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Jüdische Presse · 1925-03-20 · 12 (20.3.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
12 (20.3.1925)
Date
1925-03-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 74 JÜDISCHE PRESSE Nr.!2 Die weleriUefl ameianisdieD מאגישעוויין־טצות מאנ״שעוויץ־מצות Zum ersten Mal wird die jüdische BeTölkerung Oesterreiehs und der Nachbarländer Gelegerheit haben, sich tür die' PESSACH-FEIERTA mit den weltberühmten amerikanischen azzotngriess Farvel 000 die unter strengster rabb nischer Aufsicht erzeugt und von vielen Rabbinern sämtlicher Weliteil» als streng כשף anerkannt werden, zu ▼erflehen. Wiederverkä uf er, welche sich rechtzeitig mit diesen erstklassigen, in der Packung herrlich 000 adjustierten Mazzoth versehen wollen, wenden sich an die י• HAUPT NIEDERLAGE: Brodetzky & C9. 2“ ■" ■“'״'S&Ä2T“ "״ ־׳ en gros en detail hi Palästina die arabischen Mitbürger in Aufregung versetzen würden. Wenn man heute übersieht, was in den letzten Monaten für ein Lärm und — sit venia verbo — für eine Reklame um die Eröffnung (der Universität auf dem. Skopus sich erhoben hat, so fragt! , man sich, ob das notwendig hat sein müssen.“ (,,Es ist unverständlich und es war vor allem unnötig, der Sache eine demonstrative und damit ungewollt und unbewusst fast provokatorische Form zu geben. Wir hatten genug Gelegenheit zu erfahren und zu lernen, wie eine solche Aufmachung auf das arabische Lager wirken muss.“ Diese kurzen Sätze eines zionistischen Korrespondenten genügen, um die aussenpolitische Wirkung der Universitätsdemonstrationen in das richtige Licht zu rücken. Es sei nur noch hiezu bemeriri, dass solche JDemon<-< strationen nicht nur auf die Araber aufreizend wirken. Die Judenfeinde aller Länder werden aus diesen Demonstrationen neue Waffen gegen die in Mittel- und Osteuropa studierende jüdische Universitätsjugend schmieden,, Die naive Deklaration der Wiener Kultusgemeinde erhofft durch die Gründung der hebräischen Universität iij Jerusalem eine Entspannung der Numerus clausuk-Krise, tatsächlich wird diese demonstrative Hervorkehrung de!) Gründung der neuen Universität geradezu die gegenteilige Wirkung auslösen. Wenn wir nun die provokativen Demonstrationen für •die Universität, die eine verzweifelte . Aehnlichkeit mit den seither so oft beklagten Demonstrationen nach der Balfour-Deklaration haben, verurteilen, so wollen wir diese Stellungnahme von unserer AnJ-! schauung über die Notwendigkeit und Nützlichkeit de!• Universität ganz getrennt wissen. Die Demonstrationen im allgemeinen, so auch die jüngste Demonstration des! Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde, sollten geraäe von den Freunden der Universität verurteilt werden.;;Wir, aus unserem Standpunkt, sind keine Freunde der hebräischen Universität in Jerusalem. Wenn jemand in׳ den letzten Monaten die Geschehnisse innerhalb des palä-1 stinensischen Erziehungswesens beobachtet hat, so hat! man sich kaum eines tragikomischen Eindruckes erwehren( können. Wochenlang haben die palästinensischen Zeitungen' abwechselnd einmal vom Rücktritt des zionistischen; Unterrichtsministers Dr. Lourie in Jerusalem und von der Wiederannahme seines Amtes berichtet. Nach dem momentanen Stand der Angelegenheit ist Dr. Lourie endgültig zurückgetreten' und die Ursache des Rücktrittes• waren — horribile dictu 2000 —־ Pfund, die vom Er- Ziehungsbudget der zionistischen Organisation gestrichen! wurden. Kaum haben sich die Gemüter über den ,Rücktritt von Dr. Lourie beruhigt, da wurde man!