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Jüdische Presse · 1925-09-11 · 37 (11.9.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
37 (11.9.1925)
Date
1925-09-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 242 JÜDISCHE PRESSE Nr. 37 Volke des Buches der Bücher ein Volk würde, das jeden religiösen Haltes entbehren müsste. Die orthodoxen Gemeinden und die orthodoxen/ Vertreter in den Gemeindevorständen mögen auf der Hut sein. Die zionistische Begehrlichkeit wird sicherlich alles in Bewegung setzten, um unter der Maske der Neutralität und unter dem weiten Mantel der Kultur die materiellen Mittel der Kültusgemeinden für ihre Erziehungsanstalten in Palästina in Anspruch zu nehmen. Die destruktive und religionsfeindliche Tendenz dieser Schulen, die Universität mitinbegriffen, ist jetzt jedermann klar. Und die orthodoxen Mandatare mögen mit allen rechtmässigen, ihnen zur; Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern trachten, dass j'üdische Gemeindegelder zionistischen Erziehungszwecken zufliessen. Diese Erziehungsanstalten untergraben die jüdische Religion. Keine IC U11 u s ge m e i n d e darf hiezu die helfende Hand bieten. Die Krise der Zionistischen Organisation. _ ׳Unter 4er Uöbersch׳rM«t ,;Die Krise“ nimmt Robert Stricker, ein Führer der raldikalen Zionisten, ■in einem Leitartikel der׳״W. :M.-Z.“ ׳zur ׳Lage!folgende ׳Stellung: Die sachlich nicht begründete Abreise des Präsidenten Weidmann vor AibsoMüss des Kongresses und der Umstand, dass der Kongress seine wich tilgst e!Funktion, die Wahl der. neuen Leitung, nicht vollziehen konnte, sind der augenfällige Ausdruck des Bestandes einer Krise in de.r Zionistischen Organisation. Die Krise selbst war da, als Präsident Weira mann in!der Generaldebatte erklärte, dass er seine Politik sowohl gegenüber der Mandatarmacht als auch der nichtiziionistischen Jiudenschaft alls unabändeiil'ich betrachte und nicht gewillt sei, von ihr auch nur .u׳m ein Jota abzuwc'ichen. Er hat dann, ganz folgerichtig, verlangt, dass!in die Vertrauenserkläning, welche dem Kongress vorgeschlagen war,!eiin Satz elngeftigt werde, welcher seine Politik ausdrücklich billigt und ■ihn zu!ihrer Fortsetzung!im Namen der Organisation berechtigt. Die Majorität, welche ■bis dahin Weizimann ■unbedingte Glefolgsclia/ft geleistet hatte, sprach!ein deutliches ״Nein“. 170 von 310 Delegierten versagten der Politik des Präsidenten •ihre Zustimmung. Diese Abstimmung war entscheidend und alles, was nachher folgte, sowohl ■die Versöhnungs- und Viertusclmingsversiuche einerseits ׳und die weiteren Unstimmigkeiten ln Budget- und Personenfragen anderseits, .!bedeutet herzlich wenig. Zwischen Wetizmann und ■der Organisation hat sich eine Kluft aulfgetan, über welche man mit taktischen Manövern nie 11t hiinwegkamimen kann. Es geht nicht um persönliche Fragen, es geht mm Grundsätzliches. Und wer ■ernstlich an ׳der Lösung der Krise arbeiten will, :muss!diese Tatsache!i׳m Auge behalten und ׳darf der Kernfrage nicht aiuswelchen. Sonst kommt bestenfalls notdürftiges Flickiw'erk'' zustande, das beim gerlngsten Anlass zerfällt.!Leider ׳schleilnit sich diese Erkenntnis nicht durehgerungen :au haben, ■denn sonst könnte beispielsweise ׳die Berliner ״Jüdische Rundschau“, welche dem engsten Kreise um Weizmann ,zurau zählen ist, nicht schreiben, dass die Krise bei besserer Regie duroliaus zu vermeiden gewesen wäre. Als massgebend Ifüir die ׳Ent- Stellung ׳der Krise führt die .