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Jüdische Presse · 1925-07-03 · 27 (3.7.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
27 (3.7.1925)
Date
1925-07-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Nr. 27 Seite 180 gestellt haben, vielmehr nur andeutungsweise vor Augen führen wollten, .׳;,?־־;■• .־ - , "Öle leibliche Jugend vor .allen), und diejenige de! Agudas Jisroel im besonderen ist es, an die wif den Appell zur entschlossenen Einbeziehung der Mode in ׳das geheiligte Gebiet der jüdischen Lebensführung richten. Die'.Töchter .vermag hier der Mutter tu helfen, oft z1r werden; denn der Bruch mit schlechter Itadition, die Empörung gegen die Allmacht der Schneiderin und die Ethisierung? der Eintelkeit fällt einer für das Gute entflammten Jugend leichter als dem Alter. ״ Ayf dem Zusammenwirken von Mann- und Weib ruht aller sittliche Fortschritt, alle religöse Vollendung. Der leichter reizbaren Sinnlichkeit!des Mannes komme auch heute, wie in den Jahrtausenden der Vergangenheit, luctQ. Entf?!!״ns jener kostbarsten Blüte jüdischer Weiblichkeit zu Hilfe, das altjüdische צניעות das sich zunächst und vor , allem in ■der äusseren Erscheinung der Persönlichkeit ausprägt. Rettet es für Euch, jüdische Frauen/ rettet es für die Jünglinge Eures Volkes! . da״n kann das jüdische Volk seiner Erlösung und der Menschheitserlösung würdig werden. Zeitgeist und ewiger Geist. Uriel Birnbaum. Wir geben dem bekannten Dichter und Mahler hiemit Gelegenheit, seine kulturpolitischen Gedanken zu publizieren, wenn! auch der Ueberschwang seiner Seele seinem künstlerischen Temperament zugute gehalten werden muss. D. R. Unendlich gross zugleich und unendlich klein ist d!es ratseihafte Ding, das wir Zeit nennen. Unendlich gross als, das Mittel, dessen Gott sich bedient, um seine ewigen Pläne ins Werk zu setzen — unendlich klein als das rasch ablaufende Mass des Lebens, darin wir Men־* sehen an Gottes Werke mitzuarbeiten verhalten sind. Als Gottes Werkzeug ein Ewigkeitsausschnitt, ist die Zeit als der uns zugewiesene Lebensumkreis jener Ewigkeit völliger Gegensatz. Und wenn wir. von Zeit sprechen, von unserer Zeit, von dem Geiste unserer Zeit, so meinen1 wir Zeit stets in ihrem niederen Begriffe als das Kleinliehe und Vergängliche, dessen Wert nur daran ermesseri werden kann, wie weit dieser unserer Zeit Geist mit dem Ewigkeitsgeist übereinstimmt, der auch die uns stets sinn•* los erscheinende Gegenwart in ihrer ruhelosen Wanderung und Wandlung aus Zukunft in Vergangenheit nach einem’ höheren Plane sinnvoll lenkt und zu einem überzeitlichen'׳ Ziele führt. Es hat Zeiten gegeben, deren Augenblicksgeist dem evvigen Geiste ganz nahe kam — was freilich nur der religiöse Mensch erkennen kann, der kraft seines* Glaubens an absolute Werte halbwegs vergleichen kann, wie weit die aus dem jeweiligen Zeitgeist erfolgender* Handlungen der absoluten Vollendung zielstrebig zu dienen imstande sind. Solche. der Ewigkeit, solche Gott nahen1 Zeiten waren vor allem die grossen religiösen Epochen der Menschheit — so eine Zeit war aber auch die des be1־ ginnenden Weltkrieges, als die Menschen plötzlich fast bewusst das Leid auf sich nahmen; in der nur ein Durchbrechen des Ewigen ins Zeitliche zu erklärenden Erkenntnis, dass dieser Weg trotz aller« Greuel nicht ins! Chaos führe, sondern, wenn auch nicht schnurgerade ans' Ziel, so doch diesem letzten Ziele, Gott wieder etwas näher. ׳ Demgegenüber erweist sich jedoch diese unsere Jetztzeit nach dem Kriege als eine Zeit, die, von Gott ab-, gekommen, so weit von Gott abzuirren droht wie keine' vorher. Freilich erweist