׳durch de^ Rücktritt seiner zweier Unterstaa's:ekretäre in Schrecken versetzt, und als Unterton schwingt die ständige Streikdrohung der Lehrerschaft des gesamten unteren — und mittleren zionistischen Erziehungswesens in Palästina mit. Tatsächlich hat der Waad Leumi seinen Verpflichtungen zur Aufbringung des Septembergehaltes bis zur Stunde, noch nicht nachkommen können. Ob nun schon det^ Zeitpunkt gekommen ist, dass man auf diesem materiell so schwach fundierten unteren — und mittleren Erziehungswesen eine Universität äufzieht, mögen es jene beurteilen* die zumindest im Prinzip so begeistert für eine jüdische Universität in Palästina eintreten. Wir machen kein Hehl daraus, dass wir und die überwiegende Majorität de!; orthodoxen Judenheit der ganzen Welt den Gedanken einer Universität in Jerusalem entschieden ablehnen. l, Es ist erklärlich, dass jene Söhne unseres Volkes׳* welche die 'Erlösungssehnsucht und den Palästiniiwillen, des1 jüdischen Volkes in eine auf Nachahmung gegründete! politische Bewegung umwandelten, es ist erklärlich, dass die politische^. (Zionisten nebst Sprache, Sport, Pariätnell% Nationalrät ׳ ufhdf| jüdischen1 Legionen, auch eine moderne׳ Universität als unerlässlichen Bestandteil des neüerstehen-j den jüdischen Lahdes fordern. Es .ist begräfflichi dass der Oedanke einer jüdischen Universität weit über die Kreise1 d#'|ölitiscfiet!i Ziohiiten :hin^fis ׳ aulsserordenü» liehe’; Sympathien bei (all ^enen finden musste,,, die; die gewaltige Summe von Schärfet«« . ujnd. IhteUigjepz^ ^^n-t, schädlichem Spürsinn unCFdf|c|)S1;1nut^.dei(j'i)t jütü^qh^ Individuen in aller Herren Ländern lebt, konzentritert>vxdr; den Augen der Welt als jMische U^tung.,^#ann|| ־.J zu sehen wünschten. Es ist begreiflich, dass für . alle jene, die die historisch beglaubigte tausendjährige Sonder- Stellung des jüdischen Volkes im Kreise der Menschheif und im Ablauf des Geschichtsprozesses, schlankweg leugnen, es ist ,begreiflich, dass alle diese jubelnd den' Tag begrüssen, an dem auf den Flügeln Jerusalems Jdid souveräne menschliche Vernunft iffre stolzen Tempel errichtet. Wer jedoch das Heil der Menschheit, das Ziel des Weltprozesses an die Erfüllung der nationalen Aufgabe; des ״GottesVolkes“ geknüpft weiss, Träger der religiösen, Inhalte und sittlichen Normen im Strudel des Zcitlaufesi zu bleiben, wer noch immer dafür kämpft, dass Jerusalem! gerade der hochragende Fels des Gotteskönigstums in der) Menschheit, der Quell der ewigen religiösen Erneuerung* bleibe, auch wenn Skepsis und historischer Materialismus alle sittlichen und religiösen Stützen unterwaschen, der( wird mit etwas weniger Frohgefühl den Jubelhymnen über die Universitätsgründung sein Ohr leihen. Die Ueber־* tragung des ganzen Systems der Universitätswissenschaft nach den Städten der uralten Gottesoffenbarung, die!. Angleichung Jerusalems an Wien und Paris, Oxford und New York, auch an diesen entscheidenden Höhenpunkt! des geistigen Lebens ist ein Ereignis, das die;Orthodoxie! als eine neue furchtbare Gefahr für die Wahrheit!und Einzigkeit der jüdischen Erkenntnis hinnimmt. Immerhin scheint der Majorität des Kultusgemeinde- Vorstandes' in Wien der wahre Sinn des Judentums, die׳ göttliche Bestimmung unseres Volkes infolge der allzu weit gediehenen Assimilation an eine nichtjüdische Umgebung unbekannt geblieben zu sein. Auch scheinen sie die Geschichte unseres Volkes, ja selbst die Geschichte der eigenen Gemeinde nicht zu kennen, sonst würden׳ sie nicht alle so begeistert etwa folgendem Satze der Begrüssungsdeklaration zugestimmt haben: ״Zersplittert und durch Unduldsamkeit in seiner Entfaltung vielfach behindert, konnte das ,geistige jüdische Leben nirgendis־ dauernd festen Fuss fassen.