Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 38 (18.9.1925)
- Date
- 1925-09-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 254 JÜDISCHE PRESSE Nt. 38 ■i ■‘.:1: Dt. Weizmann in Genf den Plan der jüdischen Kolonisation In Russland besprochen,, und Dr, Weidmann habe diesem! Pjan• zugestimmt. Der Konferenz: schloss sich .eip Bankett an, in dessen Verlauf grosse Summen für das Aufbau!' werk des Joint gespendet worden sind. . Der bekannte* Philanthrop; Mr. Julius , Rosenwald. Verpflichtete sich*: aus), eigenem^ eine Million Dollar zu spenden, sobald die erstert neun Millionen aufgebracht sein, werden. . ... ,1■ lea jtfbt 100.000 Dollar für das russische Kolon!׳*־ satlonswefk. Die Jewish Colonfeation Association ׳häf 100.000 Dollar für die Pörderunig des jüdischen Kölonisatäonswefkes in Russland für das laufende Jahr zur Verfügung ׳gestellt.,Im kommenden Jahre ,,werden — wie aiiS masägebettder Quelle ־Verlautet — weitere 35.000 Desjatin (95.000 Morgen) Land (für jüdisclie iahdwirtschaftlSolie An- Siedlungen in der Ukraine bereit®estelit Werden. Die Zentrale Lanidwirtschaftsbank ga׳b der Co׳m!zet ,(!RegierungskommiSsiOin für jüdische ,Kolonisation) ,einen Kredit von 200.000־ Rubel für ihne diesjährige Kampagne. Der Gedanke eines jüdischen, autonomen Gebietes ln Russland noch nicht aulgegeben. Letzte Meldungen aus Moskau besagen, dass der vor einigen Jahren aufgetauchte Gedanke der Schaffung eines autonomen jüdischen Gebietes in Russland jetzt neuerdings von führenden Personlichkeiten. der Sowjetunion diskutiert wird. Der Stellvertreter des Vorsitzenden, des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion und Vorsitzender des ukrainischen Rates der Volkskommissare, Tschubar, erklärte auf dem ukrainisehen Rätekongress, dass nach ׳Zunahme der jüdischen landwirtschaftlichen Bevölkerung im Distrikt!Cherson dort, entsprechend den Grundgesetzen der Sowjetvertfassung, eine jüdische׳ Administrative geschaffen werden wird. Volks-, kammissär Tschubar führte weiter ׳aus. er!halte es für durchaus möglich, in Cherson eine ׳jüdische autonome Republik auf Grundlage der ׳allgemeinen Nationalitätengesetzgebung der Sowje׳tv׳er,fassung zu organisieren. 1I׳m Gou- , vernement .Cherson wohnt eine jüdische landwirtschaftliche Bevölkerung von 30.000 Köpfen. Das ukrainische Zentralexekütivkomitee will ׳Grund und.IBoden für die Ansiedlung weiterer 7000 jüdischer ׳Familien 1(30.000 Seelen)!bereitstellen. Tagung des orthodoxen Rabbinerverbandes in Amerika. Dieser Tage wurde in Lackawaxen, Pennsylvania, die Jahresversammlung des Verbandes orthodoxer Rabbiner der Vereinigten Staaten und Kanadas abgehaltenJ Erschienen waren mehrere hundert Rabbiner aus allen Staaten. Der Vorsitzende des Rabbinerverbandes, Rabbi S. M. Margolis (New York) leitete die Tagung. Die K01H ferenz erörterte die Fragen wegen Kaschruth, Sabbat^ ruhe und Religionp,wesen. Es kam die Besorgnis ,zumj Ausdruck, dass die nächste Generation der amerikanisehen Judenheit ohne das religiöse Fundament aufwachsen könnte; es wurde beschlossen, allerlei Massnahmen zü ergreifen, um die religiöse Erziehung zu befestigen!und zu vertiefen. Angenommen wurde der Vorschlag des( Rabbi Lewin (Cincinnati), eine neue Jeschiwah für Er׳־ ziehung von Rabbinern und anderen Kultusbeamten zu gründen. An die gesamte amerikanische Judenheit wurde ein Aufruf erlassen, die religiösen Institutionen in Amerika und in Palästina nach' Kräften zu stützen. Ein Jude Kandidat auf den Bürgermeisterposten von New-York. Der berühmte Schreibfedernfabrikant Franc Watermann wurde von der Republikanischen Partei als Kandidat für den Bürgermeisterposten von New-York aufgestellt. Waterman ist einer der angesehensten Führer der Republikanischen Partei. 