Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 13 (27.3.1925)
- Date
- 1925-03-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Seite 85 JÜDISCHE PRESSE erste Mal, dass die Jugendgruppe vor der grossen jüdi־ scheu Öffentlichkeit auftrat. Und nicht nur vor der jüdisehen Oeffentlichkeit in Oradea Mare. In ganz Trans y 1 v a n i e 11 verfolgt man mit grossem Interesse die Arbeit der Agudajugend in Oradea Mare. Es langten auch zur Feier viele Begriissungsschreiben von Gesinnungsgenossen in Transylvanien ein, die in ständiger Fühlung mit der Jugendgruppe Sind. Der Daf-Jomi Schiur selbst dessen Initiator Herr Josef Seidenfrau war, wird in unserer Stadt, ausser der Beth Hamidrasdh der Jugendgruppe, noch an vier Stellen in der Stadt gelernt: Im Machsike Thora (Vortragender Lazar Silber); in der sep bardischen Klaus (Vortragender Jakob Leimsieder), im Beth Hamidrasch des Wiznitzcr Rcbben (Vortragender Berisch Ornstcin) und im Beth H a m i d r a s c h Aha w a s R c j i m (Vortragender H. Goldstein). Die Sijumfcier selbst hat riesigen Zuspruch gehabt und der grosse Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Herr Josef Seidenfrau den Hadran vortrug, an den er eine gediegene Charifus-Droscho' knüpfte. Sodann begriisste Herr Moses P o 11 a k, Präses der Jugendgruppe, den zum Feste erschienenen Obcrrabbiner B. Fuchs und die anwesenden Gäste. Er erstatiete einen Tätigkeitsbericht vom verflossenen Jahre, er hob die Arbeit der Jugendgruppe für die Reorganisierung der M a i c r - B a 1 - N c s s ־ B ft c h s e n hervor. Insbesondere1 würdigte ־ er die grosse Bedeutung der neucingeführtert S c h i u r i m für Handelsangestcllte und Arbeiter, die nun allabendlich Gelegenheit haben, Ghumisch und Rachi T'nach, Dinim und sogar Gemoro zu lernen. Die Schiurim werden im Vereinslokal der Jugendgruppe abgehaltcn, zwanzig bis fünfundzwanzig Arbeiter nehmen nach ihrer schweren Tagesarbeit an diesem Schiurim teil. Zwm Schlüsse sprach er den warmen Dank der Agudajugend, Herrn Seidenfrau und allen Schiurlernenden aus. Sodann ergriff Herr Oberrabbiner Fuchs das Wort und würdigte in glänzender Ansprache die grosse Leistung־ der Jugendgruppe. Die zündende Rede des Herrn Oberrabbiners entfesselte wahre Begeisterungsstürme und übte auf die Anwesenden nachhaltigen Eindruck. Es sprachen noch Herr Blonde r, Präses der Chinuc hsektion der Jugendgruppe, und bat sowohl für moralische wie materielle Unterstützung der Jugend. Herr Lajos F r e u n d, Präses der Landesorganisation, gab im Namen der Landeszentrale in Transsylvanien' den tiefsten Dank für die Jugend Ausdruck. Die Sudath Mizwoh dauerte bis spät in die Nacht hinein und verlief in fröhlichster Stimmung. A. Sch. Krakau. Gestern wurde auf einer Sitzung ׳der hiesigen jüdischen Gemeinde vom Präsidium der Antrag gestellt,, anlässlich der Eröffnung der Universität in Jerusalern im Namen der Gemeinde ein Begrüssungstelegramm zu schicken und als Zeichen der Ehrung Zloty 500 für die Universität in Jerusalem und Zloty 500* für das akademisehe Heim hier zu spenden. Hierauf gaben die Aguda- Vorsteher, welche sich von der Abstimmung über diesen Antrag znriickgehalten haben, die Erklärung ab, dass sie das jüdische Erziehuugsideal nur in solchen Lehrhäusern erblicken kennen, wo die Thora eine Heimstätte hat. Die Universitätset-Öfftiüng mag in den Augen jcnC1־; die irr der Universität die Verwirklichung des jüdischen Erziehungs- Ideals erblicken, Anlass zu einer Feier geben. Das tlioratreue jüdische Volk hat keine Veranlassung hierzu. Die