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Jüdische Presse · 1925-07-17 · 29 (17.7.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
29 (17.7.1925)
Date
1925-07-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 29 JÜDISCHE PRESSE Seite 193 * der zionistischen Leitung, auf den Waad Halei/mi1 zu wirken, dass er in der Frauenwahlrechtsfrage nach1־ gebg. Es wäre ein sehr unglückseliger Zeitpunkt dafür gewählt worden, jetzt eine solche Spaltung zu. provo-4 zieren. Es gäbe genug zivilisierte Staaten, wo das Frauen■' Wahlrecht noch nicht anerkannt ist. — Der Gedanke ist auch wirklich zu bizarr, dass Jerusalem seine Meinung 11t der Frauenfrage aus New York beziehen solle. ®I NACHRICHTEN, ül Eine jüdische Musterschule in Wien. Als eine solche müssen wir die ״TaImud-Thora“-Volks- und Bürgerschule mit Oeffentlichkeitsrecht in Wien, II., Malzgasse 16, für! Knaben und Mädchen bezeichnen, und erfüllt es die zahl-• reichen Freunde und Förderer dieser Anstalt nur mit be-l sonderer Befriedigung, dass der seit einigen Jahren ange־f gliederten Bürgerschule vom österreichischen Bundesmini■# sterium auch das Oeffentlichkeitsrecht verliehen wurde* Neben gründlichem Profanunterricht erhalten unsere Kinder eingehenden Thora-Unterricht, dem sie mit Spannung und besonderem Interesse stets beiwohnen. Dazu werden1 die Kinder angehalten, dem öffentlichen G-ttesdienste all׳־ ־täglich beizuwohnen und erfüllt es die ständigen Besuchet! des geräumigen Talmud-Thora-Bethauses mit besondere!! Befriedigung, die Kinder an der allgemeinen Andacht lebhaft teilnehmen zu sehen. In dem neuen, allen hygienR sehen Anforderungen entsprechenden Schulgebäude sehen wir auch gesunde und wohlgesittete Kinder. Die Interessen dieser Anstalt, wo ״Thora“ mit ״Derech-erez“ aufs innigste) verbunden, gelehrt werden, verdienten nicht nur Aner־i kennung, sondern auch lebhafte Förderung a 11 e r K r e i s 6 unserer Grossgemeinde. A. 1 Die Vereinigung jüdischer Akademiker, Wien* hat am Montag, den 5. Tarmis <29. Juni), ihre das Sommer- Semester abschliessende Generalversammlung aibgetoalten. Aus dem Tätigkeitsberichte des abtretenden Vorstandes ist folgendes hervorzuheben: Wir haben in diesem kurzen Semester nach der erst :i׳m vorigen Wintersemester erfolgten Reorganisation der V. J. A. verhältnismässig Grosses leisten können. Wir haben vor allem auf ׳Wirtschaftlichem Gebiete die weitere Ausgestaltung ,unseres Vereinsheimes in der Malzgasse 16 vorgenommen. Auf dem geistig-ideellen!Gebiete haben iwiir״ ■unseren hohen!Idealen entsprechend, in Form von Schiurim, Referaten und Vorträgen gearbeitet. ■Folgende Schiurim wurden abgehalten: Dr. m. Grünberg:חומש ורשי Dr. e. Fried: גמרא: ב״מציעה Dr. S. Lamberg: רמבם Referate und Vorträge wurden allwöchentlich am Montag abgehalten, von denen die Referate der Herren iBbr. Dr. Leo Deutschländer und Dr. R. Weis!hervorzuheben sind. Besonders wertvoll für ■uns war der Vortrag!unseres ßbr. U׳ni:v.