Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1925-08-28 · 35 (28.8.1925) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
35 (28.8.1925)
Date
1925-08-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2629891-2630099-2630132--1930-2633742
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 230 JÜDISCHE PRESSE Kr.' 35 politischen Voraussetzungen, die zwei-nationale Beschaffenheit, die Interessen der englischen Mandatarmacht ai^ einem beruhigten Arabertum, eine Politik in Jabotinskischem Sinne in Palästina nicht zulass'en. Wir glauben aber, dass Erez Israel nicht nur in politischer Beziehung sich von allen anderen Ländern unterscheidet. Erez Israel bleibt für uns in geistiger und kultureller Ben. Ziehung die historische Stätte, wo das durch die Thora konstituierte jüdische Volk in seiner glänzenden Einsam; keit wirkte. Alle Bestrebungen, die diese historische■ Eigenart zu verwischen geeignet sind, jede Politik, die dies in der Thora begründete einzigartige Konstitution des jüdisehen Volkes missachtet, müssen wir als bedauerliche* Erscheinungen einer Assimilation betrachten. Präsident Dr. Weizmann hat endlich den Mut gefunden, das VorJ handensein dieser fortgeschrittenen Assimilation bei seinen Gegnern zu konstatieren. Zu untersuchen, ob nun Präsident Weizmann, dessen staatsmännische Qualitäten von seinen Gegnern bezweifelt werden, ein jüdischer Staatsmann ist, wie er sich selbst bezeichnet, ist nach den obigen Ausführungen wohl eine verlockende Aufgabe, wir wollen ihr aber nicht nachgehen. Wir müssen ,uns, wie so *oft im politischen Leben, mit halben Wahrheiten abfinden. .־ Demagogische Polemik. Die ״Wietner Mongenizeitung“ vom 18. d- M. bringt ׳unter der sensationellen Uebersohritft: ״Nicht HerzTs ״Judenstaat“, sondern — GhurohiHs Weissbuch“ folgenden Artikel: Die Berliner ״Jüdische Rundschau“, das offizielle Organ der Zionistischen Organisation Deutschlands, begriisst in ihrer letzten Nummer den 14. Zionistenkongress an leitender Steile mit einem grossen, programmatischen Artikel, in welchem es u. a. heisst: ״Wir wollen also keinen Judenstaat, sondern ein (bina.tianales ,palästimeusiselbes Gemeinwesen. Im Rah- (men eines solchen Gemeinwesens sehen wir die Mögliclhkeit, das au gewinnen, was uns als Juden fehlt: Die volle rechtliche Basis für den Aufbau eines eigenen, so- ,(zial-ökianoimisch honmal gegliederten, freien nationalen Volkslebens. Dieses Ziel wände in vorbildlicher Weise foramiliert — leider nicht durch den Zionistenkongress, ־-׳ sondern — durch das unter dem Namen Churchills bekabnt gewordene Weissbucfli vom Jahne 1922, dessen ־ wirklicher Verfasser Henbert Samuel ist. Die Zionistische Exekutive hat im Jahre 19212 bereits die Enklänung ab- ׳• gegeben, dass sie ihre Politik in Einklang mit diesem ' Weissbudh führen wind.!Leider ist aber diese Tatsache nicht genügend in das Bewusstsein der zionistischen Welt ein gedrungen. Die Balfour-Deklanation und das Wilson-Programm der Befreiung, der kleinen Nationen hat die Köpfe verwirrt. •Viele Zionisten glaubten vor fünf Jahren, •der Juden- ’ .Staat sei nunmehr Tatsache geworden.