Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1925-10-23 · 43 (23.10.1925) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
43 (23.10.1925)
Date
1925-10-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2630099-2630139--1988-2633807
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 43. « .‘-־4 ««gHfehifj Natfo« Um&gäditä. üsfj dass׳: fstSetsVethämife eu PäfSjftiMtr feik fet, mM StitHft» ׳ hkm: 'äfeii KnKutvöffcöH! afe Heifi&ttitfi ätifcrftaiuit *HW,' tfiiffeft tiftÜ Vferbfitgt Ist. Dife gleiche heifige Schrift, M vmt ־RÄ auf Palästina enthält, spricht über irt iftftfri gänzfe« Gefete gegfen jeden Versuch, tffe Öfefize, die iftäh aus Orühden. der Sittlichkeit Itä öffentlichen Leberi zwischen Mämr uthd Ff&u geipgeh hat, aüfftihefce«, öder eu locker«. Ist es doch seftoh ohnehin ,eines der Argumente unserer. Feinde, dass das heutige Judentum Seinen׳ Ruf als Volk der Bibel nicht mehr in dem Masse aufrecht erhalten könne, um darauf seine« Anspruch auf das Land der! Biber EU stützen. Umso eher müsse« wir auf der Hut sein, bei jeder Gelegenheit der Welt zu zeigen, dass! Israels Volksseele nach Wie vor in seiner Schrift wurzelt und daraus sein ^Recht auf das Land der Väter herleitet. . Schon aus diesem Grunde müssen alle unsere staätliehen und gesellschaftlichen Einrichtungen ihl neuen Pä■« Iästina den Geist der Bibel atmen und sich von euforpäischen Kulturauswüchsen, zu denen auch die Betätig gung der Frau im öffentlichen Leben art der Seite des! Mannes gehört, fernhalten. Es muss dabei laut betont werden, dass wir auf, unserem Wege zur Geulah gar nicht die ,Aufgabe haben, uns als treue Schüler der europäischen Kultur zu bewähret«! die nach der Richtung der Moral und Ethik ja vol£ kommen versagt hat, sondern Unser eigenes jüdisches Ich zur Geltung und unsere Stimme zu tfjeliör zu bringen« ^Und wir sind dessen sicher, dass der Mut der selbstäri-׳ digen Handlung, wie sie unserem Geiste entspricht} uns viel *mehr Ehre einbringen wird, als alle Nach-, ' ahmungen und Nachäffungen äusserer Einrichtungen, die ja nur ein Zeichen innerer Schwäche sind. Was aber den dritten Gesichtspunkt betrifft, so ist das Ideal der jüdischen Frau eng verknüpft mit dem; Ideal höchster Reinheit der Familie und des Volkes, ein Ideal, das im heutigen Kulturleben, bei all seinem׳ äusseren Glanz nicht erreicht werden kann. Diefes jüdische Ideal soll die Welt erobern und beherrschen. •Jeder übereilte Schritt, der in entgegengesetzter Ricntung unternommen wird, ist ein Rückschritt una bin Abweichen von dem Ziele, das wir zu erreichen haben. Nur die Rückkehr Israels in sein Land und sein1 Reich, zu Seinem heiligen Geiste, zum Geiste seinen Propheten und seines Heiligtumes, nur diese mutige Rückkehr kann ihm und der Welt das höhere Licht bringen, nach dem heute alle tieferen Seelen sich so heiss sehnen. All dieses kann nur erreicht werden, wenn wir uns, unseren alten wahren Charakter erhalten, getreu de«( Gesetzen der Thora, die uns zu einem höheren Leben ־hinaufführt, zu einem Leben der wahren Freiheit und Erlösung. Dies ist meine innerste Ueberzeugung, die ich Euch, geliebte Brüder, in aller Herzlichkeit und im Harreni auf baldige göttliche Hilfe übermittle.