Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 13 (27.3.1925)
- Date
- 1925-03-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite:84 ״ JÜDISCHE PRESSE Nr. 13 um das J u d e n t u m handelt. Denn in dem Regien'ingsentwurf, in welchem die Zusammensetzung des Oberhauses genau, bis ins kleinste Detail aufgczälilt ist, findet sich über die Anerkennung des in Rede stehenden jüdischen Rechtsansprücltcs k e i n S t e r be n s w ö r t c 11 e 11. Ja, im Motivenber'iclit zum Entwurf wird die Nichtanerkennung des Anspruches ausdrücklich׳ erwähnt und mit dem Umstande begründet, dass die jüdische Konfession in Ungarn nicht e.i n 11 e i 11 i c h organisiert sei — obgleich das Memorandum dieses ״Motiv׳“ schon vorher vollständig entkräftet hatte. Aber uni das Herunterschluckeu der bitteren Pille um eine kleine Nuance weniger schmerzlich zu machen, oder aus einem anderen Grunde... wurde von berufener Seite erklärt, die Regierung werde bei der Ernennung von Oberhausmitgliedern darauf bedacht sein, dass Juden auf diesem Wege ins Oberhaus' gelangen. Allein für ein solches Danaergeschenk, das den gesetzlichen Reehtsansprach des Judentums nicht im 'geringsten honoriert, bedankt sich dieses recht schön, und daher sind beide Organisationen desselben bestrebt, eine seinem gesetzlichen Rechte entsprechende Modifikation des Entwurfes zu erwirken. Die Aussichten dafür sind aber bedauerlicherweise keineswegs günstig. * Die innerhalb der ßudapester orthodoxen Kultusgemeinde seit zirka 30 Jahren bestehende Schass-Chewra hielt dieser Tage unter dem Vorsitz des Präsidenten Markus Klein ihre Jahrcsgeneralversanunlung, welche mit Befriedigung zur Kenntnis nahm, dass die Einnahmen im abgelaufenen Vereinsjahr etwa 150 Millionen Kronen betrugen und dass der von der Verwaltung (Honorierung der sechs Vortragenden, Kosten der Vereins-Synagoge usw.) nicht absorbierte, bedeutende Restbetrag zur Unterstützung von etwa 20 armer Loindim verwendet wurde. Nach der Generalversammlung hat aus dem Anlasse, dass Rabbiner Sussmann, während zweieinhalb Jahren allabendlich מסבת זבחים vortrug und sie jetzt beendete, eine Siuinfeior stattgefundeu, verbunden mit einer bis Mitternacht dauernden Seudas-Mizwo. eBi derselben haben nebst Oberrabbincr R e i c h, Rabbiner S u s s m a 1111 und Steif der V e r e i 11 p r ä s 0 s, ferner Direktor Adolf Deutsch, Herr Pfeffer, Vizepräses Isaak Feldmann u. a. m. Reden gehalten. Am nächsten Abend wurde das Lernen von מסבת מנחות begonnen. * f In der Neologie ist ueuestens ein netter ]Bruderzwist ausgebrochen. Auf den Beschluss der neologen Landeskauzlei, die Organisation des Fortschrittsjudentums zu modifizieren, antwortet nämlich der Vorstand der Pcster neologen Kultusgemeinde, der als massgebende Repräsentanz;der Fortschrittler s i c 11, respektive den;vqr. einigen Monaten von ihm geschaffenen ,,Verband der ungarischjüdischen ׳•Kultiisgemeinden“ betrachtet mit einem öffentliehen geharnischten Protest,, in welchem u,, a. darauf!angewiesen wird, dass diese Kanzlei längst die Berechtigung. eingebiisst habe, als. Repräsentanz der Fortschrittsjudenschaft zu figurieren. Der häusliche Zank hat auch das interessante Moment, dass derjenige, der dem neologen Gemeindepräsidenten beim genannten ״Verband“ Patenschaft gestanden — fast hätte icli ,geschrieben: ihn aus der Taufe gehoben — k c i 11 a 11 d e rer w a r, als eben der greise n e o 1 0 g e L a n d e s p r ä.s e s Dr. Mor M e z e i, gegen den jetzt der dankbare Gemeindepräses den flammenden Protest vom Stapel lässt. Präsident Mezci (dev übrigens Jahrzehnte hindurch ein enragierter Gegner der Orthodoxie war), kann jetzt wehmütig konstatieren :!"