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Jüdische Presse · 1925-03-06 · 10 (6.3.1925) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
10 (6.3.1925)
Date
1925-03-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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1\'r. 10 jüdische: presse; beiic mm. TSCHECHO-SLOWÄKEL Zum 75. Gebartstag Präsident Masarvks. Am 7. März feiert Präsident Masaryk seinen 75. Geburtstag. Wohl selten geniesst ein Mann in leitender Stellung eines jungen Staatswesens in allen Schichten der Bevölkerung solch allgemeine Verehrung und uneingeschränkte Anerkennung gleich ihm. Es ist vor allem der edle Mensch, der Zuendedenker und Verwirklicher wahrer sozialer Humanität, dem •die Liebe gilt, die von der gesamten Bevölkerung der tschechoslowakischen Republik ihrem Präsidenten eutgegengebrach t wird. Das Judentum unseres Landes erfüllt es mit Genugtuung, dass Präsident Masaryk ihm und seiner Gedankenwelt mit Verständnis und unvoreingenommener Gerechtigkeit begegnet. Wir griissen ihn verehrungsvoll und wünschen ihm זקנה ושיבה טונה! Orthodoxe Tag!sag in Bratislava. 1. Die Rabbinerversanunimig. Schon früh am Morgen herrscht reges Leben in der Turnergasse. Die orthodoxe Landeskarixlei trifft die letzten Vorbereitungen zur bald beginnenden Tagung. Die Rabbincr aus allen Teilen des Landes langen gruppenweise/ an und verlangen Auskünfte über Einzelheiten der aufr die Tagesordnung gesetzten Fragen. Inzwischen versam-' melt man sich im Sitzungssaale und erörtert in Privatp gesprächen die zu behandelnden Probleme. Unter den{ Erschienenen bemerkt man die bekanntesten älteren und jüngeren Rabbiner des Landes in freundschaftlicher re-! spektvoll-disziplinierter Unterhaltung mit einander. Da sind die Oberrabbiner Kirchdrauf, Piestany, Topolcsany, Nitra, Revuca, Helme,c, Brczovica, Surany, Zborov, Bardiov, Joka, Sarluhy, Myjava, Stampfen, Moaor, Meder, Banovec, Moldava, Magendorf, Verbove, Sered, Dobra u. a., während der Tagung trafen auch die Oberrabbiner von Nove Zamky, Trnava, Gihnta I u. a. ein. Gegen halb 11 Uhr eröffnet Oberrabbiner Schreibei (Bratislava; als Vorsitzender des Rabbinerkomilecs die Sitzung un;d begrüsst die Erschienenen mit herzlichen!. Worten. Die Tagung sei angesichts der hochwichtigen! Fragen, die am nächsten Tage von der Repräsentanten- Versammlung behandelt werden müssen, einberufen worden; Es erscheine im Sinne der Statuten, aber auch aus reläU ■giösen Gründen geboten, dass die Rabbiner des vLandesj zunächst unter sich in Ruhe die Modalitäten prüfen, diel der Landesversammlung zur Lösung der aufgetauchten- Probleme vorgeschlagen werden sollen. Ausserdem sei es auch sonst für die Hebung der אמונה חק׳ nützlich,: wenn die religiösen Führer von Zei'tzu Zeit zusammenkommen und über die religiösen Verhältnisse des Landes beraten. Hiezu werde die heutige Tagesordnung reichlich' ■Gelegenheit bieten. In wenigen Sätzen skizziert er die' einzelnen Punkte der Tagesordnung und ersucht dert Landespräsidenten, Oberrabbiner Webe r, um nähere Mit-' Teilungen über diese Fragen und über deren bisherige Ent;־' wicklung. Präses Oberrabbiner Weber erklärt, dass er im1 Interesse der Sache verlangen müsse, seine detaillierten Mit- Teilungen als vertraulich zu betrachten. Die Versammlung nimmt dies zustimmend zur Kenntnis. Es wird sodann bei sehr reger Beteiligung fast aller 'Anwesenden an der Debatte das Problem deb :.Schiedsgerichtsinsti'tution!behandelt. Unten