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Jüdische Presse · 1925-03-20 · 12 (20.3.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
12 (20.3.1925)
Date
1925-03-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. V. b. b. ■MIV Univ. ( •׳6 ׳i i>ätsb1bliothelc Redaktion u. Administration! Wien, 11.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-494־. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag..— Redaktionsschluss: für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. ------ך—r----- Aibonnementspreise: Gauzjährig: FHir Oesferreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 ׳Dollar. -fahlungen für Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto TNr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto. Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Luzern VII. 1470; י für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Kr. 12 | w>en-Brafis4ava, 20. «Hiirx 1925 .ב״ה ויענה״פרעסנזבורג כיר אדר תי&׳ה II. Jahr!;. Warum nur polnische Palästina- | konferenzen? Die jadikalzioiii&tisdhe ,Prager ״Seit»stwehr“, die doch sicherlich über dem Verdacht steht, I zionistischen Defaitismus zu treiben, schrieb kürzlich in einem Leitartikel: ״Zum vierzehnten Male'wird der : Schekel [der Organisationsbeitrag der Zionisten; Red.] eingehoben. Dreizehnmal sammelte man ihn,,: um aus dem Verhältnis seiner Zahl zu der der Juden! aller Welt die Ziffer der Arbeit zu erhalten, die noch ' geleistet werden muss: die Ziffer wurde unmerklich kleiner, aber sie ist noch 'immer riesengröss: 1 :18 : etwa. Kaum eine M i M i o n Menschen, d i e alle {zionistische] Volksarbeit verrichtet. Etwa acl1t.z..e'hn 'Millionen, die; zuschauen.“ Diese fast' objektive Feststellung: eines offiziellen zionistischen Organes zeichnet die Situation so klar als man es nur wünschen kann. Die zionistische;Organisation, die sich bis vor kurzem als der alleinige und legitime Mandatar des jüdischen Volkes in weltpolitischen .Fragen ausgab, umfasst nur eine kleine Minorität im jüdischen Volk, Diese Entdeckung ist nicht neu, aber ihre ziffemmässige Klarstellung verdient gerade im gegenwärtigen Moment besonders hervorgehoben zu werden. D e r Aufbau ■d.» s ׳.J e w i s;h mat i 0 n a 1 hoime, d׳.e.־s j ü d i s c h.e n Ge me in w es ens in 'Er, ez; Jis rö eIV is t h e u t e Angelegenlieit; d es Klal J'i«i־o.e:l gewo rd en. Abgesehen von den Zionisten, sind weite Schichten des liberalen Assimilantentums ebenso wie weite Schichten der nichtzionistischen Orthodoxie zur Beistellimg von Menschen :und Kapital für Erez Jisroel entschlossen. Mit Ausnahme des ״Bund“ hat auch die jüdische, mchtzionistisöhe Arbeiterschaft, insbesondere Amenkas, wiederholt ihr werktätiges Interesse für Pa!är stina bewiesen. Gleichzeitig aber veränderte sich auch der Charakter י und das Arbeitsgebiet der zionisiisehen Organisation. Früher ging sie kulturpolitischen Entscheidungen peiiilichst aus dem Wege, :heute stellen ihre leitenden Persönlichkeiten — mit ganz wenigen Ausnahmen — im Lager des Freidenkertums. Früher war die :•zionistische Organisation in erster 1 Linie an einer .grosszügigen Palästinakolonisation hiteressiert, heute nimmt die landespolitische und kulturpolitische Arbeit in den Ländern des Golus eine i p a r i t ä t i s c h*e Rolle mit dem palästinensischen Aufbauwerk ein, .Zur selben Zeit, in der sich die ,ents cheidende Belebung des jüdischen Volksinteresses;fr Erez Jisroel ereignete, ist also aus der ,ehem a:Hg e n R a h m en 0 r g a n i s'a ti 0 n der Pa- נäs 11 na-131t eres־s-.enten eän e Parte i geworden, die (trotz des praktisch immer bedeutungsloser werdenden Misrachi) in ihrem ganzen kulturpolitischen Gehabenausgesprochen nach einer Loslösung von der jüdischen Tradition hintendiert. Die Mehrheit des Volkes, die nach wie vor in;ihrer Ge- : sinnung und in ihrer Lebensform der 'jüdischen; Ueberlieferimg Treue bewahrt, steht deshalb ausserhalb' der zionistischen