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Jüdische Presse · 1925-10-16 · 42 (16.10.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
42 (16.10.1925)
Date
1925-10-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 42 JÜDISCHE PRESSE Seite 275 *-:——— - Wie wir hören, wird jetzt in (En Ch-arod, der bekannten grossen Kwuzah im Emek Jesreel, eine K 0 nservenfabrik angelegt, die nicht nur für En. Charod, sondern auch für die in der Umgebung Hegenden Kolonien arbeiten soll. Die Hausindust r i e, die besonders kuns tgewerbliche Erzeugnisse hervorbringt und die durch den Krieg sehr in ihrer Entwicklung zurückgekommen war, beginnt sich zu erholen, besonders ,in Jerusalem. Ausser einigen bewährten Kräften, die schon in der־ Vorkriegszeit sich mit der Anleitung der Arbeitskräfte und mit dem Verkauf der Erzeugnisse befassten, haben sich auch einige neue eingefunden und suchen durch Ausdehnung dieses Werkes besonders der grossen Not unter den in Jerusalem zahlreich vorhandenen orientalischen Juden au steuern. Es kommen dabei immer neue Techniken zum Vorschein, die diese Juden aus ihren Heimatländern mitgebracht haben und die fast alle sehr eigenartig und!brauchbar sind. Wir erwähnen diese Tatsache deshalb, wieil^die Verpflanzung von kunstgewerblichen!Hausindustrien *in •die neu zu begründenden ■Gartenstadtsiedlungen sehr leicht ist und zur Gesundheit der Wirtschaft und zur Hebung der Volkszahl derselben erheblich beitragen kann. Die Arbeit. Der Festmonat neigt seinem Ende zu. Wenn die fröhlicne Stimmung des Simchas-Thora-Tages dem grauen Alltag weicht, stand der Jude von jeher sorgenvoll de« Zukunft gegenüber. Die Sorge des Alltags bedruckt!nicht nur die jüdische Einzelperson, die unter schweren wirtschaftlichen Bedingungen das Brot für sich und für die) Familie beschaffen muss, sie bedrückt auch die grossen jüdischen Verbände und Institutionen. Die Orthodoxie und ihre vornehmste Organisation Agudas Jisroel haben in} erhöhtem Masse die Sorge um ihre gedeihliche zukünftige Arbeit zu tragen. Es ist klar, dass der orthodoxe Jude durch die starke Bindung des Thoragesetzes in seinem! wirtschaftlichen Kampf in bedeutend grösserem Masse gehemmt ist, als jene, die nur die Gesetze des Wirtschaftslebens befolgen. Der orthodoxe Jude, der schon (in seinem Existenzkampf an und für sich behindert ist, ,muss ausser■* dem noch für Gemeinde- und Thorainstitutionen aufkommen. Erst nach Erfüllung dieser lokalen Notwendigkeiten kann er auf die Interessen der Gesamtheit Rücksicht nehmen, wenn er überhaupt für dieselben Interesse1 aufzubringen vermag. Mit dieser Sachlage müssen die! Führer der Orthodoxie rechnen. Die starke Inanspruch־: nähme der physischen und geistigen Kräfte des )orthocloxen Juden für sich und für seine lokalen Institutionen‘ bilden eine, man möchte fast sagen, natürliche (Grenze! für die Möglichkeiten, diesen orthodoxen Juden auch 1^ü« die Bedürfnisse der Gesamtheit zu interessieren. Dieses! Interesse muss aber unbedingt wachgerufen werden. Das geistige Leben .der Völker, ihre wirtschaftliche Entwicklung! haben eine Stufe erreicht, auf welcher die :überstaatlichen! Zusammenhänge den tiefsten Einfluss auf die Gestaltung der Ereignisse aüsüben. Es ist unmöglich, diesem Einfluss zu entraten. Der Geist, der in internationalen Verbänden» der in grossen Zeitungen, der