Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 45 (7.11.1924)
- Date
- 1924-11-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 45 Seite 300 JÜDISCHE PRESSE. Pas Ende der jüdischen Autonomie in Litauen. — jMe Legalisierung des jüdischen Nationalrates abgelehnt. >; Kowoo. (J. T. A.) Die Vcrfassungskoanmission des 4iWsohen <Sejm hat an ihrer Sitzung'vom 24. Oktober das pesett?proäekt .׳über ׳die Legalisierung des Jüdischen l^atdonairates Litauens •abgdehmt. Der Ministerpräsident f&jiw&nowskb, der selber sehr rechts steht, verteidigte das Projekt!gegen seine Parteigenossen, frndeuri er darauf tönwies, dass dasselbe der Verfassung gemäss sei. In der!gleichen Satzung wurde das von den *Rechten ebigebrachte, von den Juden bekämpfte Gesetz einer jüdischen Gertieindeordnimg angenommen. Laut diesem Gesetz haben in jeder Stadt mehrere Gemeinden Platz, *aber nur als private Vereine ohne öffentlich rechtlichen Charakter. Oese Gemeinden!haben auch nicht das Recht der zwangsweisen Besteuerung. Sollten diese Beschlüsse vom Plenum des Sejm angenommen werden, wogegen kaum noch ein Zweifel besteht, so würde dies das vollkommene Ende der jüdisehen Autonomie bedeuten. Poale Agudas Jisroel in Erez Jisroel. Jerusalem. (A. J. P, B.) Die!neugegründiete orthodoxe Arbeiterorganisation Poaie Agudas Jisroel bittet aM jene, die ihre Bestrebungen fördern, besonders aber die gesinnun-gsgenössiische Presse, ihr!mit Zusendung von Zeit- Schriften und Büchern für ihre Bibliothek behilflich zu sein. Gute Erfolge der Rabbinerdelegation in Amerika. New York. 1(׳A. J. P. B.) Auf der jüngsten Jahreskonferenz des Central Relief Committee hat man den Ziffernmässfigen Erfolg deT Arbeit der ®rossen Rabblnerdelega- Hon in Dollar 4 0 0.0 0 0 beizeichnet. An Ausgaben hat dd׳e grosse Aktion bis jetzt Dollar 1 0.0 0 0 0 geleistet. Der ׳übrige Betrag wurde restlos zur Unterstützung der Thorateforanstalten ln Erez Jisroel und Osteuropa verwendet. י ■ ׳••־ ־ r Urlel Birnbaum: Moses. SO Zeichnungen. *Im Thyrsos-Verlag* Wien—Berlin 1904. ..■ t ־ Ueber dieses grandiose Werk wurden getegentßqh seiner öffentlichen Ausstellung so hohe Worte des Lobes und der Anerkennung geschrieben, dass es überflüssig erscheint, heute dasselbe zu wiederholen. . Als Kunstwerk wuTde dem Bilderzyklus ״Moses“ in technischer, ideeller und inhaltlicher Beziehung jend Wertschätzung zuteil, die ihm gebührt und die wohl als objektives Urteil gelten darf. Bei׳ dieser Gelegenheit soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Kritiker aller Richtungen׳ und Weltanschauungen in der Anerkennung des Kunstwerkes einig waren. ׳Eine Ausnahme bildeten jene kritischen Ueberreste einer sterilen Liberalität, denen die mutige Kunst Birnbaums, d5e ihm Bekenntnis!^ Weltanschauung und politisches Programm zugleich ist, zu stark von ihreT flachen Mentalität abstach und die — nachdem sie dem Fähigkeit zur Schaffung einer n׳ational-*positiven Kunst finden. Was der neu aufstrebende Nationalismus auf diesem Gebiete zum Leben erweckte, blieb wie fast alle seine Neu- Schöpfungen in der Halbheit des Nufnaticnalistischen Stöcken. Uriel Birnbaum ist nun, nach langer Zeit einer der ersten Künstler des positiven Judentums, seine Werke Schöpfungen ׳einer positiv-jüdischen nationalen Kunst, sdn Bilderzykilus ״Moses“ vorläufig der Höhepunkt seines Schaffens. Es unterliegt keinem Zweifel, dass ein Werk von solchen Qualitäten einen Markstein in der Geschichte der jüdischen Kunst zu bilden berufen ist. Doch nicht nur •rein künstlerische Ziele strebt das Werk an. Ueber die *begrenzten Bezirke ■jeder Kunst ragt der ״Moses“ Birnbaums, bis