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Jüdische Presse · 1925-10-02 · 40-41 (2.10.1925) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
40-41 (2.10.1925)
Date
1925-10-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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JÜDISGHE PRESSE Seite 266 Nr. 40/41 brachte dieser Tag nicht. Die andächtig erschauernde Spartgemeinde ■konnte sich mit dem (Resultat nicht versöhnen. Auch ׳wir nicht. Es steht uns ferne* an dieser Stelle' -zu iSportereignissen; Stellung zu nehmen. Vom kulturhistorischen Standpunkt soll aber der Kontrast festgehalten werden, der mit eindrucksvoller Prägnanz sich jedem Beobachter aufdrängte.!Hier das!gewohnte Bild der juderibevölkerten Leopoldstadt am iRiisttage des Versöhnungstages:!jüdische Menschen in Feiertagskleidern, die in!weihevoller Stimmung, die letzten Vorbereitungen treffen für den heiligen Tag, der im ׳jüdisohen Jahre die höchste Erhebung bedeutet.!Dort: der Ungestüm so vieler aus dem Kreise unserer!jüdischen Jugend, die jede Fahrgelegenheit stürmen, um nur ja noch einen (Platz beim grossen Ereignis des Tages ■auf der!Hohen!Warte zu erkämpfen. Es soll freimütig eingestanden werden, dass der Seelenaufschwung auf seiten der sportbegeisterten Jugend war. In dem!Gebaren der ׳Jugend!verriet sich mehr Kawana und Hislahawuth als in dem stillen!versonnenen!Wesen jener, die da von dem grossen Tag Versöhnung und inneren Frieden erwarteten. Dieser Nachmittag am iRüsttag des Versöhnungstages war scheinbar ein Sieg des Körpers über die Seele.!Wir sind!keine so feinen Psychologen, um uns in die ■Seeleniverfassung der Spanier zu versetzen. Wir wissen nicht, ob sie sich als griechische iHalbg-tter empfunden!haben, die kritiklos die Anbetung der Masse, ohne sie näher zu betrachten, entgegenzunehmen. Möglicherweise haben aber diese berühmten ״Elf“ herausgefunden oder herausgefühlt, dass '50 Prozent ׳ihrer Anbeter Juden!waren. Juden. Kinder ׳jenes Volkes, das in Spanien einmal den Adel ■eines!grossen Geistes und ׳den Mut einer grossen Seele dokumentiert!hat. Da mögen wohl diese spanischen Fussballheroen ■eine!kleine Genugtuung empfunden haben, über den grossen Sieg, den sie über die Juden endlich!doch erringen konnten. Solange sie den Geist unterdrücken und!die!Seele töten wollten, blieben sie machtlos. Die unsterbliche Seele unseres Volkes stieg selbst aus den Flammen des Scheiterhaufens unversehrt auf. Wenn aber die Jugend unseres Volkes diese jüdische Seele und!den jüdisohen Geist aufgibt und sich auf!dem Boden der nackten Körperkultur den Spaniern stellt, so ist der Sieg der Spanier sicher. 'In den!jüdischen ■Synagogen erklangen schon die erschütternden!Worte, die die Abarjonim, die von der spanischen!Inquisition verfolgten jüdischen Scheinchristen zum Mitbeten einlud, als die jüdische Jugend Wiens vom!Sportplatz he,imkehrte, der einen Massenandrang aufwies, wie :ihn!Wien noch nie zu verzeichnen hatte. Die Spanier siegten. Denn es war eine ,Kraftprobe des Körpers. Die Juden siegen nur, wo es um Geist und Seele!geht ... Propagandatournee des Abgeordneten Oberrabbiners Schapira durch die Schweiz. Zürich (AJPB). Oberrabbiner Abgeordneter Meier S c h a p i ra beabsichtigt nach den Feiertagen eine Propagandatournee für den Keren-Hathora durch alle grösseren Städte der Schweiz zu unternehmen. . Einberufung einer grossen Konferenz der Agudas Harabbonim. Warscha u. (AJPB.)