmöglichen, erlaubten und utrer- Ja übten Mitteln die Wähler für sich zu gewinnen. Auch ■Geld rollt. Verleumdungen, Verdächtigungen makelloser Charakter ist ׳die vergiftete Waffe, die ständig verwendet -wird; die schmutzigen .politischen Charaktere suchen ihre ■Gegner zu sich ׳herunter in den Kot zu ziehen. Eine■ ״!Genfer Konvention“ wäre wohl .auch hn Wahlkampf am ׳Piafeze! . . . :!Doch urteilet nicht strenge, verzeihet und׳ verstehet, was tut ■man nicht, wenn der Hunger treibt, denn ,Hunger tut weh ׳und nichts schmerizt so sehr, wie ein ungestillter •Mandatshunger. •Audh .bei den Juden ist es recht schlimm. Seit Bestehen der Republik hungern so viele Juden, •die ihr Judlentum ganz •frisCh entdeckten, mach ׳Mandaten, -Mandaten und Mandaten... Und ,wenn da einer, hungert, darf man fragen, <wer bist du, was willst du, wohin willst du? — Ln solchem Paie sollte •man doch den Hunger stüen, ׳ziumal ein ehrlieber, gesetzestreuer Jude .dürfte sich dieses׳ (heilige Gebot ■der Nächstenliebe vor Augen ׳hallten! Doch■ .wehe, ׳wehe! . Der ״örthadöxe“ Jude kümmert sich recht ׳wenig ,darum, dass der Refis keine Ruht “bei Tag und Nadht finden ׳kann, bis■ er,;׳nicht Tris Parlament ■zieibt, er- Das Gesetz gibt Euch das StinHnrecbt üml macht Euch zur Pflicht, am IS. November mit Eurer Stirnmenabgabe an; dem Weh! und Webe ,des Staates und seiner Bevölkerung mitbestimm׳end zu wirken. Ihr seid Jüdinnen, Töchter eines attten glorreichen ist erfiiitt von der Grösse unserer Vergmigentelt. ,, ■-1:■•--.. .... Der Wahlakt vom 151 November gibt Euch die ‘Möglichkeit, dmül^r iditenehts^äen, ob das Juden- |um ■unseres Landes ׳drni Traditicmen unserer Vor- |ahten und der gantejii jt^^'eh Vef^ngenheit ׳treu!bleiben oder ob es sich jron $etn bisherigen Weg ab- Vehäen iihd deih modernen Wahngebitde eines poütisch, 1wirtschaftlich und religiös verhängnisvoUen Nationalismus;folgen soll. Ihr jiteischen Pfauen, wenn Ihr Euren Snn ׳für die Erhabenheit des 'Judentums rein erhattjeh habet, wenn ihr am Webshtlil unserer Zukunft nilt treuem Herzen mitarb^ton wollt, 90 vergesset nicht bei der Stimmenabgabe am 15. November, dass Eure Stimme für die Gestaltung des Judentums in Unserer Republik von grosser Bedeutung werden kam * Seid ahl der Hut, dass Ihr nicht am Ruin des Judentums mithelfen solltet! Lasset Euch nicht durch leere jüdischrnajlonaHstische ■ Phrasen zum׳ Unterwühlen: der Grundlagen udsdres jüdischen Dasein ■hlnloclteii! Bleibet [treu! ' Eure Stimme gehört dßr Jüdischen Wirtsehaftspartet״ / Merket Each Hie Liste Nummer 19,. . barmungsilas verweigert der ״Orthodoxe“ ihm das; angestrebte parlamentarische SeeleOheil. •Mali •vergisst, wenn!jemand' so zähe für sicli zir kämpfen verstellet, wie wacker würde er!sich erste, für ■die Allgemeinheit schlagen. Neue Grössen des Judentums ׳würden im altelirwürdigen Prag entstehen, :wenn der orthodoxe Jude‘aus• ■der PodkaTpatskarus־ und der Slowakei einem der Singer -die Mögliöhk׳eit scliaffeh würtde, irrn Parlament ■der ־Moldau!- stadt als Vertreter der Juden den Inihalt des wahren Judentums zu verfälschen. ' Doch wer zählt die Männer, zählt die Namen,:, die: alle1 die Berufung in sich fühlen, die Judenheit, die־ sie nicht kennen, 1in!d das Judentum, welches sie nicht; verstehen m)njd nicht ׳erfassen, ׳zu vertreten? ■ . . , Für diese (Vertretung haben sie sich bereits; vor recht ׳langer Zeit ein ׳Monopol erworben! Bei wem? Nim wohl, bei dem kompetentesten Faktor, bei sich selbst.