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Jüdische Presse · 1925-01-02 · 1 (2.1.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
1 (2.1.1925)
Date
1925-01-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1 Seile 3 JÜDISCHE PRESSE 001 Vom Tage,. | ©0© Die Lehren einer politischen Niederlage. Die jüngste Tagung des Völkerbmdrates ,in Ronj brachte für die Politiker ,der Zioilisten-Orgamisati0n eine empfindliche Niederlage. Einige Wochen vor ׳der Tagung wurden in der •zionistisclien Presse Nacliridrten lanciert, die geeignet waren, übertriebene ׳HÖffnungen zu wecken. Ankündigungen, wie die Mandatskommission ist mit dem Bericht Sir Herbert Samuels sehr zufrieden, idle Mandatskommissäon ist von •Weiitzmanns Bericht geriadezm entzückt, Dr• Weitzmann wird ■als Präsident der Jewisb ׳Agency vor dem Rat erscheinen und die jüdische ■Sache vertreten 1!sw. Plötzlich wurde v<erlautbart, dass weder Weitzmann noch Sokolow *vor dem VöTkerbtindrat ׳in Rom erscheinen können und!nachher kam!der ominöse Bericht der •ständigen Völkerbunidikormniiss'ion, der *einen!fast an Feindschaft grenzenden Standpunkt gegen die jüdische Sache (in Erez Jisroel cimiinunt. Der englische Aussen minister Chain- .beliebt hat 1'in seiner mündlichen Stell'ungnalnine zu diesem Belicht wold so!manches abgoschwächt, ,aber an der Grundtatsach׳e, dass!die ständige Vö'ikerburdkommiiss'ion die Vorgänge in Palästina ganz .anders beurteilt, als man von zionistischen *Pobtikern •zu hören pflegt, konnte er nichts ändern• Die zionistische politische Presse ist heute wohl stark genug, diesen Misserfolg •einizugesteilen., aber noch!immer schwach, *um die griuirdsätzlii'che lUntdugilitchkelit der zionistischen, auf das ׳NatxonalitäteriprinzJip eingestellten Politik eta tischen. Sie will!den jüdischen 'Massen!noch immer glaubhaft machen, dass 'das jeweilige Versagen dieser zionistischen Politik auf mangelhafte!und schlechte lnformatiion der politischen Machtfaktoren :zuriickizuifübren so! und ■diskutiert ernstlich die Notwendigkeit, aus den Eingängen. des .Keren Hajessod >un*dl des Jüdischen Nationalfonds lO Prozent fiir diiie Organisation abzugeben, ׳mm ihre politische Arbeit ■zu vergrössorn. Wer die!Schicksale des jüdischen Volkes in den *europäischen Staaten mit Aufmerksämkeit verfolgt und zu ׳erkennen vermag, wie weit die nationalistische Politik der!zionistischen Organisation nuitschu'ldiig ■an!dem tragischen iLos unserer ©rüder ist, der wird sich der Tatsache nicht verscliliessen können, dass ■liier nicht von sporadischen Missgriffen unid von mangelhaftet Information!dJie Riede sein ■kann', sondern von!einem gnundsätzüch' falschen politischen System. Die ilandläitfige zionistische!Ideologie!wödcrspiogelt die *europäischen Anschaaifimgen 'des!zwanzigsten Jahrhunderts und '11׳at ■wenig mit׳ ־urwüchsigem Judentum!zu schaffen. Die ׳landläufige zionistische Politik ist den Systemen der, Irn Zeichen des Nation ab täte mp rinziips politisierenden europäischen Völker angepasst t|hd kann Iden Bedürfnissen des jüdischen Volkes; nicht .gerecht werden'.