Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 36 (4.9.1925)
- Date
- 1925-09-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 36 JÜDISCHE PRESSE den der Fromme Gotteswille nennt. Wie in der ganzen Natur ein gewisser Dualismus, ein maskuliner und feminer, zur Schöpfung nötig!ist, ׳waltet in dem iMenschheitsgeist Gedanke und L/iefbe, Wissenschaft und Glaube, Kraft und Schönheit, die erst vereint, ein Ideal der menschlichen Ordnung schaffen . . . Welche Fügung! Während diese Zeilen geschrieben werden, ertönt von der Strasse herauf ein plötzliches erregtes Geschrei, ׳der Zeitungsjungen: ... ״Bryan* deaid! William Jenmiuigis Bryan de ad!“ Bryan ist tot! Welch ein Heldentod! Welch prachtvoller Sonnenuntergang! Dias zynische Läoheln wird auif den Lippen der ״Leizome hador“ ersterben und macht andächtiger Bewunderung Platz. Er fiel auf ׳dem idealsten Schlachtfeld. Das amerikanische Volk wird sein Andenken heilig halten . . . Noch ein zweitesmlal hat mich ein ׳ Geschrei der Zeitungsjungen in den New Yorker Strassen erschüttert.׳ An jenem Frühlungsmorgen, als in diem fr.iedliehen New York ■plötzlich, wie ein aus der Hölle losgelassener Teufel Schaaren von Verkäufern aus allen •Winkeln hervorgeschossen und aufgeregt brüllten: Wilson breaiks with Germany!... Wilson bricht mit Deutschland! ... An jenem verhängnisvollen Tage donnerte ׳Bryan in Madeson square garden!vor 10.000 Personen gegen den Eintritt Amerikas in den Krieg, Ich . Jiörte den grossen ,vsilberzüngigen“ Orator da zum ersten Male. Ein machtvolles und doch ungemein wohlklingendes Organ, imposant schöne Ditkion, ideale Geschichtsauffassung, exllä Getsichtszüge, aus denen die charakteristischen Züge . dier Härte und Schlauheit des erfolgreichen Politicän!gäuziliclh ■fehlten, ׳das war alles: zusammen: ein ästhetisches Ganzes. Schörnhetitsbadiürfnis war •die Quelle seiner Handlungen. Solche Seelen dürsten nach Gott. Die, welche diie Schönheiten des Lebens erkennen und sie aus Mangel einer ebenbürtigen Umwelt nicht gestalten können, ranken sich Gott empor,, wiie der Geysir, der, in seiner Expansion horizontal verhindert, in heissem Strahle himmelwärts streben muss . . . Vor mir liegt sein Brief, den er vor langem an mich schrieb unid der mit den■ Worten endigt: ... unid begnüsse Sie in dem gemeinsamen Kampfe für den Glauben unserer Väter. ״. . . loh besitze noch hunderte Briefe, auch von Führern, aber in allen anderen eifert man zum Kampfe um den Dollar a!n . . .“ •William Jenmngs Bryan, der Karrikierte, der ״iFiailure“ wird im Andenken seiner Nation noch weiterleben, wenn schon mancher Götze . der amerikanischen Geschichte gestürzt sein wird. Er leibte in jener eigenartigen Zuversicht, welche der Ben Olam habibo besitzt, der üiber das Urteil der Nach wellt ,!die Gegenwart vernaahlässigt. Sie alle schreiten über den Höhn!unid Groll der Masse!mit Gleichgültigkeit hinweg, die Zukunft und Vergangenheit wägend, wie es Grillparzer so schön in dem Verse ausdnüokt: Mag •mich die Welt bestreiten, loh lass’ es ruhig geischeh’n, loh komm ■aus anderen Zelten . , , und w.erid’ in andere geh’n. Seite 237 Jeder Jude Ä" Schuhen in dem bekannten Schuhhaus ״Zum Strassenhof“ (Inhaber: Sachje Pluznik) Wien, II., Taborstrasse 24a, Tel« 48-8-B7 Bei Vorweisang dieser Annonce 5 Prozent Rabatt ז ׳ . \ י. י ־ . י Vom XIV. Zionistenkongress.!