Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1925-07-03 · 27 (3.7.1925) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
27 (3.7.1925)
Date
1925-07-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2629891-2630099-2630124--1873-2633693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 27 JÜDISCHE PRESSE Seite 181 [ATELIERXNDERUNQI Es wird hiemit dem P. T, Publikum zur geil. Kenntnis gebracht, dass an nachstehender Adresse nicht Dr. Luria, sondern Med« Dr. J« Hl a I le 1״ zahnSrztlich und zahntechnisch ordiniert. losef Brody, II., Sohlffamtagasse 7 1. STOCK, Tür 9 J u d e 11 z u z ah len haben werden.. Die ökonomische wie politische Lage der Juden in vielen׳ Teilen Europas verschlechtert sich immer mehr, so dass ׳die Frage eines jüdischen Territoriums auf autonomer Basis ■dringender ist als je zuvor. Ich selbst habe eingesehen, dass die Balfour- Deklaration für den Territorialismus unserer!Generation sehr fatal ist, weil, obwohl sie!in Palästina nicht zu erreichen war, dennoch ■jeden anderwärtigen Versuch behindert, (Die Zionisten stellten sich jedem Versuch des Terrltarialismus mit dem!grössten Fanatismus entgegen.!Ich glaubte, dass der!Druck der tragischen Mächte zu einer politischen Lösung der jüdischen Frage allmählich treiben wird. Mr. David A. Brown, ■der praktischeste jüdische Sozialarbeiter in Amerika, der unlängst eine Tour durch die ■jüdischen Kolonien in der Ukraine und in die Krim absolviert hat, gab einen sehr ׳günstigen Bericht über die Aussichten der Kolonisation in Russland. Er erklärte, dass bis ׳Ende 1927 10.000 jüdische Familien angesiedelt sein werden; 4000 Familien sind bereits auf ihrem Boden. .Die amerikanischen Juden werden sich in der Geschichte einzeichnen, wenn sie diese!wunderbare Gelegenheit zu jüdischer Aufbauarbeit benützen. In Russland ist weder Mangel an Land noch ׳an Sdedlungswilligen• Mr. Brown, der zahlreiche Millionen für Hilfe an die Kriegsopfer in Osteuropa gesammelt hat, führt jetzt die neue Kampagne, um 15 Millionen Dollar ■für ■die Siedlungsarbeit aufzubringen. Obwohl Mr. ■Brown auch die zionistische Bewegiing ׳unterstützt, hat ■die Zeitschrift ״Neiw Palestine“ ein Geschrei erhoben. Ungeachtet dessen haben Zionisten mit weiten Seelen, wie Nathan Strauss und Stephen S. Wise, die Notwendigkeit dieser Arbeit anerkannt. Herr Dr. Paul Nathan in Berlin, der altbekannte Arbeiter ■auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge, hat ebenfalls betont, ■dass eine jüdische Kolonisation• im Osten Russlands auf breitester Grundlage das dringendste Erfordernis der Stunde ist, wenn er auch das Programm der ITO, ■ein geschlossenes Territor.ium auf autonomer Basis zu schaffen, in welchem diejenigen Juden ein Heim finden sollen, •die in ihren bisherigen Wohnorten nicht leben wollen oder können, nicht ausdrücklich billigt. Das Oberhaupt der ukrainischen Regierung, Tschubar, hat auf ■die Frage, ob die ■Errichtung einer jüdischen Republik geplant ist, mit Nein geantwortet. Er sagte aber, es sei wünschenswert, jüdische Distrikte mit Selbstverwaltungsreohten zu schaffen. Jedenfalls ׳geht aus seinen Worten hervor, dass ■es möglich ■sei, in Russland eine Landflache für ■ein jüdisches Territorium zu erhalten. Mr. Brawin und seine Mitarbeiter scheinen ■aber diese Nowemdigkett ,nicht verstanden •zu haben: ׳Die zionistische Forderung, dass ■die gesamte ׳Energie auf die Gründung einer einzigen