׳ Die a religiöse ■!zionistische' Organl- י sation kann somit!keine taugliche Politik fiir das :auf ewigen religiösen Grundsätzen ׳aufgebaute jüdische Volk machen. Will־ sind der Ansicht, und diese Ansicht haben wir seit J*ahr!und Tag vertreten, dass diese zionistische Politik grundsätzlich falsch ist. Dass!die Erfolge •der englischen Politik zuweilen auf das Babenkonto :der ׳zionistif- PELZWAREN eigener Erzeugung solidester Ausführung. Uebernahme aller Art Reparaturen und Umarbeitungen. Pelzhaus Teitler שבת geschlossen sehen Politik gesetzt wurden, konnte uns niemals täuschen. Die Sollseite der zionistischen Politik ist vom Standpunkte der traditionellen jüdisclten Anschauung so schwer belastet, dass wur ■immer befürchten müssen, dass efn Zusamtneirbfuch der ziortisWischen Politik sowohl für die gesamte Erez Jisroel-!Arbeit!als auch :fiir das Schicksal!des jüdischen Volkes überhaupt, von schwersten Folgen sein könnte. Leider nur in diesem Zusammenhang kann von unserem Standpunkte aus die zionistische Politik als ehre jüdische bezeichnet werden. NACHRICHTEU Verbandstagung der burgenländischen autonomen orthodoxen israelitischen Kultusgemeinden. Donnersta'g, den 21. K'islew — 18. Dezember — fand in Bisenstaidt die diesjährige Tagung der Verbandsleitung der autonomen orthodoxen israelitischen KmÜtusgemeinden des Bürgenlandes statt. A11׳ der Ta!g11ng haben der Obmann -des Vereines, Oberra'bbiner Simon Löwy, F r aue n'ki r che n, Ob in annsteU ver t re t e r Ob e r r abbiner S. Elirenfeld1, Mattersdorf, ferner Oberra'bbiner Kolm Deutsch-Kreitz und Rabbiner M. Kreisch, Eisenstadt. Bürgermeister Emi■'] Spitzer, Eisenstadt, Herr Juda Roscnbaum,!Herr Ch. :H. Rosenberg, Rainer aus Deutsch-Kreuz, Herr Gemeinderat Kerpel teilgenommen. ׳Präses Oberrabbiner Löwy eröffnet uni 10 Uhr vormittags die Versammlung und erstattet den Bericht über die Tätigkeit des Verbandes, die sich hauptsächlich auf die Verteidigung!der Rechte der Rabbiner und ׳Gemeindefunktionäre im wirtschaftlichen Existenzkampf erstreckt. Mit den Regierun'gsstellen ist ׳die Veiiband'sleitung in ständigem Kontakt und1 besonders bei Regelung der verschiedenen Schulifragen zeitigte die gemeinsame Arbeit woh'jtätige ׳Folgen. Nachdem noch der Vorsitzende •über die Finanzgebarung urtd über!die materielle Situation der Verbandsleituuig Rechenschaft ablegte, ersuchte er •von׳ seiner Wiederwahl Abstand za nehmen, da er sich unter keinen Umständen den überaus .schwierigen Arbeiten, als Obmann des Verbandes, widmen kann. Da Oberräbbiner ׳Löwy nicht nmizustmimen war, nahm die Versammlung seine Demission zur Kenntnis*. Die ■grossen Verdienste von Oberrabbiner Löwy während der zwei Jahre seiner Amtstätigkeit und der innige Dank der Verbands!eifung fiir *seine hingebungsvolle Bereitschaft,!den Verband in den ersten schweren Gründnngsjahren zu leiten, wurde ׳protokollarisch Testgele'gt, hierauf wurde Oberrabbiner Löwy als E h •r e 11׳ p r ä s e!s des Verbandes gewählt. Nachdem die Versammlung Herrn Rabbiner ■Or. Joef Pollak für seine erfolgreiche Mitarbeit ׳-.hei der ׳Schafifung und , Ausgestaltung des Verbandes den Dank ausgesprechen hat, wurde Oberrabbiner S. Ehrenfeid, Mattersdonf als ׳Präses!des Verbandes und Oberrabbiner Kahn Deutsch, ■Kreuz, *als Obmann der Rabbinerkomhiiission ׳gewählt, der ausserdem hoch Oberrab- ■biner Löwy, Frauenkirchen und Oberrabbiner!Kraiisz, Laokenibaoh, ■augehören. Als ׳zweiter Punkt de!r Tagesordnnn'g wurden die Aufnahmsges uoh e jener!bürgenländischen jüdischen!Gemeinden behandelt, die früher nicht auf orthodoxer Basis!standen. Nach längerer Debatte wurde!im Prinzip