- Sie vergassen, ׳ dass selbst wenn dem so gewesen wäre, es noch Mäss-׳ ־' .stäibe der Gerechtigkeit und der Sittlichkeit im •nationalen ׳ Leiben gibt, die in keinem Fall missachtet wenden dtirften; das jüdische Volk, das immer die Untendniickung des Schwächeren verabscheut hat, kann auf keinen Fall ..׳ mit der Gesteeiner Herrenmatien aanfitrefeo“ Also: Absage an den Jadensbaat. An Stelle Herzls treten Gliurchill lind Samuel. ׳Die Balpur-Erklärung hat nur die Köpfe verwirrt. Nur vom Weissbuah, .welches die. dummen Zionisten erst nach langem Sträuiben und untei sahiwereim politischen Zwang •unterschrieben haben, kommt alles Heil. Das Streben nach dem Judenstäate ist verblendeter Gbauivinistrmis. ״Binationales palästinensisches Gemeiniwesen“ muss künftig die Parole lauten. An diesem heiligen, wenn auch etwas kühlen Feuer sollen sich fortan die jüdischen Herzen wärmen. Die unihejlige, aus dem chauvinistischen Hölleupfuhl auifischlagende Flamme der Juidenstaaterei muss erstickt werden. So will es das Organ der deutschen Zionisten. Und es begnügt sich nicht mit der Forderung mach Ausrottung der Idee vom Juden- Staat, sondern denunziert alle Anhänger dieser Idee, und das sind wohl 90 Prozent aller Zionisten, als Unterdrücker der Schwachen und Herren-Nationalisten. Die antizionistisähe arabische Presse kann sich keimen besseren. Eideslielifer wünschen als die ״Jüdische Rundschau“. Bisher gal- ׳ten. nur Jabotinski und seine kleine Gruppe als gevvalttätige Störer und Feinde des Friedens in Palästina. Die ״Jüdische Rundschau“ denunziert alle Zionisten, die den Judenstaat Herzls wollen, als Schädlinge. Die Auslassungen der ״Jüdischen Rundschau“ müssen entsprechend gewertet werden, denn die Zionistisehe Qrganisation Dutsohlands ist nicht irgend eine Gruppe kn Zionismus, sondern eine der einflussreichsten. Sie ist Trägerin der Politik und Stütze der gegenwärtigen Exekutivie, die wichtigsten Parteiposten in Europa und Palästina werden aus ihren Reihen heraus besetzt, sie bildet ein Zentrum des Zionistenkongresses, um das sich alle regierungstreuen Gruppen scharen sollen. Soll die Politik der Bekämpfung des Strebens nach dem Jmidenstaat fortan die Politik der Leitung und der Gruppen sein, Welche auf denn Kongress solidarisch mit der deutschen Organisation vorgelhen wenden? Die Frage ist nicht mtissig. Sie muss wenden. Reinliche Scheidung tut not, weil beantwortet sonst gefährliche Verwirrung eintritt. •Hierauf erwidert R. W. in der ״Jüdischen Rundschau“ mit der Überschrift ״Demagogische Polemik“ folgendes: :Jeder Leser dieser Auslassungen wind zugeben müssen, dass .sie auf einem Niveau stehen, das eine ernste Antwort unmöglich macht. Es wird nicht einmal der leiseste Versuch gemacht, die eingehenden, ׳und wie wir glauben, sehr ernsten Ausführungen unseres Artikels, der das •Problem, behandelt, wie die grosse Henzlsohe Idee •des Judenstaates, die eine aus -dem Gefühl für Gerechtigkeif ,und Wände entsprungene abstrakte Formel war. unter Wahrung ihres Wertinhaltes •in konkrete Politik urmzusetizen ist י— zu widerlegen oder zu' prüfen, sondern die Sache wind'verzerrt und zu taktischen Zwecken ausgeschlachtet, ׳um, nach dem Wunsche gewisser Kongressgruppen, Konstellationen zu denunzieren und zu stören. Unsere These,'dass das Ziel der zionistischen Politik der Zwemiationalitätenstäat. ist, ohne