Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 20 (22.5.1925)
- Date
- 1925-05-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 20 JÜDISCHE PRESSE׳ ersf0 Verh'aHdluiig in diesem interessanten Prozesse statt} t}nd der Vorsitzende, Obrjandesgerichtsrat Dr. Kramd, ordnete die Einvernahme einer Reihe von Zeugen, unter anderem die des Wiener Oberrabbiners Dr; Chajes und des zionistischen Führers, Ingenieurs Stricker, an. Demnächst werden diese Einvernahmen vor dem Gericht statt!- finden und der ga,nze Komplex der ungeklärten Fraget} bezüglich der Geschäftsgebarung des Palästinaamtes aufgerollt. Die zionistischen Organisationen des In- und Auslandes erwarten mit Spannung den Verlauf und Ausgang, dieses ungewöhnlichen Prozesses. Eröffnungsfeier eines neuen Bethauses. Der Untersttitzungs- und Krankenbesuchsverein Wien, XX., Treustrasse 7, ider ׳unter der Leitung der Herren Knobel, Schaffer und S c h a p i r a steht, , eröffnet am 1. Tag Schebouth, 29. Mai!, ein!Bethaus itn Vereinslokale. Keren-Hatora ln Oesterreich. Sonntag, den 3. Mai referierte Herr Rabbiner Moses Blech im Bethause ״Bnei- Hagoile“, II., Stuwerstrasse 46, über die Bedeutung des Keren-Hatora. Er schilderte die Notlage, in welche die Thoralehranstalten duroh die kritischen . Wirtschaftsverhältnisse geraten sind, und die bedeutenden Erfolge des Keren-Hatora während der kurzen Dauer seines Bestandes.!Die Rede fand bei den Anwesenden reichen Beifall und die Bethausbesucher versprachen, für den Keren-Hatora zu spenden. Schewnes-Aktion des Keren-Hatora. Das Landesdircktorium des Keren-Hatora in Oesterreich hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, eine SchewuesiAktion zugunsten des Keren-Hatora einzuleiten. Es ist ,ein Appell an alle Bethäuser Wiens gerichtet worden, bei der ״Aliaht- Lhatorah“ an diesen Tagen einen ״Mischeberach“ für Keren-Hatora vorzunehmen. Juden! Gedenket am Schewues unserer bedrohten Thoralehranstalten und spendet an diesen Tagen reichlich für Keren-Hatora. Subventionen der Keren-Hathora-Zentrale. Nachdem durch die Entschuldungsaktion des Keren Hat'hora zugunsten Litauens (Kowno) und Polnisoh-Lifcauens (Wilna) an die in diesen beiden Provinzen befindlichen 20 Jeschiwoth Beträge in der Gesamthöhe von 20.000 Dollar zur Auszahlung gelangt sind, hat die Keren-Hathora-Zentrale beschlossen, zu Pessach aus den ihr ■von Holland, Belgien und der Sclitwelz zugeflossenen Beträgen in erster Linie die schwer leidenden Jeschiwoth in Kongresspolen zu• unterstützen. Dementsprechend wurde für den Kibutz Nowogrofdek in Warschau und Kibutz Lubawicz in Warschau und andere dortige Thonalehrstätten, ferner an Jeschiwoth Galiziens . und an einige im Burigenland namhafte Beträge übersendet. Arbeit für Beth Jakob. Die Keren-Hathona-Zentrale hat. beschlossen, an die Mädchengruppen der Agudas Jisroeleinen Aufruf zu sen!dieh, damit diidse sich in den Dienst;der Arbeit für Beth Jakob stellen. Zur Installierung des Beth Jakob-Internats, in welchem zurzeit 30 junge Mädchen zu Beth Jakob-Lehrerinnen ausgebildet werden, ferner zur Abhaltnng eines Fortbildungskurses für Lehrerinnen sind annähernd 10.000 Dollar notwendig. Hans Herzl in Wien. Wien. (J. T. A.) Der zum Katholizismus übergetretene Hans Herzl, der vor kurzem in einer Londoner katholischen Zeitschrift gegen das Lebenswerk seines Vaters Theodor Herzl