diesen Gesuchen sfcattge-, geben und Verbandspräses Oberrabbiner ׳Elirenfeld beauftragt, die betreffenden ,Gemeinden anfzusuchen, . um an Ort und Stelle ■die Sachlage und die Bediingtmgen der Aufnahme zu ׳prüfen.. Nachdem noch einige aktuelle Angelegenheiten, besonders •die Versorgung der burgenländisch jüdischen Gemeinden mit Pessadtmehl, erledigt waren,!wurde die Versammlung in den Abendstunden geschlossen. Wien (A. J. P. B.) Besuch des Verbandspräses Oberrabbiner S. Ehrenleid im Süd-Burgenlande. 111 Ausführung des Beschlusses der jüngsten Verbandstagung der aut. orth. israel. Kultusgemeinden hat der neue Verbandspräses Oberrabbiner Ehrenfeld, Mattersdorf, es als seine erste Aufgabe betrachtet, jene Gemeinden im Siid-Burgenlande, die bereits bei der Verbandsgründung ihren Anschluss an den orthodoxen Landesverband angemeldet haben, aufzusuchen. Der erste Besuch galt der altberühmten Rechnitzer Kultusgemeindc. In Begleiiitng von Rabbiner Dr. Joel Pollak und Gemeinderat Kerpel, Mattersdorf, traf Oberrabbiner Elirenfeld Sonntag nachmittags in Rechnitz ein. Am Bahnhof wurden die Gäste von einer grösseren Delegation des Gemeindevor- Standes erwartet und von Herrn Kassier Dr. Graner begrösst. Der erste Besuch galt dem F'ricdhofe, wo berühmte Gaonitn bestattet sind. Zum Mincha-Gcbet im grossen Gemeindesaale war die ganze Gemeinde versammelt. Nachdem Oberrabbiner Elirenfeld das Chanukahliclit angeziindet hatte, richtete er eindringliche Worte der Ermahnung an die Gemeinde. Mit prophetischem Eifer führte er den Gemeindemitgliedern die Pflichten und Aufgaben einer jiidisehen Gemeinde zu Gemiite. Vor allem müssten Gemeindeinstitutionen den Anforderungen des Schulchan Aruchs und der Tradition entsprechen, denn nur in diesem Falle kann in der Gemeinde ein frommes, thoratreues Leben ermöglicht werden. Nach Oberrabbiner Elirenfeld ergriff Herr Rabbiner Dr. J. Pollak das Wort und zeigte den niederschmetternden Vergleich zwischen dem heutigen Rechnitz und dem Rechnitz eines Rabbi ׳Eliaizar 1Kaller (Or Chodosch); Rabbi Alexander Meiseis, Rabbi Joel Ungar und Rabbi Israel Engelsmami (Eile Isrocl). Nicht dic__grosse Zahl der Gemeindemitglieder, nicht ihr Reichtum hat Rechnitz berühmt gemacht, sondern der Wille der Mitglieder, eine jüdische Gemeinde in eindeutigem, im Schulchan Aruch festgclegten Sinne zu bilden. So lange die Rabbiner in Rechnitz eine Thora-Lehrstättc unterhielten und mit berühmten talmudisclien Werken sieh einen Namen gemacht haben, war Rechnitz gross, bekannt und geachtet. Rechnitz ohne Mikwah, ohne Talmud Thora, Rechnitz, wo kaum noch der Sabbat in seiner alten Heiligkeit gekannt wird, kann nicht als Rechtsnachfolger des alten Rechnitz gelten. Dieser Besuch, der die Vertreter des orthodoxen Gemeindebundes nun herbcigefiihrt hat, kann einen historischen Wendepunkt fiir die Gemeinden bedeuten. Wenn sie nämlich den An- Schluss an den orthodoxen Verband nicht nur in Statuten vollziehen, sondern einen Anschluss an die eigene Vergangenheit und so an die lebendige Orthodoxie anstreben. Nachdem noch Gemeiuderat Kerpel, Mattersdorf, gesprodien, ergriffen die Vorsteher der Rechnitzer Gemeinde das Wort. Sowohl Gemeindepräses Spiegel wie Vizepräscs W eis s haben in schlichten Worten erklärt, dass sie den Anschluss an die Orthodoxie in dem Bewusstsein ansfreben, dass eine jüdische Gemeinde nur auf orthodoxer Grundlage eine Zukunft haben könne. Sie wollen nacheinander alle Institutionen schaffen, die in einer orth. jüdischen -'—׳1׳־ 1׳ um 11 ■' in 1־111־!1־ r־■» in-־' FERTIGE •, 1 HERREN- , KNABEN- ן KINDERKLEIDER , Massabteilüng bis zu den feinsten englischen Stoffen. Feinste, eleganteste Ausführung / Neueste Modejournale'! liegen auf / Auf Vermeidung von שעטנין wird streng ׳ geachtet / Um geneigten Zuspruch bittet hochachtungsvoll י J. STERN, IJ., GLOCKENG. 