Organisation, nicht aber ausserhalb des Palästinawexkes, und es ist nur eine Frage der Organisation, wie die unbedingt notwendige Rah’menvertretung״ des 3üdisehen Volkes für die Aufbauarbeit in Palästina geschaffen werden kann. Die endgültige Jewish Agency, die nach dem Mandat diese Funktionen übernehmen soll, ist noch nicht" gebildet. Die WeltkongressMee, aixL'dle sich Gruppen *der zionistischen Organisation unnötigerweise .festlegten, hat* ein Begräbnis erster Klasse gefunden. Die :־seinerzeitige Anregung der ״Agudas Jisroel“, eine Palästina- Vk 0 nf ere;n:׳z emztiberufen, ׳die in,erster Linie den Prägen einer wirtschaftlichen Kooperation gewidmet .sein sbBte, \wurde selbstverständlich : ignoriert. Zwei interessante Entschliessungen der Zionisten Polens stellen die Frage .einer allgemeinen Paläsßnakonfereaz' wieder zur Diskussion. Die Jahreskonferenz vder. polnischen Zionisten •nahm einstimmig | eine Resolution an, in der die Einberufung einer { .״Pro-Palästinakonferenz der .gesamten polnischen Judcriheit“ :gefordert w!ird. -Es׳ heisst in dieser Ent- | Schliessung: , ״E'Se Konferenz stellt!fest, ,dass die gesäurte \ poMtsöIie Judenheit durchdrungen ist von dem heissen; Witrnsch, 401 näher Zeit ein jüdisches nationales Heim { , in Palästina: auf gebaut am :sehen. ,Die,«Konferenz fordert ■ : alle Schichten der jüdischen Bevölkerung Polens auf, [ sich mit dem Aufruf zu der ׳PrOrPalästinakonferenz [ soEdarisdh m {erklären.“ ' ׳ [ \ Die vierte. Landeskonferenz des polnl- •־•so0f״h e n Miivsrr &:.c h i spracht :sich. gleichfalls für die Einberufung einer Palästinäkonierenz aus. Einer Ita-iMeldiang zuföjge wurde!beschlossen: ״In Polen soll eine allgemeine jüdische Kon- :: ferenz ^Hnbemifen -werder^;die die;Vertreter der .rpplnJsche1i;düaenh#(^fi®^5zii; wählen ■ »haben wird. ־.Der Misraclii fordert das gesamte religiöse ,;Judentum aller ׳.Gruppierungen auf, sich an der zukünftigen;Palästinäkonferenz zu beteiligea damit das njeligiöse Element zahlreich .vertreten ist.“ Zu diesen Anregungen wäre unseres Erachtens zunächst zu bemerken, dass die Frage der Teilnahme und der AbhäMung einer gemeinsamen :Palästina-;konferenz weder eine Angelegenheit der Zionisten noch der Agudiis.ten Polens, sondern ein,e Ange- ,legen heit de;r beiderseitigen1 Welt- off g a n i s a t i:0 31;e n ,:ist. (Mit Ausnahme des ״Bund“ ,kommen in Polen;irgendwie nennenswerte weitere Verbände nicht in;Betracht.) Eine fruchtbringende Erörterung einer •gemeinsamen Landesarbeit jn Polen für .den Aufbau Erez Isroels ist insolange unmöglich, als die Leitungen der beiderseitigen Weltor.gandsationen sich nicht wenigstens in grossen Umrissen irgendwie verständigt haben. Sobald dies der Fall ist, wird auclh der Weg zu ei11«er Pa:lg stina- Weltkonf e re nz der jüd.isehen Gesamtheit insoweit geebnet •sein, als die Teil nah me des gesetzest.reuen Volks teiles in Frage steht. Wer die Situation im Volke den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend;beurteilt, wird erkennen, dass die scheinbar ״zuschauende“ Volksmajorität sich hauptsächlich aus kleinbürgerlichen, gesetzestreuen Schichten zusammensetzt, die von der« bisherigen Art der Arbeit für Zion eher abgestossen als angezogen wurden. Diese Situation kann sich ändern, sobald die Gewissheit vorhanden ist, dass eine allgemeine . jüdische Palästinakonferenz und ihr Organ, die Jewish Agency, in ihren Entschliessungen und Handlungen dem jüdischen Gesetz, wie es insbesondere im Schulchan Aruch kodifiziert• erseheint, jene genaue Achtung zukommen lassen werden, die ihm gebührt. Eine ״Neutralität“ wie die des Keren Hajessod ist für den konsequenten gesetzestreuen Juden unannehmbar. Er kann weder direkt noch indirekt Institutionen und Arbeiten unterstützen, bei denen auch nur die leiseste Möglichkeit besteht, dass ihre Gebarung dem Geiste und dem Gesetze nach der jüdischen Ueberlieferung widerspricht. Wir glauben, dass »es konkrete, gemeinsame־ Palästinaarbeiten, besonders wirtschaftlicher Natur in Ueberfülle gibt, bei denen jede Verletzung des jüdischen Gesetzes mit Leichtigkeit vermieden werden kann, wenn nicht von seiten der ״Freidenker“ auch hier an einen ausgesprochenen Kulturkampf gedacht wird. Das ist der Böden, auf dem >sich der gesetzestreue und der andersdenkende Jude finden könnte und dessen Grenze von einer allgemeinen Palästinakonferenz «ben abzustecken wäre. | Man gebe sich keiner Täuschung hin: An eine׳ 1 kultxirelle Zusammenarbeit der gesetzestreiuen und: : ״der freidenkenden .Juden kann niemals gedacht wer-? den. Eine aussenpolitiische Kooperation ist — vor- ' läufig wenigstens — nur von Fall zu Fall möglich.- :.Aber •im rein!wirtschaftlichen Arbeitsbereiche ist eine Verständigung heute schon erreichbar,• wenn ־wenigstens hier dem jüdischen Gesetze, in dem das Empfinden der ׳breiten jüdischen Volksmasse unlösbär• verwurzelt ist, eine tatsächliche und nicht nur theoretisChß Beachtung geschenkt wird. Wer glaubt, dass es sich .dabei nur um ein Politikum der Agudas Jisroel handelt, der verkennt die latenten Kräfte, die seit Jahrtausenden im gläubigen jüdischen Volk aufgespeichert , waren, Sie ,.könnten• •sich heute schön in . Palästina fruchtbringend auswirken; wenn man Erez Jisrael nach dem Bilde der Thäuro und nicht nach .dem •Europas aufbauen...würde.• ' Die hebräische Universität und die Wiener Kultusgemeinde.;Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeihde in Wien hat In der öffentlichen Plenarsitzung vom Sonntagj den 15. März in einer demonstrativen Kundgebung eine vom Präsidenten Professor Dr. Pick zur Verlesung gebrachte Resolution zur Begrüssung der demnächst zuij eröffnenden hebräischen Universität in Jerusalem arigenommen und hat aus diesem Anlass 200 Millionen österr, Kronen für den Keren Hajessod votiert. Die o r t h odoxen Vertreter haben als Zeichen des Protestes( vor der Verlesung der Resolution den Sitzungssaal verlassen. Allerdings hätten die orthodoxen;Wähler erwartet, dass ihre Vertreter nicht so überparlamentarisch sich be-. nehmen werden. Es gehört nämlich die Unaufrichtigkeit des! Parlamentarismus dazu, gegen eine Handlung, die nicht gerechtfertigt werden kann, die man aber aus gewissen Gründen gewähren lassen muss, durch Absentierung zi^ protestieren. Es wäre aufrichtiger und ehrlicher gewesen, - wenn die Vertreter der Orthodoxie vor der jüdische^‘ .Oeffentlichkeit Wiens ihre Bedenken sowohl gegen die Demonstration als auch gegen eine so grosse Bewilligung» für die hebräische Universität in Jerusalem in mannhaften Worten zum Ausdruck gebracht hätten. Zunächst was die Demonstration betrifft. Man muss nicht gerade ein Gegner der Errichtung einer hebräischen Univereitätf in Jerusalem, ein Feind der auf eine vollkommene (Ver-־ weltlichung hinstrebenden zionistischen Tendenz sein, utiiD die politische U n k 1 u g h e i t zu verurteilen, die'׳ ä!n; f diesen zionistischen Demonstrationen liegt. So schreib# der A. G.-Korrespondent der Berliner ״Jüdischen Rurtctschau“, offizielles Organ des zionistischen Lanjäesverbände^'1 in Deutschland: ‘ 1 ז ״Es war zu erwarten, dass die lärmenden ׳־V.qr?^ bereitungen zur Eröffnung der jüdischen Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es niclft Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für Sv«־;״ W lim״ PERÜCKEN, SCHEITEL II. TRANSFORMATIONEN des OTHMAR SCHIFF, WIEN, l.y KÄRNTNERRING Nr. -(& äutzusuchen I Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen *Her Länder Perücken. Spezialist ln!i ' "J V- Spezialistin. .«•j״'-«־*»r,׳J0Z nov 3 um «tu•: »j}13 /uu mmsücturuhii äutzusuchen Brautscheltein.. Die Herstelluno einer jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT. DAUERC EWELLTEM NATURHAARj ln dlviduell dem Gesichte angepasst. EN OROS. Grosses Lager.u. reichhaltigste Auswahl In Perüöken modernster Frlsurtn. 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