in den Köpfen grosser Wirt■! schaftspolitiker .lebt,!darf nicht ׳unbeachtet bleiben. Wir wollen hier nur ein Beispiel anführen. Wenn ׳die grossen! Arbeiterverbände zu der Ueberzeugung und zu dem Ent- Schluss gekommen sind, dass der Arbeitstag aus acht( Stunden bestehen soll, so wird der Achtstundentag!auch( in dem. sozial rückständigsten Staate, auch in dem ent־! legensten Dorfe' berücksichtigt werden müssen. Er wird auch berücksichtigt selbst dann, wenn der Achtstunden■! tag weder dem Interesse des Arbeitgebers noch 'dem( des Arbeitnehmern entspricht. Wir könnten den Einfjussl internationaler Ideen noch an vielen Beispielen nachweisem Wir könnten zeigen, dass auch das jüdische Leben von solchen Idealen gefördert wird, die scheinbar mit dem' lokalen jüdischen Leben, mit dem jüdischen Leben (in der lösbaren Widersprüche. und der metaphysische Charakter der neuen Lehre wurde ihnen offenbar!und so rückten sie weit ab von Häckel. In geradezu aufsehenerregender Weise vollzog der grosse Berliner Physiologe Dr Bois-Reymond seinen Rückzug mit seiner berühmt gewordenen Ignoralimus-Rede (1872). Hier ein Bruchstück: ״Meine Herren!“— so sprach er ״ —־unser ganzes Naturerkennen ist in Wahrheit noch kein Erkennen, da es nur das Surrogat einer Erklärung gibt. Wer da glaubt, dass aus der anatomischen Kennt- 11 is des Gehirns gewisse geistige Vorgänge verständlich werden können, so ist das Täuschung. Wir lernen nur gewisse Bedingungen des geistigen Lebens kennen, lernen aber nicht, wie aus dieser Bedingung das geistige Leben selbst zustande kommt. Es ist in keiner Weise einzusehen, wie aus dem Zusammenwirken der Gehirnatome Bewusstsein entstehen könne. Das ist eine ■Grenze der Naturerkenntnis; diese Grenze ist unbedingt, kein denkbarer!Fortschritt der Naturwissenschaft kann ja dazu führen, sie zu überschreiten.“ Heute •nach 53 Jahren, haben diese!Worte an Aktualität :•:düs, aber schon gar nichts eingebiisst, denn der Zahn der Zeit hat seither die monistische Theorie arg hergenommen. Und Häckel weinte blutige Tränen über die Treulosigkeit der Menschen. Und nun entsteht die Frage: Sind die Tennesseer Hartschädel gar so im Unrecht, wenn sie sich gegen die Absicht eines Herrn Scopes, der Jugend die monistische!Hypothese aufzubürden, widersetzen? Der oberste Grundsatz jeder Pädagogik lautet: Der Unterricht muss wahr :sein. Was ist aber Wahres an dieser Theorie? Urzeugung, Psychoplasma, Zellseele, Seelenzellen, geheimnisvolle chemische und physikalische Prozesse und. Gesetze —•; lauter Dinge, den menschlichen Ännesorganen unzugänglieh, durch kein Experiment nachweisbar, sind das vielleicht Totenzen, die den Anspruch auf Wahrheit erheben( können? (Fortsetzung folgt.), 1 Gemeinde, mit der Existenz lokaler jüdischer Institutionen gar nichts zu tun haben. Nur scheinbar,!denn diese Ideen durchbrechen selbst die festeste Mauer und dringen in die jüdischen Gemeinden ein. So hat die Idee der׳ Souveränität des Individuums, dann später die Idee de« jüdischen Volkssouveränität, Ideen, die überhaupt nicht in jüdischen Köpfen entstanden sind, die Herrschaft ״des! Thoragesetzes erst theoretisch untergraben und dann auch praktisch zerstört. Diese fremde, gefährliche Idee drang! selbst in die entlegenste jüdische Gemeinde ein!und hat! dort eine tiefgreifende Revolution verursacht. Im praktisehen Leben zeigte