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Jüdische Presse · 1924-12-19 · 51-52 (19.12.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
51-52 (19.12.1924)
Date
1924-12-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sette 328 nichtcte *wett* Mat gefährde*. Die Ckanukas hooffl wir beendet: des Volk war wieder ein Volk der Lehre. des Metes und des Ackerbaues ge* worden, Und die Chanukas boom hatte gleich» zeitig de* Charakter des Landes verändert: seihst die schier tmehtnelimbare Burg gegenüber dem Tempefeerte hatte« die gläubigen, aber auch starken Judos Von den heidnischen Truppe« gesäubert, das G-ttesland gehörte dem G-ttesvolk, in allen Hütten Jisroels leuchtete die Menattroh, Überall segnete jüdisch« Arbeit, die voa G-tt dem Volke zage» sprechend Erez-Jisroel-Erde. Als die Träger des Heiligtums geweiht war•*, konnte die Herrlichkeit des Betb-bamikdosch wieder erstehen. Am selben Tage, an dem die Griechen das Heiligtum verunreinigt hatten, richteten die Katahaaim wieder das Opfer an, und das Volk, das jüdische Volk, das aus allen landesteilen zur Chanukkah nach Jeruscholojim geeilt war, es jubelte wem Verba{ des Beth-hamlkdosch seinen Dank, und der rauschende Gesang, das anmutige Klingen der Harfen, Zimbeln und Pfeifen stieg auf zu den Höhen Haschems. Das Feuer senkte sich vom Himmel und entzündete sieh in den Herzen des Volkes, brannte wieder für ewige Zeiten und die Chanukkah war beendet. Wenn wir heute, zweitausend Jahre nach diesem Wunderbaren Geschehen, wieder darangehen wollen, der Schtchina einen Wohnsitz in Erez Jisroel zu errichten, so wird uns die Geschichte dieser Tage Mahnung sein müssen, dass wir mit der Weihung des Volkes nnd des Landes zuerst zu beginnen haben: Das Volk, das gesamte Volk muss die jüdische Ueberlleferung fiir das Leben der Gemeinschaft und des Einzelnen als unlösbare Verpflichtung wieder auf sich nehmen, aber es muss auch seine Golusresignatk>n, seine duckende Schwäche verlieren. Das Land wird geweiht durch jüdische Siedlungen, in deren NUtte Baatej midroschim zur Schulung und Weiterführung der Lehre stehen, aber es muss auch von seiner Unfruchtbarkeit und Oede erlöst werden durch die frohe, wissende Arbeit jüdischer Menschen. Dr. Robert W e i s s. Hotel-Restaurant J. fiUTH, Wien. 11״ Hollandstrasse 14 (ehemalige Stefaniestrawe) 9B99BBI Anerkannt beste KQehel SSs-l1 Wo erhält man den wirklioa naturgetreuen SCHEITEL? Dem bekannten Spesialieten kdnatlichev Haararbeiten für orthodox• Frauen, Frans B a 11 a, ist e> nach Jahrzehntelangen Bemühunxen endlich geluneen Scheitel berxustellen, die dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nach• geahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des Herrn Balla wird sich jede orth. Braut leichten und Ireudipen Herzen• entsehliesaen, das eigens Ua»r abschneidsn su lass«» und einen Scheitel zu tragen. Die Damen werden f«m Bes«-he des nachstehenden Ateliers höflich*! eingstadsn! woselbst Modslle kostenlos ausprobiert werdsn. Franz Balla, Wien, IV., Gusshausstrasse 26 Telephon 68-9-1S Urlaubstage im Burgenland. Von L. Moses. (Fortsetzung und Schluss.) Kohersdorf Ist anmutig zwischen Waldbergen gelegen, die nach Westen zu, in der ״Buckligen Welt“ immer höher werden, dort, wo hoch oben die Ruine Landse-e ins Land heruntersieht, eine Eirinnerung an die feudalen Mächte, die einst Land und Leute beherrschten, bilden. Der im Walde befindliche Sauerwasserquell macht Kobersdorf zu einem gern besuchten Kurort und finden sich auch tatsächlich in diesem freundlichen Orte Wasser, Luft und Sonne von wahrhaft belebender und erquickender Wirkung. Namentäch für