auch dies wieder sich׳ nur dem' religiösen Menschen, der kraft seines Glaubens an ab^ solute Werte die unsere Zeit kennzeichnende Leugnung alles Absoluten als dem innersten Weltzweck widerspre׳־ chend, als gottfeindlich erkennt. Und diese Leugnung abso-1 luter Werte: die Relativierung der Welt wird (inj• nichts deutlicher als in der Verwischung aller Gegensätze, wie sie nunmehr selbst bei religiös sich Geberdenden üblich' wird, obgleich sie der religiösen Gewissenhaftigkeit widerspricht. Kompromisse zu schlossen, war bisher liberalen Menschen Vorbehalten — dazu waren sie ja liberal —, darum hatten sie ja keine absoluten Masstäbe. Nichts aber lächerlicher als ein religiöser Mensch, der entgegenkommt, der Kompromisse schliesst, der politisiert — als ob er nicht, da absolut einseitig, zu bedingungslosem Fana-i tismus verpflichtet wäre! So beispielsweise gegenüber dem unheimlichen־ Siegeslauf der Demokratie. Aber hat denn die Orthodoxie( Unter Rennenkamps Fahnen. Von S. Schachnowitz.! (Nach Aufzeichnungen eines russisch-jüdischen Soldaten.) Vor ״Tannenberg” litten wir Hunger. Und jetzt, nach der grossen ״Rückwärtsbewegung aus strategischen Grün-!den” hat sich die Intendantur immer noch nicht zu der Erkenntnis durch’gerüngen, dass einem Soldaten das Essen: fast ebenso vonnöten ■ist wie das Schiessen.Also nach! wie vor lange Fasttage. Vor Kowno, genau wie früher bei Tannenberg. Nun sind wirwenigstens aus dem Sumpfe. Unser Hauptmann gehört zu den weniigeln, in all den unzähliger* Regimentern, die ihre ״Schäfchen” ins Trockene gebracht. Also liege ich nicht mit den Freunden in der masurischen( Seen tiefem Grunde, sondern hungere mit den ״Rückkonzentrierten” vor Kowno. . Zu tun haben wir im Momente nicht gerade viel. Hier im Schatten und Schutze der heimatlichen FestungsJ-!wälle brauchen wir die ״grauen Teufel” der jenseitigen׳ )Sümpfe nicht zu fürchten. An ein neues Vorgehen gegen! (den Feind ist noch nicht zu denken. Müssen uns!erst sammeln. Aber der Deutsche ist höflich und von guten: Manieren, so dürfen wirbald seinen Gegenbesuch ert׳־ warten. Inzwischen lässt es sich in kühlen Spätsommernächten am San'dufer des k'ristallblauen Niembiwassers! gut träumen. Wenns nicht .gar so böses, verworrenes Traumzeug: wäre! Ob das wohl der leere Magfen macht?. Es ist ein!־ fach unmöglich, auch im Wachen, den Zusammenhang! der Dinge zu finden. Der Zar hat, wie man sagt, sechs Millionen Soldaten, Darunter wohl einige hunderttausend Juden. Die möchte! man schon seit Jahren vor die Türe setzen, wenigstens Herrengarderoben nach Mass Weldler &Fürst, Wien, U., Hollandstrasse 16 Lager feinster orig. engl. Stoffe. Anfertigung auch 11124 Stunden. . .־־ . ' ' ־ ׳ ־ . '־'.־־ ״ - : ' ־ -■ ■ > _ nicht schon ganz vergessen, dass alle Demokratie von unten nach oben angreift und jeder Autorität sich widersetzt? Aus was will der positiv religiöse Mensch, demokra* tisch geworden, die Gebote und Verbote ableiten, an die er glaubt? lie fst überhaupt Glätibe mit Demokratie' vereinbar, welch letztere doch nuf aus Vergöttlichung der menschlichen Vernunft entspringt? Oder wäre Demokratie wirklich nur- (wie sie immer vorgibt) eine politi-4 sehe Lebensform? Ist es nicht klar, dass aus Demokratie( Staatsallmacht folgt — und ist es nicht selbstverständlich, dass der allmächtige Staat kein unabhängiges Seelen־! bereich, keine freie Religion anerkennen kann? Mag also vielleicht — was auch noch zu beweisen wäre — der Weg der Demokratie zu einer Erleichterung des religiösen! Lebens, der der konservativ-autoritativen Reaktion zu! dessen Erschwerung vorübergehend hinführen: So ist doch' jedem