11« Wien Aufruf an die Landesvep׳- waltungen, Ortscomites und Vertrauensleute des Keren Hatorah! Die Eingänge im Sommersemester 1925 sind leider erheblich hinter denen des Wintersemesters zurückgeblieben. Mehr als vierzig dringende Unterstützungsgesuche von den berühmtesten ישיבות konnten deshalb nicht berücksichtigt werden. Wir bitten, alle Vorbereitungen zu treffen, damit im חודש תשלי überall des Keren Hatorah gedacht werde. Insbesondere bitten wir am ערב in den בתי כנסיות Büchsen für den Keren Hatorah aufstellen zu lassen. Es steht ein Winter vor der Tür, dem unsere ראשי ישיבות und Tausende בחורים Zittern entgegenschauen. Nur der Keren Hatorah kann Bettung bringen Keren Hatorah-Zentrale in Wien Die Juden bilden einen driften Teil der New-Yorker;Bevölkerung. Bei der. Feier,der Grundsteinlegung, für die zu erbauende ,;Bnei ״jaacpb, ,־•Synagoge hielt der ' Yorker Bürgermeister Hayiön eine Ansprache, in welcher . er erklärte,, die Juden; bilden mehr als den dritten Teil der Bevölkerung New-Yorks, ,und dies! sei . ein. Glück, für die Stadt. Die. Juden haben ,einen tinmessbaren Teil' zu der. Entwicklung New-Yorks beigetragen, sie, verdienen es, dass man ihnen im Geiste der Toleranz begegnet. Er warnte gewisse ״,selbstsüchtige Gruppen‘׳,, die Zwietracht unter den amerikanischen Bürgern säer* wollen. ) י , Die Steuern reicher, amerikanischer Jude». Die Steuerbehörden veröffentlichen weiter die Steuerzahlungenbekannter Amerikaner; Aus der Liste erfährt man: Felix, M. Warburg zahlte im vergangenen Jahre 470.000 Dollar, ■ Paul 'Warburg 720.00Ö, James Speyer 100.000, Otto H* Kahn von Kuhn, Loeb & Co., 392.000, der Kupferkönig Guggenheim hatte nur die bescheidene Summe von 231.000 Dollar zu zahlen. Eine grosszügige HausbUchsenaktion des ״Waad Hajeschiwaus“ in Polen. W i 1 na . (A J P B.) In Wilna fand Unter Vorsitz des ״Chofez Chajim“ die Konferenz des Waad Hajeschiwaus ‘statt, in der eine grosszügige Aktion zun Aufbringung der notwendigen Mittel beschlossen wurde. Im Sinne eines Manifestes, das von Chofez Chajim und von Rabbi Chajim Oser Grodsensky unterzeichnet ist, soll in keinem jüdischen Hause die Sammelbüchse für die notleidende Jeschiwoth fehlen. Lord Plumers Reise nach Transjordanien. Jerusalern. (JTA.) Ganz unerwartet begab sich der neue Oberkommissär von Palästina, dem auch die Verwaltungskontrolle über Trans Jordanien obliegt, mittels Flugzeug am! 7. September nach Amman, der Hauptstadt von Transjordanien. Der Besuch wird mit der inneren Krise der transjordanischen Regierung in Zusammenhang gebracht, die in den gespannten Beziehungen zwischen dem Emir Abdullah und seinem Premier Rikabi Pascha ihren Ausdruck findet. Es verlautet ferner, dass Lord Plumer mit Abdullah׳ und den Mitgliedern der trans jordanischen Regierung über Vorkehrungen zwecks Einhaltung einer strikten Neutralität im Kriege zwischen den Franzosen und den Drusen in Syrien verhandelt hat. Die transjordanischen Behörden verhafteten den Scheich eines Beduinenstammes, der die Drusen unterstützte. Bis jetzt herrscht in Transjordanien* vollkommene Ruhe. - 1 Arabischer Vorstoss. Die palästinensisch-arabische Exekutive hat dem Feldmarschall Lord Plumer eine Denkschrift überreicht, in welcher gesagt wird, alle Beamten des Einwanderungsamtes der Palästinaregierung seien Juden und Zionisten, weshalb die Einwanderungspolitik, die von grosser Tragweite für