Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 12 (20.3.1925)
- Date
- 1925-03-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seile 76 JÜDISCHE PRESSE. Nr. 12 Wirtschaftsnachrichten ans Visa für Bodeneigenttimer in Palästina. Gemäss den Bestimmungen der Passzentrale der palästinensischen Regierung werden Bewerber für Visa, die Bodeti in Palästina besitzen, als Personen mit genügend Mitteln bctrachtet, vorausgesetzt, dass der. Beweis für den Grundbesitz bei der Passzentrale in Jerusalem erbrächt wird. Es wird darauf hingewiesen, dass* falls der Grundbesitz niCht leicht verkäuflich ist, das Visum . nicht gewährt Wird, wenn der Bewerber nicht mindestens Pfd. St. 200 (zweihundert) in barem Gelde besitzt . Der diesjährige Palästina-Pavillon auf der Briti-, * sehen Reichsausstellung. In diesem Jahr soll der ganze Pavillon, in den sich im vorigen Jahr Palästina und] Zypei'h;geteilt haben, Palästina zugeteilt werden. Terrassierungsversuche im Gebirgslande von Judäa, ln den Gebirgen Judäas sind noch heute deutliche Spuren alter Xerrassierungsarbeiten zu bemerken, die wohl auf die älteste Zeit der jüdischen Geschichte zurückreichen. Es werden jetzt Versuche unternommen, in der Siedlung Kirjath ־Anawim wiederum das Land vermittels Terrassierungen zu bebauen.. Die Beanspruchung der Silikatfabrik. Die Bestellungen bei ■der Ziegelfabrik ״Silikat“ sind in letzter Zeit sc; gross, dasp die Gesellschaft eine Vergrösserung ihres Unternehmens beschlossen hat. . Obwohl die Fabrik seit längerer ,Zeit bereits mit zwei Schichten, bei Tag und bei Nacht arbeitet, kann sie den an sie gestellten Anforde-; rungen nicht gerecht werden, so dass die Gesellschaft vorläufig für den Monat Februar keine neuen Be- Stellungen mehr anni.m m t, um die Möglichkeit zii Haben, alle früheren Aufträge aufarbeiten zu können, Eine Strumpffabrik in der Bne-Brak-Siedlung. Wie! der ״Haaretz“ berichtet, ist ein Herr Kopelewitz, der! Fachmann in der Strumpffabrikation ist und sich vor kurzem in der Bne-Brak-Siedlung niedergelassen hat, ar| , die Erbauung einer Strumpffabrik herangetreten. Ebenso wurde in der Bne - Brak ־ Siedlung eine gemeinsame Tischlerei ״Eross“ gegründet, für die die nötigen Ma seninen bereits bestellt sind. Eine neue Zigarettenfabrik in Tel Awiw. Mehrere' Tabakfachleute aus Warschau, die die nötigen Maschinen mitgebracht haben, haben in Tel Awiw eine neue Zigarettenfabrik gegründet, die täglich in einer achtstündigen Arbeitsschicht über e i n e V i e r t e 1 m i 11 i o n Z i g aretten produzieren soll. Die Tel Awiwer Handelsschule von ausländischen Instituten als Mittelschule anerkannt. Die Leitung der Handelsmittelschule in Tel Awiw hat eine Verständigung erhalten, dass eine Reihe ausländischer Institute diese Schule als M i 11 e 1 s c h u 1 e anerkannt hat. So werdet} die Absolventen der Tel Awiwer Handelsschule in New York, Italien, Beirut usw. ohne jede weitere Prüfung in die Hochschulen aufgenommen. Die Absolventen er• hielten auch auf Grund ihres Reifezeugnisses das aimerikanische Einreisevisum. ®I NACHRICHTEN. IQ An unsre p. t. Leser! ** Veranlasst durch mehrere Anfragen aus unserem Leserkreis, siebt sich die Redaktion bestimmt, mit allem Nachdruck zu erklären, dass sie gar keine Verantwortung für die Kaschruth der im Annoncenteil angekündigten Unternehmungen übernehmen kann. Es Ist Sache des Lesers, bei seinem, zuständigen Rabbinat die nötigen Erküridigungen einzuholen. Die Redaktion. Wo erhält mau den wirklivii naturgetreuen Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeiten für orthodoxe Frauen, Franz B a 11 a, ist 6b nach jahrzehntelangen Bemühungen endlich gelungen Scheitel berzustellen, di9 dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nachgeahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des Herrn Balla wird sich jede Orth. Braut