machtvollen Gemeinschaft in der Welt ׳konzentriert werden soll, hat das Suchen nach einem ITO-Land. gehemmt. Trotzdem wären Erfolge erzielt worden, ׳wenn ein jüngerer Mensch ■die Bewegung ■geleitet hätte. Meine Aerzte drängten darauf, •dass ich meine Tätigkeit ׳auf ein Minimum ׳reduziere. Zangwül schloss: Als wir eingesehen, dass unser Plan fehlschlug, dachten wir daran, den Ueberschuss anderen Körperschaften mit ähnlichen Zielen zu widmen. Seit 1905, da ׳die zionstische Majorität ■die Gelegenheit eines autonomen jüdischen Territoriums so unbekümtnert zurückgewiesen hatte, waren mehrere der besten Juden der Welt in unseren Reihen tätig, keiner ■erhielt je eine pekuniäre oder persönliche Entschädigung. Die Opposition gegen den Versuch einer grosszügigen Behänd- 111n׳g der jüdischen Frage hat aber!unsere Arbeit gebrochen. saken, den man eines Tagfes vor e!iin ״Chumesch' •mit Targlum Unklos״ setzte, mit de!r Zumutung, die Sidra! ״maawir” zu sein... Dem andern, dem Melamed mit den kleinen, schwim'.- menden Augen, ist Hei Widerfahren; er ist rasch' avanciert* Er kam nämlich in die Wäscherei, w!o er mit grosser; Iribrunst und dankerfülltem Herzen für diese ungfeahntel Gnade in gedeckter Halle Soldate!nhemden und Soldatenhosen wäscht. ן י * Die anderen ״Frischen." aus Bessarabie.11 und Kleinrussland sind, sofern sie gleich unseren jüdischen Helden höheren Alters sind und aus militärfernen Verhältnissen kommen, von gjajiz gleich höher soldatischer Qualität״ Nur, dass sie sich dazu noch als wahre Helden im SaiJfen und Raufen bewähren und alles stehlen — zuweilen auch, was nietun;d nagelfest ist. Ertappt m'an sie bei} frischer Tat, so tun sie g(anz verwundert und meinen.« ‘;,Wozu des Schreiens? Ist’s dein, so nimm’s denn und; gehe!״... So erzählt mir der jüdische Krämer des nächstli^gen!• den Dorfes; Kommt da ein ukrainischer Landstürmer in seinen Kramladen, um ein Viertelpfund Tee zu kaufen. Der Krämer benutzt, wi!e am Orte üblich, Kupfermiinlzen an stelle von Gewichtssteinen. Zehn einzelne K0peken ein Viertelpfund. Sie liegen bereits in der einen Schale. Indes aber der Verkäufer den Tee vom Regale herunterholt, lässt der Soldat rasch fünf der Münzen, aus der Wagschäle iin seine■ Tasche wandern. Der KräJ-, mer sieht’s nicht, oder tut so, äljs merkte er’s nicht, wiegt! den Tee und lässt sich fünfzig Kopeken für das Vierte!* bezahlen... ' . f Der Brave hat sich fünf Kopeken erbeutet und sich;!selbst um 25 Kopeken bestohlen. Das ist ein Syn\bol.. * (Fortsetzung folgt.) Brief aas Berlin. Sehr geehrter Herr Redakteur! Zunächst eine Bemerkung allgemeiner Art. Ich habe! mich weidlich amüsiert über die Fülle von Anträgen,! die Sie mir einschickten und in der Sie um Lüftung meinen Anonymität ersuchen, fällt mir aber gar nicht ein. Es kommt doch wirklich nicht darauf an, wer eine Sache sagt, sondern auf die Sache selbst. Die Herrschaften mögen doch sich an die Sache halten. Diese Krankheit unserer (? Red.) Zeit, sich immer nur an die Presse zir halten, eine Sache dadurch zu verkleinern, dass man die Vertreter der Sache angreift und beschmutzt, eine Anschauung dadurch in den Himmel zu heben, dass man die Verfechter dieser Anschauung anbetet, das mache ich nicht mit, das ist nichtjüdisch. Sollen sich die .neugierigen Herrschaften doch an der Frage selbst die Zähne ausbeissen; nachher stehe ich gerne zur Verfügung. So, und nun nach dieser tiefen Einleitung komme