in den Kreis jüdischer Geistes- und Kulturwerke hinein. Und das ist sein höchster Wert und seine grösste Bedeutung. Dieses Werk eines gläubigen jüdischen Künstlers!ist der erste Grundstein zur stolzen Brücke, der die gewaltdgen Schöpfungen jüdischen Geistes, mit einer diesem Geiste entsprechenden jüdischen positiven Kunst, verbindet. Dieses Werk ist durch sein Wesen und seine Grösse Kunstwerke in seiner Genialität nichts anhaben konnten — den!Künstler ob seines siegessicheren Glaubens gram waren. Somit wären wir an jenem Punkte angelangt, den wir bei der Gelegenheit des Erscheinens des ״Moses“ erwähnt wissen wollen. Uriel Birnbaum ist ein Künstler des jüdischen Posi- Tiv'snns. F.in gläubiger h’ü״s:ler. Das positive, gläubige, ^״istig-schöpferische Juder.i m konnte im Ringen um die wahre Gläubigkeit des Lebens und dessen schöpferischen Aisdruck keine Zeit, keine Möglichkeit und auch keine unantastbares Eigentum des jüdischen Volkes. Jüdische Museen müssen ihre Pflicht erfüllen, indem sie das Werk dem jüdischen Volke bewahren. K. Kyrie eleison. Ein Roman von Juden und von Christen aus dem alten Speyer von Max Josef Kaiserlautern. Druck und Verlag der Hofburgdruckerei Hermann Kayser. 3 Bände* 1921.23־ אבני זנרון. Worte zum Andenken des am 11. Siwan 5679 verschiedenen Hundsdorfer Raw R. Samuel Rosenberg. Von Oberrabbiner Dr. Gustav Löwy. leeeeee®® TSCHECHOSLOWAKEI. IQ®®®®®®®[ Religiöser Niedergang in der Ostslawakei. Wie uns aus Kosice!berichtet wird!, ׳ruft der Immer mehr um sich greifende Niedergang des religiösen Geistes und der religiösen Lebensführung besonders unter der ׳jüdischen Jugend in den jüdischen Gemeinden der Ostslowakei allgemeine!Bestürzung hervor. Es wird darüber geklagt, dass in altbewährten orthodoxen Gemeaniden dieser GegenJd, wie Michalovce, Vranov, Secovtq, Tneblsov!, Humen e, ßtropkov, Zborov, Bar*diov und anderen, wie überhaupt in ,dev ganzen Ostslowakei angefangen van Cop und Pogrod bis Bardiov nichts unternommen wird, die schulerctwiaohsene Jugend für «die Orthodoxie zu erhalten, obwohl die zionistische Agitation gerade doch von Munkacs aus «Sch ausdehnt und seit ■Jahren die Jugend bedroht. Es wird angeregt, die fair dfie Erhaltung des Judentums vor G-tt und der jüdischen Gesamtheit zunächst verantwortliehen Rabbiner, Talmide Clhachomim und Gemeindevorsteher jener Gegend ehestens zu einer Konferenz eimizuberufen, um übeT die Mittel zu beraten, durch die -eine Abhilfe geschafft werden könnte. Wir geben dieser wervoüen Aradregung umsoeher Raum, als ja unsere Zeitung bereits wiederholt die Rabbiner und Gemeindeleiter der Ostslowakei dringend ermahnt hat, למען ח ש ם nicht untätig und gleichgültig zuzusehen, wie ihre Gemeinden aus Mangel an jeder organisatorischen Tätigkeit ח״ ן dem Verfall entgegengehen. Wir öfinen gern die Spalten unserer Zeitung zu weiteren Anregungen, wie dem sichtlich fortschreitenden Uebel gesteuert werden könnte. Wer verlangt das Wort? Die Diskussion ist eröffnet! M. M. Ussischkin in Bratislava. (Nachklänge.) Aus Bratislava wind uns berichtet: Die hiesigen Zionisten und MSsrachisten bereiten eine ProtestVersammlung gegen Vorstand und Rabbinat der orthodoxen Gemeinde vor wegen der vollständigen Negligfierung Herrn Uss'lschkiins während seines Aufenthalts In Bratislava. Die Zionisten und Misraohisten erblicken in dem reservierten Verhalten des Vorstandes und des Rabbinats der führenden orthodoxen Gemeinde des Landes eine erneute Dokumentierung und ׳Bekräftigung der bisher geübten entschiedenen Zurückweisung gegenüber jedem Versuche der Zionisten^ in die orthodoxen Gemeinden ׳einzudringen. Das