Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 40-41 (2.10.1925)
- Date
- 1925-10-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 266 JÜDISCHE PRESSE Nr 40/4; starken jüdischen Zuwuchses, und zwar nicht nur innerhalb des Ellülmonats.ün •welchem tätlich zahlreiche Jerusalenier die Mdotas «Machpela besücheii. dabei aber Gefahr laufen, infolge mangelnden Schutzes arabischen Insulten ausgesetzt zu sein, ׳wie in der ersten ׳Elulwoche dieses Jahres, wo eine Frau mit zwei Kindern in einer Nebengasse von einem Araber am hellen Tage beraubt wurde, ohne dass die Regierung es der Mühe wert fand, energische Schritte zur Ergreifung des Täters zu veranlassen.) ־ Noch eine andere agudistische Siedlung, Nachlath Awröhom, hauptsächlich aus Ostro׳wzer Agudisten bestehend, hat mit 5000 Dunam in recht günstiger Lage bei Ramleh vor einigen Wochen mit der ■Arbeit ■begonnen. Neben .,Nachiaht Lublin“, welche 5700 Dunam umfasst (bei ■Karkur), sind in den letzten Monaten nunmehr vier Siedhingen gegründet worden, in welchen statutarisch die unbedingte Herrschaft der Thora als oberstes Postulat festgelegt ist. Auch die Zahl orthodoxer industriell beschäftigter Juden wächst in Tel-Awi׳w und Haifa zusehends. Die agudistische Arbeiterorganisation in Tel-Awiw zählt heute gegen 200 Mitglieder. In Jerusalem. Haifa und Petaeh Tikwali sind ebenfalls starke Gruppen vorhanden, so dass sich die Errichtung von Arbeiterheimen und Ar.beiterküclien von seiten der Palästiuazentrale der Agudas Jisroel sich als unumgängliche Notwendigkeit erwies. Selbstverständlieh ׳werden diese Anstalten auch von einer Reihe nicht agudistischer Orthodoxen benützt, da andere rituell geleitete ׳Institutionen, welche den Verhältnissen der Arbeiter angepasst sind, sonst kaum vorhanden ■sein dürften. .Das neugegründete Informalionsbureau der Agudas Jisroel für wirtschaftliche ׳Fragen hat seinen Sitz naturgemüss in Tel- Awiw, dem vorläufigen Zentrum des jüdischen Wirtschaftslebens. Aber auch in Haifa stellt sich fiir die ,Agudas Jisroel die Notwendigkeit heraus, schon mit ׳Rücksicht auf die •Nähe des ׳Emek ein Wirtschaftsbureall in Verbindung mit den Räumen der dortigen Ortsgruppe einzureichen.!Die Einwei-hung dieser Räume fand in den ersten Elultagen statt, und dürfte mit Rücksicht auf die grosse Ausdehnung Haifas den längst gehegten Wünschen eines Mittelpunktes für ■die Haifaer Agudisten durch die zentrale Lage im ,Bankviertel erfüllen. . ". Zum Ausbau des' Sclrulwerkes der Aguda׳s Jisroel. in Erez Jisroel sind ebenfalls ,in Haifa die Vorarbeiten zur Gründung .einer Knaben- und Mädchenschule begonnen .worden.!Die Talmud Thora in Tel-Awiw wird derart stark frequentiert, dass für das neue ■Semester an die vorhandenen vier Abteilungen wohl noch zwei weitere .angeschlossen werden müssen, wenn der ■Keren Erez Jisroel die hierzu nötigen ׳Mittel .aufzubringen in der Lage ist. •Auch die Errichtung eines Kindergartens in Jerusalem ist ins Auge gefasst. ■U׳eber den Stand und die Bedeutung •dös agudlstisehen Schul Werkes werden unsere Leser durch einen Aufruf •unterrichtet, welcher von Rabbiner!Sonnenfeld und dem agudistischen iWaad Hach in lieh in ■Erez Jisroel soeben veröffentlicht wurde. Die Notwendigkeit eines selbständigen Seidenstoff Samte, JacHenfutter Unerreicht in Auswahl und Preisen. Seidenbaus KOMORNER! Wien I. , Fischet stiege 