Einsichtigen klär, dass vollkommene Demokratie( mit allumfassender Religionsverfölgung ,einer VerfoF gung a 11 e r positiven Religionen enden muss! 1 Davon ein Vorspiel hat uns schon jetzt Russland geboten. Denn Terror ist durchaus kein Gegensatz zif Demokratie, sondern der vielleicht einzig praktisch gang-' bare Weg zu der erträumten Volldemokratie der Zukunft! Dass alles religiöse Leben unterdrückt wird mit. dem Hinweis ׳auf die einzig das materialistische Glücksziel ge-' währleistende, aus dem souveränen Volks willen abge leitete Staatsallmacht — das ist das Entscheidende. Hierin! sind liberale Demokratie und :roter Terror einander gleich! und einander wert. Wie unbegreiflich ist dann aber deij so ״selbstverständlich tuende jüdische Linksradikalismus,/ dem nun auch das religiöse Judentum schon verfiel! Ueber( der Not, die gegenwärtig aus einer allgemeinen Reaktion1 für ־das jüdische Volk sich ergäbe, vergisst man dass! ein Fortschreiten der Revolution folgerichtig zum Unter-' gang des ganzen Judentums führen mus9. Das sollte׳, wenigstens der religiöse Jude bedenken, dem doch Juden: tum nicht nur Rasse und auch nicht nur Kultur ist, sondern gleichzeitig vor allem jüdischer Geist und als solcher gläubig. Und wohl wäre die Frage erlaubt, welchen Weg die Propheten gewählt hätten, gestellt zwischen diese beiden Möglichkeiten: Rettung des jüdischen Volks׳־ körpers durch Anschluss des Judentums an die geistige Weltrevolution — oder Rettung des jüdischen Geistesi unter Preisgabe jüdischer Leben durch selbstlose Bekamp1־ fung des nach aussenhln freilich judenfreun'dlicheren revo- Iutionären Geistes. . * ׳ Die Propheten sprachen es ja offen aus, dass ein jüdisches Volk nur als geistig jüdisch nötig, ja wütischenswert sei dass ein geistig entjüdetes Judentum besseif zugrundeginge. Aber ein solches Zugrundegehen, wie sie es einem entjüdischten Weiterleb’en vorzogen, konnten die Propheten niemals wirklich fürchten. Zu beherrschend1 lebte in ihnen der Glaube an die/jüdische Auserwähltheit —1 an die Verschiedenheit Israels von den Völkern der Welt. Dies Volk Israels konnte nicht sterben, ehe seine Auf-׳ gäbe erfüllt war. / Allerdings ist das: eine An^ch^uüng,- die der Zeitgeist in seiner niederen Förm^Jri;seiner Unverbundenheit mit dem zweckbewussten einigen :Geist weder annehmen noch' auch nur fassen kann. Dehn Auserwähltheit ist übernatür-( liehe Gnade, für die Vernunft 1ungreifbar — der beschränkte) Zeitgeist der Gegenwart ist aber nichts als vernünftig1.' Daher die Panik, die heute die jüdische Oeffehijlichkeit erfasst hat und die die laute, wirre und planlose Kur-( pfuscherei erklärt, deren Opfer jetzt das stum me. jüdi-׳ sehe Volk zu werden droht. Aber wer gläubig ist, wessenl Geist über der Zeit weg mit dem evvigen Geist verbunden1 ist, der kann nicht ungeduldig werden, der kann warten,' der hat Zeit. Was aber soll man da von jenen Führern des jüdisehen Volkes sagen, die dienen statt zu herrschen und׳ sich verführen lassen, statt zu führen? Die nicht mehr( Herren^, Knaben' und Kinderkleider fertig und nac 11 Mass Massabteiluug bis zu den feinsten englischen Stoffen. Erstklassige Zu- Schneider. Eleganteste Ausführung. Auf Vermeidung von שעטנז wird genauesten^ geachtet. J. STERN, Wien, II., Olookeng&sse 25. T. 46913. _ Beachten Sie die Hausnummer.