ich auf unser altes Thema ׳zurück. Na, habe ich nicht recht gehabt? Haben Sie die Berichte über die Verbandstagung gelesen? Oder interessiert Sie an der blauen׳ Donau nicht, was hier an der grauen Spree vorgeht? Ist bei Ihnen alles so glänzend in Ordnung, dass Sie gar keine Ansteckung zu befürchten haben? Ich habe zwar bestimmte Ahnungen, aber etwas Sicheres weiss man( nicht. Also jedenfalls haben Sie gelesen, was hier vorgeht. Eine schöne Leichenrede ist es gerade nicht, die man da dem Ideenkreis Hirsch und Hildesheimer gehalten hat. Man kann diesen ״Erfolg“ füglich den Antisemiten, verdanken und in etwas der offenen oder heimlichen jüdischnationalen Einstellung. Aber das verstehen Sie * * ja sicher besser, wie ich. Da frage ich mich: Warum schreiben Sie denn nicht einmal etwas darüber, oder irgend einer der anderen geistreichen Menschen, die Ihnen zur VerJ fiigung stehen? Ich bin zu sehr konsterniert, als dass ich das rechte Wort finden könnte. Das ״Hört! hö|rt!“j welches im Saale widerhallte, als einer der intimsten! Hasser der ״Separatisten“ diese angriff, und das Nichthören auch nur eines Wortes seitens der Herren Konservativen, oder, wie sie sich sonst nennen, zu diesem Punkte hat mich gewaltig erschüttert. Fortsetzung irt den neun Tagen! In vorzüglicher Hochachtung Ihr ׳ Spreemann. Hergesielli 4 unter Aufsicht des Ew. Oberrabbiner• $. Fürst Zur Herstellung von Suppen mit und ohne Einlagen, zur Verbesserung von Suppen, Saucen und Gemüsen Die Plenarsitzung des Geschäftsführenden Aus- Schusses der Aguda. Wien. .■(׳A. ׳J. P. B.) Am 7. Tamrnus (29. Juni) :begann die für drei Tage aniberaumte P!len,ar- Sitzung ■des Geschäftsausschusses ׳der Aguda. An •der ■Beratung 1.haben teil,genommen: ■Oberabb. ■S. Fürst (,Wien) lind; Oberrabb. iSejmdeputat Sc׳hapir.a 1(1Piotrkow) vom Rabb'iniisohen Rat, Moritz ■Felsenburs (Wien) vom Präsidium des!Zentralstes,!ferner die ׳Mitglieder!des Ge- •schäftsaussch'usses ,Rabb. Dr. iPinchas K 0 '11 n, iRabb. Beer Fr iedmann, Wolf' Pappen 11 eim, Komm.-Rat Siegmund Bon dl, ׳Heinrich P■ a׳p׳pe.n:h e:ü׳.m, Dr.- Leo D e u t s c h 1 ä nd er,, Dr. Joel ׳Po ■l'lak (Wien), Nach um Rose 11'feld, ■Jakob Trockenheim, Tobias iHoro- Witz (Warschau), Jakob R 0 s e n h e i m, Julius ׳H o 1-!ander (Frankfurt• a.!Main), Gh. I.!Eiss!(Zürich) und Rabb. ׳Dr. Jonas Bomdii (Mainz), ÖRäbb. Dr. Leo Jung (New York)״ Dr. Emil Hirsch ׳(!Halberstadt) als Gäste. Die erste Sitzung ,beschäftigte sich!zunächst mit den׳!Ergebnissen der Londoner!Konferenz ■und beschloss, den Abniachungen betreffs ,Bode 11 k a u!f e s zuzüstimmen׳. Hinsichtlich der ׳E m I g r a t d o n s f r a g e ,wurde der ße- Schluss ■gefasst, die ,Verhandlungen auf!Grund eines Teiles der Londoner!Vorschläge fortzusetzen. Die Z e n t ■r a 1rat■ssitzung!wind auf den Monat ■Gheschwan nach Berlin oder Danzig einberufen. Der (Rest der Sitzung!war durch •die Beratung über Organi1satian׳sfra!gen ausgefüllt. Das .gleiche Thema beschäftigte die •Nachmittagssitizung. Zur driften Sitzung ■am zweiten Verhandlungstage war auch!Rabb. Moses’Bla.u aus Palästina eingetroffen. Sie befasste sich mit kulturellen Fragen. Folgende zwei ■Beschlüsse ■verdienen besonders hervorgehoben zu werden: ■1. Die Lnbliner Welt-Jeschiwah muss bis Rosch-Ha׳schano für fünfhundert Hörer fertiggestellt werden. Es sind ■somit die ׳Lehrgebäude als auch •die N Wohn- :und Wirtschaftsgebäude ■bis dahin fertigzusfcellen. ׳und einzuriohten. 