“ Klar und deutlich hat RäbbineV Kuk hier nicht nur nachgewiesen, in wie tiefem Gegensatz ‘ das Frauen- Wahlrecht zum Geiste der jüdischen Lehre־ stellt,'•'sondern . er hat unzweideutig ausgesprochen, es verstosse ״gegen den תן“.. Wie können die Führer des ״Misracfii“ das Gegenteil behaupten? Hat der Misrachi seit dem ,Jahre, 5679 eine; neue! Tfröra׳r’empfänge«75 oä^r muss man auch' Hier‘ wieder' die traurige Tatsache der allmählichen Assimilation an den areligi,ösen Zionismus feststellen, die die langsam, aber sicher eintretende Folge der organisatorischen Unselbständigkeit ist?; Der Universitätsbeschlass des XIV. Zionistenkongresses und der Als war unmittelbar nach dem X1FV. Zionistenkongress zu dem bedauerlichen, ■die Bibelkritik fordernden Unlversitätsbeschluss das erstemal Stellung nahmen, hatten wir noch, gehofft und dieser Hoffnung auch Ausdruck gegeben!, dass •dieser /Beschluss nicht ohne tiefgreifende!Konsequenzen bei Misrachi . bleiben!wird. Nun scheint es, dass diese Hoffnung trügerisch ׳war. Herr ׳Lazarus B a r t h, ein Führer des ־!Misrachi in Deutschland, hat, wie ׳der ״Israelit“ berichtet, den. eigenartigen Versuch ׳unternommen, nicht nur seine, eigenen anlässlich der Wiener Misrachi-Konferenz gemachten abfälligen Aeusserungen über den S c׳h,u 1 c ha n Ar.uch abzuschwächen und umzudeuten, sondern auch die Stellungnahme des!Misrachi zum!Umvers;itätsbeschluss des .Kongresses ״Tichtiigzustellen“. Um einer Legenden- ג. י׳**,! Statt Karten. Kaltmann ' ' ■;MftttÄrstiarg v laden auf dteifeffi Wkgl* alle Verwandten und Bekannten 2ur Trauung ihrer kihder Berta ״״d Max welche אי״וו Bonntag/ den 1. Növeniber 1925 (1/22 ,('״1 חשון Uhr nachmittags, ih der schul« Wien, stattfindet. Hank bildung rechtzeitig vorzubeugen, halten wir es nicht für überflüssig!, ׳ den offiziel len K 0ngressbef ich t über die Debatte und ׳Abstimmung über die Universitäts־־ resolutron liier wiederzugeben. Die Kongresszeitung ׳Nr. 12, Seite 2, berichtet über fliese Vorgänge folgend: ׳ Der Kongress fordert :-Die hebräische Universität soll in allen Ihren Abteilungen :und Instituten auf dem Prinzip der unbeschränkten Lehrfreiheit aufgebaut werden, wobei die verschiedenen geistigen Strömungen im jüdischen Volk Ihren volleit Ausdruck finden müsse«, Auf der Basis dieses Prinzips Söll der Ausbau des judaistisehen Instituts, welches die Gesamtheit des jüdischen Lebens in Vergangenheit Und Gegenwart zu umfassen hat, entscheidend bestimmt sein von dem Bestreben, das Institut unter Wahrung seines wissenschaftlichen Charakters zu einem vollen Ausdruck des jüdischen Geistes zu gestalten, wie er sich in den grossen Kulturgütern der jüdischen Vergangenheit und den schöpferischen Kräften der jüdischen Gegenwart manifestiert. Vor ■der Abstimmung über!diesen Punkt «gibt Rabbi Amiel namens des ׳Misrachi die nachstehende Erklärung ab: ,}Der Misrachi hat gefordert, *dass in der!Erklärung des!Kongresses hinsichtlich!des künftigen Gha- •rakters des;Instituts für •die Wissenschaft‘des Judentums es nötig gewesen wäre, neben dem wissenschaftlichen Charakter dieses Instituts zu betone«, dass der reine!Geist des Volkes, so wie er sich in den Schöpfungen .unserer nationalen ׳Kultur entsprechend '׳der Tradition ׳Israels während eines!Zeitraumes von Jahrtausenden auf allen Gebieten •der originalen jüdischen Forschung offenhart hat, gewahrt werden ׳müsse. Da der Text der Er- Ziehungskommission verschiedene Auslegungen, zulässt und uns ■nicht befriedigt hat, hat •der.!Misrachi gegen, die Erklärung gestimmt.“ : . ׳ * ' Rabbi Usiel beantragt den ,Zusatz der Worte: ״Auf Grund der Thora und der!Religion.“ Dr. N. Goldmann ersucht, diese Aenderung abzua lehnen. Die •Resolution sei ohnehin' überaus gemässigt. Der; ׳Kongress müsse,diesem. Versuch,״ die ,Lehrfreiheit, zu ver- , ■ riiditen/entgegentrefen.