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Jüdische Presse · 1924-11-07 · 45 (7.11.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
45 (7.11.1924)
Date
1924-11-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 45 JÜDISCHE PRESSE. Seite 289 ZüSfern weist er nach, dass von seiften der Schiff schtAverwialtung die Ostler als gleichberechtigte Brüder behandelt werden. Unter 28 Angestellten derselben sind 12 polnische, von 11 Brautstiftungen des vorigen Jahres sind 9 poflndsche. Brautpaare, von 30 Stipendisten des Prof. Bach sind 20 D0inische usw. Man möge das Vorurteil ableaen und vwtrauensvoll die Bruderhand annehmen. Die ״Schüffschul*■ gemeinde“ hat seit 70 Jahren für die religiösen Bedürfnisse Allier neidlos gesorgt und wird dies weiter tun, trotz allen Hohnes. Unsere Vertreter, deren öffentliche Wiirksairikeft und Verlässlichkeit allbekannt ist, haben die Aufgabe, im Kultusvorstawde an allen Arbeiten, die in wirtschaftlicher, politischer und sozialer Hinsicht für alle Juden von Interesse sind, eifrig mittätig zu sein. Sie müssen wissen, dass die ■religiöse Judenschaft in Wien leider die Minderheit ist und daher bestrebt sein, für die Erhaltung und Ausgestaltung der religiösen Einrichtungen der gesetzestreuen Judensdtoaft die gesicherten Grundlagen zu schaffen, damit dieselben dauernd für alle Iuiden erhalten bleiben. Er empfiehlt das Eintreten für die Liste, auf welcher die Namen Pappenheim, Bondi, Breuer stehen. Herr Alter Kamm sprach namens der östlichen Judenschaft den b'^nerigen Vertretern der Orthodoxie unter allgemeinen Beifall das Vertrauen aus. Den nächsten Redner Herrn Hornstein von der Vereinigung Achduth Jisrael, versuchten c.nige Mhiachisten am Sprechen zu verhindern, mussten aber schliesslich dem demokratischen Geist und tadellos funktionierenden Ordnerdienst weichen. Herr Isidpr Austerlitz vom Misrachi versuchte unter Protest der Versammlung den Schein zu erwecken, als ob die orthodoxen Vertreter Hinterhältigkeiten begangen hätten, ׳musste jedoch dann die öffentlichen Belehrungen des Vorsitzenden unter Ausflüchten zur Kenntnis nehmen. Mit einem kurzen Schlusswort und der Aufforderun!g zur regen Wahlbeteiligung schloss der Vorsitzende in vorgerückter Stunde die glänzend verlaufene Versammlung. An die Kultuswähler! Wer ein Interesse hat, dass die Wiener Judenschalt in Ruhe die schweren Zeiten überwindet, wer eine ruhige Entwicklung der Gemeinde wünscht, wer danach strebt, dass die Orthodoxie ihre berechtigteil Forderungen durchsetzt, der wählt am 9, November die Liste der ״Vereinigten jüdischen Parteien״. — Kein pflichtbewusster Jude versäumt es, zur Wahl zu gehen. Wolf Pappenheim. Zur Angesteiltenfrage. Vor wenigen Wochen veröffentlichten wir einen Artlkel, der sich mit der Schaffung eines Verbandes gesetzestreuer jüdischer Arbeiter und Angestellten!befasste und ein Programm hierfür entwarf. Wie wir hören, hat diese Idee greifbare Formen angenommen, und es wurde bereits •ein provisorisches Komitee gebildet, das sich aus einigen Herren der verschiedenen Richtungen des thoratreuen Judentums zusammensetzt!und das die Arbeit energisch aufgenommen hat. Durch persinnliche Bearbeitung haben schon eine grosse Reihe von Angestellten und Arbeitern beiderlei Geschlechts Ihr Interesse an dem Verband ausgesprochen und sich •bereit erklärt, •die Idee durch Zeichnung zum Grundfonds des Verbandes und Eintritt in!denselben zu fördern. Es .ist ®u wünschen., dass die Oeffentlichkeit bald Genaueres über ׳diese in der Gegenwart besonders akute Frage hört, um auf diese Weise das Interesse weherer Kreise sowohl von Angestellten als auch .von Unternehmern zu gewinnen. Mitgliederversammlung