25. Tel. 46^13! Chanukafeier. ' Chanukaabend in der Mädchengruppe. ״Tages ■Arbeit, abends Gäste, saure Wochen, frohe Feste.“ — Ich. weiss es nicht gewiss, aber es ■hat!jedodi ■viel Wahrscheinlichkeit für sich,!dass!auch!der Mädchengruppe diie;berühmten sauren ■Wochen 5!m Laufe :dies Jahres nicht erspart bleiben, aber ׳dass sie Chaiitika ein frohes Pest gefeiert hat,!das ׳kann ich Mer verbürgen, ■denn ,ich war selbst ■daher. Die schöne Feier!fand i׳m grossen Saal *des Elisaöethhebnes statt• Der ׳Saal war gesteckt voll, ja es war ein wenig ״Ueberbetlag“ vorhanden, was jedoch!die Festsünimung nacht im geringsten, störte. Helene Baumgar־ ten begrfis'ste im Namen der Mädchengru׳ppe die Gäste• •Sie •zeichnete an der Hand tder beiden •iSegensspriüche die Aufgabe, die Ohanuka am den ■jüdischen Menschen stellt. Lehadli'k, er hat •die Pflicht anz׳uzünden, zu erwärmen und zu erleuchten. Jeder hat zunächst das Licht seines Hauses anzuzünden und zu bewachen׳, dann aber auch die Mit- «Herrschen für das ■Licht der Torall ׳der ■jüdisclten Wahrheit und Treue zu gewinnen. Derjenige, der das Licht nicht selbst anrzündet, ■der sich seiner Aufgabe nicht voll bewusst ist, anerkenne und fördere wenigstens die heiligen Bestrebungen derjenigen, die *das Licht anziinden, •un׳d bestrebe sich, das Lehadlik sich zu eigen zu machen. Ohanuka feiern dürfen und sollen nur diejenigen, bei denen die Güter, die das Chaniikawunder ■erhalten, die Torali und ihre Ausiibung, jüdische Lebens- und Sittenreinheit, hoch im Werte stehen. Wird idie Torab und 1;h*r:e Gebote •nicht beachtet, so ist das Feiern sinnlos. Rednerin glaub( mit Recht annehmen zu dürfen, dass die Mädchen gruppe den Sinn des Chanukafeierns richtig versteht oder sich wenigstens be- ״uülrt, ihn richtig zu erfassen. Sie wünscht, dass man den Abend in der Gruppe recht angenehm und gemütlich veTbringen möge und gibt der Hoffnung Ausdruck, dass die׳ Feier beitragen werde, das ■Interesse an ■der Mädohengruppe zu heben. Den künstlerischen Teil des Abends bestritten die Damen Piiroska :und ׳Amny 1Göfter.11 ׳und Grete Bach, die sich der Mädchengruppe in selbstloser liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt haben. Die Schwestern Goitein, Violinkünstler,innen von Ruf, mussten unter nicht endeinvollendem Applaus sich immer wieder z!u Zugaben entsohliessen, desgleichen Frl. Grete Bach, die mit ihren Rezitationen das Publikum mitriss. Dass d!i׳e drei Künstlerinnen, die schon oft vor der grossen Oeffentl/ichkeit erschienen sind, sofort bereit waren, im Rahmen einer Dilettantena׳u f füll r,ung mitzuwirken, ist ׳ein ׳schöner Beweis dafür, dass der viel gelästerte Küustlerliochmut nicht allen Künstlern eigen ist. Frl. Mlmi Schiff trug in vornehmer Welse ein Klavierkonzert vor. Frl. Irene Br ׳au 11 und Frl. Tony Feuer stellten ein lebendes Bild ״Chaconne“, das unter den von