בנים נדלחי ורוממתי־ והם פשעו ׳בי" A-—jeh. PESSACH KAFFEE- ZUSATZ laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn ,Oberrabbiners SimonSchreiber aus Erlau verlässlich כשר heuer wieder in garantiert reiner und auch Qualität zu haben bei Heinrich Franck Söhne in Kosice Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht d. Herrn Oberrabbiners SimonSchreiber und unter ständiger Kontrolle eines von Sr. Ehrwücdon ernannten frommen jüdisehen Aufsehers, so dass ihre sämtlichen Erzeugnisse verlässlich koscher sind und also von jedem Glaubensgenossen ruhig das ganze Jahr hindurch gebraucht werden können. Beachten Sie beim Einkauf ja recht genau die Schutzmarke: KAFFEEMÜHLE und Unterschrift: Heinrich FRANCK Söhne wenn Sie die verlässlich aechte Qualität bekommen' wollen! ו■•••••»*••••• ••••««««• 0p000000000000cx)0000000c)00 AVIS! Am 31. März geht das I. Quarta! des laufenden Jahres zu Ende; wir bitten unsere p. t. Abonnenten, die fällige Abonnetnentsgebiihr mittelst Postschecks oder rekommändierten Briefes rechtzeitig einzusenden, damit in der Zu- Steilung des Blattes keine Unterbrechung eintritt. Die Administration. opoooooc^ooooocjoOooooooooo ©1 nachriöhteh. ' •Wien. Herr W. S. Jacobsohn, Mitchef einer bedeutenden Hamburger Grossfirma und Mitglied des Landesdircktoriums der Keren Hatora für Deutschland״ ist in Wien eingetroffen. Herr Jacobsohn widmet seine freie Zeit der Propagierung des Keren Hatora, Er hält auch in Wien einen Vortrag. Von Wien begibt er sich nach Bratislava. Reise agudistischer Grossindustrieller nach Erez Jisroel. W i e n. (A. J. P. B.) Die bekannten Grossindustricllen Salamon Gutmann, Bendzin, Moses S c 11 a p i r a, Warschau und Liebermail aus Sosnowice, sind nach Erez Jisroel gereist, um ein grosses Industrieunternehmen, das vorderhand dreitausend Arbeiter beschäftigen wird, zu gründen. Die Details des Gründungsplanes werden im gegebenen Momente veröffentlicht werden. Mit ihnen zusammen reiste Herr Mühlgratim, Grossindustrieller in Lodz, um in Erez Jisroel eine Fabrik zu errichten. Auf der Durchreise hielten sie sich in Wien auf, um mit der Agudas Jisroel- Weltzentralc in wichtigen Aguda-Angelcgenheiten zu konferieren. Die Gercr Kolonie in Erez Jisroel. Wien. (A. J. P. B.) Der Bruder des Gerer Rebben, Rabbi Neclietnia Alter, ist nach Erez Jisroel gereist, um die Gründungsarbeiten für die grosse Gerer Kolonie au leiten. An1 Lodzer Bahnhof wurden ihm bei seiner Abreise grosse Ovationen bereitet. Mau schätzt die Anzahl der zu seinem Geleite erschienenen Chassiditn auf zehntausend. Bei seiner Durchreise hielt er sich in Wien auf, um im Zentralburcau der Aguda über den Arbeitsplan Bericht zu erstatten. Rabbi Necliernia Alter beabsichtigt sich schon jetzt in Erez Jisroel dauernd anzusiedeln. Frankfurt am Main. Am 22. März 1925 (26. Adar 5685) fand in Frankfurt am Main eine Konferenz der Ang e s t e i Lt c n - A u s s c h ii.s s c der Agudas Jisroel in Deutschland statt, die von den Ausschüssen Berlin, Frankfurt,• Köln, Fulda und Mannheim sowie Hamburg besucht war. itn■ Mittelpunkt