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Jüdische Presse · 1925-05-28 · 21-22 (28.5.1925) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
21-22 (28.5.1925)
Date
1925-05-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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SeiU 146 JÜDISCHE PRESSE Nf. 21/22 gerschule.. Erst im Schuljahr 1924-1925 war cs der Direktion möglich geworden, einen Stundenplan auszubauen« dem die Genehmigung durch die Schulbehörde nicht mehr versagt werden konnte. Die Direktion hat auch die ganze Schuleinrichtung und den Schulbetrieb auf eine solche Höhe zu bringen vermocht, dass diirch die stattgehabten schulbehördlichen Inspektionen die feste Grundlage für die nun erfolgte Gewährung des Oeffentlichkeitsrechtes gegeben waren. Ein neues Schulwerk, eine jüdische Bürgerschule mit Oeffentliclikeitsrecht ist erstanden. Möge sie ihren idealen Zweck erfüllen und sittliche Befriedigung bieten allen Faktoren, die mit so vielem Verständnis und Opfer- Willigkeit an ihrer Existenz mitgewirkt haben! Obgleich im gegebenen Momente die Mittel für die Erhaltung und die weitere Entwicklung dieser Schule noch nicht sichergestellt erscheinen, so ist die Hoffnung berechtigt, dass die glaubenstreue Judenschaft, deren Kindern durch diese Schule der schulfreie Samstag und die Feiertage gerettet sind, keinerlei Anstrengung und keind Opfer scheuen wird, um dieses Schulwerk weiters zu erhalten und zur Blüte zu bringen. Zur Geschichte der Bürgerschule der Talmud Thora. Die Wiener Talmud-Thora-Scluile bestellt seit dem Jahre 1849. Sie war ursprünglich eine Bibelschule. Allmählich wurde sie aber ohne Vernachlässigung der jiidisehen Disziplinen zu einer fiiniklassigen Kuabenvolksschule ausgebaut. Diese Volksschule erhielt bereits im Jahre 1S67 das staatliche Oeffentliclikeitsrecht. Seither haben die Vorstände vielfach grosse Anstrengungen gemacht, die Knabenvolksschule für das ganze schulpflichtige Alter auszubauen. Jedoch vergebens. Höchst bedauerlieh ist es, schreibt in einem Aufruf vom Jahre 1879 der Vorstand, dem damals Oberrabbiner Dr. M. Giidemanti, Heinrich Berger, Dr. Gustav und andere angehörten, dass in unserer Gemeinde gegenüber diesem Institut die tiefste Apathie besteht. Unsere wiederholten Einladungen, ' Aufrufe und Kundgebungen verhallen, die Schulprüfungen bleiben unberücksichtigt, die Generalversammlungen erhalten keine Teilnahme. Um die Jahreswende sind die Aussichten für die Schaffung einer Bürgerschule etwas besser geworden. Durch die von der löblichen israelitischen Kultusgemeinde in muuifizenter Weise gewährte Subvcntion von jährlich S000 fl. sind wir dem Ziele unseres Strebens, der Kreierung einer dreiklassigen Bürgerschule, nähergerückt, schreibt der Vorstand im Jahre 1900. Zu der Schaffung einer Bürgerschule fehlte ihnen doch der Mut. ״Leider können wir doch nicht an die Ausführung dieser Idee schreiten, da , wir ohne tatkräftige Unterstützung unserer Glaubensbrüder nicht imstande sind, ־ die jälirliehen Kosten einer Bürgerschule aus unseren Mitteln zu bestreiten“, lautet der Beschluss des Vorstandes im selben Jahre. Und dabei blieb es jahrzehntelang. Selbst die zähe Energie und die hingebungsvolle" Arbeit des akademischen Malers David K 0 h n s. A. konnten das stets erträumte Ideal einer Bürgerschule nicht verwirklichen. So bedeutet das Schuljahr 1922/23 in der Geschichte der Talmud-Thora-Schule einen Wendepunkt. In diesem Schuljahr hat die vor drei Jahren ins Leben gerufene Bürgerschule jenen Ausbau erreicht, der den Anspruch auf Erteilung des Oeffentlichkeitsrechtes berechtigt. Tatsächlich wurde nun mittels Dekrets des Bundesministeriums für Unterricht das Oeffentliclikeitsrecht für die Bürgerschule 2. Bez., Malzgasse 16, bereits für dieses Schuljahr erteilt. Es werden wohl noch manche Lücken der Lehrmittelsämmlung sowie der Lehrer- und Schülerbibliothek zu füllen' sein, aber das Fundament ist da und das jüdische Wien kann mit Stolz auf die Erweiterung seines ältesten Schulwerkes durch eine so wichtige Anstalt blicken. EINLADUNG zu der am Sonntag den 15. Siwan 5685 (7. Juni 1925) um 10 Uhr vormittags im Turnsaale der Schule, II., Malzgasse 16, stattfindenden ordentlichen des WIENER TALMUD-THOR A-Schul- Vereines TAGESORDNUNG: 1. Eröffnung 2. dederikrede nach dem verstorbenen Vorstandsmitgliede Hofrat Dr. JULIUS SCHLAG (gehalten von Dr. J. Bondi) 3. Gedenkrede nach dem verstorbenen Lehrer ADOLF . FRIED (gehalten ,׳ von . Oberlehrer—Jakob Kojin); 4. 