ן Nachklänge zürn Kongress. Jetzt, nachdem das Leben in Wien wieder seine alltägliche Bahn eingelenkt hat* 'ist es an der Zeit für, ,unsere) Leser und uns, die Frage zu erörtern, ob die Ereignisse und Begleiterscheinungen des Kongresses die Existenz der;Aguda als überflüssig erscheinen lassen, oder ob sie nicht viemehr die Notwendigkeit der Agudas Jisroel doppelt unterstreichen. Selbst wenn man seine Forderungen auf ein Minimum reduzieren würde und sagen wollte, es würde genügen, wenn in den Beschlüssen das Primat der Religion nur einigermassen zum Vorschein gekommen wäre, müsste man zu der Anschauung kommen, dass das Judentum der Aguda . nicht entraten könne; ja, im Gegenteil, wir sind überzeugt, dass die ernsten Männer im Zionismus, di^ Jiir das Judentum noch Verständnis haben, gerade aus dem Verlauf des Kongresse? gelernt haben, wie . wenig man die Aguda entbehren kann. Es stellt sich so dar, dass deij in der Aguda verkörperte Grundgedanke das einzige BolF?tverk ist gegen die Assimilation sowohl des einzelnen Individüums zur Zeit, als auch der Gesamtheit;für eine spätere Epoche. Und wenn auch leise Anklänge hin und wieder ertönten, als ob die Erkenntnis vor der Eigenart des jüdischen Volkstums etwas mehr zum Durchbruch1 gelangt sei, so Sind es dieser Zeichen doch noch viel zi\ wenig, als dass man auf eine ununterbrochene Betonung derselben verzichten könnte. Natürlich erwachsen daraus für die Aguda selbst eine Reihe von neuen Aufgaben. Es muss ihr gelingen, der Jugend vor allen Dingen den Stolz beizubringen, dass sie in ihrer religiösen Geschlossenheit einzig und allein die Gewähr für• den Bestand des jüdischen Volkstums darstellt. Wir gestehen gerne zu, dass sich diese Aufgabe nicht in den engen Rahmen eines Schlagwortes pressen lässt, und das wirklich nur eine allumfassende Liebe für die Gesamtheit es ermöglicht, einem solch weitausschauenden Lebenswerk sich zu unterziehen. Mau muss) in jedem anderen ein Doppelwesen erblicken, ein solches» das mir hilt und ein solches, dem ich helfe. Nur von diesem Grundgedanken aus ist es möglich, alle Lebens-{ beziehungen in den Kreis des Agudawerkes einzubcziehen, denn wenn schon der Bericht der Exekutive der zionisti-, sehen Organisation einige sehr klare und zielbewusst^ Worte über die Pflicht enthält, seinen Gedankenkreis den zartesten Jugend, den Kindern näher zu bringen, so wäre es sehr an der Zeit, dass auch die Aguda sich auf diese! Aufgabe besinnt. Wir verweisen in dieser Richtung aufl die paar Worte, die wir gelegentlich der Würzburger Tagung über die Neutralität der Gutmcinung unseren Lesern unterbreitet haben und möchte es den Führern der ״Esra“ anheim geben, über das Problem noch einmal nachzudenken, ln den Ländern, in welchen eine Esra noch nicht existiert, mögen die Landesorganisationen es nicht ruhig Zusehen, dass dem Agudagedanken bis jetzt noch kein Weg zu den Seelen der zarten Kinder erschlossen worden ist. I Die Aguda verhandelt lieber mit der Zionistischen Organistation als mit dem Misrachi. j Präsident Weizmann hat in seiner Antwort an den Arbeiter Ben Gurion in der Jewish-Agency-Debatte, der es verlangt hat, dass, man den amerikanischen Arbeiter־) gewerkschaften einen Platz reservieren möge, folgende Anti wort erteilt: Die Frage, ob die Arbeiter in Amerika» wenn sie bereit sein werden, in die Agency einzutreten» ihren Platz finden werden, habe ich damit zu beantj Worten, dass ich der erste war, der mit den Arbeitern* und sehr ernstlich, verhandelt hat. Vorläufig sind sie nicht