2. Das Schulwerk ׳iri Palästina Ist!in ■grösstmöglicher Weise auszubauen •und zu vertiefen., ■Ein diesbezüglicher Arbeitsplan wurde ■durch' die Sitzung genebmigt. Die!vierte Sitzung ■beschäftigte sich mit, ׳der I inner- und aussenpolitischen Lage. Zu der am 1. Juli stattfindenden Kommissionssitzung zwischen׳ der zionistischen und agudistischen Organisation •wegen des palästinensisehen ׳Gemeindegesetzes wurden ■die ׳Herren Rabbiner Dr. Plnchas K 011 n, Jakob 1R 0 s c n 11 e i m und Rabbiner Moses 1B1 a u aus Palästina designier,t. Im ׳Anschluss an das Palästinareferat wurde beschlossen, neue grosse Bodenkomplexe anzuikaufen, da die bisher erworbenen Gebietsteile bereits formell In!den Besitz der ׳Aguda iibergegangen beziehungsweise von dieser weitergegeben worden sind. Der ,letzte Punkt der Tagesordnung war mit ■sozialen Problemen ausgefüllt.!Es wurde beschlossen!, ■das neu er- ׳worbene K r I e g sw a I s e ■n haus in Baden ׳bei Wien ehestens zu ׳eröffnen. Für die!Betriebskosten wird zum Teile die schweizerische und izum Teile!die amerikanische Landesorganisation aufkommen.!Der Kossower Rabbi abgelebt. Auf der Durchreise nach Nauheim starb am 28. d. 1M. :in!Berlin im!Alter van 65 Jahren ■Grossrabbiner Moses Hager, bekannt als ,!Kossower Rabbi“, ein ׳bekannter ■Chassidlmfiihrer In 1Kos׳sow (Galizien). Die ׳Nachricht von seinem Tode verbreitete sich wie ein Lauffeuer, u׳nd :tausende Juden umgaben das Haus, in welchem er vorübergehend wohnte. Die!Leiche wurde nach Kossow überführt. Der grosse!Verstorbene hinteriässt einen einzigen Sohn,!Rabbiner Ghajim Hager, der nun Nachfolget seines Vaters sein wird. Grossrabbiner Hager bat seinerzeit;in ■einem!Briefe ■an Reb ßchmclke Rokeach seine Sympathie für die Agudat Jisroe'l ausgedriiekt. * Sonntag ■am 5.!d. M. um 5 ׳U.hr nachmittag findet ■im Lokale der Talmud Thora ״Bet Jizchak“, II., Wolmuthstrasse 21, eine Trauerandaoht statt.!Mehrere Rabbonim werden Hespedim halten. Ferialkürse an der ״Jessod!Hathora“. Oie Schulleitung teilt ■mit, dass die ■Kurse für Chumlsch, ■RasCbi, Gemore und!Meforschim an der ״Jcssod Hathora“ (II., Nestroygasse 11) auch;während der!Sommerferien stattfinden. Schüler können •täglich zwischen׳ MO und 12 Uhr vormittag'1,11 ■der Direktionskanziei angemeldet!werden. Vorstandswahl in Frauenkirchen. Vorige •Woche hielt die hiesige Otts- und Jugendgruppe der Agudas Jisroel ihre Generalversammlung ab. ■Unser Präses erklärte in ausführlichen Worten ■das Streben und Ziel der Aguda und berichtete den!Mitgliedern über die grossen Leistungen, ■die unser Verein!im ■verflossenen Jahre dank der aufopfernden Mühe unserer treuen!Mitglieder Wie auch des eifrigen Vorstandes vollbracht hat. Der ׳Bericht fand die!Aner!ke׳nnung aller ■Anwesenden. Hernach wurde zur Wahl igeschritten und wurden folgende (Herren ■einstimmig ■gewählt: Herr Aron 1R e c 11 n.!i t z e r, Präses; Arthur!Ungar, Präses-Stellvertreter und Schilftführer; Karl Fische r, Kassier; Kontrolltore: ■Saimi!Brock, Wilhelm Hirschler und ■Deslderius Schimmel; Ausschuss: Herr •Heinrieh Rec'h•n■itzer und ■Salamon Lunzer. Szombathely. Herr Lipot., Eiland, einer der ältesten und ׳hervorragendsten Balbatim und langjähriges Vorstandsmitglied ׳der orthodoxen ׳Gemeinde in ׳Steinamanger, beging am ■ersten Tage ■Schebnoth seinen 70. Geburtstag. ■Aus diesem Anlasse wurde er von der!Gemeinde mit grossen Ehren ausgezeichnet. Herr »Eiland spendete aus diesem!Anlasse ׳dem Tempel ein ■kostbares Porauches. Abtrennungsaktionen von Tel-Awiw. Die Jüdische Presszentrale. Zürich bringt in ihrer jüngsten Nummer von ihrem W. D.