!Für Chesc'hlwan wurde eine grosse Konferenz ׳der Agudas iHarabbonim einberufen, an der ausser den polnischen Rabbinern angesehene Tlioragelehrte des ,Auslandes teilnehmen werden. Der Gerer Rebbe in Lodz. Lodz. (AJPB.) Vergangene Woche weilte der Gerer Rebbe durch vier Tage in Lodz, um sich der Arbeit für 'Agudas Jisroel zu widmen^ Es wurden eine Reihe wichtiger Beschlüsse entriert, und nahezu Zloty 50.000 gesammelt, die für Erziehungsanstalten und Mikwaus verwendet werden sollen. Unteil anderen empfing der Gerer Rebbe eine Delegation der Poale Agudas Jisroel. י Eine Schächterorganisation in Polen. Warschau. (A J P B.) Zur Hebung des sozialen Niveaus unter den Schächtern Polens wird derzeit eine Landesorganisation der Schächter geschaffen. Sie soll demnächst ihre konstituierende Generalversammlung abhalten. Ausbau der Krakauer Beth-Jakow-Lehrerinnenbildungsaustalt. Krakau. (AJPB.) ‘Ion Anschluss an den Fortbildungskurs fanden ■in Roboiw und Krakau Verhanid'l ungern des Merkas Hachinucb, Wlien, mit!den Uns tanzen der Beth-Jakow-Leitimg statt, um ■das Internat für die Lehrerinnen in Krakau auszugestalten. Das Lehrprogramm wurde einer eingehenden!Revision unterzogen.!Ferner wurde die ׳Herausgabe folgender Lebr- und Lernb,ücher beschlossen: ״Die jüdische ,Geschichte lind Amude iHagaulo“ von Stern in jiddischer Sprache, Beth-Jakow-Ausgaben von Tehilim, Pirke Owaus, Haftorath und eine Ch'resto- ׳ma׳t'hlie für Jiddisch und Hebräisch. Schliesslich wurlde beschlossen, elinen Platz zu kaufen, ■um für!die Anstedt ein geeignetes, geräumiges Gebäude zu errichten. Orthodoxe Mädchenbewegung in Polen. Warschau (AJPB). Im Anschluss an den Bees Jaakauw-Fortbil-1 dungskurs in Robow unternahm Frl. Judith Rosenbäum, Frankfurt a. M., aiif Einladung der örtlichen Behörden eine Tournee zugunsten der orthodoxen Mädchenbevvegung. Versammlungen wurden abgehalten in Lodz, Warschau, Gora—Kalwarya und in Krakau. Es gelang prl. Rosenbaum durch ihre zündenden Referate die Bemühungen zum Zusammenschluss der orthodoxen weiblichen Jugend zu festigen. Auch die Bees Jaakauw- Schulen wurden von ihr besucht. 1VS**׳•'.:' Oberrabbiner Fürst gegen die Bibelkritik an der hebräischen Universität. In seiner ■grossange',legten ßabbath- S.cbuwo-Drcscha nahm . Oberrabbiner Fürst ,gegen den Beschluss des XIV. Zionistenkongresses, der die Zulassung der ■unbeschränkten Bibelkritik!an der ,hebräischen ׳Universiität fordert, ׳scharfe Stellung. Er protestierte im Namen der grossen Thoraköryphäen, die in Wien bestattet sind, äm Namen der Wiener ׳thoratreuen Judenhe.it. ■dagegen, .dass ■in Wien!noch dazu!in den heiligen Elul־Ta.gen solch ein Beschluss gefasst wurde. Er forderte seine Gemeinde auf, jeden Verkehr mit solchen thorafeindlichen ׳Elementen zu meiden und die Thoralehranstalten wie die thoratreuen Organisationen besonders zu fördern. Krise hi der Zionistischen Organisation Oesterreichs. Das Zionistische Landeskomitee Oesterreichs ist zurückgetreten. Mitte Oktober wird ein ausserordentlicher Parteitag stattfinden, der eine neue Leitung zu wählen haben wird. Die Demission des Landeskomitees ergab sich aus der Tatsache, dass die leitenden Personen oppositionell)!orientiert sind, während die grosse Mehrheit der österreichischen Zionisten für die Politik Weizmanns ist. Gründung einer orthodoxen Zeitung in Ungarn. Budapest (AJPB). Demnächst erscheint in Budapest als einziges Pressorgan der orthodoxen Judenschäft eine fcgudaffre.unäliche Zeitung in ungarischer Sprache. Das! Blatt, heisst ״Zido Ujsag“. Die Redaktion übernahm Herr Leopold Grossberg, der 27 Jahre hindurch das Tagblatt ״Allgemeine jüdische Zeitung“ redigiert hat. Das Frauen-Stimmrecht in der Berliner jüdischen Gemeinde. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur vor Monaten berichtete, hat die Repräsentanten,-Versammlung der Berliner jüdischen Gemeinde mit den Stimmen der liberalen und volksparteilichen Repräsentanten gegen die Konservativen das aktive und passive Fraiterf Wahlrecht angenommen. Die Genehmigung der Aufsichtsbehörde zu dieser Statutenänderung ist bei der jüdischen Gemeinde eingetroffen. Es werden deshalb die für diesen Herbst( in Aussicht genommenen Repräsentantenwahlen um einige Monate verschoben werden müssen, da nun neue!Wählerlisten aufzustellen sind, die auch den gesamten jweilbi liehen Teil der Berliner jüdischen Gemeinde umfassen) Wieder zwei Berliner Synagogen von Einbrechern geplündert. Nachdem vor einigen Tagen Einbrüche in drei Berliner Synagogen vorgekommen waren, sind in der vergangenen Nacht weitere zwei Synagogen, Siegmundshof 11 . und Lindenstrasse, von Einbrechern heimgesucht worden. Am Siegmundshof stahlen die Einbrecher zwei silberne Becher mit der Gravierung ״von Weinberg“, zwei silberne Räucherlampen und aus den Sammelbüchsen etwa 500 Mark. In der Lindenjstrasse plünderten sie ebenfalls ‘ die Spendenbüchse. Der Synagogeneinbrecher gefasst. Berlin. ׳(JTA.) Viele jüdische Gotteshäuser!wurden!in der letzten Zeit erbrochen und bestohlen. Am Donnerstag!wurden aus der Synagoge!Kantstrasse 12 ein silberner Kelch, ein!Untersatz . eines ►Leuchters, eine •weisse Tischdecke, weisse!Borte und ein Gebetmantel entwendet, tln ■der Nacht zum Sonntag gegen 112 ■Uhr )beobachteten Leute, die ■an der Synagoge ■in!der Liitzoiwstrasse vorübergingen, dass ein junger Mann sich an ■der Tür zu schaffen!machte. Als dieser merkte, dass ■er aufgefallen iwar, ergriff er ׳die Flucht.!Die Passanten ergriffen Ihn ׳und übergaben ihn ■der Kriminalpolizei. Man fand bei ihm Brecheisen und ^andere Einbruchswerkzeuge. Der Ertappte wurde festgestellt als der 24 Jalire ־ alte Moses!Suchaczewski,!der sich wohnungslos' in!Berlin umhertrieb. Die Jahresbilanz der Schweizer Aguda. Zürich (AJPB). Die Agudas Jisroel in der Schweiz hat im abgelaufenen Jahre grössere Fonds, Fr. 17.631, aufgebracht, die sich folgendermassen verteilen: KriegswaiSenfondsi Fr. 5702, Keren Hathauroh Fr. 3923, Palästinazentralei Fr. 3813, Mazzothaktion Fr. 3391, Mikoothaktion Fr. 800. In dieser Aufstellung sind selbstverständlich die Beträge für die eigene. Organisation und ihre, bezw. die ihnen unterstehenden oder angegliederten Institutionen nicht inbegriffen. ־ Notarielle Uebergabe des Grundstückes für die Lubliner Weltjeschiwah an den Keren!Hathora. Lublin. (AJPB.) Vergangene Woche tfanld idlie!notarielle Uebergabe des von Herrn 1Eichenbaum dem Keren Hathora geschenkten Gnimdstückes für die Lubliner We!lt׳je׳sc'h1iiwah statt. Dem feierlichen■ Akte wohnten aussier dem Spender, Herrn Samuel Eichenbaum, ׳der Präsident des Baulkomitees, Ober rabbiner Abgeordneter!Schapira und der Seketär ׳des /Baukomlitees, Herr )Israel!Mayer,, ׳be'i. Für Einigung in der polnischen zionistischen Organisation. ׳Warschau.!(JTA.) 