Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 28 (10.7.1925)
- Date
- 1925-07-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 Seite 187 JÜDISCHE PRESSE Tagung orthodoxer Verbände in Deutschland. Auf Anregung des preussischen Landesverbandes gesetzestreuer Synagogengemeinden, Halberstadt, fanden sich am Sonntag und Montag, 6. und 7. Tamus, die Vertreter der' verschiedenen gesetzestreuen Institute und Organisationen Deutschlands, zusammen, um in gemein״ schaftlicher Aussprache über die in letzter Zeit so viel erörterte ״künftige Ausbildung jüdischer Lehrer und Religionslehrer“. eine Klärung der Meinungen und, wenn möglich, eine Verständigung über .die hierbei eirizuschlagenden Wege herbeizuführen. Selbstverständlich konnte und sollte es nicht Zweck der Halberstädter Tagung sein, ein bindendes Programm aufzustellen, etwa die jüdische Öffentlichkeit vor ein fait accompli zu stellen, aber trotzdem gebührt dem Halberstädter Verband Dank dafür, dass er die Initiative ergriffen hat, die Frage der Lehrerausbildung aus der theoretischen Erörterung der ״Fachkreise“ heraus zum Gegenstand des Interesses und der Ideellen und materiellen Mitarbeit aller orthodoxen Kreise und Organisationen zu machen. Da man sich ausserdem aussprechen wollte über die ״Teilung der Arbeitsgebiete unter den gesinnungsgenössisehen Organisationen“, und die verschiedenen für die Erhaltung von Tauroh und Jiroh arbeitenden Vereinigungen ihre Vertreter nach Halberstadt entsandt hatten, ist zu hoffen, dass diese Zusammenkunft nach doppelter Richtung hin segensreiche Erfolge zeitigen wird. Für die verschiedenen Lehranstalten waren erschienen: Für das Rabbinerseminar Berlin Herr Rabbiner Dr. Moses Auerbach, für' das Lehrerseminar Köln Herr Rabbiner Dr. E. Carlebach, für das Lehrerseminar Würzburg Herr Oberlehrer Stoll und für die Jeschiwah-Lehranstalt Frankfurt a. M. Herr Dozent J. Ehrentreu, während für die ׳ Organisationen neben Herrn Rabbiner Dr. J. Auerbach, Halberstadt, dem Vorsitzenden des Landesverbandes und Leiter der Versammlung, folgende Herren anwesend waren: Für den Bund gesetzestreuer jüdischer Gemeinden Herr Rabbiner Dr. M. Schlesinger; für die Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland Herr Rabbiner Dr. Frankl und Herr Dr. med. Auerbach, Halberstadt; für die Jugendorganisation der Agudas Jisroel Herr Rabbiner Dr. S. Bamberger, Köln, und Herr Bezirkssekretär Posen, Heilbronn; für die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums Herr Emil H. Lehmann, Frankfurt a.'M.; für das Landesdirektorium des Keren Hätorah ln Deutschland Herr Wolf S. Jacobson, Hamburg, und Gottfried Goldschmidt, Halberstadt. Nach ׳begrüssenden Worten des Vorsitzenden und des Vorstandes der Gemeinde Halberstadt entwickelten die Vertreterder Lehranstalten ,zunächst ׳ihre Ideen über die künftige Lehrerausbildung und fänden in der sich hieran anknüpfenden lebhaften Diskussion noch weiter Gelegenheit, ihre Vorschläge zu ergänzen und zu erweitern. Herr Rabbiner D r. Carlebach, der seine Forderungen über!die Ausbildung der jüdischen Lehrer in der Zukunft, in klar formulierten ausführlichen Thesen niedergelegt hat, führte etwa folgendes aus: ׳Im Gegensatz zur ■ Forderung einer möglichst gleichmässigen Vorbildung der jüdischen : V 01 k s Schullehrer mit den sogenannten Religionslehrern״ . das.