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Jüdische Presse · 1925-09-18 · 38 (18.9.1925) · page 7

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
38 (18.9.1925)
Date
1925-09-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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.•.sihtf'ääfc.. Nr, 38 ■......... itlDISClife1 PRESSE . ■ . ■:־._• Diel:, meisten hatten; ihre. Jugend •itt. der? Tyünder;, samen Sphäre des Besshiamidrasch verbracht und da, so : manchen Täg. gelernt : und י geträumt von Möechiach! und der papierenen Bracke, von Erez Häkdauschbh mit seinen י hochragenden Bergen — — Und das \ist es auch, das mit urgevyaltiger Macht sie nach Erez Jisroel ziehen lässt., Aber sie wollen d0f$ nicht von Almosen leben, sondern in der einen Hand den;Spaten, in der änderten die Thor,a mit Freude arbeiten und das Land ״Dawid Hamelechs!ff bebauen. Dann erzählten sie weiter von ihrem schweren Los. Vierzehn bis sechzehn Monate warten sie nun schon in der düsteren, grossen Stadt auf ein Palästinavisum. Aber sie sind ja noch attjüdisdhie, gläubige Menschen und ,haben so grosse Hindernisse im Wegef nach dem heutigen Palästina! Ich frug erwartungsvoll* wie ich ihnen helfen könnte. Da sagten sie mir Wörtlich: ״Haben Sie nicht einige alte Miegillph-gemores! oder andere Seforim, dass wir etwas lernen können?“ •;■..־ . Ganz;verwundert frug ich: ״Habt Uhr auch genügend zu essen?“ Darauf bliehen sie still. — — Später erfuhr ich, dass sie, obwohl mit genügend Geld gekommen, während (des langwährenden׳ Aufenthaltes1 in Wien alles aufgebraucht haben und sich nicht einmal Brot kaufen können. Mancher von ihnen ist schon ohnmächtig vor Hunger auf der Strasse zusammengefallen! Und trotz; alledem schweigen sie und verlangen nidh|ts' als Gemoresü Ich konnte es nidhit verstehen. Da erinnerte ich mich unserer ׳alten Väter, die in den finsteren Goluszeiten alles! hinopferten,׳ um!nur ihrer Thora leben zu könnenj ja, /es lebt etwas! von ihrem Heroismus in diesen späten Enkeln! Und so leben diese armen Chaluzim schon über ein Jahr in Wien, ׳ unbekannt, ohne! Hilfe und Stütze, ihr schweres Schicksal geduldig, ja mit Frohsinn ertragend’. Zwar sind, einige beherzte, junge Leute unserdr wackeren Jugendgruppe eifrig bemüht, ihre. Lage zu erleichtern. Aber noch steht die grosse, jüdische Oeffentlichkeit fern und diese armen Menschen mit den schwermütigen Augert leiden bitterste Not! O. K. ״EINHEIT‘ Verein zur Errichtung und Erhaltung von Volksspeisehallen Wien, II., Malzgasse Nr. 12. Telephon 42-1-12. Oesterr. Postspaikassen-Konto 52.41?. Ungar. 34.102 ״ ״. WUen, im Elul 5685. rfpeI:\attfgebaul׳>wettf^i^all11i;i3^f^^!tfe;rEt>fdIg.:di'e9ef-.Arbeit war die Übbernahme von 5006 Dünaiti Bödfen seitens des Erez Jisroel-JCömitees der Agüda in Amerika., Derrmorä-׳ Iische Erfolg dieser Tätigkeit* macht sich nun ,immer mehr fühlbar. Die Agüdath Häfäbänim trat irt; mehreren Auf-i rüfen für die Idee der Agudas Jisroel und ihrer prakt1: Sehen Arbeit in Erez Jisroel ein״ Obwohl die grosse! amerikanische jüdische Presse bisher der Äguda*Bewegung! hoch nicht jene peachtung. geschenkt hat, die ihr füglich Zukommt, lebt die Idee der Aguda im Kreise jener, die; noch im Beth Hamidrasch ihre geistige Heimstätte ׳,er׳־{ blicken. Die Kreise der amerikanischen Judenheit er-!