'Das Komitee ider!Zionisten Warschaus richtete •an die Exekutive der. zionistischen Organisation in!Polen das Ersuchen, eine ausserordentliehe Konferenz ׳der Zionisten Polens ■einzuberufen, deren Aufgabe ■es sein soll, ׳einer ׳drohenden Spaltung ■der Organisation ׳vorziibeiigen.VIn!dem Schreiben wird!betont, die Lage sei ernst und!wenn nicht sofort Massnahmen ergriffen werden, werden •der ׳zionistischen!Bewegung in Polen harte!Schläge nicht erspart bleiben. Dr. Ehrmann in Poien. Lodz (AJPB.). Das rührige . Mitglied der Frankfurter Palästinazentrale der Agudas Jisroel, Dr. Schlomoh Ehrmann, weilte bekanntlich durch drei Monate in Erez Jisroel und bereist derzeit zur Organisierting •des Bodenyerkaufes Lettland und Polen. Diese Woche kam'er in Lodz an lind wurde von den Führern׳ der Agudas Jisroel am Bahnhofe empfangen. Am gleichen Tage׳ war eine Konferenz der Bodeninteressenten in das Lokal der Aguda einberufen, der Dr. Ehrmann einen ausfiihrlichen Bericht erstattete. In,der darauffolgenden Diskussion wurde allgemeine Befriedigung über die Leisten* gen der Agudas JisröeL für den Aufbau des heiligen Landes im Geiste der Thora zum Ausdruck gebracht. —! Warschau (AJPB). Montag, den 25. Elui ist Dr. E h r ina nn in Warschau eingetroffen, der am gleichen Abend in einer Sitzung sämtlicher Warschauer Besitzer des agudistischen Iksalbodens referierte. Nach ausführlicher Schilderung der Lage und der weiteren Pläne wurden im Sinne mehrerer Vorschläge des Redners eine Reihe wichtiger Beschlüsse gefasst. Dienstag, den 26. Eluf fand im grossen Saale der Kultusgemeinde ein• von der Agudas Jisroel einberufenes Meeting statt, dass sich zu einer grossartigen Kundgebung gestaltete. Der Sejmdeputierte Elijahu Kirschbraun eröffnete die Versammlung mit Begriissungsworten zu Ehren des Gastes, dem er das Wort zum Referate erteilte. In zweistündiger Rede verstand Dr. Ehrmann .ein zahlreiches Publikum zu fesseln, die vielfach durch minutenlangen Applaus unterbrochen wurde.4 Mittwoch, den 27. Elui, begab sich Dr. Schlomoh Ehr m a n n in Begleitung־ von Pinchas Lewi n nach Gora Kalwarja zum Gerer Rebben, zur Berichterstattung. Die polnische Agudajugend im Dienste des Keren Hajischuw. Warschau (AJPB). Im Sinne des letztgefassten Beschlusses haben die Herren M. Schwarzman n, Jakob B i a I e r, Israel E i s e n b e r g, I. L.' O r- 1 e a n und andere am 25. Elui ihre Reise angetreten, um in Ausführung eines detaillierten Organisationsplanes1 die Propaganda für den Keren Hajischuw zu leiten. Sie haben bereits in den Städten Radom, Wischkew, Kloczin. und anderen Massenmeetings organisiert und befriedigende Erfolge erzielt. Ausbau der Agudapresse in Poien. Warschau (AJPB). In den nächsten Tagen erscheint in Kalisch die erste Nummer der ״Arbeiterstimme“, Monatszeitschrift der Poale Agudas Jisroel. Ab 13. Tischri erscheint die Frauenzeitschrift ״Bejs Jako“ zweimal im Monat. Die Zeitung war bisher einmal monatlich erschienen und geniesst grösste Beliebtheit in ganz Polen. Dieser Populärität ist es zu verdanken,י dass die Administration schon nach zweijähriger Tätigkeit mit dieser anerkennenswerten Erweiterung beginnen kann. Wie verlautet, planen eine Reihe polnischer Ortsgruppen schon für die nächsten Wochen die Herausgabe eigener Wochenblätter. Eine grosse Keren Hajischuw-Kampagne in Galizien. Kolomea. (AJPB.) Die Palästinazentrale der Agudas Jisroel für Galizien in Kolomea hat unter Führung* ihres Leiters, des Her.rn Dr. Benzion Fessler, für die hohen Feiertage eine grosszügige Kamjpagne zugunsten des Keren Hajischuw in zweihundert Ortschaften begonnen. Die überaus gute Organisierung dieser Aktion verspricht glänzende Erfolge. Durch Plakate und Flugblätter wird die jüdische Bevölkerung auf die Wichtigkeit des