3, II., Taborsirasse 14 Gemeinschaft dem Fortschritt huldigender Menschen, begeistert, ■für. die hohen sittlichen Ideen, noch zu suchen? Herr Stricker, der Wiener ZionisterJftihrer, hat das sofort begriffen und ihm die Freundschaft in ganz solenner ■Weise gekündigt. Armer Baron! Von demselben Schicksal wurde auch der grosse Amerikaner Bryan heimgesucht. Hat er, der Christ, sich doch unterfangen, ■man stelle sich nur vor, die ׳jüdische Bibel gegen Darwin in der — ,;Affenkomödie“ von iDayton zu verteidigen! Das ist doch mehr dis zu viel, lim von einem rechtschaffenen Zionisten ertragen׳ .zu werden! Das ׳Problem, das hier i!1 Frage ^telit, ist wohl nicht neu, aber für das heutige Judentum von aktueller Bedeutung. Es ergibt sich somit die Notwendigkeit,׳ Inhalt und Umfang des ׳Begriffes, ■der durch das Wort ,;freie Forschung“ seinen sprachlichen Ausdruck findet, genau festziistelilen, ■ebenso den heutigen Stand ׳,des Darwinismus in aller Kürze'zu beleuchten. Ersteres ist IbaM geschehen durch den einfachen Satz: Forschen heisst Wahrheit suchen — ,,freie Forschung“ und ״voraussetzungslose : ,Forschung“ sind identische Begriffe — und gemeint ■wird!Forschung, ganz losgelöst von der Bibel. Aber nicht alles, was als wahr hingestellt wird, ist schon׳ ־Wahrheit. So viele philosophische Systeme, so viele angeblich unumstöss/liclie Wahrheiten werden der Welt verkündet. Dass sich dann die Verkünder dieser ׳Wahrlieiten gegenseitig in• den Haaren liegen, beweist dann, wie wahr, ,diese Wahrheiten, sind, ein Umstand, der ■besagt, dass metaphysische Gedankenarbeit zur Auffindung absoluter .Wahrheiten nicht .geeignet ist. Dagegen treten jene Disziplinen, die ihre Lehrsätze und Gesetze auf dem ehernen prund!mathematischer Formulierung^" aufzubauen imstande sind, .die sogenannten exakten Wissenschaften mit ׳dem Anspruch , absoluter Gültigkeit auif.!Und mit vollem Recht; denn ׳das mathematische Kalkül ist die, einfachste Form des Denkens und die Krönung der induktiven!Methode.!Die Gesetze dieser orthodoxen Schulwerkes in ׳Palästina ist heute mehr .denn je in allen Schichten der palästinensischen thoratreuen "Judenhe.it anerkannt. Auch die Kreise um Rabbiner Kuck sowie des Misraebi sind aufs schmerzlichste von den Kulturresolutionen des zionistischen Kongresses betroffen. Die offizielle Anerkennung der Bibelkritik von seiten der zio- Uiisti'schen Organisation und die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen für deren Kulturtendenzen werden sicherlich weitesten Kreisen die Orthodoxie in Erez Jisroel wie auch in der Golali die!Erkenntnis nahe legen, dass der geistige Aufbau ׳in Erez Jisroel im!Sinne der jüdischen Tradition nur dann gesichert ,ist, wenn er den bisherigen Tendenzen der Agudas Jisroel entsprechen wird. Noch hat sich die Klärung der Geister jenseits der Aguda nicht vollzogen,' Noch werden manche Schwierigkeiten zu überwinden sein; wir hoffen aber, dass das kommende Jahr uns wieder mit Gottes Hilfe vorwärts bringen wird in jenem Lande, von dem das Gottes ,Wort kündet: ואגירתו על ארץ יסדה ״MacJinej Isroel“. J.m Arbeiterorgan jDowor“, dem!Organ der linksradikalen ..Hithach'duth“, das in Tel-Awiw erscheint, ■schildert ein;Mitarbeiter, ׳R.!Benjamin aus Jerusalem, seine Eindrücke in der (Aguda-Kolonie ״Machneij Jisroel“ •wie folgt: Auf der einen ׳Seite die Gemarkung;von ״Kfar Jehudim“, auf