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Jüdische Presse · 1925-09-11 · 37 (11.9.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
37 (11.9.1925)
Date
1925-09-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V.b.k jiii rorni tr.־t ״th•f v, 5 •"* ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr.53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko.N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 . 37 Wian-Bpalislawa, II. September I9&5 .iTBnfl ב,!■! וינד.־8רע0ס3ורג כיב אלול | II. Jahrg. Chronik der Woche■ 3696 Palästinaeinw anderer im August. Im Monat August sind in Palästina 3696 Personen eingevvandert. Die! Einwandererzahl im Juli betrug 2900. Im Monat Juhi; der einen Rekord brachte, betrug die Einwandererzahl 4200. Ein Lehrgut der deutschen Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Frankfurt a. M. (AJPB.) Im Sinne des letzten Sitzungsbeschlusses hat die Palästina-Zentrale deij Agudas Jisroel für das Deutsche Reich in Beerfelden iml Odenwald hundert Morgen Land gekauft, um dortselbst ein Lehrgut für Aulim einzurichten. Rückkehr Rabbi Mosche Blau nach Erez-Jisroel. Ei׳ übernimmt die Leitung der Aguda-Landersorganisatiom Jerusalem. (AJPB.) Rabbi Moses Blau, der nach seinen Verhandlungen in Wien eine Reihe der wichtigsten jüdischen Zentren Europas mittels Flugzeug besucht hat/ ist nach Erez-Jisroel zurückgekehrt• und wurde mit grossen Ehren empfangen. Er ,hat die Leitung der Geschäfte der palästinensischen AgudarLandesorganisation übernommen. Der ״Chofez Chajim“ reist nach den Sukkoth-Feieri tagen nach Erez Jisroel. Wilna. (AJPB.) Von informierter Seite wird mitgeteilt, dass der ״Chofez Chajim“! seine Reise nach Erez Jisroel erst nach den Sukkoth-j Feiertagen antreten wird. i Eröffnung des Arbeitsvermittlungsbureaus der Poale! Agudas Jisroel in Tel Awiw. Tel A w i w. (A J P Bv) Diel Poale Agudas Jisroel in Tel Awiw hat;ein paritätisches . Arbeitsverrnittlungsburau eröffnet. Die Ortsgruppe der Poalei Agudas Jisroel in Tel Awiw zählt bereits über 200 Mit־! glieder. ו Haifa. (AJPB.) Ein im Bankviertel gelegenes Wirtschaftsbureau der Agudas Jisroel ist am 16. Eiul 5685 eröffnet worden. Eröffnung der Arbeiterküche der Poale Agudas) Jisroel in Jerusalem. Jerusalem. (AJPB.) Dank der Unterstützung der allweltlichen Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel wurde von der Ortsgruppe der Agudas Jisroel, in Jerusalem eine Arbeiterküche eröffnet. f ^:^^^■e1^^’w־^PB:^D^Öfö^S^isMicl1e*llef^Pöa|a Agudas Jisroel in Tel-Aviv täglich von über 100 Per־ sonen besucht wird, h'at sich' die Notwendigkeit herausgestellt/ die Arbeiterküche in einem grösseren Neubau unter zu bringen. J er us alem. (AJPB.) Als Vertreter ,der Agudas Jisroel nahmen unter Leitung von Herrn Öberrabbirieil Sonnenfeld die Herren Rabbiner Bernstein, Moses Blau, Raphael Katzenellenbogen an dem feierlichen Empfang! des High Commissioner Lord Plumer teil.. Sir Herbert Samuels neues Amt. Am 4. September wurde die offizielle Mitteilung über die Konstituierung! der Königl. Kommission für Untersuchung der Lage der Kohlenindustrie veröffentlicht. Dieser Kommission gehört Sir Herbert Samuel״ als Präsident an. Schluss des ersten Bes Jakob-Ferienkurses. Krakau. (A J P B.) Der erste Bes Jakob-Ferienkurs in Robow wurde am 4. September nach sechswöchentlicher Dauer geschlossen. Zur Schlussfeier hatten sich zahlreiche Gäste aus. der Provinz eingefunden, u. a. die Herren Senatoren Deutscher und Bauminger, Sejmdeputierter Stempel, Rabbi Tobias Hbrowiiz, ferner Mitglieder des Kuratoriums der einzelnen Bes Jaknib-Schulera,!Herr Flur, ׳aus ZIockoiw 01. a. Herr Dr. Deutschländer erstattete ausführlichen Bericht über den Kurs, der zur vollsten Zufriedenheit aller Teilnehmer!aus־! gefallen ist. Die jungen Lehrerinnen haben mit ,unüberi trefflichem Eifer und glühender Hingabe ihre Studien betrieben. Etwa 300 Lektionen wurden erteilt, davon Chumosch Tefiloh und Dikduk in zwei Abteilungen Junter. Leitung von Frl. Rosenbaum, Frankfurt a. M., und Frl,*Mannes, Zürich, Tehillim (Dr. L. Deutschländer), Chissuk Hadass» und Geschichte (Rabbiner Dr. Ehrentreu), Pädagogik, bezw: Psychologie (Dr. Deutschländer und Frl. Rose!nbaum). Für die Lehrerinnen, die bereits ein Lehramt bekleiden, Sollen noch zwei Kurse :eingerichtet werden. Herr Senator Deutscher sprach namens des Kuratoriums allen Lehr־; kräften den Dank der Leitung aus. Herr Rabbiner Horowitz dankte namens des Geschäftsführenden Ausschusses׳ der Agudas Jisroel, besonders Herrn Senator Deutscher! dessen zielbewusste Arbeit den Kurs ausserordentlich geför1־ dert hat. Herr A. S. Friedmann, Warschau, sprach namens des Zentralkomitees der polnischen Agudas Jisroel. ,Nach einem Begrüssungswort des Herrn SejmdeputierfCn Stempel dankte namens der Lehrerinnen Frl. Rose, Leiterin der Schule inrGora Kalwaria, den Mädchengrupperi der Agudas Jisroel in Deutschland .und der Schweiz für ihre opferl freudige Mitarbeit und vor allem den Dozenten und Dozen1־ tinnen des Kurses, und schloss mit dem. Wunsche, dass der nächste ,Kurs, wenn nieiht unter den Fichten Robaws, so unter den Palmen Ere!z Jisroels ׳stattflnlden ׳möge. Schützet die Gemeinden! Von Wolf Pappenheini. Herzls Vermächtnis: ״Erobert die Gemeinden“, ist am 14. Zionistenkongress zum Beschluss erhoben worden; Nur hat Herzl an sein politisches Ideal, an den Juden'r* Staat gedacht, als er die Eroberung der Gemeinden als Mittel zu seinem politischen Ziel bezeichnet hat. Heutq hat die zionistische Organisation, beziehungsweise de!\ 14. Zionistenkongress das politische Ideal Herzls, der^ Judenstaat, aufgegeben. Weiziivann steht unerschütterlich auf dem Bode,n des zwein a t i o n a 1 e n Palästina unc| somit hat er jede politische jilusion seiner Anhänger zerschlagen. Eine natürliche Folge dieser Stellungnahme ׳ist es!, dass nun die zionistischen Energien!auf kult1(< rellem Gebiete sich ausleben. Da man in der jüngste^ Vergangenheit durch die Eröffnung der Universität viele( Sympathien, besonders in jüdisch-liberalen Kreisen ge4 wonnen hat, sind die, Zionisten begehrlich geworden. Ausl diesem Geiste der Begehrlichkeit ist der Antrag Dr. Klees geboren, der vom Kongress zum Beschluss erhoben; wurde- Es wurde beschlossen: Unter Aufrechterhaltung des Prinzips, dass das hebräische Erziehungswesen in Erez Jisrael dem Wesen nach nur der Verwaltung \ der zionistischen Organisation unter- I steht, ist dafür Sorge zu tragen, für die Erweiterung , des Schulweges־ die materielle Mithilfe der , jüdischen Gemeinden der Diaspora zu! .....-^^1,1111.6,5., Die Exekutiy.etmrd beauftragt, in kürzester Zeit einen Plan äuszuarbeiten, um die Heran/• , ziehung der jüdischen Gemeinden zur weiteren Ausgestaltung des Schulwerkes in systematischer Weise f durchzuführen. . Mit anerkennenswerter Offenheit werden in diesem; Beschluss zwei Dinge ausgesprochen: 1. die materielle Mithilfe der jüdischen Gemeinden der Diaspora zu ge-< winnen, 2. das hebräißche Erziehungswesen in Erez ,Israel dem Wesen nach nur der Verwaltung der zionistischen' Organisation zu unterstellen. Wessen Geistes nun diese! zionistische Schulverwaltung in Erez Jisroel ist, erhellfl aus folgender Begebenheit, die überaus charakteristisch[ für das gesamte hebräische Schul werk der zionistischen Organisation in Palästina ist. Vor Jahren kam Professor, Mossinsohn, dieser temperamentvollste Vertreter def absoluten N'egation der jüdischen Religion nach Wien; um. von der Kultusgemeinde eine Subvention für da</ Gymnasium, zu erreichen. Der selige Präsident Stern/ dessen hervorragende geistige, politische und administrative Befähigung, dessen unbeugsame Energie allgemein bekannt sind, war insofern .konservativ, als er den MannJ heimer Ritus als den Grundpfeiler des Judentums . be* trachtete. Er war somit ebenso sehr ein pegner aus+ greifender Reformen als auch der orthodoxen Richtung!