bereit. Wenn es einmal dazu kommen wird, werden sie nach meiner Ueberzeugung ihren Platz finden. Ben Gunorr wird den schlimmsten Dienst der Agency erweisen, wenn gerade er dafür sorgt. Die Arbeiter verhandeln1 tatsächlich lieber mit derzionistischen' Organisation als mit Ben Gurion, genau so! wie die Aguda lieber mit uns verhandelt als mit dem Misrachi, Wir wissen nicht warum die Arbeiter lieber mit den zionistischen Organisation unterhandeln als mit Ben Gurioni Hngegen ist es leicht erklärlich, warum die Aguda lieber! mit der zionistischen Organisation als mit Misrachi ver־{ handelt. Misrachi steht programmatisch auf der Grundlage! derselben Weltanschauung wie 5die Aguda! Nicht der Unten schied des Zieles, sondern der Unterschied des Weges, den zum richtigen Ziele führen soll, trennt Aguda von Misl rachi. D i e V e r s t ä n d i g a n g zwischen Aguda und M1V rachi bedeutet gleichzeitig ihre Vereinigung, die selbstredend nicht stattfinden kann, solange Misrachi inneri halb der zionistischen Organisation steht. Dass man seitens der Aguda als erste Bedingung immer den Austritt des Misrachi aus der zionistischen Organisation ׳ fordert, ge-7 schieht deshalb, weil eben die zionistische Organisation auf der Grundlage einer Weltanschauung aufgebaut ist, die! man seitens der Aguda für unvereinbar mit der Thora und 1 Tradition hält. Aguda und die zionistische Organisation! ן sind voneinander durch die Rluft gegensätzlicher Welti anschauungen getrennt. Von einer Vereinigung! kann demnach nicht die Rede sein, höchstens von einet) Verständigung in ganz genau bestimmten wirtschafte liehen Angelegenheiten, wie etwa gemeinsames Vorgehen gegen den Bodenwucher in Erez-Jisroel oder bei Vornahme von politischen Handlungen, die mit Rücksicht auf die) nichtjüdische Aussenwelt einen gemeinsamen Schritt eri heischen. Aguda will sich mit Misrachi ver) einigen. Hiezu sind noch nicht die Voraussetzungen geל geben. Agudas, Jisroel kann sich in manchen Punkten! mit der zionistischen Organisation verständigen, hiezil glaubte man in den letzten Monaten gewisse Vorausi setzangen wahrnehmen zu können. So ist es zu verstehen,׳ wenn Herr Weizmann sagt, dass Aguda lieber mit un9 verhandelt als mit dem Misrachi. Die Jewish Agency und die Orthodoxie. In der Jewish Agency-Debatte hat Präsident Weizmann zum Schlüsse auch zum Vorschlag von Misrachi Stellung genommen. Von seiten des Misrachi wurde ein Amendement eingebracht, nach welchem die Verfassung! die ausdrückliche Erklärung enthalten solle, dass die Jewish Agency auf dem Standpunkt des orthodoxen Judenturns stehe. Jedoch wurde der Hinweis darauf, ^dassj auf früheren Kongressen festgestellt worden ist, dass die zionistische Organisation niemals in Palästina was unternehmen würde, was den Prinzipien des orthodoxen 'Juden־! tums entgegenstehen könnte, auch vom Misrachi als hin-j reichend anerkannt. Präsident Weizmann verzog keinq Miene, als er dies sagte. Auch auf den Misrachibänken! lächelte man nicht. Diese Erklärung störte überhaupt nicht den Ernst der Verhandlungen. Einführung des Einheitsschekels. Der erste Punkt des vom Kongress angenommenen Organisationsstatutes, lautend: ״Der Schekel ist in Zukunft für die ganze zionistische Organisation einheitlich“ wurde mit allen Stimmen gegen die des Misrachi angenommen. Bisher haben die Anhänger des Misrachi in ihrer Werbearbeit bei orthodoxen Juden immer darauf hingewiesen^ dass, wenn man einen