״ heisst ,־•;..*den , jüdischen.. Lehrern schlechthin, 3 erblicke esdgera.de.teta.ketafe^ hin differenzierten Ausbildung ׳ deii richtigen Wog. Man müsse unterscheiden zwischen akademisch gebildeten Lehrern für höhere, Schulen, Lehrern an Volksschulen und ״jüdischen Lehrern“. Es sei zu wünschen, dass jeder an einer jüdischen höheren Schule angestellte Oberlehrer, sei er Philologe oder Mathematiker, durch Besuch einer jüdischen Lehrerakademie und durch ,Ablegung einer Prüfung die Fähigkeit für Erteilung von Religionsunterrieht erwerbe, um auch profane Gegenstände im jüdischen Sinne seinen Schülern vortragen zu können. Für den Volksschullehrer sei der Studiengang vom Staate vor- * geschrieben. Um jedoch jüdischer Volksschullehrer, im wirklichen Sinne des Wortes zu sein, bedarf es einer gründlichen Vorbildung, die am ׳besten an einer ״jüdischen Lehrerakademie“ erfolgen könne. Je mehr jüdische Vorkenntnisse der Kandidat mitbringe, desto kürzer könne die' Ausbildungszeit an der jüdischen Lehrerakademie bemessen sein, unbedingt erforderlich sei die Ablegung des Religionslehrerexamens. Für die Ausbildung als ״jüdischer Lehrer“ — Religionslehrer — komme ausschliesslich die jüdische Lehrerakademie in Betracht; der Referent hat seinen Thesen einen Unterrichtsplan beigegeben, aus dem ersichtlich ist, dass die Ausbildung in einem Lehrgang •von vier Jahren erfolgen soll; in dem Entwurf sind für die Ausbildung in den jüdischen Fächern 36 Stunden wöchentlich, für die nun traut Ihr Euch nicht, auch dies Päckchen״ ׳Zores“ in seinen Wagen zu legen und behaltet es in der Hand, so, dass es auch!Körper und!Seele!bis zum Baden׳ herabdrückt . . . Schämt Euch, Juden, Bnüder! Habt Ihr nie Tillim gesagt? ״Wirf •Gatt zu deine Last .. .“ Alles heitert sich allmählich auf. Nur Jossel, der Jeschiwobocher •aus Slabodka, hebt den iKopf •nicht in die Höhe. Da nimmt sich ihn Simson extra ׳vor. ׳״Und nun, Jeschiiwabocher, schneid mir keine Fratze wie ein Kosak dm ׳Gehinem, der nur!bis zum Halse in eine Schnapstonne gesteckt wird ... Ist das Euer Mussar in Slobodka, dass Ihr die Zornes immer mit Euch herumschleppt? ׳So sieh doch uns!an, die ׳Chassidim. Wie pfeifen auf ׳die ganze ,Geschichte ... Und da Jossel immer noch zusammengekauert sitzt und Trübsal ׳bläst, stellt sich Simson än Positur, wie sie der Badchen vor' der״ Braut vor dem ״Besetzten“ einzunehmen •pflegte, .und‘hebt zum Gaudium aller das Lied vom ״Kallebesetzen“ an, mit zu Lachtränen rührender Komik. (״Wein, Kalleleben׳, rwein“!;1 | ״Soll’s Dir zum Masel sein!“ Jetzt lacht alles, auch Jossel. Und Simson wird nicht müde zu reden, izu erzählen׳, zu singen, alle denkbaren komischen Situationen aus seiner reichen Praxis •zu schildern. Und zuletzt muss gar Welwel, Musikant von Hause aus, eins •auf der Flöte aufspielen, wobei wir, je nachdem ob des Badchens rechtes öder linkes Auge das Kommando hat, ein Ohassldimtänzchen aufführen! oder ״Eli •Zijon“ singen! . . . < Am ׳Ende hat Simson!doch recht: ״Wenn ich's nicht will. . ((Fortsetzung folgt.) Profanfächer 16 Stunden vorgesehen. Erst nach Beendigung ,dieses Lehrganges .erfolgt' ovcentuell die Ausbildung als behauchet. '; .Durch Einrichtung'von Uebergangsldassen sei auch Ausländern und solchen Aspiranten, die infolge mangelnder Vörkenntriisse noch nicht’■" in die Lehrerakademie aufgenommen werden können,' der spätere Eintritt zu ermögliehen, bei dem herrschenden Lehrermangel müsse rnan jede mögliche Erleichterung gewähren. Die Einrichtung eines gemeinnützigen Schüler- und Studentenheimes in Anlehnung an die jüdische. Lehrerakademie sei zu erstreben.