leichten und freudigen Herzens entschliessen, das eigene Haar abschneiden zu lassen und einen Scheitel zu tragen. Die Damen werden zum. Besuche des nachstehenden Ateliers höflichst ein-, geladen, woselbst Modelle kostenlos ausprobiert werden. Franz Balla, Wien, IV., Gusshausstrasse 26 Telephon 6^-912־ בשר של פסח sannzmuE Zusatz von aller feinster Qualität und billig, weil he־׳eestallt aus Rohmaterialien, die aus dem eigenen land wirtschaftlichen Betriebe der Firma her Vorgehen. Nicht die Reklame, sondern die vorzügliche Qualität der Ware ist maßgebend. Ein Versuch genügt, um sich von der" unüberi reiflichen Qualität unseres Fabrikates zu überzeugen. Achten 8ie auf' unsere Schutzmarke: KAFFEESACK• Hergestell» כשר של פסףן unter Aufsicht Sr. Ehrw, Herrn Josef Abeies, üoerrabbiner der orth.Ur. Kultusgememde in' Velkö Sarluny (Nagy Sal'ö). נעשה תחת השגחח הרב הגאון מיהר׳ר יוסף אבעלעס אכ״ד בק״ק וועלקע שארלוהי יע״א. כשר כלי שום חשש ופקפיק כלל אסילו למהדרין מי המהדרץ. י in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. EDUARD FRANKL, VELKfe S1AROVCB , bet Velkä Saritihy (Siovensko;. , Vom Rabbinat der Adas Jisroel wird nachfolgende Kundmachung veröffentlicht: Um irreführenden Anpreisungen, von welcher Seite sie immer kommen mögen, zu begegnen, sieht sich das ]Rabbinat der Adas Jisroel veranlasst bekanntzugeben, dass ausschliesslich in der Bäckerei der Adas Jisroel, Wien, 14. Bezirk, Felberstrasse 96, Mazzoth unter Aufsicht des genannten Rabbinats erzeugt und nur in den vom Vorstände der Adas Jisroel bekanntgegebenen Vertriebsstellen verkauft werden. Vor dem Gebrauch anderer Mazzoth werden unsere Mitglieder und Freunde nachdrücklichst gewarnt. Die öffentliche Plenarsitzung der israelitischen Kultusgemeinde. Sonntag den 15. März fand eine öffentliehe Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde statt behufs Erledigung des Rechnungsab- Schlusses und der Bilanz für das Jahr 1924 und Beratung über das Budget für das Jahr 1925. Vor Eingang in die Tagesordnung wurde die Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem feierlich begrüsst. (Wir beschäf■! tigen uns mit dieser Angelegenheit an anderer Stelle.) Danach wurde auf Grund des Referates des Herrn Doktor Desider Friedmann der Rechnungsabschluss für 1924 zur Kenntnis genommen. Die Beratungen über das neue Budget leitete Regierungsrat Oppenheimer mH einem eingehenden Referat ein. ,Im Namen der zionistischen Partei hat Dr. Desider Fried.mann zum Budget Stel lung genommen. Es ist hervorzuheben, dass er in der jüdischen Gemeinde eine Kultusgemeinde erblickt, die vor allem für die rituellen Angelegenheiten in einet» selbst die rigorosesten Ansprüche befriedigenden Weise zu sorgen hat. Nach ihm sprach Dr. B ad e r im Namen der Vereinigung . für soziale, Betätigung. Hierauf wurde die Beratung bis. Dienstag, abend unterbrochen. Dienstag abends kam unter anderen auch der Vertreter der Orthodoxie, Herr Wolf Pappen heim, zu Worte, ln grossangelegter, temperamentvoller, Rede, die wir in unseren nächsten Nummern ausführlich bringen werden, beschäftigte er sich mit der Stellung der Orthodoxie innerhalb) der Kultusgemeinde. Die Budgetberatungen wurden Mitt■־' woch fortgesetzt und zum Abschluss gebracht. 35jähriges Dienstjublläura des Amtsleiters Wilhelm Freistadt. Das Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde Wien hat gelegentlich der öffentlichen Plenarsitzung des Vorstandes Sonntag den 15. März das 35jährige Dienstjubiläum des Chefs des Friedhofamtes, Herrn Amtsleiter Wilheim Freistadt gefeiert. Präsident Universitätsprofessor Dr. Pick hat in einer warmen Ansprache, die von allen Kultusvorstehern stehend angehört wurde, die grossen Verdienste des Herrn Amtsleiters Wilhelm Freistadt gewürdigt und ihm den Dan'k und die Anerkennung des Vorstandes ausgesprochen. Herr Amtsleiter Freistadt