־Korresponde,n:ten folgenden Bericht: Schon seit längerer Zeit herrscht in , den früher zu Jaffa, heute zu Tel-Awiw gehörenden Moshavoth ״Neveh Shalom“! und ״Neveh Zedek“, deren Bevölkerung zumeist glau-׳ benstreue Juden sind, Unzufriedenheit und Verbitterung( gegen Tel-Awiw, wo trotz einer bestehenden Verordnung! des Stadtmagistrates, der Sabbat öffentlich entweiht, die) jüdische Glaubenstradition selbst von leitenden Foren׳ und Persönlichkeiten verletzt werden. Auf einen diesbeziigliehen Protest der Bevölkerung der genannten Stadtteile; erteilte der Magistrat von Tel-Awiw die Antwort, dass) die Sabbatruhe sich bloss auf die Schliessung der Ge-) schäftslokale und die Ärbeitsruhe in den Betrieben ■er־( strecke. Das Rauchen, Zweirad- und Autofahren in den; Gassen, das Kochen in den Arbeiterküchen und Gasthäusern gehöre nicht in den Rahmen der behördlich ge( schützten Sabbatruhe.. Tiefgehende Differenzen gab es! auch in der Koscheri-Fieisch-Frage. Die Leiter der Mos( havoth halten es für unzulässig, dass in einer jüdischen Stadt Erez Israels, in Gasthäusern mit ivrischen Firmen-1 und Aufschrifttafeln trefes Fleisch gekocht werde, wäh-• rend in New York erst kürzlich ein jüdischer Fleischhauer׳• der trefes-Fleisch verkaufte, wegen ״Betrug und Irreführung“ verhaftet wurde. Das Ergebnis1 der jüngsten Kom-. munalwahlen in Tel-Awiw schlug dem Fasse den Boden aus. Die Vertreter der jüdischen organisierten Arbeiter-• schaft kamen in Majorität in die Stadtverwaltung. Weh da weiss, dass die ״Histadruth Hapoaleh Haivrini“ an׳ * die Spitze ihrer offiziellen Maischrift den hebräischen Tex^ der Moskauer Internationale setzte, mit dem Hauptmotiv:׳ ״Uns hilft kein Gott, kein König und kein Held, nur unser starker Arm allein...“, wer da weiss, dass die palästijnip sehe Arbeiterorganisation den Exodus der misracnistischeü Arbeiter dadurch erzwang, dass sie die jüdischen Traditionen, Thora und Gottesglaube als überholtes, altes Bour׳־ geois-Gerümpel öffentlich negiert, wird es begreifen, dass׳ die thoratreuen Bewohner Tel-Awiws der Erstarkung und Erhaltung des' jüdischen gesetzestreuen Lebens in dieser Stadt nicht mit grossem Vertrauen entgegenblicken. Und! dies hat bereits bedauerliche Früchte gezeitigt. Die Lei׳־ tung der Moshavoth ״Neveh Shalom“ und ״Neveh Zedek“ haben dieser Tage beschlossen, sich, von Tel-Awiw abzutrennen. Sie haben bereits eine diesbezügliche Eingabe an die Regierung gerichtet und es sind Verhandlungen im1 Zuge, von deren Resultat es . abhängt, ob die genannten! Moshavot als gesonderte Stadtteile mit autonomer Verwaltung’der Stadt Jaffa angeschlossen oder eine selbständige' Gemeinde bilden werden. Jedenfalls wird Tel-Awiw durch diese Abtrennung nicht bloss etwa 12.000 Einwohner, sondem auch leistungsfähige Steuerquellen verlieren. In wei-» ten Kreisen• der thoratreuen Juden Tel-Awiws hat den Entschluss der orthodoxen Moshavoth Bestürzung hervorgerufen und es wäre im Interesse beider Teile und der jüdischen Allgemeinheit zu wünschen, dass die entstandene Kluft friedlich überb'riickt werde, denn eine Ab■^ bröckelung dieser Bezirke von Tel-Awiw würde diese!) Stadt auch moralisch sehr schaden. ,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.