• warten ungeduldig die Ausführung jenes Beschlusses dert Kenessia Gedaulo, der die Entsendung einer würdigen! Delegation der Führer der Aguda nach Amerika gefordert hat. Die amerikanischen Juden, selbst jene, die in dem grossen Schmelzofen Amerikas ihre urspriing■׳ liehen religiösen Anschauungen eingebtisst haben, wissen nur allzu gut, dass die Zukunft des jüdischen Volkes! mit der Thora und Tradition ewiglich verknüpft ist, so׳ dass selbst djese Kreise von einer Delegation der Aguda,׳ an der die grossen rabbinischen Führer des ׳ europäischen, Judentums teilnehmen, die Erstarkung des religiösen! Lebens in Amerika erwarten. Dies ist ungefähr, was! Rabbi Levi Kahane, der die Feiertage in!Wien zu ver-; bringen gedenkt, einem unserer Berichterstatter als seinen Eindruck über die momentane Stimmung der amerikanisehen thoratreuen Judenheit zu schildern die Liebens- Würdigkeit hatte. ״Tiferes Bachurim“-.Winter ז מ ן Diejenigen Bachurim, welche beabsichtigen, im kommenden ]DT in eine Jesohiwo zu fahren, wollen sich ehemöglichst beim Obmann, Herrn Sal. Schreiber, II.,!Krummlbaumgasse 6, anmelden. Die •Bach urlilm erhalten als Subvention freie Kost und Wohnung. Auch wird für heimkehrende Bachurim!nach Beendigung ihres Lernens nach Möglichkeit für Beschaffung eines Postens gesorgt. Ein Aufruf des österreichischen Verbandes nationaldeutscher Juden. Aus Anlass des beendeten Zionistenkongresses veröffentlicht der Verband nationaldeutscher Juden in Oesterreich einen von dessen Generalsekretär Fred Hornik-Harden gezeichneten und öffentlich angeschlagenen Aufruf an die deutschfühlenden Juden, <inl welchem gesagt wird, der Zionistenkongress ,habe selbst erwiesen, dass das Palästinawerk zusammengebrochen ist. Es wird gefragt, wie lange noch die Wiener Judenheit es zulassen wird, dass ihre Kinder vom Zionismus verführt werden. Der Aufruf schliesst mit der Einladung, den Verband sowohl im Kämpfe gegen den ״fremdländischen Zionismus“, als aüch gegen die aus dem1 Reiche zugewanderten Hakerikreuzler zu unterstützen. && MB■ U Ib Durch die so lange andauernde wirtschaftliche Krise sind unsere . Speisehallen und die Mittelstandsküchen׳ in grösste finanzielle Bedrängnis geraten. Es handelt sich um ״Sein oder ׳Nichtsein“ einer Schöpfung, die seit 18 Jahren eine!Stütze der Armen und Minderbemittelten ist, die in diesem Zeiträume Millionen Menschen, darunter 1Hunderttausende unentgeltlich ausgespeist hat. . würde eine institut joh .!y.ersch\y'inden, die , seit :fast7 zwei' Dezennien' zahllose Menschen -vor,■Huriger . und Verhungern schützte, ׳ die immer dem jüdischen Empfinden ׳Rechnung trug und jüdisches Wesen!pflegte, welche die grössten Opfer brachte, um den Armen in althergebrachter ׳jüdischer Weise die Feiertage zu bereiten. Es würde eine Anstalt aufhören, die sich jeder- ,zeit und überall zur Verfügung gestellt hat und stellt, wo rituelle Käst benötigt wird, so, wenn Behörden oder andere öffentliche ׳Stellen für Juden Koscher- Kost verlangen. Angesichts der katastrophalen Bedrängnis der ״Einheit“ wenden wir uns än alle, die Mitgefühl mit den Armen •und Bedrängten haben, an alle, die jüdisch empfindenrund durch den Zusammenbruch einer den Armen gewidmeten jüdischen Institution tief berührt wären, dass Si׳e uns mithelfen, die ,,Einheit“ zu erhalten, damit nicht ׳zugrunde gehe, was ׳eine Notwendigkeit im jüdischen Leben! ist, wie es keine zweite ׳jüdische Stadt der Welt hat. •D •er Vorstand d er,,!Einhei ׳t“: Schriftführer: ' Obmann: Dir. Dr. ׳S. Krenberger. Bernhard Hofbauer. Vorstände: Dr. Med. Josef Bondi, Moritz Felsenburg, Adolf Fischer, Max Hofbauer, Hermann Kuner, Kommerzialrat Alfred ׳Landesberger, Ignaz Mehrer, Universitätsprofessor Dr. Heinrich Neumann, Heinrich Pappenheim, Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Polaczek, Dr. Med. /Isidor Reiniger, Architekt Ignaz Reiser, Rechtsanwalt Dr. D. Rybaczewski, Nathan ,Schiff, Frau Henny Schreiber, Lipe Türkl. Rabbi Lev! Jizchok Kahane in Wien. Rabbi Levi Jizchok Kahane ist den, Wiener gut bekannt. Im jugendlieben Alter w^r er infolge der Kriegswirren