der’ anderen Seite der Boden von Tel Adasch und in der!Mitte ein Areal von 4000 Dunam, darauf lange Reihen vo׳n Hofabaraoken. Das ist ״Machnej Jisroel“. .Das Auge weidet sich an der •geraden Linie der Strasse wie!der Baracken selbst. .Dirigent der iBauarbeit ist ein Deutscher, Herr!Heinrich', und er macht es mit deutscher Korrektheit. Die!Bauarbeiter sind Juden aus unserer ■!Mitte;' Juden aus ■Polen ■mit Bart, und Jünglinge, die solchen noch nicht ׳besitzen. Der Fremde, ׳der eine ׳kurze Weile zwischen den ßarackenreihen still, wandelte, empfing den!Eindruck: Hier ist ׳Liebe und Wille!zur Arbeit. Seine ganze Aufmerksamkeit nahmen die Jüngeren in Anspruch. Einen kennt er ׳von früher 11er. ,Es ist ■der Schwiegersohn eines .bekannten Chassidimrabbi. 'Nun •steht der Herr!Schwiegersohn in der Schreinerwerkstätte in seinem Seidenkaftan ■bei der Arbeit mit!Säge und Ho'bel. Die wenigen Wochen Anbeit haben seiner!Gestalt!bereits ihren Stempel au.fgödriickt. Der Rücken ist ׳gerade aufgerichtet, ׳die Augen sehen geradeaus und ■sehr!fröhlich. Neben ihm erlernen noch vier junge Leute das Schreinenhandwerk. Ihr Gesichtsausdriick!verrät Unschuld, Träumerei, zarten Adel. Eine ■jüdische Niederlassung von bester Art. Es war die Dämmerstunde, es!wehte ein gelinder W'iüd. Irgendwas ׳im Herzen ׳zog dieses ׳mit Zaubergewalt zu diesen jungen Leuten hin. Säge und Hobel bewegten sich .in regelmässigen .׳Schwingungen, ■ :,begleitet von gedämpften .jüdischen ׳Gesängen, in, der Stunde ׳des Sonnen- Unterganges. Es war dies eine Weihestunde, voll sentimentaler Empfindung. Die erste!Stunde auf neuem Boden ׳zwischen ernsten!Menschen, :unter!Brüdern ׳vom ״!Midrasch IRabba“ und ״Tianschuma“, vom. Ghassidus und von der Mitowah. ,Tiefe: Wairzeln einer,,, Brüderschaft ,von Jahrtausenden 'wurden fühlbar.. ■ Jj!Irgendwer ׳flüstert'mir ins ׳Ohr: ״Solche ׳junge Leute finden wir weder ׳in ״Cbijim“ noch in ,,׳Nachlath Jakob“. "יי■• Es kam ein klarer, ׳glanzvoller. Morgen.!Der Gast sass irn Hintergründe ■gegemilber ■der Halle der Strassenbahn. Da kommen die Wagen angefalicht, aus denen.die!jungen Leute behende abspringen, um sofort an die Arbeit des!Aus- und Einladens zu gehen. Neben der Schreinerwerkstätte liegt die Ziegelei. Das Material wird von fernher, herbelgeholt. Viel ׳Arbeit und Ausgaben. Diese Arbeit .■!beschäftigt ׳vollauf!die Dutzende von Arbeitern.!Es ■gibt,auch einen Ansatz,׳fiir, Ackerbau. ׳ Wasser fand man hier schon bei׳ einer Tiefe ׳von weniger als zehn!Meter. Ausserdem wird zurzeit ein Brunnen gereinigt, den ■die Araiber vor einigen Jahren v׳er-. Disziplinen haben Ewigkeitswert., Hier, au׳f d.iesem Gebiete, kann frank und frei geforscht werden und keine Macht •zwisclien Himmel und Erde vermag sich dem . forschenden Geiste ■ entgegenzustellen! Zu diesen ׳begnadeten Disziplinen gehören ausser Mathematik und Astronomie auch Teile, aber nur Teile der Naturwissenschäften. Die anderen sind einer exakten, d. h. wirklich ׳wissenschaftlichen Behandlungsweise unzugänglich. Ganz besonders die Biologie, Physiologie und Psychologie sind jene Gebiete, denen gegenüber der ׳menschliche ■Scharfsinn gar zu häufig versagt, versagen muss. Aber gerade diese Gebiete sind es, die der ,,freien Forschung“ als'!Betätigungsfeld dienen müssen. Diesg Gebiete sind es, die dem!Darwinismus, beziw,!Häckelismus die Fundamente liefern ׳müssen zur Aufführung ■des Riesenbaues der monistischen Theorie. Dass daher dieser anscheinend so stolz ■in luftige Höhe ragende Bau auf schwankem Boden steht, wurde schon in seinen Anfängen erkannt. Schmarda, der grosse Wiener Zoologe, urteilte schon damals über!die monistische!Lehre folgendermassen: ״In jüngster Zeit ist die Behauptung zutage getreten, dass das natürliche System phylogenetisch sich in ■Form eines genealogischen Stammbaumes, die!Deszendenz aller Tiere von einer geringen Zahl oder selbst von einer einzigen Urform darstellen lassen müsse. Das Gesetz, dass von Zeit zu Zeit in der Wissenschaft Sensationstheorien kometenartig wiederkeliren, bestätigt sich auch in der Zoologie.“ Und weiter: ״Die Darwinsche Theorie über die Entstehung der Arten!(Spezies) erklärt gar nicht deren Entstehung, sondern rückt Isie bloss hinauf durch un-, endliche Reihen zu einem Urtj^pus, dem ׳IJrahn alles ■Lebens., der UrizelJe (!Protisten).!Das alles durch A׳bL änderung. Eine solche, ohne Ursache vollzogen, verstösst aber gegen das Kausalitätsgesetz. Sie setzt den Zufall an Stelle des Gesetzes, das ־!unerbittlich1 die Welt beherrscht.“ Und weiter: ,;Hypothesen, welche die Unendlichkeit von Zeit und Raum zur Hilfe nehmen, ׳führen ins Bodenlose. Sie sind ein •Verstoss gegen die exakte stopft hatten, vielleicht, um sich die Beduinen vom Halse zu halten. Die Luft ist hier vorzüglich,!Mücken und Ameisen haben den Weg liieher noch nicht gefunden. Es kamen einige Augenkran'kheiten vor und die Aerzte der ״Hadas'sah“ oder von ״Kupas Cholim“ waren!zur Stelle. Es herrschen freundnachbarliche!Beziehungen zu der Umgebung, von der man sich ׳gelegentlich Arbeitsgeräte leiht. Am ersten Sabbat ׳war keine Thoraroile da, da hüllte man sich in den Tallis und ging so nach ״Kfar Jelodim“, das ■auf dem Nationalfondboden liegt, um zu beten und aus der Thora zu lesen. Mail wunderte sich, izu sehen, dass in ,gK'far Jelodim“ sogar die kleinen Knaben und Mädchen andächtig beteten. Der ׳Arbeitslohn beträgt dreissig ■Gruscli täglich. Der Arbeitstag!beginnt um 6 Uhr morgens und Herr Heinrich sor.gt dafür, dass keiner zu spät zur Arbeit erscheint. Die Arbeiter beizählen ihr!Nachtlager und speisen in einer .־gemeinsamen Küche.!Hier gibt es keinen ״Keren Kajemeth“ und keinen ״Keren Haijessod“, es gibt nur Vertrauen zutn System Soskin-Trietsch. ׳Der Plan ist der einer Gartenstadt. Es ist eine Kombination von Industrie und Landwirtschaft. Dem Arbeiter wird gesagt: ״Erspare dir von deinem Verdienst, um dir Grundstück, Ackerboden und ein Gärtchen zu erwerben.“ ׳Neue Menschen und ein neues System. Ein Versuch. Werden die Kräfte ausreichen, den Versuch zu einem guten, glücklichen!Ende!zu führen? Darauf mag die!Palästinazentrale der Aguda in Frankfurt die .Antwort geben. ״Machnej Jisroel“, sei;mir gesegnet! ׳Gäbe ׳Gott, dass es dir .gelinge, dass du in deiner heutigen Reinheit und Bescheidenheit immer bleibst. Siehe, ,ich goss Licht über dich und suchte die Schatten mindern und die Lichter ׳mehren. Sei uns gegriisst, unsere junge Schwester, mit tausend Segenswünschen. Wo bleibt die Schauschanas Jaakauw Off^ie Anfrage an die!betreffenden Agudainstänzen von Herbert Kruskai. '1• ׳Gefühle peinlichsten Erstaunens erfassen einem, da man aus den agudistischen!Zeitungen die Nachricht vernimmt, dass die erste von Agudas Jisroel .längst