25jähriges Jubiläum des Präsidenten MARKUS , BONDI ,׳(gewürdigt von Dr. Pinchas K o h n) 5. jüdische Erziehurigsideale einst und'jetzt (Vortrag: Dr. L, D e־u tsc)11 änd er) ־ ־ ־ •; 6. Rechenschaftsbericht des Vorstandes 7. Kassabericht 8. Neuwahlen Rechenschaftsbericht dis Vorstandes des Wiener Schülverelnes Talmud Thora, erstattet der Generalversammlung am 7. Juni 1925, 15. Siwan 5685. Geehrte Generalversammlung! Der Vorstand beehrt sich Ihnen über seine Tätigkelt in der abgelaufenen Geschäftsperiode folgenden Bericht zu erstatten: Die jüngste Generalversammlung fand am 21. Jänncr 1923 statt. Nach den Statuten soll mindestens alle zwei Jahre, spätestens im April eine ordentliche Generalver- Sammlung abgehalten werden. Dass die diesjährige General- Versammlung erst im Juni, also um zwei Monate später stattfindet, ist auf die ungeklärte Situation der Bürgerschule zurückzuführen. Wir haben die Erledigung unseres Gesuches um Verleihung des Oeffentlichkeitsrechtes vom Kultusministcrium erst jetzt erhalten und können wir Ihnen, mit grosser Freude und innerer Befriedigung die Gewährung dieses wichtigen Rechtes mitteilen. Wir hoffen, dass die geehrte Generalversammlung uns für die zweimonatige , Verschiebung die Idemnität erteilen wird• Da . die Personalien besondere Punkte der Tagesordnung bilden, gehen wir hier gleich zum geschäftliehen Teil über. Der Vorstand: In der jüngsten Geschäftsperiode bestand der Vorstand aus folgenden Mitgliedern: Markus Bond i, Präses, Bernhard H ofbaue r, Vizepräsos, Rabb. Dr. Joel Pollak, Schriftführer und Kassier, Sandor Adler, Karl A 11 m a n n, Dr. Josef Bondi, Siegmund Bondi, Wilhelm F r e i s t a d t, Dr. Pinchas K 0 11 n, Oskar Neurath, Heinrich Pappen heim, und der inzwischen verstorbene Hofrat Dr. Julius S c 111 a׳g. Der Lehrkörper bestand in der verflossenen Berichtsperiode an der Volksschule aus: Oberlehrer Jakob K 0 11 n, 'Gotthold Fried 1 ä nde r, Leopold Richte r', Adalbert •P r i n z, Hermine.S c hm i d t, Rene Buxbau m, als Religionslelirer wirkten' Rabb. S. N e 11 w i r tli und Lehrer Jakob E i s e n b e r g. Während der Berichtswoche schied der prov. Lehrer Leo Her sch aus dem Verband der Schule aus, Lehrer Adolf Fried ist nach 53 Dienstjahren (an unserer 13) infolge Ablebens ausgeschieden. Neu eingetreten sind Adalbert Prinz, Hermine Schmidt. Rene Buxbaum und Jakob E i s e n b e r g. An der Bürgerschule: Dir. Emanuel Ungar, Ed. Ungar, Gustav Libesny, Rudolf Hein, Rudolf Podirsky, Franz Kotscher, Franz Schubert, Otmar Sauer, Rabbiner Samuel N e uw i r t. unter Leitung des Herrn Dr. M, Wündermann an der Talmud-Thora-Schule II., Malzgasse Nr. 16 gibt der reiferen Jugend die Mög- Iichkeit eine gute kaufmännische Ausbildung an einer jüdischen Anstalt zu gewinnen! An dem einjährigen Handelskurs: Leiter Dr. M. W 1111 d e r m a n n• Der Ausbau der Schule. Der Ausbau der Mädchenschule gedieh in der Berichtsperiode bis zu der vierten Volks- Schulklasse, die im Schuljahre 1924-25 als selbständige Klasse geführt wird. Falls die R a u m v e r 11 ä 1111 i s s e cs erlauben, und 'für die vierte Klasse im Schti 1 j 11 r e 1 9 2 526־ genügende A n m e 1 d u ngen vorliege 11 werden, gedenkt der V o r s t a n d sowohl die vierte als auch die fünfte M ä dehenklasse selbständig zu führen. Die Bürgerschule wurde in der Berichtsperiode vollkommen ausgebaut iind trägt in allen Stücken den gesetzlichen Forderungen Rechnung. Dank