•Auch die Ausbildung junger Mädchen zu Religionslehrerinnen, die Abhaltung;von Ferien- und Fortbildungskursen für bereits im Amte befindliche Lehrer falle unter die Aufgaben der Akademie. < Unter den heutigen schwierigen Wirtschaftsverhältnissen sei es zu empfehlen, alle Kräfte möglichst auf ein Ziel zu konzentrieren und an Stelle der Zesplilter- *rung durch Schaffung einer einzigen, allen Anforderungen entsprechenden jüdischen Lehrcrakademie, den Nachwuchs an Lehrern und dadurch den ׳Bestand des Judentums in Deutschland zu sichern. Es sei selbstverständlich Pflicht der Gemeinden und Organisationen, alle Kräfte anzuspannen, die *materielle Grundlage einer solchen Anstalt zu schaffen. Herr Oberlehrer Stoll schilderte in anschaulicher Form, wie am Würzburger Seminar die Ausbildung dei Lehrer erfolge. Da die gsetzliohen Bestimmungen in Bayern keine Beschränkung inder Zahl der jüdischen Unterrichtsstunden auferlegen, sind die Vorbedingungen für die Heranbildung . von Religionslehrerii.; hier .besonders günstig. Aut die Heranbildung guter CUasonim wird besonders Wert gelegt vor allem aber ,gewährleiste der dem Seminar angegliedertc Fortbildungskurs, der unter Leitung eines hervorragenden Lamdon stehe, eine gründliche Ausbildung der Schüler in Gemorah mit Mephorscliim. und eine V׳crtiefung der im achtjährigen Lehrgang an Präparandie und Seminar erworbenen jüdischen Kenntnisse. Die von Herrn Stoll überreichten Thesen der' Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg bringen;;, weitere Einzelheiten über Lehrgang und Unterrichtsziele' der Anstalt. Herr D r. Moses .A u e r b a c 11 sieht betreffs jüdischer Oberlehrer im; Rabbinerseminar die gegebene Ausbildungsstätte, hält den Ausbau der bestehenden Lehrerbildungsanstalten im Sinne der von den Vorrednern entwickelten Thesejr/für begriissenswert, möchte jedoch eine Differenzierung,:4<ler Religionsichrer nach der Richtung empfehlen, dass man auf Grund der abgelegten Examina eine Facultas für Unter-, Mittel- und Oberklassen erteilen solle. Für Zwerggemeinden sei die Anstellung von Bezirkslehrern zu empfehlen,:, durch angemessene Be- Zahlung die Würde des Standes ׳und Achtung vor dem Beruf des Lehrers zu heben, insbesondere sei aber die Stelle des Schauchet, dessen Beruf leider häufig nicht genügend als M’leches Schomajim gewürdigt werde, moralisch und materiell zu bessern. Herr Dr. Ehren treu betont die ungeheure Bedeutung, die der Besuch einer Jeschiwoh für die Ausbildung der künftigen Religionslehrer habe. Die Jeschiwoh sei der beste Boden, auf dem ׳ .wirkliche . Bnei Tauroh •heranwachsen können, hier sei aifch Gelegenheit zur Profanbildung gegeben, aber,, •alles ׳־spi der - Taur'011 -untergeordnet ,und^deswegen seien>bedi;einefhM1sbild1tngv׳jüdischer;:'Lehrer an der Jeschiwoh die: erstenr zwei Jahre ausschliesslich dem intensiven ״Lernen“ gewidmet, erst• dann werden die Profanfächer ungegliedert und.