Erklärung wurde in ihrem hebräischen Original wie auch in ihrer polnischen Uebcrsetzung protokolliert. Krakau. Dieser Tage haben in der Agudas Jisrocl- Ortsgruppe hier die Wahlen des Vorstandes der Aguda stattgefunden, in welchen die meisten früheren Vorsteher hereingewählt wurden. Der bisherige Präsident der Aguda, Herr Berl Frankel, wurde abermals ztnm Präsidenten, die Herren Jakob Freilich und Meier Rapaport als Vizepräsidenten und Herr Hirsch Stcrnherg als Sekretär gewählt. Erez Jisroel-Arbelt!11 Galizien. K 010 m e a. (A. J. P. B.) Auf einer Sitzung des Kuratoriums des •Keren Hoalim der ostgalizischen Agudas Jisroel unter Leitung des Grossindustriellen, Herrn Lipmau Holler und Herrn Rechtsanwalt Dr. Benzion Fessler wurde beschlossen, das Heim für Attlim, welches jetzt von der Aguda in . Jaffa gegründet wurde, monatlich zu unterstützen. Von der Lubliner Kolonie in Erez Jisroel. L u b 1 i n. (A. J. P. B.) Am 19. Adar hat die Delegation, bestehend aus den Herren Elijahu K e r s c 11 e n b a u tu, Fabrikant, Leibei K r 0 s i c k e, Tabakfubrikant, Moses Gartenkraut, Gutsbesitzer, und Abraham 'P w o r s k i. ein Sohn vom Trusker Rebben, Lublin verlassen, um in Erez Jisroel nach eingehender Prüfung der örtlichen Verhältnisse Boden anzukaufen und die Kolonisierung in die Wege zu leiten. Sie vertreten hundertfünfzig Familien, die alle Richtungen der Volkwirtschaft, wie Industrie, Handwerk, Landwirtschaft und Handel betreiben und dortselbst eine Gartenstadt errichten werden. Pnrimspiel in Flume. Der vor kurzem gegründete Verein ,.Chcwra Makschiwe Hatorah“ führte zum ersten Male in Fiume ein Purimspiel auf, das unter den zahlreich erschienenen Gästen grossen Beifall auslöste. Das neuartige einer wirklich jüdischen Rurimfeier vor der Oeffentlichkeit fand richtiges Interesse und ermutigt die orthodoxe Jugend zu Wiederholungen solcher 'Aufführungen..; Finanzminister Sch. Lewitan an das ״Jüdische Leben". Kowno. (A. J. P. B.) Das Agudaorgan ״Jüdisches Leben“ vom 19. März bringt an erster Stelle, das Bildnis 5und einen Brief des Finanzministers Sehlaume ben Zvvi Lewitan aus Medisson-Wisconsin in Amerika. Er erinnert* dass er an der Slobodkaer und Kownocr Jeschiwo gelernt , habe und entbietet allen Lesern des ״Jüdischen Leben“ seinen ״Gruss. ■.׳..M.: ז.■ , :. , ... Sarajevo. Die Nachricht, dass die Regierung den Reis-u!־Ulema Causevic suspendieren wolle, weil derselbe angeblich den Hass der Mohammedaner gegen die Juden anfache und Schuld am Boykott der Juden trage, hat in' jüdischen Kreisen grosse Erregung hervorgerufen, um so mehr, als man dem Boykott keine grössere Bedeutung beimisst. Die Juden wollen das Odium, als wären sie der Anlass, nicht auf sich nehmen. Die soeben erscheinende Nummer des ״Jcvrejski Zivot“ wird gegenüber der Absicht der Regierung Stellung nehmen. Preisausschreiben der Sa!°nikier jüd. Gemeinde für einen Tempelbau. Saloniki (J. T. A.). Die jüdische Gemeinde Salonikis plant den Bau eines grossen jüdischen Praciittempels und hat zwecks Erhaltung von Entwürfen ein Preisausschreiben erlassen, an welches sich jüdische Architekten und Künstler der ganzen Welt beteiligen dürfen. Für den besten Entwurf hat die Salonikier jüd. Gemeinde einen Preis von 15.0Q0 Drachmen ausgesetzt. Kampf gegen den Bolschewismus in Erez Jisroel. J e r u s a 1 e 111. (A. J. P. B.) Zum Bau des neuen grossen Traktes des Diskinschen Aguda-Waisenhauses wurden nach mehrmonatlicher — durch .