sich sofort der Gegensatz!zwischen! der Anschauung jener alten Juden, die noch an Gott und sein offenbartes Gesetz glaubten, und jenen, die diese Herrschaft von sich abscriiitteln. Plötzlich wollten diese Neuerer nichts mehr von der heiligen Gemeinde wissen, sie wollten eine Volksgemeinde aus den Kindern Israels' machen und unter dem Einfluss dieser Idee jeder lokalen jüdischen Institution eine ändere Bedeutung geben. Will glauben, dass diese wenigen Beispiele genügen, um zu zeigen, dass der Einfluss internationaler ׳ Ideen tief auf das' jüdische Individuum und auf seine lokalen Institutionen wirkt. Möge man sich noch so fest hinter diesen lokalen Aufgaben verschanzen, möge man sich noch so piche« hinter diesen Mauern glauben, wirksam ist der;Schutz), nur dann, wenn die Existenz dieser lokalen Bollwerke in internationalen Ideen, die desselben Geistes sind, verankert wird. Daher muss das Interesse des in lokalen, Aufgaben verbrauchten orthodoxen Juden auch für die grossen Klal-Aufgaben gewonnen werden. Diese Aufgabe zu erfüllen, möge die vornehmste Aufgabe der Führe« der Orthodoxie im •neuen Arbeitsjalir sein. P. Vom Tage, Die türkischen Jaden lehnen besondere Minderheitsrechte ab. Der Sonderberichterstatter des ״!Manchester Guardian“ in Konstantinopel schreibt seinem Blatte: ,Die Zukunft •der Minderheitsnationen!in der Türkei — Armenier, Griechen. Juden u. a. m. —!ist trotz •der Verminderung ihrer Zahl ׳infolge derEreig- Hissender letzten Jahre 1100h •immer ei!n ׳sehr kritisches Problem. Leider •erweisen sich diese Minderheiten gegenüber ■den Aufsaugungsbestrebungen_der Regierung >als zu fügsam. ׳So hat die!jüdische Minderheit •einen Präzedenzfall geschaffen, ׳indem sie auf die Sonder- Privilegien, die ihr auf Grund des Lausanne!• Vertrages zukommen,' einstimmig •und in;offizieller ׳Form verzichtete. Diese Minderheit ״kann sich aber darauf be-!rufen, •dass nach der Trennung vo׳n Kirche und!Staat!in der Türkei die Juden, ׳die!nunmehr für ,ihre religiösen (Bedürfnisse' allein ■aufzukommen haben, kein Interesse für Sonderprivilegien! hegen. Dieser Schritt der Juden wird von den Türken mit Genugtuung begriisst; es wird der Hoffnung Ausdruck!gegeben, ׳dass die Armenier ’ und ,Griechen diesem Beispiel folgen. Die moderne Türkei hat , für unsere Juden nur insoweit!Interesse gehabt, dass wir •alle den wunderbaren ■Kampf Kemal!Paschas gegen eine Uebermacht von inneren!!undr äusseren Feinden gegen; die Friedensverträge der Mächte!aufrichtig bewundert haben; übrigens ׳ist uns aber von •der;inneren Konsolidieruritg des jungen Staates ,und von ׳der endgültigen Einrichtung der staatlichen Organe wenig bekanntgeworden. Nun lesen wir die wichtige Nachricht, dass die türkischen -Juden ־es einstimmig ׳abgelehnt •hätten,!die Minderheitsrechte, die die SFriedensverträge für •sie sichern, in Anspruch "zu nehmen. Die Nachrichten fügen noch hinzu,;dass die türkische Regierung mit dieser Stellungnahme überaus zufrieden sei und sie eine ähnliche Stellungnahme von den übrigen nationalen Minderheiten ׳erwarte. Die •türkische Judenheit verlangt somit keine besonderen •Minderheitsrechte. Es wird ihnen ,sicherlich die traurige Erfahrung erspart •bleiben, die unsere Brüder in den •jungen ,Staatswesen des europäischen Ostens sammeln ׳müssen, dadurch, ׳dass sie ׳den. Verlockungen ihrer national orientierten. Führer nicht widerstehen konnten. Die nationalen Minderheitsrechte haben dri Europa statt Frieden und Beruhigung, Häss und Zerklüftung ,hervorgebracht. Die jiidisehen Minderheiten ,in!den osteuropäischen Staaten werden noch lange Zeit brauchen, ibis sie ׳die ״Segnungen“ der IMinderheitsr,echte von sich (werden abschütteln können. 