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Jüdische Presse · 1925-02-06 · 6 (6.2.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
6 (6.2.1925)
Date
1925-02-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 6 JÜDISCHE PRESSE. Seite 35 NACHRICHTEN. friwr Chronik der Woche. Der frühere italienische Ministerpräsident Luigi Luzzato äusserte sich jüngst einem Journalisten gegenüber: ״Ich bin als Jude;geboren und werde auch als Jude zu meinem Q-tte zurückkehren. Ich bin stolz auf mein Judentum.“ — Die Organisation der orthod 0 x e n jüdischen Gemeinden in S. H. S. wurde am 16. Jänner vom Kultusminister Trifunovitsch empfangen. Die Deputation wurde dem Minister vom Landesrabbiner Dr. Alkallay vorgestellt. Der Kultusminister betonte in׳ seiner Antwort, dass er die-Gesetzestreuen in jeder Konfession hochachte, selbstverständlich gelte dies auch für das Judentum, welches der Minister י und die Gesamtregierung als vollberechtigte religiöse Gemeinschaft bctrachte. Oberrabbiner Moses Deutsch, der Präsident des orthodoxen Verbandes, dankte dann in längerer Rede dem Minister für seine Unterstützung und das wohlwollende Entgegenkommen der Gesamtregierung gegenüber den Bestrebungen der Orthodoxie. — In Triest wurde am 25. Jänner das neue Spital der israelitischen Kultusgemeinde eingeweiht. Die Gesamtkosten belaufen sich auf zirka 564.000 Lire. — Der Finanzminister der ägyptischen Regierung, Josef Cattaui-Pascha, wurde am 26. Jänner zum Präsidenten der jüdischen Gemeinde Kairo gewählt. —׳ Der frühere Oberrabbiner der Türkei, Rabbi Chaim Nahurrt Effendi, wurde zum Oberrabbiner Aegyptens gewählt. — Der Rabbiner der Stadt Storozynec in der Bukowina, Rabbi Simclie Ginsberg, ist im Alter von 84 Jahren verschieden. Rabbi Ginsberg wirkte 63 Jahre als Rabbiner der (Gemeinde} Storozynec. — Aus sicherer Quelle erfährt die ״Jüdische Stimme“, dass das litauische Innenministerium den Text eines Treueides auf die Verfassung und Gesetze hergestellt hat, den die Rabbiner in Litauen in naher Zukunft ablegen werden müssen. — Letzten Freitagabend wurde in Riga auf die dortige Hauptsynagoge ein Bombenanschlag verübt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Auch der Sachschaden ist gering. Die Täter konnten bisher nicht} ermittelt werden. — Die neue palästinensische Währungseinheit, die einem englischen Pfund im Werte gleich ist, wird den Namen ״Dinar“ führen. — Die ״Vossische Zeitung“' teilt mit, dass die bayrischen Kurorte auf ein kritisches Jahr zurückblicken. Jüdische Sommergäste, die sonst nach Bayern zu kommen pflegten, haben es vorgezogen, ein Land zu meiden, in dem die Hitlerei gross werden konnte^ und in dem sie befürchten mussten, sich antisemitischen Anrempelungen auszusetzen. — Das amerikanische oberste Gericht hat dieser Tage eine Ent- Scheidung getroffen, dass die im Staate New York vonf den jüdischen Gemeinden, eingeführte Kaschruthordriung vor den amerikanischen Gerichten als öffentliches Gesetz gilt. .