Keren Hajischuw eindringlichst aufmerksam gemacht und es wird Sorge getragen, dass sämtliche Synagogen und Bethäuser Galiziens zur finanziellen Förderung des orthodoxen Aufbauwerkes im heiligen Lande mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln beitragen. Dr. Ehrmann werden auf der Durchreise in Kowno von grosser Volksmenge Ovationen bereitet. K o w n o. (AJPB.) Die Nachricht, dass Dr. E 11 r m a 11 n Dienstag, den! 9. September, durch Kowno fahren würde, ohne sich dort aufhalten zu können, verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Stadt und veranlasste die Leitung des Zentralbureaiis, sowie zahlreiche Persönlichkeiten der Kownoei! Orthodoxie, sich am Bahnhof einzufinden, um den aus! Erez Jisroel zurückgckchrten Dr. Ehrmann feierlichst zu begriissen. Aus dem gleichen Anlass versammelten sich auch zahlreiche Mitglieder der Jugendgruppe, und es wurden dem durchreisenden Gast herzliche Ovationen bereitet. Dr. Ehrmann benützte die Gelegenheit des kurzen Zugsaufenthaltes zu einem kurz gedrängten Bericht über die politische und wirtschaftliche Situation der Agudas Jisroel im heiligen Lande. Er Versprach, in kürzester Zeit wieder nach Litauen zu kommen, um sich durch mehrere Tage an Ort und Stelle mit den leitenden Persönlichkeiten der Agudabewegung in den einzelnen Städten in Verbindung zu setzen. Dr. Schlomoh Ehrmann in Riga. Riga. (AJPB.) Dr. Ehrmann ist in Riga eingetroffen und!hat sofort die vorgesehenen Konferenzen mit den Bodenkäufern begonnen; Am Samstag den 12. September referierte er jn einer Massenversammlung unter Vorsitz des Sejmdepiitierten Dubin. Die jüdische Tageszeitung ״Das Volk“ veröffentlicht das Interview eines ihrer Mitarbeiter mit Dr. •Ehrmann, aus welchem folgendes herausgehoben zu werden verdient: ״Am 16. Tamus wurde bei der Bahnstation Afulah in Emek Jesreel die Aguda-Kolonie ,1,1Machne Jisroel“ er■* öffnet, sie umfasst 5000 Dunam Boden und!wird aus* schliesslich von orthodoxen Juden besiedelt. Die ersten Arbeiten wurden von 35 Mitgliedern der Poale Agudas׳ Jisroel begonnen. Es stehen "bereits zwölf Häuser Und. es wurden zwei grosse gesunde Quellen erschlossen. Die Agudas Jisroel besitzt ausserdem in dieser Gegend 50.000 Dunam Boden. Ueberdies hat die Agudas Jisroel dortselbst eine Siedlerschule unter hervorragender fachmännischer Leitung gegründet, um den Kolonisten eine;ent־! sprechende Ausbildung angedeihen zu lassen. Die Siedlerschule ist auf einem Areal von über 500 Dunam errichtet. Erwähnenswert sind noch folgende neugegründete agudidistische Kolonien: ,־,Sichren Dawid“ von den Sochatschower Chassi,dim und ״Nachlath Lublin“ von den Lubliner Agudisten als selbständige Kolonie der Lubliner Agudisten.. Besonderes Augenmerk hat die palästinensische Aguda1 auf die Erzieh'ungsfrage gelenkt. Sie hat in zahlreichen: Städten und Kolonien eigene Schulen errichtet, beziehungsweise bestehende Anstalten subventioniert und in ihren Konzern aufgenommen. In den sefardischen Schulen ist die Unterrichtssprache rein hebräisch, während in den: übrigen Unternichtsanstalten sowohl in hebräischer als auch in jiddischer Sprache gelehrt wird.