־*;/ Regenzeit bedingte — Unterbrechung die alten v. beiten wieder ausgenommen. Der Jerusalemer .Aiireiterrat inszenierte zum Proteste, dass nicht die von ihm ausgesuchten lihksradikalen Arbeiter aufgenommen wnrden, eine wüste Demonstration, wobei das Gebäude arg beschädigt wurde. Die Arbeiten konnten wegen der fortgesetzten Bedrohungen nur unter polizeiliehern Schutze fortgesetzt werden. Itmar ben Awi nimmt in Doar Hajoin sehr starke Stellung gegen diese Bolschewisierung des heiligen Landes und fordert eine Organisierung der Konservativen, denn Erez Jisroel sei kein Raum für Experimente russisehen Musters. C E E C H 0-3 L 0 WAKEl Aus dem leben der Gemeinden. Brief aus Nove Zamky.*) 111 unserer Gemeinde herrscht eine Zcitlang nach der letzten Vorstaudswahl beschauliche Ruhe. Die Altorthodoxen stellten sich "auf einen abwartenden Standpunkt und hofften im stillen, die so unverhofft und ■so •■unverdient in den Gemeindevorstand einer bewährten orthodoxen Gemeinde bineirigcwählton. ■Zionisten (Misrachisten) würden sich in ihre neue ■Würde einleben und sich hüten, gegen die guten Traditionen der Gemeinde weiterי ׳ zir kämpfen. Die misrachistischeri Vorstandsmitglieder wiederum, ruhten sich auf iluen Lorbeeren aus und nahmen keine Veranlassim״•. um ihre zionistische Parteigesinnung hervorzukehren, in der Gemeinde geschah auch seither nicht das Geringste, was irgendwie den Widerstreit zwischen der traditionellen und der zionistischen Auffassung des •Judentums tangiert hätte. Die Stimmung ist aber andauernd sehr gedrückt und jeder ist darauf gefasst,, •dass es noch •zu erbitterten Kämpfen kommen;wird, sobald die Zionisten wieder von ihrer Heeresleitung Befehl.׳ ■■erhalten werden, gegen die Orthodoxie Sturm zu laufen. Die ersten Anzeichen zeigen sich bereits am Horizont und lassen ahnen, dass den zionisüschen •״Gemeindevorstehern‘‘ die orthodoxe Gemeinde und ihr Bestand auch noch nicht mehr ain Herzen liegt als zuvor, da sie noch obligate Oppositionelle ״von draussen“ waren. Immerhin verlief die Wahl der S c h u 1 k 0 m m i ssion welliger stürmisch als seinerzeit die Vorstandswahl. Es wurden gewählt die Herren: Gabor Reichfeld (Präses), Herrn. Löwy (Vizepräses), Lehrer J. Reif (Schriftführer), Jos. Ellenbogen, Ign. Kaiser, Paul Stein, Jul. Herzog und Franz Adler (Mitglieder). In seiner ersten Sitzung beschloss der Schulstuhl, an Stelle des jetzigen nicht mehr entsprechenden S c 11111 fl a u s e s ein neues zu bauen, ln jüngster Zeit wurden •hier zwei neue Schulliäuser (ein staatliches und ein neolog-israelitisches) erlichtet. Da wurden die Schulbehörden auch der orthodoxen Schule •gegenüber anspruchsvoller und fordern, dass bis 1. September 1926 ein allen modernen Anforderungen entsprechendes Schulgebäude vorhanden sei. Der Gemeindevorständ konnte sich dieser Aufforderung nicht verschlossen und beschloss, der Gemeinde dieses grosse finanzielle Opfer aufzuerlegen. Gleichzeitig wurde beschlossen, das rituelle Bad לן 1 ה D einer gründlichen Renovierung zu unterziehen und damit ■den Wünschen der Gemeindeinitglieder entgegenzukommen. Einige Erregung rief in der Gemeinde das Verhalten der Zionisten (sofern sie Mitglieder der orthodoxen Ge- *) Wir werden in Zukunft in zusanunenfassenden Korrespondenzen über das jüdische Leben innerhalb der einzelnen Gemeinden berichten. Die Redaktion. meinde sind) in der Minjan-Frage hervor. Wie die Misrachisten sich auch sonst leichten Herzens über alle In- ,teressen der orthodoxen Gemeinden hinwegsetzten und die orthodoxen Statuten nicht jener Beachtung würdigen wie etwa ein zionistisches Vereinsstatiit, so haben sie hier im vorigen Jahre (wahrscheinlich •mit Gutheissung ihres hiesigen geistigen’Führers, des jetzt in Jerusalem weilenden Neologen-Kabbiners) entgegen den Gemeindestatuten ein s e p a r a t e s m i s r a c h i s t i s c h e s M i n j a n eröffnet, IHIUIUMMW1I1 Telephon Nr. 64. Gegründet 1872. : BETRAT PI^ElSZ & Söhne Presov (Eperjes) Spirituosen-Welngrosshanillung, Rumu. 