dej'Beratungen des Vormittags stand ,ein Referat des׳»Leitera des-^e.Blinefe.AMSSßU,ussc>§-.;-5־r,.H^riV•' Löwenstein — über Stellenvermittlung in Sabbat gcschlossenen Betrieben. Es konnte konstatiert werden, dass annähernd 1000 Erfolge im ersten Arbeitsjahre erzielt'wurden. Als Ergebnis der Diskussion , wurde eine straffe Organisation der gesamten Stellenvcrmittlungszentraleii beschlos- . sen. Die Nachmittagssitzung; wurde eingeleitet mit einem Referate des Herrn Felix Beifuss-Fraiikfurt über die zu rekonstruierende Versicherungskasse gegen Stellenlosigkeit. Es wurde die sofortige Inangriffnahme der Schaffung eines Reservefonds beschlossen und es konnte rnitgeteilt werden, dass sich bereits einige Firmen .zu grösseren Zeichnungen bereit erklärt haben, so dass arizunchmen ist, dass bereits in wenigen Monaten die Versicherungskasse ihren Betrieb wieder aufnehmen kann. Den Fragen der Berufsum- Schichtung, der Finanzierung der Ausschüsse und der Schaffung von Ferien-Erholungsheimen waren die weiteren Beratungen gewidmet, die;arn späten Nachmittag ihren Abschluss fanden. Gemeindeversammlung der" Synagogengemeinde ״Israelitische Religionsge^ellschaft“. Frankfurt am Main. (A. J. P. B.) Sonntag,,den 19. Adar fand die ordentliehe Gemeindeversmamlung der ״Israelitischen Religionsgesellscliaft“ statt. Aus dem Jahresbericht ist zu ersehen, dass die Gesamteinnahmen im Berichtsjahre auf annähernd vierluinderttausend Mark sich beliefen. Von besonderem Interesse ist, dass die Gemeinde aus allgemeinen Mitteln für jedes die Schule besuchende Kind nach Abzug des Schulgeldes noch hundertsechzigfimi Mark beisteuert. Das Schulwesen erfuhr eine kräftige innere und äussere Ausgestaltutig. Aus der Tätigkeit der Thoralehranstalt, die im letzten Jahre von. 54 ordentlichen Hörern besucht wurde, ist insbesondere ' die starke .Entwicklung der sogenannten ״Jeschiwob Ketanno“ erwähnenswert, die in zwölf Klassen etwa 130 Schülern gründlichen talmudischen Unterricht erteilte. Nach der Gemeindeversammlung, die den Mitgliedern zu einer eingehenden Aussprache Gelegenheit bot, fanden die Neuwahlen statt. Von der Jeschlwoh in .Frankfurt am Main. F r a 11 kfurt am Main. (A. J. P. B.) Die Tlioralehranstalt (Jeschiwoh des Herrn Rabbiner Dr. S. B r e 11 e r) hatte am letzten Donnerstag ihr grosses Verhör. Die Lehranstalt zählt zurzeit etwa 50 Hörer, zum grössten Teile deutscher Herkunft, die sich nach beendeter Schulzeit an auswärtigen Jeschiwoth gründliche talrnudische Kenntnisse ungeeignet haben. Das Verhör fand unter Anwesenheit der Dozenten und vieler Gemeindemitglieder statt. Ausser dem Herrn Rabbiner wirken noch drei bewährte Lehrer im Hauptamte Vor Pessach spendet »asch und viel für das Badener Waisenhaus, Germergasse 48! Postsparkassakonto Nr. 146.097 und 99.088. 0ם1וכ]טכ]1ם»םטם»ם»ם*םיסים*ם»0■□■□■□»□■□■□ an der Jeschiwoli, die ihre ganze Kraft der grossen Sache widmen. Hesped auf Rabbi Jizchok Jeruchem Diskin in Frankfurt am Main. F r a n k f ti r t a m M a i n. (A. J. P. B.) Sonntag, den 12. Ada!