Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 13 (27.3.1925)
- Date
- 1925-03-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 82 JÜDISCHE PRESSE. Nr. 13 doxie. typisch für den Geist dieser Angriffe, die Sie in den Predigten •Jellineks und Mannheimers aus dem! Jahre 1861 nadhlesen können, ist der Umstand, dass Jellinek in einer .den geschmackvollen Titel tragenden Predigt: ,״Soll mit Genehmigung dieses Kultusvorstandes dem ungeregelten G-ttesdiensten in der Reichshaupt־ und Residenzstadt eine Stätte errichtet ,werden?“ diese Frage mit dreimaligem Nein beantwortet und Hauptmotiv dafür ist die Pietät für das, was unsere ״Vorgänger“ geschaffen haben. Also Pietät für das, was zwölf Grosshändlerp die auf dem Gebiete des jüdischen Wissens Analphabeten waren, 3 5 Jahre vorher geschaffen haben, aber keine Pietät für das, was in der ganzen Judenheit durch Jahrtausende heilig gehalten wurde. Damals existierte noch nicht im Statut der Kultusgemeinde der berühmte Paragraph, der aus dem Rabbiner einen Schammes höherer Sorte macht, und die Proteste der geistlichen Herren hatten die Ablehnung ,der bereits im Prinzip zugesagten Erleichterung zur Folge. Meine Herren! Seit dem Austritt unseres verblichenen ,Rabbiners Spitzers. A. aus dem Rabbinat hat die Kultusgemeinde kein orthodoxes, Mitglied des Rabbinats bestellt. Was das für orthodoxe Juden bedeutet, wenn wir beispielsweise gezwungen sind, im Falle einer Ehescheidung das Paar ins Burgenland zu, verfrachten, weil das Gros der orthodoxen Rabbiner einen Scheidebrief des Wiener Rabbinats nicht akzeptieren kann, Es kommen Wohl in unseren Kreisen Ehescheidungen äusserst selten vor, aber im Prinzip ist das von gewaltiger Bedeutung. Meine Herren! Nach talmudische* Auffassung ist eine ,Ehe, die durch einen nicht!ent•^ sprechenden Scheidebrief getrennt wurde, nicht gelöst^ das Ehepaar als verheiratet zu betrachten, und Sie wissen; meine Herren, dass im jüdischen Recht Ehebruch mU dem Tode bestraft wird. Zu Ihrer Erleichterung, damit Sie nicht, G־tt behüte, das jüdische Recht der (Barbarei bezichtigen, will ich Ihnen bemerken, dass das Beweisverfahren ein so ,umständliches war, die Zeugeneinvernähme und deren Konfrontation mit solcher Sorgfalt durchgeführt wurde, dass ein Gerichtshof, der einmal in 70 Jahren ein Todesurteil vollstrecken liess, als ,Mördertribunal bezeichnet wurde. Meine Herren! Wir haben vor einigen Jahren eine Eingabe an den Kultusvorstand gerichtet, in der wir einige sehr bescheidene Ansprüche stellten. Diese Eingabe* , wurde der geschäftsordnungsj» mässigen Behandlung zugeführt. Während aber in der Regel die Behandlung von Geschäftsstücken eine normale ist, wird zu ,Ehren der Orthodoxen immer eine ■Aus;-4 nähme gemacht und das dieselbe betreffende Geschäftsstück wird ad grecas-calendes vertagt. Nachdem diese geschäftsordnungsmässige Behandlung einen langen Zeitfaum nicht erfolgt war, sahen wir uns veranlasst, yori eineinhalb Jahren neuerdings unsere Postulate vorziibringen. Meine Herren! .Ueber die Fragen der Bestellung eines? orthodoxen Rabbinats hat man uns nicht oder ausweichend׳ geantwortet. Im Jahre 1866 vor der Genehmigung des ersten Statutes der Kultusgemeinde richtete die Staatsbehörde an die Bethäuser alten Ritus die Anfrage, ob sie wünschen, im! Verbände der Kultusgemeinde zu verbleiben, Die Antwort fiel bejahend aus. Meine Herren! Ich habe im (Laufe von! 