auftrat, ist! soeben in Wien eingetroffen. Ueber den Zweck seines Aufenthaltes verlautet nichts; in Wiener Missionskreisen . besteht die Absicht, seine Anwesenheit zu katholischer Propaganda zu benützen. Behördliche Schliessung der zionistischen Schule in Osljek. Osijek. Der Stadtmagistrat erhielt den Erlass! des Unterrichtsministers zugestellt, demzufolge die hiesige jüdische Schule zu schliessen ist. In der Begründung des Erlasses heisst .es, dass nach der Verfassung der Unterrieht in den Volksschulen in den Händen des Staates sein muss, dass aber im übrigen der Erlass die religiöse 'Ausbildung in keiner Weise beschränken wolle. Rabbinerseminar zu Berlin, Am 27^.April ■wurde in Berlin das 104. Semester am Rabbinerseminar eröffnet. Acht Hörer, sämtlich im Besitze des Abiturientenzeugnisses eines humanistischen Gymnasiums oder einer Oberrealschule, sind neu eingetreten. Die Eräffnungsvorlesung!hielt Herr Dozent Dr. S. Grünberg. Er sprach über die ״Namensbezeichnungen für das jüdische Volk“ und berichtete in höchst interessanten Ausführungen auf Grund von grammatisch-exegetischen Belegen und geschichtlichen Nachweisen über die Bedeutung der Namen ״Hebräer“, ״Israeliten“ und ״Juden“ nach ihrer theologischen, kulturhistorischen und politischen Entwicklung. Am 28. April morgens begannen die talmudischen Vorlesungen mit einem grosszügigen und weitangelegten halachischen Vortrag des Doz. Rabb. Dr. Weinberg über eine Reihe von grundlegenden Begriffen über das Wesen des Aktes ,der Uebergäbe eines Scheidebriefes als Einleitung für den Traktat Gittin, der in diesem!Semester in beiden Talmudabteilungen behandelt werden soll. Kriegswaisenftirsorge. . Der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden wurde vom ReJchsarbeitsminMerium eine einmalige Beihilfe aus den noch verfügbaren Reichsmittein zur Förderung der Wohlfahrtspflege in der Uebecgangszeit in Aussicht gestellt. Der ,Betrag ist für Ein.♦ Achtungen bestimmt}, die der Fürsorge für Kriegswaisen besonders auf dem Gebiet der Berufsausbildung, dienern Entsprechende Gesuche sind an die Geschäftsstelle der Zentralwohlfahrtsstelle, Berlin C.2, Rosenstrasse 2-4 erbeten, '.־!•■׳ Eröffnung einer Talmud Thoraschule ln Dortmund durch den Keren Hathora. Dortmund. (A. J. P. B.) Der Keren Hathora für Deutschland hat in Dortmund eine Keren Hathoraschule eröffnet. Der Unterricht erfolgt r in sechs Klassen und es liegen bereits über zweihundert Schüleranmeldungen vor. Zur Eröffnungsfeierlichkeit waren Gäste aus Köln, Gelsenkirchen, Duisburg, . Hamburg etc. erschienen. Die antiorthodoxe Praxis des Palästinaamtes ii} Warschau. Warschau. (A.J.P.B.) In den orthodoxen Kreisen Warschaus wird mit Verbitterung die antiorthodoxd Praxis des zionistischen Palästinaamtes betrachtet. Als eiri orthodoxer Jude namens Franke 1 aus Lodz vor Pessach nach Erez Jisroel fahren wollte, wurde ihm dies vom Palästinaamt verweigert. Auf seine Frage, ob er die Ab- Weisung seinem grossen Bart zu verdanken habe, wurde ihm höhnisch mit ja geantwortet. Der Vorfall wird iri den Warschauer orthodoxen Kreisen als typisch bezeichnet. Feierliche Eröffnung des Lebensmittelmagazins von Beth Lechem.. Wa rs c h a u. (A. J. P. B.) In Anwesenheit des Warschauer Rabbinats. fand Sonntag den 5. April die Eröffnung des Lebensmittelmagazins der Wohltätigkeitsinstitution ״Beth Lechem“ statt. Unter anderem sprachen Rabbiner Perlmutter, Michelsohn, Dr. Mieses!1 und Kultusrat Trockenheim. ״Beth Lechem“ hat die Aufgäbe, arme Juden mit Lebensmitteln zu versehen und wird im Sinne des orthodoxen Judentums geleitet. ' Die Werbearbeit der Poale Agudas Jisroel.1 W a r s c h a u. (A. J. P. B.) In der Pessachwöche fanden! an mehreren Stellen. Warschaus und in vielen anderen Städten Polens Werbeversammlungen der Poale Agudas' Jisroel mit gutem Erfolg statt. Die Poale Agudas Jisroel zählt derzeit in Polen zirka 50 Ortsgruppen und beabsichtigt jetzt, nach Warschau einen Kongress einzuberufenj um das Landesdirektorium zu wählen und neue Ortsgruppen ins Leben zu rufen. Sie wird gleichzeitig ein eigenes offizielles Organ schaffen. ן Streng erth. כשר H Streng orth. כשף § HoMsiaorant ״Eisen“ ■ I Eirschenbanssr Villa Dreibänm g I auf das allermodernste neu renoviert! ■ H s * Pension von Schillings,— aufwärts Ganz separierte milchige Küche mit erstklassigen Milchspeisen werden während des ganzen Tages verabreicht // E i g e n e r Te m p e 1 und Mikwöh Im Hause 3 Das Hotel-Restaurant Zentrum fles Hurortes fimma Herren-, Knabenand Kinderkleider fertig und naclt Maas ' Massabteiluug bis zu den feinsten englischen Stoffen,' Erstklassige Zu• schneider. Elegaiitelte. Ausführung. Auf Vermeidung von , wird genauestens geachtet. J. STERN, Wien, II., Olookengasse 25. T. 46913. Beachten Sie die Hausnummer. | ■! Telephon Nr. 64. Gegründet 1872. & 5öhne Presov (Eperjes) Spirituosen־“". ‘ Rumu. 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Nunmehr hat die Regierung auch diejenigen jüdischen Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich aus Not mit der Arbeit an den Sabbattagen einverstanden erklärten, sämtlich entlassen und an ihre Stelle minderqualifizierte polnische Arbeitskräfte gesetzt. Der Sejm möge die Regierung auffordern, die grausame Taktik gegen jüdische Arbeitskräfte, die zum Teil seit Jahrzehnten in dem Fach beschäftigt sind, aufzugeben. Jüdischen Zeitungen das Postdebit in Polen entzogen, Wa r seihau (I. T. A.). 1D!ie Regierung׳ tet der Londoner jüdischen Tageszeitung ,jDle Zeit“, dem New Yorker ״Jidd'iscihen Togb'Iatt", der ׳Zeitung ״fHaarez“!in Tel-Atwltw!und der iKisohinewer Zeitung ״Der Jitd“ das Pastddböt!für Polen entzogen. . ׳; Eine grosse Schniore-Schabbos-Versammlung in Warschau. Warschau (A. J. P. B.). Im Saale der!jüdischen Gemeinde!fand ein grandioses ׳Massenmeeting •mit dem Thema ״Schmiras Sohabbos“ statt. In Anwesenheit der bedeutendsten Persönlichkeiten aus Gelehrten, ׳Finanz-!und Arheiterkreisen sprachen die Herren Rabbiner!Michelsohn, Benker, Knoll •und namens der Poa'le Agudas Jisroel!Kultusrat!Rittmedster. ' ' r Rabbi Sandumirski zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Moskau. (A. J. P. B.) Rabbiner Sandumirski aus Sluck wurde zu vier Monaten Gefängnis und dreijähriger Verbannung verurteilt, weil er einen Schiur führte, an dem sich auch Männer unter 18 Jahren beteiligten. Da laut Ver- Ordnung der Sowjetregierung die Unterweisung von Personen unter 18 Jahren in religiösen Themen, strafbar ist, wurde dieser Rabbiner und auch einige ihn unterstützende Lehrer zu diesen harten Strafen verurteilt. Ein Volksmeeting ln Stanislau. Der Leiter der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel für Ost- und Mittelgalizien Dr. Bonzion