herrschende Mehrheit und unterdrückte Minderheit, ist wohl vereinbar mit Hertzl$ Gedanken einer Lösung der Jüde.nfrage durch territoriale Konzentration. Das ChurchillsÖhe Weissbuch gibt in!dem Teil, der die Interpretation des politischen Zieles enthält, eine klassische ׳ Formulierung —■ gestützt auf die Deklaration des 12. Kongresses. Auf die Frage, was mit den Arabern — seien sie 70 oder 30 oder 49 Pro zent dar Bevölkerung — in einem reinen ״Judenstaat“ geschehen soll, eine Antwort zu geben, passt natürlich nicht in den demagogischen Kram des für diese Notiz der ״W. M.-Z.“ verantwortlichen Politikers. Wir bedauern, dass gleich zu Beginn des Kongresses mit deratigen 'Mitteln gearbeitet wird. YVir werden uiis daran, •trotz der offenbar ansfeokenden Macht des Wiener Milieaus, nicht beteiligen. Wir bringen diese Polemik, damit unsere p. t. Leser einmal Eindruck gewinnen in die geistige Werkstatt unserer Gegner, die hie und da sieh auch gegeneinander wenden. Sie vereinigen sich aber allesamt brüderlich in einer demagogischen Polemik, wenn es gegen die Orthodoxie im allgemeinen, besonders aber wenn es gegen die Aguda geht. Der jüdische Nationalionds und die Orthodoxie. An der jüngsten Konferenz des Naitionalfonds in Wien wurde auch über die Methoden zur Gewinnung1 der orthodoxen Massen für den Nationalfonds beraten* Die Nedarim-Spende wurde als die zweckentsprechendste Form für die orthodoxen Kreise anerkannt. Scheinbar; haben die Herren Nationalfondskommissäre nur mit der einen Seite des Problems sich beschäftigt. Sie haben die Nedarim-Spende als die zweckentsprechendste Form für die orthodoxen Kreise anerkannt. Die andere Seite des Problems, ob die orthodoxen Kreisel den Nationalfonds anerkennen, scheint die Herrschaften nicht beschäftigt zu haben. Für sie ist die Orthodoxie noch immer bloss ein Objekt. Scheinbar muss die Orthodoxie noch viel und Krlegiwalientond der Agudas Jisroel Einladung zur Generalversammlung. Sonntag:, am 24. Elal 5685, 13. 80ptember 1925, 3 Uhr nachmittag:■, findet die Generalversammlung im Sitzungssaale, II., Leopoldsgasse Nr. 16, Btatt, wozu die p. t. Mitglieder hierait eingeladen werden. TAGES0RDNUN6: Bericht des Vorstandes. / Wahl des Kuratoriums. / Wahl von acht Vorstandsmitgliedern. / Wahl von drei Revisoren. Falls die Versammlung nicht beschlussfähig ist. fiadet eine halbe Stunde später eine Generalversammlung statt, welche ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlussfähig ist, I. I. T h u m i m, Obmann. NACHSICHTER Wiederbelebung der m Ungarn. Die Leitung für die Komitate Sopron, Gruss an die Csornaer Generalversammlung des Machsike Hadass. Nach langer Zeit ein Zeichen erwachenden reli■» giösen Lebens aus Ungarn: Die Machsike-Hadass von Transdanubien lädt zu' einer Generalversammlung ein. Durch den Krieg und die schweren Nachkriegszelten war jede grössere Arbeit auf diesem Gebiete un-, möglich geworden. ' Nun hat man sich an die wenig erfreulichen wirti schaftlichen Verhältnisse genügend gewöhnt und ange-j passt,!um auch für geistige Dinge Kopf und Zeit zu haben. Die erzwungene zehnjährige Pause hat!viele Ein; richtungen verfallen lassen und ist das ArbeitsgebietF für תורה עבודה ונ״ח■ ein sehr grosses. ׳׳ . . , Die