• Juden sind Juden and sind da, dafür zu 'stimmen, dass der Reis's und, der Singer und alle die anderen, aus allereigen&ten Gnaden als jüdische Führer erkorenen •Männer die Möglichkeit haben sollen, die Juden unseres Landes zu ihren politischen Experimenten zu verwenden. Politisches Versuchs-kaninchen!waren die Juidien nun genug lange in den Händen der ״Nationalen“. Jetzt strähben sie sich ■dagegen ...׳Das ist Verrat •an ׳de!r '■ Einheit des Judentums; ja, warum lasset ihr euch dent!: nicht; iim Namen der ,Einheit;zu Tode experimentieren? . So sieht es •im - jüdischen Lager aus! Die für 'das wahre Judentum kämpfen, diese werden äls Verräter.• gestempelt und die das (Grab 4er יי Jüdische it“ 'schäuf ein, wollen als .alleinige Vertreter des Judentums gelten. ,7־״ Und man kämpft. — Die wahren ׳Juden kämpfen den zähen Kampf •der Abiwehr ruhig, ' würdevoll, jüdi&Clt.:. . die •anderen“','sie^ .toben,^^ ,schr.eien,^Vfüten, .schiimpfen, doch Verzeihet ihnen( denn Hunger tut weh Und. Mandhtshunger noch mehr. Der ״Israelit“ Uber die Wahlen ip ■ der Tschechoslowakei. '" ׳׳ ׳.Der ’ Pr!a'nkSür׳ter ,^Jsraellt“ tehreffbt -in' .stefeer 'let:zte,d!Numnieir׳ über d^ Warnen fin;Öe!r T^cheohc^öwalliiel JOlgef)(■' ׳den;t^ffen'den'Artikel:. ..w....''■•’' V((':, : •Nicht׳ nur ־!weät es slahum ׳•• das Wohl• und,:Wehe eines, wertvollen Teiles? dfer iiSdIisdten GesaanitsböM ^׳bandelt, •sondern aiuöh aus prinzipteBen Gründen• bietet.• ■der:■•• Wahlkamirt, der •sdch'• zurzeüt ,in der. . Tschechoslowakei^^•?^ ein hohes■ allgemeünes Interesse; Denn. ■es aebt be5?:diesen Parlamentswählen f׳ür :die jüdischen׳;Wä!hlerm׳assen: um;;die ׳Fhage‘ ■des^'-jilÄChen-'Nutianiailiisimüs - alls. :ernfs'״ ■:alktufeüleii Fäaotörs’'der■^ Jüdisähen LandespoMk: :Hrea^׳:-M;.a׳uf ,;׳dfe •letzten•■ Worte eritecheiklendes ־GeüHicht (zu fegeh. Nicht um die ־ :•h1störfsch־%^ore׳tische ••Frag» des jüdüsehen Volkstums Ah täidh handelt e® ^0h|'־siMeöes1^fet: •aumirtcfes!t: f1ür ׳die: Orthoi- ׳doxiie :.der'־<,IAcheChbsk)Wäkei •eine ebeiiso ׳־selbstverständliche Tatsache Wie' für den ganzen Ositen und' alle getstlg halb׳- wegs gesumd gebHebenen.• •Teiterdös-.KMl-^JiiSToeil. •Vieitruehr sind es •die.. poMsohen; '^artseQuenizeni. die je nach der Färbung ׳ffi,bs^^koWSbhv%estöbenbif• NaÖonalbewiisstsems aus( <ihm -:gezögen(rwetden::kö׳nnen, :.:fh® Gemüter dort beyvegen^;:׳ ״•;;?.:>;,-;.;:v׳• .s.:s ״' ׳:•:■;?:•:•ד ■Dhef•; ^k>giS(ten;;•,,,.beb^chteit:ג spdh ,!hr,,,-,.Festfp®e_r ..A Firtedehsvertragef «fo*;w$0;‘ste Tn^Poleh .•lieben■ Ukrainern, Wetssrü^env'iliiiauerar^rC^'UtSoher^v.^-iGi'tiaAePv^ne^ Polen usay..-ir^ngioren• •?Kotügrfsgis;?,::abÄe.n. ,Wahlbündpitese 's.chTtessep, und ׳pplitisöhe..F0rÖ'er1mgen ver- ־!treten,״ so 'ö'rf^ntrefish, %' deFSlbwaked i'ftre ׳iwriite! •׳ihneTe; 1PöHtik־:'!,dinsAlrhe^bchy■* des׳' '׳,‘kültttfeilende Gbbdetes •gänzlich;׳:aurdieser •MinlderheiitedoktrhJ,•;,׳!•;;•:;•?:«H.! ׳ •:י ■TÄe ׳.״.׳slowakische-;:.•,• Qrthödoxäe.־•;,, w^-t'dafvfpgi ״ni#ts 1wässen־..v%J|at$jäh -^.״n^ch.eändgen,,.J^ren, de!& .^Ästen|..r7zu der '^icäig^rtinieenr..■1^?^ 'sle^ätis' der ün^strltteitep■ dÄa*|ü»^6foe0'••V blBaslhiirii^5 loe%neiriel "׳j^litisöfie ־'Prog'fämm'foi^ Und^lmväkJtueillen die5e1:.:e)pjtscs^tcd,enen:, •Btellung^dar Jüdenj6lm RaÄ1nen;;der.׳jilngen.\,<^1^1pi׳s't^^ AUe aufrechten und,aBfrichtigen .Judenbdenen die Ehre, d^r Friede^ ünä־,,*A ׳ Wohlergehen der.Juden im Lande am Herzen?liegt, wählen -die Kandidaten det> W! .1^•« 4':^*1:רד..׳מי,זי;;״t’ und stimmen mit Lis NummerID j^r*»T vU׳ 'Hu •־.י.1., |