Misrachischekel kauft, so unterstützt man bloss!Misrachi in seinem schweren;Kampf0 gegen die allgemeinen Zionisten. Nun wurde ihnen selbst dieser äussere Schein der Selbständigkeit genommen. Wer heute einen Schekel zahlt, der zahlt ihn für die zionistische OrJ: ganisation. Materiell wurde wohl Misrachi durch fast 50 Prozent Erhöhung seines bisherigen Budgets reichlich entschädigt. In der Welt der Ideen und Prinzipien bedeuten immerhin materielle Vorteile nicht alles. י ®ן NACHRICHTEN ״Jesod-Hathora“ Schulverein der ״Adas־Jisroel“j Wien, II., Nestroygasse 11. Die Einschreibungen in den Kindergarten, in die Knaben- und Mädchen-Religionsschule» wie auch für den ganztägigen Gemorokurs finden am׳ 24., 25., 26. Eiul (13., 14., 15. September) von 10 ^bis? 12 Uhr vormittags statt. Neu eintretende Sclniler(innen) haben Geburtsschein und Impfzeugnis mitzubringen. Da durch später eintretende Schüler der Unterricht empfindlieh gestört wird, werden die P. T. Eltern ersucht, ihre) Kinder pünktlich anzumelden, da Anmeldungen nach dem obengenannten Einschreibungstermin ausnahmslos zurückgewiesen werden. Der Unterricht beginnt am 26. Elul (15. September). 1 Dr. Salanion Krenberger. Direktor des!jüdischen Taubstummeninstituts, wurde von einem schweren Schicksalsschlage getroffen. ,Sein einzig er!Sohn, ein tüchtiger 1A׳rzt uncl ausgezeichneter Mensch, w׳ur׳de ihm in der Blüte der Jahre entrissen. Den schiwergetroffeiien Eltern wendet sich . die allgemeine Teilnahme ,zu.!Mögen •sie in ihrer gemeinniitzigeti Tätigkeit Trost und Linderung ihres 'Schmerze? finden. Zu Rosch-Haschanah« wünschen Sie allen Ihren Verwandten, V Freunden, Kunden, Gästen u. Bekannten .§ . " כתיבה וחתימה מרבה in der ״Jüdischen Presse“ Sie ersparen Mühe, Porto und Zeitaufwand! ■—י" ———«—■I, INI l.l - orthodoxer Juden;;,!Agudas Jisroel“, 011 gründen, deren!Programm!dahin formuliert!wurde, alle Fragen des L e!b e n s• i m,\G eäs t e!der Thora einer Lö sang zaiiz ufiü'h r,en.'Es wurde ein provisorisches •Komitee mit dem Sitze in Frankfurt eingesetzt, ׳•dem ׳die Aufgabe ׳zufiel, in den •einzelnen Ländern Landesverbände ,zu gründen und die Vorbereitungen für den ersten׳ ׳Kongress!der ,Agudas Jisroel“ izu treffen. (Die Voribereitungsaribeiten nahmen die Zeit ׳bis 1914!in Anspruch. Der Gedanke fand in den orthodoxen Kreisen lebhaften Anklang, einige der hervorragendsten Cliassidimr-abbis äusserten ihre Sympathie ׳für die Aguda,!und Im August 1914׳ sollte der erste Kongress!zusammentreten. )Der 'Ausbruch ■deSjlKrdeges machte jedoch die Verwirklichitng dieser Absicht unmöglich.!Während des Weltkrieges ׳betätigte t sich die ״Agudas Jisroel“ /vornehmlich religiös-charitativ und leistete viel zur Linderung der ׳Not der Flüchtlinge, ein!besonderes •Augenmerk ihren religiösen Bedürfnissen zuwendend. Nach •der Besetzung Polens durch ׳Deutschland ׳und Oesterreich-Ungarn entsandte die die ,Agudas Jisroel" eine 'Delegation,!bestehend aus den Rabbinern Dr. Kohn und Dr. Carlöbach nach Polen, um mit den ■dortigen Juden!Fühlung zu nehmen!und ׳sich .zu organisieren. Nach dem. Zusammenbruch der Mittelmächte musste diese Organisation jedoch,das Land verlassen, ׳und es entstand die Organisation ,Agudas Scheliwne lEmunath Jisrael“ als Landesverband der ,Agudas Jisroel“ in Polen. Während ■des Krieges ‘ übersiedeite dei:, gaUzische Lanc|e$- Wolf Pappenheim II., Kleine Pfarrgasse Nr. 1 Das Inserat laut nebenstehendem Muster kostet einschliesslich aller Steuern nur S 5«— resp. KC 25•■— Bestellungen sind zu richten: ״ Für die Slowakei an die Adresse: »!,Jüdische Presse“, Bratislava, Turnerg. 