erwiderte auf die Begrüssung in einer schlichten Rede, in welcher er hervorhob, dass er der strengreligiösen Erziehung, die er in seinem Elternhause genoss, zu verdanken hat, dass er sein Amt, das die Parteien in ihrer schwersten Stunde betreten, zur Zufriedenheit versehen konnte. Er hebt dieses Moment nicht etwa deshalb hervor, um sich in einem schönen Lichte darzustellen, sondern um seinen jüngeren Kollegen und dem Vorstande eine Riehtschnür zu geben. Zum Schlüsse dankt noch der Jubilar seinen‘Kollegen und Vorgesetzten. Jubiläumsfeier. Sonntag den 15. März fand eine Jubiläumsfeier des Vereines ״Ansche-Emeth“, Wien, 10. Be■• zirk, Favoritenstrasse 106, statt. Herr Samuel T ü r k 1׳ erschien in Vertretung der Aguda und Herr Rabbiner־ Moses Blech in Vertretung des Keren Hathora-Landesdirektoriums. Herr Rabbiner Moses Blech forderte in einer schwungvollen eindringlichen Ansprache alle Anwesenden auf, im 10. Bezirk eine Talmud Thora zu gründen. Seine Rede fand reichen Beifall bei den Zuhörenden und hatte die sofortige Konstituierung eines Talmud Thora- Komitees zur Folge. Die Talmud Thora wird hoffentlich in den nächsten Tagen eröffnet. t Vom Keren Hathora in Oesterreich. Die Arbeiten für den Keren Hathora in Oesterdeich nehmen einen günstigen Fortgang. Das Landesdirektorium des Keren Hathora hat die Durchführung der Propagandaarbeit den Wiener Aguda- Jugendgruppen übertragen, die bereits eine äusserst intensive Tätigkeit entfalten. Es wurde eine spezielle Keren Hathora-Kommission der Agudas Jisroel-Jugendgruppen Wiens begründet, welche die detaillierten Arbeiten übernommen und die neben der Ideellen Propaganda auch eine umfangreiche materielle. Werbetätigkeit für den Keren Hathora unternommen hat. Pie auf diesem Gebiete erzielten Ergebnisse sind zufriedenstellend. Zur Information über den Fortgang der Keren Hatliora-Arbeit geben die Wiener Aguda-Jugendgr uppen gemeinsam wöchentlich.erscheinende Mitteilungen heraus, die eine Uebersicht über die verschiedenen Leistungen für den Keren Hathora bieten. Aus dem Kreise unserer Leser erhielten wir folgende Zuschrift: Viele Kaüfleute veröffentlichen, dass sie gewisse Waren (Geflügel, Selchwaren, Milch u: äergl.) aus Betfieben beziehen, die der Aufsicht ,des Rabbinates der ־ Adas Jisroel unterstehen. Es wird •damit vielfach — absichtlich oder unabsichtlich — der Schein erweckt, dass der gesamte Geschäftsbetrieb dieser Aufsicht untersteht. Das Ist jedoch durchaus׳ nicht der Fall.!Es äst daher Sache eines jeden Käufers,"in jedem "einzelnen -Falle die Kaschruthverlässlichkelt eines solchen Kaufmannes genau zu untersuchen, Besonders bCitn Einkauf der Pessachwaren ist diese Warnüng zu beachten. C. J. . ' Wahlvorbereitungen in Wiener-Neustadt. ' Der Kampf anlässlich der bevorstehenden Gemeindewahlen In der Wiener-Neustädter Kultusgemeinde hat bereits begonnen. Seit fünf Jahren treten die Parteien hier unter der Devise ״Orthodox“ und ״Antiorthodox“ gegeneinander auf. Die erste Wahlversammlung fand am 5. März auf Einberufung der derzeitigen orthodoxen Gemeindevertretung statt. Unter den verschiedenen Wahlrednern trat auch der derzeitige Tempel Vorsteher Herr Samu Mandl auf, der den aB- •wesenden orthodoxen Gemeindemitglfedern eine unangenehme Ueberraschung bot, indem er erklärte, dass mit lauten Schomrei-Schabbos und Lamdonim man nicht am grünen Tisch arbeiten kann. Trotz dieser Entgleisung hoffen die orthodoxen Mitglieder,. dass Herr Mandl, der, selbst ein Schomer Schabbos ist und in den Traditionen der altehrwurdigen Mattersdorfer Kehiloh aufgewachsen ist, durch seine Stellungnahme das einheitliche Auftreten der Orthodoxen nicht stören wird. ׳ S. J. Senator Deutscher in Wien. Wien. (Ä. J. P. B.) Das Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel, Senator Moses Deutscher, Krakau, hat sich zu wichtigen Besprechungen