׳• ׳ ״״״’;”v’1?-י;--.•׳ Dr. Thon berichtet, dass•'der 'vörgeschlagene Text einstimmig, und zwar mit derf׳Stimmen des /Misrachi in der Kommission angenommen worden sei: Er stellt ein Kompromiss dar. ׳ Der Antrag wird in der Fassung der Kommission angenommen. (Andauernde Unruhe beim Misrachi, der grösste Teil der. Fraktion veifjisst den Saal.) Dr. Thon übermittelt ferner folgenden Beschluss •der Erziehungskommission. , ״ , Der Kongress ' nimmt folgende Erklärung der Er- Ziehungskommission zur Kenntnis: Die Erziehungskommission anerkennt ׳die berechn tigten Forderungen der Misrachi-Organisation, in das allgemeine Erziehungsbudg&t die besonderen Ausgaben des Misrachi aufzunehmen, die er zur Erhaltung seiner Erziehungsanstalten und zur Organisierung seiner erzieherischen Tätigkeit' im Lande' benötigt, findet aber zu seinem Bedauern keine Möglichkeit, den Betrag-in das für dieses Jahr bestimmte allgemeine Erziehungsbudget aufzunehmen. (Angenommen.) י 1Dr. Aaron .׳Barth :gibt Im Namen des Misrachi. die ׳ :!Erklärung .ab, dass der'!Misrachi den'Saal verlassen habe als ׳Protest •gegen die /Abstimmung, die vom Misrachi •als •ein Angriff gegen die Heiligkeit •des Religionsgesetzes ׳aufgefasst ׳würde. Der Misrachi ■werde den Saal wieder’ betreten, wenn die Erklärung des Vorsitzenden ihn befriedige. Der Präsident erklärt, dass es keine Abstimmung für oder ׳gegen die Religion gegeben habe« man. habe nicht über Religion, sondern über die Universität debättiert. Wenn freie Forschung verlangt wurde, so hat dies r nichts Beleidigendes für die Religion. Er ׳geht über die Sache• zur Tagesordnung über. Der Antrag der Kommission wird angenommen. ... Wie diese Stellungnahme . selbst auf neutrale, dem!Misrachi objektiv oder mit wohlwollender Sympathie gegenüberstehende Kreise gewirkt hat, :ist aus der!Kritik zu erttnehmen, ■die der Führer des Ach d;u s ■in Deutschland, Herr M. A. Löb!in Berlin:, im /Frankfurter Jüdischen Wochenblatt aus diesem Anlasse veröffentlicht hat,-,,Es. istbedauerlich,“ schreibt Herr Löb,״das hier ■konstatieren zu müssen, aber es lässt sich leider nicht umgehen: ׳Der M i s r ä c hi w i!r d n i c׳ht ernst gen 0 •m m e n! Den leitenden Kreisen ist seine Mitarbeit bei der Gewinnung von Mitgliedern, bei der Sammlung der ■Mittel für den Nationalfonds, den Keren Hajessod hochwillkommen/!Man gibt unter;vier Augen auch zu, dass die ganze Arbeit im Osten, in Deutschland, Holland usw. ohne .den M׳israchi unmöglich wäre, aber ein entscheidender Einfluss auf;die Leitung der ׳Angelegenheiten,!ja nur eine Berücksichtig,ung der׳ religiösen Forderungen des iMisraohi •wird ihm nicht zugestanden. . Die ,Zurücksetzung, die ׳der Misrachi seit Jahren er-;• fährt, bei der Verteilung der .!Unterstützungen für das Schulwerk, bei der Zuteilung der!Einwanderungszerti- •fikate, auf •dem Gebiet des Kreditwesens, bei ׳der.. Anstellung :von Beamten u. s. f. sind zu ^bjekannt, als das von ihnen noch ,hier gesprochen zu werden braucht.. Aberauch ׳dort, wo es sich um die Grundidee des Misrachi, ■um sein ■Eintreten für d i «Wahrung d e s j ü d 1 sehen ׳Gesetzes innerhalb des Zionismus handelt, muss man leider ,sein völliges Versagen ׳konstatieren.. Zu ■den mannigfachen Proben, die der Misrachi. auf diesem 1Gebiete von ■seinem guten Willen, und schwachen Können׳ ,;,früher abgelegt .hat , >״:.q,s'sei. hier•■ nur an-,d׳ie.~K;u'I׳tusr•.