■in. praktischen Kursen könne Scheohitoh und Chasonus erlernt werden.!Insbesondere mir Lehrer an Grosstädten, wo grössere Anforderungen an das jüdische Wissen des Lehrers gestellt werden als in kleineren Orten oder auf dem Lande, sei der Jeschiwohbesuch der Lehrer unbedingt zu empfehlen. Man dürfe den Einfluss' des Milieus einer Jeschiwoh auf die geistige Ein- Stellung der Schüler nicht ■unterschätzen, hier atmen sie erst wirklich die Luft der Tatiroh und bekommen einen Begriff vom Wesen der Tauroh.: Herr Dr. J. A u e rb a c h brachte sodann die vom Halberstädter Verband vorgesjüilagenen Thesen zur Verlesung und begründete. die einzelnen Punkte. Er wies besonders darauf hin, dass in. kleineren rabbinerlosen Gemeinden eine besonders grosse Verantwortung ' auf den Lehrern ruhe und deswegen ״vor allem ein Augenmerk au! die Ausbildung der Religionslehrer zu richten sei, die neben der Belehrung, die sie der Jugend zu bieten haben, häufig auch für die Erwachsenen die einzige jüdische Instanz bilden. Die in den einzelnen Referaten zur Debatte gestellten Anregungen wurden in einer mehrstündigen Diskussion eingehend erörtert, wobei sich erfreulicherweise in den Hauptpunkten eine weitgehende Uebereinsfimmung in den grundlegenden Forderungen .ergab. Um das Resultat der Verhandlungen festzuhalten und fiir die praktische Ausführung geeignete Grundlagen zu schaffen, wurden •die Vertreter der anwesenden Lehranstalten gebeten, sich zu einer Kommission zusammenzuschliessen,׳ in mündlichem und schriftlichem Gedankenaustausch die geeignete For-!mulierüng für die gemeinschaftlichen Thesen zu finden und alsdann mit einem fertigen Programm vor die Oeffentlichkeit zu treten. Damit war der erste Punkt der Tagesordnung erschöpft, mit Dankesworten an die Versammelten schloss Herr Dr. J. Auerbach die Versammlung und vertagte die Besprechung des zweiten ■ Punktes auf den folgenden Morgen. (Wir werden hierauf in einem späteren Bericht eingehen). ' ׳ Brief aus Lettland. Die Juden bekommen keinen Boden. Bei• der Realisierung ׳der grossen Agrarreform ist!das zentrale Land- Einteilungskomitee eifrig bestrebt, den Juden das Recht auf Bodenbesitz streitig!zu!machen. Dank •den Bemühungen des Abgeordneten M. D u b i n gelang es, einzelne krasse Fälle in günstigem Sinne zu erledigen. Sein ■energisches Vorgehen zwang •das!zentrale Komitee, seine früheren Be- Schlüsse zu ändern und einer Gruppe jüdischer ׳Kriegsteilnehmer, die sich besonders verdient gemacht-;haben, die ihnen gebührenden Grundstücke zuzusprechen. Merkwürdige Statistik. Die Volkszählung des Jahres .1925 bezeichnet die ■Zahl der Juden in Lettland mit 98.000 und merkwürdigerweise registrierten 50 Letten und ebensoviele AgudaR-Jisroel-Jugeudgruppe, Wien II., __ Obere Dönaustrasse 69. __ Samstag, den 11.'Juli .׳ פנחסD ,p שבת V2& Uhr nachmittags, findet ein von Sr. Fhrw. Herrn Oberrabbiner Abr. Schreiber aus Korfu (Griechenland) statt. Deutsche •ihre Religion •als mosaisch, ihre Nat-ionalität als lettisch, bezw. deutsch. Anscheinend •handelt es sich ׳hier um Gerim, bei denen das statistische Amt ihre Nationalität auf Gr.und ihrer Umgangssprache!bestimmte. Erweiterung des orthodoxen Scinilwerkes. Die Zahl der orthodoxen Schulanstalten;in Riga wird im nächsten Schuljahre durch eine Neugründung vermehrt. Mit dem nächsten Schuljahr soll die erste Klasse des neuen Mädchengymnasiums, .das als Fortsetzung