allezeit rührige Machsike-Hadass wird hoffent; lieh in ihrer Generalversammlung am 10. Elul den Auf« takt zu reger Tätigkeit geben und beispielgebend für ganz Ungarn wirken. Es wäre dringend zu wünschen, dass dort auch der Weltlage der Jüdischheit gedacht werde, an deren Verbesserung jedes Land und jeder Jehudi mitzutun hat; Die ungarische Judenheit müsste auch wer 1<ר tätiges Interesse bekunden, für den aufreibenden Kampf, den sje □יראי in ihrer Organisation Agudas Isroel, in der ganzen Welt, besonders aber in Erez Isroeb zu bestehen haben. Möge השי״ת die Versammlung in Csorna erleuchten» dass sie das Richtige treffe. Wolf Pappenheini., :•ץ ״MachsiKe-Hadasz“-Bewegung des Machsike-Hadasz-Vereines Vas, Gyer und Veszprem hat nach mehrjähriger Unterbrechung der Vereinstätigkeit ,auf den 10- Elul (30. August) eine Gen,eralversamm1 lung nach Csorna einberufen. Der Vollzugsausschuss* in dessen Namen die Herren Oberrabbiner K aha ne (Csorna). 1B i n e t (Szombathely), ferner die!Herren Paschkes (Csorna), Berger (Beled) und Steine!1 (Papa), zeichnen, hebt in seinem Aufruf nochmals die Wichtigkeit des Vereinszweckes hervor. Er beruft s|ich hiebei auf die Aussprüche von Chofez-Chajim und vom alten Hundsdorfer Räw. Die ״Jüdische Presse“, die stet^ mit aller Entschiedenheit für die hohen Ziele der Mach« sike-Hadasz-Bew’egung eingetreten ist, begrüsst herzlichst die Wiederaufnahme der Machsike-Hadasz-Tätigkeit in den westliche!! Komitaten Ungarns und wird über die Fort■* schritte der Bewegung ausführlich berichten. Rabbinerwahl. Das aut. orth. isr. Bezirks rabbinat Nyirmegyes (Ungarn) wählte in der am 9. d. abgehaltenen Generalversammlung einstimmig und mit grosser Begeisterung Herrn Ra'bbiner Samuel!David Jungreisz aus Fehergyarmat, Schwiegersohn ,des Oberrabbiners Ignäc/z Jungreisz ,, זצ״ל von Kaschau, zu ihrem Bezirks־ aberräbbiner -und Matrikelführer. Dr. Robert Weiss nach Erez Jisroel abgereist. Dr. Robert Weiss, der.neue Leiter des Informationsbureaus der Aguda in Tel-Awiw, ist Mittwoch mit dem Triester Abendsohnellzug nach Erez Jisroel abgereist, um sein י Amt anzaitreten. Am Balmhai versammelten sich seine ' ׳Freunde und Verwandten und bereiteten ihm eine herzliche Abschiedsfeier. Die heurige Europatour Morris Engelmanns. Wien. (AJPB.) Morris E n g e l ra a n n, der Mitbegründer und eifrige Mitarbeiter des amerikanischen ״Joint“ befindet sjch wie alljährlich bereits seit Monatsfrist in Europa auf einer Studienreise und hält 6ich derzeit iu Wien auf. Der Wiener Vertreter des AIPB. hatte. Gelegenheit! Mr. Morris Engeiraann über :dieneuen Aufgaben. des ״Joint״ und seine persönliche Stellungnahme zu interviwea. Mr. Engelmann führfe aus, dass die ökonomische Lage den Juden in Europa nach der Inflationsperiöde viel’׳trauriger geworden ist, als zur Zeit, da der ״Joint“ viele Millionen Dollar in Amerika aufbfächte, um sie unter die Jüderf Europas zu verteilen. Aus diesen Motiven heraus hat der ״Joint“ hach langer Pause die Wiederaufnahme seinei1 Tätigkeit beschlossen. Er selbst hatte auf seiner vorjährigen und auch bei seiner jetzigen Tour Gelegenheit׳ sich von der dringenden Notwendigkeit energischer sozialer Hijfstätigkeit zugunsten von Millionen leidender Juden zti