F!e$sler sprach in Stanislau auf einem Volksmeeting über ״Aguda und Palästina". Redner entwickelte die Mittelstandspolitik der Aguda in Palästina und kritisierte scharf den dort Platz!greifenden linken Kurs. Die Bodenverkaufsaktion!ergibt günstige Resultate. . Sezession in der polnischen ״Hechaluz Hamlsrachl". Warschau. (A. J. P. B.) ״Haasid“, das offizielle Organ der polnischen ״Hechaluz“, meldet, dass die polnischen ״Hechaluz Hamisrachi“ nach Muster ihrer Gesinnungsgenossen in Palästina sich aufzulösen und der allgemeinen Arbeiterbewegung. ״Hechduz‘.' beizutreten beginnen. Solche Zusammenschmelzungen, erfolgten bereits in den Städten Aisisick, Iwio etc. Zusammenkunft Vizepremier Dr. Thugut—Kirschbraun. Warschau. (Ä. J. P. B.) Vergangene Woche hatte! der agudisti&che Abgeordnete K i r s c h b r a u n mit dem Vizepremier T hu g u t eine Unterredung. Hiebei nahm! Kirsehbraun Gelegenheit, dem Minister über die Organisierung des Kehilohwesens in Polen und in den Rand!- gebieten vom Standpunkte der Orthodoxie Aufklärung zu geben. { * Rabbi Lamstein genesen. Warschau. (A. J. P. B.) Der eifrige Agudaarbeiter Rabbi A. I. Lamstein, Sekretariatsmitglied des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel, ist von seinem längeren Berliner Aufenthalt zurückgekehrt und ist gesundheitlich so weit hergestellt, dass er binnen kurzer. Zeit , seine Arbeit auf dem Gebiete ,der Literatur und! Organisation . aufnehmen können wird. Eine Agudadelegation beim Beizer Rebben. Warschau. (A. J. P. B.) Rabbiner Löwensohn |und Senatoit Deutscher haben vergangene Woche dem Beizer Rebben einen Besuch abgestattet, wobei wichtige Agudaangelegenheiten zur Sprache kamen. Die Delegation wurde1 äusserst warm aufgenommeri. Die Delegierten haben der polnischen Landesorganisation über die Unterredung eingehend berichtet und die besondere Zufriedenheit über deren Verlauf ausgedrückt. י Ben Awi von der. Leitung des ״Doar Hajom“ t?u4 rückgetreten. Der Jerusalemer ״Doar Hajom“ veröffenttj licht ein Schreiben Seines Chefredakteurs Ben Awi, wo1{ rin dieser mitteilt, dass er infolge von Unstimmigkeiten{ mit den anderen Redaktiortsmitgliedern bezüglich des welteren Verhaltens in Angelegenheit der Artikel ״Witt klagen an!“ als Chefredakteur des;,Doar Hajöm“ zü-j riiektritt. Ben Awi soll, wie der ״Haaretz“ meldet, ver*־. langt haben, dass der ״Doar Hajom“ sich bei Dr. Ruppig entschuldigt und die gegen Dr. Ruppin erhobenen Vort würfe widerruft. Ben Awi soll sich in den nächsten Tagefl( nach London begeben. Als Chefredakteur des ״Doat{ Hajom“ zeichnet nunmehr Almaiiah. ' Keine Aufnahme von Frauen in den B’nai B'rith- Orden. Die Anregung!des .bisherigen Prasidenteh •Adolph Kraus, ׳nunmehr Frauen als Mitglieder des• Ordens B’iiäi B’rith aufzunehmen, bildete •den Gegenstand einer eingefieiiden Diskussion. Es wurde ein Ausschuss eingesetzt, der über. die Fr^ge Bericht erstatten'sollte. •Der Ausschuss sprach sich gegen die Anregung des!Herrn Kraus aus und empfahl, den Distrikten die Bildung von Frauen-Hilfssektionen anheim zu stellen. Für!die verschiedenen Tätigkeitsgebiete in den nächsten fünf Jahren wurde ein Budget .von 45Q.OOO Dollar auf gestellt ׳und ׳von der Konferenz angenommen. Nach den vorgenommenen Wahlen wurde die Kottferenz mit einer feierlichen Ansprache des neuen Präsiden- . ten geschlossen. . . ...... .