Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 16 (24.4.1925)
- Date
- 1925-04-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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auf allen Gebieten auszubauen. Ein herrlicher Anblick ist e4 In frühen Morgenstunden im Jargendgruppenheim gegen 60 junge Leute in mehreren Abteilungen eifrig Thora 1erneu zu sehen, dies inmitten einer Grosstadt, wo doch so viele Gefahren und Verführungen dem jungen, jüdischen Menschen drohen.!Noch lebhafter ist das Lernen und Lebe.'i am Abend! Da sitzen junge Leute, die tagsüber ganz im Getriebe des wogenden Lebens stehen, bei der Gemoroh oder beim Mögen Awrohbm, um aus der ewigjungeh Thora frische!Kraft und neuen Mut für den kommenden Tag zu schöpfen. Die Schabbosvorträge der Jugendgruppe, die Sich stets durch die hervorragende Persönlichkeit der Vor- .tragenden auszeichnen, haben bei allen Kreisen überaus grosse Beliebtheit errungen. Gesellige Zusammenkünfte und Ausflüge, eine Lesehalle und Bibliothek:festigen und•; stärken das Freundschaftsband, das die Mitglieder mit-. einander!innig vereint. So gewährt uns dieser Frühling die schönsten Hoffnungen auf eine frohe, glückliche Weiterentwicklung unserer Jugendgruppe. Neu sind im!Rahmen!der Lehrtätigkeit der Jugendgruppe die im vorigen Semester eingeführten ״Zirkel- . lernen“. Es sind dies kleine Gruppen von sechs bis acht Personen, die sich um einen ihnen persönlich zusagenden Vorlerner scharen und täglich Irgend einen ihnen passenden Stoff lernen. Sie haben den Vorteil, dass das Lernen den individuellen Bedürfnissen besser angepasst werden kann. Die!Erfolge, die auf diese Art erzielt, wurden, sind nicht zu unterschätzen. Wir sehen jedenfalls unsere Jugendgruppe, hilf uns, das Vertrauen auf unsere jüdische Zukunft wiederzugewinnen. Pessach in der ״Einheit“. Während des 18jährigen Wirkens der ״Einheit“ bereiiteten wir manches Jahr unter schwierigen Verhältnissen unseren Gästen den Pessach, doch können alle diese Schwierigkeiten auch nicht enfernt verglichen werden mit denen des heurigen Jahres. Die herrschende wirtschaftliche Not hat' einen so grossen Abgang verursacht, dass wit noch vor Pessach die ״Einheit“ hätten sperren müssen, wenn wir nicht eine Anleihe gemacht hätten. Nur dadurch war es uns möglich, die Pessachaktion durchzuführen. So fand der Seder-Abend trotz der Not unserer Speisehallen die Räume der ״Einheit“ in feiertägigem Aussehen, die Tische festlich gedeckt, die Säle voll Licht und Feiertagsstimmung. Sowohl die allgemeine Ausspeisung als auch die Mittelstandsabteilungen waren bis auf den letzten Platz besetzt, es wurde sogar das Bureau in, ein Speisezimmer verwandelt. Es war ein erhebender Anblick, wie .an jedem Tische der Seder gegeben wurde, wie die Hagadah andächtig gesagt wurde, wie man in jedem Antlitze Befriedigung lesen konnte, die sich noch steigerte, als das Pessachessen aufgetragen wurde. , .... Es war ein echter Pessach, der in der '״Einheit“ gefeiert worden ist! Viele Familien holten das Essen nach Hause und für die jüdischen Häftlinge der Landes- und Bezirks-! gerichte wurde das Essen in der ״Einheit“ bereitet und in die Gerichte geschickt. Wir haben während der Pessachtage mehr als 9000 Mahlzeiten verabreicht. Mit Genugtuung kann der Vorstand der ״Einheit“ auf die Pessachaktion zurückblicken; umsomehr als 200! Mahlzeiten gratis an Arme verabreicht worden sind, in Erfüllung der Worte der Hagadah: ״Kol dichfin jesse wechechaul.