geplante und nun tatsächlich begonnene Kolonie ׳den ״sinnvollen“ Namen ״iMachane Jisroel“ erhalten soll. Machane Jisroel — und nicht, wie die im Jahre 1911.9 ■in ■Zürich versammelten Vertreter der ■orthodoxen Massen ■es wollten: ״Schauschanas ׳Jaakauw“. Warum ,,Schauschanas Jaakamw“?: um den!Mann zu ehren, der die Organistion des gesetzestreuen Judentums schuf, der seine ganze J’atkraft stets der Orthodoxie schenkte und dessen Name mit seinem ׳Lebensweiik ״Agudas Jisroel“ untrennbar verknüpft ist. Eben dieser Agudas Jisroel, ■die nun in Erez Jisroel sich anschickt, ■die erste Siedlung zu ■errichten. Und dabei sollte der Name Schauschanas Jaakauw, den diese ■erste Kolonie tragen sollte, gar nicht mal nur Ehrung für ,Jakob Rosenheim sein. Die in Zürich versammelten ' Vertreter der' orthodoxen; Massen aus ׳allen Ländern ehrten ga schliesslich mit diesem ׳'Beschlüsse sich selbst; zeigten sie doch dadurch,, wie sehr ■das Bewusstsein der ׳Notwendigkeit der von Jakob Rosenheim organisierten Agudas Jisroel in die •Massen bereits gedrungen war. Das Volk, das seine Führer zu ehren ׳versteht, ehrt sich selbst und zeigt, dass es fiir seine Aufgaben Verständnis hat. Herren-, Knaben-nnd Kindergelder fertig und 1m.cu Mass JViassabteiluug bis zu den feinsten englischen Stoffen. Erstklassige Zu- Schneider. Eleganteste Ausführung. Auf Vermeidung von '■ . ׳ wird geuauestens geachtet. J. STER2ST, Wien, II., Glockengraase 25. T. 46913. Beachten Sie die Hausnummer. Methode, die nicht rnit ׳nebelhaften Wechselbeziehungen rechnen darf.“ (Schmarda, Zoologie, Wien, 1871, Wilhelm Br annullier.) ', ־ Seither ist das ׳Fundament des Häckelismus nicht solider, seine Fassade nicht schöner geworden. Risse und Sprünge, schwere Folgen ׳der Forscherarbeit namentlich ■des Jesnitenpaters Wassmann, lassen eine!vorzeitig eingetretene Altersschwäche unschwer erkennen. Nicht ohne Absicht wird hier nicht von Darwinismus, sondern von Häckelismus gesprochen; denn Darwin hat sich gescheut, das Wort von der Genefatio aequivoca (Urzeugung) auch nur in den Mund zu nehmen. Und gerade ׳die Hypothese von der Urzeugung bildet die Grundlage •der monistischen Theorie, als deren Begründer neben Thomas Huxley und Romanes in erster Linie Häckel erscheint. ' •. ■Seit Aristoteles bis tief in die Neuzeit hinein hat der Spuk der Urzeugung die Geister umnebelt, bis endlich im Jahre 1628 John Harvey auf Grund der unerbittlichen Logik zahlloser erschöpfender Versuchenden Satz vei• künden konnte: Onme viivum ex ovo. Und?50 Jahre nachher unterzog sich Pasteur,- der grosse Pasteur, der Aufgabe, mit Hilfe einer Serie geistreicher, wundervoll durchgeführter Experimente nachzuweisen, dass eine Generatio aequivoca nicht existiert, einfach unmöglich ist. Aber für Häokel hat weder Harvey noch Pasteur existiert, fiir ihn ist die Generatio eine undiskutierbare Tatsache. (Man stelle' sich nur vor: Bathybius Häckelii, ein Schleimklümpchen, wäre ■die Stammform der ganzen lebenden Natur, die Pflanzenwelt mit eingeschlossen bis zum Menschen hinauf. Dieses Schleimklümpchen, ein Pro- ׳d׳u׳kt der Urzeugung,' erscheint somit als Umwandlimgs- Produkt unorganischer1' Substanz. Tote Masse wird belebt! Sogar eine Seele, allerdings nur' eine kleine Seele, ein Seelchen, eine ״Zellseele“ hat die tote Masse ihm auf seinen Lebensweg mitgegeben; (Fortsetzung folgt.) י