־ Prof. Dr. ■Max Eisler über jungjüdische Kunst, indem unser Bbr. in diesem Vortrage nicht nur seine Stellungnahme den jungen aufstrebendem jüdischen Künstlern gegenüber dargetan hat, sondern auch ein Bekenntnis seines ■warmen, echt jüdisch-menschlichen!Empfindens für uns und unsere Sache offenbart hat. Der Ferialausschuss besteht ■aus den Herren: Doktor A. Luria, Obmann; Dr. J. Pollak, Schriftführer;!M. Rosen, Kassier. — Eventuelle Zuschriften und. Informationen sind an die Adresse Dr. Luria, Schiffamtsgasse-7,!zu richten. — Tel. 44-8-71. Morric Engelmann in Wien. Morric E n g e 1 rrt a 11 n, der agile Finanzsekretär des!Zentral-Relief Committees!in ■New .York und einer der Begründer des Joint, weilte dieser Tage auf ■der Durchreise .in Wien, Er hatte Gelegenheit genommen, ■mit den Führern der Wiener Orthodoxie Rückspräche über!die Prinzipien der künftigen Joint-Arbeit zu pflegen. Morric Engelmann wird auch in diesem Jahre Mitteleuropa bereisen, um seine ■wertvollen Erfahrungen auf dem Gebiete der Joint-Arbeit mit neuen Daten zu er- ■gänzen. Frau Glückei Lederer ,ע״ך. -Freitag, 18. Tamus, ent- .schlief nach langem schweren Leiden in Sauerbrunn Frau Glückei Lederer im Alter von 29 Jahren. Einer streng jüdischen Familie entstammend, gründete sie mit ihrem Gatten Leopold ein echt jüdisches Haus. In diesem Hausei fand תורה עבירה וגל״ח eine Heimstätte. Die aufopfernde Fürsorge des Gatten vergalt sie dadurch, dass sie ihn stets! aneiferte, seine intensive Arbeit für .טובת הכלל speziell für die,יסודי התורד nicht zu unterbrechen. Schwer leidend# verzichtete sie oft gerne auf die Gesellschaft ihres Gatten, damit derselbe nur für die Allgemeinheit wirke. Ein! schweres Schicksal hat diese Rose im Garten G־ttes. inj ihrer Blüte geknickt, ihr Andenken wird zum Segen sein# Dem tiefgebeugten Gatten und den zwei kleinen Kindern( wendet sich das allgemeine tiefe Mitgefühl zu. Das Be׳! gräbnis fand Sonntag in Matterpburg statt. An demselben nahm die g־anze Gemeinde und viele Freunde aus Wien teil. Nachdem der Gatte tieferschüttert seinem Leid Aus! druck gegeben, würdigten die Herren Oberrabbiner Ehren־! feld und Rabbinats-Assesor Taussig in tiefempfundenen Worten die Lichtgestalt dieses wahren חגצבה אשת חיל Mikdas Meat. Im iBethaiise, Kleine Schiffgasse 8, finden!!Samstag um 5 und halb 7!Uhr ■Vorträgie über ׳den lWochenabsohnitt ■statt. Vortragender Rabbiner Dr. Wundermann. : ■ Szlkszo. Am ,7. Juli feierte hier Herr Jakob F r e is t a ■d t seinen fünfzigsten! Hochzeitstag. Die •ganze Ge-;meinde benützte diesen freudigen Anlass, um!den Jubilar und seine Familie herzlichst ׳zu beglückwünschen. Herr Jakob Freistadt zählt ■zu ■den! hervorragendsten Mitgliedern der!Gemeinde׳ und! genlesst!als ■ein Vorzugsschüler des einstigen Szikszoer Rabbiners Samuel Ehrenfeld Chasan Sofer, liebevolle Achtung lim Kreise seiner Bekannten. Herr Jakob Freistadt ist ein Bruder des Herrn ■Wilhelm Freist a d t, Amtsle'iter der israelitischen Kültusgemeinde in Wien׳. Kecskemet. Bei der letzten Generalversammlung der orth. Gemeinde wurde Rabbiner Viktor S ü s s m a n au$ Budapest mit einstimmiger Begeisterung zum hiesigen! Oberrabbiner gewählt. Der als grosser Talmudchochom und meisterhafter Kanzelredner bekannte Rabbiner hat diese Stelle, ohne jede materielle Vergütung, rein lschem) schomajim, angenommen und hat sich auch nach Kecske1־ met begeben, um dort vor allem das Limud Hatora und! die Talmudthora zu reorganisieren. An seine Tätigkeit knüpfen sich die besten Erwartungen und es ist zu wün7 sehen, dass G-tt das ideale Werk mit seinem Segen kröne. M. Neumann ln Ungarn. M. N e u m a n n, der Präs!