1l׳n diesem Jammer ist es eine Freudensbotsohaft, dass zum 00%ר REINES*FETT AUS KOKOSNÜSSEN mindest die türkischen Juden diesen ״Segen“ moderner Staatskunst mit eindeutiger Klarheit von sich fernzuhalten wussten. Die lettländischen Sejmwahlen. Ausser dem in Riga gewählten Kandidaten der Agu da, ׳D u bin, wurde in Kurland der Kandidat der Misrachi, Rabbiner N u r 0 k, gewählt. In Lettgallen scheint •die Wahl des ׳agudistischen!Kandidaten׳ und des Kandidaten des ״,Bund“ gesichert, dagegen äst das Mandat des Kandidaten der!Zeire Zion, Laserson, noch umstritten. — ׳Wie schlecht die Juden in Riga :infolge •Der Zersplitterung (es waren sechs!jüdische Listen -atifgesteilt) abgeschnitten haben, beweist die Tat-ache, dass sie bei!14.792 Stimmen nur ein Mandat erringet! . konnten, während z. B. die ׳lettischen Demokraten bei! ungefähr 13.000 Stimmen zwei Mandate erobert haben. Die Sejmwahlen in Lettland haben für die konser.vativen ׳jüdischen Parteien! einen entscheidenden!Ausgang gebracht. Die!Liste der Agudas Jisroel hat sich!in der alten!Stärke halten können und auch die iMisrachisten haben ein Mandat erlangen können; hingegen konnten von allen Linksparteien bloss die Bundisten einen Kandidaten durchbringen׳, in der Hauptstadt selbst, in Riga, konnte infolge der Zersplitterung der!Stimmen nur der Agudist *Dubin zu einem Mandat gelangen. Dieser Ausgang der Wahlen hat für uns eine symptomische Bedeutung. Die jüdischen Massen sind überall konservativ. Unverantwortlichen radikalen Führern ist es!in den!Umsturzjaliren gelungen, die Vertretung dieser unmündigen jüdischen Massen an sich zu reissen ,und in dem Verlangen, ihre radikalen Theorien in die Tat umzusetzen,!gelang!es ihnen bei den Machthabern der Welt und bei den eigenen Wirtsvölkern, ׳den Anschein zu erwecken, als ob die jüdiisehen Massen ihre eigenen ׳Interessen, oft üm Gegensatz zu ׳den Staatsvölkern, in deren׳ Mitte sie ׳leben, •durch־, setzen ׳möchten. Es gelang ihnen auch, den Anschein zu erwecken, als ob 'die .jüdischen Minderheiten eine entwurzelte, zu radikalen Lösungen neigende, die Staatsinteressen negierende Bevölkerung darstellen ■würden. Die jiidisehen Massen •haben •erst dann das Unglück bemerkt, als es schon in vollem Umfang da war. Sie müssen jetzt grauemhafterweise biissen,!dass (sie ,in!ihrer politischen Naivität den verlockenden, aber inhaltsleeren iSchlagworten ihr ׳Ohr geliehen haben. Am schrecklichsten ׳haben ׳die Juden in Litauen• •die!Inanspruchnahme der Miinderheitsrechte biissen müssen. ׳Kaum haben sie sich in dem schönen Traum eines ׳jüdischen ׳Ministeriums, eines ׳jüdischen Mationalrates und anderer!Surrogate •der nationalen Autonomie eingelullt, als •das traurige Erwachen In der Form des all ׳diese Errungenschaften! .wegfegenden Hasses ׳der Staatsbevölkerung kam. •Scheinbar haben •die benaoh-. barten Juden in Lettland ׳aus dem traurigen!Schicksal ׳der litauischen Judenheit die nötige Lehre gezogen ,und haben ihre Stimmen ׳den konservativen ׳jüdischen Listen