gesetzesireue Juden ist der Aufenthalt in dieser Kur-Kehilla, fern von allem Lärm des modernen Lebens, geradezu ideal. Aber als Kehilla hat auch Kobersdorf viel von seinem alten Nimbus eingebüsst. Der Kobersdorfer Friedhof (hier, sagt man ביח עלמא) birgt das Grab des R. Samuel Chai׳m, der hier kn Jahre 1792 s,arb, des R. David Alt, genannt Eibnitz (vielleicht von Eiwanowitz ln Mähren), der nach 43jähriger Tätigkeit hier im Jahre 1830 starb, seiner Frau, einer Tochter des berühmten Pester Dajans Rr. Mosche Kunitz, und seines Sohnes R. Elleser Wolf Alt, der nach 25jähriger Wirksamkeit Pessach 1898 starb. Und in dieser Gemeinde, in der einst der ״Erez-Jisroel Row“ R. Abraham Schag- Zwöbner (vielleicht von שאגת אריח), der i1׳ Prelsi.ad'tl geboren und aus Schattmamisdorf, von den Juden Schottelsdorf genannt, bei Pressburg nach Kobersdorf gekommen war, 23 Jahre lang wirkte, um dann, der Sehnsucht seines Herzens folgend, im JÜDISCHE PRESSE; Nr 51/52 Bericht übet <8• Tätigkeit der AgHdas Jteroot kl Quartal Slwan, ftmw, Aw. (Schluss.) E ml* r eilen. Mit Hetaeeahen dca FrfthHng» setzte ta Polen eine Emigrationsbewegung ein, die viele hunderte orthodoxe Jaden veranlasst» Ikre Höhnet ohne göhlge Dokumente und ohM sewiHiende Geldmittel an verlassen, ln der Hoffnung, dass sk» sich unterwegs, besonder« aber in Wien die nötigen Dokumente und das nötige Reisegeld verschaffen werden. Da es selbstverständlich unmöglich war, auf diese Wetse, durch wiide Wandlung, das Emigrieren dieser Leute zu fördern, erhe&s dto Wtewer Zentral• bereits im Mira (Nr. 301 — 13. Adar II — des Warschauer Jud“) eine scharfe Warnung gegen eine derartige Wanderung. Dessenungeacbtet kamen nach Pessach immer grössere Scharen von solchen Emigranten durch die Slowakei, wo sich ihrer unser Bureau in Bratislava aanahm» in Wien an. $1« wandten sich an Agudas Jisroel qm Hilfe. Die Leitung der Ortsgruppe ln Wien setzte ein Fürsorgekomitee für Emigranten ein, dem es gelang, Ubikationen (so das neq eröffnete Wanderungshetm der Aguda in Wien, wie einige Baracken der Jüdischen Werkstätten) für sie zur Verfügung zu stellen nnd hei der Polizei Schatz für diese von schwerem Unglück betroffenen Menschen zu erwirken. Da ihre Zahl im Laufe der Wochen bis 500 beranwuchs, musste für sie eine grössere Aktion eingeleitet werden. Dank der Gründung eines Zentralhilfskomitees, das alle an der fJmigratlonsfrage interessierten Organisationen der Wiener Judenheit umfasst konnte man eine Katastrophe, die diesen Armen, zumeist Mittellosen in einer fremden Stadt drohte, ab wehren. Einem kleinen Teil der Emigranten gelang es, nach Erez Jisroel weiterzukommen, dem grösseren Teil bleibt aber nichts anderes übrig, als nach ihren Heimatländern zurückzufahren. Die grasszügige Hilfsbereitschaft der Wiener Aguda wie ihr initiatives Vorgehen, hat viel za einer gedeihlichen Lösung dieser Frage beigetragen. Soziale Arbeit. Auch die Fürsorgetätigkeit in den einzelnen Landesgruppen wurde während des Berichtsquartals eifrig fortgesetzt. Unsere Fürsorgezentralen ln der Slowakei und Oesterreich wurden durch die bereits geschilderte Emigrationsbewegung sehr stark in Anspruch genommen. Dessenungeachtet konnte man für sie, für die am Ende der Berichtsperiode id den Sommerfrischen von Nlederösterreich und Burgenland bin grosser Sammeltag veranstaltet wurde, hinreichend sorgen. Auch in Deutschland wie hi der Schweiz haben unsere Fürsorgezentralen sowohl auf dem Gebiete der Kinderfürsorge wie besonders in Deutschland auf jenem der Stellenvermittlung Erkleckliches geleistet. Infolge dieser weitausgedehnten und intensiven so- «taten Arbeit hat Agudas Jisroel