- dent der grossen ungarischen Ohew-Zedek-Synagoge in New York, weilt zurzeit in Ungarn, um nach langen Jahren seinem Heimatslande einen Besuch abzustatten. Herr Neumann hat besondere Verdienste um die Ohew-Zedek- Synagoge, deren Rabbiner Dr. Klein ׳dieser Tage das 35jährige Amtsjubiläum gefeiert hat, erworben. M. Neu- ■mann verteidigt mit energischer!Hand die Interessen der Orthodoxie im allgemeinen und besonders die traditionellen ■Prinzipien der Ohew-Zedek-Synagoge. Er wird aus .seinem Heimatlande sicherlich neue ■Anregungen nach New York mitbringen, um der ungarischen thoratreuen Judenheit in ihrem schweren Kampfe für die Erhaltung Ihrer Thoralehranstalten entsprechende Hilfe zu schaffen. Eine neue Gründung des Keren Hathora. Eröffnung׳ einer zweiten Talmud-Tliora-Schule. Magdeburg. (A. J. P. B.) Rasch nach der Gründung der Talmud-Thora-Schule in Dortmund ist es dem deutschen Keren-Hathora-Direktorium gelungen, eine gleiche Anstalt in Magdeburg zu eröffnen. Sonntag, den 22. Siwan, 5 U'hr• nachmittags, fand in Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten die feierliche Eröffnung statt. Das!Hamburger Landesdirektorium hatte zu diesem Zwecke Herrn Rabbiner Dr. Lichtig entsandt. Grosses Verdienst!um das Zustandekommen1 dieser Gründüng gebührt dem!Rabbiner Isak Mayer, Magdeburg, der in seiner Eröffnungsrede folgende markante Worte aussprach: ,,Wenn d'er deutsche Keren Hathora nichts anderes geschaffen hätte als diese eine Gründung, die Talmud Thora in Magdeburg, und wenn es ihm gelingt, diese Gründung aufrechtzuerhalten und diurchzuführen, so sichert ihm das allein den g-ttlichen Segen für seine Arbeit, denn die Jugend in Magdeburg bedarf dringend dieser geistigen Fairsorge, soll sie die!hohen Worte ׳nicht ׳verlieren, die die Eltern aus der fernen Heimat mitgebracht haben, und die hier im Lande, wo wir uns doch verwurzeln sollen, doppelt gefördert sind.“ ן ״ Rabbiner Dr. Lerner tritt in den Ruhestand. H a mbürg. (A. J. 1P. B.) Dr. Lerne r hat eine!Reihe talmudiscli-wiissenschaftlicher Schriften ׳herausgegeben, die!von der Gelehrtenwelt mit grossem Interesse erwartet wurden. Der Rabbi tritt nach seiner dreissigjährigen, segensreichen Amtstätigkeit in den!Ruhestand.!Er!ist bekanntlich Mitglied des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel für Deutschland. Professor Dr. Sulzbach gestorben. Frankfurt am Main. (A. J. -P. B.) ׳Professor Dr. Abraham Sulzbach ist im!87. Lebensjahre gestorben.!Der bekannte Gelehrte war durch -lange Jahre!Mitarbeiter des ״Israelit“ und ist Autor folgender Werke: ״Renan und •der Judaismus“, ״Oichterklänge aus ■Spaniens besseren Tagen“, ״Rischus oder Judenidiosyn'krasie“, ״Die religiöse und weltliche Poesie der Juden vom 7. bis 16. Jahrhundert“, ״Targum scheni zum Buch Esther, übersetzt •und mit Anmerkungen versehen“, ״Bilder aus der jüdischen Vergangenheit“, ״Di׳e Ethik des Judentums“ usw. Fortschreitende Entwicklung der Agudaarbeit in Ost- und Mittelgalizien. — Grossrabbiner M. Friedmann nach Wien zurückgekehrt. L i s!k 0. (1A. J.!P. B.) Grossrabbiiner M. Friedmann aus Sadagora hat ׳Lisko besucht und ׳wurde ■unter Führung des Herrn Joel Fink von einer Delegation der Orts- und Jugendgruppen 'feierlichst begriisst. Der ehrwürdige Grossrabbi Hess sich über alle; Details der mustergültig