der Orts- und Jugendgruppe XX. Sonntag den 2. November fand um 6 Uhr abends, XX., Bäuerlegasse 20, eine zahlreich besuchte Mitglieder- Versammlung •der Orts- und Jugendgruppe XX statt. In Vertretung der Zentrale war Herr Rabbiner Dr. J. Pallak erschienen; die Landesorgandsatiom vertrat Herr Moses Blech. Obmann (Herr -Benj. Gelbband . eröffnete •die Ver- Sammlung und legte in seiner Begrüssungsrede die überragende Wichtigkeit des Bodenerwerbes im heiligen Lande durch Charediim dar. Herr Rabbiner Dr. ׳R>cl Follak ergriff hierauf das Wort. Er zeigte ln längerer Rede die der geseteestreuen Judenschaft aus der Konstellation der gegenwärtigem Verhältnisse erwachsenen Aufgaben und forderte dfe Anwesenden in begeisterten Worten auf, Ihrer Pflicht eingedenk zu 8eJn und an der Realisierung ihrer Pflicht Intensiv zu arbeiten. Her Moses!Blech befasste sich in seinem gediegenen Referate ■eingehend mit dem in bezug auf den Bodenkauf aktuell!gewordenen Probleme. Er zeigte überzeugend die Wichtigkeit auf, dass sich dn jeder gesetzestreue Jude ausnahmslos in den Dienst der heiligen Sache stelle. Von der Pflichttreue eines jeden einzelnen hänge der Erfolg der ganzen Aktion ab. Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner aus Taust begrüsste es, dass die Agudas Jisroel die Durchführung einer solch grosszügigen Aktion, wie es der Bodenkauf in Emek Jisroel sei, unternommen habe. Die Pflicht, an dieser Aktion mitzuarbeiten, sei eine Selbstverständlichkeit, dfe kdneT weiteren Erörterung bedürfe. Redner hofft, dass es Agudas Jisroel im XX Bezirk gelingen wird, einen mög- Höhst grossen TeM des zum Kaufe angebotenen Bodens zn erwerben. Vortrag von Dr. Nathan Birnbaum. Montag den 13• Gheachwan - 10. November findet im' Festiatie des Hojtel ״Coattaental“ ILf Tabor- 'stratsa 4, ein Vortrsg von Dr. XTa.tlxa.z1 ZBirxxba.ixxxi über Zeitgeist und Judentum statt. Anfang präzise 7,8 Uhr abends. *Mm Karten sind srlt&ttlieh im! Knrtenbareaa 6. Spitz«. I., Morziaplatt 5, Alis, II , Ttboratrasas 6, Baohnandlang L 1). Hlrsehi«, I., Rabenateig S.!Die!Referate fanden den reichen Bedfali der Anwesenden. Alle den Erfolg der Aktion gewährleistenden Schritte wurden eingeleitet. Eine grosse Beteiligung an der Aktion steht zu erwarten. Günstiger Fortgang des Erez-Jisroel-Boden Verkaufes. Wien. (A. J. P. B.) In allen LandesorganSisafcionen entfalten die Paflästinazentralen ein eifrige Tätigkeit, um die jüngst von der Agudah gekauften 4000 Dunam ln ■Emek Israel rasch abzuisetzen. Die tschechoslowakische!Landes- Organisation!hat bereits für eine geschlossene slowakische Siiedelung 100 Dunam voll bezahlt. Auch 1111 Deutschland ist Herr Emil Goldschmidt im Aufträge der Palästiinaizentraie in Frankfurt mit grossem Erfolg tätig. Sitzung des Direktorium des Keren Hathora für Deutschland. Hamburg. (A, J. P. B.) Am 25. und 28. Tiischri fand unter dem Vorsitz von Herrn Oberrabbiner Dr. Spitzer eine Sitzung des deutschen Direktoriums des Keren!Hathora statt, an welcher fcedlnahmeir die Herren Raibb&ner Dukes (Altona), Rabbiner Lichtrg und Jtebbinow!(Hamburg), Sanitätsrat Dr. Frank (!Altona) und die Herren ׳H. Pels und Jakobson {Hamburg). Von der Wiener Keren Hathora- Zentrale war Or. Deutschländer erschienen. Subventionen wurden an die Talmud Thora München, Fulda, Frankfurt a. 1M., Heidelberg und andere erteilt. Der Zentralle in Wien wurde ein grosser Betrag für ■die östlichen Jeschiwoth!