“ Somit hat die ״Einheit“ ihre Pessachaufgabe in echt jüdischer Weise gelöst und nun möchten wir arf alle, die mit den Armen fühlen, die innige Bitte richten: Helfet uns, auf dass wir für die Opfer aufkommen können, welche dieser Pessach der ״Einheit“ verursacht hat, damit wir ,fortwirken können im Interesse der Armen, die auf die ״Einheit“ angewiesen sind! ' Israel. Tempel- und Schulverein Stumpergasse. Am, 2. Tag Chol-Hamaued, Sonntag, 12. April, fand die 37.׳ und 38. Generalversammlung des Vereines statt. Obmann F e Is e n b u r g eröffnete die Versammlung und begri'isstd Herrn Kultusvorsteher Albert Breuer als Vertreter der Kultusgemeinde und Herrn Wolf Pappen heim als Vertreter׳ der Adass Jisroel. Nach Verlesung und Geneh/ migung des Protokolls der 36. Generalversammlung en 6tattete Schriftführer Herr Z e i s 1 e r den Bericht, der; von der gedeihlichen Entwicklung des Vereines auf allen Gebieten dessen Tätigkeit Zeugnjs gibt und von der zahlreichen Mitgliedschaft mit grossem Beifalle angehört wurde. Da,nk der Opferwiliigkeit der Mitglieder haben sich die Einnahmen bedeutend gehoben und sind für e;ine Anzahl wichtiger Vereine grosse Summen gespendet worden. Der Kassabericht würde genehmigt und von allen Seiten besonders die segensreiche Wirksamkeit des Herrn Rabbiners F 1 e s c h gewürdigt. Dem Obmann wurde die vollste? Anerkennung und dem Gesamtvorstande der Dank votiert. Herr Breuer namens der Kultusgemeinde, Herr Pappen,־ heim namens der Schiffschut und der Agudas Jisroel Würdigten die zielbewusste Arbeit des Vereines, in dem: jecht jüdisches Leben pulsiert, und sagten die tatkräftigste} Förderung desselben zu. Herr Rabb. Dr. Bach würdigte, in einer längeren Ansprache in warmen Worten die stets vorwärtsschreitende Tätigkeit des Vereines, ap dem er selbst vor nahezu drei Dezennien als Rabbiner gewirkt. Mit der Wiederwahl der austretenden Vorsteher Felsenbürg, Zeisler und Roth und der Revisoren Kom.-Ralj ׳Adolf Fürst und Adolf Hecht schloss die Versammlung^ die bei allen Teilnehmern einen ausgezeichneten Eindruck' hinterliess. ' Die Gerichtsverhandlung gegen Hefsch Tieger. Wien (A. J.P.B.). I!tn Zusammenhänge mit der . parteimässiigen Behandlung bei der .V.isaerteilung durah - die : zionistischen Palästinaämter zuungunsten. orthodoxer Einwanderer kaHi!es, wie (bereits berichtet, seinerzeit!rtn Wiener .,Palästinaamte zu einer unliebsamen Szene, bei der der agudisfcisalte Gerbermeister Hersah Tüeger in massloser Aufregnmg mehrere Einrrchtirngsgegenstände zertrümmerte. Das ziamistisohe Palästina amt ,liess den unglücklichen Palästinawänderer ver- •haften׳ ■und das Strafbezirksgeriaht Wien 4 hätte sich am 9. April!mit dessen Anklage wegen boshafter Sachbesohädtigung zu beschäftigen. Der (Angeklagte •erklärte, er sei bereits vor Jahresfrist nach Wien gekommen, nachdem er sein Geschäft nh Lodz verkauft habe, um hi Palästina als Handwerker zu ileberi. •Inzwischen!habe er sein ganzes Geld aufgegessen und sei ‘vom 'Paläsfcinaamt noch immer nicht, ׳für die Einreise nach •Erez' Jisroel!würdig erachtet worden, wiewohl •in dieser Zeit Viele!junge Burschen, die nicht die notwendigen Vorbedingungen!zur Einwanderung aufwiesen, bereits!längst nach Palästina geschickt worden seien. Seine Zurückweisung sei ausschliesslich darauf zurückzuführen, dass das Amt!ihn als einen streng •orthodoxen Juden׳!nicht!im heiligen Lande ׳ansiedeln lassen!wolle. Die Wiener Tageszeitungen nehmen ■zu!diesem 'Falle ausführlich ׳Stel- ׳hing. Insbesondere die öhristliclisoziaie ״Reichspost“ und die sozöaldeutsalie ,,Arbeiter-Zeitung“ geben der allseits Platz •gegriffenen Empörung über!diese Zustände beredten Ausdruck. Die Vierhandilung!wurde vertagt. r B. Ch. Schiff s.