“ Die Einrückung des Jahrganges 1904 in Litauen wegen Jom-Kipur verschoben• Kowno (AJPB). Dank der *Intervention des agudistischen Sejmdeputierten Dr. Holzberg wurde die für Jom-Kipur bestimmte Einrückung des Jahrganges 1904 für Juden auf. einen späteren Zeitpunkt verschoben^ : ' 1 Antisemitischer Terror in Lettland. — Abgeordneter Dübln interniert. R li g a. (AJ1RB.) Faszistiscihe Studenten haben ■in. ■Var,Idain eine Hetzjagd auf jüdische •Bürger ׳veranstaltet und viele schwer ׳misshandelt. ׳Die!Behörden sahen denn Treiben ■untätig zu.. Selbst der Untersucbungsrichter stiess in!betrunkenem ■Zustande in!Rufe wie ״Tötet die'Juden“ aus lind drohte, alle ׳ihm entgegentfetenüen Juden zu erschiessen. Der agudistische Sejmdeputierte Dubin sprach daraufhin .im‘Justizministerium vor u;nd überreichte ■dem leitenden Minister ein Memorandum mit ■einer ausführlichen objektiven Darstellung der ׳Geschehnisse und forderte um energische Abhilfe. Der Justizminister ordnete telegraphisch eine Untersuchung an. Die Zionisten versuchen Geldsatninhihgeii für die Ge- »schädigten des Rikaer Brandes zu hintertreiben. iMlawa. (AJ1P1B.) Die ■Ziioutistfische iFiraiktii-an; 11,at . (eine grosse Opposition gegen die Geldsammlung .für die Abgebrannten in Ri׳ka entfaltet. )Es ist!jedoch ■der agudistischen Fraktion mit Hilfe der agudistischen Mädchengriuppen ,/Esra“!ge- . lungen, das nötige Geld, aufziiibringen., Kritische finanziell? Lage der jüdischen Gemeinde Warschaus. Die Verwaltung der jüdischen Gemeinde War־ schaus ist angesichts ■ der kritischen Wirtschaftslage des jüdischen Mittelstandes, der seine Verpflichtungen gegenüber der Gemeinde nicht erfüllen kann, in eine schwere finanzielle Krisis geraten. Das russische Gesetzbuch in jiddischer Sprache. Das Zentralexekutivkomitee der ukrainischen Regierung hat am 16. September den Beschluss gefasst, alle Gesetzespublikationen von jetzt ab in allen Sprachen der Minderheiten, jiddisch eingeschlossen, erscheinen zu lassen. Das Gesetzbuch in jiddisch ist in Vorbereitung. < * Die antireligiöse Vorfeiertagskampagne in Russland* Die jüdischen Sektionen der kommunistischen Partei (Jewsektia) in der Sowjet-Uniion haben auch aus Anlass der diesjährigen hohen jüdischen Feiertage die bei ihnen tradi-, tionell gewordene antireligiöse Kampagne eingeleitet, in der in einen Arbeiterklub umgewandelten grossen Chor- Synagoge zu Charkow veranstaltete die dortige Jewsektia eine grosse antireligiöse Propaganda-Versammlung. Die Redner forderten ' die Versammelten auf, die jüdischen Feiertage als Arbeitstage zu betrachten, dagegen aber die revolutionären ־Feiertage zu begehen. Am Schluss der Versammlung wurde ein Film vorgeführt, in welchem die• 'jüdischen Feiertage lind religiösen Hebungen verspottet werden. Abgeordneter Oberrabbiner. Zieselsohn interveniert für die sabbathhaitenden Juden. C h i s s e n a u. (AJRB). Da eine Verordnung vom 15. August auch den sabbathhaitenden Arbeitern die Arbeit am Sonntag verbietet, was den wirtschaftlichen Ruin zur, Folge haben kann, hat Oberrabbiner Senator ZJroisohn bei den massgebenden Behörden interveniert, um eine Linderung dieser Verordiiung zu erzielen. ׳ ■ . Aufsehenerregende Erfindung eines russischen Juden. Grosses Aufsehen erregt in russischen Gelehrten- und Jndustriekreisen die Erfindung des jüdischen Professors A. P. Joffe in Leningrad, dem es gelungen ist, eines der sclnvie-' rigsten Probleme der Elektrizitätswissenschäft zu lösen: die Kondensierung elektrischer Energie. Joffe konstruierte einen Akkumulator, den man in der Westentasche ,tragen kann und der. Energie für ein grosses Automobifl, reichend für 10 Tage, enthält. In Gelehrte'nkreisen [ist man der Ansicht, dass diese Erfindung die. Elektrizitäts-!' industrie revolutionieren wird, ' 1!

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