geführten ■Ortsgruppen eingehend informieren und erwiderte in warmen, eindrucksvollen Worten die Begrüssungsansprachen. Grossrabbiner Friedmann erörterte in einer langen Konferenz alle Hauptfragen des A'gudaprogramms und veranlasste die ■Gründung einer Beth-Jakob- und Jessedo-iHatliora-Schule. Unter den ■zahl- ״ reichen Anhängern, die, zu Ehren: des in ■Lisko weilenden Sadagoraer Rebben dorthin strömten, kam auch der Obern rabbiner S*zymon Parcanczo wski aus Jessowof-Lu- •belska, Gründer der dortigen, d§h!Namen des ehrwürdigen Sadagoraer Rebben führenden Jeschiwah Meschiwath( Nofesch“. Dieser hielt über Anregung von Grossrabbiner; Friedmann in zwei Massenversammlungen Vorträge über ״׳Keren Hathora“ und ״Enziehung• von Knaben und Mädchen“. Der Sadagoraer Rebbe ist nach Wien zurück־ gekehrt. : ■! ■ ־ . Jaroslau. (A. J. P. B.) Die Jaroslauer Jugend- und Ortsgruppe entwickelt sich überaus gut. Der Daf-Jomi wird eitrigst studiert. Die Jaroslauer iKultusgemeinde hat beschlossen, den Keren-iHajischuw der ■Agudas Jisroel eine Subvention von 200 Zloty zu bewilligen. Sie hat dadurch als erste Kultusgemeinde Polens ׳ihre :Sympathie f!iir die Arbeit der Aguda auch durch finanzielle Förderung kundgetan. Wie )verlautet, werden diesem Beispiele viele •andere ’ Gemeinden folgen. ' Buczacz. (A. J. P. B.) Anlässlich •der Durchreise von Rabbiner Lau aus Kolomea wurde!in Buczacz •eine Ortsgruppe ׳der Agudas Jisroel gegründet. Der berühmte Propagandaredner hielt ein glänzendes Referat!im Kossower Bethaus, ■das die zahlreich erschienenen Gäste nicht fassen 1konnte. Der Zutritt zum Saale musste wegen der Ueberfüllung ׳frühzeitig geschlossen werden und es mussten viele hunderte Juden dem -mit grossem ׳Interesse er- ■warteten Vortrage fernbleiben. Es wurden Komitees für Keren IHathora, Erez Jisroel, Schmirath!Schabbos, Presse .und zur Bildung einer Jugendorganisation gebildet. Delatyn. (A. J. P. B.) Ueber Aufforderung deij Kolomeaer Aguda wurde von der!Warschauer Zentrale 1Herr Elijahu Seradckii als Organisator für ׳Ostgalizien entsendet. In Begleitung des Sekretärs Schönfeld, Kolomea, )besuchte dieser ,Delatyn und!hielt ein zweistündiges ׳Retferat ■über Agudaprobleme, ■das ■unter allen Anwesenden!helle Begeisterung hervorrief und ■die ׳ihn iveranlassten, am nächsten Tage in einem!zweiten, ßethause das Referat zu wiederholen. Es wurde eine Ortsgruppe ,gegründet. Eine neue Talmud-Thora-Schule in Bielitz. Vorige Woche fand.■die Einweihung der neuen grossen Talmud-, Thora-Schule!in Bielitz statt. Die jüdische Bevölkerung nahm regen Anteil an der ׳Eröffnungsfeier. Rabb. Halberstamm, ßiala, Rabb. Stern und Kultuspräsident Symachowslri, A. F r ä n k e 1, Bielitz, haben die Bedeutung ■des Tages!für die orthodoxe Judenheit gewürdigt. Gründung einer Siedlerschule ln Warschau. Warschau. (A. J. P. B.) Die Warschauer Zeirei Agudas Jisroel hat zur Ausbildung der Aulim auf dem Gebiete der Land- .Wirtschaft eine Siedlerschule eröffnet. Auch die Poaie Agudas Jisroel, Ortsgruppe Warschau, eröffnet eine ähnliehe Schule. Die Ueberschwemmungskatastrophe In Galizien. Krakau. (A. J. P.