gezwungen, aus Erez Israel, wo seine Eltern zu den angesehensten Mitgliedern des Alten Jischuws gehörten, zu flüchten. Die ersten Kriegsjahre verbrachte er im ungarischen Je-' schiwoth, dann kam er nach Wien, wo er in der Aguda׳־ Jugendbewegung eine sehr bedeutende Rolle spielte. Als Vorkämpfer der praktischen Betätigung der Aguda auf dem Gebiete der Erez Jisroel-Arbeit kämpfte er in Wort und Schrift für eine energische Arbeit der Aguda in Erezi Jisroel. Um seiner Idee eine praktische Grundlage zu schaffen, begab er sich nach Amerika, wo •er von der, Synagoge Hawas Thora als Rabbiner gewählt wurde. Nun hat Rabbiner Levi Jizchok Kahane die richtige Tribüne gehabt, um für־ Agudas Jisroel wirken zu können. Er stellte sich uneigennützig dem Agudas Jisroel-Zentralkomitee, an dessen Spitze Rabbi Dr. Jung, Noa Garfunkel, Mister Levi Hotcowitz, Dr. Philipp Rosenberg stehen, zur Verfügung. Als Palästinenser hat er selbstverständlich das Palästina-Ressort übernommen. Dank seiner zähen Energie gelangtes ihm, in der jüdischen Oeffentlichkeit für die Erez Jisroel-Arbeit der Aguda Interesse zu wecken. In mehreren Broschüren führte er der breiten amerikanischen Oeffentlichkeit überzeugend zu Gemüte, dass Erez Israel nur auf Grundlagen der Thora mit Hilfe der Agudas Jis- ‘ Krankenhaus verein. ׳Oft leisten gerade die Wohltätigkeitsvereine das Beste, von denen man am wenigsten spricht oder schreibt. Zu ׳diesen Vereinen zählt seit Jahrzehnten der Krankemverein, der so ' vielen Patienten durch stärkende rituelle: Verpflegung ׳Gesundung und Genesung schafft, dessen Finanzen selbst aber׳ krank •und. schwäch sind. Dieser iiber 50 Jahre bestehende Verein zahlt zu jenen׳ Inst:itutio.nen, die der Wiener Orthodoxie zur Ehre gereichen, denn seine Grün- 'düng1־!und •Erhaltung fäll tLin eine ■Zeit, da nur ein kleiner,Kreis' :ödler', GläuFeh^bfüd^r!׳'es;,sich' zürPflicht gemacht hat, dass auch der'arme Kranke ünd Fremde hier Heilung ׳und Rettung finden kann, ohne die Gebote unserer Lehre verletzen5 zu .müssen. Wenn in diesen!Festtagen höchster ';'W'öihe die Vergangenheit vor unserem geistigen Auge vorüberzieht'׳und unser Gewissen aufrüttelt zu -guten Werken, dann ist es unsere ׳dänkschuldige Ehrenpflicht, diesen Verein, der schon unseren Vätern heilig war, durch Spenden aller Art zu bedenken׳ insbesondere auch mit Tempelspenden, um so auch .׳die. versammelte Gemeinde an das segensreiche Wirken«-■dieses Vereines zu er- Innern und neue Freunde und Gönner zu gewinnen. Vom jüdischen Gemeindebund in. Ungarn. Die in Budapest tagende Konferenz des Landeskomitees der jiidisehen nichtorthodoxen Gemeinden .Ungarns hat nach Annähme der Resolution gegen den Numerus clausus auch! die Frage der Vertretung der ungarischen Judenschaft in dem zu schaffenden Ungarischen Oberhaus erörtert/ Man kam überein: für den Fall, dass 'nur ein Vertreter der Judenschaft für das Oberhaus zugelassen würde, soll dieser alternierend aus der Reihe der Neologen, bezw. der Orthodoxen hervorgehen. Sölten aber zwei Vertreter zugelassen werden, so sollen, beide Fraktionen im Oberhaus vertreten sein. HaWSi!*HP Schutzmarke MAX HIRSCHENHAUSER, WIEN II. Bez.f Grosse Schiffpasse Nr. 13 HAUPT-NIEDERLAGE cer Griechischen Esrogim (אתרוגים) und Bo'degera-Palmen• (□לולבי) ausser Kartell. EN GROS_.___ EN DETAIL. RABBINAT DE* ADAS JISROEL (SCHIFFbCHUL) II., Grosse Schiffgasse 8. Kundmachung. Das Unterzeichnete ׳tebbinat sieht si h veranlasst, wiederholt und nachdriicklichst להסיר מכשול auf den mstand autmerksam zu machen, dass, dem V rnehmen nach, in vielen Bäckereien zur Herstellung des •Weissgebäckes M a r g a r i n ,e verwendet w;rd. Es erübrigt sich, ut die Schwere der vielen איסורים■ °ie mit dem jenus e eines solchen GeDäcke.