25 Jahren mit dem Kultusvorstande in Vertretung der Orthodoxie zahllose Differenzen ausgefochten. Ich habe wohl als ultima ratio den Verwaltungsgerichtshof in Auspicht gestellt, jedoch immer mit der Bemerkung, dass ich es vermeiden will, mit Judensachen zu Judenfeinden zu gehen. Diese Drohung hat in der Regel gewirkt, jweil wir ja von der Kultusgemeinde nichts verlangten als das' eine: Gebt 1ms Ruh und lasst uns für!unser Geld nach unserer Fasson selig werden. (Zwischenruf Dr. Friedmanns: Sie sind aber doch zum Kadi gelaufen.)!(Redner: Gewiss, aber nur rm äussersten Notfälle, leider immer bhne Erfolg. Meine Herren! Ich habe kein Recht, äm Namen der ganzen Orthodoxie zu sprechen. Alle Polen, die mich kennen, wissen, dass ich keinen Unterschied zwischen Juden und Juden kenne, dass mir der Jude aus Botokudenland genau so nahe steht wie der ungarische, ich will also über diesen endlosen Streit über Polen und Nichtpolen, über die sie in den Aufzeichnungen des verstorbenen Archivars Husserl interessante Details finden, nicht weiter sprechen, ich will aber doch bemerken, dass es heute persönliche und politische Interessen gibt, di$ die Polnischen und sogenannten Ungarischen auseinanderreissen wollen. Es gibt leider eine grosse Anzahl von strengreligiösen Juden in Wien, die sich der Schiffschui nicht anschliessen wollen. Ich kann also im Namen den Orthodoxen nur insoferne sprechen, als die Schiffschul seit 75 Jahren für alle Bedürfnisse der orthodoxen Juden Wiens aus eigenen Mitteln und durch eigene Institut tionen und Interventionen sorgt und dass selbe alle!( Wiener Juden, die davon Gebrauch machen wollen, zur Verfügung stehen. Leider sind unsere polnischen Brüder bisnun nicht organisationsfähig gewesen; ich hoffe, dass sich dies bessern wird, und stelle Ihnen meine ernsteste Mitarbeit zur Veil• fügung. Meine Herren! Es hat in Wien weder Schechita noch sonstige rituelle Institutionen gegeben, um die sich die Kultusgem^inde gekümmert hätte, erst als die Schiffschul sich in Oberrabbiner Fürst einen Rabbiner erworben, der in zwei Trennungsgemeinden Ungarns! Oberrabbiner war, der also den Herren die blasse Furcht einjagte, er könnte vielleicht das Trennungsprinzip auch nach Wien verpflanzen, da sagten sich die hochmögendert Herren in der Kultusstube: Ja, wir müssen wenigstens den Anschein einer jüdisch-rituellen Gemeinde erwecken und wollen einmal Schechita und Mikwah einrichten. Nun, meine Herren, wir haben mit ungeheuren Opfern der Orthodoxie gedient, werden das auch weiter tun. Keren Hathöra, Landesdirektorium für Oesterreich II.. Bt, lta. EINLADUNG zu dem am Sonntag, den 29. März (2. Nisan) um 1/,11 Uhr vormittags Im feataaale des Hotel Continental, Wien, 11., Taborstr.4, stattfindenden MASSENMEETING Thema: Was bedeutet der Keren Hathora für das Judentum? Es wird sprechen: Wolf S. JakObtohs aus Hamburg, Mit• glied des Keren Hathora-Landesdirekionums für Deutschland Erscheinet in Massen I Das Landesdirektoriura. Wir haben nie von der Kultusgemeinde die geringste Subvention angenommen, um zu verhüten, dass man sich irgendwelche ungehörige Ingerenz auf unsere Angelegenheit arrogiert. Meine Herren! An dem Masstabe der anderen Tempelvereine gemessen, müssten wir als das grösste Privatbethaus in Wien für die 75 Jahre unserer Existenz! eine Unzahl von Milliarden reklamieren. Ich will noch auf ein anderes Kapitel unserer Vertretung