״Jüdische Rundschau“ folgende Momente an: Absolute Unzulänglichkeit ■des Präsidiums des PermanenzaussGliiiisses, geschlickte Ausnützung ׳psychologischer Momente ■seitens!der 0Opposition, Wühlarbeit ׳der ״Kriisemiacher“, falsche ,Formiiliieriing!der Vertrauenstrage u. a. m. D!a׳s Blatt der unbedingten Weiamann-IFratinlde B׳i׳eh׳t also nur Aeusserliciikeiiten, nur Miss erfolge der Taktik und einer stümperhaften Regle •und schenkt!dem Grun'd- Problem, denn Umstande, dass ׳die . Politik Weilzmnmns in einen unheilvollen Gegensatz zu ׳den Voraussetzungen des Zionismus ׳und!den Gefühlen ׳der zionistischen Massen geraten ist, nicht die geringste Beachtung. Das bedeutet eine Verkennung!der Situation, aus der heraus eine Lösung nie kommen kann. Die Diagnose ׳der ״Jüdischen Rundschau“ haftet an der Oberfläche und die Hieillmi'ttel, welche sie empfiehlt, sind untauglich.!Bessere Regie, grössere Gesoh1icklioh׳kei׳t der Binpeitscher, raffiniertere Formulierung der Anträge reichen nicht aus, um das Geschehene!ungeschehen zu machen. Wenn Präsident Weizmann!urtd ׳seine ׳nächsten Freunde nicht ׳mit ׳tieiferreiichenden Vorsätzen!an das Huden und Judentum von heute. יג (Fortsetzung.) II. Ein besonderes Interesse erregten auch ausserhalb 'der orthodoxen, selbst ausserhalb der jüdischen Kreise ,einige׳ Resolutionen der Kenessio in Angelegenheit der Sabbathruhe^ des rituellen Schlachtens und der religiösen Verfolgungen in Russland, deren wichtigste Stellen folgendermassen lauten: ״Resolution ge gen die Verfolgung in Russland: Die Juden sind seit Jahrtausenden die Träger des, alle sittliche Bindung bedingenden Gottesgedanken., Seit langer Zeit ohne Beispiel sind die Verfolgungen, die, sich gegenwärtig in Sowjetrussland gegen religiöse ßetätigung, namentlich auch gegen das jüdisch-religiöse Leben,!also gegen alle Juden richten, die den Geboten der Thora und der Tradition gemäss leben, lehren und lernen. Die! k,Keness‘° Gedauloh” spricht den Verfolgten ihr tiefstes Mit■/ gefühl aus und protestiert gegen die Verfolgungen. Siei spricht ihre Ueberzeugung aus, dass von allen Ideen wohl fcm wenigsten die höchste, die Idee Gottes und des Gott dienenden Lebens, durch irgendwelche Machtanwendung unterdrückt werden kann.” ״Resolution gegen die Schaffung rein w e 11U c h e r j ü d i 8 c h e r G e m e i n d e n : Pie ״Kenessioi Gedauloh” erklärt die Bildung rein weltlicher Gemeinden^ sogenannter Volksgemeinden, als mit der tausendjährigen ■Tradition des Judentums in Widerspruch stehend und fordert den Aufbau der jüdischen Gemeinschaft auf der Grundlage des Thoragtesetzes, das alle Zweige des religiösen, kulturellen und sozialen Lebens umfasst und ordnet.” ״Sabbath: Die Grundlage des thoratreuen Ju- Seidenstoffe, Samte, JacHenfutter .. Unerreic t in Auswahl und Preisen Seidenhaus KOHORNER, Wien I., Fischeistiege 3, lh, Taborstrasse ,14 Problem heran:ko!mmen werden, dann Wirld es schwerlich zu einem erspriessticbcn Ausgleich kommen,!Der Kongress ׳hat es abgelelmt, die vom Präsidenten Weizman׳n für die Leitung vorigeschlagenen Personen zu wählen, aber selbst keinen Gegenvorschlag erstattet. E׳s ist überhaupt nicht zu ordnungsgemässen Wahlen ■gekommen: Man hat der Regierung Weiizmann die für eine wirksame Fortführung der politischen Geschäfte notwendige Legitimation versagt, ohne eine andere Regierung dimzusetzen. Aussens teilenden!dürfte!diese Vorgangsweise schwer ■verständlich sein. Sie findet aber in dem Verhältnis Wieizmanns zur Organisation die Begründung. Weizmann Ist der Bringer der Balfour־Ddkllara:tio!n, der alles überragende Repräsentant des Zionismuis in der entscheildensten Epoche!der Bewegung, der Begründer der hebräischen Universität, der Mann, der einen grossen Teil der amerikanischcn Jüdenschaft für das nationale Aufbauwerk gew׳onneu hat, er ist die populärste Erscheinung im Judentum. Wenn die Zionlisten diesen Mann anders werteten