‘•״ ׳;fe'söl'U'tiön’ ä'uf dem V. Kongress,׳ an die /Behandlung des Ghiinüch in Amsterdam erinnert — gesellte der X/IV., Kon־־ ' gress ■eine neue. /Mit Stolz hatte •der Misrachi darauf hingewiesen.■ , dass es seinem Einfluss ,gelungen sei, von :der!Universität iiü Jerusalem die B i b e 1 k r ,i t i k fernzuhalten. Was ihn mit 'Stolz erfüllte, löste bei, den zahlreichen iKuitur-• kämpfern!im zionistischen Lager die entgegengesetzten Empfindlingen aus. So kam •es ■au^ dem Kongress zur : Einbringung ein'er Resolution, die für die Unwersität volle;L ׳e h ■r f r e i 11 e 1 ■t, d. h. Zulassung auch der radikalsten /Bibelkritik forderte. •Die Resolution!wurde gegen den Widerspruch des Misrachi,•angenommen. .!Konsequent ,und mutig ,verliessen die /Mannen des־ Misrachi, nach ׳dieser; Brüskierung die Sitzung — um nach wenigen Minuten wieder, zurückzuköbren. Was' •hatte sich!inzwischieri geändert? Man hatte ihnen versichert, ■diese Resolution sei ■׳ nicht ,gegen die Religion; •gerichtet. Die ,lendenlahme Erklärung genügte, um den bereoh- tigten Widerstand des Misrachi zu brechen. ,׳ Dieser Vorgang ist kein!Novum in der Geschichte des ׳Misrachi; seine!Devise •lautet, wie die der preussi- ׳ sehen Regierung in den Tagen von Olmütz: ״Der Starke; , ,weicht mutig zurück!“.; . Es erübrigt sich, dieser •treffenden Kritik noch .etwas •. hinzuzufügen. '.׳, / , : ganz •klar, dass Voreingenommenheit •auf der einen, Objektivität auf der anderen Seiet zu ganz verschiedenen Resultaten führen müssen. Ist der Voreingenommene Obendrein noch mit Fanatismus undPartelpolitik •infiziert, dann ,lässt sich ■das Resultat kritischer Betrachtung unschwer •im vorhinein mit grosser Sicherheit bestimmen. Wer was finden! will, ,'der findet schon, koste es was immer. Wenn daher der Ruf nach einer Lehrkanzel für Bibelexegese auf der Universität('am Skopusberg seitens einer zionistischen Sekte,!die in ihrem Programm das religiöse Moment ganz radikal ausgeschaltet hat, andererseits ganz unzweideutig ׳für den Darwinismus Partei ergreift, so stürmisch erhoben wird, dann, Graf' Oerindur, erklärt mir den . Zwiespalt der Natur! Darwinismus und׳ Bibel, welche harmonische Einheit! Dennoch muss ein kausaler Zusammenhang bestehen, der ist nachdem oben gesagten offenbar. Bibelkritilq im Bunde mit dem Darwinismus soll den Mosaismus! aus der Welt schaffen. Vergebliches Bemühen! Aber angenommen, ׳es gelänge den Herrschaften, die Bibel aus dem Judenstaat zü beseitigen, welche iyiacht könnte dann׳ die so entjudeten Juden hindern, den katholischen oder; mohammedanischen Glauben aufzunehmen? Ein' Fall, der ־ gar nicht so utopisch ist — der Fall!Hans Herzl, der national-jüdische Katholik (Reichspost, 8. September 1925) beweist ja, ־wie aktuell er werden kann, Die Hänse würden sich bei der Assimilanterinatui? der Juden rasch vermehren und eine neue, eine Hänsen sekte bilden. Aber die 2. oder gaf die 3. Generation der Hänse! Wer mag sich dem naiven Glauben hingeben» dass an dieser sonderbaren Sippschaft auch nur eine Spur von einem nationalen Judentum nachzuweisen sein würde. ,Die Sekte ist spurlos verschwenden, und der Judenstaat untergetaucht. Und das nennt sich nationale Politik! j Die״ Herrschaften haben wahrscheinlich einmal irgendwo einen katholischen Tschechen gesehen, der hussifisch geworden"* ist, vielleicht, auch einen katholischen' Franzosen', der Hugenott geworden ist usw. und mit einem Scharfsinn sondergleichen haben sie herausgebracht, dass; der Tscheche trotzdem nationaler Tscheche, der Franzose trotzdem nationaler' Franzose geblieben