überzeugen. Zur materiellen Not tritt ausserdem in erhöhtem v ■Masse die seelisch-geistige Bedrängnis. Die t r ad i ti o n st r e u e n Juden, die die überwiegende Mehrheit der im Elend befindlichen Juden Europas bilden, sind nicht mehr imstande, ihre r e 1 i g i ös e n I n s t itu tionen aufrecht zu erhalten. Er. hat es -selbst;in zahllosen Fällen miterlebt, dass die Juden über die geistige Not in grössere Verzweiflung geraten seien, als über das leibliche Weh. Sie sind inasslos unglücklich, wenn sie zusehen müssen, dass ihre Jugend durch die finanzielle Bedräng 11 is der religiösen Er- Ziehungsanstalten in links radikale Zirkel gedrängt werden, wo sic geistig und moJ ra lisch verfallen. Herr Engelmann erachtete es bei seiner Bereisung Europas für überaus wichtig, die verschie denen Korporationen vor Spezialdeleg a t i o 11 e n nach Amerika a b z u 11 a 11 e 11. So hat z. B. die Pressburger Jeschi wa 11, eine der grössten und ältesten Lehranstalten Europas, für den Bau eines Interrfatsgebäudes und Lehrhauses, deren Inangriffnähme nach seiner eigenen Ueber/eugung unaufschiebbar ist, bereits alle Vorarbeiten zur Entsendung einer Delegation, die die hiezu notwendigen Kapitalien in Amerika auf bringen sollten, getroffen. Es ist ihm gelungen,, diese Ab-♦ sicht zu vereiteln, doch hat er seine diesbezügliche Inter' vention bei den massgebenden Stellen zugesagt. Das gleiche gilt für eine Reihe von Lehranstalten! Spitälern, Versorgungshäusern usw. Der AJ PB.-Vertreten fragte, warum in der vergangenen Tätigkeitsperiode deS Joint“ die gesamte Orthodoxie, also die Masse der im Elend befindlichen Juden, so sehr vernachlässigt w u r d e 11 und welche Massnahmen in der kommende« Kampagne getroffen werden, um diesen Uebelstand z« beseitigen. Mr. Engelmann meinte, dtfss die Schuld an der Orthodoxie gelegen sei, weil sie mit zu wenig Forderungen an die amerikanische Oeffentlichkeit herangetreten sei, dass allerdings auf ׳ deren wenig verbreitete* Presse zurückzufi'ihren ist. Im Jahre 1919 war er selber in der Kommission für Zentraleuropa und insbesondere für das alte Oesterreich-Ungarn, wodurch er die Möglichkeit für die Ueberwachung dieser Gebiete gehabt hätte. Nur sei er in Angelegenheit der koscheren Fettbeschaffung über Wunsch von Oberrabbiner Ritter und Oberrabbiner Fürst, sowie zahlreicher deutscher rabbinischen Autoritäten nach Amerika zurückgereist. Hiedurch war er verhindert, an Abschaffung des Uebels wirksam mitzuarbeiten. Als am 14. Mai d. J. der Beschluss zur Wiederbelebung der Jointarbeit bekannt wurde, wendeten sich die bedeutendsten unter den jüdischen Führern auf telegraphischem und schriftlichem Wege an ihn. Seine1 heurige Studienreise diente der Klärung dieser Frage Und sei er zur Ueberzeugung gekommen, dass dank der guten Organisation, die die Juden etwa*, in Ungarn, Slowakei, Jugoslawien, Transylyanien* Oesterreich,. Bukowina,., ״Galizien besitzen und welche behördlich anerkannt'sind, män mit Leichtigkeit eine gerechte Verteilung garantieren kann. Amerika wird nicht mehr 1 o k a 1 u 11 k ü n d iga Personen zur Verteilung nach Europa entsenden, sondern es wird S aejie de r;ein ze 1nen Landesrepräsentantenset11 ׳, in Form von Memoranden ihre Wünsche geltend z.b