ein selbstverständliches Interesse an der Fürsorgearbeit anderer Organisationen und aus dieser Erwägung heraus entschloss man sich, an der zweiten Karlsbader Welthilfskonferenz teilzunehmen. Anlässlich der ersten Hilfskonferenz vor vier Jahren hat der Vertreter der Aguda. Herr Dr. Nathan Birnbaum ln Anbetracht der parteiischen Tendenz, die siöh bei der Zn* sammensetzung und bei den Arbeiten der Konferenz celtend gemacht haben, •ich veranlasst gefühlt, die Konferenz unter Protest zu verlassen. Die Hoffnung, dass es nun endlieh gelingen wird, von der sozialen Arbeit jede parteiische Tendenz fernzuhalteu und bei den Aktionen der WelthlUszentrale die Gesetze der Thora zur Geltung zu bringen, liess den Entschluss reifen, an der zweiten WeltUilftkonferenz, die Ende August in Karlsbad stattfand, tcilzn- An unsere Lesar t Din zunehmende luteres«• HIf dl* praktische Kofoniaatkmaarbelt la Eres Jisroel, aber auch 41© wadnnäa Wlrtsohaltstätfektlt dar Agudas Jisroel fa Paiisttna Ist uns Verteiaamitg, von ttiesar Nommer an eine ständige Rubrik ״Wirtsckaftsnachrichien aus Eres Jisroelu In unseren)!Hatte erscheinen zu fassen. Die Bearbeltting dieses Teiles hat Herr Dr. Robert W 18 8 übernommen. Alle Anfragen ln Palästina» Wfrtsehaitsanfeleganhalten sind an die Redaktion der «*Jüdischen Presse“, Wien, II., Leopoldsgasse 26, zu richten und werden brieflich oder in der Zeitung beantwortet Die Redaktion der ״Jüdischen Presse“. nehmen, Aus dem Bericht der Vertreter des jüdischen Hilfswerkes zu der zweiten Karlsbader Hilfskonferenz ist zu entnehmen, dass sie der begründeten Ansicht sind, dass Jede politische Tendenz von der sozialen Arbeit wird ferngehalten werden können. Es gelang ferner, eine Gleich- Stellung der Jeschiwah-Leute mit anderen Intellektuellen durchzusetzen,. Bel den Aktionen der Welthilf.szentrale sollen die Vorschriften der Thora respektiert werden. In Anbetracht dieser Sachlage haben sich unsere Vertreter entschlossen, die ihnen angebotenen Mandate, zwei Sitze ln der Exekutive und sechs im Zentralrat, anzunehmen. Presse. Am Schlüsse der Berichtsperlode wird die Idee der Agudas Jisroel ln folgenden agudistischen und der Aguda nahestehenden unabhängigen Pressorganen vertreten: ״H a d e r e c h“, Monatshlatt, Zentralorgan der Aguda (hebräisch). Wien, U., Leopoldsgasse 26; ״Der Jud“, orthodoxes Tagblatt. Warszawa Kuplecka 11 (jüdisch); ״Der IsraeUt“,/Zentralorgan für das orthodoxe Judentum mit der Zweiwochenbeilage ״Blätter“, herausgegeben von der Landesorganisation der Agudas Jisroel ln Deutschland, Frankfurt a. M״ Grosse Eschenheimerstrasse 23; ״J ü d i s c h e P r e s s e“, Wochenblatt Wien-Bratislava, Wien, II., Malzgasse 12a; ״K o l J i s r 0 e 1“ (hebräisch), Wochenblatt, Jerusalem, P. 0. B. 513; ״Das Jiddische Weg“, Zwelwochenblatt, Organ der gäliz’idino g-ve 65); ״Die Jüdische S11mme“ jüdisches Wochenblatt. Lodz, Narutowica 11: ״Unser Weg”, erthodoxez Wochenblatt, Siedice Ul. Ogvodowa 17״;4־Der Jiddische Weg“* Zweiwochenblatt, Organ der gaiizisehen Jugondgruppen, Przemysl. Jagieilonska 7, II. p.; ״Der Funk“, unparteiisches Wochenblatt, Rumänien, Cblsseneu, Gool str. 35: ״Das Jiddische Licht“, Wochenjournal für Chisuk Hadas, New York, Phones, Orcbard 3695-3696: ״Dtglenu“, literarisches Monatsblatt (hebräisch), Warzawa Graniczna 9; ״B e t h Jako b“, orthodoxes Frauenjournal (jiddisch-polnisch), Lodz, Al ex androwska 29: ״Nachrlchtcnblatt“, herausgegeben von der Leitung des Verbandes gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine Bayerns, Nürnberg-Fürth (monatlich), Nürnbarg, Albrecht Dürerztrassa!9: ״Nachrichtenblatt“ der Agudas