übergeben. Bezüglich Winterpropaganda wurde beschlossen, dass Herr Jakobson alle die Orte in Deutschland aufsuchen soll, in welchen bisher Keren Hathora- Kommissariate noch nicht fundiert sind. Nach einem längeren Bericht van Dr. Deutschiänder •über die katastrophaile Lage der Jeschiwoth wurde beschlossen, eine Pienarsitzung des Direktoriums und Verwaltungsrates des deutschen Keren Hathora auf die letzten Chanukaitage mach Hamburg e!in,zuberufen, in welcher idle Arbeit für Deutschland auf eine programmatische Grundlage gestellt und eine grosszügfcge Rettungsaktion für die ibedrängten Thoralehrstätten ein geleitet werden soll. Es wurde ferner beschlossen, lim Rahmen der Keren Hathora- Blätter eine spezielle Schrift: ״Wie erzieht der deutsche Jehudi sein Kind für •einen!Ben Thauro herauszugeben“ und eine Sammelaktion für Sefarim zu veranstalten. Bundestag jüdischer Akademiker. Berlin. (A. J. P. B.) Vom 25.!bis 28. ׳Dezember findet in Hamburg der Bundestag jüdischer Akademiker statt. Der letzte Bundestag fand vor zwei •Jahren In ׳Hallberstadt statt, wo innerpolitische Probleme fast dde ganze Tagung aasgefüllt!und schliessBch zur Sezession eines Teiles der Zionistischen Mitglieder geführt •haben. Der diesjährige ׳Delegiertentag soll einen rein wissenschaftlichen Charakter tragen. Dr. Ed. Biberletd 60 Jahre alt. Berlin. (A. J. P. ,B.) Dr. med. und phil. Ed. Biberf&ld, Arzt und Rabbiner am Beth Hamidrasch, feierte am 1. Cheschwan seinen 60. Geburtstag. Dieser Anlass wurde von der Gemeinde der Adas Jisroel (Berlin), deren Repräsentantenvorsteber er ist, wie auch von dem Beth Hamidrasch in vornehmer Welse gefedert. •Durch den Mund ihrer Vorsitzenden Umv.-Fraf. Dr. Mittwoch, beziehungswelse Herrn Moritz Knoller wurden d5e Verdienste des Jubilars gewürdigt, der durch seine hervorragenden Fähigkeiten als talmudischer Lehrer wie durch s2ine hingebungsvolle Arbeit im Dienste der Gemeinde sich die grössten Verdienste um das religiöse Löben der Juden in Berlin erworben hat. Auch auf schriftstellerischem Gebiet bat Biberleid eine fruchtbringende Tätigkeit entfaltet. Schaffung eines orthodoxen Gemeindebundes in Jugoslawien. Subotica. (A. J. P. B.) Nach langen Bemühungen ist es gelungen, eine Organisation der orthodoxen Gemeinden Jugoslawiens zu schaffen. Oie konstituierende Versammlung fand Sonntag den 28. Tdschri (26. Oktober) •in Senta statt. Das Präsidium besteht aus den Herren S. Pallak (Senta), Oberrabbiner Deutsch und Hermann Deutsch (Subotica). Das Rabbinerkomitee besteht aus ׳den Rabbinern Neue Adresse! Die Ridakfloa und Adnißistt 1*181 der ,,Jüdischen Pf esse" befinden sieb Wien, il.y Leopoldsgasse 26 1. Stiege, 1. Stock, Telephon Nr. 45<4'94י I« e! 11 ״■w! ■■ FERTIGE HERREN- KNABEN- KINDERKLBIDER MassabteUung bis zu den feinsten englischen Stoffen. Feinste, eleganteste Ausführung / Neueste Modejoumaie! liegen auf / Auf Vermeidung von שעטנין wird streng geachtet / Um geneigten Zuspruch bittet hochachtungsvoll1 J. STERN, II., GLOCKENG. 25. Tel. 46'9'13 von Senta, Subotica, Petrovo Selo und Ilok. Der Leitung gehören noch sechs Vertreter der verschiedenen Gemeinen an. Als Ehrenpräsident wurde der Landesratobtoer ASkaly (׳Belgrad) gewählt, der die Bestrebungen •der Orthodoxfle!mit grosser Hingebung gefördert hat. Die konstiltuierende Versammlung hat an den König ein •Begriissungstelegraimm abgesandt. Jüdische Erziehungskonferenz in Hamburg. Wen. (A. •J. P. B.) In der Chanukawoche fändet in Hamburg eine orthodoxe Erzfehunigskortferenz statt, '׳in welcher jüdische SchuMragen für Deutschland als due Erzäelhungsprableme des Ostens zur Erörterung gelangen sollen. Eine Reihe von Pädagogen ׳aus Deutschland, Oesterreich, (Litauen und!Polen •haben ihr Erscheinen zugesagt. Hans Herzl’s neuerliche Tauie bestätigt. London. (J. T. A.) Es bestätigt stich, dass Hans Herzl!in der römisch-katholischen Kirche zu 'London vom evangelischen zum •katholischen