- A. Am letzten Pessachtage wurde, Herr B. Ch. Schiff zu 'Grabe getragen. Spross einer an;-' gesehenen Familie, war ,der Verblichene das Muster eines ׳ frommen, herzensguten! Juden und eines ehrlichen Kauf-: mahnes, der allgemeine . Achtung genoss. Ein , zärtlicher. Gatte und Vater, erzog, er seine Kinder-in echt jüdischem, Geiste. Trotz des schlechten Wetters hatten zahlreiche׳. Leute den weiten Weg zum Zentrafriedhof nicht gescheut,! um dem Toten die letzte Freundschaft zu erweisen. Josef Löbl zu sieben, Jahren Zuchthaus verurteilt. Budapest. (J. T, A•) Der Budapester Strafgerichtshof hat in dem Prozess .wegen der. Ermordung des ,Infanteristen Tremmel den ׳Hauptangeklagten, Geflügelliändler Josef Löbl, wegen vorsätzlicher : Tötung zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Die beiden mitangeklagten Juden wurden freigesprochen. Es sind dies die Kaufleute Bart und Granich. Am 16. April begann der Prozess gegen den Geflügelhändler Josef Löbl, der .angeklagt ist, im Dezember des Jahres 1923 den Infanteristen Tremmel in •einem Wirtshaus erstochen zu haben., Tremmel stürmte in Gesellschaft mehrerer Kameraden[ das ,Wirtshaus und griff die anwesenden jüdischen Gäste an. Es kam zu einem schweren Handgemenge, in dessen Verlauf Tremmel erstochen wurde. Dieser Vorfall war bekanntlich .der Anlass zu schweren äntijüdischen .Ausschreitungen; in Budapest, ., die von. :der, Universität ihren Xusgang’nahmen und .sich über die Stadt ausdehnten. Die Universität und die tierärztliche •Hochschule mussten damals. fjir längere Zeit gesperrt bleiben. Vor dem Gericht bestritt.Löbl, den tödlichen Stich geführt zu haben, er habe kein,Messer bei sich getragen; im Gegen- . teil, er selbst sei von den Soldaten durch Hiebe und Bajonettstiche nicht uherhetlich verletzt worden. Die Aus-!sagen der Zeugen waren sehr widerspruchsvoll. Ein Denkmal für 4000 kriegsgefallene Budapester Juden. Der Präsident der neoiogen!Gemeinde Dr. •Alexander : Lederer ',berichtete in der letzten Vofstandssitzung!über!dlie Errichtung!eines Denkinalg für ׳die i!m iW׳el׳t׳kr!fege gefallenen :mehr als 4000 'jüdischen •Krieger.!Anschliessend ׳an ׳die Synagoge 'in der Tabakgasse •wird ,ein herrlicher Pank ent- •stehen,!in welchem •das•: jüdische Kriegerdenkmal, •ein Werk des berühmten!jüdischen Bildhauers Josef (Ronai, zur Auf- Stellung gelangen ׳wird/ Die Budapester orthodoxe!Judengemeinde fii1h׳nt!über ihre.Kriegsopfer ׳besondere Evidenz. Tifereth-Bachurlin.;!B 11 d a p e s t. Im Selbstbildungverein der orthodoxen Jugend!in Budapest Tifereth B a cli 11 r i m herrscht .in; •den letzten Monaten ein reges Leben/ Man hat fast den Eindruck, als ■wollte der Verein für das in der Vergangenheit Versäumte Ersatz bieten. Der Lerneifer nimmt täglich zu und es wird fiir lehrreiche Vorträge in ausgiebigem Ausmasse Sorge getragen. -Während der Pessachtage haben die Herren Rabbiner Sussm.ann und Steif Charifut- und Magidut-Vorträge gehalten. Herr Dir. Dr. De 111 s c 11 hat über die astronomische und liturgische Bedeutung von K i d ti