• B.) ■In der ׳Umgebung von Krakau sind durch •den überaus starken Regen 60 ,Gemeinden unter Wasser gesetzt. Tausende Menschen sind •obdachlos. In der Stadt •Krakau selbst ist die!jüdische Bevölkerung im grossen und ganzen von ■der Katastrophe verschont geblieben. . . v Der Präsident der polnischen Republik In Tomaschow. Lodz. (A. J. P. ß.) 1Der Präsident der polnischen Republik,!Herr Wojchiochawski, hat gelegentlich seiner Anwesenheit in der!Stadt Tomasohow, auch der dortigen Judenheit einen offiziellen Besuch abgestattet. •׳In ße- ■gleitung des Bischofs, des Lodzer!Wojwoden, der Stadtrepräsentanz, wurde der Präsident am Eingänge der •Synagoge ■vom Rabbiner •begriisst, der unter ׳einem Baidachin stand •und eine Sofor-Tihora in der!Hand hielt. Während der Präsident in die Synagoge trat, sang ein!Chor die •׳polnische Hymne und einige Psalmen. Die Feier trug ■einen sehr imposanten Charakter. Die Konferenz der westgaljzfächen MisrachL Krakau. Am ersten Siwan fand in Krakau die diesjährige! Konferenz der westgalizischen Misrachi statt. In der Debatte wurde zur Stärkung des jüdischen Geistes das Pro•« blem der hebräischen Sprache als Unterrichtssprache ein'*; gehend erörtert, dahingegen wurde die Frage des Chissuk Hadass, Thoralernens usw. kaum gestreift. Bezüglich des} Stellung des Misrachi zum Kongress wurde zwecks Stä1> kung der misrachistisch'en Position die Einigung selbst in einigen wirtschaftlichen Fragen zwischen agudistischec und zionistischer Organisation abgelehnt und als eine! Gefahr für den Misrachi bekämpft. Ein Antrag, linreligiöse Schulen in Palästina nicht zu unterstützen, wurde übeit Anraten des Deputierten Farbstein abgelehnt, da man( am Beginne eines jüdischen Reiches stehend die kulf« turellen Bedürfnisse des ganzen jüdischen Volkes stützen! müsse. Bei׳ der Debatte über Hochaluz ׳Hemisrachi wurde ץder Leitung Missbrauch aus Propagandagrimden vorgeworfen. Es entstand ein grosser Tumult, der über einq Stunde währte. Zum Schlüsse wurde ein Präsidium von drei Personen gewählt, darunter auch ein Reformrab־• b i n e r namens Dr. Mark aus Biala. Fr. Schuld und Sühne. Sämtliche Mitglieder des Vor- Standes der jüdischen Gemeinde der Stadt Radom wurden zu einer Geldstrafe oder zwei Tage Arrest verurteilt, weil das in dem Synagogenvorhof angebrachte Plakat betreffend die Schechitah nur in jiddischer, nicht auch in polnischer Sprache abgefasst ist. Rabbi Zwl Elijahu Oppern, Wischniowo, übernimmt das Rabbinat ln Rochowoth. Warschau. (A. J. P. B.) Rabbi Zwi Elijahu Oppern aus Wischniwie ist nach Erez Jisroel abgereist, um ׳einer Berufung als Raw in Rochowoth Folge zu leisten. Ein polnischer Jeschiwothverband gegründet. Eine hier abgehaltene Konferenz der Jeschiwoth in Polen beschloss die Gründung eines Verbandes der Jeschiwoth. An die jüdische Bevölkerung Polens wurde ein Aufruf zur Unterstützung der Jeschiwoth erlassen. Der Ausbau' der ״Mosiwtha‘‘ und deren Wirtschaftliehe Lage. Warschau. (A. J. P. B.) Der unerwartet grosse Zustrom, dessen sich die ״Mosiwtha“ in diesem Semester erfreut, hat das Budget dieser Anstalt aus dem Gleichgewicht gebracht. Bekanntlich lernten an der ׳״Mosiwtha“ bisher zirka 300 Schüler, während in diesem Sernester die Rekordziffer von zirka 700 Hörern erreicht wurde. Es mussten sofort 8 neue Lehrräume adaptiert und das Lehrpersonal vergrössert werden. Zur Deckung des finanziellen Mehrbedarfes musste!eine besondere Aktion eingeleitet werden. Der Anstaltsleiter, Rabbi •Schlomo