־ fand in der Aula der israelitischen Realschule am Tiergarten auf Veranlassung der Agudas Jisroel- Orts- und Jugendgruppe ein Hesped auf Rabbi Jizchok Jeruchem statt, bei dem die Elite der Judenheit anwesend war. Herr B. Rache Iso 11 beleuchtete an Hand vieler talmudischer Stellen die grosse Persönlichkeit des Heimgegangenen. Amsterdam, ln der zweiten Märzwoölre fand in Amsterdam die gutbesuciitc D e I c g i c r t e n v e r s a m m- I u n g der holländischen Landesorganisation der ״Agudas Jisroel“ unter Vorsitz von Herrn Oberrabbiner Hirsch- Zwolle statt. Es konnte gegenüber dem Vorjahre auf eine Verdoppelung der Mitgliedschaft durch die neugegriindetc Ortsgruppe Rotterdam und Haag!angewiesen werden. Das grosse Interesse für Keren Hatora- und Erez Jisroel-Arbeit bekundete sich durch Wahl von eigenen Kommissionen für diese Ressorts aus allen Ortsgruppen. Vorträge des Vorsitzenden und des Herrn van Geldern-Grooningen, zu wc'ldien auch Gäste zugclassen waren, beschlossen die eindrucksvolle Tagung, welche neben der Wahl des Landes- Vorstandes auch eine Reihe organisatorischer und saclilieber Beschlüsse für das kommende Arbeitsjahr fasste. Malmö, ln H ä 1 s i 11 g b 0 r g, einer ■Filialgemeinde Malmös, w-iirde im Kreise der dortigen Jehudims am Purimfesle eiai freudiges Ereignis gefeiert, welches ■für die Entwicklung und Förderung des jüdischen Lebens von grosser Bedeutung ■ist, die Einweihung einer Synagoge im Sinne und irn Geiste des gesetzestrouen Judentums. Die Einweihungsrede hielt Herr Rabbiner Dr. W o h 1stein, Malmö, in welcher er die Synagoge ganz hesonders als eine Pflanz- und Pflegestätte aHtfüdi scher Glanbenstreue bezeichne te, •die im G-ttesliause ein ge pflanzt und draussen im Leben;betätigt zur herrlichsten Blüte und zur reifen Frucht gedeihen soll. Hierauf folgte ein Purim-Mahl im Hause des Herrn •S. ß.a.11׳ d s t e i 11 lind seiner gleichgesinnten Gattin, welche die Einrichtung samt ספר תורה וכלי קודש auf eigene Kosten besorgte. Die Feier wurde mit Diwre Tora :gewürzt und es wurden die besten Vorsätze gefasst, im Geiste* der Ta uro zu leben und zu wirken. R. Handarbeitskurs in Kopenhagen. K o p e n 11 a g e 11. (A. J. P. B.) Der Handarbeitskurs der Damen in Kopen- . hagen hat bei Vierteljaliresabscliluss die erste Rate von rünizehiitausend dänischen Kronen an die Agudazentrale entrichtet, damit diesediese Summe für Keren Hathora und Erez Jisroel verwende. Grosse Sijumfeier. der Agudas Jisroel-Jugendgruppe in Oradea׳ Mare. Verbunden ־ mit dem eben jetzt vollendete!)^: ersten Jahre der Reorganisierung־ der Jugendgruppe der Aguda in Orodea Mare veranstaltete sie anlässlich des Sijum auf Messeches Joma eine Feier' die einen überaus würdigen und imposanten Verlauf nahm. Das rührige Vorbereitungskomitee hatte gute Arbeit geleistet. Es war dies das «vunfiU dam feinsten ftfotueafeä aus KbbMaüssea Kusverol ד bestes PFIat*2.enfe$׳K Kochet (׳V, כשר של פסח erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners S, B. Ehrenfeld, Mattersdorf _ Wo erhält man den wirklich naturgetreuen SCHEITEL? Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeiten für' orthodoxe Frauen, Franz B a 11 a, ist es nach, jahrzehntelangen Bemühungen endlich gelungen Scheitel herzustellen, die dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nachgeahmt sind. Hach einem Besuche in dem Atelier des Herrn Balla wird sich jede orth, Braut leichten und freudigen HerzenB entschlossen, das eigene Haar abschneiden zu lassen und einen Scheitel zu tragen. Die Damen werden zum Besuche des nachstehenden Ateliers höflichst eingeladen, woselbst Modelle kostenlos ausprobiert werden. Franz Balla, Wien, IV., Qusshauastrasse 26 Telephon &8-9-18