der orthodoxen Interessen kommen. Meine Herren! Wenn Sie einmal von der Bildungsfeindlichkenit der Orthodoxen gehört haben, so möchte ich Ihnen empfehlen, die kleino Broschüre eines deutschen Professors der Botanik, Juris* prudenz und Anthropologie zu lesen. Es ist dies 'der nicht;- jüdische Professor Schleiden. Diese Broschüre ist betitelt; ״Der Einfluss der Juden auf die Erhaltung und ,Wiederbelebung der Wissenschaft im Mittelalter״, erschienen Leipzig, 1877. Dort weist der Mann nach, dass es nur den Juden zu danken ist, wenn Naturwissenschaft, Medizin und andere Wissenschaften überhaupt das finstere Mittelalter überlebt haben, nachdem die nichtjüdische Welt nur in den wenigen ßenediktinerklöstern Wissenschaft trieb. Diese von Schleiden zitierten Männer waren durchwegs Koryphäen der Taimudwissenschaft, also die Orthodoxesten der Orthodoxen. Vor 600 Jahren entbrannte ein; Kampf zwischen den Gelehrten' Südfrankreichs und Spaniens. Die Spanier wollten das Studium der Philosophie verbieten, während die Südfranzosen sich für dasselbe einsetzten. Es kam ein Kompromiss zustande, wonach das Studium der Philosophie nach erreichtem 25. Jahre und!nur jenen gestattet wurde, die durch ein vollgerütteltes Mass von jüdischem Wissen gegen den verderblichen Geist der« Philosophie, soweit er antireligiös ist, gefeit oder zumindest gewappnet waren. Wenn ich Ihnen noch erzähle, dass die auch heute noch hervorragendste medizinische Fakultät Frankreichs, Montpellier, die Gründung des Rabbi Jechie{ aus Paris ist, dessen sämtliche Schüler Talmud und (Medizin studierten, dass dieser selbe Rabbi später nach Sa-, lerno ging, um dort die erste italienische medizinische Schule zu gründen, in Verbindung mit ausgedehntem Talmudstudium, glaube ich Ihneagenügend^bewiesen zu haben; dass wir Orthodoxen nicht* kulturfeindlich sind. Trotzdem schicken meine engeren Gesinnungsgenossen ihre Kinder nicht ins Gymnasium, weil sie den unheilvollen Einfluss nicht der Wissejnschaft; aber des Milieus fürchten. Trotzdem war es wieder die Schiffschul, die 1876 gegen einen Erlass der Statthalterei, in dem die Jüdischen Schüler sämtlicher Schulen verpflichtet wurden, am Samstag manuelle Arbeit zu verrichten, Rekurs an das jMini(- sterium erhob, den Kultüsvorstand tfm Unterstützung; dieses Rekurses anging, worauf ein Bescheid erfloss, dem! Ansuchen des Bethausvereines Grosse Schiffgasse 8 und der Kultusgemeinde wird Folge gegeben, und verordnet, dass an all jenen Lehranstalten, in denen eine!grösst» Anzahl jüdischer Schüler vorhanden ist, bei der Fest;- legung des Stundenplanes darauf Rücksicht zu nehmen ist, dass am Samstag manuelle Arbeit vermieden werde. Als, der Strom der Flüchtlinge, vornehmlich aus Polen, sich‘ nach Wien ergoss, war es wieder die Schiffschul, ,welche in Tausenden von Exemplaren die Eltern darauf aufmerksam machte, dass man in Wien nicht verpflichtet sei, am( Samstag zu schreiben. Nun, meine Herren, will ich Ihnen! noch ein Faktum erwähnen. Eine einzige Institution detf Kultusgemeinde war nur von Orthodoxen benützt. Es ist das die im Statut erwähnte Mikwah. Diese Institution, die unserer Aufsicht vertraglich untersteht, wurde so stiefmütterlich behandelt, dass sie sich im Laufe der Jahre! in einen Stall verwandelte, und nur der besonderen Fügung, dass deren Erhaltung mit einem bedeutenden Defizit verbunden war, ist es zu verdanken, dass der Kultus1־ Vorstand gütigst gestattete, dass wir die Mikwah im Auftrage der Kultusgemeinde, aber nicht für deren Rechnung, verwalten, die Säuberungskosten im Betrage von vierzig Millionen aus unserer Tasche bezahlen und das Defizit tragen. Meine Herren! Ich glaube Ihnen über das Verhältnis zwischen unserem Teil, den Orthodoxen, und der Kultusgemeinde einige Aufklärungen gegeben zu haben. Herr Kollege Dr. Glanz hat in herzerfrischenden Worw Soeben erschienen! אד פלא יועץ רב רבי אליעזר פ א פו “י Dieses berühmte, lang entbehrte סר ספר ID, welches jahrelang vergriffen war, ist soeben in meinem Verlage erschienen! Preis geh. K österr. 45.000 // K *sch. 23.— Zusendung erfolgt gegen voiherige Einsendung des Betrages Jos. Schlesingers Buchhandlung Wien! I.! Seitensteftengasse 5 Herrengarderoben nach Mass Weldler & Fürst, Wien, II., Hollandstrasse 16 Lager feinster orig. engi. Stoffe. Anfertigung auch in 34 Stunden. ten von der Einheit der Gemeinde gesprochen; ja, meine Herfen, glauben Sie denn wirklich, dass diese Einheit in religiöser Beziehung, dem Grundpfeiler der Kultusmeinde, überhaupt existiert? Glauben Sie wirklich, dass die Herren, die beispielsweise am Jom Rippur nicht fasten, dieselbe Religion haben wie ich? Seit einem Jahrhundert, meine Herren, besteht die Einheit des Judentums, vo^ nehmlich in der Stammesgemeinschaft, und in dem uns alle treffenden Hass der Umwelt. Diese Gründe sind stark genug, um unsere Solidarität festzunageln, aber in puncto Kultus sind die Differenzen riesig gross und geradezu unüberbrückbar. — Nun zum Budget. Meine geehrten Gesinnungsgehossen bezahlen an Kultussteuer nach einer ziemlieh gehauen Schätzung über eine Milliarde. Weder das Rabbinat entspricht uns noch die Institutionen können von uns benützt werden, und dennoch werden unsere vierzig orthodoxen Schulen mit Bettelbeträgen als Subvention abgespeist. Vor dem Kriege waren es hundert Gulden für einzelne Bethäuser, und an diese Subvention war die selbstverständliche Bedingung geknüpft, dass man schön brav die offiziellen Listen bei den Wahlen unterstützt, ansonst man dieses Bettelbetrages verlustig ging. Meine Herren! Sie wissen vielleicht nicht, dass an einem ,gcwohnlichen Dienstag, also an einem Tag, wo nicht geleient wird, im kleinsten dieser Bethäuser mehr Beter sind als m ihren Prachttempeln an den hohen Feiertagen, ati denen' nicht gerade eine Predigt o!der eine Haskora ptattfindet. Diese Betlokale ersparen der Kultusgemeinde die. ungeheure Auf- und Ausgabe, für zumindest 20.000 Beter, sorgen zu müssen^. Wir haben zum Beispiel 22 Talmud Thoras, in denen Tausende von Kindern wenigstens so weit gebracht werden, dass sie die fünf Bücher Mosia durchlernen. Die Befähigteren können bei Beendigung der Volksschule die fünf Bücher Mosis auswendig mit Ueber- Setzung. Das Resultat des offiziellen Religionsunterrichtes ist, dass die Schüler der 8. Mittelschulklasse dürftig hebräisch beten und lesen können. Meine Herren! Ich kenne nur ein Judentum, und das ist das thoratreue, piaujben Sie vielleicht, meine Herren, dass die Juden durch die Jahrtausende des Exils als Juden gegangen wären, wenn sie nicht die Thora gestützt hätte, wenn nicht beim Zusammenbruch des Heiligtums Rabbi Jochanan den Sakai, als er vor dem römischen Heerführer erschien, und dieser;, der ihm wohlwollte, weil ihm bekannt war, dass der Rabbi sich für die Beendigung des blutigen Kampfes