Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 35 (28.8.1925)
- Date
- 1925-08-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sefste 228 JÜDISCHE PRESSE Nr. 35 es.•*war. Die wirtschaftliche Sicherheit, der politische; Schutz, die von der Sozialdemokratie auch dem jüdischen Volke gewährt werden könnten, verlieren ihren Nutzen/ wenn das jüdische Volk als Entgelt hiefür sein Bestes, sein Teuerstes, seine Existenzgrundlage, sein Judentum hingeben müsste. Es bleibt somit dem Sozialismus, wie überhaupt jeder europäischen Bewegung gegenüber un־> ser Standpunkt, dass für uns Juden weder Liberalismus noch Nationalismus, noch Sozialismus, noch irgendeine ■europäische Idee ■von dauerndem ,Vorteil sein könnte. Alle diese Ideen haben in ihrer Blütezeit viel Verlockendes auch für Juden geboten. Die Folge war aber immec - Assimilation* Verfall und unnütze Vergeudung jüdischer Kräfte. Für uns Juden bleibt nur unser Judentum. Dies macht uns stark. Stärker als die mächtigsten europäischen Ideen, deren Schwäche und Kurzlebigkeit heute jedem offenkundig sind. ■[. p. Thoratreue Jugendtagungen in Deutschland. Bundes- und Delegiertentag der Agudas Jlsroel- Jugendgruppen. JW'ürzIburg.!(A. J.!P.!B.) (Schlussberioht.) ■ln der Nachtsitzung vom 3. August kam es zu einer leb-• haften Diskussion in der Esrafrage. Der ״Esra” ist die Organisation der gesetzestreuen Jugendbewegung, in der sich in letzter Zeit Tendenzen bemerkbar machten»? sich auch geistig von der Agudas Jisroel loszulösen. Den! Abschluss dieser Debatte bildete die fast einstimmige An־! nähme der nachfolgenden Resolution: ״Der zweite Bun־i destag der A. J. O. Ibegrüsst die seit dem ersten Bundes•* tag gefassten Beschlüsse der Esra, die die ideelle Gen meinschaft mit Agudas Jisroel und die Unterstellung unter den rabbinischen Rat betonen. Er erhofft vom diesmaligen Esratag, dass er in Ausführung!dieser Beschlüsse hinfort seine Erziehungsarbeit von dem Gedanken!leiten lässb dass die Grundidee! der Agudas Jisroel, die Anerkennung! der Thauro als alleiniges konstituierendes Prinzip der Jüdischen Gemeinschaft, für die religiöse Erziehung jedeä jüdischen Individuums in systematischer Weise!fruchtbar gemacht werden muss. Der O. V. wird beauftragt,. im Anschluss an die Tagung in Homburg in Verhandlungeri mit der Esra-Bundesleiiung einzutreten, um eine genaue* Abgrenzung der Arbeitsgebiete Von Esra und Agudas! Jisroel vorzunehmen, sowie durch ständige Fühlungnahme mit der Esra-Leitung, für eine gedeihliche, friedliche sammenarbeit zu sorgen. Am Dienstag früh wurde unter dankbarer Anerkennung der Leistungen der Verbandslei*{ tung, Köln, für die nächste Periode wieder zum Hauptsitz, und Herr Leo Munk zum Vorsitzenden der Jugend- Organisation gewählt. Starken Eindruck machte!alsdann das durchdachte Referat von Dr. Robert We iss-Wien über ״Aulim und Baunim”: In einer historischen Zeiä gehen unsere Aulim auf die Wanderschaft. Zur Zeit der Scheidung zwischen ä u s s e r 1 i c h e r Gesetzesbewahrung und i n n e r Ii c h e r G es e t z est re ue. In Chuzio-Orez besteht ein Nebeneinander zwischen jüdischer überlieferter Kultur und dem nicht jüdischen Zivilisationsrahmen; insJ besondere dem Wirtschaftsleben, das die jüdische Kultur timschliesst. In Erez Jisroel wird ׳das jüdische Kulturleben von einem jüdisch en. Zivilisationsrahmen umgeben ■sein* ־ wenn die Mehrheit d«s Jischuw aus innerlich gesefzes■» treuen Juden sich zusammensetzen wird. Voraussetzung hiezu ist , die gründliche Ausbildung 'in einem der produk1־־ tiven Berufe, insbesondere in der Landwirtschaft, im Gar־» tenbau und Handwerk. Lehre und Leben im schöpferischer! Tagewerke