Oberrabbinat von Presov. Wie ׳wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, hat Herr Oberrabbiner Austerlitz Sn Mäskölcz die Wahl zum ' Oberrabblner von Presov nunmehr endgültig a b g elehnt. Sijum-Feier in Nove Zaraky. Vergangenen מוצאי ש״ק wurde eine Sijum-Feier auf Traktpt לאש חשגח in der Schass-Chewra In Anwesenheit einer grossen Anzahl der Verednsaratgildeder abgehalten. ׳Die rührigen Galboäm des Vereins, die Herren Hermann Stern und Josef R e i c h f e 1 d, sorgten für einen reichgedeckten Tisch, wodurch die freudige Stimmung erhöht wurde.' Nach!Beendigung des Traktates ׳hielt der ständige Vortragende des Vereines, Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Josef Tieg ermann, eine geistreiche Rede, in der er in üblicher Weise den Schluss der מסבתא mit dem Anfang der meuzubeginnemden מם* יומא in Zusammenhang brachte. Während der Mahlzeit sprach der Dajan unserer Gemeinde, Herr Rabbiner Abr. Stern ׳über Anfang und Schluss der beendeten כ ת א D מ» Hierauf hielt Herr Herrn. Löwy eine mit trefflichen מ נ י ד ו ת gewürzte Rede, In der er den Vortragenden dankte und besonders Herrn Rabbiner Stern zu dem Erscheinen seines soeben herausgekommenen Werkes גפי אש beglückwünschte. Seine Ausführungen fanden reichen Beifall. (Z. B. N.) Eine neue orthodoxe Gemeinde. Wie wir vernehmen, hat der Minister für Schulwesen und Volksaufklärung *die Statuten der neugegründeten orthodoxen Gemeinde in Levoca (Leutschau) genehmigt. — (Wir beglückwünschen die mutigen Männer von Levoca, die unter grossen Opfern dem orthodoxen Judentum eine neue Stätte errichten, zu ihrem Erfolg und wünschen der neuen Gemeinde eine friedliche und stetige Aufwärtsentwicklung. — Die Red.) Jesode Hathora-Schule in Beregsasz. In Beregsasz ist eine Jesode Hathora-Schule gegründet worden. Aus diesem Anlass versendet Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Salomon Schreiber ein Rundschreiben an die Gemeinden in Karpathorussland, in welchem er unter Hinweis auf die Beschlüsse der Rabbinerversammlung vom Jahre 5640 die Bedeutung solcher Lehranstalten hervorhebt und an die Eltern in allen Orten־ die Aufforderung richtet, ihre lernbeflissenen Kinder statt in entfernte Gemeinden künftig nach Beregsacz zu schicken. Orthodoxes Selbstgefühl Wir erhalten folgende beachtenswerte Zuschrift aus unserem Leserkreise: Einer •der Hauptprogrammpuntofce der Agudah ist die Kräftigung des Seübstbewusstseüms unter den Mitgliedern, Während er letzten Jahnzehnte konnte man die Wahrnehmung machen,, dass es an einem orthodoxen SeJbstbewusst&ein in weiten Kreisen •sehr mangelte. Man fühlte sich vielfach sehr geehrt, wenn unsere ndehtfrommm ״Intelligenten“ einen orthodoxen Juden als ihresgleichen betrachteten, ebenso wie der Neologe ■seinerseits kein höheres Bestreben hatte, als die ״Achtung“ der Nichtjuden zu erlangen. Diese Zeit ist nun vorüber oder sollte es sein. Der orthodoxe Jude ist zu der Erkenntnis gelangt, dass der wertvolle Teil des Judentums sich in der Orthodoxie befindet. Und weil der orthodoxe Jude mit seinem ganzen Tun und Lassen, durch seine ganze Lebensweise und besonders mit der Erziehung seiner Kinder für den Fortbestand des Judentums arbeitet, muss es ihm zuwider sein, sich in jüdischen Angelegenheiten von andersgesinnten Juden führen zu lassen. Dieser Gedanke müsste nun in allen orthodoxen Kreisen verbreifet werden und überall tiefe Wurzel fassen. Wenn ein jeder orthodoxe Jude — eben weil er ein orthodoxer Jude ist — sich selber mehr achten würde, würden ihn auch andere Kreise höher schätzen. In orthodoxen Gemeinden und Gesellschaften dürften nur solche