der hingebungsvollen Energie des Herrn Direktor Em. Ungar, der nach dem Rücktritt des ersten Direktors Herrn S. Khuner seit Oktober 1923 die Bürgerschule leitet, das unsere Bürgerschule ein Niveau erreicht, das den gesetzlichen Bedingungen nicht nur entspricht, sondern darüber hinausgeht. Die Lehrerfolge waren so zufriedenstellend, dass die Schulbehörden für die Verleihung des Oeffentlichkeitsrechtes bereits schon für dieses Schuljahr eintraten, obwohl Lehrmittelsammlung, Schüler- und Lehrerbibliothek infolge der knappen Mittel des Verefttes so marrdie bedenkliche Lücken aufweisen. Schulbesuch an der Volksschule: Im Schutjahre 1922-23. Zahl der Schüler in der am 15./X. 1922 um 28./VI. 1923 1. Klasse 20 Knaben, 8 Mädchen 25 Knaben, 10 Madch! n ״ .2 26 & ״ * 30 ״ 8 ״ .3 31 ״ s — מ 36 . M יי ״ •4 37 » — n 38 לי י- ל' ״ .5 36 n מ 38 יי יי 1. . K.S. 28 יו 29 Summe 178 Knaben, 13 Mädchen 198 Knaben, 18 Mädchen Während des Schuljahres sind eingetreten 39 Knaben und 8 Mädchen, ausgetreten 21 Knaben und 3 Mädchen. Reife der Schüler der 2• ״ ״ •« » 4• ״ ״ 6• ״ ״ 1.RI.B.S. ״ יי * /׳ UW) UrtVUil 1CU 4ö£7, 1HUU ICH 4 ,, ״ ,34 « י» י38 יי, '*•■e r4 36, 38, 38, 29, 33, 36, 34, 25, 3« 1, 2, 4, Summe am 28./VI. 214, davon reif 191, nicht reif 15, ungeprüft 8 Es treten ein: ins Realgymnasium 7 Schüler, in die jüdische Bürgerschule 20 Schüler, in die städtische Bürgerschule 4 Schüler, in den privaten Unterricht 3 Schüler. Nach den Durchschnittsleistungen waren sehr gut 36 Schüler, gut 62 Schüler, genügend 82 Schüler, kaum genügend 11 Schüler. Schulbesuch; an der Volksschule im Jahre 192324־. Zahl der Schüler am Beginn des Schuljahres: 1. •Klasse 20 Knaben 8 Mädchen 28 2. Klasse 17 Knaben 9 Mädchen 26 3. Klasse 35 Knaben 4 Mädchen 39 4. Klasse 32 Knaben 8 Mädchen 40 5. Klasse 29 Knaben 5 Mädchen 34 Summe 133 Knaben 34 Mädchen 167 Zahl der Schüler am 30. Juni 1924 in der 1. Klasse 21 Knaben, 14 Mädchen, reif 20 Knaben 13 Mädchen 2. 30 ״ . ״ 12 ., . 12 ״ 24 ״ 3• ל3 יי —׳-* יי 21 19 ״ 28 ״ 4. ,, 36 יי 8 ״ 8 ,, 35 ,, 5. ״ 41 " 6 ,, 6 ״ 33 ,, Summe 160 Knaben, 21 Mädchen, reif 140 Knaben,58 Mädchen ungeprüft 8 Knaben, 3' Mädchen. In die Mittelschule treten ein 8 Schüler, in die städtisehe Bürgerschule 4 Knaben und 6 Mädchen, in die jüdische Bürgerschule 20 Knaben. Finanzen: Nach dem Kassabericht für das Jahr 1922 hatten wir Einnahmen von 106,362.227.24; Ausgaben 104,800.993.97. Im Jahre 1923: Einnahmen 351,119.409; Ausgaben 348,261.S20. Im Jahre 1924: Einnahmen 501,376.200; Ausgaben 499,640.400. Ueber die Kassagebarung bekommen Sie noch einen ausführlichen Bericht. In dem allgemeinen Bericht des Vorstandes können, wir nur auf diese Summen hinweisen, damit Sie einen Ueberblick über das Anwachsen des Budgets haben. Wir erlauben uns, hier im allgemeinen auf einige charakteristische Ziffern aufmerksam zu machen. An Mitgliedsbeiträgen sind im Jahre 1923 K 6,426.929, im Jahre 1924 K 6,717.000 eingegangen. Ausser den Mitgliedsbeiträgen erhielten wir von einigen' Freunden der Schule monatliche Zuwendungen, deren Gesamt- :summe im Jahre 1923 K 63,885.000, im Jahre 1924 K 94,497-000 ausgemacht hat. Diese Ziffern sind deshalb" charakteristisch, weil sie ׳ein klares Bild über die Aenderung der Verhältnisse geben. Die Beiträge der Mitglieder: genannt Jahresbeiträge, sind in den jüngsten Jahren fast bedeutungslos geworden. Man musste durch energische Arbeit einen Stock von Spendern aufbauen, die allmonatlich der Schule bedeutende Zuwendungen machten. Leider sind die Verhältnisse המחחחחחחתו־חסםמס□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ □ □ Fünfklassige Wiener Vereins - Volksschule — für Mädchen — mit Oeffentlichkeitsrecht Wien, 11., Balzgasse 16 I Anmeldungen für die 4. und 5. Klasse werden noch entgegengenommen. 8 □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ ם □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ם□□□□□□

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