Anführung der seit der Sanktionierung der geltenden Statuten in der Praxis zutage getretenen Mängel und deä Schäden, die dadurch dem jüdischen Gemeindeleben er-l wachsen sind, schlägt Oberrabbiner Weber vor, dadurch, Abhilfe zu schaffen, dass die Organisationsstatuten in dem!' Sinne ergänzt werden, dass die Kompetenzen des Rabbinerkomitees und der Landeskanzlei bis zu einem Masse erweitert werden, das eine Sabotage dieser wichtigen ■Einrichtung durch die streitenden Parteien in Zukunft unmöglich machen soll. In der Diskussion dieses Vorschlags״ an der die Oberrabbiner von Vrbove, Topolcsany, Kirche drauf, Sarluhy, Nitra, Zborov, Bardiov, Bratislava, Brezovica, Modor, Piestany, Helmec, Sered, Hlohovec u. a. wiederholt das Wort ergreifen, gelangen alle koinplizierten halachischen Schwierigkeiten der konfessionellen Gerichtsbarkeit zur Besprechung, bis ein Modus gefunden wird, durch den die erstrebte Verkürzung des Verfahrens, und die zwangsweise Einsetzung eines Schiedsgerichtes be( Streitfragen in den orthodoxen Gemeinden im Einklänge mit den Vorschriften des Schulchan Aruch ermöglicht werden soll. Im Zusammenhang damit wird eine zweite nicht minder •schwerwiegende Angelegenheit besprochen, nämlich die Frage der Erweiterung der konfessionellenGe-! richtsbarkeit gegen Funktionäre und Würdenträger der orthodoxen Gemeinden wegen Vergehen, für die im Statut ein Forum nicht vorgesehen ist und die bei anderen Konfessionen und Organisationen in das Gebiet des Disziplinarverfahrens .gehören. Die Ergänzung der Statuten nach dieser Richtung hin wird über Wunsch der Regierung in Vorschlag gebracht. Nachdem auch diese Frage nach allen Eventualitäten erörtert wird und Sekretär Schwarz die gewünschten Informationen.erteilt, gelangt eine Formel zur Annahme, die allen geäusserten Wünschen gerecht wird. Die Beamten.versiche rungsfrage und der Jetzt Ist die Zelt für Dampf- und Meissluftbäder! (70 und Dü Celsius Grad.)' Uneruhehrlich für Gesunde u. kranke. Tür Schönheit u Frische! Modivnsto Einrir.htuns! Be>tc Almiagurunoskur! Badeanstalt Grössling 10. Dienstag u. 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Zum Schlüsse bringt der Vorsitzende Oberrabbiner, Schreiber die Notwendigkeit von Massnahmen zur Verbesserung der religiös-sittlichen Lebensf ii h r u n g der Frauen in Kleidung und Benehmen! zur Sprache und ein Beschluss wird angenommen, wonach es allen Rabbinern zur Pflicht gemacht wird, in ihrem Wirkungskreise dieser Frage die grösste Beachtung zu schenken. Rabbiner Aron K.atz (Nitra) schlägt die erneute Prüfung der Kaschrutverhältnisse in bestimmten grösseren Unternehmungen zur Erzeugung von Lebensmittein vor. Sein Vorschlag wird der Landeskanzlei zur Durchführung überwiesen. Oberrabbiner Schreiber (Bratislava) lenkt die Aufmerksamkeit der versammelten Rabbiner auf die Notläge der Jeschiwos und verlangt schleunige Massnahmen zur Herbeiführung einer erspriesslichen Hilfe eventuell' durch den Keren Hathora. In später Abendstunde wird die Versammlung vom Vorsitzenden Oberrabbiner S c h r e i b e r mit aneifernden Worten zur weiteren fruchtbaren Tätigkeit geschlossen. 2. Die Repräsentantenversammlung, Die ausserordentliche Versammlung der Landesrepräsentanz und der Gemeindevertreter begann am 1. Adar׳־ bei starker Beteiligung der rabbinischen und Laienmitglieder gegen 10 Uhr vormittags. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung durch Sekretär Schwarz, eröffnet Präses Oberrabbiner Weber die Tagung mit einem warmen Nachruf auf Oberrabbiner R. Samuel Lewi Weinberger זצ״ל in Dunajska Streda, von dessen Hinscheiden die Nachricht gerade angelangt war und; widmet den grossen Verdiensten des Verblichenen tiefempfundene Worte treuen Angedenkens. Ferner gedenk(1 er des vor einigen Wochen verschiedenen Vorstandsmitgliedes der Pressburger Gemeinde, Herrn Josef KaltJ mann זצ״ל und verleiht dem allgemeinen Schmerze über den Verlust dieses edlen und mustergültigen Juden beredten Ausdruck. Die Versammlung ehrt das Andenken; der Verstorbenen durch Aufstehen und beauftragt die Landeskanzlei, den Hinterbliebenen das Beileid der orthodoxen Landesorganisation zum Ausdruck zu bringen. Hierauf verliest Präses Oberrabbiner Webe r seinen' in der vorigen Nummer der ״Jüdischen Presse“ voll-l inhaltlich veröffentlichten B e,r i c h t, der grossen Beifall findet. < כשר של פסח i&iäSK von allerfeinster Qualität und billig, weil boreestellt aus Rohmaterialien, 'die aus dem eigenen landwirtschaftlichen Betriebe der Firma hervorgehen. Nicht die Reklame, sondern die vorzügliche Qualität der Ware ist maßgebend. Ein Versuch genügt, um sich von der uniiberireff'lichen Qualität unseres Fabrikates zu überzeugen. Achten Sie auf unsere Schutzmarke; KAFFEESACK• Herge8telh כשר של פסח unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Josef Aböles, Oberrabbiner der orth. i-r. Kultusgemeindo in Velk6 Sarluny (Nagy Sal 6). נעשה תחת השגחת הרב הגאון מיהר׳ ר יוסף אבעלעס אב״ד בק״ק וועלקע שארלוה׳ יע״א. כשר בלי שום חשש ופקפיק כלל אפילו למהדרין מן המהדרין. 111 ai|en einschlägigen Geschähen eihälijich. EDUARD FttANKL, UELK£ S8ÄIROVCS; bei Velka Sarluhy (Slovensko/. - Ueber Antrag Obertabhi ers Reich (Vrbove) wird die Angelegenheit der P e!1 s i o n s v e r s i c h e r 1111 g d c 1' Kult nsbea mten an die erste Stelle der Tagesord■/ nung gesetzt. Herr Herrn. Steiner (Nitra) unterzieh־/ das Elaborat, das den Gemeinden über die Pensionsfrage zugegangen ist, einer eingehenden und sachlichen Kritik und beantragt, entgegen dem Vorschläge der Landes-' kanzlci, die Pensionsversicherung nicht im Wege eines’ Uebereinkommcns mit einer Versicherungsgesellschaft, sondem durch Gründung eines Versicherungsinstituts im eigeneu Wirkungskreise der Gemeinden durchzuführen. Er bemängelt die Vorverhandlungen der Landeskanzlei mit der ״Domov“ und wünscht, dass jetzt ■auch von anderen Gesellschaften Vorschläge eingeholt werden sollen. Vizepräses Oberrabbiner Hirschler berichtigt den Vorredner dahin, dass alle in Betracht kommenden Ge- Seilschaften gleichzeitig und gleichennassen zur Einreichung von Offerten aufgefordert wurden. Bis zur Einberufung der Versammlung hat jedoch bloss die ״Doinov“ Vorschläge gemacht. Erst unmittelbar vor Eröffnung der Versammlung sind neue, zum Teil allerdings scheinbar bedeutend günstigere, Offerte eingelaufen, die jedoch noch einer Nachprüfung bedürfen. Wenn diese sich als ernst erweisen sollten, so sei das Präsidium entschieden für Annahme der günstigeren Vorschläge. Präses Oberrabbiner Weber schliesst sich diesen Ausführungen an, bittet, das Referat Dr. Rotters über dert Gang der Vorverhandlungen anzuhören und betont, dass die Versammlung nach jeder Richtung hin volle Entschlicssungsfreiheit hat; er macht aber darauf aufmerksam, dass die Entscheidung im Interesse der finanziell schwächeren, kleineren Gemeinden einheitlich und generell getroffen werden sollte. In einer teilweise