das Land jst, einseitig geführt wird. Die Exekutive ersucht Lord Plumer, die zionistischen Beamten durch neutrale zu ersetzen, um' so der Ueberflutung des Landes durch jüdische Einwanderer Einhalt zu gebieten. Ferner richtete die palästinen4 sisch-arabische Exekutive an Lord Plumer das Ersuchen, das Hissen der zionistischen Flagge in Palästina zu verbieten, da eine aus dem Jahre 1920;stammende Verordnung nur das Hissen der Flagge der Mandatarmacht erlaubt. — Die palästinensisch-arabische Exekutive er■^ suchte den Oberkommissär, den Arabern Palästinas zu1 erlauben, dass sie am Mittwoch, den 16. September, im ganzen Lande Sympathiekundgebungen für die gegen Frankreich lim ihre Unabhängigkeit kämpfenden Syrier veranstalten. In allen Moscheen, und Kirchen soll 11m| den Sieg der syrischen Araber gebetet werden. ,.♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ : Perückenschöpfungen der Kunsiwerkstätte Othmar Schiff: I I! Wien, I. Kärntner ring 6 (gegenüber dem Hotel Bristol.) Die jüdische Frau und die neue Haarmode. . i/ZT Kiffil I Wahrlich, unsere jungen Glaubensschwestern können sich heute 1 icht beklagen, denn zumindest in einer Hinsich w ird ihnen gegenwärtig das Frommsein nicht allzu schwer gemacht. Nämlich bezüglich des Haaiab- Schneidens. Wie viele Mädchentränen sind irüher vergossen worden, ehe manche Braut ihren Kopfschmuck nach den , nerbittlichen Voischrlften der Religion geopfert hatl Wie wuide jede jüdische orthodoxe junge Frau die ihren Etregath n nur um den Preis ihrer schönsten Zierde erringen konnte, förmlich als Märtyrer n betrachtet! Ja freilich, anno dazumal war es tatsächlich ein O! fer, wenn ein junges Frauerl m t liebreizendem Gesichte ihr üppiges Haar unter der Schere 1a sen musste, um dafür eine plumpe unförmige Perücke, ein ״Scheitel“, das sie total verunzieite, aufzusetzen. Heute aber, tm Zeitalter des Bubikopfes, in welchem der überwiegende Teil unseter Evastöchter freiwillig ihre me x oaer minder langen Zöpfe opfert - und dies ohne hierfür einen Ehegatten einzutauschen - hat die Religionsvorschrift des Haaraoschneidens ihren Schrecken natürlich völlig verloren. Und gar erst, wen! man eine Perücke erwerben kann, die der Kunstwerkstätte des Wiener Meisters der Frisierkunst. Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring 6, entstammt. Denn Othmar Schiff hat mit vollendeter Künstlcrschaft der Natur das Geheimnis des Reizes glücklich abgciauscht, das so ott im Haarschmucke des Weibes liegt. Seine Perücken sind eben durchaus keine Schablonenarbeiten, jede ist individuell dem jeweiligen Kopfe und Gesichtsausdrucke harmonisch angepasst. Ein Grossteil der jüdischen Bläute verlangt gegenwärtig Pagtn- oder Bubikopfpeiücken. Mit grösster Sorgfalt werden diese ausprobiert und angepasst. Der grosse Beirieb Othmar Schiffs, der ln der letzten Zeit bedeutend ausgestaltet und mit den neuesten Erungenschaften der Technik ver-, vollkommnet worde ist, hindert Meis-er Schiff nicht, jede Arbeit, die sein B triebsslät e verlässt, selbst genau zu besichtigen und an ihr so- Zusagen die letzte Feile anzulegen. Othmar Schiff ist rastlos im Arbeiten un Voiwärisstreben nnd bestä! dig bemüht, Neues zu schaffen. Die obenstehenden Modelle sind nur ein kleiner Teil seiner Schöpfungen auf dem Gebiete der eriiekenmode und wurden wir unsere gesch. Les׳ rinnen einladen seine unstwerkstätte, die viel nteiessantes enihält, zu besuchen, beziehungsweise die kostenlose Zusendung seines neu erschienenen reich illustrierten Katalogs zu erlangen. Eck . . . d 444444444444*4 (FntgeltlicK) Jf