/ die beide vom Mannheimer Ritus abweichen. Selbstverstündlich war ihm, der, unverbürgten Nachrichten .zufolge, Tefillin legte und den Sabbat ohne zwingende Notwendige keit nicht verletzte, die weitgehende Bibelkritik Mossin•־* sohn an einer jüdischen Lehranstalt ein Dorn im Auge! Da ihm aber seine Stellung als Präsident Wer Wienei[ Kultusgemeinde verbot, .selbst Herrn Professor Mossinsohn eine ablehnende Antwort zu geben, berief er eine Notabeln■( Versammlung zujsammlen, zu der er auch Vertreter :deij Orthodoxie ,einlud. Nachdem Mossinsohn .in seiner gewohnten temperamentvollen und formvollendeten Art ein warmes Pläidoyer für den hohen Wert des bibelkritischen Gymnasiums in Erez Jisroel gehalten hatte, nahm ,ein. Ver■{ treter der Orthodoxie das Wort. Er führte aus: ״Wemf mich ein ungläubiger Jude fragen würde, ob er daäj Jaffaer Gymnasium unterstützen soll, würde ich ihm <ent-'. schieden mit ״Ja“ antworten, weil auf dem ׳,ganzen Erden'•* rund keine Institution existiert, die so geeignet ist, die Leugnungen der Offenbarung zu fördern. Obwohl ich' Zeit meines Lebens nie leschem schomajitn bewusst eine( Unwahrheit gesprochen haben, werden doch manche von ihnen vorauss'etzen, dass ein Fanatiker, für den ich mil[ Unrecht gelte, es in Dingen, wo es; sich um das Interesse der Religiosität handelt, mit def Wahrheit nicht so genau nimmt. Ich kann Ihnen auefy Oberrabbiner Kuk nicht als Kronzeugen anführen, denn der Mann, den ich nicht als vollwertigen orthodoxe^ Führer akzeptieren kanjn, weil er unabsichtlich den anti: religiösen zionistischen Bestrebungen zu sympathisch gegen-, übersfeht, auch für Sie, meine Herren, als׳ Godaul und Zadik, denn doch kein vollgültiger Zeuge sein dürfte{ Einen anderen Zeugen will ich Ihnen an-< führen: Dr. S. Bernfeld in Berlin, ein grossen Gelehrter im jüdischen Schrifttum, ein bekannter Spinozist, der Ihnen gewisr objektiv genug erscheinen wird. Dieser Mann schrieb in der ״Hazefira“, dem Organ Sokolows, folgendes: ״Wenn wir wollen, dass unsere Kinder in den Geist des Judentums und der hebräischen Sprache eindringen, müssen wir den Unterricht mit Chumesch und Raschi beginnen, Apikopsim und Leugner werden wiif schon später aus ihnen machen. Wenn man aber, wie im Jaffaer Gymnasium mit 11jährigen Kindern protestantisehe Bibelkritik treibt, so ist das ein Verbrechen an der Judehschaft und speziell an diesen Kindern.“ Aber, meine Herren, auch dieses Zitat müssen sie mir nicht aufs! Wort glauben und ich lege ihnen die betreffende Nummer• auf den Tisch. (Zwischenruf Mossisohns: Das kenne ich.) Nun, meine Herren, w׳enn das Professor Mossinsohn kennt, kann ich schliessen und erkläre nur, dass ich im Namen aller Juden in Wien,- die noch irgend etwas von den! Vorschriften der jüdischen Religion beobachten, entschieden dagegen protestieren muss, dass unsere Steuer■׳ gelder zur Förderung dieses Institutes verwendet werden.“ Nachdem Herr Mossinsohn, der vierzehn Tage vorher in Nürnberg, erklärt hatte, er sei ein G־ttessucher* in einer glänzenden Rede se,in Werk verteidigt und erklärt hatte, dass die Leitung des Gymnasiums sich selbst noch nicht klar sei über die Richtung, die sie dem Unterrieht geben will, erbat der orthodoxe Redner noch einige Minuten Gehör und meinte, nach der Wärtne, mit der; Herr Professor Mossinsohn gesprochen hatte, müsse er es für möglich halten, dass Herr Professor Mossinsohn auf einer Suche beim echten unverfälschten gläubigen Judentum landen werden; er möchte ,ihn nur bitten, doch zu; bedenken, dass er vielleicht gläubig werden wird, unterdessen aber vielleicht hunderte seiner Schüler den Unglauben und dann direkt der Taufe zugeführt werden könnten. Der Beschluss des Vorstandes endete mit einen* Kompromiss. Es wurde wohl die Subvention abgelehnt* aber beschlossen, drei Schülern dieser Institution leij*. “Stipendium zu bewilligen, das ihnen ermöglichen soll, die Irrlehren Mossinsohn in sich aufzunehmen. Der Beschluss, die Lehrfreiheit an der Universität in Jerusalem zu proklamieren, das heisst, dort, wo Israel und durch ihn die ganze zivilisierte Welt das Licht des reinen G-ttesglaubens empfing, eine Lehrstätte zu errichten! für die Leugnung alles dessen, w<as Israel durch 2000 Jahre des Exils erhalten hat, muss wohl j e d e n. g I ä u b i g e n Juden und jede Gemeinde, d i e n o c h j ii di s c hi heisst, davon abhalten, dem E r z i e hu ng s-t werk unter zionistischer Leitung eine' Stütze zu bieten. Es wäre ein nationales Unglück, wenn aus dem! Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. 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