der bereits existierenden Mädchengrundschule gedacht ist, eröffnet werden. Auch an die Eröffnung “Eines Kindergartens wird gedacht, was von der Elternschaft besonders warm begriisst wird. Agtida-Jugendkonfereiiz. •Am 6. Tamus findet in Riga eine Konferenz •der Zaire Agudas Jisroel in Lettland statt. Die Hauptaufgabe der Konferenz ist die Fertigstellung eines Arbeitsplanes und •die Regelung der Zusammenarbeit der Zeir,im mit der Ortsgruppe, Vorbereitungen zu den Sejmwählen. Die jüdischen Parteien rüsten sich zum bevorstehenden Wahlkampf. Man bespricht eifrig die möglichen Kombinationen und ׳Bündnisse. Die Presse bringt Nachrichten, die darauf schliessen lassen., dass alle grösseren Gruppen mit eigenen Listen zu der •Wahlurne gehen werden. Auch die Aguda wird .vermutlich eine eigene Liste aufstellen, .da sie des •Erfolges zumindest der ׳Kandidatur M. Du bi :11 s sicher ist und sie es nicht für nötig findet, •mit •ihren •Stimmen einer ,anderen ׳Gruppe zum Mandat zu verhelfen. Im allgemeinen erwartet man, dass die jiidisehen Parteien 3 bis 4 Mandate erringen werden. Rabbi Joel Fellner s. A. •Das ־!ungarische' ithoratreue Judentum hat abermals •einen schweren ׳Verlust -erlitten. Hat es!vor einigen!Monaten!in Jeschaija •Steiner einen hervorr.age11׳den .!Repräsentanten ׳der chassidiischen Richtung •verloren, so erleidet es jetzt durch das Aibletben von Rabbi Amn Joel Fellner au!f talmudischern Gebiete einen fast ׳unersetzlichen Verlust. Rabbi׳ Joel Fellner .war ■ein Sohn des Rabbi Simon Cliaim, Rabbiner •in;Belod, •und ein hervor rasender Sohüier!von Rabbi ׳S. 1B. •Schreiber (Scheweth Sofer) .in Pressburg, Er wirkte •nach! seiner Heirat, er 1rührte eine Tochter von R. 1A.k׳iba-Schre.ibcr (;Papa) beim, eine Zeitlang als Vereinsrabbüncr in iSzombathely. Nach dem!Ableben •seines Vaters wurde er als sein •Nachfolger •nach iBclcd berufen, wo er bis zu ■seiner Wahl als •Ober- •rabbiner von SatoraljaAJjhely •blieb. Rabbii׳ Joel!Fellner •bekleidete die Rabblnenwürde!in Satoralja-Ujliely, die gleichzeitig zu ׳den׳ vornehmsten! und schwierigsten ui Ungarn gehört, bloss drei Jahre lang. Er hat während dieser ׳kurzen Frist Wainder •gewirkt.!Mit linermiidliclier!Energie ׳und •hingebungsvoller!Begeisterung hat er •die Institutionen dieser ׳grossen ׳Gemeinde, die 33 Jahrelang ohne ,Rabbiner, war, auf ■diie alte Höhe gebracht.!Nebst dieser rastlosen Arbeit leitete er .eine grosse Je s chiiwa׳h. •Rabbi Joel Fellner zählte auf dem. Gebiete •de׳s!Lernens und Lehrens zu den Hervorragendsten! . in Ungarn. Der Verblichene war gross nicht nur' ׳infolge seines Wissens, sondern auch wegen seines ׳ernsten und reinen Charakters. Bezeichnend für seine Rechtlichkeit!und Redlichkeit ist, ׳dass er früher• zu ׳den ׳Gegnern •der Aguda gehörte ׳und, als er 1in!Wien ׳durch persönliche Fühlungnähme ׳mit• den iAgudafülirern eines •anderen: belehrt wurde, bei einer;Delegiierteniversamiml'Uhg :■der? ׳ungarischen orthodoxen,!Landeskänzlei^ ׳mit^ einer bemerkenswerten Rede ־'ifüf •die/Agüda' 1׳eintfat. Es ii׳st‘׳häüptsächl:iöh׳ •ilrnrzu verdanken, dass d׳i:e!ungarische!Orthodoxie •heute der Aguda nahesteht. Rabbi •Joel Fellnenist 63 Jahre ■alt geworden ׳und •hmterlässt eine Frau•, zwei Söhne •und eine Tochter, welche an Rabbiner Fischer!in!Beled verheiratet .ist. ׳Seine Leiwaja ׳fand Montag, •den!14. Tamus — 6. Juli — ־ unter grosser ׳Beteiligung sowohl ■seiner Gemeinde ׳wie tast aller orthodoxen Gemeinden u. Rabbiner Ungarns statt! Budapest, Am 2. Juli ist hier Jakob Diamant eines der verdienstvollsten Mitglieder der .orth.