zu verinnerlichen, Gesetzesforderungen und •Zivilisationsgüter organisch in harmonischem Einklang!zu bringen, so dass Thauro und Awaudo zur Einheit werden, das ist die Aufgabe!unserer Chaluzim, unserer Aule Erez Jisroel. Im Anschlüsse daran wurden folgende Ret Solutionen angenommen: 1״. Der Bundestag der A. J. J. Gl fordert erneut die Jugendgruppen Deutschlands!auf, im! Rahmen der von der Palästina-Zentrale geleiteten Arbeit für den Aufbau von Erez Jisroel im Geiste und nach den Bestimmungen der Thauro und auf der Grundlage deif Die Glücksteller. (Eine wunderliche, aber trotzdem wahre Geschichte.) I. Es war ein heisser Sommertag. Simon Hirschberg, der jüdische Oberlehrer des Städtchens, sass eben mit seiner Familie, die aus Frau und fünf Töchtern bestand, beim Mittagessen, als es draussen schellte. Das Mädchen öffnete ,und meldete, dass draussen ein Hausierer sei, der Spielsachen!!und Glas- und PorzeUangegenstände zu verkaufen ,hätte.) ״Ach, Spielsachen“, sagte Frau Hirschberg seufzend, ״dazu sind meine Kinder schon zu gross, und Glas und Porzellan habe ich alleine genug. Geh’ Hanne, sag’ dem Mann, dass ich nichts gebrauche.“ Noch bevor das Mädchen den Auf■1 trag ausführen konnte, stand der Hausierer auch schon auf der Schwelle des Zimmers und bat die Hausfrau inständig, ihm doch etwas abzukaufen, er hätte heute noch gar kein )Geschäft gemacht. Nun entschloss sich die Hausfrau, doch etwas zu kaufen, und nach nicht allzu langer Wahl hatte sie fünf kleine, bunt bemalte Porzellanteller erstanden. Die Kinder fanden die Teller sehr hübsch, und der Oberlehrer gab seiner Frau den scherzhaften Rat, doch jeder Tochter einen Teller zu schenken, selbe wären bei jeder allfälligen Verlobung sehr gut als Kalloh-Scherbchen zu gebrauchen. Gesagt, getan. Die Töchter zogen lachend, jede mit ihrem Teillerchen ab, der Hausherr ging in seih Zimmer, sich’s auf dem Sofa bequem zu machen und Fraü Hirschberg begab sich an ihre alltägliche Arbeit, einen •grossen Konb!Flickiwäsohe, der trotz allen •Fleisses nie leer ward. Schwere Sorge quälte die brave Frau. Ach! ihr Mann hatte gut lachen und Verlobungsteller verteilen/ als ob das jemals einen jungen Mann ins Haus gebracht hätte! Fünf Töchter und das Gehalt eines Oberlehrers, nein, sie war wirklich nicht zu beneiden. Noch dazu war die Aelteste erst kürzlich zweiundzwanzig Jahre alt gewor■» den, es war die höchste Zeit, das Mädchen zu verheiraten. War es unter solchen Umständen auch weiter verwunderlich, I dass sie, so oft sie von einer Verlobung hörte, aufgeregt{ | ■ -» Selbstarbeit (Awaudoh azmiss) dahin zu ,wirken, dass eine möglichst grosse Anzahl von jungen Agudisten und Agudistinnen nach Erez Jisroel übersjedeln* Voraus■* Setzung hiezu ist eine gründliche Ausbildung der Auliirt möglichst als Landwirte, Gärtner, Handwerker, ferner/ falls ein aktueller Bedarf in der palästinensischen Wirtschaft gegeben ist, auch in1 wissenschaftlichen oder kauf•» männischen Berufen. Der Bundestag ist sich hiebei dessen bewusst, dass die Golus-Arbeit der Jugendgruppen dadurch nicht eingeschränkt werden wird, da die Erfüllung der» Pflichten für Golus ■und für Jischuw Erez Jisroel ein! untrennbares Ganzes sind. — 2. Der Bundestag richtet an die •Palästina-Zentrale das Ersuchen, die Erez Jisroel( Arbeit der Jugendgruppen dadurch zu unterstützen, dass! sie durch Bereitstellung von geeigneten ,Materialien und Be-, helfen den Vorständen der Jugendgruppen es ermöglicht» mindestens jede Ratischchaudesch selbständig eine Be-j sprechung der aktuellen Erez Jisroel-Fragen religiös־* geistiger, politischer und wirtschaftlicher Art!zu veran-, stalten. —3 ־. Der Bundestag ermächtigt den O{ V., alles geeignete zu veranlassen, damit eine genügende Anzahl von erprobten Ausbildungsstellen, landwirtschaftlicher und handwerklicher Art für die Aulim der A. J. J.