Glauben ׳übergetreten äst. Die Taufzeremonie wurde am Sonntag den 19. Oktober, von!Pater S. J. Day in ,yNotre Dame de Sion“ vollzogen. Pater Day äst einer der prominentesten Mitglieder der Erzibrüderschaft für die ,Bekehrung •Israels“, der auch Pater Schlesinger •aus Wien angehört. Die endgültige Konstituierutig der jüdischen Gemeindeleltung in Lodz. Lodz. (A. j. P. B.) Nach einer längeren Unterbrechung fand nun Döners tag ■den 25. Tisch ni ■die erste Pienarsitzung des Kirl t usvorstandes der Ladzier Gemeinde statt. Bekanntlich hat die agudüstische Fraktion gegen ,die Konstituierung des Präsidiums!protestiert und dem •Proteste wurde auch stattgegeben. Laut Verordnung!des Regierimgskommissärs war diese Sitzung geheim und sie!musste in polnischer Sprache geführt werden.!Präsident Ncumann hat •die Sitzung tatsächlich in poflndsetoer Sprache geleitet, wogegen alle Fraktionen Proteste eingebracht!haben. Der einzige Punkt der Tagesordnung war •die W!aM des Präsridiums. Als Präsident wurde ein Unparteiischer mit 15 Stimmen gegen 14 agudiisfciische Stimmen gewählt. Dieses Wablresultat war •der Erfolg des Paktes, den!die unpaffteiischen! Orthodoxen rrrit den Zionisten geschlossen haben. Da laut dieses Paktes ׳als Vizepräsident ein Zionist gewählt werden sollte, verliessen •die aguddstischen!Gemeinderate vor der Wahl des Vizepräsidenten den Sätzungssaial, so!dass der Vizepräsident bloss mit 15 Stimmen bei Abwesenheit aller ׳anderen Gruppen gewählt wurde. In dde Vertretungskörperschaft wurden die Aiguddsten gemäss ihrer Stärke gewählt. Noch ein agudistisches Mandat in der Lodzer Kehiloh. Lodz. (A. J. P. ß.) •Der Wojwoda von Lodz hat auf Grund der •eingebrachten W-ahlproteste endgültig entschieden, dass das strittige!Mandat der Aguda zuzuerkennen!ist. Somit besitzen dde Agudisten in Lodz von 35 Mandaten 14. Gründung neuer agudistischer Lehranstalten. Lodz. (A. J. P. B.) Sowohl dn •Alexandrow wie Pa- •bi'anic und Breaezin sind!dde neuen Schulbauten für Un- •teribrmgung der agudistischen Lehranstalten beendet wor- •den. ■Die Schulhäuser machen einen ausgezeöchmeten Eta-!druck und befriedigen!die Wünsche der Söhudbehörden in bezu-g auf Hygiene und pädagogische Einteilung vollauf. Propaganda für Schmiras Schabbos in Polen. Lodz.!(A. J. P. B.) Sowohl in Lodz wie in Wa!rschau ist das Statut d׳es Schomrei Schabbos-Vereines von der Behörde legalisiert worden. Durch die behördliche Sanktion sind die Vereine in die Lage versetzt worden, eine grossangelegte intensive Propaganda entfalten zu können. In Lodz steht an der Spitze •der Schomrei Sohalbibos-Bewegung der Stnikower Rebbe, Rabbi Henoch Sender,, in Warschau der Radzhndner Rebbe. Als Ehren- Sekretär deT Schomrei Sohabbos-Orgianitsation ist Herr Eliasar Gerschon Friedenson gewählt worden, unter dessen!Leitung ein spezielles, den Sdhiafobosfragen gewidmete« Organ un/ber!dem Namen ,Der jüdische Schabbos“ erscheinen wird. Wo erhält man den wirklicn naturgetreuen SCHEITEL? Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeiten für orthodoxe Frauen, Franz B a 11 a, ist es nach jahrzeh׳«telangen Bemühungen endlich gelungen Scheitel herzustnllen, die dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nach geahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des Herrn Balia wird sich jede orth. Braut leichten und freudigen Herzens entschlossen, das eigene Haar abschneiden zu lassen und einea Scheitel zu tragen. Die Damen werden zum Besuche des nachstehenden Ateliers hÖflicn»t eingeladen, woselbst Modelle kostenlos ausprobiert werden. Franz Balla, Wien, IV., Gusshausstrasse 26 Telephon 68-9-19 79

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