wie den Ra Innen der organisatorischen Verfassung hinausge'ht, irgend einen gewählten Präsidenten, wenn sie :ihm ׳Handlungs'frei'heit in einem Ausmasse ein räumten, das weit über so ■:ist das begreiflich und gewiss nicht Senviilismus. Es ist durchaus nicht verwunderlich, dass Weizmann selbständig über die Köpfe seiner verantwortlichen Mitarbeiter hinweg ■handeln konnte, ohne entschlossenem Wildertstanld ׳innerhalb der Organisation ׳zu begegnen. Zur Anerkennung seiner unvergänglichen Verdienste gesellte sich bei ■den zioinistisehen Massen ■das Gefühl, dass ein Mann Wie •er, aus ihrem Fleisch ■und Blut,!in /der Masse wurzelnd!und,!im Zionismus gross geworden, trotz aller Abirrungen ׳schliesslich .den Weg zur zionistischen Volksbewegung zurüdkfiniden muss und vv.ir/d. Das. Vorgehen Woizmanms auf dem Kongress hat diese Zuversicht und mit-.׳Ihr das absolute Vertrauen erschüttert. Weiizmann hat klar zu erkennen gegeben, dass er die jüdische nationale Volksbewegung, die Zionistische Organisation und den Kongress nicht!mehr als die für den Aufbau der nationalen Heimstätte in Palästina entscheidenden Faktoren, als ׳die Quellen der für den Aufbau ■erforderliehen, politischen, moralischen und materiellen Kraft ansieht. In seiner Antwort an!die Redner der Generaldebatte und in seinen Reden in den Ausschüssen hat er unumwunden erklärt, dass er das Heil ganz wo anders sucht. Das politische Heil liegt für iilin ausschliesslich bei der Manldatarmaoht. Englands gute Laune uim jeden!Preis erhalten und nichts, tun, wa!s diese Laune auch nur einen Augenblick trüben könnte! Das muss das U!m unld Auf des ״politischen Zionismus“ sein. Br ist so weit gegangen, alle Versuche, der Mamdatarmacht gegenüber das im Mandat statuierte ■jüdische Recht z!u betonen, zu ,ironisieren unld jede dahin'zielende Biestrebiung, sei s׳i1e auch ,in d׳!׳e loyalsten Formen gekleidet, als Rebellion ohnmächtiger Zwerge gegen eiine Riesenimaciht himzusteillen. Für ihn!kommt de׳r Zionismus als selbständiger moralischer und politischer Faktor nicht mehr in Betracht .,und die dem Völkerbund abge-’ rumgene ׳Anerkennung des ’Rechtes des jüdischen Volkes wertet er geringer als den Schatten böser Laune auf der Stirn eines englischen Staatssekretärs. Das ■ma׳t׳eri!e!l,le Heil glaubt er auch nicht ■mehr bei den opferwilligen jüdischen Massen zu finden, die er geringsc'hätziig ״!anonyme Massen“ nennt. Sein Blick ist über sie ׳hinweg auf die!Reichen gerichtet, und u!m ihnen näher zu kommen, will ׳er den Zionlisrnns alles dessen entkleiden, was bei ihnen Anistoss erregen kann. Er hat :immer, ׳unld immer wieder alles h׳ervonge'hoben, was die anderen gross und was uns klleiin macht. Und er!hat von diesen Dingen aiclht imelir .aflis von taktischen!Notwendigkeiten gesprochen. Er h!at ■s!le ■als wahre ■unld Herren^, Knaben״ und Kinderkleider fertig und nach Maas Massabteiluug bis zu den feinsten englischen Stoffen. Erstklassige Zu- Schneider. Eleganteste Ausführung. Auf Vermeidung von שעטנז wird genauestens geachtet. J. STERN, Wien, II., O100kengr&«8e 25. T. 46913. _Beachten Sie die Hausnummer.__ BKSBUBE3 unabänderliche ׳Grundsätze dangestellt und vor aller Welt als den Zionismus ,der Zukunft prok1lami׳e1r׳t. Ala er für diesen Zionismus, für diese äussere unld innere Politik Zustimmung ׳und Vertrauten förderte» da schwieg die M׳el1rheit des Kongresses. Die Krise war da. Der Kongress kam dahin, Weizmamms Politik ahzulehnen. Wer das Verhältnis der Organisation zu Weiizmann kennt, der welss, dass sich hier etwas!Erschütterndes vollzog und wiild ׳es begredlich; finden, dass der Kongress nicht dahin gekommen ist, Wieizmann ,־zu. ersetzen. " . * 1Di׳e Lösung der Krise