— Der Oberrabbiner im Haag, Van Loen, 1 ist im 78. Lebensjahr gestorben. —. Die alte Doppelgemeinde Pinsk-Karlin in Russland hat Rabbi Aron Walkin, bisher Amschislaw, zum geistigen Oberhaupt; gewählt. Rabbi Walkin hat sich durch seine Halachischen Werke zu Talmud und Dezisoren den Namen eines Gelehrten erworben und ist auch als erfolgreicher Redner und Mann der Tat gut bekannt. Einladung der ״Agudas Jisroel“ zur Völkerbund« iagung. Wien. (A. J. P. B.) Am 16. Februar findet in Genf die Völkerbundberatung über die geplante Kalenderreform statt, zu welcher der Rabbinische Rat der Weltorganisation ״Agudas Jisroel“ eingeladen wurde, um über die Details des von ihr ausgearbeiteten Entwurfes zu referieren. Der Geschäftsführende Ausschuss der - ״Agudas Jisroel“ beschloss Herrn Rabbiner Dr. Pinchas Kohn mit der Delegierung zu betrauen. Neuerlicher Ankauf von 10.000 Dunam durch die Aguda. Frankfurt a. M. (A. J. P. B.) Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in Frankfurt a. M. steht in Verhandlung wegen Ankauf von 10.000 Dunatn Boden in Erez Jisroel. Der Kauf dürfte in den nächsten Tagen zum Abschlüsse gebracht werden. Die näheren Bedingungen für den weiteren Verkauf werden alsbald bekanntgegeben. Eine Heimstättenbaugesellschaft der Aguda. Frankfurt a. M. (A. J. P. B.) Die Welt-Palästina- Zentrale der Aguda in Frankfurt a. M. teilt mit, dass soeben eine Heimstättenbaugesellschaft für den Bau Von Häusern aus Holz und aus Stein und anderem Material auf geschäftlicher Grundlage geg r ü n d e t wurde. Die Gesellschaft errichtet Bureaus zunächst in Frankfurt a. M״ Wien, Warschau. Die Aguda in Erez Jisroel. Jer usalem. (A. J. P. B.) Unter starker Beteiligung der hiesigen Agudas jisroel fanden Neuwahlen für den Vorstand und die; einzelnen Kommissionen der Ortsgruppe statt. In den;Vorstand wurden gewählt die Herren: Rabb. Epstein, M, Deutsch, M. Blau, Jakob Herling, R. S. Jungreis, A. Porusch, R. Katzenellenbogen, Dr. Wallach, J. L. Chagis. Demonstrationen gegen die zionistischen Palästina-Aemter. Wien. (A. J. P. B.) Während des; Morgeng-ttesdienstes am Samstag, den 6. Schwat erschienen in der Hauptsynagoge der Wiener Ortho-;:doxie — bekannt unter dem Namen Schiffschul ־— eine Anzahl von Aülim, um die Judenheit zum Proteste gegen die Praxis der zionistischen Palästina- ׳;Aehiter.. aufzurufen, der es zuzuschreiben ist, dass Tausende gesetzestreuer, arbeitstüchtiger Palästina- Wanderer keine Einreiseerlaubnis erhielten. Wiewohl die Palästina-Aemter laut englischem Aufträge unparteiisch die Qualifikation zu beurteilen hätten, erteilten sie den Aulim wegen ihrer religiösen Lebensanschauung keine Visa, während im Gegensätze dazu alle atheistischen Chaluzim einreisen könnten, Wenn sie auch, wie diese, unbemittelt seien. Dieser Ausbruch ärgster Verzweiflung hat tiefe Wirkung hervorgerufen, zumal da es zu einer direkten Störung des G-ttesdienstes kam. Im Interesse der Bethausordnung bemühten sich die diensthabenden Funktionäre um sofortige, gewaltsame Unterbindung dieser Demonstration. Propagandatournee Dr. Pollaks. Wien. (A. J. P. B.) Rabbiner Dr. Pollak bereiste im Aufträge der Weltzentrale der Aguda Kolornea, Stryi, Sambor, Lemberg, Zloczow, Przemysl. Es wurden überall grosse Volksversammlungen abgchatten. Das glänzende Rednertalent Dr. Pollaks erntete allseits grossten Beifall, der sich, von den persönlichen Ehrungen abgesehen, in erster Reihe in .Beschlüssen an praktischer Arbeit, für Organisation, Keren Hathora, Erez Jisroel, Beth Jakob-Schulen usw. manifestierte. Dr. Pollak ist am 3. Schwat zwecks dringender Besprechung zurückgekehrt und wird demnächst eine zweite