s c 11 Hachamo gesprochen. ׳Aaliron sahol-Pessaoh hat der hier als Gast weilende Dawid S c 11 r e i b e r die Jugend mit einer geistsprühenden Drascha beehrt. Die Leitung des Vereines liegt in bewährten Händen und es wird durch zielbewusste Arbeit gelingen, die Wirksamkeit desselben noch wesentlieh zu steigern. Abschiedsteier zu Ehren von Bachurlm. In der Budapester orthodoxen Gemeinde wird am Anfänge eines jeden Semesters zu Ehren der in die Fremde ziehenden Jeschi wah-Bacburim ein Abschiedsmalil veranstaltet. An!dieser Feier beteilgten sich alle geistlichen und weltlichen Führer der Gemeinde und die Bachurlm samt ihren Eltern. Für das Leibliche sorgt die Gemeinde. Den geistigen Genuss!bieten die Bachurim, Es ist eine wahre Herzensfreude, zu sehen und zu hören, mit welchem Scharfsinn diese jungen Menschen die verschiedensten talmudischen Suggiotli behandeln. Wenn alle Zeichen nioht trügen; wird die Budapester Gemeinde auf ׳die heranwachsende Generation stolz sein können. Hundertfünfzig hoffnungsvolle Bachurim gehen diesmal auf die Jeschiwah, um sich dortselbst •ausschliesslich dem Thoralernen widmen zu können. Achtzig Bachurim erhalten von der Gemeinde und' vom ,JHisacbarm“JVereäne regelmässige Untersttttzaing. Die Budapester Gemeinde mit ihrem Präsidenten Abraham von Freudiger an der Spitze leistet auf dem Gebiete des Limud Hathora Mustergültiges. Wir sind stolz auf unsere Bachurim und diese haben auch allen Grund mit uns zufrieden zu sein/ ■ Prozess Reilfitz am 27. April. Am 27. April beginnt vor dem Gericht irr Szätmar '(Siebenbürgen) der Prozess gegen •den Juden •Jakob Reinitz, dem sechs Raubmorde ■zur Last gelegt!werden. Reinitz soll iKäufleute/die 5ndt ihm in Gesahäftsverhindu11g standen, ׳unter dem Vorwand, •ihnen iHolzkäufe Zn Vermitteln, in die!Wälder,!gelockt!und sie dort ׳ermordet und beraubt •halben. Beweise!gegen ihn bestehen nicht, •doch •edne Anzahl •Indizien. Refinitz, der zu .den Frömmsten der Szatmarer Judenheit zählte, beteuert hartnäckig .!seine Unschuld» ׳Er ׳hat eine Verteidigungsschrift lim Umfange von 130 Bogen verfasst,!In Rumänien, ׳Ungarn und der Tschechoslowakei sieht man •dem Prozess ׳mit!grösster Spannung entgegen. Richtigstellung. , Wir werden um Veröffentlichung nachstehender Zeilen ■ersucht; Im Interesse der Wahrheit erachte ich es ■als meine Pflicht, Sie zu bitten in •Ihrem Berichte in Nummer 13 ״,Grosse Sljamfeier der •Aiguda׳s , J'isroel Jugendgruppe in Orademare“ eine kleine Korrektur gefälligst vornehmen zu wollen. Nämliah in der Ach a was Re!i1m Cheiwra sind die ׳Daf Jpmi-Vortra- ׳genden abwechselnd; •teilnehmende ‘Mitglieder Sind zumeist die ,Herren J. W;•eiiss, B. Goldberger, M. Klein; ich kann ׳nicht den ihnen gebührenden {כבוד התולד!mir zusahreiben, lassen. Mit hoahaehiendem ׳Gruss H. G 0 1 d s t e i n. Der Vortragsabend der Agudagruppen. Züri ch. Einen selten genussreichen Abend verbrachten die vielen Zuhörer, beim Palästinaabend in ,der StadthaUe. Doktor D e u t s c h 1 a n d e r (Wien) sprach von der praktischen׳ Agudaarbeit, über Keren Hatauroh und Erez Jisroel. Keren Hatauroh zergliedert sich in das eigentliche Thauroh- Lernen und in die Aufgabe, die Grundlagen dafür zu! schaffen. Erst. vor einigen Wochen wurden 30.000 Dollar nach dem Osten geschickt. In den von der Aguda unterstützten Jeschiwaus sollen beide Richtungen der frommen Juden, Misnagdim und Chassidim, vereinigt werden, das