einsetzte, ihn fragte, was kann ich für dich tun, antwortet« der Rabbi, gib mir Jabneh und seine Weisen. Dieses Lehrhaus, meine Herren, hat uns (davor bewahrt,, wie andere grosse Nationen unterzugehen, und nur dieses Lehrhaus kann uns auch in der Folge als Juden ,erhalten. Meine Herren! Wir verlangen von Ihnen, dass Sie unsere ׳Postulate in ernsteste Erwägung ziehen, dass Sie uns so weit als möglich entgegenkommen, dass wir uns auch in der Kultusgemeinde nicht unbehaglich fühlen, dass Sie unsere Talmud Thora-Schulen und unsere Wohlfahrtsinstitutionen und Bethäuser in reichlichem Masse unterstützen. Nun, meine Herren, ist noch eine Frage anzuschneiden: der Kultusvorstand hat eine bedeutende Subvention für den Keren Hajessod votiert. Meine Herren! Wir müssen zu, unserem grossen Bedauern den jüdischriationalen Be- Strebungen ablehnend gegenüberstehen. Ein Judentum, in dem Religion Privatsache ist, ist ein Unding. Wir pro»- testieren gegen die Verwendung unserer Steuergelder für jüdischnationale Zwecke, speziell für die Universität, die im Heiligen Lande eine Lehrstätte antireligiöser Weltanschauung zu sein bestimmt ist. Die Existenzberechtigung der Judenschaft bildet die Befolgung d[er Gesetze der Thora, die das ganze menschliche Leben durchdringt und von der Wiege bis zum Grabe reglementiert. Meine Herren! Wenn Sie wüssten, dass die soziale Gesetzgebung der Juden vor 4000 Jahren schon fortge* schrittener war als die der fortgeschrittensten Nationien, der Gegenwart, so würden Sie begreifen, dass ein nur nationales, öder antireligiöses Judentum nicht zwei Generationen halten kann, und deshalb müssen wir jede Subvention von Institutionen oder Fonds aus unseren Steuergeldern entschieden ablehnen. Meine Herren! Als im Jahra 1871 die Wiener Kultusgemeinde Reformen beschloss und durchführte, haben sich 400 Rabbiner des In- und Auslandes gegen dieselben ausgesprochen. Rabbi Moses Blocfy ein stiller, bedeutender Stubengelehrter, der bis in da§ vorgeschrittene Mannesalter der streng konservativen Rieh? tung angehörte, dann aber, als er an die Spitze des Pester Seminars berufen wurde, vermutlich berauscht von dieser kolossalen Standeserhöhung, in das entgegengesetzte Fahrwasser überging, schreibt in seinem Gutachten an unseren Rabbiner Spitzer s. A.: ״Es ist klar, dass es einem religiösen Juden religionsgesetzlich verboten ist, einer Gemeinde, die solche Reformen einführt, anzuge-, hören, oder selbe durch Steuerzahlung zu unterstützen.. Meine Herren! Wir haben damals die Kultussteuer nun dem Steuerexekutor gezahlt. Sie begreifen also, mein«( Herren, dass wir noch viel weniger für jüdischnationale Unternehmungen votieren können. Wenn meine engeren Gesinnungsgenossen bei der Frage nur den Saal verlassen und nicht dagegen gestimmt haben, hat das seinen Grund darin, dass ihnen die Rolle der jüdischen Prtty testanten etwas drollig erschien. Meine Herren! Ich eile zum Schlüsse. Wir haben ein eminentes Interesse an dem Gedeihen dieser Kultusgemeinde, die ein Hort des! Schutzes und der Fürsorge für die Armen, Bedrückten und Verfolgten ist. Aber gestatten Sie mir zu bemerken, dass ein eventueller Austritt ganz bestimmt das religiös^ Leben in der Kultusgemeinde im günstigsten Sinne be« fruchten würde. Meine Herren! Eine der reformiertesten Gemeinden ist die Budapester, und dort hat der ^edakteu!\ des Assimilantenorganes Herr Szabolczi in Versammlung