gegeben. Am eklatantesten kam diese Stimmung in der Hauptstadt zur Geltung. Dies ist die symptomatische Bedeutung ׳de׳s. Agudasieges in Riga. 0 mammfMT Krisis 1m jüdischen Klub in Polen. Warschau (JTA.) Am 6. Oktober fand eine neuerliche Sitzung! des jüdischen Parlamentsklubs statt, in welcher über das gefährdete polnisch-jüdische Abkommen debattiert wurde. Die Opposition lehnte es ab, auch weite« die Verantwortung für die Politik des Klubs zu tragen, Dep. Farbstein brachte eine Resolution ein, in ׳welchen festgestellt wird, dass die Regierung trotz ihrer Zu- Sicherungen und im Widerspruch mit der Verfassung ׳den! Numerus clausus für Juden gelten lässt und 'durch ihre! Wirtschafts- und Steuerpolitik die jüdische Bevölkerung ruiniert. Deshalb werde der Klub gegen das;Vertrauens-: Votum stimmen. — Senator Dr. Ringel und die Vertreter der Agudah traten dafür ein, dass man das Balnd noch nicht zerreissen solle, da die Regierung neuerdings eine! Erfüllung des Abkommens zugesagt hat. Die Verhandlung wurde abgebrochen, eine Abordnung des Klubs begaU sich zu dem Unterrichtsminister St. Grabski, der (be■; teuerte, die־ Regierung werde ihre Verpflichtungen er־: füllen. Das jüdische Gemeindegesetz werde im Verlauf von zwei Wochen zur Erledigung gelangen, wegen der ,Milde־! rung der Zwangssonntagsruhe wird ein Gesetz vorbereitet, das den Sejm passieren muss, in der Frage des• Numerus clausus sei jedoch schwer, etwas durchzuführen, da die Universitäten Autonomie besetzen. — Von dem Minister begab sich die Abordnung wieder zum Klub, wo die Diskussion fortgesetzt wurde. Die Debatte ,wurde stürmisch, man ging ohne Beschluss auseinander. Sireth. Auf Drängen der orthodoxen Glaubensge־» nossen hat sich Herr W. B. Schreiber entschlossen, die Stelle des Kulturvorstehers seiner Geburtsstadt anzunehmen. Nach seiner einstimmigen Wahl erklärte er, sein Amt in demokratischem Geiste, in jüdischem traditionellen Sinne zu verwalten. Die Integrität seines Charakters und die gute Schule, die er bei׳ seinem Vater» dem langjährigen Kultusvoisteher Salomo Alexander Schrei־! ber, genoss:, bieten Garantie für eine segensreiche .TätjgJ keit des neuen Vorstehers. t , Fünf jüdische Deputierte im neuen lettländischen Sejm. Riga, 12. Oktober. (JTA.) Im neuen lettländR sehen. Sejm werden die Juden durch fünf Abgeordnete vertreten sein. Im früheren Sejm zählten die Juden sechs Abgeordnete; infolge der Stimmenzersplitterung ging dies-1 mal das zweite Rigaer Mandat verloren. Gewählt wur1־ den in Riga der Agudist Rabbiner Dubin, jn Kurland de« Misrachist Rabbiner Nurok, in Letgallen der Agudist Rabv biner Dubin, der Bundist Dr. Meisel und der Vertretet der Zeire Zion-Hitachduth Dr. Laserson. Abschluss eines Vertrages zwischen der JCA ׳und der Sowjetregierung. Moskau, 10. Oktober. (JTA.) So־־ eben wurde —־■ wie von dem Moskauer Vertreter der Jüdisehen Telegraphen-Agentur mitgeteilt wird — zwischen( der Sowjetregierung, vertreten durch Comzet, und de« Jewish (Kolonisation Association (Jca) ein Abkommen betreffend die Teilnahme der Jca an dem KolonisationjswerW zugunsten der Juden in Russland unterzeichnet, Die Je*' hat die Verpflichtung übernommen, im ersten Vertrags־* jahre mindestens 100.000 Dollar dem Kolon isations wer W zur Verfügung zu stellen.; . ' ׳

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