Juden mit besonderen ״Ehrungen“ ausgezeichnet werden, die durch strenge orthodoxe Lebensführung hervorragen. Wenn es aber möglich Ist, dass sogar dort, wo neben der orthodoxen Gemeinde für fromme Juden eine meologe Gemeinde für mchtfioanme Juden existiert, in der orthodoxen Gemednde Männern und Frauen, die sich einer jüdischen Lebensführung durchaus nicht befleissiigen, dieselben ״Ehrungen“ zuteil werden wie denjenigen, die alle Opfer des jüdisch-rebgiöscn Lebens auf sich nehmen, wenn ׳man ihnen sogar führende Stellen anvertraut — zeugt das nicht von einem hohen Grad der SelbstmLsachtung, der Geringschätzung der eigenen orthodoxen Ueöenzeugung? — ln orthodoxen Gemeinden und Vereinen dürften Bhrensteälen ■und führende Aemter mir solchen Männern *übertragen werden, die sich ihrer auch vom Ges&chtspiuikte des jüdischen Selbstbewusstseins dadurch würdig!erweisen, dass *sie vor aSBeo Dingen praktisch jüdisch leben. Es ist überflüssig, besonders hervorzuheben, dass dadurch das Selbstgefühl des orthodoxen Juden gehoben würde und letzten Endes auch manche entfremdete Brüder zur Rückkehr zum orthodoxen Judentum veranlasst würden. Wahrlich, das wäre ein solch wertvoller Erfolg, dass es der Mühe wert erscheint, sich dafür dfrig zu bemühen! s. B. Dr. Julius Rado s. A. Aus!N i t r a kommt die Trauerbotschaft von dem Hinsetheiden eines unserer Besten. Dr. Julius Rado bat in seinem 72. Lebensjahre das Zeitliche gesegnet. Mit Ihm verliert nicht nur die Nitraer orthodoxe Gemeinde ihren aufopfernden Vizepräsidenten, Schulpräses und eifrigen und unermüdlichen Sachwalter, nicht nur die Nitraer Aguda-Gruppe einen ihrer überzeugtesten Anhänger, nicht nur zahlreiche jüdische Lokalvereiine ein treues Mitglied, sondern das ganze Judentum einen seiner wertvollsten Menschen. Er war ein streng frommer Jude im besten Sinne des Wortes, Seine hingebungsvolle Arbeit auf allen Gebieten des jüdischen ■und bürgerlichen Lebens diente vielen zum Vorbild. Trotz mancher Hindernisse in ׳seinem Berufe als Advokat hütete er treu den heiiligen ׳ שבתund beobachtete die ׳ .מציתEr war wohltätig über seine Verhältnisse und nahm sich stets bereitwillig aller Bedrückten am. Als angesehenes Mitglied der Advokatenkammer genoss er allseitig!die grösste Anerkennung seiner Berufsgenossen. Er war stellvertretender Stadtnichter, an welcher Eigenschaft er von seiner seltenen Gerecht!®- keitsliebe *Beweise lieferte. Sein ganzes Wirken war der Ausfluss eines reinen׳, e׳dlen Charakters. Sein Ableben erweckte aUgemeane Teilnahme!, idle sich an der am Freitag ערב שבת דחוחמ״ם stattgefundenen חלוידו in imposanter Welse kundgab. Ein endloser Trauerzug folgte der fttöD vom Trauerhause bis zur orthodoxen Schule. Wegen des Feiertages wunden keine חספדים gehalten. Es sprachen bloss Obemotar Bucko in Vertretung der Stadtbehörde, Dr. Stransky namens der Advokatenkaimmer und Dir. Bremser im Auftrag der Schule. In allen Reden wurden die persönlichen Vorzüge und die reichen Verdienste des Verblichenen um das Gemeinwohl hervorgehoben. Herr Den neuesten Wnnderscheitel trägt jede vornehme orthodoxe Dame. Alleinerzeuger ist der Spezialist für individuelle Brautfrisuren aus allerfeiastem dauergewellten Naturhaar Carl Polak Damenfriseur Wien, IV., Schleifmühlgasse 3 Telephon: 57-7-78 Lieferungen von Perftoken, Transformatlonen etc. prompt und billigst für In־ und Ausland en gros a. en detail. Bei Bestellungen von auswärts erbitte genaues Haarmuster und Angabe des Masses von einem Ohr zum anderen. Zur Besichtigung der neuesten Modelle werden die p. t. Damen höfl. eingelaäen. Beaohton Ble gefälligst Haasaammer 3