Frl. Miimi Schiff am Klavier hervorgezauiberten Klängen ein bewegliches Bild wurde• Frl. Grete Pollach und Malvine Ne׳u mann spielten oinen sehr histigen Einakter, ein zweiter Einakter wurde von den Damen Hansi Pollak, Irene Hess, Trade Feuer und Rosa W elidier dargestellt. Inhalt und Darstellung der beiden Lustspiele lösten Lachstürme aus. Frl. Bsti Stern, in deren bewährten Händen das ganze Arrangement des so vollkommen' gelungenen Abends lag, geusselte im Gedicht ״An die Mädchengruppe“, Menschliches, Allzinnenschiliches aas der Mädchengruppe. Frau Wo׳smer sang wunderschön ein paar jüdische Lieder. L. Sch. Chanukafeier der Agudas Jisroel, Jugendgruppe, Wien, 2. Bezirk• Moze Scliabbos Chanukali fand im grossen Saale der Jugendgruppe die diesjährige Chanukafeier statt. Als erster hielt Herr Dr. Pollak die Festrede, in der er unter anderem ausfiihrte: ״Wir feiern im Chanukafeste nur einen fixen Punkt des grossen Chanukawunders, das in den Kämpfen von damals begann *und sicli in unseren ncuzcitigen Glaubenskämpfen fortsetzt. Das Chanukawunder ist ein fliessendes Wunder und wir feiern nur den Zeitpunkt, in dem Juda Makkabi die Fahnen entrollt und unter der Devise ״Mi komaucho Boelim haschem“ siegreich in den Kampf geführt hat.“ Unter dem Beifall der Anwesenden schloss ׳der Redner mit *einem Appell zur Unterstützung des ״Keren Hafchauroli“ seine ׳Rede. Als nächster sprach Siegnnind S t e r 11. Nach einigen Dankeswortcn an den Vorredner und an die Erschienenen führte Redner unter äuderem aus: ״Jüdische Fest- und Feiertage dienen nicht der Sinnenlust des Augenblicks. Sie schöpfen aus der Vergangenheit fiir die Zukunft und geben dadurch der Gegenwart Ewigkeitswert. Gerade wir jungen gesetzestreuen Juden, die wir in der Grosstadt zwischen *zwei entgegengesetzten Welten aufwachsen — der einen grossen *mächtigen Welt des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens mit seinen tausendfältigen Freuden und Fährnissen und der anderen anspruchslosen, kleinen Welt der ״Daled amaus scliel halochoh“, die der ersteren nichts entgegenzusetzen hat als ihre innere Wahrheit, und die damit verbu'ii'dene Ausgeglichenheit — wir haben es ganz besonders notwendig, aus den historischen Geschehnissen der Vergangenheit die Linie zu suchen, die in unser Leben führt, um sie zur Richtlinie unseres Lebens zu machen.“ 111 schwungvoller Rede führte der Redner daun weiter aus, dass der Hellenismus im Judentum, der mit der jüdischen Staatsidee des riieokratismus der Idee der absoluten G-ttesherrschaft im Widerspruch stellt, nicht früher wirksam bekämpft werden konnte, als bis er ad absurdum geführt war, bis — nechnessii jewonim lcmikdoscli — bis er seinen Einzug ins Heiligtum halten zu können vermeinte. Da erst konnte Juda Makkabi auf die Folgen des Liebäiigelns mit fremden!Kiiliiuren hinweisen ׳uikI ׳alle, die noch Gefühl haben für ׳das *wahre Jipclentum, zur siegreichen Abwehr auffordern. Mit dem!Hinweis auf den ParaUelismus mit unserer Zeit schloss Redner seine beifällig aufgenoitimenen Ausführungen. Der folgende unterhaltende Teil der Veranstaltung versetzte die Anwesenden in heitere Stirnmung, die bis zum späten Schluss der Feier anhielt. E. T. ״Heiterer Nachmittag“ im Lainzer Versorgungsheim. Bei dem ״Heiteren Nachmittag“, der für die jüdische»?

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