-Gruppeu Deutschlands jederzeit zur Verfügung• stehen. Der Bundes־! tag erwartet, dass die Palästina-Zentrale der A. J. durch! Subventionen auch die Ausbildung minderbemittelter Aulim ermöglichen wird. — 4. Der Bundestag richtet an die; Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel das Ersuchen, alle! Unternehmungen in Erez Jisroel, deren Eigentümer Agu־» disten sind oder der Aguda ,nahestehen, zu veranlassen/ dass in erster Linie ausreichend ausgebildete Agudisteif zu allen Arbeiten herangezogen werden ׳und erwartet, dass die Aulim aus Deutschland hierbei entsprechende Be•( rücksichtigung finden werden. Die Nachmittagssitzung brachte noch zwei interessante Referate von Wolf Si J ac0bsfohn-Hamburg und Max Guttmann-Nürnberg über Aguda-Arbeft in Stadt und Land. Sodann wurde der Bundestag geschlossen. 1 Die Esra-Tagung auf der Homburg vom 16. bis 19. Aw 5685. Bin einfacher fränkischer Bauernhof, die ,/Bergmühlle“ am Fusse der Burgruine Hamburg, war der diesjährige Tagungsort für ■den Bsra. Dorthin waren sie י zusammengekommen aus allen Teilen Deutschlands, um zu beraten und Stellung zu nehmen gegenüber dam, was ׳die Gegenwart von uns fordert. Keine Betriebsamkeit ׳und Gschaftlhuberei, sondern intensive Geistesarbeit war der Grundton dieser Tagung, deren Wert und Erfolg sich nicht nach den gefassten Re- Solutionen und Beschlüssen allein!bemessen lässt. Die Tagung auf ■dem einsamen Gehöft, fern von jedem über- ■kammenen Banusenturn, war der Prüfstein dafür, ab der Esra ein jüdisches Milieu schaffen konnte. Die Aufgabe wurde erfüllt. I. Mit wenigen, knappen Worten leitete am Donnerstag mittags Eli Munk-Berlin als Bundesleiter die Tagung e'in, ■deren Verlauf Diistriiktsraibbrner Dr. Bamberger-iKissiingen, in dessen Bezirk der Ort der Tagung liegt, ׳mit herzlichen Worten den ■besten Erfolg ■wünschte. Es folgen noch mehrere Begrüssungsansiprachen, Verlesung von Telegrammen, und nach dem Tätigkeitsbericht ׳der Bundesleitung sowl'ue der beiden Presseorgane (Führer- •und Juigendblätter) setzt die Generaldebatte ein. Jeder von unis hat es doch schon irgendwo im'ifcgemachifc, wie dieser Punkt der Tagesondnung •der TagimgäleÜtung ■am meisten Schwierigkeit bereitet, wie sich •die Debatte ins Uferlose ergieisst und tausend Wichtigkeiten, die doch nur Nebensächlichkeiten■' sind, zur Sprache gebracht werden. Doch nichts von alledem. Es war das uneingeschränkte Vertrauen zur Bundes¬ Herren-, Knaben- und Kinderkleider fertig und nach Man Massabteiluug bis zu den feinsten englischen Stoffen. Erstklassige Zu- Schneider. Eleganteste Ausführung. Auf Vermeidung von שעטנז wird geuauestens geachtet. J. STERN, Wien. II., Glookengraane 25. T. 46013. _ Beachten Sie die Hausnummer. __ umherging, und dass ihr Mann über dieses immer wiederkehrende Verlobungsfieber immer wieder böse wurde? II.!Einige ■Wochen später; besuchte ■der ,Kantor Peretz Blum den Oberlehrer. Kantor Blum war im ganzen Städtchen beliebt und hoch geehrt, nicht seiner Stimme wegen, die höchst mittelmässig war, aber Peretz Blum besassj darüber waren alle Frauen einig, die himmlische Gabe,1 Ehen zu stiften, und das Städtchen besass der heiratsfähigen Töchter viel.!Der Besuch wurde■ in die!gute Stube“ geführt, wo er alsbald dem Oberlehrer mitteilte, dtss er eine wichtige Sache mit ihm zu besprechen habe. ■Die Hausfrau zog sich diskret zurück, allerdings nur bis' hinter die Türe und hier das Ohr fest an das Schlüsselloch