Jisroel-Jugendorganisation, p. A. Josef Sämger, Frankfurt a, M., Rothschildallee 38: ״Nachrichtenblatt des Landesverbandes der Agudas Jisroel-Jngendgrt1ppe“lnder Slowakei, Bratislava, Postfach 140; ferner die Veröffentlichungen des Pressbureaus der Agudas Jisroel (Zeichen: A. J. P. B.) Wien, 11״ Malzgasse 12a. Telegrammadresse: Agudazentrale Wien.. Jahr« 1874, nach Jerusalem zu gehen, wo er zwed Jahre darauf starb, während seine Frau schon im Jahre 1863 in Kobersdorf gestorben war. — in dieser Gemeinde ist — an und für sich vielleicht gar nicht so bedeutend, aber doch ein charakteristisches Zeichen für den allgemeinen Niedergang — mit dem letzten Schulklopfer, einem armen Halbnarren, vor etlichen Jahren auch der Hammer, der zum Schulklopfen diente, begraben worden. Hingegen sah ich — und auch das erinnerte mich an Galizien — zur Abendzeit einige Schweine zwischen den Häusern der Juden Ihren Stälen zutrotten. Interessant ist auch — nebenbei erwähnt — dass es in Kobersdorf einen jüdischen Schlossermeister, namens Lurla gibt, der wohl von Rabbiner Salomo Luria oder vielmehr seinem Nachkommen Wolf Helen, der ja mit einer Tochter des Meharam Asch verheiratet war, in irgendeiner Seitenlinie abstammen mag. Eine tröstlich« Tatsache aber fand ich in Kobersdorf; hier gibt es wenigstens einen Mann, der mutig ln die Bresche tritt, und das ist der überaus rühr'ge und verständnisvolle Lehrer Klein, der für die erwachsen« Jüdische Jugend ein« Bibliothek Ins Leben gerufen hat und regelmässig an den Sabbaten populäre Vorträge Über den Wochenabschnitt Und (im Sommer) über Pirk« Aboth hält. Und diese Vorträge hält er ln richtiger pädagogischer Erkenntnis auch für die Jungen Mädchen. Es ist ja nicht gleichg'L'g, wie wir uns weiter zur Erziehung unserer weib- Hohen Jugend stetten. ob wir weiterhin die Bildung der Mütter unserer kommenden Generationen dem Tanzlehrer und dem Kino überlassen und damit zu• frieden sein wollen, dass sie ln Ihrem Fluchen und i Schwören, in Zanksucht und in der Sünde des לשון ח ר ע zwar echte Töchter des Ghettos, aber nichts weniger als wirkliche Jüdinnen seien. Der veredelnde Einfluss des צאינח וראיגח. das die Mädchen und Frauen^'won. heute hn Bürgenlande nicht einmal mehr lesen können, ist dem des Kolportageromans gewichen, und wenn auch zugegeben werden mag, dass Thora für das weibliche Geschlecht kein geeignetes Studienobjekt ist, so gi’Jt das doch nur von Thora im engeren Sinne und schiiesst nicht auch die Propheten und die Geschichte, die Lyrik und die Ethik des Judentums mit aus. Ja. wenn die jüdische Orthodoxie nicht will, dass ihr nur die unbedeutendsten und nichtssagenden Elemente in der Juden gas se, oft in eigennütziger Nebenabsicht, wirklich ergeben bleiben, muss sie — und dies gilt nicht nur fürs Burgenland — auch in der Frag? der Mädchenerziehung ihr Verhalten von Grund aus ändern, so fange es nicht zu spät ist. Denn nur auf dem Woge der Gewinnung des •so leicht erregbaren weiblichen Gemüts für di« gross« Sache unserer Glaubens- und Volksgemeinschaft können wir der Idealen Forderung entsprechen כל איש מישראל מחויב לנהג משפחתו באופן שממנה יוכל לבוא חגואל« dass nämlich jeder Jude seine Familie i׳m Hinblick auf das Ziel leiten messe, dass aus ihr der Erlöser btrvorgehen könne. Di« Judsngemetoden dos Burgenlandes sind klein, die Gesamtzahl ihrer Seelen erreicht kaum die Anzahl der Juden In einem einzigen Wiener Bezlrk; aber seit Jahrhunderten sind di« Juden dieser Gemeinden, wenn auch vom Bodenbesitz •0 gut wie ausgeschlossen, gleich der kaum viel früher eingewanderten grundehrlichen und J>raven deutschen

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