14 ) Für Wien: # ״Jüdische Presse“, Wien, II., Leopoldsg. 26 ן - ( ׳verband der Aguda nach Wien, wo er unter ■der Leitung seines Präsidenten J. J. Thumim eine energische Tätigkeit zugunsten ■der Flüchtlinge entfaltete ׳und unter anderem die Gründung der ersten Kriegswaisenhäuser in die Wege ■leitete. Nach Kriegsende ׳fand die erste;Weltkonferenz der ,Agudas Jisroel“ in Ziiricht statt, ׳wo sie vom 19. bis 26. Februar 11919 tagte.!Dort wurde auch die Organisation auf breiter!Basis geschaffen. Die Zentrle!wurde zeitweilig nach Zürich verlegt,!kam alber späterhin ׳nach Wien, wo sie bis auf den!heutigen Tag verblieb. Am 16׳. Anglist 1923 ■trat der erste Kongress (,,!Kenessio Gedaulo“) der ״Agudas Jisroel“ in Wien 011־ sammen, um in neuntägjgen!Beratungen!das Programm der ■Aguda endgültig festzusetzen und die Tätigkeit derselben auf eine breite Basis zu stellen. An dem Kongress nahmen einige hundert Delegierte aus fast allen europäischen ■und vielen aussereuropäischen Ländern teil, und die Beratungen!derselben!wurden in der ganzen jüdischen Welt mit grossem Interesse verfolgt.!Die Teilnahme!und ׳das persönliche Eingreifen in die Verhandlungen; seitens!der Ghassidim- Rabbis ׳von Gzortkow und Ger, die Mitarbeit des ׳greisen Rabbi Meier ■Hakohen, bekannt unter ■dem Titel seines Hauptwerkes ״Chofez Chajkn“, .׳und die Beteiligung!von etwa 100 der bekanntesten rabbinisahen Autoritäten gab •der Kenessio eine!gewisse Autorität, und rückten ׳die ,Agudas Jisroel“ ׳in die erste Reihe der orthodoxen Organisationen.!Die־ Kenessio setzte das Programm' der ״Aigudas Jisroel.“ folgendermassen fest: ״Agudas Jisroel“ erstrebt die Lösung der jeweiligen Aufgaben des durch die Thora •konstituierten ׳jüdischen Volkes ■im Geiste •der Thora. ׳״Agudas Jisroel“ hat ׳daher ■das jüdische ,Volk im Heiligen Land und in der ׳Diaspora geistig und •physisch zu stützen.durch a) den organisatorischen 1Zusammensch'luss aller die 'Erkaltung des ,gesetzestreuen Judentums erstrebenden Juden; •b) ׳die Erhaltung des •Bewusstseins des!jüdischen Ge- ׳meinschaftsbegriffes gegenüber allen!Strömungen, die dem Judentum wesensfremd sind; c) die praktische Förderung ■des thoratreuen Lebens in allen seinen Anforderungen, ׳die •tatkräftige Förderung des Thora- Studiums und der jüdischen Erziehung im Sinne ׳der •Ueberlieferimy: ,d) ■die Förderung einer vom jüdischen Geiste erfüllten Literatur •und Presse; e) die Besiedehing ׳des Heiligen Landes ■im Geiste der Thora, auf ׳das es eine Quelle des geheiligten Lebens für das jüdische Volk ׳werde; f) die Besserung der wirtschaftlichen Löbensbedingungen ׳der jüdischen Massen in ■den (Län-, dern der Not, die geistige ׳und :materielle ׳Färsoge für die Emigranten lind die Veranstaltung von Hilfsaktionen jeder Art; g) ■die Abwehr von Angriffen auf Judenheit ■und Judentum und die Pflege der Beziehung ■der jüdischen Gemeinschaften in den Goluslündern zu den Staaten, wie es die Thora zur Pflicht macht. Mitglied ■der ,,Agudas Jisroel“ kann jeder• Jade werden, ׳der die Verbindlichkeit ■der Thora für sich und das jüdische Volk anerkennt.!Den Landesorganisationen steht das Recht .zu,!unter Zustimmung des Rabbinischen Rates Ihres Landes einschränkende ׳Bestimmungen -über die Aufnahme von Mitgliedern für eine begrenzte Zeit 0u ׳treffen.“