-isr. Kultusgemeinde ,nach langem und schmerzvollem Leiden ver־' schieden. Der Verewigte, der Vizepräsident der Gemeinde und der Chevvra Kadischa war, hat sich um diej grosszügige Entwicklung unserer Kehila und ihrer Insti־ tutionen unvergängliche Verdienste erworben. Dass unsere! Gemeinde den Unbilden der Zeit siegreich trotzen und .,einen ungeahnten Aufschwung erfahren konnte, ״ ist vielfach das Verdienst׳ seiner Initiative und Grosszügigkeit. Aber der Schwerpunkt seines Wirkens' lag doch nicht in{ der Gemeindestube, sondern auf dem Gebiete der Wohü tätigkeit. Er war ein ב׳ צדקה grossen Stils und ein מוקיר רבנן, wie man ihn heutzutage nur selten findet. Sein! Haus war לר1ח ה niDD'imd die Flüchtlinge, die während der Kriegsjahre in Budapest waren, die armenבני ת1רח und □ישיבה בחורי die nach der Hauptstadt kamen, fan■* den bei ihm freundliche Aufnahme und ausgiebige• Unter: Stützung. Er galt allgemein als einer der grössten W011IJ täter der ungarischen Orthodoxie, der mit besonderer Vorliebe und mit feinem Taktgefühl den gesunkenen Kleinexistenzen unter den Arm griff. Seine Liebe ,und Verehrung•׳ zum Heiligen Lande bekundete er damit, dass eil dortselbst neun Häuser kaufen oder erbauen liess. Sein Begräbnis — das am 3. Juli עש״קס' ח׳־־בלק stattfand —hat sich zu einer Massenkundgebung der allgemeinen Teil־( nähme gestaltet. Im Namen des Rabbinates schilderten’ die Herren Rabbiner S u s s m a n n, Steif und Gross! in beredten Worten den grossen Verlust, den unsere Gel meinde durch sein Hinscheiden "'erlitten hat. In Vertre■1 tung der Gemeinde und der Chewra Kadischa sprachen die Herren Leopold v. Freudiger und der Chewra-; Präses Dr. Isidor Friedmann. Die Schmerzensgefühle der Freunde und Verehrer verdolmetschte Schuldirektoil Dr. Deutsch. Möge der Allmächtige der schwerge•־ prüften Familie seinen Trost spenden. .תנצב״ה Erwin Reiniger s. A. Der'Obmann-Stellvertreter deif Adas Jisroel, Vorstandsmitglied der Aguda in Wien Herr Dr. I. Reiniger wurde von einem schweren Schicksals!-,׳ schlag betroffen. Sein jüngster Sohn Erwin wurde, ihm nach kurzer Krankheit entrissen. Dieser vierzehnjährige Knabe war ein Muster an Frömmigkeit, herzensgut, ein vorzüglicher Schüler und berechtigte zu den schönsten Erwartungen. Die allgemeine Teilnahme gab sich beim( Leichenbegängnis kund, das sich zu einer grossen Kund־! gebung des Mitgefühls. für die schwergeprüfte Familie gestaltete. Zahlreiche Freunde fanden sich auf dem Friedi hofe ein, wo Rabbiner F 1 e i s c h m a n 11 und Professoif Dr. Rosenfeld erschütternde Nachrufe dem VerblU chenen hielten. Die. Arbeit des tiefgebeugten Vaters auf charitativem Gebiete und fiir das Gemeindewohl־ mögen׳ demselben Trost bringen. < Szonibathely. Am 8. Tamus — 36׳. Juni — .wurde ■unter grosser Teilnahme Frau Franz Ragendorfer zu ׳Grabe getragen. An •der (Bahre schildenlen •Rabbii׳ A. Einhorn und ׳der!Schwiegersohn ׳der ׳Verblichenen, Buchhändler Isidor Ungar, den Verlust, den -die!Gemeinde ׳durch den Heim- •gang ׳dieser ■frommen, ׳{eingebildeten׳, edlen Frau er- , litten hat.