wunde ׳dem Aktionskomitee übertragen, ׳das in seiner nächsten Sitzung eine Leitung einsetzen soll. I׳m Aktionskomitee sind wohl alle Gr׳u!pipen der!Bewegung vertreten und man kann diese Körperschaft immerhin als genug autoritativ anSehen, ei׳n!leidlidhes Provisorium zu schaffen, das für die Zelt bis zuim nächsten Kongresse arge Störungen der ׳zionistischen Arbeit verhütet. Aber man darf dieser Körperschaft nicht mehr Kraft und Weisheit zusoltreiben als dem Kongresse, man darf nicht erwarten, dass sie unter gleichen 'Bedingungen etwas zu leisten vermag, was der Kongress!nicht ,zustande ■bringen konnte. Der Kongress ist an die ׳unlösbare Aufgabe _ herangetreten, be׳i Ablehnung der Weiizmannsclien Politik eine Regierung• Weizmann zu erhalten. Er ist naturgemäss daran gescheitert. Auch das Aktionskomitee w׳i׳r|d. Ummögliebes nicht möglich machen. Es gibt nur zwei Wege, die zur endgültigen Lösung der Krise führen. Entweder kann Weizmann dahin gebracht werden, auf seine Politik zu verzichten und ׳unter verfas9ungsmä!ssig׳e׳r Kontrolle eine Politik zu führen, die!den ׳Grundsätzen ides ׳Zionismus und dem Willen der Majorität entspricht, oder es muss eine andere Regierung ■eingesetzt werden. ■Alles andere ist!Ver- Schieferung, ׳taktisches Flickwerk ■unld bringt neue!Krisen und immer schwerere!Schäden. Dur. h Aussprache zur Thorawahrheit und Einigkeit. Von Samuel Turkl. Wie der Baumeister nur durch Aneinanderfügen der verschedienen von• der Schöpfung gegebenen• Materijaliien den Bau zustandebringen ka!n|n, so vermögen auch die Baumeister und Gestalter des geistigen Lebens die in der menschlichen Natur liegenden Differenzierun- ■ gen und kleineren oder grösseren geistigen Verschiedenheiten nicht aus der Welt schaffen, sie können aber die divergierenden Ansichten einander näherbringen, um aus ihnen die notwendige Einheitlichkeit zu meissein. Aber auch die vorhandenen systematischen und taktischen Verschiedenheiten und Gegensätze sind Notwendigkeiten für 'den Aufbau eines gedeihlichen geistigen Lebens. Schon ■beim Beginn der Schöpfung bestimmte der Allmächtige: ich Will ihm (dem Menschen) eine ihm entgegengesetzte Hilfe erschaffen. Bes Hilel und Bes Schamaj Waren bekanntlich in den meisten 'halächischen; Fragen verschiedener entgegengesetzter Ansichten, und dennoch heisst es >y0n ihnen, dasä sie mit Liebe und Freundschaft aneinander hingen, w!eil sie eben die Wahrheit und die Eintracht liebten (JeWom'es 14.). \ Alles, w!as der Allmächtige erschaffen hat, ist gut ,und nützlich, und das vermeintlich Schlechte und Schädliehe kann bei richtiger Verwendung gut und nützlich! ,Werden. Selbst da'ä Gift kann Wunder wirken, so nur der Arzt Versteht, es1 richtig zu verwenden. Wie der Nebel Zur Entfaltung cl!es Li,chtes führt, so kann zeitliche Verdunkelung der Wahrheit deren Entfaltung nicht hindern, und ist eben wie das' aus dem Nebel heavorbre,eilende Licht: Langsam, aber sicher, allmählich, aber unaufhaltsam muss׳ sie sich Bahn brechen. Urisene Aufgabe ist es, diesen Prozess zu erleichtern und zu beschleunigen, den Weg des Siegeszuges der Thorawahrheit zu ebnen, ohne d,ass wir die auf diesem Wege lagernden Hindernisse aus eigener Macht völlig aus der Welt schaffen könnten. l,Die Wahrheit und den Frieden sollt ihr lieben/‘ ruft uns! der Prophet zu, fein jeder vertritt die individuelle Wahrheit seines eigenen 'Ichs, die einen Teil seiner Seele äusmacht, und so bildet eine 'jede individuelle, subjektive Wahrheit ei,nen Teil der grossen universellen Thorawahr1־ heit. Der Friede, die Eintracht bilden das Zentrum, den zentralen Punkt, der alles umfasst und alles jn sich׳ aufnimmt. \!Der Weg zur universellen jüdischen. T h o r