grössere Propagandareise nach Polen unternehmen. Sämtliche Rabbiner Neurumäniens für den Keren Hathora. Bistrita. (A. J. P. B.) Der Konferenz der neurumänischen orthodoxen Landesrepräsentanz wohnten unter änderen die ehrwürdigen Rabbiner von Dees, Margita, Marosvasarhely, Sziget, Szatmar, Szilagy-Somlo, Torda usw. bei. Es wurde einstimmig intensive Arbeit für den Keren Hathora beschlossen. Königlicher Rat Adolf Hirsch und Grossindustrieller Benjamin Zitton haben ihre energischeste Unterstützung sämtlicher ' Keren Hathora-Aktionen zugesagt. Wichtige Konferenz polnischer Aguda-Führer mit dem Lodzer Wojwoden. Lodz. (A. J. P. B.) Senator Mendelsohn und Sejmdeputierter Minsb e r g —. beide bekannte Aguda-Führer — konferierten mit dem neuen Lodzer Wojwoden durch nahezu zwei Stunden, wobei dieser besonderes Entgegenkommen für die Interessen der Orthodoxie bekundete. Palästina-Wanderung polnischer Agudisten. Warschau. (A. J. P. B.) Im Laufe dieser Woche haben 150 agudistische Familien Warschau verlassen, um nach Erez Jisroel zu übersiedeln. Der bekannte Aguda-Führer Wojdislawski liquidiert seine Lodzer Textilfabrik “und‘״hat ' bereits einen Teil der Maschinen nach Erez Jisroel zum Versand gebracht. Er selbst befindet sich mit seiner Familie bereits auf der Reise, um sich in Tel-Awiw dauernd niederzulassen. Desgleich reist der Bruder des Gerer Reb- - ben, Rabbi Nechemia, dieser Tage zu ständigem Aufenthalt nach dem heiligen Lande. Die Landeskonferenz der ostgalizischen Agudas jisroel am 15. Schwat. Sambor. (A. J. P. B.) Sejmdeputierter Oberrabbiner Lewin aus Sambor hat für den 14.. Schwat die Landeskonferenz der ostgalizisehen Aguda nach Lemberg einberufen. Die Weltzentrale delegiert aus Wien Herrn Direktor Doktor D e u t s.c h 1 ä n d e r zur Berichterstattung über die inneren Aguda-Angelegenheiten. Die Konferenz wird sich ferner mit Erez-Jisroel-Fragen beschäftigen, die in Ostgalizien durch die Arbeit der Erez Jisroel-Zentralen in Kolornea nach dringender Ent- Scheidung verlangen. Einen breiten Raum wird ferner das Problem des weiteren Ausbaues der Beth Jakob- Schulen einnehmen, die in Ostgalizien eine glänzende Entwicklung nehmen. . Zur Wiener Unterredung Dr. Weizmann—Dr. Kohn. (A. J. P. B.) Herr Dr. Robert Weisa, Wileai, der!die Unterredung zwischen Herrn Dr. Weizmann!und Herrn Dr. Kohn angeregt!hat, ׳teilt •!uns' mit: ״Ueher die Wiener Besprechungen ׳zwischen Herrn Dr. ׳Weizmann und Herrn Dr. Kohn sind sowohl in der zionistischen wie in ■!der Im Zentrum von Abbazia ist eine kleinere, vollständig ־ ingeuchtete, koschere, gut gehaltene Pension preiswert zu verkaufen. Pachtvertrag noch drei Jahr«. Riemer Pachtzins. Besoiders empfehlenswert lür einen Orthodoxen. Näheres Pension Lamra, Abbazia* Wo man den whklicii naturgetreuen SCHEITEL? Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararheiten für orthodoxe Frauen, Franz B a 11 a, ist es nach Jahrzehntelangen Bemühungen endlich gelungen Scheitel tierzustellen, die dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nachgeahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier deB Herrn Balla wird sich jede orth, Braut leichten und freudigen Herzens entschlossen, das eigene Haar abschneiden zu lassen und einen Scheitel zu tragen. 