“ Das geistige jüdische Leben hat trotz aller gegenteiliger Beschlüsse eines vcrehrWchen Kultusvorstandes in ganz Europa festen Fuss gefasst!.' Just in den Jahrhunderten der grössten Verfolgungen hat die Festigkeit einen hohen Grad erreicht. Ein Or ßruah, ein Truinrnäs Hadeschen haben im Jahrhundert der finstersten Bedrückung Wien in die jüdische Geschichte mit -goldenen Lettern eingetragen und im Herzen des jüdischen Volkes tiefer verankert, als die feierlichstem Kundgebungen und freigiebigsten Bewilligungen des heutigen Vorstandes es je erreichen können. Und sollte das Jahrhundert der oben angeführten jüdischen Geistes-* leuchten zu weit zurückliegen, so liefert noch das 16. uncjf. 17. Jahrhundert Geistesgrössen in Wien, wie Rabbi Jom Tovv, Lipmann Helle!־; Gerschon Aschkenasy, Jona Teumim, um nur einige herauszugreifen, die wahrlich überzeugend genug für die feste Fussfassung einer jüdischen Geiteskultur in den düsteren Jahrhunderten der Zersplitterung! und, der Verfolgung zeugen. Wenn nun aber eine lobliehe Majorität über Wien und Oesterreich hinaus die Augen schweifen lässt — und die Kundgebung für die Universität lässt ein Verständnis für allgemein jüdische Angelegenheiten vermuten — so erlauben wir uns* den׳ Herren-, Knaben- und Kinderkleider fertig und nacit Maas Massabteiluug bis eu den feinsten englischen Stoffen. Erstk'aasige Zu• Schneider. Cbga teste Ausführung. Auf Vermeidung von UUV& ׳■ ' wird geiauestens geachtet. ׳ . ׳ J. STEBff, Wien, II., Glocken!?»«■• 25. T. 46919. _Bohlen Sie die Hausnummer.^____ SPEZI AL-TEE ׳tiuumutmnmuuuimHimnoD שווווווו1ו11וו1שוו*וווווובשר של S^\ W. Wiitotzky OegHliidet fim Jahre IM* Blick dieser Geraeindemajorität auf die grossen Geistes- Schöpfungen unseres Volkes in den Jahrhunderten des Galuth, so aüf den Talmud selbst,/ auf die Werke der Gaonim, auf die Geistesarbeit eines Majmuni, Rasch! und Tössafoth, auf die Schöpfungen eines Ibn Gabirol, Ibn Esra und Jehuda Halevy zu lenken, die־ sicherlich sowohl für einen festen Fuss wie für ein weites Herz und Kit* einen umfassenden Geist die beredteste Zeugenaussage ablegen. Und weil der demonstrative Beschluss des Kultus- Vorstandes scheinbar all diese Dinge nicht itn Aug>qf hatte, weil dieser Beschluss die Gründung einer modernen Universität scheinbar höher bewertet als die Übermenschliehen Anstrengungen des überlieferungstreuen Judentums den wahren jüdischen Geist in Thoralehrstätten sowohl in Erez Jisrael wie in den Galtuhländern zu (pflegen und aufrechtzuerhalten, weil dieser Beschluss in den Zeiten einer furchtbaren Wirtschaftskrise, die im Osten die* blühensten Thoralehrstätten verkümmern lässt, in Erez Israel das Thora-Lernen eindämmt und selbst in Wien eine erspriessliche Verbreitung von jüdischen Kenntnissen unmöglich macht, 200 Millionen votiert, halten wir es als Organ des orthodoxen Judentums ohne Rücksicht auf politische und parlamentarische Abmachungen ' für unsere Pflicht, gegen diese Beschlüsse hn Namen der orthodoxen Öffentlichkeit zu protestieren. P* Zur Kalenderreform. Das gewöhnliche bürgerliche Jahr besteht bekanntlieh aus 365 Tagen, das sind 52 Wochen ,und! 1 Tag. Di* Folge davon ist, dass jedes Jahresd^atum jährlich um/ einen Wochentag verschoben wird. Zum Beispiel: Heuer fallt der 20. März auf Freitag, im Jahre 1926 auf Samstag,^ 1927 auf Sonntag. In einem Schaltjahr beträgt die Ven-, Schiebung, zwei Tage, daher fällt der 20. März;1928 auf Dienstag usw. Diese Verschiebung will nun die Kalender׳* reform dadurch vermeiden, dass der letzte Tag des 'Jahrerf als Blankotag betrachtet, das heisst nicht als Wochentag gezählt wird. Zum Beispiel fällt heuer der 31. 