in Agudaangelegenheiten nach Wien begeben, wo er drei Tage verweilte. Die Jahrzeit von Kallewer Rabbi s. A. Es ist allgemein bekannt, dass der Jahrzeitstag des weltberühmten Kollewer Rabbi auf den 7. Adar fällt, an welchem Tage seit seinem Ableben Tausende Chassidim zu seinem Grab wallfahren.. Auch in diesem Jahre sind über 5000 Personen teils vom Inlande, teils vom Auslande zu seinem Grab gewandert. Unter anderem sah man die Rabbiner aus Bodrogkeresztur, Hegyalja-Mad, Spinka (Slowakei), Büdszentmihäly, Munkäcs, Nyirbätor, Ermihalyfalva, Ujfeherto, Hodasz, Hajdunänäs, Vittka, Olaszliszko, Nyirbalkany, Nyirmada etc: Um den Verkehr zu erleichtern, resp. zw beschleunigen, haben sechs Autos zwischen Nyiregyhaza, —Nagykällo Dienst geleistet, damit die Passagiere, welche die Häuptlinie benützen, den Zug erreichen können. Gastdroscho in Nyiregyhaza. Am Sabbath Sochaur weilte der Sohn des Pressburger Oberrabbiners als Gast in Nyiregyhaza und hielt auf Ersuchen des Gemeinde- Vorstandes einen1 Charifüs- und Mägidus-Vorträg, zu dein sich ein zahlreiches Publikum von Talmide Hachomiir* und angesehenen Bale Batim einfand. Die Ausführungen des Redners ernteten grossen Beifall. . Sally Guggenheiin — jugoslawischer Vize־ konsul. Basel. (A. J. P. B.) Das rührige Mitglied der politischen Exekutive der Agudas Jisroel, Herr Sally Guggenheim ist zum Vizekonswl des Königreiches Jugoslawien ernannt worden. Die zehn anerkannten Glaubensbekenntnisse. Au& Beograd wird berichtet: Im Kultusministerium wurde eine. Gesetzesvorlage über Glaubensbekenntnisse und deren Verhältnis zu einander und zum Staat ausgearbeitet und wird diese dem Parlament gleich nach seiner Eröffnung vorgelegt werden. In diesem Gesetz wird vor allem der Grund־• satz der Gleichberechtigung aller anerkannten Konfessionen! ausgesprochen und ihnen die Glaubensfreiheit eingeräumt. Als anerkannte Konfessionen gelten die griechisch-orientalische, die römisch-katholische, die mohammedanische* die evangelische, die israelitische, die altkatholische, die Brüderschaft vom Evangelium, die nenonime Glaubensgemeinschaft und der Baptismus. Reis-ul-ulema Causevic vor der Suspendierung? lu gut informierten Kreisen behauptet man, die. Regierung: beabsichtige, den Reis-ul-ulema Causevic wegen des Boykotts der bosnischen Juden zu suspendieren. Er soll beschuldigt werden, diesen Boykott angefacht zu haben. Vortrag von Dr. T. Lewensieln über *Die Kalenderreiorm und der Sabbat“. Unter überaus grossem Andrang fand Samstag abends, den 4. Adar, im Hörsaale IRGZ. . Dr. T. Lewensteins Vortrag über ״Die Kalenderreform und der Sabbat“ statt, welcher annähernd zwei Stunden dauerte. Zum richtigen Verständnis des Problems gab Redner erst eine Uebersicht über Entstehung und Entwicklung des Julianisch-Gr&gorianischen Kalendersystems, sowie über Bedeutung der Monats- und Tagesbennenungen. An der Hand des umfangreichen Materials, das sich beim Studienkomitee des Völkerbundes über die Kalenderreform bereits angesammelt hat, gab der Referent eine übersichtliche Darstellung der verschiedenen Beschwerden, die hauptsächlich von seiten der Grosskaufmannschaft in der ganzen Welt gegen das jetzige Kalendersystem geltend gemacht werden, und von den hauptsächlichsten Vorschlägen, die •gemacht wurden, um diese Missheiligkeiten zu beseitigen. Darauf wurde in grossen Zügen die Arbeit gezeichnet, welche bis jetzt vom Studienkomitee geleistet ist. Als bemerkenswert hob der Referent hervor, dass von den verschiedenen Regierungen bis jetzt nur die holländische Regierung das Komltee darauf aufmerksam gemacht hat, dass sowohl für die Calvinisten, als für die Israeliten, in Holland einfe Kalenderreform mit Blankotagen, welche die Verschiebung des Sabbattages Im Gefolge hätte (und dadurch auch des Sonntags),. grosse Schwierigkeiten bereiten würde. Nachdem 34452^