gepresst, lauschte sie angestrengt, um nur ja kein . Wort des Gespräches zu verlieren. Was sie erlauschte* war allerdings geeignet, das Wort vom Lauschen an der Wand zu schänden zu machen. Der Kantor erzählte, dass ,Herr X., der •reellste!Kaufmann im!Städtchen, seinen;!Sohn verheiraten wolle. Auf Geld stehe selber nicht an, er suche aber ein frommes, gut erzogenes, wirtschaftliches Mädchen, und dafür sei die älteste Tochter der tüchtigen Frau Oberlehrer im ganzen Orte bekannt. Und so war er denn, fügte der Kantor noch hinzu, im Aufträge de? Herrn X. hierher gekommen, um zu erfahren, ob Herr Hirschberg einverstanden sei. Noch bevor der ein wenig erstaunte Hausherr antworten konnte, ertönte plötzlich von der Türe her ein lautes ״Ja, ich bin einverstanden“, und die beiden verdutzt aufspringenden Herren sahen die nicht im geringsten verlegene, sondern selig lächelnde Hausfrau im Türrahmen stehen. Als selbe nun’ anfing, die Vorzüge ihrer ältesten Tochter aufzuzählen, empfahl sich der Kantor schleunigst: er kannte ja die Vorzüge aller heiratsfähigen( Töchter im Städtchen, sie hatten alle die gleichen Vor- Züge. Und nun ging alles in schönster ,Ordnung, die jungen Leute lernten sich kennen, gefielen einander, und bald wurde im Oberlehrerhause fröhliche Verlobung geleit.ung, die restlose Zufriedenheit mit ■der von ihr unid ihren Beauftragten geleisteten Arbeit, welche die Generaldebaitte •nur zu einer Gelegenheit und Möglichkeit für mehrere kleine Anfragen gestaltete. So konnte denn schnell zu einem wichtigen Teil des Geisamtprogramms geschritten werden, zur Statutenfrage. Auf der letzten FuiMaer Tagung im 5684 טבת war die neugewähite Bundesleitung!damit!betraut worden, •ein Statut zu entwerfen, ■das bis zum nächsten Bundestag Gültigkeit besitzen sollte. Dieses im אלול veröffentlichte Statut unterschied sich in prinzipiellen Fragen so wertig von den jetzt erngereichten Breslauer ,und Hamburger Entwürfen, dass!nach einem einleitenden Referat von Eduard Freund für den Breslauer Entwurf, Carl Meyer- Hamburg sawlie Harry Abt-Frankfurt ׳sich in Ihren Referaten für den Hamburger, beziehungsweise Bundesieitungsentwurf auf kurze, ergänzende Bemerkungen beschränken konnten. Die von einer Statutemkommission vorgeschlagene einheitliche Fassung wunde vom Plenum en bloc angenommen.!Es lieigt im Wesen eines Statuts, dass es Formuliierungen enthält, die Gemeingut eines jeden 'derartigen Werkes sind. Entscheidend!ist nur der Tendenaparagraph, dessen Fassung in unserem Bunde!bedeutungsvoll genug!ist, um ihn einer weiteren Öffentlichkeit bekanntzugeben. Paragraph 2 lautet: ״!Der Bund erstrebt die Erziehung seiner Mitglieder au solchen יהורים die sich in ihrem Einzel- und Gemeinschaftsleben de!m göttlichen Gesetz ■unterstellen.“ Die das Verhältnis zur Agudas Jisroel ׳betreffenden Paragraphen erfuhren •keine Veränderung.־״) Es wurde je- •doch, veranlasst durch die in Würaburg jüngst gefasste Resolution, der A. J. J. O., eine Ko:m׳mli1ssion eingesetzt, die das beiderseitige Verhältnis ׳noch einmal zu prüfen hatte. Es muss an dieser Stelle ausdrücklich betont werden, dass für ׳uns zumal nach der in Frankfurt vor einiger Zeit getroffenen Vereinbarung ׳müt ׳den ׳Herren Jakob Rosenheim und Leo Munk keinerlei Veranlassung vorlag, die Frage wieder aufzurallen, eis war lediglich elin Akt der Loyalität unsererseits, wenn w!ir ׳die Würzburger ,Resalution zum Gegenstand einer eingehenden Kammisslionsberafcung machten. Uns erschien eine Balasisimg des Status q׳uo •notwendig zu sein unid der Struktur des Bsra nicht nur seiner Seins-, sondern auch Sollens-iArt ■am ehesten Rechnung zu tragen. Die Fürther Beschlüsse gelten nach wfie vor. Um jedoch entstandene Irrtümer und Missideutungen ausausahliiessen, nahm der Bundestag folgendes als authentische Interpretation zur Kenntnis: ״Der Bsra ist auf Grund seiner I'deengemeinschaft!zur A. J. nicht neutral. Er steht jedoch auf dem Stand- Punkt,!dass seine Erziehung unpolitisch sein muss. ׳Demzufolge darf die Organisierung in, einer jüdischen Organisation mit politischer Betätigung nicht propagiert werden.