__ tun die Herren in der Duma so. Nun führt Väterchen seine) sechs Millionen gegen Deutschland und da schweigt auf einmal die Duma. י Man will, bei Gott, keinen zurücksetzen... Wer re- (dpt da von Ausschluss? Im Gegenteil, wir sind die ״liej׳־ ben Juden” und sollen — freilich nachher — alle Rechte erhalten.;. Also gehen wir mit. Tausejnde machen es mir1’ gleich, kommen von den ausländischen Universitäten, a1> die sie die ProzenjUnorm gejagt, heim und reihen sich:’ freiwillig dem Kriegsheere ein(. Möchten uns niohts' nach(- sagen lassen... Aber wie merkwürdig zu uns geredel wird! Man kann sich kaum genug tun in Belobungeif und Verheissungen. Wir kennen d\e Sprache — es ist die des bösen Gewijsselns, der leisen Scham und Angst,: aber auch des Zweifels an der Echtheit unserer Gefühle.' Der vollen Hingabe der änderten, der Echtrussen, ist man sicher. Darum spricht man! ganz anders zu ihnen1.( Die gröbste Grobheit eines Kosakenhauptmannes würde! mich nicht so verletzen, wie dieser heuchlerische Ton; des blöden Misstrauens. * Jetzt erst, nach dem Erlebnis von Tannenberg, wo sich unserer Dreihundertfctausejn.darmee gleich der Rotte( Korahs der schlammige Abgrund auftat und die Wenigen,; die dem Feuer!und Wasser entgangen, sich weit den׳ Niemen entlang, bis auf Kowno ״zurückgezogen” haben, weiss ich, was es mit dem Patriotismus der Am■׳ deren auf sich hat. * Die erwarteten ״frischen” Truppen, mit denen wirt; von neuem den Stoss ins Herz Deutschlands unternehmen! sollen, sind eingelangt. Ich we(iss nicht, wie ״frisch”/• die andern sind. Wenn sie alle von der Heldenart dejg Neuen in'unserer Kompagnie sind, dann o wjeh, Hindenjbürg!... genug Selbstgewissheit haben, um^Angesichts, der allge-־ mejnert KatastfÖphenstimmung difr?V4Vanfwbrtüflg. auf sich/ zu nehmen, deiri Tauinel der Mertge/־wider$tahden zu hs1b;eni Äüch '׳ dää ein Anzeichen der Dämökratisierung def ganzen und besonders der judischei! W#: Nur der demokratische Irrglaube än. die Onfehlbarkeu /der Masse hat den Führern des Volkes die eigene / Einsiäht genomitten. Sie haben sich eirtreden lassen, däls Volkes Stimme Gottes Stjmme sei — haben vergessen, dass/,für Juden umgekehrt : nür Gottes Stimme Volkes. Stimme sein darfי nähen sich imponieren lassen von der Tatsächlichkeit der Tatsache, dass das ganze jüdische-Volk jetzl voll Sehnsucht und Hoffnung sei auf Palästina! Darfaber, wer Gottes Plänen dienen will, sich von Tatsachen lenken lassen?- Tatsachen — was sind sie denn? Menschenwerk aus Menschenhirnen, jeder Schwärmerei uiid Lüge unterworfen! Und die Tatsache •von Massenstimmungen gar! Bewies etwa der Taumel, der damals ganz Israel ergriff, auch nur das Mindeste für Sabbatai‘ Zvvi? Und Was mehr beweist der Taumel von heute? Da er dem ungeduldigen modernen Zeitgeist entspringt — da er dem ewigen Geist des Judentums zuinnerst widerspricht — beweist er nur eines: Dass diesem Taumel . entgegengetreten ׳werden muss, mag er auch zehnmal Tatsache sein! Wer aber soll es tun? Ist doch gerade das jüdische Volk am tiefsten dem Zeitgeist verfallen, am weitesten abgeirrt von dem vom ewigen Geist überstrahlten Weg an das in seiner Absolutheit dem Gläubigen völlig fassliehe messianische Ziel der Wlelt. Sind es doch Juden, die überall am lautesten mitschreien, wo der gottfremde Zeitgeist seine vernünftigen Formeln predigt. Und . ist doch , nur bei völliger Leugnung aller aus Gott zu folgernden׳ absoluten Wahrheiten diese. Hingabe jüdischer Menschen an solche relative Idealchen möglich: an Demokratie, PaziJ fismus. Bolschewismus, Zionismus und derlei. Jüdische Menschen, die — um aus ihren Hirnen zu sprechen — doch wenigstens b 1 ut m ä s s ig eine Ahnung haben sollten, was wirkliche Ideale sind, was absolut erstrebenswert ist, welcher Art der Geist einer Zeit sein muss, um nicht niederer, kleinlicher, vergänglicher Zeitgeist zu sein, sondem mit Gott verbunden als ewiger Geist! Wie geschrieben steht: ״Denn nicht meine Gedanken sind eure Gedanken und nicht eure Wege meine Wege, ist der Spruch des Ewigen. — Denn so viel die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken.“ Die 1T0 hört zu existieren auf. Israel Zangwills Schlussbetrachtung. London. (J. T. A.) Die im Jahre 1905 nach der Ablehnung des Uganda-Projekts durch den 7. Zionistenkongress von Israel Zangwill und anderen bis ׳dahin führenden zionistischen Persönlichkeiten begründete Jewish Territorial-Organisation (ITO) hat zu existieren aufgehört. Am 7. Juni fand im Hause von M׳r. Meyer A. Spielmann eine Sitzung •des Zentralstes der Organisation statt, in welcher eine.Resolution angenommen •wurde, wonach ״der Generalstäb der ITO beschlossen hat, seine Tätigkeit einzustellen‘‘. Der,.V'orsitzejnde^jMr.,Israel Zangwill,!hielt eine ausführliche Rede über die'Läge;der Judenheüt und 1stellte zunächst fest,, dass in der letzten Sitzung des Zentralrates Ende 1922 beschlossen wurde, dass der Zentralrat seine Tätigkeit fortzusetzen habe und ׳den Präsidenten bevollmächtigt, sobald ein territorialer Vorschlag auftaucht, den Rat einzuberufen. ׳Palästina, setzte Zwangwill •fort, wurde niemals aus dem Programm der ITO gestrichen, •das beste, was sie zu ׳tun •hatte, w.ar, sich ׳dem Mandat anzugleichen. Seitdem!diese Resolution gefasst wurde, bat die zionistisehe Organisation beträchtliche praktische Fortschritte erzielt, aber ihre p 01 i tische Situation •hat sich verschlimmert. Mit dem Rücktritt von Sir Herbert Samuel und Mr. Norman Bet wich zählt ׳die P a 1 ä s t i n a - A •d.m i n i s t r a t i 0 n k׳e i!n e n einzigen h ö :11 e r e 11 jüdischen Beamte n m e h r, die Ernennung ■des Fe 1 d m a r s c h a 11 s Lord Pliimer zum Oberkommissär zeigt, ׳dass das Land auf dem Wege ist, eine Kronskoionie z u. w e r.den, für deren E11twicklun׳g aber die Es sind auch zwei Juden dabei, der eine heisst Sinnson P e.l t i n aus Smargpn,, der andere ist ein ,gewidert Rachmiel S c h a b s i aus Moladetschino. — — — Gewiss stehen die Juden .im russischen Heere ihren Mann. Und was ihren Mannesmut, ihre Tapferkeit und ihren Patriotismus betrifft, so können sie es getrost mit) den Kleinrussen, Sibiriern und Kaukasiern aufnfe'hmen. Wenn man aber schon gar beginnt, die Armee Rennen,- kamps mit dem Bestände der Krankenhäuser und Alters)- asyle zu erglänzen, dann erhält man eben Helden von; der Art des׳ SLmson und Rachmiel. ,'.'Die' Konfesslion spielt dabei keine Rolle. Reb Simsön Peltin hat sich in den letzten zwanzig Jahren seines Lebens als ״Badchien” (Spassmach'er bei Hochzeiten) redlich ernährt. Ein Asthmatiker, dessen Lungen beständig pfeifen, mit zweierlei Augen, einem lachenden und einem weinenden. Der andqre, Rachmiel, ist ein krankes Männchen mit wehem Gesichte, ein früheren Kinderlehrer, der keine zehn Minuten ohne Prise leben kann. Beiden gefällt es nicht besonders bei uns. Aber unsei* (,,Simson Hagilbaur”, wie wir den Badchen aus Smargo» nennen, hat seinen Humor mi!t hergebracht. Er ist immer noch der alte Spassmacher, der es ganz in der H׳anc} hat, uns zu Tränen zu!rühren oder |n einen Lachkrampf! zu versetzen. Wenn e.r von seinem Leben und Leiden* und ersten Erfahrungen erzählt, dann geht es uns tief ans Herz und wiiir w,äiliz*fn uns dennoch vor Lachen, Als/ man ihn bei der EinsteiUnng gefragt hätte, ob er schiessen! könne, habe er geantwortet: ״Vielleicht! Habe es noct* nie probiert.” Als er aber zum e!־st(en Male, so erzählt er,; (das Gewehr in der Hajnd hatte und zielen sollte, da! es ihm gar seltsam zu Mute, wie etwa einem Ko^

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