a w a 11fr h e i t führt durch die jüdische Eintracht und diese Eintracht kann durch( dentums bildet die Heiligung des Sabbaths durch völlige Arbeitseinstellung. Der Sabbath der Bibel, den man der Urmenschheit als kostbares Gut des wöchentlichen Ruhetages geschenkt hat, ist für das jüdische Volk der geistige Gesundbrunnen, der allein den Fortbestand der für die. Menschheit wertvollsten Charakterzüge des Juden gewährleistet. Die ״Kenessio Gedauloh” richtet in diesem Sinn an die Staaten, in denen die Juden leben, die Bitte, die Sabbathheiligung durch gesetzgeberische Massnahmen nicht derart zu erschweren, dass den Sabbath heiligenden Juden ein zweiter voller Ruhetag auf erlegt und damit das! wirtschaftliche Opfer der Sabbathheiligung für die jüdri sehen Bürger bis zur Unerträglichkeit gesteigert wird.” ״S c h e c h i t a : Gegenüber den antisemitischen Angriffen stellt die ״Kenessio Gedaulo” fest, dass nach biblischer Vorschrift die Tötung des Tieres durch den Akt der Schechite (Schächtens) für den thoratreuen Juden die unerlässliche Voraussetzung, jeden Fleischgenusses bildet. . Die ״Kenessio Gedauloh” bittet die Staaten und Völker, der gegen dieSchechita gerichteten, ungerechtfertigten anti־! semitischen Propaganda nicht durch Erschwerungen des Schächtens oder Erlass von Schächtverboten Folge zu geben, und, sofern derartige Verbote bereits erlassen Isindj diese wieder aufzuheben.” Schliesslich wurde das Organisationsstatut beschlossen, das die Leitung der Aguda-Agenden einem Ge■• schäftsausschuss, einem 120gUedrigen Zentralrater und einem aus den hervorragendsten rabbinischen Auto-; ritäten gebildeten Rabbinische n Rate zuweist. In den Geschäftsausschuss wurden gewählt: Wien: Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, Wolf Pappenheim, Rabbiner Beer Friedmann, Rabbiner Josef Baumgarten, Kalman Pappenheim, Kommerzialrat Siegmund Bondy, Direktor Dawid Schlesinger, Oberrabbiner S. Fürst. Frankfurt: Jakob Rosenheim, Jakob Strauss,. Leo Wreschner, Dr. J. Breuer, Dr. S. Eh'rman׳n, J. Hollärider, S. Eisenmann. Warschau: Sejmcjep. Kinschbraun, Senator Deutscher, J. M. Priwes, N. Rosenfeld. Kischenew: Senator Oberrabbv Zirelsohn. Wilna: Rabbiner Chaim Ojser Grodzenski. K o w n o : Rabbi M. M. Epstein. Galizien: J. J. Thu-, mim, Przemysl. Slowakei: Rabbiner Aron Katz. Schweiz:׳ Israel Chaim Eis, Zürich. Seither sind einige personale Veränderungen in der Zusammensetzung des Geschäftsausschusses eingetreten. Das Präsidium des Zentralrates bilden: Oberrabbiner Lewin, Sambor, Obmann; Dr. Esra Munk, Berlin* Vizeobmann; Moritz Felsenburg, Wien; Rabbiner Chaim Sonnenfel(!! Jerusalem; Rabbiner Dr. J. Auerbach, Halberstadt; N. Rosenzweig, Zürich; Dr. Leo Jung, New York» Die Mitglieder der Exekutive des Rabbinischen Rates sind: Rabbinjer M. Hakohen, Chofez Chaim, Radin; Grossrabbiner Israel Friedmann (Czortkower-Rebbe), Wien;; Grossrabbiner A. M. Alter, Ger, Polen; Rabbiner Chaim O. Grodzenski, Wilna; Oberrabbiner Schapira, Piotrkow; Oberrabbiner M. M. Epstein, Slobodka, Kowno; Oberrabbinei' M. Plocky, Ostrow; Oberrabbiner Morgenstern, Sokolowj Oberrabbiner Steinberg, Brody; Oberrabbiner Arak, Tarnow; Oberrabbiner Weber, Pistyan; Dr. S. Breuer, Frankfurt am Main; Rabbiner M. keiner, Warschau. Die Agudaleitung weist die in anderen Organisationen seltene Erscheinung auf, dass diese keinen eigent■׳ liehen Präsidenten kennt; die laufenden Agenden werden vom Geschäftsausschüss geleitet, der sich eine eigene Geschäftsordnung gab. Nach aussenhin vertritt Rabbiner Dr. Kohn Ansbach-Wien den Geschäftsausschuss, beziehungsJ weise die Organisation. (Schluss folgt.)

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