ist und 'wahnen, dasselbe müsste auch beim jüdischen Volke möglich sein, vergessen aber dabei, dass wir es hier mit dem Sonderfall einer nationalen Religion zu tun haben, wo Religion und Nation zu einer unzertrennbaren Einheit verbunden erscheinen. Und . hier haben wir den springenden Punkt,, um den die Herren Zionisten herumkommen müssen. Hie R.liodus, hic salta: © . " ׳ י י Menschen und Erde. In unseren׳ Tagen, da insbesondere durch' die Er- Schliessung ׳ Palästinas einerseits,' durch, das Krimprojekt andererseits die• Bestrebung den jüdischen Menschen irt innigere Verbindung mit der Scholle zu bringen, mächtig empor getragen wird, dürfte es nicht ohne 'Interesse sein zu erfahren, wie sich unsere'alten; Weisen das Verhältnis des Menschen zur Erde gedacht haben. Dass die Be* arbeitung der Erde und die Gewinnung der Mittel zur: Befriedigung des Lebensbedarfes und der Erde ein Lebensideal darstellt, auch im Kreise der echt-jüdischen Ah(-! schauung, bedarf kaum der Erwähnung, gewiss nicht des; Beweises. Wir wollen uns im Rahmen dieser Darstellung nicht tiefer in das kulturgeschichtliche Problem ei!nlassen>S1 an welcher, Stelle •der kulturgeschichtlichen Entwicklung die landwirtschaftliche Form einzusetzen ist, denn ernste wissenschaftliche Forschungen der jüngsten Jahrzehnte haben wenigstens das eine Resultat gezeitigt, dass ׳ea möglich ist, an der früher so" beliebten 'Skala: Hirte, Jäger, Bauer festzuhalten. Man kann ferner getrost behaupten, dass sowohl die jüdische Gesamtheit als auch der jüdische Einzelmensch sich immer fern zu halten verstand von der Unter- oder Ueberschätzung der einen oder anderen Berufsart. Ebenso lag in der geistigen Einstellung der in der Thora verankerten Judenheit Schutz genug ,gegen die Gefahren der Einseitigkeit, die jeder Beruf mehr oder weniger in sich birgt. Diese ׳Gefahrenzone im Bereich der Bebauung und . Pflege der Scholle schildert ein Wort־ unserer :Weisen, das uns im ersten Augenblick wie ein Rätsel!anmutet; sie erzählen: Drei Menschen gab es, die zu eng mit der Erde verknüpft waren, Kain, Noah und* der König 'Üsia, und allen dreien ward es zur Katastrophe. Nun wäre zu bemerken, dass das yerhältnis zur Scholle bei!diesen drei Menschen in der heiligen Schrift mit dreifachen Ausdruck! dargestellt wird. Von Kain heisst es, er bearbeitete die Erde, von Noah, er begann als Mann ׳der Erde, von Usia, er liebte die Erde. Nicht nur in jüdischen Kreisen, sonder« auch bei den Dichtern aller Völker finden, ,wir . die Beobachtung, dass im Verhältnis des Menschen zur ׳Erda ein ungeklärter Rest bleibt, der unter. Umständen die tiefste Lebensfrage darstellt. Oft. finden wir das Bild« als ob der Mensch mit der Erde •ringt, um. ihr und ihren Erzeugnissen 'Nahrung, Kleidung und Obdach abzugewinnen. Oft sehen wir, wie die. Erde sich freudig erschliesst,־ oft aber auch, wie sie sich spröde versagt. Wer dächte dabei nicht an «das tiefe, gleichzeitig erhabene!und gleichzeitig erschütternde Wort der heiligen Schrift, dass ’der; Boden des heiligen Landes nur denen sich willig zejgtj di« ihn in Reinheit der Sqeie bewohnen fand andererseits; vom Allmächtigen mit besonderer Kraft begabt ist, die Ben woliner von sich abzuschütteln, die ihn nicht in Reinheit der Seele, und des Herzens beb/auea? ׳ .. . Kain war zum Knecht der Erde .geworden; Er grub* grub und grub, um ihr ihr Geheimnis abzugewinne«,!׳ um Gesetze zu ergründen, die in die Scholle die Kraft

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.