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IKohin äusserte täiuf ■unserie Anfrage ®eine phiimziiipiielilie )BereitWüligkeli't, ׳mit Herrn Dr. ׳Wetemann. eventuell zusammetmtkommen. :Wir ׳brachten dies izuir iKenntmiiis!de® Herrn •Dr. Wieizmann, wobei wir dem tatsächlichen 1Sachverhalt entsprechend ■betont haben, 1diäs׳s d,;ie Anregung ׳von uns als Privat- Personen lausgehe, was sowohl Herr Dr. Wetemann iMs auch Herr Dr. ׳Koh׳n mir Kenntnis genommen haben. ׳Dfte Unterredung ׳selbst nahm!einen ׳überraschend frfiedlüebenden Verlauf :und!es!i׳st sehr bedauerilich, ׳dass die gegenselige Presse im HiinibiMck auf das uns allen gemeinsame wirtschaftliche Ere'z Jiilsrael-Werk nicht dieselbe Emsücht besitzt •wie idlie iheiderseitiiigen führenden Persönlichkeiten, die bei׳ stir!engstier Wahrung ■dies eigenen •prinizüpiileliiCn Standpunktes niemals an ihre Verantwortlichkeit vor (der jüdischen ׳Geschichte unserer Tage vergessen ־ haben.“ Generalversammlung der Frauenhilfe der Adass Jisroel. Dienstag, den 3. Februar 1925, fand im grossen Saale der Agudas Jisroel-Jugendgruppe die Generalve'r- Sammlung der Frauenhilfe der Adass Jisroel statt. Die Präsidentin der äusserst rührigen Vereines, der sich in der! Reihe der Wiener humanitären jüdischen Institutionen eined Ehrenplatz erobert hat, Frau Oberrabbiner Fürst, hegrüsste in einleitenden Worten die zahlreich erschienenen Damen und erteilte Herrn Oskar Neurath das Wort, der in einem geistvoll gehaltenen Referate die Stellung der jüdischen Frau zu den sozialen Problemen der Gegenwart und der geistigen Arbeit in treffender Weise charak* terisierte. Wir bringen das Referat an änderet! Stelle. Hierauf erstattete die Schriftführerin desi Vereines, Frau Henny Schreiber, den Tätigkeitsberichtj Der Bericht entrollte in recht eindringlicher Weise ein Bild des grenzenlosen Elends, das die ärmeren jüdischen Schich* ten ergriffen habe, und dem der Verein nach Massgabe seiner Kräfte zu steuern bestrebt sei. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wurde der alte!Vorstand, dem für seih selbstloses Wirken der herzlichste Dank ausgesprochen wurde, per Akklamation wiedergewählt. Ausserdem wurde mit Frau Schek an der Spitze ein Arbeitsausschuss ge* bildet, der sich die Propagierung der Vereinsziele sowie die Vertiefung der Arbeit im Sinne des vom Herrn Neurath erstatteten Referates zur Aufgabe gemacht hat. Emanuel Koppel s. 1. Eben endet Schlauschim nach dem Mitbegründer der TalmudVThora-Schule im IX. Bezirke und dem bekannt frommen Jehudi Emanuel Koppel s. I., der nach längerer Krankheit im Alter von 41 Jahren verschied. Er hinterlässt eine Frau mit drei Kindern, der sich die allgemeine Teilnahme zuwendet. Berichtigung. In unserem vorwöchentlichen ״Brief aus Ungarn“ soll es nach חרב חג״ מרח שמואל wie folgt lauten: ״R e i n i t z, Rabbiner der ספרדים -Gemeinschaft.“ Fer• 11er sind in demselben Brief;aus der Schlusszeile die drei Worte חרסים״ p אלעזר" weggeblieben, denn das betreffende Zitat lautet richtig folgendennassen: "רבי אל עזר בן חרסים מחייב את העשירים" Berichtigung. Herr Moses Rosenberger ersucht uns, festzustellen ,dass er bei der Einfuhrungsfeier für den neuen Rabbiner in Wiener Neustadt keine Ansprache. gehalten, und an der Feierlichkeit nur als gewöhnliche!) Zuhörer teilgenommen hat.

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