“ II. ׳I׳m Mittelpunkte ׳der Tagung stand ׳das Erez Jisroel-!Problem. Es ׳mag Deute geben, für die Erez Jisroeil kein Problem imebr ist oder es noch nicht ist. Eine Erzrehurngsgemelinschaft jedoch wie ■der Esra,!darf ,an dieser Frage,!die mehr ist als eine rein aktuelle, nicht voriülbergeihen. Ihr Hyperklugen, Ihr Ueiben^escheiten, wäret״I'hr bei uns gewiesen am ׳umvengesslioh schönen שבת als; die nachmittags gehaltenen ',’א״י -Referate!! von Isaak־; Sohnerb- Frankfurt a. M.!und Herbert Mey!er-Be׳tzenra׳d nur unterbrochen wurden van ג, סעודות als das ׳schon in Abenddämimerung getauchte, sonst so stille waflldige Tial widerhallte von in echter מנה gesungenen 11 זמירות Und wäret ihr nach Nacht ■da'bei gewesen, als ■die ■immer hilfsbereiten Münchener Jungems ׳schnell ein hell loderndes Feuer ata Bergabhang entfachten, und i׳m Flam׳mensche.i:ne, wir sprachen über unserHeimatland V׳R! Es war lange nach Mitternacht, als wir uns trennten und unser auch dem Verwöhntesten und V!erzärtelltsten bald •liebgewordenes Strohlager aufsuchten. Dann kam, in früher Morgenstunde *)die besagen, dass Esra organlsato lisch selbständig, jedoch in innigster ideeller Uebereinstimmung mit ״Ag!das Iisroel“ arbeitet und deren rabbin•- sehen Rat untersteh . Ein Mitglied der O. V. der A. 1.1. O•, der Escra-Fiilire sein muss, gehört der Bunde-leitung des Escra an. Red. feiert, wobei das erste Tellerchen sein Glück und Ende fand. I״• Monate gingen ins Land.!Der rauhe Winter machte einem sonnigen Frühling Platz, da pochte neuerdings das Glück ans Oberlehrerhaus. Der Arzt des jüdischen Kran- .^enhauses hielt um die zweite Tochter an, und nach kaum einem Jahre konnte auch die Dritte ihr Tellerchen »zerbrechen. Frau Hirschberg strahlte, im Hause war eitet Glanz und Sonnenschein, •gab’s wohl im ganzen Städtchen eine glücklichere Mutter? IV. Einige Monate später verbreitete sich das Gerücht, dass das Städtchen Einquartierung bekäme. Dem Oberlehrer, der eine geräumige Wohnung inne hatte, wurde ^mrtgeteilt, dass er drei Soldaten zu beherbergen hätte.!Herr Hirschberg war höchst ungehalten. Drei Soldaten* die brachten viel Unruhe ins Haus, und er liebte doch »die Ruhe über alles. Also entschloss er sich, mit Fraif und Töchtern zu Verwandten in die Hauptstadt zu reisen» und dort den Abzug des Militärs abzuwärten. Nach• knapp zwei Monaten konnte die Familie wieder in ihr liebes Heim zurückkehren. Das liebe Heim sah allerdings sehr unwirtlich aus, und bei dem nun einsetzenden grossen Reinmachen fiel überdies das Fehlen einiger Gegenstände, die nicht niet- und nagelfest waren, auf. Unter anderem fehlte auch das Tellerchen der nun ältesten vierten Tochter, •worüber Frau ׳Hirschberg sehr aufgebracht wurde, und sich nur durch das begütigende Zureden ihres Mannes, es würde diesmal auch so gehen, beruhigen Hess. Ihr Mann schien auch Recht zu haben. Viele gute Partien wurden angetragen, doch bei dieser Tochter ging alles schlief, zu einer Verlobung wollte es nicht kommen. Es war sogar schön einigemale vorgekommen, dass eine Sache knapp vor dem Abschlüsse stand, in der Familie war der Verlobungstag schon festgesetzt, die Hausfrau hatte schon ira Geiste das feinste Menu zusamraenge-