heisst die Verstandes- und Herzensbildung (Mussar) muss Hand in Hand gehen. Die Jeschiwaus sind in grossen Not, da der . Hunger im Osten wütet. Amerika hat heute nur Interesse für Palästina. Darum ist ein Teil defl Slobodkaer Jeschiwoh nach Chebron verzogen. Neben denn Bodenkauf in Erez Jisroel ist es 'das Wichtigste,, dort Schulen zu errichten, damit der Boden nicht entheiligt wird. Schon vor dem Kriege .wurde von der Aguda ein[ Schulwerk unterhalten, das durch Errichtung von Knaben- und Mädchenschulen vergrößert wird. Herr Rabbiner Brom referierte sodann über die Aguda im allgemeinen in so1 vorzüglicher ■ Weise, dass wir im' Agudagedanken ausserordentlich bestärkt wurden. Moses, so führte er aus, erhielt den Befehl, Israel nur das Vorgeschriebene zu übermittein. Daher sagt er zuletzt nur: ,;Wenn ihr die Last der Lehre auf euch nehmet, sollt ihr mir ein geheiligtes Volk sein. Israel soll mit klarem Verstand und freiem: Willen die Thauroh auf sich nehmen, nicht im Begeisterungsrausch.“ Der Redner ging dann zu seinem Thema ״Jüdische Politik“ im einzelnen über; er gab eine Reihe geschichtlicher Hinweise und kam zum Schluss, dass nur das religiöse Judentum bisher das jüdische Volk erhalten habe. Soweit, führte er aus, was die Vergangenheit betrifft, sind auch die Unreligiösen mit uns einig. Sie (glauben indes, für die Zukunft das religiöse Judentum entbehren und ein jüdisches Volk ohne Thauro fortführen zu können. Dieser Glaube sei irrig. Die zehn Bätlonim, die, wie es heisst, in keiner jüdischen Stadt fehlen dürfen, ohne dass sie als jüdische Stadt zugrunde geht, sie müssen auch hi den Städten Palästinas sein, falls diese Bestand haben sollen. Darum sei es aufs höchste zu begrüssen, dass altberühmte Jeschiwoths ihren Sitz nach Palästina verlegen. Jüdische Politik sei es, der Lehre immerdar in Israel eine Heim- Stätte zu bewahren, sonst werde das jüdische Volk untergehen. Der Vortrag von Rabbiner Brom übte wegen seiner meisterhaften Form und seines trefflichen Inhaltes einen tiefgehenden Eindruck aus; der Vorsitzende gab dein' Ausdruck. Es wurden noch am gleichen Abend für den Keren Hajischuw, also für Landkäufe in Palästina, 2500 Franken, gezeichnet. — Samstag mittags 2 Uhr konferierten die Jugend- und Mädchengruppen im Gemeindesaal der Religionsgesellschaft nochmals mit Dr. Deutschländer. Ein Manifest des Chofez Chajim wegen der Universität. Wi e n (A. J.P.B.). Der greise gelehrte Rabbi Jisroel!Meier!Hakohen, berühmt unter dem Namen seines ethischen Werkes ״Ghofez Ghajim“, wendet siah ׳in •einem!Manifest an die ׳gesamte Judenheit, um in scharfen •Worten gegen die Verirrung .Stellung z׳u nehmen, die :ihren Tiefpunkt darin erreicht hat, dass man nicht zuriickschreckt, die hebräische Universität als Bes-<Hamikdosah ׳zu ׳bezeichnen. Er nennt diesen!ganzen Gedankensang eine Entweihung des heiligen Landes. Das Wilnaer Rabbinat gegen den Unlversitätsrummel. Wilna (A. J.P.B.). Auch das Wilnaer Rabbinat hat eine Botschaft geigen den Universitätsruminel, der auf bewusste Verletzung •des religiösen Gefühles der gesamten Judenheit :ausgeht, erlassen. Der Waad Holr Hoaschkenasi und die Universität. Jerusalem ((׳A. J.P.B.). Das Besdin von Waad ׳Holr Hoaschkenasi hat aus Anlass der ■Uldversitätserötffnaing einen Aufruf veröffentlicht, der saharfe Stellung nimmt «egen die Kulturarbeit der Zionisten, die gegen den!hehren Geist des Judentums!verstässt.