sehr erregten Debatte, die den ganzen Vormittag und einen Teil des Nachmittags in Anspruch nahm, werden manche Unklarheiten beseitigt und die Interessen der grossen und kleinen Gemeinden miteinander in Einklang gebracht. Die Schwierigkeit spitzt sich dahin zu, dass es den kleinen Gemeinden selbst unter den grössten Opfern nicht möglich ist, den strengen Anforderungen des Pensionsgesetzes nach der allgemeinen Schablone zu entsprechen. Es wird festgestellt, dass die Kanzlei und die zur Erörterung dieser Frage im Frühjahr gewählte Sonderkommission alle jetzt vorgebrachten Argumente bereits in den Vorbesprechungen in Betracht gezogen haben. Es sprachen zu diesem Punkte die Herren Präses Preisz (Presov), Oberrabbiner Reich (Vrbove), I. Adler (Nitra),!Oberrabbiner Spitzer (Kirchdrauf), Doktor Görög (Humenne), Dr. Rotter (Bratislava), Salom. Weisz (Pezinok), M. Weber (Stupava), Ponger, (Piestany), Wiesenberg (Kosice), Willner (Plavnica), Dani Rosenbaum (Bratislava) u. a. m.» wobei die Vertreter der Grossgemeinden erklärten, dass diese,sich, bei einem einheitlichen Vorgehen״ im Interesse der Kleingemeinden den zu fassenden Be- Schlüssen unterwerfen würden. Auf Antrag des Herrn Dani Rosenbaum wird sodann einstimmig beschlossen, die Frage der Pensionsversicherung einheitlich für alle orthodoxen Gemeind e n auf Grundlage der vorliegenden Pläne zu lösen und eine Kommission zu wählen, die plein pouvoir erhält, im Einvernehmen mit der Landeskanzlei binnen vier Wochen für alle Gemeinden bindende Be- Schlüsse zu fassen und Abmachungen zu treffen. , Bezüglich des vorhandenen Pensionsfonds wird beschlossen, ihn bei der Regelung der Pensionsversicherungsfrage den kleinen Gemeinden zugute kommen zu lassen. ■ ׳ In die Kommission wurden folgende Herren gewählt: Dani Rosenbaum und Isidor Pappenheim (Bratislava), Bern. Kalisch (Galanta), Salomon Weisz (Pesinok), Markus Weber (Stupava), Herrn. Steiner (Nitra), Isr. Abeies' (Trnava), Preisz (Presov), Ludwig Wiesenberg (Kosice)״ Nathan Steiner (Samoryn) und Sam. Eichner־ (Sp. Podhradie. Hierauf schritt man zur Behandlung der S c h i e d sgerichtsfrage und der anderen auf eine A e n d er u n g, beziehungsweise Ergänzung der Landes- Statuten hinauslaufenden Vorschläge des Präsidiums. Nachdem die Herren Oberrabbiner Schreiber (Bratislava), S p i t z e r (Kirchdrauf), Halberstam (Bardiov), Hirschler (Modra) und die Herren Adler (Nitra), Halle (Trnava) u. a. hiezu das Wort ergriffen hatten,, wird eine Kommission gewählt, die der Versammlung Vor- Schläge machen soll. Die Kommission besteht aus den Herren Oberrabbinern Braun (Brezovica), Vorsitzender Ungar (Trnava), Spitzer (Kirchdrauf), Halberstam (Bardiov), Aron Katz (Nitra) und den Herren Gaspar Bineth (Nove Zamky), Jakob Adler (Nitra), S. Katz (Senec) und B. Kalisch (Galanta). Während diese Kommission sich zur Beratung zurückzieht, ergreifen die Herren Fürst (Bratislava) und Wiesenberg (Kosice) das Wort, um auf die grossen Gefahren hinzuweisen, die den wirtschaftlichen und den religiösen Interessen der Juden aus den Bestrebungen zur Einführung der allgemeinen Sonntagsruhe zu erwachsen drohen. Präses Oberrabbiner Weber berichtet sodann über den Stand dieser Angelegenheit utid über die Schritte, die getan würden und unausgesetzt unternommen werden, um die Härten des Gesetzes mögliehst zu mildern. ■'• •׳ Inzwischen ist die Statutenkohimission mit 607951

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