'Dezember auf Donnerstag, der 1. Jänner 1926 auf Freitag, nach der Reform aber wäre der 31. Dezember Blankotag und der 1. Jänner so wie im heurigen Jahre wieder Donnerstag. Die Folge davon aber wäre, dass im Jahre (1926 "p שבת , jedesmal auf Freitag fiele, 1927 auf Donnerstag, 1923 auf Mittwoch. In jenem Jahre mf»6sten, weil es fein Schaltjahr ist, zwei Blankotage sein und im Jahre 1929 würde "p שבת dann jedesmal auf Montag fallen usw. Dagegen wird nun von der Aguda vorgeschlagen: Das gewöhnliche Jahr soll statt 365 nur aus 864 Tage« bestehen. Die Differenz würde dann alle fünf oder feecha Jahre sieben Tage betragen und in diesem Jahre wird, eine ganze Woche eingeschobeh. Dadurch würden also sowohl die Blankotage vermieden werden als auch , jedes Jahresdatüm aüf den gleichen Wochentag fallen. Dr. M. G. tsnet ans iranssyivanien. Laut Meldung aus Bukarest ist dort ein Kaufmann, namens Anton Croth gestorben, der sein riesiges Vermöge» von 30 Millionen Lei zur Errichtung eines Studentenheims, hinterliess, dessen Zöglinge zur Hälfte jüdische und zur Hälfte christliche sein müssen. Ueber Aufnahme der Zoglinge haben die Delegierten des Rabbinats und des Unter:- richtsministers zu entscheiden. (Jeschiwos, Talmudthoraschulen, Erez Jisroel stehen der Ideologie der reichen Bukarester Juden fern.) ' * Die Studentenunruhen haben an den rumänischen Universitäten aufgehört. Es ist den Studenten nicht ge־* Jungen, ihren Willen zur Einführung des Numerus clausus durchzusetzen. Soviel haben sie dennoch erreicht, dasd jüdische Studenten an der medizinischen Fakultät nur jüdische Leichen sezieren dürfen. Der rumänische Unterrichtsminister hat in den vergangenen Tagen einen Erlass herausgegeben, wonach in solchen Ortschaften, wo die jüdische Bevölkerung in der Majorität ist, die jüdischen Schüler in den staatlichen, , Schulen an jüdischen Festtagen vom Besuche der Schule , enthoben werden. (Praktischen Wert hat dieser Punkt: , der Verordnung absolut nicht, da die jüdischen Ein wohne?, nirgends in der Majorität sind.) Ferner ״konzessioniert“ der Minister, dass jüdische Schüler ׳nicht gezwungen werden, die Unterrichtsstunden.. der Staatsreligion zu besuchen. Der Erlass schliesst mit der traurige;« Verordnung, . dass jüdische Schüler, die die staatlichen Schulen besuchen* ד verpflichtet sind, am Samstag und an jüdischen Feiertage«, . schriftliche Arbeiten zu verrichten. Somit waren. alle* י Jierigen Bemühungen von massgebenden jüdischen Kremen in dieser Angelegenheit vergeblich und müssen diese , ihre Bemühung den Minister zur. bess^ep^^ii^jcjii(; z,u be-,. wegen, - fortsetzen. ׳; Samstag abends, am 11. Adar, hat die Jugencfgruppe , : der Agudas Jisroel m Grosswardein eine Sijumfeier auf ,ן מ׳ם יון^א,) verunstaltet. Zum Sijumfest sind auch Heye ה QbefraJ>biner^Bv Fuchs end zahlreiche Gefneindefpitgb^ec; erschienen. Nach dem Sijum jandL^em/ Bahiwtt^stat!^'& l dessen Rahme« grössere Beträge für Keren Ylathora gespendet : wordensind. Bei;diesen: Gelegenheit sei auch erwähnt, dass Hep« ־י 1 Obeiphbmer B. Fuchs in seiner üblichen Derascha äp "...

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