Joskowicz, Schwiegersohn des Gerer Rebben, hat sich zu diesem Zwecke nach Deutschland begeben und mehrere Städte besucht. Der in Berlin weilende Radziner ■Rebbe stand ihm 'hierbei in anerkennenswerter Weise zur Seite. Ablehnung des minderheitsfeindlichen Schulgesetzes im litauischen Sejm. Kowno, (J. T. A.) Der litauische Sejm hat das Projekt, dass nur Schulen mit litauischer Unterrichtssprache vom Staate anerkannt und gestützt werden sollen, in zweiter Lesung abgelehnt. Somit ist die Gefahr, die dem hochentwickelten jüdischen Schulwesen in Litauen gedroht hat, vorläufig beseitigt. Da auch die rechten Parteien gegen das Gesetz gestimmt haben, ist zu erwarten, dass dieses auch in dritter Lesung abgelehnt' werden wird.. In jüdischen Kreisen ■ist ■man der Ansicht, die Parlamentsmehrheit habe sich zu ihrer Haltung durch die Tatsache bewegen lassen, dass demnächst die polnischen Anklagen gegen Litauen vor der Völkerbundssession verhandelt werden würden. , Die Folgen des Zwangssonntagsruhegesetzes in Litauen. Kowno. (J. 'T. A.) Die trotz der Proteste der gesamten jüdischen Bevölkerung in Litauen eingeführte Zwangssonntagsruhe hat zur Folge gehabt, dass eine Anzahl jüdischer Geschäftsleute, um den Wirtscliaftskampf bestehen zu können, die Geschäfte an jüdischen Feiertagen offen hält. Im Hinblick darauf, dass in den letzten Scl1£- wuoth-Tagen 16 jüdische Geschäftsleute ihre Läden offen hielten, wurde eine Protestversamimliing abgehalten, der mehrere Hunderte jüdische Einwohner Kownos beiwohnten. Es wurde beschlossen, eine Abordnung zujlen 16 jüdischen Kaufleuten, die an den Festtagen die Läden offen hielten, zu entsenden und sie aufzufordern, in Zukunft die jüdischen Festtage zu beachten, da sonst allerlei Repressalien religiöser Natur, wie Verweigerung des Eintritts in die Synagoge, Verweigerung der religiösen Trau- Zeremonie, gegen sie ergriffen werden würden. Riga. Am 6. und 7. Tamus fand •!in Riga die Konferenz aller Zeirei-Agudas Jisroel-iGruppen des Landes stat.!Die Konferenz iw'ar ■gut beschickt. ,Das Hauiptreferat ■hielt •!der bekannte Publizist!und Schriftsteller Berl Dworiscin ■über ׳die Aufgaben der Jugend der heutigen ‘Zeit. Es •!wurden mehrere wichtige Beschlüsse ■angenommen, darunter ■dass die Herren Vittenberg und Dworiscin in ׳der •nächsten׳ Zeit für Keren Hathora und Keren Erez Jisroel in ganz Lettland!propagandistisch tätig sein ■sollen. Es ■!wurde beschlossen, eine, religiöse Arbeitergiiuppe Poaie Agudas Jisroel zu gründen. Das ׳Generalsekretariiat für die Arbeiterorganisation hat B. Dvariscin übernommen. Der Rakower Rebbe gestorben. K i e 1 c e. (A. J. P. B.) Am 24. Ijar ■ist hier ׳Rabbi Aiwrohom Oser, ein Enkel des berühmten Chassidim-Rabbi Jud Hakudausch, verschieden. Der Verblichene ist einundfünfzig Jahre alt geworden und wohnte die letzte Zeit in Kielce. Lewaja fand unter ■grosser Beteiligung seiner Chassidim am 25. Ijar in Kielce statt. Die Poaie Agudas Jisroel in Lemberg. Der seit( drei Jahren tätige Verein ״Machsike Limud“, dessen Aufgabe Förderung des Thorawissens unter der jüdn sehen Arbeiterjugend hat sich der Poaie Agudas Jisroel angeschlossen.i Dies bedeutet die Erreichung einer sehil wichtigen Etappe in der Entwicklung der orthodoxen Ar׳־ beiterbewegung.

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