־ ,verbanden s nd, hinzuwe sen. Das ftabbinat der Adas Jisroel. ... Dert Bau des Nyiregyhazaer. jüdischen. Spitale$l wird emsig‘ fortgesetzt,׳ so dass sämtliche Gebäude: bis Ende Qktob.er dieses Jahres unter Dach, gebracht, werden, jdürtfr ten., Öberrabbiner Dr, jBela Bernstein hat wiederholt, entschieden erklärt, dass die. Küche des Spitäles.!unter; streng orthodoxer Aufsicht geleitet werden wird; . Mit grosser Freude nahm die Baukoinmjssion;in ihrer letzten;Sitzung die. Anmeldung eines, neuen Legates des vor. )Wochen ver׳־ sforbenen Artur G y,u l a hr a z y, Grundbesitzer zu Napkör (Komitat Szabolcs) zur ‘ Kenntnis. Der Verblichene hat *ein ganzes Vermögen zur Aufrechterhaltung des jüäisehen Spitäles hmterlässen. : (Sch.) . Eine Internationale der getauften Juden. Die Internationale'Konferenz der Hebrew Christian Alliance nahm' in der Sitzung am 9. September eine Resolution־ an, ift welcher die Bildung einer Internationalen Alliance aller zum Christentum übergetretenen Juden der Welt gefordert wird. In der Resolution wird festgestellt, ,1dass in! dpr Welt 250.000 getaufte Juden leben. Ferner!wurde der Wunsch nach einer separaten jüdisch-christli׳cl1en Kirche und nach einer j ü d i sc h - c hr rs t lieh en Zionistisehen Organisation aüsgedrückt. Vortrag des Konsul Sally Guggenheim in Genfj Genf. (A J P B.) Montag den 20. August hielt!Vize! konsul Sally Guggenheim über Einladung der Aguda־OrtsJ gruppe in Genf vor überaus zahlreichem Pübliküm einen Vortrag, betitelt: ״Die Grundprinzipien des Judentums 1 Thauro, Awaudo und Gemilas Chassodim“. Das glänzende Referat übte auf sämtliche Zuhörer nachhaltigen Eindruck aus und war der mittelbare Anlass zur Inangriffnahme der Gründung einer Thalmud-Thora-Schule. Völkerbund und Palästina-Mandat. Die permanente Mandatskommission wird verschiedene Berichte, der jetzt tagenden Plenarsitzung des Völkerbundrates .erstatten, es ist jedoch zweifelhaft, ob sie schon jetzt über das Palä-f• stina-Mandat referieren wird. Der Bericht wird' möglicher■- weise erst in der zweiten Oktoberhälfte erfolgen. Dert Mandatskommission liegt einstweilen nur die Beschwerde der durch den Rabbiner Sonnenfeld vertretenen Agudafo über die ״Intoleranz des Zionismus“ vor. Das Referat hierüber wurde dem Holländer van Riess übertragen. Das Schächten die humanere Tötungsart. —■ sicht eines deutschen Fachmannes. Während einer unlängs* stattgefundenen Sitzung des städtischen Hauptausschusses in München kam es zu einer eingehenden Auslspracho über die Schlachtmethoden im Münchner Schlacht- und Viehhof. Schlachthofdirektor Dr. Opel erklärte in Sachen des Schächtens, die Stadt sei gar nicht in der Lage, das Schächten zu verbieten, da die Frage ins religiöse und staatsrechtliche Gebiet hinübergreife. München sei die einzige deutsche Stadt, die das Schächten nach dem Anteil der jüdischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung kontingentiere. In München würden 1 b;fc 2 ׳Prozent aller Schlachttiere geschachtet. Dr. Opel erzählte dann noch einen Fall, der sich vor wenigen Wochen ׳ereignet hat. Zwei Büffel sollten geschlachtet werden. Fünf Schüsse wurden auf die Tiere abgegeben, sie blieben ruhig stehen. Der eine Büffel erhielt dann zwölf, der andere fünfzehn Schläge, ohne Erfolg. So blieb nichts anderes :übrig, als ihnen die Halsschlagader zu durchschneiden, also sie:׳zu schachten. Vielversprechender Auftakt zur 15 Millionen Dollar-* Kampagne des Joint Distribution Committee. P h i 1 a d e P phia. (JTA.) Am 12. September abends wurde in Philadelphia die Konferenz des Joint Distribution Committee,: der in Amerika und Europa mit grosser Span'nung, ent1-׳ gegengesehen worden ist, feierlich eröffnet. Die Konferenz׳ w!ar als Auftakt zu der von den Führern des Joint voij mehreren Monaten beschlossenen Durchführung einert Kampagne zur Aufbringung von fünfzehn Millionen Dollart zwecks Wiederaufnahme und Verbreiterung der Aufbau-1 und Hilfstätigkeit Ln Russland und den übrigen Ländern Europas, insbesondere Stützung des jüdischen Kolonisätionswerkes .in Russland, gedacht. Der Einladung zu der, Konferenz, die , von Felix M. Warburg, David A. Browi^ und 200 anderen Führern der amerikanischen Judenheit unterschrieben worden war, folgten 750 Vertreter aus( allen Teilen der Vereinigten Staaten. Die Konferenz wurde im Benjamin Franklin-jHotel abgehalten. Die ersten An-i. sprachen hielten die Herren Felix M. Warburg, David! A. Brown, Louis Mars'häll und der Direktor 'des Agroi Joint in Russland Dr. Joseph Rosen. Die Delegierten) vertraten alle sozialen, politischen und religiösen Orga-1 nisationen. Am Sonntag, den 13. September, wurden die, Beratungen fortgesetzt. Nach zehnstündiger Diskussion wurden die folgenden Entschlüsse angenommen: Die vorn Joint Distribution Committee und den *ihm angeschlos־; senen Organisationen am Sonntag, den 13. September 1925* in. Philadelphia abgehaltenen Konferenz beschliesst hier■׳ mit, einen Aufruf an die amerikanische Judenheit;zu erlassen, damit die von der Konferenz feierlich eröffnete Katppagne für die Aufbringung einer Summe von ,15 MiP lionen Dollar, die vom Joint Distribution Committee .für Hilfe und Wiederaufbau eingeleitet worden ist, möglichst früh durchgeführt wird. Die Konferenz drückt die Geber-, zeugung aus, dass es nötig und unumgänglich■ ist, die vöiri Joint Distribution Comm|ittee vor vier Jahren auf den GeJ bieten der industriellen und landwirtschaftlichen Siedlung begonnene Arbeit zu erweitern. Die Konferenz glaubte dass die notwendigen politischen und moralischen Garantien erreicht werden und dass die amerikanische Judenheit der praktischen und verdienstvollen Erweiterung der bereits begonnenen Arbeit sicher ihre Unterstützung leihen[ wird. Das Joint Distribution Committee wird bevollmächtigt, seine erfolgreiche Hi'lfsarbeit auf dem Gebiete der sanitär-medizinischen Versorgung der Kriegswaisen sowie des Gesundheitsschutzes unserer unglücklichen Brüder Flüchtlinge fortzusetzen. Insbesondere soll den in den! Häfen Europas gestrandeten Flüchtlingen geholfen werden, ebenso den notleidenden Handwerkern und Handelst leuten. Die Konferenz ersucht die Männer und Frauen dert, amerikanischen Judenheit, durch Freigebigkeit und Opfer-! Willigkeit das Joint Distribution Committee instand zu׳ setzen, die auf den Gebieten der sozialen Fürsorge und! der Wiederaufbautätigkeit seit Jahren geleistete hochwer■' tige Arbeit zu vollenden. — Nach einer längeren, sehr, erregt verlaufenen Diskussion wurde schliesslich noch die folgende. Resolution angenommen: Die Konferenz betrachtet es als selbstverständlich, dass die amerikanische Judenheit das Werk der jüdischen Siedlung in Palästina freigebig unterstützt und ist überzeugt, dass die Juden Amerikas durch die Jewish Agency und andere Institutionen zu der Erreichung dieser grossen und ihistorP sehen Aufgabe ihre Kraft und Unterstützung in vollem Masse leihen wird. — Im Verlauf der Diskussion kritisierte der Präsident des amerikanisch-jüdischen Kon-) g r es s es Dr. Stephen S. W i s e den Plan der Krimkolpnisation, den er als gefährlich charakterisierte. Der Präsident! des amerikanisch-jüdischen Komitees Louis Mars ha II griff ebenfalls in die Diskussfion ein und :erklärte, er habe mit dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation!

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