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Kultusgemeinde in Veik6 Sarluby (Nagy Sallö). נעשה תחת השגחת הרב הגאון שהדר יוסף אבעלעס אכ״ד בק״ק וועלקע שאראה׳. יע״א. כשר בלי שום חשש ופקפוק כלל אפילו למהדרין מי המהדרין. tu alles einschlägigen Geschäften erhältlich. EDUARD FRANKL, VELKfi SIAROVCE bei Velkä Sarlubjr (Sloveasko;, um einen Keil ■in die Einheit der hiesigen Orthodoxie zu treiben und eventuell auch ohne Scham in Gegenwart der heiligen תלדה für die bekannten zionistischen. Fonds schmieden zu können, was •eine orthodoxe Gemeinde natürlich nicht zulassen kann. Die Gemeinde beschloss nun, von ihrem Rechte laut § 47 der orthodoxen Organisationsstatuten ■Gebrauch zu machen und das zionistische Extraminjan zu untersagen. Man glaubte, auch die zionistischcn Vorstandsmitglieder würden soviel Gemeinsinn und Pflichtbewusstsein gegen die Gemeinde besitzen und den! Beschluss •in ihren Kreisen Respekt verschaffen. Weit gefehlt! Die Misrachisten machten abermals Spektakel. Der misrachistische Gemeindekassier erklärte frank und frei heraus, sie werden dem Beschluss zum •Trotze das zionistische Minjan aufrechterhalten und sich gegen die. Majorität auflehnen. Dieses Verhalten ist für die •in die Gemeinde eingedrungenen Misrachisten charakteristisch und zeigt zur Genüge, dass die Interessen der orthodoxen Gemeinde und •der אמוגה innerhalb der Gemeinde gefährdet bleiben, wenn der Vorstand nicht grössere Energie in der Abwehr an den Tag legt, als bisher. B. N. Installation des Oberrabbiners in Sala n. V. Die Montag, den 20. Adar, stattgefundene Amtseinsetzung de» Herrn Oberrabiners Markus Strass er in Sala n. V. gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung der in dieser Gemeinde dem neuen Oberrabbiner entgegengbrachten Verehrung. Die Gemeinde legte Wert darauf, den, Tag der Installation ihres Oberrabbiners festlich zu begehen, um den כבוד התורה der Jugend ins Gedächtnis etnzuprägen. Auch die ,politischen Behörden wie die zahlreichen Freunde des Oberrabbiuers in Pressburg und den Nachbargenieinden Hessen es sich nicht nehmen, an diesem Feste teilzunehmen. So gestaltete sich denn schon die Fahrt von Pressburg bis Sala zu einem schönen Er-־ eignis. Eine Deputation der Salaer Gemeinde, bestehend aus den Herren Donath, W e i n r e b, Kaiser, König und Den es, war dem Oberrabbiner nach Pressburg• entgegengereist. Dort schlossen sich dem Geleite die Deputationen der Gemeinde ,Pressburg und mehrerer1 anderer Gemeinden sowie die Oberrabbiner F r e y (Surany) und B r o d a (Myjava) und zahlreiche בגי תורה an. In der Bahnstation Sala angelangt, wurden die Gäste, von!einer grossen Menge Juden und Nichtjuden jubelnd begriisst. Herr Moritz Pollak lüess in einer feierlichen Ansprache das neue religiöse Oberhaupt im Namen der Gemeinde willkommen. Herr Natschelnik Benys begrüsste den Oberrabbiner in slowakischer Sprache im Namen des! Bezirkes und der Stadtvorsteher in ungarische^ Sprache in Vertretung der städtischen Behörden. Wahren('/ dieser Feier staute sich die Menge im Bahnhof, so dass die Ordner es schwer hatten, ihrer nicht alltäglichen .Aufgäbe gerecht zu werden. Die Frau des Oberrabbiners! 476