machen und zu ■realisieren. Die amerikanische Hilfe soll womöglich direkt an die einzelnen Institutionen gehen. Es wäre nicht klug, neuerlich eine kostspielige Administration zu errichten. Es wird hoffentlich gelingen׳ die europäischen Juden zu überzeugen, dass der ״Jöirit“ kein Parteiorgan, sondern ein Instrument der Gesamijudenheit sei. J Der Genier Kongress für das Kind. Atu 24. August wmride im Palais Elektonal, Gen(, der ׳erste allgemeine Kongress ■für das Kind eröffnet, in Gegenwart von •zirka 600 Delegierten aus allen Weltteilen. Die Delegierten setzten sich zusammen aus Vertretern der Regierungen uttd d׳er Organisationen, welche sich für Waisen-, verlassene!Kinder, Erziehungswerke etc. .interessierten. Der Vormittag war resienvlert für die offiziellen Eröffnungsreden. Bundesrat Häiberlin namens der Schweizer Regierung, Staatsrat Oltramare namens der Regierung von Genf begrüssten den Kongress. Sodann ergriffen (das Wort Prof. Klemens v. Pirquet von ׳der Wiener Universitätskiiniik als Vorsitzender der ersten Gruppe Hygiene ׳und Medizin, Prof. See Ile von der Universität Bijou als Vorsitzender der zweiten Gruppe Hilfe und soziale-Fürsorge, Frau Marquise 1d’A1be׳r1d1e e n and temair!als Vorsitzende der dritten Gruppe Erziehung und Propaganda, um!die Programmpunkte zu erläutern. Von jüdischen Institutionen waren vertreten: Die jüdische W e 1 ׳t h i 1 ׳f 1s k 011 ׳f e r e n z durch H Alb er s 0,n, Frau Ehre 11 ie 1 d,!Prag, der Jüdisc 11 e Frauenbund durch Frl. Pa p p e ׳n h e ׳i m, Frankfurt, Frau Brenner, Leipzig, Frl. Kar׳m!insky, Berlin, ׳Frau Dr. M eu t e, ׳die jüdische Frauen 1■ i gt durch Frau Ahersou, Genf, Frau L׳e׳bact, Genf,. Ag.oud a t •11 Jisroel durch S 1a 11 y G u g g e n 1h e i!m, Dr. med. Weil 1׳,!Colmar, die u n a a r i s c h e K •i n!d e ■r f •ü r s 0 r g e durch Frl. Dora Heiden. 'Am Abend vereinigten sich di!e jüdi seihen D e le gie r t׳en zu gemeinsanier Aussprache ׳und Be s p r e c h u!n g ihrer 1H a11׳ u n g und ihrem e iv e n t u el 1 e n gemeinsamen V 0 r g e 1h e m. E s w u r!d e nach ein e ׳m s e h r int e re ss ante׳m 'Ge!dankena׳us tausch volll׳e ßiiiu ig utig erzielt. . ' ... ״ Betty Rothschild stellt sich der Beth-Jakob״Bewegung zur' Verfügung..Frl.,Betty Rothschild, das ®ich durch ihre segensreiche, aufopfernde Tätigkeit auf den versohiedensten Gebieten der . sozialen Fürsorge ׳bereits einen guten Namen ׳gemacht und. die!Mädoliengruppe _ der Aguda ׳in Zürich, auf ,eine mustergültige Höhe enfalgreicHer Arbeit gebracht hat, entschloss sich, einige Monate ihrer kostbaren Zeit der Befch-Jakob-Bewegung 111• Polenי :zu widmen. Auf der Durchreise hach Krakau weilte sie diese Woche Mittwoch in Wien, ׳wo sie der Aguadzentrale einen ■Besuch dbgestattet •hat. Mit dem Nachtschnellzug •׳begäb sie sich nach Krakau, w:0 sie von Senator Deut Soli er und einer Abordnung d-e® Beth-׳Jakbb־Komftes empfangen ׳wurde. Sie setzte al&daan ihre Reise nach Robow fort, •um sich am Feria^lcurs der Beth-Jakob-Lehrerinneh zu beteil'ilgen. Sie wunde vpa iler. Kursleitung wie von; den Lehrerinnen ׳henzlicl\5t beignusst.-M^n knäflift; grbsse Er Wartungen 'auv ׳die bewährte Anbeitskraft Frl. Betty Rothschilds.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.